1907 / 4 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 05 Jan 1907 18:00:01 GMT) scan diff

den Gerichtsassessor Lessing in Halberstabt zum Ambf.. . ..

er in Bütow i. Pomm., den Gerichtsassessor Hirschberg in Breslau zum Amts⸗ richter in Kreuzburg O.⸗S.,

den Gerichtsassessor Nöller in Hameln zum Amtsrichter in Gummersbach,

den Amtsrichter Fuisting in Gnadenfeld zum Staats⸗ anwalt bei dem Landgericht II in Berlin,

den Kaiserlichen Amtsrichter Koeppel in Diedenhofen zum Staatsanwalt in Torgau,

den Gerichtsassessor Karl Fritzsch in Stade zum Staats⸗ anwalt in Lüneburg,

den Gerichtsassessor Herre in Magdeburg zum Staats⸗ anwalt in Bochum und

den Gerichtsassessor Dr. Wilde in Cöln zum Staats⸗ nwalt in Altona zu ernennen.

Seine Majestät der König haben Allergnaͤdigst geruht: dem Regierungssekretär Klamm in Posen aus Anlaß seines Uebertritts in den Ruhestand den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen. 8

1“

Zufolge der Allerhöchst genehmigten Vorschriften, welche den hier akkreditierten Botschaftern auswärtiger Mächte gegen⸗ über zu beobachten sind, haben sämtliche zum Allerhöchsten Sofe ehörigen oder daselbst vorgestellten Herren den otschaftern und deren Gemahlinnen, nachdem dieselben von Ihren Kaiserlichen und Königlichen Majestäten und von Ihren Königlichen Hoheiten den Prinzen und en Prinzessinnen des Königlichen Hauses empfangen worden sind, sowie sämtliche zum Allerhochsten Hofe gehörigen oder daselbst vorgestellten Damen den Botschafterinnen nach all⸗ gemeinem Herkommen den ersten Besuch, und zwar in erson⸗ zu machen. Diese Bestimmung tritt jetzt in betreff des Königlich spanischen Botschafters d dessen Ge⸗ mahlin in Kraft. 5 8 Berlin, den 3. Januar 1907. 8 Der Oberzeremonienmeister. Graf A. Eulenburg. 3

1“ 1u1u““ 1 Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten.

Der fi . Gymnasialoberlehrer Franz Müller aus

Mülheim a. d. Ruhr ist zum Kreisschulinspektor in Bernkastel ernannt worden.

Dem Dr. med. Hugo Apolant, Assistenten am Institut für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M. ist das Prädikat Professor beigelegt worden.

Der außerordentliche Professor Dr. Max Wentscher su Königsberg i. Pr. ist in gleicher Eigenschaft in die philo⸗ ophische Fakultät der Universität zu Bonn versetzt worden.

Finanzministerium. 1“

Der Münzeleve Koetter, bisher bei der Münze in Berlin, ist zum Vorsteher der Probieranstalt in Frankfurt a. M. ernannt worden.

Zustizministerium. as

Versetzt sind die Amtsrichter: Vetter in Gl Stettin, Keilhack in Zehden nach Kalkberge, Brüggemann in Seelow nach Oranienburg, Ru behn in an das Amtsgericht Berlin⸗Tempelhof, Dr. Martini in Posen als Landrichter an das Landgericht daselbst und Schöne in Unruhstadt nach Margonin.

Der Amtsrichter Werner in Polkwitz ist aus dem Justiz⸗ dienst geschieden.

Zum Handelsrichter bei dem Landgericht in Düsseldorf ist ernannt: der Fabrikbesitzer Lorenz Eck daselbst, wiederernannt: der Kaufmann Julius Eylert daselbst.

Zu stellvertretenden Handelsrichtern sind ernannt: der Kaufmann Josef von Endert in Neuß bei dem Landgericht in Düsseldorf, wiederernannt: der Fabrikbesitzer Heinrich Schmidt in Düsseldorf, der Kaufmann Heinrich Julius Schönberg in Danzig, der Kaufmann C. Volkmar Bartels in Magdeburg und der Generalagent Adolf Fenner in Posen bei den dortigen Landgerichten.

Dem Notar Goebel in Culmsee ist der Amtssitz in Kaukehmen angewiesen.

Der Rechtsanwalt Milpacher in Kosten ist zum Notar für den Bezirk des Oberlandesgerichts Posen, mit Anweisung eines Amtssitzes in Kosten, und

der Gerichtsassessor Hildt bei seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht in Wronke zum Notar für den Bezirk des Oberlandesgerichts zu Posen, mit An⸗ weisung seines 5 in Wronke, ernannt worden.

In der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: die Rechts⸗ anwälte Geheimer Justizrat Courth bei dem Landgericht in Düsseldorf, Viktor Neumann bei dem Landgericht in Breslau und Dr. Honecker bei dem Amtsgericht in Ottweiler.

In die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: die Rechtsanwälte Knobloch in Suhl bei dem Landgericht in Meiningen, Goebel aus Culmsee bei dem Amtsgericht in Kaukehmen, der frühere Rechtsanwalt Schüler bei dem Land⸗ gericht in Cöln, die Gerichtsassessoren Heilborn und Pelrec Werner bei dem Oberlandesgericht in Breslau,

r. Micknat bei dem Landgericht I in Berlin, Dr. Court

und Hilker bei dem Landgericht in Cöln, Dr. Schott⸗ länder bei dem Amtsgericht und dem Landgericht in Breslau und Buchholz bei dem Amtsgericht in Labischin. Der Landgerichtspräsident, Geheime Oberjustizrat Wex in Dortmund, der Landgerichtsdirektor Dorn in Frankfurt a. M. und der zum 1. April 1907 in den Ruhestand versetzte Amtsgerichtsrat Dr. Kuschel in Görlitz sind gestorben.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Die Regierungsbaumeister Fritz Fischer in Stettin, Berlin bei dem Bauamt Lübbecke im Geschäftsbereich der Kanalbaudirektion vnns und Kurt Ziegler in Berlin im Technischen Bureau der Wasserbauabteilung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten

inspekt en ernannt worden.

sind zu Wasserbau⸗

8

180908, un nnde,

8675 b;z G 8. Errlchtung einer evan gelischen Heilige 8828 eiste Kirchenge meinde zu Berlin.

Mit Genehmigung ves Herrn Ministers der geistlichen, Unter⸗ richts⸗ und Mediztnalängelegenheiten und des Evangelischen Ober⸗ kirchenvats sowie nach Axhörung der Beteiligten wird von den unter⸗ zeichneten Behörden hierdurch folgendes festgesetzt:

I. Die Evangelischen in demjenigen Gebiet von Berlin, welches um⸗ schrieben wird: a. im Westen: zurch die Ostgrenze der evangelischen Heilands⸗ gemeinde zu Berlin, b. im Norden: durch die Südseite des Bahnkörpers der Stadt⸗ und Ringbahn ton ihrem Schnittpunkte mit der zu a be⸗ eichneten Parochtalgrenze an bis zu ihrem Schnittpunkte mit der verlängerten Mittellinie der Rathenowerstraße, c. im Osten: von dem zuletzt genannten Schnittpunkte an durch ddie Mittellinie der Rathenowerstraße bis zum Schnittpunkte derselben mit der Mittellinie der Perlebergerstraße, von da ab durch die der Perlebergerstraße bis zum Schnitt⸗

punkte derselben mit der Mittellinie der Wilsnackerstraße, von [da ab durch d e Mittellinie der Wilsnackerstraße bis zum Schnittpunkte rselben mit einer hinter den an der Nordseite der Thurmsty n belegenen Grundstücken gezogenen Linie,

d. im Süden: Ihh die zuletzt genannte Linie von ihrem Schnitt⸗ punkte miti r Mittellinie der Wilsnackerstraße an bis zu ihrem Schzfttpunkte mit der zu a bezeichneten 11

werden aus der Gt. Johannis⸗ ewab Kirchengemeinde in Berlin Irrt und u einer selbst eilige Geist⸗Kirchengemeinde

1 II. ritte Pfarrstelle (zweites Diakonat) in der St. Johannis⸗ Kirchengemeinde geht mit ihrem derzeitigen Inhaber als farrstelle auf die Heilige Geist⸗Kirchengemeinde über. In einde wird außerdem noch eine Pfarrstelle (die erste) er⸗

ndigen

richtet.

III. Für die Heilige Geist⸗Kirchengemeinde gelten bis auf weiteres die gegenn Gebührenordnungen der St. Johannis⸗(Moabit⸗) Kirchen⸗ gemeinde.

b IV.

Die Heilige Geist⸗Kirchengemeinde hat so lange, bis sie in den Besitz eines gehrauchsfähigen Kirchhofes gelangt, jedoch längstens während eines Zeitraumes von 6 Jahren, vom Tage des Inkraft⸗ tretens ihrer Errichtungsurkunde ab, das Recht der ö der beiden an der Seestraße bei Plötzensee bezw. in der Rengfer eide bei Plötzensee belegenen Kirchhöfe der St. Johannis⸗ (Moa gemeinde dergestalt, daß

a. die Verwaltung dieser Kirchhöfe allein der Stammgemeinde ver vas auch alle Verwaltungs⸗ und Unterhaltungskosten allein zu tragen hat,

b. die Zweiggemeinde nur die Stolgebühren für Begräbnisse ihrer Mitglieder auf diesen Kirchhöfen sowie die Auslösungsgebühren im Falle der Beerdigung von Mitgliedern auf anderen Kirchhöfen be⸗ zieht, während alle übrigen Gebühren der Stammgemeinde zufließen.

V. Diese Urkunde tritt am 16. Januar 1907 in Kraft. Berlin, c;. bbe: 1906. Berlin, F 15. Dezember 1906.

(L. 8.) 88]

Königliches Konsistorium Der Königliche Polizei⸗

der Brandenburg. präsident. bteilung Berlin. 8 In Vertretung: Steinhausen. Friedheim.

Vorstehende ofkuünde bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntnis. Zugleich ordhmnen wir zwecks Ausführung der Parochial⸗ regilierung folgendes an?

1) Die interimistische Verwaltung der ersten Pfarrstelle über⸗ nimmt der Pfarrer Würkert von der St. Johannis⸗ (Moabit.) Kirche.

Der Inhaber der Britten Pfarrstelle (zweiten Diakonats) an der St. Johannis⸗ (Mobit⸗) Kirche Pastor Krause tritt mit dem 16. Ja⸗ nuar 1907 als zweiter Pfarrer zur Heilige Geist⸗Kirchengemeinde über.

Die genannten Geistlichen werden auch die Anmeldung der in dem neuen Parochialbezirke wahlberechtigten Gemeinde⸗ glieder zur Wählerliste während der durch Kanzelabkündigung noch zu bestimmenden Tagesstunden in der Sakristei der Heilige Geist⸗Kirche bezw. in ihren Wohnungen entgegennehmen.

9 Die Zahl der zu wählenden Kirchenältesten beträgt 12, sodaß nach § 28 Kirchengemeinde⸗ und Synodalordnung 36 Gemeindevertreter zu waͤhlen sind. .

3) Etwaige bei dem Pfarrverweser der ersten Pfarrstelle Pfarrer Würkert anzubringende Reklamationen gegen die Wähler⸗ liste und ebenso etwaige ebenfalls bei dem Verweser der ersten Pfarr⸗ stelle zu erhebende Einsprüche gegen die Wahl der Aeltesten und Gemeindevertreter sind von diesem dem Vorstande der Kreissynode Berlin⸗Stadt II gemäß §§ 36 und 40 Kirchengemeinde⸗ und Synodal⸗ ordnung zur Entscheidung vorzulegen, da es zur Füt an einem Gemeindekirchenrat der Heilige Geist⸗Kirchengemeinde fehlt.

4) Die ersten Erneuerungswahlen der kirchlichen Gemeinde⸗ körperschaften der Heilige Geist⸗Kirchengemeinde haben im Herbst 1909 stattzufinden. Die mit dem Ablauf des Jahres 1909 ausscheidende Hälfte der gewählten Aeltesten und Gemeindevertreter ist gemäß § 43 bses 3 Kirch.⸗Gem.⸗ und Synd.⸗Ordng. rechtzeitig durch Auslosung zu bestimmen.

5) Die der St. Johannis⸗ (Moabit⸗) Kirchengemeinde aus der auf dem Blatte des im Grundbuche des Königlichen Amtsgerichts Berlin⸗Mitte von den Umgebungen Berlins im Kreise Nieder⸗ barnim Band 118 Blatt Nr. 4525 verzeichneten, hierselbst Birkenstraße 60/61, Ecke Perlebergerstraße, belegenen Grund⸗ stücks in Abteilung II Nr. 1 am 14. September 1900 zu ihren Gunsten erfolgten Eintragung zustehenden Rechte und Ansprüche, insbesondere auch das Recht auf den ungestörten und unentgeltlichen Besitz, Gebrauch und Genuß der auf dem vorbezeichneten Grundstück errichteten Heilige Geist⸗Kirche sind der Heilige Geist⸗Kirchengemeinde zu übereignen, sodaß diese mit ihrer Errichtung bezüglich aller dieser Rechte und Ansprüche an die Stelle der St. Johannis⸗ (Moabit⸗) egehge tritt, und demgemäß die vorerwähnte Eintragung im Grundbuche auf sie umzuschreiben ist. Weitere Ausstattungen erhält die Zweiggemeinde von ihrer Stammgemeinde nicht.

Die förmliche Uebergabe der Heilige Geist⸗Kirche nebst Inventar hat jedoch erst nach Bildung des Gemeindelirchenrats der Heilige Geist⸗Kirchengemeinde zu erfolgen, auch ist es wünschenswert, daß sich der Gemeindekirchenrat der St. Johannis⸗ (Moabit⸗) Kirchengemeinde im Einvernehmen mit den beiden Pfarrstellenverwesern der Armen⸗ und Krankenpflege in der Heilige Geist⸗Gemeinde bis Einführung ihrer eigenen Aeltesten in ihr Amt annimmt. 4

Berlin, den 31. Dezember g

(L. S.) Königliches Konsistorium der Provinz Brandenburg. Abteilung Berlin. Steinhausen.

ersonalveränderungen.

Königlich Bayerische Armee.

München, 31. Dezember. Im Namen Seiner Majestät des Königs. Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben Sich mit Allerhöchster Entschließung vom 23. d. M. bewogen gefunden, Allergnädigst zu verleihen: den Charakter als Hauptm.: dem Oberlt. a. D. Frhrn. v. Laßberg, den

Charakter als Gen. Arzt: dem Gen. Oberarzt, Prof. Dr. Riedinger

it-) Kirchen⸗

à la suite des Sanitätskorps, den Rang der Klasse I der Beam ten der Militärverwaltung: dem Wirklichen Geheimen Kriegsrat Ritter v. Schropp, Sektionsvorstand im Kriegsministerium, den Titel und Rang eines Geheimen Baurats: den Intendantur⸗ Wund Bauräten Kargus bei der Intend. III. Armee⸗ korps und Haubenschmied bei der Intend. der militärisch Institute, den Titel und Rang eines Baurats: den Millitärbau⸗ inspektoren Müller bei der Intend. II. Armeekorps, Kurz bei der Intend. III. Armeekorps und Roth, Vorstand des Militärbauamtz Nürnberg, den Rang der Klasse IV der Beamten der Militärver⸗ waltung: dem Korpsstabsapotheker Hessel beim Sanilätsamt I. Armeekorps, den Titel eines Rechnungsrats: den Geheimen erpedierenden Sekretären Strauß, Ulsamer, Landendinger im Kriegsministerium, den Intend. Sekretären Grimm bei der Intend. I. Armeekorps, Schauer bei der Intend. II. Armeekorps Eund Werkmeister bei der Intend. der militärischen In⸗ stitute, dem Festungsoberbauwart Frank bei der Fortifikation Ingolstadt, dem Rendanten Mgar der Korpszahlungsstelle II. Armee⸗ korps, dem Proviantamtsdirektor Heilmann des Proviantamtz Nürnberg, den Proviantmeistern Schmitt des Proviantamts Würz⸗ burg und Elsäßer des Proviantamts Bayreuth, dem Garn. Verwalt. Direktor Otzmann der Garn. Verwalt. Landau, den Garn. Verwalt. Oberinspektoren Blömer bei der Garn. Verwalt. Mürchen und Scheurer bei der Garn. Verwalt. Neu⸗Ulm, den Lazarettober⸗ inspektoren Ruppert beim Garn. Lazarett München und Götz beim Far Lazarett Würzburg, dem Garn. Verwalt. Oberinsp. a. D. ofbauer.

XIII. (Königlich Württembergisches) Armeekorps.

Offiziere, Fähnriche usw. Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. 24. Dezember. Wolff, Oberlt. im Drag. Regt. Königin Olga Nr. 25, unter Verleihung des Charakters als Rittm. und mit der Erlaubnis zum Tragen der Regts. Uniform der Abschied bewilligt.

Beamte der Militärverwaltung.

20. Dezember. Taute, Oberzahlmstr. im Gren. Regt.

Königin Olga Nr. 119, seinem Ansuchen entsprechend mit der gesetz⸗ lichen Pension in den Ruhestand versetzt unter Verleihung des Charakters als Rechnungsrat. 27. Dezember. Bley, Unterveterinär im 4. Feldart. Regt. Nr. 65, zum Oberveterinär in diesem Regt, Blümmert (Ravens⸗ burg), Dr. Müller (Stuttgart), Landenberger (Rottweil), Fauß (Hall), Fes er (Rottweil), Schöttle (Hall), Unterveterinäre der Res., zu Oberveterinären, ernannt.

29. Dezember. Germann, Dr. Stahl (Stuttgart Dr. Schiedt (Leonberg), Dr. Mauz (Eßlingen), Lander (Biberach Unterapotheker der Res., zu Oberapothekern ernannt.

Hessen. ö16““

Darmstadt, 1. Januar. Frhr. v. Normann, Oberstlt. und

Kommandeur des Großherzogl. Gend. Korps, zum Obersten,

Schmidt, Major und Kommandeur des Gend. Distrikts Oberhessen, zum Oberstlt., befördert.

ARichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 5. Januar.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute im hiesigen Königlichen Schlosse die Vorträge des Staats⸗ sekretärs des Reichsmarineamts, Admirals von Tirpitz und des Chefs des Marinekabinetts, Konteradmirals von Müller.

8 8

Der Königlich spanische Botschafter Polo de Bernabé und dessen Gemahlin werden, wie aus der heute veröffentlichen Hofansage hervorgeht, nunmehr die zum Allerhöchsten Hofe gehörigen oder daselbst vorgestellten Herren und Damen empfangen. Dieser Empfang wird am Dienstag, den 8. d. M., Abends von 9 Uhr ab stattfinden. Der Anzug ist für die Damen in ausgeschnittenen Kleidern, für die Herren vom Militär in kleiner Uniform (Gesellschaftsanzug), für die Herren vom Zivil in Frack mit Ordensband über der Weste.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Luchs“ am 2. Januar in Canton eingetroffen.

S. M. Flußkbt. „Vorwarts“ ist gestern von Hankau nach Itschang abgegangen.

Der Rekrutentransport für die Marinefeld⸗ batterie des 3. Seebataillons in Tsingtau an Bord des Reichspostdampfers „Prinz 153 ist vorgestern in Hongkong eingetroffen und hat gestern die Reise fortgesetzt.

Oesterreich⸗Ungarn.

Die österreichische Delegation setzte gestern die Beratung des Heeresbudgets fort. Im Laufe der Debatte erklärte, „W. T. B.“ zufolge, der Reichs⸗

kriegsminister Schönaich gegenüber den vorgestrigen Behauptungen

Steins: es sei ganz ausgeschlossen, daß der Erzherzog Franz Ferdinand in irgendwelcher ungesetzmäßigen Form über einen einzigen Mann des Präsenzstandes verfügen könne; im Vorjahr seien allerdings dem Erzherzog auf seiner Besitzung Konopischt Pioniere beigestellt worden; es hätte sich aber um eine Wasser⸗ katastrophe gehandelt, in welchem Falle jeder Gemeinde die notwendige militärische Hilfe geleistet werde. Fast sämtliche Redner sprachen sich auf das entschiedenste gegen die Ungarn auf allen Gebieten des Heer⸗ wesens fortaiseßt gewährten Konzessionen aus. Die Delegierten Steiner und Kozlowski protestierten gegen die die religiösen Ge⸗ fühle verletzenden Aeußerungen Steins über den katholischen Katechis⸗ mus. Kozlowski stellte hinsichtlich der von Stein zwischen den Ruthenen in Galizien und den Polen in Posen gezogenen Parallele fest, daß in Galizien eine genügende Anzahl ruthenischer Schulen aller Art bestehe, während es in Preußisch⸗Polen keine einzige Volks⸗ oder höhere Schule mit polnischer Unterrichtssprache gäbe. Die Polen in Preußisch⸗Polen wären glücklich, wenn sie die gleichen Rechte hätten wie die Ruthenen in Galizien.

Die nächste Sitzung wurde auf heute anberaumt. 9

Italien. 8

Der „Osservatore Romano“ veröffentlicht folgende Note:

Wie es heißt, will die französische Regierung einen Teil der in dem Gebäude der Nuntiatur in Paris am 11. Dezember v. J. be⸗ schlagnahmten Schriftstücke, und zwar in betreff bestimmter Persön⸗ lichkeiten, veröffentlichen. Der Heilige Stuhl erklärt hierzu, daß er schon jetzt jede Verantwortlichkeit für diese Veröffentlichung ablehnt und es densenigen Persönlichkeiten, die sich dadurch verletzt fühlen sollten, überläßt, geeignete Schritte zur Wahrung ihrer Rechte zu tun.

Der „Osservatore Romano“ weist darauf hin, daß bei der Beschlagnahme keine Inventarisation der beschlagnahmten Schriftstücke stattgefunden hat.

8

also für einen Arbeiter zu teuer.

v1111“1““ 8

inister des Innern hat, na iner Meldung des

r Ueen . 8 sich die Gendarmerie künftig bei

der Unterdrückung von Ruhestörungen innerhalb der Städte

eines Gewehres von geringer Tragweite bedienen soll. Auf

Befehl des Krie sministers werden sich die Offiziere, die bei

der marokkanischen Polizeiorganisation Verwendung finden

sollen, am 7. Januar in kadrid einfinden, um sich zur Ver⸗ fügung des Generalstabs der Armee zu stellen.

Schweiz.

er Bundesrat beschäftigte sich gestern mit der Note

der Aeüschen Regierung, betreffend die Beschlüsse der Kon⸗ ferenz von Algeciras. Die Frage, betreffend den Vor⸗ schlag einer Persönlichkeit als marolkanischen Generalpolizei⸗ inspektor, der dem Sultan unterbreitet werden muß, wurde, W. T. B.“ zufolge, dem politischen Deßartement überwiesen, bas dem Bundesrat Vorschläge zu unterbreiten hat. Die rage der dem Bundesgericht zu erteilenden Mission wurde 8. Justiz⸗ und Polizeidepartement zu Bericht und zur An⸗ tragstellung überwiesen. Die Beschlußfassung soll voraus⸗ sichtlich er in einiger Zeit erfolgen. Inzwischen darf man wie die „Schweizerische Depeschenagentur“ bemerkt, die namentlich in der auswärtigen verbreiteten Meldungen als zum

mindesten verfrüht betrachten. 8

1 Serbien.

MNach Meldungen des „W. T. B.“ hat der Justizminister

Dr. Wesnitsch seine Entlassung Fasszechteiahn vom

König angenommen worden ist. Das Ju tizministerium über⸗

nimmt der Deputierte Marko Trifkowitsch. Der Minister

der öffentlichen Arbeiten S tankowits ch wird durch Novan

Yovanowitsch ersetzt. 8 8 8 Asien.

Der „Frankfurter Zeitung“ geht aus Tientsin eine Meldung 1.. nach der China, anschließend an die Rückkehr der nach der Mandschurei entsandten Kommissare, nach Peking eine Mandschureikonferenz einberufen wolle. Deutsch⸗ land, Amerika, England, Rußland und Frankreich sollen handelspolitische Vertreter entsenden, ebenso das Zollamt einen Sachverständigen. Ein zwischen Japan und China abge⸗ schlossener Sondervertrag soll der Konferenz vorgelegt werden. Mit Rußland ist eine besondere Grenzkonferenz vor⸗ gesehen. v““ 8 Afrika. 8

Nach Meldungen des „W. T. B.“ wartet der Kriegs⸗ minister Gebbas etwa 12 km südlich von Tanger auf die von El⸗Ksar kommende zweite Mahallah, die von Muleis⸗el⸗ Anai befehligt wird, um sich mit ihr zu vereinigen und so Raisuli jeden Rückzug abzuschneiden, wenn dieser versuchen sollte, sich suͤdlich ins Gebirge zum Marabut von Abd⸗el⸗Salem beim Stamme der Beni⸗Msuar durch⸗ zuschlagen. Die Stellung von Zinat würde demnach zwischen die beiden Mahallahs gebracht werden. Nach Westen gegen Arzila, das von einem Teil der ersten Mahalla bewacht wird, dürfte Raisuli ebenfalls nicht durchbrechen können und ebensowenig nach Osten zum Rif, wo seine Feinde hausen. Gestern abend meldete der Semaphor vom Cap Spartel, daß in der Richtung auf Zinat Duars brennen und Gewehrschüsse gehört werden.

gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 29. Dezember

Nr. 77 des „Eisenbahn⸗Verordnungsblattes“, heraus⸗

s. J, hat folgenden Inhalt: Allerhöchster Erlaß vom 24. November 1906, betr. die Aenderung des bisherigen Titels der Gesetzsammlung. Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 24. Dezember 1906, betr. Statistik der Güterbewegung. Nachrichten.

Statistik und Volkswirtschaft.

Hopfenanbau und ⸗ernte in Deutschland 190 8.

Das IV. „Vierteljahrsbeft zur Statistik des Deutschen Reichs“ enthält auch eine ausführliche Darstellung des Hopfenanbaues und eine Sn der Hopfenernte im Jahre 1906.

Die Erhebung in den 1361 „Hopfengemeinden“, d. h. Ge⸗ meinden, in denen die Hopfenanbaufläche mindestens 5 ha beträgt, ergab in den Fluren dieser Gemeinden eine Anbaufläche von 36 459,5 ha, von der im laufenden Jahre 1070,0 ha, im Jahre vor⸗ her 2342,9 ha neu angelegt waren; die älteren Felder, die allein als ausschlaggebend für die Ernte in Betracht kommen, hatten eine Aus⸗ dehnung von 33 046,6 ha. Die Gesamternte in den Hopfengemeinden wurde auf 198 257 dz, durchschnittlich auf 5,4 gegen 7,4 dz im Vor⸗ jahre, veranschlagt. 4 1

uf Grund der für die „Hopfengemeinden’ unter Mitwirkung von Hopfenbausachverständigen festgestellten Sachlage ist dann weiter für dasjenige Areal, welches sich in Gemeinden mit weniger als 5 ha Hopfenfläche befindet und über dessen Ernteaussichten kein direkter Bericht vorliegt, die zu erwartende Ernte erschätzt worden. Diese Ergänzungsschätzung war nur für 2401 ha oder 6,2 v. 8 der Gesämtfläche erforderlich. Das Endergebnis ist, daß für die Gesamtfläche von 38861 ha im September d. J. eine Ernte von 210 393 dz erwartet wurde, von der entfallen:

auf im Jahre 1906 gegen 1905 Jungfernhopfen 436d z = 0,2 v. H. 1972d z = 0,7 v. H

1905er Felder 11975 „= 5,7 14349 „= 4,9

gsehr gut 43289 = 20,6 „93395 „= 3 gut 103452 „= 49,2 155273 ⸗„ mittel 35061 „= 16,7 26741⸗„ unt. mittel 10023 „= 4,7 344 gering 6157 „= 2,9 495

(190 4¹eer Feld)

n

der älteren Felder mit der Note

; 88808S

Ueber die Zahl der jährlich aus Rußland nach Deutschland kommenden Wanderarbeiter

teilt der Privatdozent Bilimowitsch⸗Kiew im Dezemberheft der „Zeit⸗ schrift vi wa denentee⸗ des Organs des Deutschen Landwirtschaftrats, einige Angaben der amtlichen russischen Statistik mit. In der von der Statistischen Abteilung des Departements für Zolleinnahmen herausgegebenen „Uebersicht des russischen Außenhandels“ unterrichtet eine Tabelle über die Bewegung der Menschen aus Rußland nach dem Ausland und in umgekehrter Richtung. Die Aus⸗ und Einwanderer sind daselbst in zwei Gruppen geteilt: 1) die mit Pässen und 2) die mit Legitimationskarten Reisenden. Aber weder zur ersten noch zur zweiten Gruppe gehören diejenigen, die nach Deutschland als landwirtschaftliche Arbeiter gehen. Der Paß kostet ungefähr 20 Rubel, d. h. 43 ℳ; er

Die Legitimationskarten aber sind nur sehr kurze Zeit, 2 Wochen, gültig und dienen lediglich für kurzzeitige Ueberfahrten den Einwohnern der Grenzgebiete. Die nach Deutschland gehenden landwirtschaftlichen Arbeiter erhalten daher spezielle, billige „Plakatpässe“ mit achtmonatiger Gültigkeit. Aus der

Zahl dieser Pässe kann man auf die Zahl der nach Teutschland sich degebenden landwirtschaftlichen Arbeiter schließen, über die für die Jahre 1901 und 1902 die amtliche russische Statistik anmerkungs⸗ weise besondere Auskunft gibt. Danach waren die Zahlen der nach ““ und der nach Rußland zurückgekehrten Arbeiter folgende: 4 Arbeiter Zurückgekehrte Arbeiter änner Frauen zusammen

Männer Frauen zusamme 143 040 84 974 228 014 19 413 83 350 212 763 168 104 115 432 283 536 67 454 118 691 286 145.

Aus den Zahlen für zwei Jahre kann man keine Schlüsse ziehen, obgleich das Jahr 1902 einen großen Zuwachs der Arbeiterauswande⸗ rung zeigt. Man sieht nur, daß die absolute Zahl der landwirtschaft⸗ lichen Arbeiter, die aus Rußland (Polen) nach Deutschland gehen, ungefähr 250 000 beträgt. Von der Gesamtzahl sind rund 150 000 oder 60 % Männer und rund 100 000 oder 40 % Frauen.

Die Tatsache, daß die Zahl der Ausgewanderten und die der

1901 1902

Zurückgekehrten nicht ganz übereinstimmen, zeigt, daß nicht alle Arbeiter

in demselben Jahre zurückkehren.

E 111“

Zur Arbeiterbewegung.

Eine Versammlung der Berliner Automobiidroschken⸗ besitzer und Sehr,hs e tagte Donnerstag auf Einladung des „Vereins der Kraftdroschkenbesitzer“, um über die weiteren Schritte in der gegenwärtigen Lohnbewegung der Fahrer (vgl. Nr. 2 d. Bl.) zu beraten. Ursprünglich war von den Unternehmern an⸗ gedroht worden, daß am heutigen Sonnabend alle Fahrer aus⸗ gesperrt werden, die bis dahin nicht die neue Lohnordnung mit dem herabgesetzten Verdienst anerkannt haben. Dieser Beschluß wurde in Berücksichtigung der Lage des Kampfes umgestoßen und als letzter Termin für die Anerkennung der 10. Januar, 12 Uhr Mittags, fest⸗ gesetzt. Die Mitglieder des Vereins der Kraftdroschkenführer ver⸗ pflichteten sich, alle Fahrer, die bis zu diesem Termin die Lohn⸗ ordnung nicht anerkannt haben, zu entlassen und vor dem 1. Juli nicht wieder einzustellen. Infolge des Tauwetters haben die Eisarbeiter der Norddeutschen Eiswerke den Aus⸗ stand beendet und sind zur Arbeit zurückgekehrt (vgl. Nr. 3 d. Bl.). Sie fürchteten, daß durch den Witterungsumschlag der Zuzug von auswärtigen Arbeitern sich verstärken und ihnen die gebotene Arbeits⸗ gelegenheit genommen werden könnte. Sie arbeiten jetzt zu dem ursprünglichen Stundenlohn von 35 weiter.

Aus Pilsen wird der „Post“ gemeldet, daß wegen Entlassung einiger sozialistischer Arbeiterführer im dortigen Kohlenrevier ein Streik der Bergarbeiter ausgebrochen ist, der ziemlich große Aus⸗ dehnung anzunehmen droht.

Der allgemeine Ausstand der bulgarischen Eisenbahn⸗ angestellten dauert an. Bisher gelang es, wie „W. T. B.“ meldet, nur, den Personenverkehr herzustellen; der Güterverkehr stockt voll⸗ kommen. Der Schaden, den die Handelskreise erleiden, ist erheblich. Es heißt, daß den Ausständigen xx von ausländischen Arbeiterverbänden zugekommen seien. (Vgl. Nr. 3 d. Bl.)

Kunst und Wissenschaft.

Bei Eduard Schulte wird die russische Ausstellung in den nächsten Tagen geschlossen.

Der bedeutende sferen Altertumsforscher Professor Otto Benndorf ist, wie die Blätter melden, am 2. Januar zu Wien verstorben. Er war am 13. September 1838 in Greiz geboren, studierte 1857 59 zu Erlangen, dann bis 1862 zu Bonn unter Ritschl, Jahn und Welcker, war 1864—68 auf archäologischen Reisen in Italien und Griechenland, 1868— 69 Dozent für Archäologie und Philologie in Göttingen, 1869—71 ordentlicher Professor der Archäologie in Zürich, 1871 72 Honorarprofessor in München, eit Ostern 1872 ordentlicher Professor der Archäologie in Prag und olgte 1877 einem Ruf an die Üniversität nach Wien, wo er Nachfolger des nach Berlin berufenen Conze wurde. Im Jahre 1875 beteiligte er sich mit dem letztgenannten und Hauser an der zweiten archäologischen Expedition nach Samothrake; 1881 unternahm er auf Staatskosten eine Ferschang s; im südwestlichen Kleinasien und wiederholte sie 1883 mit glücklichstem Erfolg, indem es ihm gelang, das Grabmal von Gjölbaschi für die Wiener Sammlungen zu ge⸗ winnen. Größeres leistete er jedoch, als ihm der ehemalige Unterrichtsminister von Gautsch von Staatswegen die Mittel zur Verfügung stellte, die heute noch nicht vollendeten Ausgrabungen zu Ephesus einzuleiten, deren bisherige Ausbeute zu Wien im sogenannten Theseion und im unteren Belvedere aufgestapelt ist. Ihre Bearbeitung hat er leider nicht mehr vollenden können. Im Jahre 1898 war Benndorf von der Wiener Universität geschieden, um Direktor des österreichischen Archäologischen Instituts, seiner eigensten Schöpfung, zu werden. Zahlreich sind seine wissenschaftlichen Schriften und Abhandlungen.

Bauwesen.

Im Laufe des Jahres 1906 wurden am Ulmer Münster, der „Kunstchronik“ zufolge, folgende Arbeiten ausgeführt: Am Aeußeren fanden Steinauswechselungen auf der Westseite des Turmvierecks statt, im Inneren ist die Herstellung der Bessererkapelle, die Aufstellung neuer Statuen und die Eigeßunc von zwei gemalten n aus⸗ geführt worden. In der Bessererkapelle ist an der Ecke der Süd⸗ wand eine alte Freuntgungegruxpe bloßgelegt worden, in die das seither auf dem Altar gestandene Kruzifix genau paßt. An Statuen wurden im Schiff des Münsters aufgestellt: Bernhard Besserer, Herzog Christoph von Württemberg, Hans von Schad, Paul Gerhard und Sebastian Bach. Im Modell sind von Hofbildhauer Federlin noch fertiggestellt worden ein Standbild des Kinderfreundes August Hermann Franke und jenes von Kaiser Konrad III., dem Wiedererbauer Ulms nach der Zerstörung durch Heinrich von Bayern im Jahre 1134. Von den Fenstern wurde eines, das sogenannte Patriarchenfenster, von Kommerzienrat Schwenk und Frau und das Marienfenster von Kom⸗ merzienrat Bürglen und Frau gestiftet. Das Preisgericht zur Begut⸗ achtung der Konkurrenzpläne behufs Neugestaltung des Münsterplatzes hat die Pläne für teilweise Wiederbebauung des Platzes in erster Linie empfohlen, während die Bürgerschaft davon nichts wil.

Land⸗ und Forstwirtschaft.

Saatenstand und Getreidehandel in Südrußland.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Odessa berichtet unterm 25. De⸗ zember v. 84 9 Berichte, die über den Stand der Wintersaaten aus den E“ Gebieten Südrußlands einlaufen, lauten über⸗ einstimmend lobend.

n Was die Lage auf dem Getreidemarkt in Odessa anlangt, o ist der Berichtsmonat verflossen, ohne daß diese eine wesentliche enderung erfahren haͤtte. Anfangs schien es, als ob sich der Aus⸗

fuhrhandel in Weizen endlich beleben wollte, doch war die etwas

regere Nachfrage aus westeuropäischen w-e. nur von ganz kurzer Dauer. Man wandte sich gleich wieder Argentinien und andern Erzeugungsländern zu, die bessere Sorten zu billigeren Preisen anzubieten in der Lage waren. Die Umsätze blieben infolgedessen wie bisher beschränkt, und die Bestände sind hier weiter stark angewachsen. In Roagen trat die Regierung neuerdings auf allen Eisenbahnstationen als Käuferin für die not⸗ leidenden Provinzen auf. Auch das Ausland hat Bedarf gezeigt. So jogen die Preise erheblich an. Die Festigkeit der Gerstenpreise hat sich weiter behauptet, während die Zufuhren nachgelassen haben und das Ausland, namentlich Deutschland, für spätere Lieferung fortdauernd Käufer bleibt. Die Zufuhren an Mais bleiben noch immer hinter den gehegten Erwartungen zurück und finden glatten Absatz zu etwas höheren Preisen als anfaͤnglich. Auch die Beschaffenheit der Ware, die in der ersten Zeit vielfach zu wünschen

ließ, ist jetzt besser geworden. Hafer ist bei unbedeutenden Beständen anhaltend gefragt. Die Fefssgren an Leinsamen, Raps und Rübsen genügen kaum für den inländischen Verbrauch. Auch in Hederich sind sie geringfügig. Die gegenwärtigen Marktpreise sind PLoäo11X*“*“ IS6 80 96 Roggen 74 80 bpp¾ das Pud 1.Xp““ (16,38 kg) öI .666“ frei an Bord. Raps und Rübsen. 1,80 Rbl. Leinsaat I1ö6 1,60 4 Hederich F1 g Vorräte in Odessa beliefen sich am 14. Dezember 8

d. J. in: Weizen.. . ..1I1I“ und zwar: Osima. 1 097 460 dz 8 Ulka . 475 020 w— .13 104

Sandomirka. 4 914 95 120

8

11166* verschiedene Arten—⸗ öAX*“ oAX“X“ Mütc Rübs „Hꝛederich 111““ 24 027 aps, Rübsen, Heder A6“ 11X44X“ 4 914 Das Geschäft in Oelkuchen war ohne Leben. Erst in den letzten Tagen waren Anzeichen einer langsamen Besserung der Lage wahrnehmbar. Man bezahlte für: Kokoskuchen (gesackt)) . .88 Kop. A4AXX“ hb14*“”“ Ravisonkuchen (lose) 74 Ravisonbauernkuchen (lose)) 74 Die Frachten konnten sich in den letzten zehn Tagen infolge des unter einem Teil der Hafenarbeiter ausgebrochenen Streiks, der die Dampfer von Odessa fernhielt, behaupten. Man notiert folgende

Raten: London, Hull, Rotterdam . .8 Schilling. Weser .1 . mburg, Antwerpben . 8 ittelmeer. II

Verkehrsanstalten.

Laut Telegramm aus Rosenheim ist die Briefpost aus Italien und Griechenland zum Zuge 21 (infolge von Anschluß⸗ versäumnis in Ala) nicht eingetroffen.

429 857 188 580 6 678

das Pud frei an Bord.

Die Dampfschiffsfahrten zwischen Hoyerschleuse und der Insel Sylt sowie zwischen Husum und Wittdün auf Amrum sind laut amtlicher Meldung wieder aufgenommen.

Bromberg, 4. Januar. (W. T. B.) Die Königliche Eisenbahndirektion macht bekannt: Infolge nee⸗ verwehungen auf der Strecke Iagsorehas rsegtiee haben die Weichselbahnen die Uebernahme von Gütern mit Aus⸗ nahme von Eilsendungen, leichtverderblichen Gütern, lebenden Tieren und Regiekohlen nach Stationen über diese Strecke hinaus „bis auf weiteres eingestellt. Die lehnen die Uebernahme von Gütern ab, ausgenommen Eilsendungen, leicht verderbliche Güter und lebende Tiere, die über Kowel oder Brest nach Stationen der Südwestbahnen und darüber hinaus zu befördern sind. Infolge Schneeverwehung auf der Strecke Brest Brjansk haben die Poljesschen Bahnen den Gesamtverkehr nach Stationen über diese Strecke hinaus bis auf weiteres eingestellt. Sendungen, die hiernach über die gesperrten I nicht befördert werden, sind bis auf weiteres nicht an⸗ zunehmen.

Theater und Musik.

Deutsches Theater.

Das Deutsche Theater veranstaltete gestern einen überaus reiz⸗ vollen Goethe⸗Abend. Es wurde zwar nur Goethesche Kleinkunst geboten, aber in einer Form, die der Bühne in der Schumannstraße alle Ehre machte. Den Abend eröffnete das stimmungsvolle Genre⸗ bildchen „Die Geschwister“, das man seit Jahren, wohl seit dem Tode von Hedwig Niemann⸗Raabe, der idealen Marianne, im Spiel⸗ lan hiesiger Schauspielbühnen schmerzlich vermißte. Das Deutsche heater ist in der glücklichen Lage, in Fräulein Höflich eine Schauspielerin zu besitzen, die über jene kindliche Natürlichkeit in Ton und Wesen berfägt ohne welche die Darstellung der Marianne schlechthin undenkbar ist. Wie Sonnenschein erhellte sie gestern das dämmerige, altväterische Gemach, in dem sich der Vorgang unter den drei Personen so schlicht und doch so eindrucksvoll ahspielt. Ihre Partner waren Eduard von Winterstein (Wilhelm) und Ludwig Hartau (Fabrice), deren Leistungen ebenfalls volle Anerkennnung ver⸗ dienten. Als zweite Gabe erschienen, in neuer Einstudierung, „Die Mitschuldigen“, in denen Viktor Arnold die Rolle des früher von Engels gespielten neugierigen Wirts übernommen hatte. Er gab ihn auf seine Weise beweglicher und etwas mehr unterstrichen als sein Vorgänger, aber nicht minder wirksam als jener. Fräul Höflich (Sophie), die Herren Biensfeldt (Söller) und von Winterstein (Alcest) vervollständigten, wie bei früheren Aufführungen des Lust⸗ spiels, das humorvolle und fein abgestimmte Zusammenspiel. Die unausfdringliche, aber in allen, auch den kleinsten Einzelheiten, stilechte Ausstattung beider Stücke unterstützte wesentlich ihre Wirkun Im Königlichen Opernhause geht morgen, Sonntag. „Der Roland von Berlin“ von R. Leoncavallo in Szene, in den trollen durch die Herren Jörn, Hoffmann, Knüpfer, Berger s Fräulein bs. besedtcnn Mentag ü-n —6 wiederholt. rau Knüpfer. ngt die Martha, Frau Ferbe e Magdalene, 8 Kraus den Matthias, Herr Berger den Johannes, Mödlinger den Justitiär, Herr Knüpfer den Lieban den Zitterbart. 8 1 Im Königlichen Schauspielhäuse wird morgen „Das Glashaus“ von Oskar Blumenthal wiederholt. Am Montag geht Shakespeares „Hamlet“, mit den Herren Matkowsby, Pohl, Vollmer, Ssaegemann, Geisendörfer und den Damen Wachner und Meter in den Haurigsle in Szene.

m Neuen Koͤniglichen Operntheater wird morgen Schillers „Kabale und Liebe“ aufgeführt. Die Bese laudet: Praͤsident: Herr Molenar; Ferdinand: Herr St un; von Kalb: ber Vollmer; Lady Milford: Herr Zeisler; Miller: Herr Kraußneck; Luise: Fräulein 8

Im Deutschen Theater werden morgen sowie am Freitag und Sonnabend Goethes „Geschwister“ und „Die Mits 1 Siederpolt Montog, Dienstag. Donnerstag und nsen Seeeg Shakespeares „Wintermärchen in Szene. In den Kamm wird am kommenden Montag Gerhart Hauptmanns „Fr ersten b am ES Sonntag wiederholt. Morgen gehen

wird Wedekinds Kim

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„Frühlings Erwachen“ aufgeführt.

Das Lessingtheater hat für nächste plan aufgestellt: Morgen abend sowie am Do . und abend: „Der heimliche Köntg“ Montag; Weder“; (neu einftudiert) Freizag und vächstfolgenden .Bems

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Südwestbahnen