1906 / 158 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 06 Jul 1906 18:00:01 GMT) scan diff

dargestellt sind, im Wege der

kommissarische Lehrerin Lehrerin endgültig angestellt worden.

Die Regierungsbaumeister

8 Arbeiterversicherung im Eisenbahndirektionsbezirke Posen,

vpoertretenden Vorsitzenden der . . sicherung Stadtkreis Berlin und Regierungsbezirk Potsdam

bahndirektionsbezirk Berlin.

Goslar ist zum Oberbergamtsmarkscheider

8 EE1111“ I“ L“ 8HE111“ Enteignung zu erwerben oder, oweit dies ausreicht, mit einer dauernden Beschränkung zu belasten. Neues Palais, den 21. Mai 1906. 8 b Zugleich für den Minister

Wilhelm R. der öffentlichen Arbeiten: von Podbielski. von Bethmann⸗Hollweg. Delbrück. An die Minister der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten, für Landwirtschaft, der öffentlichen Arbeiten, des Innern

und für Handel und Gewerbre.

Studt.

——

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten. Dem Maler Wilhelm Lucas von Cranach in Berlin

ist der Titel Professor verliehen worden.

Am Lehrerinnenseminar in Koblenz ist die bisherige Auguste Rintelen als ordentliche

86 Kriegsministerium.

1 Wagner in Posen und Werner in Bruchsal sind unter Ueberweisung als technische Hülssarbeiter zu den Intendanturen des VI. bezw. XVI. Armee⸗

orps zu Militärbauinspektoren ernannt. Ministerium für Handel und Gewerbe. Es sind ernannt worden:

der Regierungsrat Westermann m Regierungsassessor von den Brincken daselbst zu stellver⸗ tretenden Vorsitzenden des Schiedsgerichts für Arbeiterversiche⸗ rung Regierungsbezirk Posen und des Schiedsgerichts für die

in Posen und der

der Regierungsassessor Neuhauß in Berlin zum stell⸗ Schiedsgerichte für Arbeiterver⸗

und des Schiedsgerichts für die Arbeiterversicherung im Eisen⸗

Bei der Geologischen Landesanstalt zu Berlin ist der außeretatsmäßige Geologe Dr. phil. Heinrich Lotz zum Be⸗ zirksgeologen ernannt worden.

Der konzessionierte Markscheider Karl Fressbint zu

bei dem Oberberg⸗

amt in Dortmund ernannt woreen. 8

Justizministerium. 4“

Der Rechtsanwalt Dr. Krekeler in Bottrop ist zum Notar für den Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm, mit An⸗ weisung seines Amtssitzes in Bottrop, ernannt worben.

. Haus der Abgeordneten. Der Zweite Vorsteher des Stenographischen Bureau Goepel ist zum Ersten Vorsteher und der Stenograph Krause zum Zweiten Vorsteher des Stenographischen Bureaus des Hauses der Abgeordneten ernannt

d. M. in Gegenwart eines Königlichen Notars verschen vier⸗

Bekanntmachung.

Bei der am 12. stattgehabten Auslosung der vormals Hanno prozentigen Staatsschuldverschreibungen Lit. S tur Tilgung für das Rechnungsjahr 1906 sind die folgenden Nummern gezogen worden:

Nr. 91, 123, 155, 194, 214, 441, 509, 565, 611, 689 über je 1000 Tlr. Golod und

Nr. 933, 1200, 1322, 1356, 1364, 1424, 1508, 1697 über je 500 Tlr. Gold.

Diese werden den Besitzern hierdurch auf den 2. Januar 1907 zur baren Rückzahlung gekündigt.

Die ausgelosten Schuldverschreibungen lauten auf Gold, deren Rückzahlung wird in Reichswährung nach den Bestimmungen der Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 6. Dezember 1873, betreffend die Außerkurssetzung der Landesgoldmünzen ꝛc. (Reichs⸗ anzeiger Nr. 292), sowie nach den Ausfaeungsbestimmungen des Herrn Finanzministers vom 17. März 1874 (Reichsanzeiger Nr. 68, Position 3) erfolgen.

Die Kapitalbeträge werden schon vom 15. Dezember d. J. ab gegen Quittung und Einlieferung der Schuldverschreibungen nebst den zugehörigen Zinsscheinanweisungen an den Geschäftstagen bei der Regierungshauptkasse hierselbst, von 9 bis 12 Uhr Vor⸗ mittags, ausgezahlt.

Die Einlösung lichen übrigen Regierunggs

der Schuldverschreibungen kann auch bei sämt⸗ hauptkassen, bei der Staats⸗ schuldentilgungskasse in Bexlin sowie bei der Kreiskasse in Frankfurt a. M. geschehen. Zu dem Zwecke sind die Schuld⸗ verschreibungen nebst den zugehörigen Zinsscheinanweisungen schon vom 1. Dezember d. J. ab bei einer dieser Kassen einzureichen. Nach erfolgter Feststellung durch die hiesige Regierungshauptkasse wird die Auszahlung von den ersteren Kassen bewirkt werden. Die Einsendung der Schuldverschreibungen nebst den zugehörigen Zinsscheinanweisungen und Zinsscheinen mit oder ohne Wertangabe muß portofrei geschehen. Sollte die Abforderung des gekündigten Kapitals bis zum Fällig⸗ keitstermine nicht erfolgen, so tritt dasselbe von dem gedachten Zeit⸗ punkte ab zum Nachteile der Gläubiger außer Verzinsung. S Hannover, den 13. Juni 1906. Der Regierungspräsident In Vertretung: Humperdinck.

Abgereist:

1 der Ministerialdirektor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Wehrmann, in dienstlichen Angelegenheiten und mit Urlaub

Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Bo übernommen.

am 3. Juli in eingen morgen von dort nach Jquique (Nordchile) in See. G S „Tiger“ ist vorgestern in Niutschwang ein⸗ Tschifu in See. Amoy eingetroffen.

bbeaabsichtigte

Der Kaiserliche Gesandte in Tanger Dr. R

einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. seiner Abwesenheit werden die dem Legationsrat Freiherrn

geführt.

Der Kaiserlich japanische Botschafter K. Ino

des „W. T. B.“ ist S. M. S.

Laut Meldun Pisagus (Nordchile) eingetroffen

M. G. getroffen und geht morgen von dort nach S. M. S. „IW ist gestern in

Kiel, 6. Juli. Sachsen ist gestern Fermäütiog von Bahnhofe eingetroffen und „W. T. B. Königlichen Hoheit dem Prinzen Pre ves.

Polizeipräsidenten von worden. fuhren Seine Majestät Königliche Hoheit der dem Königlichen Schloß. besichtigte eine Majestät Königlichen Hoheit des Prin bataillon, à la suite dessen Anlagen der Kaiserlichen Werft. d Majestät der König an einem Festessen kasino teil.

chröter und anderen Herren der König Prinz Im Laufe in

Heinrich

88 Württemberg.

„W. T. B.“ zufolge, Denkschrift der Regierung, reform, den Antrag des gegen 36 Stimmen angenommen. rung ersucht, eine weitere von 2 für das r beschleu nigten Zügen einzuführen.

Baden. 8

In der gestrigen Sitzung der Zweiten der Minister Schenkel in

richt des „W. T. B.“ aus: Neue Tatsachen sind seit dem über diese Frage nur in einer Beziehung eingetreten. ist zwischen den am Main beteiligten Staaten ein geschlossen worden, durch den die Kanzlisierung des Staatsvertrag, an

Mains

ist. Dieser dem auch seine Wirksamkeit erst dann beginne, dem Rhein erhoben würden. Baden

gezogen worden, weil der Main zu den

dadurch unsere Stellung abgaben auf dem Rhein sachen sind in Natürlich hat die preußische Regierung, nachdem sie Schiffahrtsabgaben festgelegt hat, in trage, betreffend die Mainkanalisierung,

nicht verändert werde.

führen. Diese Verhandlungen sind noch haben uns darauf beschränkt, Material zu sammeln.

gaben überwiegen. Wir allen Seiten hin prüfen, Gelegenheit geben, sich zu äußern. der Gesetzgebung notwendig sind, Schiffahrtsabgaben zu zahlen. Die Regierung ist der

ändert werden kann. abgabe nicht eingeführt werden und ohne Staatsvertrag. der Deutsche Reichstag mitzusprechen.

Nach längerer Debatte wurde von dem

weite Kammer hat von der Ecklärung

„Die über die Zustimmung vertrag zwischen Preußen Kenntnis genommen. rung es vermeidet, solchen Vertrage zuzustimmen, fahrtsabgaben auf dem Rhein Zukunft vorsieht. Die der Schiffahrtsabgaben sich weder

und Baäyern

der die

erwartet, vor jeder wichtigen Entschließung in dieser F werden.“

Bremen.

Die Bürgerschaft hat in ihrer gestrigen „W. T. B.“ meldet, den zwischen Preußen und einbarten Lotterievertrag angenommen,

im bremischen Staatsgebiet zugelassen wird. an Deutsche Kolonien.

Nach einer vom „W. T. B.“ verbreiteten Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch⸗O die im Süden des Schutzgebietes Schönberg am Kiturika und Luvegu gefunden und am Dap Meldungen fehlen noch.

In Iraku haben sich die Detachements Mpapua und Moschi am 25. Juni vereinigt. ist zur Zeit auf Iraku beschränkt; 1

an der Karawanenstraße bei Dagave. as

Geschäfte der Gesandtschaft von Langwerth von Simmern

uyé ist nach 1-

Seine Majestät der König von Hamburg auf dem hiesigen B.“ zufolge von Seiner einrich von dem hstertorp⸗ des 1. Seebataillons, dem

Nach der Begrüßung und Vorstellung 5 Gefolges un Heinrich des Begleitung Seiner en das 1. See⸗ Allerhöchsiderselbe steht, und die Abends nahm 1 im Offizier⸗

Die Kammer der Abgeordneten hat gestern, nach dreitägiger Beratung über die betreffend die Personentarif⸗ Abg. von Wöllwarth mit 42 In diesem wird die Regie⸗ Wagenklasse mit einem Fahrpreis Kilometer in den Personenzügen und den

1“ Kammer führte eantwortung der Interpellation Obkircher, betreffend die Schiffahrtsabgaben, laut Be⸗

ersten Tage der Verhandlungen Seit jener Zeit

von Preußen und Bayern beschlossen

Baden ist, ist ausdrücklich unter der Voraussetzung abgeschlossen worden, daß wenn Schiffahrtsabgaben auf ist zu diesem Vertrage heran⸗ gemeinsamen Flüssen gehört. ir haben dem Vertrage unter dem Vorbehalt zugestimmt, daß hinsichtlich der Einführung von Schiffahrts⸗

bezug auf die Schiffahrtsabgaben nicht bekannt. die Absicht der dem Kanalgesetz und dem jetzt den Weg beschritten, um durch Verhandlungen mit den übrigen Staaten ihre Absicht durchzu⸗

im ersten Stadium. Wir Ich kann nur er⸗ klären, daß vom badischen Standpunkte aus die Bedenken gegen diese Ab⸗ haben erklärt, wir wollen die Sache eingehend nach und wir wollen allen wirtschaftlich Beteiligten Es fragt sich aber, welche Akte um die Beteiligten zu zwingen,

durch ein Reichsgesetz der Artikel 54 der Reichsverfassung nicht ge⸗ Für das badische Gebiet kann eine Schiffahrts⸗ ohne einen Akt der Landesgesetzgebung Jedenfalls hat der Badische Landtag oder

tischen Abg. Frank folgende Resolution eingebracht:

der Regierung zu dem Mainkanalisiecungs⸗ mit großem Bedauern Die Kammer hatte erwartet, daß die Regie⸗ ohne jede Befragung der Landstände einem Einführung von Schiff⸗ auch nur bedingungsweise für die Kammer ist der Auffassung, daß mit den Bestimmungen der Reichs⸗ verfassung noch mit denjenigen der Rheinschiffahrtsakte verträgt, und

Die Abstimmung über diese Resolution wurde ausgesetzt.

na preußische Lotterie nach Eingehen der Braunschweiger Lotterie

operierende Kompagnie

ats den Gegner überfallen.

Hirsch aus Tabora soll am 28. Juni in Ir k

osen hat Während

aft wieder

und geht

empfangen

Seine

nach Tages

Seine

Vertrag ab⸗

worden beteiligt

Weitere Tat⸗

Ver⸗

Ansicht, daß

ozialdemokra⸗

des Ministers

die Erhebung

rage gehört zu

Sitzung, wie Bremen ver⸗

dem die S Depesche des stafrika hat

Widerstand Nähere

aus Kilimatinde,

Der Aufstand

die Aufständischen stehen

Detachement intreff

des Aeußern Graf von G

wortung Konflik folgende Erklärung ab:

friedigend. Serbien hat uns einerseits gar . seiner Tarifpositionen in Aussicht gestellt, andererseits betreffz der von uns erhobenen, sichtigung bei Lieferungen gegeben. die Berücksichtigung

der Lieferung von hat Serbien gewisse 2

8 Oesterreich⸗Ungannrnrn. In der österreichischen Delegation gab der Minister oluchowski gestern in Beant⸗ einer Interpellation Sylvester, betreffend den t mit Serbien, nach dem Bericht des „W. T. B.“

gfes

„Die gestern eingetroffene serbische Note ist durchaus unbe⸗ keine Ermäßigung bezüglich

durchaus berechtigten Forderungen auf Berück⸗ keine befriedigenden Erklärungen ab⸗ Bei diesen Forderungen haben wir uns keineswegs auf von Skodageschützen versteift, sondern nur anderen Armeelieferungen sowie bei Eisenbahnmaterial und Salz verlangt. Dagegen Forderungen auf Zulassung seiner Produkte ie Vorschläge Serbiens für unannehmbar, da 15 un

Lieferung

Ich halte 6b ei Annahme derselben jede Waffe aus der Hand geben würden,

befürchte, daß ein vertragsloser Zustand eintreten wird. Im übrigen werden die beiderseitigen Regierungen bereits morgen Gelegenheit haben, über die jüngste serbische Note Beschluß zu fassen.“

Die Delegation verhandelte sodann über das Heeres⸗

extraordinarium.

Im Laufe der Beralung sprach der Graf Stürgkh die Ansicht

aus, daß aus dem Zustandekommen der Wahlreform der Gemein⸗

samleit vielleicht größere Gefahren drohen würden, als von der jenseitigen Reichshälfte. Es sei fraglich, ob die aus dem neuen Hause entsandte Delegation das gemeinsame Budget bewilligen werde. Die Delegierten Lecher und Loser traten der An⸗ sicht des Vorredners mit Entschiedenheit entgegen, indem sie hervorhoben, daß nicht nur die Aristokraten und Großgrund⸗ besitzer ein Herz für die Armee und für die bewaffnete Bevölkerung haben. Wenn man dem Volke sein Recht gebe, werde sich auch sein Interesse für den Staat steigern. Im weiteren Verlaufe der Debatte wies der Kriegsminister von Pitreich auf die Notwendigkeit hin, die Landwehr und den Honved mit Artillerie zu versehen. Die Frage stehe in keinem Zusammenhange mit den Vereinbarungen des Neuner⸗ ausschusses, ihre Lösung liege den beiderseitigen Regierungen und den

Parlamenten ob. Die Delegation nahm hierauf das Heeresextraordinarium an und ging dann zur Beratung des Okkupations⸗ kredits über, bei der die Delegierten Biankini und Klofak eine äußerst abfällige Kritik an der Verwaltung der okku⸗ pierten Provinzen übten. Die nächste Sitzung wurde auf heute anberaumt.

Großbritannien und Irland.

Der Staatssekretär des Aeußern Sir Edward Gre machte in der gestrigen Sitzung des Unterhauses bei der Beratung des Budgets des Auswärtigen Amts Mit⸗ teilungen über die Hinrichtung der vier wegen Ermordung eines englischen Offiziers zum Tode verurteilten Aegypter und über die Lage in Aegypten.

Er bat, wie „W. T. B.“ berichtet, das Haus, zu glauben, daß die Todesurteile nicht in einer Weise zustande gekommen seien, die die verantwortlichen Stellen dem Vorwurf der Gefühllosigkeit oder der Gedankenlosigkeit aussetzen würde. Aus Gründen der reinen Billigkeit bitte er das Haus, nicht in eine Erörterung dieser Angelegenheit einzutreten, bevor nicht ein vollständiger Bericht eingelaufen sei. Das sei aber nicht der triftigste Grund, das ganze letzte Jahr hindurch habe in Aegypten eine fanatische Stimmung geherrscht, die in stetem Wachsen begriffen wäre. Diese Stimmung sei nicht auf Aegypten beschränkt gewesen, sondern habe sich die nördlichen Gebiete Afrikas entlang fortgepflanzt. Aus diesem Grunde sei es geschehen, daß vor kurzer eit die Hesafnns Aegvptens habe verstärkt werden müssen. Der Angriff auf die britischen Offiziere würde sich noch vor kurzen nicht ereignet haben und wäre auch jetzt nicht erfolgt, wenn nicht diese fanatische Stimmung bestände, die in diesem Jahre in Aegypten um sich gegriffen habe. Seit diesem An⸗ griff und sogur vor dem Prozesse gegen die jetzt verurteilten Einge⸗ borenen seien ein oder zwei bezeichnende Angriffe, wie er glaube, auf britische Untertanen, auf jeden Fall auf Europäer durch Eingeborene ausgeführt worden „Wir sind“, fuhr der Minister fort, möglicher⸗ weise am Vorabend weiterer Maßnahmen, die sich zum Schutz der Europäer in Aegypten notwendig erweisen, und wenn das Haus die Entscheidung des Gerichtshofes, der aus den höchsten englischen und ägyptischen Richtern bestand, angreift, so muß dies die Wirkung haben, die Autorität der ägyptischen Regierung zu schwächen. Wie die Dinge jetzt liegen, sage ich wohlüberlegt und im vollen Gefühl der Verantwortlichkeit: „Wenn das Haus in diesem Augenblick irgend etwas tut, um die Autorität der Regierung in Aegypten zu schwächen oder zu zerstören, so werden Sie sich einer sehr ernsten Lage gegenübersehen, denn wenn das Gefühl des Fanatismus in Aegypten über die feststehende Autorität der ägvptischen Regierung die Oberhand gewinnt, werden Sie sich der Notwendigkeit zu extremen Maßnahmen gegenübersehen.“ Sir Erward Grey schloß: „Das Werk Lord Cromers bat in weiten Kreisen Anerkennung ge⸗ funden. Ich weiß sehr wohl, daß das Haus nicht zulassen wird, daß das Werk durch rohe, fanatische Leidenschaft vernichtet werde. ber wenn wir in der Debatte etwas sagen, das die Autorität der ägpr⸗ tischen Regierung schwächen köante, so könnte sie sich jeden Augenblick gezwungen sehen, andete Maßnahmen zu ergreifen, das heißt unkonsti⸗ kutionelle Maßnahmen, die wir im Falle der Not ergreifen müssen und die niemand mehr bedauern würde, als die britische Regierung und dieses Haus, obgleich sie dazu gezwungen sein können, sie zu er⸗ greifen.“

Die Rede des Staatssekretärs wurde unter großer Be⸗ wegung des Hauses und unter tiefem Schweigen angehört. Kier Horhi (Arbeiterpartei) erklärte nach dem Redner, infolge der Aufforderung des Staatssekretärs verzichte er auf eine Besprechung der Angelegenheit. Dillon (Jre) sprach sich aufs schärfste verurteilend über die Hinrichtungen aus.

Der Staatssekretär Sir E. Grey erwiderte: er übernehme die volle Verantwortlichkeit für das, was geschehen sei; er weise die Be⸗ hauptung zurück, daß die fanatische Slimmung in Aegypten ein Beweis für die Unwieksamkeit der englischen Herrschaft sei. „Sie können tun, was Sie mögen,“ fuhr der Staatssekretär fort, „zwanzig Jahre lang oder zweihundert Jahre lang. aller materielle Nutzen, den Ihre gute Verwaltung bringt, läßt doch das Mißtrauen zwischen dem Osten und dem Westen bestehen. Es ist darum bei solchen Fragen, sei es in Aegypten oder Indien, die die Zivilisaton des Ostens berühren, äußerst sorgsan zu Werke zu gehen, ehe durch eine parlamentarische Erörterung Krälle in Bewegung gesetzt werden, die immer nahe unter der Oberfläche sund und die, wenn sie einmal zum Durchbruch gelangen, zu Folgen ühren, die alle beklagen würden.“

Im weiteren Verlauf der Si hinsichtlich des Bündnisses mit ordentlich guter Verfassung befinde. und jenen Gemeingeist, welche die so bemerkenswerten g. nisse der letzten Jahre bewirkt haben, jetzt auf die Künste des Friedens, auf die .g. Koreas, die eine große Aufgat darstelle, und auf die Entwickelung seiner eigenen Hilfsquellen. nn wir’, fuhr der Staatssekretär fort, verfolgen in Asien keirn Abenteurerpolitik; es ist im Gegenteil eine Politik der Konsolidierurg und das Ergebnis der Lage ist dies, daß die Allianz, wie sie heut⸗ besteht, jedem der Verbündeten das Gefühl gegenseitiger Sicherben

bt, ohne für irgend jemand sonst eine Quelle der Beunruhigung ein. Ich habe die Zuversicht, daß das Bündnis lange

8

ung erklärte der Staats sekcetär apan, daß sich dieses in außer, Japan verwende jene Tatkrat

so bleiben ur, an Stäaͤrke und an Vertrauen zu jenen Bedingungen gewinnen wire⸗

Ergeb⸗

gehend, führte Ser Edward 82 6 ernehmen über⸗

Die frühere Regierung hat mit Frankreich ein Uebereinkomme getroffen, welches seit langem zwischen England und Fenenireich ber stehende Schwierigkeiten beseitigte und unter gewissen Bedingungen diplomatische Unterstützung. Mit der Beseitigung dieser Schwierigkeiten keimte eine Freundschaft zwischen Ländern auf und ist fortgesetzt gewachsen. Wenn immer sich Gelegenheit dazu bot, ist die in dem Uehberein⸗ kommen ausgesprochene diplomatische Unterstützung von seiten eines jeden der beiden Länder spontan eingetreten, ohne Einschränkung und ohne Vorbehalt. Unsere Verpflichtungen gegeneinander sind dem Buchstaben und dem Geiste nach auf beiden Seiten erfüllt worden. Ich habe nur zweierlei über unser gutes Einvernehmen mit Frankreich zu sagen. Erstens: Dieses gute Einvernehmen ist nicht gegen irgend ein anderes Land gerichtet; zweitens: Es muß allgemein anerkannt werden, daß dieses gute Einvernehmen nicht beeinträchtigt werden kann durch irgend welche anderweitigen Entfaltungen 8 . aus⸗ wärtigen Politik. Je klarer diese zwei Dinge im Geiste zum Aus⸗ druck kommen, desto klarer wird es in Erscheinung treten, daß weder Sg- e gute Einvernehmen zwischen

oder ein Hindernis ist ziehungen zu anderen Mächten.“ EETTEö

Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen machte Staatssekretär ausführliche vi nsfühn 1 n Der Htehhngs zwischen England und Rußland und über en bevorstehenden Besuch der englischen Flotte in Rußland. Hierzu erklärte der Staatssekretär:

„Je weniger Raum die Erörterung einnimmt, die in diese e über ruffisch⸗ Angelegenheiten stattfindet, desto besser ist es, öe wir diese Angelegenbeiten erörtern müssen, so wollen wir uns in ruhiger Weise darüber klar werden, wie sich die Lage verhält. Der russische Kaiser, die russischen Minister und das Parlament sind nicht verantwortlich für die Judenmetzeleien. Es ist behauptet worden, daß die russische Regierung an den Bielostoker Judenmorden beteiligt gewesen sei, aber ich habe eine glaubwürdige Mitteilung erhalten, nach der die Zentral⸗ regierung weder gewußt noch stillschweigend die blutigen Vorkommnisse in Bielostok geduldet hat. Was die angeregten amtlichen Vor⸗ stellungen anbetrifft, so bin ich der Ansicht, daß es drei Parteien in Rußland⸗ gibt, nämlich die Reaktionäre, die Reformpartei und die Revolutionäre, und daß jede Einmischung eines Außenstaats nicht die Reformpartei stärken wird, sondern eine der beiden anderen Parteien. Bezüglich der Kreuzfahrt der englischen Flotte in der Ostsee wies sodann der Staatssekretär darauf hin, daß die Flotte auf ihrer vorjährigen Fahrt in der Ostsee keine russischen Häfen angelaufen habe, und bemerkte, es würde sicherlich außerordentlich vnpflend sein, wenn sie auch in diesem Jahre bei Gelegenheit ihrer Kreuzfahrt in der Ostsee russische Hafen nicht besuchen würde. „Ich weiß nicht,“ schloß Sir Edward Grey seine Ausführungen, „weswegen dieses Mißverständnis mit Bezug auf die Flottenbesuche entsteht. Etwas ähnliches ereignete sich im ver⸗ gangenen Jahre. Der Flottenbesuch in der Ostsee war zu Beginn des Jahres geplant, und einige deutsche Häfen sollten angelaufen werden. Fwischen der Entstehung des Plans und seiner Ausführung ereigneten ch gewisse Vorfälle, und es wurde die Nachricht verbreitet, daß der Besuch planmäßig als drohende Erklärung beabsichtigt wäre zu den Ereignissen, die vorgekommen waren, lange nachdem die Anordnungen getroffen worden waren. Nichts derartiges lag in der Absicht der Regierung. Der Besuch fand statt und tat nichts als Gutes. Da nun bestimmte Dinge vorgefallen sind, seitdem die diesjährige Kreuzfahrt geplant worden ist, ist vorgeschlagen worden, die Kreuzfahrt aufzugeben. Der Flottenbesuch steht in keinerlei Beziehungen zu den inneren Angelegenheiten Rußlands; er soll nur eine Ehrenerweisung für den russischen Kaiser sein und geschieht in freundlicher Absicht gegenüber der bestehenden russischen Regierung, und ich kann mir keinen Flotten⸗ besuch in russischen Häfen vorstellen, der nicht zugleich als Besuch des russischen Volkes veranstaltet ist. Ich verspreche mir von der Zukunft eine Zunahme der guten Beziehungen zu der russischen Regierung und dem russischen Volke. Rußland macht jetzt eine für Volk wie Regierung kritische und schwere Zeit durch. Alles, was sich ereignet hat, läßt Anzeichen von der Lebenskraft, der Energie und dem Charakter des Fehen Volkes hindurchblicken, das sich den Weg zu einer großen vüche 1 1158 8 81. kann am besten kund⸗

en durch Unterlassung einer Einmischung; Schweigen der beste Beweis von Sympathie.“ Iegge Mege ee s

1 Frankreich.

Wie das „W. T. B.“ meldet, hält die Regierung i e begüglich 52 abgesetzten Preunp 1 henunterbeamten aufrecht d Amnestie zu gewähren.

den beiden

Rußland.

In der Duma verursachte gestern die Mitteilun der Dumaabgeordnete Ssedelnikoff vorgestern dnne,ga. Erklärung, er sei Abgeordneter, von mehreren Polizei⸗ beamten geschlagen worden sei, große Erregung. Der Abg. Aladjin erklärte namens der Arbeitsgruppe, daß, falls sich ein derartiger Vorgang noch ein einziges Mal ereigne, die Sozialisten die Minister nicht zu Worte kommen lassen würden. Falls irgend ein Abgeordneter von der Polizei geschlagen oder getötet würde, werde die Arbeitsgruppe für die Sicherheit der a an die es b7, hie de vor der Duma zu erscheinen cht aufkommen. Aladjin schlo 8 * 8 8n veneh jin schloß nach dem Bericht des „W. T. B. „Wir werden es dahin bringen, daß die Personen der Vertret des russischen Volkes geheiligter sind, ie Perso Minister, die 18 nie von der Polizeis 8 s der Minister des Innern eine Untersuchung un 2 strafung der, Schuldigen zusagte, X. chang. missionieren!“ Der Präsident bat die Linke, ruhig zu bleiben und nicht das Beispiel der Vertreter des alten Regimes nach⸗ Huahpen, die ihre Macht mißbrauchten. Die Duma beschloß vasg, eine dringende Interpellation über die zur Bestrafung er Polizei von der Regierung ergriffenen Maßnahmen. Ab Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung verlas der 8 g. Arakanzew den Bericht der Dumaabgeordneten über en 8 11. hegeharten Pogrom. Der Redner richtete Anschuldigungen gegen die Re eanfärte er erwarte nichts von . gerichtkichen dies Fegerung zuff ge Volk begünstige niemals Pogroms, es erlaube allen kationalitäten, im Frieden mit den Russen zu leben. Nur die Re⸗ Fterung sei schuldig ; diese habe bereits die Armee verdorben, 892 euerste Gut, das die Russen besäßen. Aber die Armee 8 F Frren sie das ganze Unheil sehe, das sie gezwungen anzurichten. „Wehe denen,“ rief der Redner, „die sie r 18 sie zu einer Masse wilder Tiere machen!“ as Haus beschloß, die Beratung des Berichts über den Pogrom in Bjelostok auf heute zu -v 8 ging dann zur von Interpellationen über. Das Fabrikantenkomitee in Riga hat nach einer Riasg ge hen „St. Petersburger Telegraphenagentut⸗ an ne Mitglieder ein Rundschreiben erlassen, in dem es den

die Schließung einzelner Fabriken nicht die gewünschte Wir

habe, seien die girbeiten der ganzen Klafse 8 Streikenden gehörten, zu entlassen; bleibe auch das wirkungslos, so werde eine Versammlung der Fabrikanten zur Beratung einer allgemeinen Aussperrung einberufen werden.

8 Spanien. Das Ministerium hat gestern seine Entlassung ein⸗ 8ge. Der König hat, nach einer Depesche des 18 8. 9

beauftragt

„Infolge der Gerüchte, daß die Ansprüche der Kret teilweise erfüllt werden sollten, hat die Prüche laut Mel⸗ dung des „Wiener Telegraphen⸗Korrespondenzbureaus“, von den Schutzmächten auf Anfrage die Zusicherung erhalten, daß der status quo aufrecht erhalten werden solle. Die Pforte

ist trotzdem nicht 1 . nrehs cht ganz beruhigt und plant eine weitere Ver⸗

Serbien.

Gestern hat die Anwendung des auton Tari

in den Handelsbeziehungen zwischen Serbien hi Foerlt⸗ reich⸗Ungarn begonnen; die Regierung hat, „W. T. B.“ zufolge, beschlossen, sofort mit den anderen Staaten Verhand⸗ lungen über den Abschluß von Handelsverträgen einzuleiten.

Amerika.

Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ Washington ist das Staatsdepartement s9e dem Wunsche 18 Staaten Salvador und Guatemala, die beinahe mit⸗ einander in einen Krieg geraten wären, in Kenntnis gesetzt worden, daß diese die vorliegenden Streitpunkte durch Schiedsspruch der Vereinigten Staaten beigelegt zu sehen wünschen. Da sowohl die Vereinigten Staaten wie Mexiko ihrer Mißbilligung uͤber irgend eine Kombination von zentralamerikanischen Staaten Ausdruck gaben, die gebildet werde mit der Absicht, den Präsidenten von Guatemala Cabrera zu stürzen, Fahas Salvador einen besonderen Bevollmächtigten nach Washington, um zu verhindern, daß aus der gegenwärtigen Lage Salvadors internationale Ver⸗ wicklungen entständen, und Guatemala wird nun das gleiche tun.

Durch Verordnung hat, wie „W. T. B.“ meldet, di brasilianische Regierung ähnlich wie im Jahre 1901 8. Vereinigten Staaten von Amerika bis zum Ablauf dieses Jahres eine Zollermäßigung von 20 Prozent eingeräumt auf die Einfuhr von Uhren, Tinte und Farbe e. Fereihteehüe ö Milch, Weizenmehl, Gummi⸗

„Lack, Wagen, Windmühlen, bi Schreib weregs gac,⸗ ag hlen Klavieren, Schreibmaschinen

Parlamentarische Nachrichten.

Der heutigen (80.) Sitzung des Hauses der Abge

H. 2 ord⸗ neten wohnten der Minister der geistlichen ꝛc. Eöö1 n Studt und der Finanzminister Freiherr von Rheinbaben bei. Von Seiner Majestät dem Kaiser und König und von Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen sind fol füb⸗ öeen eingegangen: 8 abe Mich über die von Ihnen i 9 Frreczenenhauses argehrachten Gaaszasge Sä. 8s

g erzlich gefreut und ersuche S Haust besten Dank das hrböen. e Ser den 9 Sie seämnen

„Für die freundlichen Glückwünsche anläßlich der G Meines Sohnes spreche Ich dem Hause ich der Geburt aufrichtigen Dank aus. Dzee ner ö n

Eine Reihe von Petitionen wird zur Erörter 2 4 . r Plenum für nicht geeignet erklärt. terumg im

Der Berichterstatter der Geschäftsordnun issi statter skommission Abg. Metger referiert über das Schreiben des veütammnifseon vom 5. Juni 1906, betreffend die Ermächtigung zur straf⸗ rechtlichen Verfolgung des Schriftleiters Louis Stange in Erfurt und der etwa sonst verantwortlichen Personen wegen Beleidigung des Abgeordnetenhauses in dem in Nr. 119 der „Tribüne“ enthaltenen Aufsatz „Die Pfaffen⸗ insel“. Die Kommission beantragt, die Ermächtigung zur trafcesätticher ecssüng zu erteilen. g. Kre ng (fr. Volksp.): Meine Freunde 88 eraten. ni 3 Fnnae k er, die nachgesuchte Gene en Verfgsadne 8 i erteltne .““ g. von Erffa: Ich kann nur meine Freude darüb 9⸗ sprechen, daß die Kommission mit großer Fe Jre beere erane⸗ hat, die Genehmigung zu erteilen. Mit solchen allgemeinen Redensarten wie denen, daß das Abgeordnetenhaus zu hoch und zu vornehm sei, ist uns nicht geholfen. (Präsident von Kröcher: nehme an, daß der Redner mit den „all⸗ gemeinen Redensarten“ den Abg. Kreeitling nicht gemeint hat.) Gewiß muß das Abgeordnetenhaus auch eine Kritik sich gefallen lassen, aber diese darf nicht auf brutale Beschimpfungen hinauslaufen (Redner 85 die Aeußerung eines sozialdemokratischen Blattes über E . alles Maß überschreitenden en ’1 1 er sozialdemokratischen Presse muß ein Exempel g. Brütt (freikons.): Meine politischen Freund ä Bedenken gehabt und geäußert dagegen, da ven Fefänbegbaben Längft verfolgung bei Beleidigungen dieses hohen Hauses ausgeschlossen wird. Es muß auf das öffentliche Rechtsbewußtsein verwirrend wirken, wenn das Abgeordnetenhaus Strafbestimmungen, die im Straf⸗ sesebhus vorgesehen sind, grundsätzlich nicht zur Anwendung bringt. Ab⸗ chreckend werden diese Strafen allerdings nie wirken, wo es sich um die Sozialdemokratie handelt, weil die Sozialdemokratie einen großen Kriegsfonds hat für Geldstrafen und für ihre Sitzredakteure bei Freiheitsstrafen. Die Geldstrafen, die die Gerichte bei Beleidigungen und Verleumdungen verhängen, werden ja vielfach als zu niedrig be⸗ messen angesehen. Auch darin wird vielleicht die Sache sich ändern 88 e Trichc 2 die Hevaltenuh 851 daß das Abgeordneten⸗ Beleidigungen und Verleumdun beachtenotggte Lngefaentea behandegs. EE“ Abg. Broemel (fr. Vgg.): Die Praxis der Par . leidigungen nicht zu verfolgen, ist auch wegen Parlamente geübt worden. Auch auf der Tribüne der Parlamente werden Beleidigungen unter dem Schutze der Immunität aus⸗ gesprochen, und ich erblicke in der Praxis, Beleidigungen gegen ein 8S. nicht zu verfolgen, ein gewisses Korrelat gegen die mmunität der Abgeordneten. Auch aus Zweckmäßigkeitsgründen

Antrag der Kommission für verkehrt und werden gegen

Mitgliedern vorschreibt, keine K 1

1 reibt, ollektivforderungen der

vebetter zu bewilligen, ohne die Fuftimmung des

Feestee eingeholt zu haben. Falls die Arbeiter die e störten, seien die Fabriken zu schließen, und wenn

Abg. von Dziembowski meint, daß die Beleid 11, werden könnten, als durch Nichtachtung, eensSt. e ewährten Praxis des Hauses festzuhalten und den Kommissionsantrag

en General Lopez Dominguez mit der Kabinettsbildung

Abg. Dr. Fervers (Zentr.) spricht sich für den Kommissions⸗

g. Dr. Friedberg (nl.): Ich glaube, die Ausfü en de Abg. von Dziembowski werden einen sehr schlechten ——— haben. Wenn man in dieser Weise und mit solchen Ausdrücken wie in dem betreffenden Artikel, und mit solchen Verleumdungen die Fere des Hauses angreift, so greift man auch die Ehre der einzelnen Mitglieder an, und der Schutz unserer Ehre steht uns hoch genug, um nicht alles über uns ergehen zu lassen. Ich glaube, daß Sg Art und Weise, das Haus zu beschimpfen, ein Akt der Feigheit s gegenüber der Tatsache, daß wir bhisher Beleidigungen nicht ver⸗ folgt haben. Wenn man sieht, daß das Haus in dieser Praxis nicht sheisegten, Ps dos eri cerisc wirken, gegenüber 89 Art B s. eschimpfung der Parlamente in u . . ist. Wir werden für den Antrag See Der Kommissionsantrag wird gegen die Sti F s ] CI“ SHS Es folgt die Beratung des vom Herrenhause in veränderte Gestalt zuruͤckgelangten Gesetzentwurfs, Fahensec die Unneer haltung der öffentlichen Volksschulen. In der allgemeinen Besprechung führt dder Abg. von Dziembowski (Pole) aus, daß seine Fraktion die verfassungsrechtlichen Bedenken, die bereits im anderen Hause vor⸗ getragen worden sind, nach wie vor hege. Die lex Schiffer sei noch nicht Gesetz, und erst, wenn sie es wäre, könne an die Beratung von

zweite Abstimmung und dreiwöchentliche Frist herangetreten werden.

daran nichts. Jedenfalls müsse diese Frage sehr genau und grüͦ geprüft werden, und zwar von der Kommission, 8228 dand grünnch antrage.

.Hierauf ergreift der Minister der heiten Dr. Studt das Wort, dessen laut mitgeteilt werden wird.

(Schluß des Blattes.)

7er. ꝛc. Angelegen⸗ ede morgen im Wort⸗

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Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Einigungsverhandlungen zwischen den Norddeutschen S werken in Oberschöneweide und den Fracht. 1 (vgl. Nr. 156 d. Bl.) haben, der „Voss. Ztg.“ zufolge azu geführt, daß eine Formerkommission gebildet werden soll die 8 dem Arbeiterausschuß zusammen die Forderungen der Direktion hern ent Maßregelungen sollen nicht stattfinden. Eine vorgestern abgehaltene Versammlung hat sich mit diesem Vorschlage einverstanden erklärt und man zweifelt nicht daran, daß die Direktion die Vorschläge annimmt. Die Berliner Brauereiarbeiter beschlossen, nach demselben Blatt, in eine Lohnbewegung einzutreten, als deren Grund⸗ lage sie folgende Forderungen aufstellten: 1) Mindestlohn von 36 (bisher 32) Mark für gelernte und ungelernte Arbeiter, 2) neun⸗ stündige Arbeitszeit am Tage, achtstündige bei Nacht, 3) Stundenlohn für Ueberstunden 80 Z, für Sonntagsarbeit 90 ₰, 4) vierzehntägige Kündigungsfrist, 5) Sommerurlaub bis zu einer Woche, 6) es- 8n 1. Mat und 7) Abschluß eines Tarifvertrages mit zweijähriger Dauer. Eine Versammlung von Inhabern der Glasereien Berlins und der Umgegend fand, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet 1n Mittwoch statt. Um den Kampf gegen die organisterten Ge⸗ b fen (vgl. Nr. 153 d. Bl.) es sind in 600 Betrieben etwa 550 organisierte Gehilfen ausgesperrt erfolgreich durchführen zu können, ist an alle Innungsvorstände Deutschlands ein Rundschreiben ergangen, in dem um Unterstützung im Kampf gebeten wird. Ebenso sind an alle Baubehörden, Bauämter usw. Eingaben ge⸗ richtet worden, in denen bei Verzögerung der Arbeiten um Nachsicht gebeten wird. Ferner ist eine Kommission er⸗ nannt worden, der die Vollmacht erteilt ist, die wirt⸗ schaftlich Schwachen im Kampfe zu unterstützen. Eine weitere Kom⸗ mission von 15 Arbeitgebern sowie 15 Ersatzleuten ist gewählt worden die alle Betriebe zu kontrollieren hat. ie erg der Ge⸗ hilfen; vom 1. August d. J. ab bis 1. August 1907 die 8 ⅞stündige Arbeitszeit und von diesem Zeitpunkt an die 8stündige, sowie die Löhne: vm * 8geenJ. Midestairrdeseüg. vom 1. August 8 nd vom 1. Augu 8 ie S verde 85 bienehäbe gust 1908 ab 85 die Stunde, werden Aus Forst in der Lausitz wird der „Frkf. Ztg.“ ie 886 derea in der vert Feifp 38 Ei egragchiert, 8 86 18 ind in allen Betrieben wieder aufgenommen. (Vergl.

egen nicht bewilligter Lohnerhöhung auf 0,60 für die S haben, wie der „Hann. Cour.“ meldet, die Böttcher fh 18 gestern morgen in allen Betrieben die Arbeit niedergelegt. 1b Auf den Strebelwerken, vormals Rudolf Otto Meyer in Mannheim sind, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, 600 Schlosser wegen Lohnstreitigkeiten in den Ausstand getreten.

In der Fabrik der Firma Ourlache in Nancy sind laut Telegramm der „Frkf. Ztg.“ die Arbeiter ausständig, da ihnen die verlangte 20 proz. Lohnerhöhung nicht bewilligt wurde.

In Zürich beschloß, wie dasselbe Blatt berichtet, eine von vier⸗ tausend Personen besuchte Maurerversammlung, nachdem die Verhandlungen mit den Meistern gescheitert waren, den Ausstand der gestern morgen begann. Der Verband der Möbel⸗ fabrikanten und Schreinermeister Zürichs und Umgebung beschloß, sämtliche Arbeiter am 21. Juli zu entlasse wei bei dreien seiner Mitglieder gestreikt wird.

Kunst und Wissenschaft. aar;

8 Die Große Berliner Kunstausstellung. 8 4 : e. n den Sälen 39, 40 und 41 hat, wie alljährlich, der Verband deutscher Illustratoren seine Werke eee Eerhand kleiner Sonderausstellungen bringen diesmal in das bunte Vielerlei eine wohltuende Abwechslung und zugleich größere Klarheit. Das meiste Interesse nimmt die Ausstellung von Märchenillustrationen im Saal 41 in Anspruch. Nachdem die „Kunst im Leben des Kindes“ Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit und öffentlicher Diskussionen geworden war, konnte es nicht ausbleiben, daß auch die Märchen⸗ illustration einer strengen Revision unterworfen wurde. Die Künstler wandten sich dem lange vernachlässigten Gebiet wieder zu, mit seelenloser Schablone wurde gebrochen, und sie bemühten sich, dem Kinde verständlich, dem innigen Märchenzauber Gestalt zu geben. Was auf diesem Wege erreicht worden ist, zeigt die erwähnte Ausstellung. Unleugbar haben die Illustrationen einen tieferen, künstlerischen Ge⸗ halt gewonnen. Vielleicht ist diese künstlerische Seite zu stark betont, mehr Gewicht auf die Kunst, als auf das Verständnis des Kindes Plegt Klare, deutliche v harmonische, kräftige Farben, hantasie und herzliche innere Anteilnahme werden gerade für solche Blätter immer Vorbedingung sein. An diesen Eigenschaften ehlt es leider oft. Die Farben sind mitunter so zart, gedämpft und ineinander schwimmend, daß die Deutlichkeit darunter leidet. Auch die Phantastik eines krausen Liniengewirrs wird für das Kinderauge unverständlich bleiben, ebenso wie die zu flächenhaft und dekorativ behandelten Blätter. Bedenklicher aber noch sind solch Arbeiten, in denen der Künstler einer überlegenen Ironie die Zügel schießen läßt und statt innig empfundener Gestalten verzerrte Kari katuren gibt, die das kindliche Empfinden beunruhigen und verwirren müssen. Wo sich künstlerische Auffassung mit dem Verständnis für das, was die Märchenillustration erfordert, verbindet, sind zum Teil

abzulehnen. Solche 873. b . Fee vnecsthlche elgbiancen träfen gar nicht die Ehre der

*) Vergl. Nr. 104, 111, 123, 131, 137 und 156 d. Bl.

Schulgesetzen ohne Rücksicht auf die verfassungsmäßig vorgeschriebene Auch die Ausführungen des Kultusministers im Herrenhause änderten