Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Bekanntmachung.
Bei der heute öffentlich in Gegenwart eines Notars be⸗ wirkten Verlosung der Prioritätsobligationen
III. Serie,
III. Serie Lit. B und
III. Serie Lit. C 1. und 2. Emission . der Bergisch⸗Märkischen Eisenbahngesellschaft sin die in der Beilage verzeichneten Nummern gezogen worden.
Dieselben werden den Besitzern zum 1. Januar 1908 mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgelosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge
vom 2. Januar 1908 ab egen Quittung und Rückgabe der Obligationen bei der taatsschuldentilgungskasse in Berlin W. 8, Taubenstraße Nr. 29, zu erheben. Dabei sind “ a. mit den Obligationen III. Serie die Zinsscheine Reihe VI Nr. 3 bis 20, 8 mit den Obligationen III. Serie Lit. B die Zins⸗ scheine Reihe V Nr. 12 bis 20, mit den Obligationen III. Serie Lit. C 1. und 2. Emission die Zinsscheine Reihe IV Nr. 15 — 20 nebst Erneuerungsscheinen für die nächsten Reihen unentgeltlich mitabzuliefern. ie Zahlung erfolgt täglich von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags mit Ausschluß der Sonn⸗ und Festtage und der beiden letzten Geschäftstage deten Monats.
Die Einlöß g geschieht 87 ei den Regierungshaupt⸗ kassen und in Flankfurt a. M. bei der Kreiskasse; die Effekten können einer dieser Kassen schon vom 2. 1907 ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschu dentilgungskasse ur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 2. Januar 1908 ab bewirkt.
Der Betrag der etwa fehlenden Zinsscheine wird vom Kapital zurückbehalten. 8
Mit dem 31. Dezember d. J. hört die Verzinsung der verlosten Obligationen auf.
Zugleich werden die bereits früher ausgelosten, auf der Beilage verzeichneten, noch rückständigen Obligationen wieder⸗ holt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß die Vrdinsung derselben mit dem 31. Dezember des Jahres ihrer Verlosung aufgehört hat, und daß jeder Anspruch aus ihnen erlischt, wenn sie 10 Jahre lang alljährlich einmal öffentlich vefherufas und dessen ungeachtet nicht spätestens binnen Jahresfrist nach dem letzten öffentlichen Aufruf zur Einlösung vorgelegt sein werden.
Formulare zu den Quittungen werden von sämtlichen oben genannten Kassen unentgeltlich verabfolgt.
Berlin, den 2. Juli 1907.
KHSHauptverwaltung der Fetntsschulben. von Bitter. 8
88
Bekanntmachung.
Die auf den 1. Januar 1907 zur Rückzahlung gekündigten, mit den Zinsscheinen 1. Reihe Nr. 20 und Anweisungen ab⸗ zuliefernden 3 ½ prozentigen Anleihescheine der Star⸗ gard⸗Küstriner Eisenbahngesellschaft von 1897,
Lit. A zu 200 ℳ 9 F. 125, 378 bis 380, 1056, 2548,
98 9 “ 195, 600, 61 bis 663 deren Verzinsung dit dem 31. Dezember 1906 aufgehört hat, sind noch nicht zul Einlösung gelangt. Die Besitzer werden hierdurch vrederbek aufgefordert, sie zur Einlösung vorzulegen. Berrlin, den 9. Juli 1907. 111 8 Hauptverwaltung der Staatsschulden. “ 114“
Abgereist:
Der Ministerialdirektor im Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat von Chappuis mit Urlaukbꝗ.
Personalveränderungen.
Königlich Preußische Armee. Fähnriche usw. Ernennungen, Beförde⸗ rungen und Versetzungen. Im aktiven Heere. Kiel, an Bord S. M. ZJacht „Hohenzollern“, 1. Juli. Schübner, Major a. D., zuletzt Bezirksoffizier beim Landw. Bezirk Lötzen, eine etats⸗ mäßige Hauptmannsstelle beim Invalidenhause in Carlshafen ver⸗ liehen. Nordfjordeidet, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 10. Juli. Prinz Maximilian von Baden Grohherzogliche Hoheit, Oberst und Kommandeur des 1. Bad. Leibdrag. Regts. r. 20, unter Stellung à la suite dieses Regts. und Belassung à la suite des Gardekür. Regts., zum Kommandeur der 28. Kav. Brig., Frhr. Thumb v. Neuburg, Oberstlt. beim Stabe des 3. Garde⸗ ulan. Regts., zum Kommandeur des 1. Bad. Leibdrag. Regts. Nr. 20, — ernannt. Fr. v. der Goltz, Major und Adjutant der Garde⸗ kav. Div., zum Stabe des 3. Gardeulan. Regts. versetzt. Er. v. Geßler, Rittm. und Eskadr. Chef im 1. Gardeulan. Regt., zum Abjutanten der Gardekav. Div. ernannt. Gr. zu Solms⸗ Wilbenfels, Hauptm. und Komp. Chef im 1. Feldregt. der Schutz⸗ truppe für Sürdwestafrika, aus derselben ausgeschieden und als Rittm. und Eskabdr. Chef im 1. Gardeulan. Regt. angestellt. Gr. v. Berol⸗ vingen, Oberstlt, beauftragt mit der Führung des Hus. Regts. Landgraf Friedrich II. von (2. Kurhess.) Nr. 14, Sr. v. Schimmelmann, Oberstlt., beauftragt mit der Führung des Kür. Regts. Katser Nikolaus I. von Rußland (Brandenburg.) Nr. 6, — zu Kommandeuten der betr. Regtr. ernannt. ren * Im aktiven Heere. Nord⸗ fjordeidet, an Bord S. ZJacht „Hohenzollern“, 10. Juli. v. Keller, Gen. Major und Kommandeur der 28. Kav. Brig., in Genehmi seines Abschiebsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur
Diep. ge⸗ Königlich Cächsische Armee. Offiziere, Fühnriche usmw. 26. Juni. v. der Planitz im 1. (Leib⸗) Gren. Regt. Nr. 100, zum Oberlt. beförderi und mit dem 1. d. J. zur Unteroff, Schule versetzt, Bracker im 14. Inf. R. Mr. 179, Bunde bei der Unteroff. Schule, diesen unter Versetzung in bas 10. Inf. Regt. Nr. 134, Bogel im 10. Inf. Regt. Nr. 136, — vom 1. Juli d. J. ab auf drei Monate zum 1. Trainbat. Nr. 12 . Trainbepot XII. (1. K. S.) Armeeʒkorps und vom 1. Oktober v. J. ab zur Intenb. XII. (1. ℳ 2 Armeeforpe bebuft Ausbilvung für den — Militär⸗ verwualtungsvienft kommanvdiert.
Offiziere,
Die 2ts.: Edler
30. Juni. Schulz, Unteroff. im 7. Inf. Regt. König Georg Nr. 193 Ianh, pl⸗n. im 9. Inf. Regt. Nr. 133, — zu
ähnrichen ernannt. 8 8 üe. Sanitätskorps. Durch Verfügung des Kriegs⸗ ministeriums. 8. Juli. Dr. Hesse, einjährig⸗freiwilliger Arzt im 1. (Leib⸗) Gren. Regt. Nr. 100, unter Beauftragung mit Wahr⸗ nehmung einer bei dem Regt. offenen Assist. Arztstelle mit Wirkung
vom 1. Juli d. J. zum Unterarzt des aktiven Dienststandes
ernannt. Beamte der Militärverwaltung. Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 1. Juli. Weinhold Unkerahlmftr. beim XIX. (2. K. S.) Armeckorpe, zum Zahlmstr. ernannt. “
Preußen. Berlin, 13. Juli.
In der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ ist der vorläufige Entwurf eines Scheckgesetzes veröffentlicht. “
CC11““ 8 8
Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. S. S. Müͤrfst Bismarck“ und „Leipzig“ vorgestern in Hakodate 6 ordjapan) eingetroffen. 2
.M. S. „Tiger“ ist vorgestern in eingetroffen und gestern von dort nach Kiukiang (am Nangtse) ab⸗ gegangen.
S. M. S. „Panther“ ist vorgestern in Bridgetown (Barbados) eingetroffen und geht am 18. Juli von dort nach Georgetown (Britisch Guayana) in See.
&. M. S. „Bussard“ ist von Daressalam nach Kilwa Kisiwani in See gegangen. 1““
8. 8 —“ 8 8 Oesterreich⸗Ungarn. ““
Das österreichische Abgeordnetenhaus beendete gestern die erste Lesung des Budgetprovisoriums, das dem Budgetausschuß zugewiesen wurde.
Nach dem Bericht des „W. T. B.“ trat die Mehrzahl der Redner in der Debatte für die Einführung der Alters⸗ und Invaliditäts⸗ versorgung ein. Der Abg. Reger betonte im Verlauf der Sitzung, daß die Coshnidenn. nen zur Thronrede gegangen seien, weil sie ihre Gleichberechtigung mit den anderen Abgeordneten dokumentieren und keine unnötige Demonstration gegen den greisen Monarchen, der mit aller Racht und Kraft für das allgemeine Wahl⸗ recht eingetreten sei, veranstalten wollten. Der tschechische Sozial⸗ demokrat Nemec sagte, die Sozialdemokraten kennten keinen Nationalismus, wenn es sich um die Verteidigung der Rechte der ö’ andle. Die Sozialdemokraten hegten keine Furcht vor dem Zusamu aschluß der bürgerlichen Parteien, keine Macht werde ihre Entwickl Ig zu unterdrücken vermögen. Der Abg. Kunschak erklärte, daß Hie Christlich⸗Sozialen eine Politik der freien Hand befolgten u nur bestimmen ließen von der Rücksichtnahme auf en Sitzung, „W. T. B.“ zufolge, ohne Abänderung das Gesetz über das Wässern und Zuckern der Weine angenommen, das die Kammer schon genehmigt hatte.
Die Session des Senats und der Kammer ist gestern ge⸗ schlossen worden. —
Italien.
Der Senat hat sich gestern als Staatsgerichtshof zur Verfolgung der Angelegenheit Nasi konstituiert.
“ Griechenland.
Die Regierung hat große Besitzungen in Topali in Thessalien erworben, um, wie das „W. T. B.“ meldet, dort griechische Flüchtlinge aus Bulgarien und namentlich Einwohner der durch Feuer zerstörten Stadt Anchialos unter⸗ zubringen. X“ “
8.
v1X“
Der Präsident Roosevelt hat gestern nach dem Besuch des japanischen Botschafters Vicomte Aoki und des Admirals NYamamoto, laut Meldung des „W. T. B.“, folgende amt⸗ liche Erklärung erlassen:
Der Präsident der Vereinigten Staaten hatte eine längere Be⸗ sprechung mit dem Admiral YPamamoto, die in jeder Weise höchst be⸗ friedigend gewesen ist. Sie bestätigte einfach das, was bereits der japanische Botschafter Vicomte Aoki drelegt hat, nämlich das durchaus gute Einvernehmen zwischen den beiden Regierungen und die ee freundschaftliche Gesinnung der beiden Nationen zu ein⸗ ander.
— Nach einem Telegramm des „Reuterschen Bureaus“ aus San Diego (Kalifornien) hat der Kommandant des Forts Rosecrans Major Gatschell gemeldet, daß gestern dort ein Japaner verhaftet worden ist, weil er Zeichnungen des Forts angefertigt hat. Die Blätter berichten hierzu aus San Diego, daß die Angelegenheit unter der amerikanischen Be⸗ völkerung große Erregung hervorgerufen habe, daß Kund⸗ gebungen gegen die Japaner stattfänden und daß die Japaner in die Stadt flöhen. Wie ferner vom „W. T. B.“ gemeldet wird, ist im Fort Rosecrans gestern noch ein zweiter Japaner verhaftet worden, der dort als Diener angestellt war. In seinem Besitz wurden Zeichnungen und in fennem Zimmer ein Werk über Ingenieürwissenschaft gefunden. Der Kommandant des Forts verweigert jede Auskunft über die Angelegenheit.
Asien.
Wie die „Morning Post“ aus Schanghai meldet, ist das Zollabkommen, betreffend die Nordmandschurei, gestern unterzeichnet worden. China sind dabei erhebliche Zu⸗ geständnisse gemacht worden.
8 Afrika.
Nach Meldungen aus Fez ist von dort eine Mahalla von tausend Fußgängern und zweihundert Reitern nach Elksar abgegangen. Die in Elksar lagernde Mahalla soll nach tuina gehen, wo die Zusammenkunft zwischen dem Kaid Mac Lean und aisuli statt⸗ 2 hat. Der Kriegsminister Gebbas hat ferner
annt , daß eine Mahalla von Tetuan nach
werde. Der Kaid Uld Tebis wird mit 500 Mann heute ebendahin aufbrechen. Alle diese Streitkräfte sollen, „W. T. B.“ ufolge, in einer Aktion zusammenwirken. Man wartet in⸗ 8 een noch das Ergebnis der zwischen dem Stamme der Elkmes und dem Scherif Uezzan bezüglich der Infreiheitsetzung Mac Leans schwebenden Verhandlungen auaub.
6 8 Statistik und Volkswirtschaft.
Die Ab⸗ und Zuwanderungen in den Stadt⸗ und länd. “ Un. 3 enfdn Preußens 1895 bis 1905.
In Nr. 152 des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ haben wir nach einer eingehenden statistischen Darstellung der Binnenwanderungen im preußischen Staate, die im 42. Jahrgang der „Zeitschrift des König⸗ lich preußischen Statistischen Landesamts“ (1902) für das Jahrfünft 1895 bis 1900 und vor kurzem im ersten Heft des 47. Jahrgangs dieser eitschrift für das Jahrfünft 1900 bis 1905 veröffentlicht worden ist, über die Bevölkerungsverluste und ⸗gewinne des preußischen Staats, seiner Provinzen und Regierungsbezirke durch Aus⸗ und Einwanderung in dem Jahrzehnt 1895 bis 1905 berichtet. Um die inneren Wan⸗ derungen nach ihrer allgemeinen Bedeutung, nach ihren Hauptzielen klarzulegen, ist in der Zeitschrift des Königlichen Statistischen Landes⸗ amts ihre Richtung noch bis in die einzelnen landrätlichen Kreise ver⸗ folgt, die in den beiden Jahrfünften als Abwanderungs⸗ oder als Zuwanderungsgebiete erscheinen. Im folgenden teilen wir einige Haupt⸗ ergebnisse dieser statistischen Ermittelungen mit und stellen die preußischen Stadt⸗ und ländlichen Kreise mit Wanderungsgewinn in abfallender und diejenigen mit Wanderungsverlust in steigender Reihe usammen.
9 An Stadtkreisen waren im preußischen Staat am 1. Dezember 1900 76, an Städten einschließlich der selbständigen Stadtkreise 1266 vorhanden. Die Zu⸗ und Abwanderungsziffern der Stadtkreise eben somit weder ein Bild von der gesamten städtischen Wander⸗ ewegung, noch von derjenigen der Städte einer bestimmten Größen⸗ klasse; denn die Aussonderung der Stadtkreise aus den landrätlichen Kreisen erfolgt in Preußen nicht nach ein⸗ heitlichen Grundsätzen. Größere tädte können nach dem geltenden Recht, falls sie mit Ausschluß der aktiven Militärpersonen mehr als 25 000 — in Westfalen 30 600, in der Rheinprovinz 40 000 — Einwohner haben, aus dem Kreisverbande ausscheiden. Demnach setzt sich die Bevölkerung der Stadtkreise in der Hauptsache nur aus derjenigen der Großstädte von über 100 000 Einwohnern sowie der größten Mittelstädte zusammen. Die Zahl der Stadtkreise hat sich in den Jahren 1900 bis 1905 gegen das vorher⸗ gehende Jahrfünft um 4 vermindert. Vor allem sind die Stadtkreise mit einem Wandergewinn von mehr als 10 vom Hundert von 29 auf 9 zurückgegangen, dagegen diejenigen mit einem Wander⸗ gewinn von nur 5 vom Hundert und darunter von 24 auf 41 gestiegen. Das Gesamtbild ist indessen im großen und ganzen das gleiche geblieben; jedoch ist ein Nachlassen des Zustromes unverkennbar. Nachstehend sind die Kreise zusammengestellt:
a. Kreise mit 20 und mehr vom Hundert Wanderungs⸗ überschuß: Rixdorf (54,1 vom Hundert der Volkszahl am 1. De⸗ zember 1900), Schöne erg (38,3), Kiel (24,8), Charlottenburg (21,4);
b. Kreise mit über 10 bis unter 20 vom Hundert Wanderungsüberschuß: Emden, Wiesbaden, Hamm i. Westf, Münster i. Westf., Recklinghausen;
c. Kreise mit über 5 bis unter 10 vom Hundert Wanderungsüberschuß: Posen, Dortmund, Frankfurt a. M, Düsseldorf, Cassel, Oberhausen, Erfurt, Stolp i Pomm., Koblenn, Beuthen i. O.⸗Schl, Bonn, Göttingen, Schweidnitz, Osnabrück, Breslau, Leln Guben, Duisburg, Hildesheim, Neumünster, Landsberg a. W.,
egnitz;
aes Kreise mit 5 und darunter vom Hundert Wande⸗ rungsüberschuß: Wandsbek, Gleiwitz, Kattowitz i. O.⸗Schl., Tilstt, Hager i. Westf., Königsberg, Harburg, Bielefeld, Essen, Lüneburg, Berlin, Thorn, Trier, Zeitz, Halle a. S., Linden, Bochum, Grau⸗ denz, Mülheim a. Rhein, Halberstadt, Danzig, Spandau, Ratibor, anau, Weißenfels, Flensburg, Mülheim a. Ruhr, Potsdam, Barmen, tordhausen, Frankfurt a. O., Forst i. L., Hannover, Königshütte 8 “ Remscheid, Görlitz, Solingen, Stettin, Stralsund, Celee, a
mit Wanderungsgewinn
eine Mehrzuwanderung von 426 747 Personen, d. h. von 8,5 v. H. ergab, haben die am 1. Dezember 1900 vorhandenen Großstädte in den darauf folgenden fünf Jahren nur eine Mehrzuwanderung von 282 230 Personen, d. h. von 4,8 v. H. zu verzeichnen. Allerdings hat sich ilre Zahl vom 1. Dezember 1900 bis dahin 1905 von 22 auf 28 vermehrt. -
In dem Jahrfünft 1895/1900 befanden sich unter den 76 preußischen Stadtkreisen 8 (nach dem Stande vom 1. Dezember 1900), darunter eine Großstadt (Crefeld), in denen die Zahl der Abgewanderten diejenige der Zugewanderten übertraf. In dieser Stadtkreise mit Wanderungsverlust sind be⸗ deutende Industrien, die für ausländische Absatzgebiete arbeiten, heimisch, wie in Crefeld die Seidenindustrie, in Kottbut die Tuchmacherei, in München⸗Gladbach die Spinnerei und Weberei, in Hamm der Hüttenbetrieb usw. Oertliche Lebens⸗ und CEöö“ wie auch Einflüsse des Weltmarktes können die Ursache davon sein, daß auch in den großen Stadtgemeinschaften sich Abwanderungsherde bilden, wenngleich sich die Möglichkeit nicht vor der Hand weisen läßt, daß hier vielleicht die Anfänge für ein dauerndel Abströmen der heh Bevölkerung auf das Land zu suchen sind, Die Stadtkreise mit Abwanderungsziffern waren damals Stral⸗ sund, Halberstadt, Hamm i. Wests⸗ Kottbus, München⸗Gladbach Nordhausen, Stargard i. Pomm., Ferf i. L., Celle und Crefeld. Demgegenüber erscheinen für 1900/1905 folgende Stadtkreise mit Ar⸗ wanderung:
a. Kreise mit 5 und darunter vom Hundert Wande⸗ rungsverlust: Magdeburg, Bromberg, lbing, Insterburg, Kottbus, Brandenburg a. H., Altona, Witten, Gelsenlirchen, Elber⸗ Hdee ardard i. Pomm., Mühlhausen i. Thür, Crefeld, Müncher⸗
adbach;
b. Kreise mit über 5 bis unter 10 vom Hundert Wanderungsverlust: Aschersleben (5,1) und Oppeln (8,4).
Die Stadtkreise mit, einem Bevölkerungsverluste durch Wande⸗ rungen haben sich somit Feges 1895/1900 von 10 auf 16 vermehr Darunter befinden sich die Großstädte Magdeburg, Altona, Gelser⸗ kirchen, Elberfeld und Crefeld. Auch die Wanderverluste sind n diesem zweiten Jahrfünft größer. Dem geringeren Zuzug in die Stadtkreise von 1900 bis 1905 entspricht auch ein stärkerer Abtzug
Neben 76 Stadtkreisen waren in Preußen nach dem Stande von 1. Dezember 1900 489 ländliche Kreise vorhanden, darunm 73 mit Zuwanderungsziffern. In diesen ländlichen Kreig waren 485 509 Personen mehr zu⸗ als abgezogen. Einige diee Kreise liegen vor den Toren größerer Städte. So ist der Zuwat der Kreise Teltow und Niederharnim vorzugsweise der lunehmenbe „Citybildung“ in der Hauptstadt Berlin zuzuschreiben, n Einheimische und Zuzügler zur Ansiedlun an und außer halb der Stadtgrenze drängt. Hauptsächlich ist es abe die Begründung und Ausdehnung groß⸗ sowie hausindustrieller Be⸗ triebe auf dem Lande, die in diesen Ziffern zutage tritt, wie z. B. n den rheinisch⸗westfälischen und den oberschlesischen ländlichen Kreher Das Gesamtbild der Zuwanderung nach den ländlichen Kreisen in de Jahren 1900/1905 hat sich gegen das vorhergehende Jahrfünft rnich erheblich geändert. 1 9 nachhaltig gewesen. Die Zahl der Kreise mit einem Wanderunge gewinn von über 10 v. H. ist von 14 auf 6 zurückgegangen, dageh
Charouin, Haupthandelsplatz der Elkmes, marschieren
ist die Gesamtziffer der ländlichen Zuwanderungekreise von 73 80 gestiegen. Nachstehend geben wir eine Uebe sichi verselben:
.
en. G Während 1895/1900 auf dem Gebiete der Großstädte sich ur.
Im allgemeinen ist die Zuwanderung wenige
3. Landkreise mit 20 und mehr vom Hundert Wande⸗ rungsgewinn: Ruhrort (43,7), Teltow (34,9), Niederbarnim (26,9), Recklinghausen (21,2); .
b. EETEb 10 bis unter 20 v. H. Wande⸗
ewinn: rs, Hannover; 1n1g ggeadeise mit über 5 bis unter 10 v. H. Wande⸗ rungsgewinn: Solingen, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Crefeld, Wiesbaden, Lehe, Posen⸗Ost, Mülheim a. Ruhr, Cöln, Kattowitz, Beuthen i. O.⸗S., Harburg, Kiel, Höchst, Gelsenkirchen, Mülheim a. Rhein, Dortmund, Gladbach, Hamm;
d. Landkreise mit 5 und darunter vom undert Wanderungsgewinn: Saarbrücken, Cassel, Zabrze, Celle, Biele⸗ feld, Waldenburg, Linden, Neustadt i. Westpr., Stormarn, Bonn, Ober⸗ taunuskreis, Rotenburg i. Hann., Neuß, Bergedorf, Steinfurt, Pinne⸗ berg, Geestemünde, Blumenthal, Grafschaft Wernigerode, Hanau, Essen, Lippstadt, Mettmann, Fulda, Quedlinburg, Flensburg, Hirsch⸗ berg, Rybnik, Lüdinghausen, Oberbarnim, Glatz, Naumburg, Bochum, Altena, Schwelm, Ottweiler, Wittenberg, Sonderburg, Rothenburg i. O.⸗L., Liebenwerda, Greifenberg, Münden, Hagen, Wetzlar, Mar⸗ burg, Achim, Wittmut, Waldbröl, Uslar, Alfeld, Hersfeld, Neustadt a. Rbge., Isenhagen, Wiedenbrück, Aachen.
Insgesamt sind in diesen Kreisen 430 055 Personen mehr zu⸗ als abgewandert, d. h. gegen das vorhergehende Jahrfünft 55 454 weniger, sodaß sich im Verhältnis zur Bevölkerung ein geringes Nach⸗ lassen des Zustroms ergibt.
Groß ist die Zahl der ländlichen Kreise mit Wanderungs⸗ verlust. Im Jahrfünft 1895/1900 sind in 416 ländlichen Kreisen über eine Million Personen mehr ab⸗ als zugezogen, d. h. also durchschnittlich jährlich etwa 200 000. Man kann in Preußen nach dem Stande von 1895/1900 in der Hauptsache drei goße Abwanderungsgebiete unterscheiden: a. das östliche Gebiet, umfassend das Land rechts der Oder und die links der Oder ihm am nächsten liegenden Kreise, mit Ausnahme des oberschlesischen Industriegebiets und der Großstädte Breslau, Stettin, Danzig und Königsberg i. Pr. nebst ihrer Umgebung sowie einer Anzahl anderer Städte; b. das mittlere Gebiet, das umfaßt: die Mark Brandenburg mit Ausnahme Berlins und seiner weiteren Umgebung, Teile des nordwestlichen Schlesiens, die Provinzen Sachsen, Hannover und Schleswig, mit Ausnahme der Stadt Hannover, ihrer weiteren Umgebung und der Stadt Kiel nebst Umgebung sowie mit Ausnahme der das ham⸗ burgische Staatsgebiet umgrenzenden Landesteile und einiger anderer kleinerer Bezirke; c. das westliche Gebiet, das aus dem übrigen Preußen mit Ausnahme des rheinisch⸗westfälischen Industriegebiets und einer Anzahl kleinerer Landesteile wie der Städte Cassel, Wies⸗ baden und Höchst nebst Umgebung, der sfüdlichen Teile des Reg.⸗Bez. Trier usw. besteht. Das östliche Gebiet zeigt ziemlich gleichmäßig über⸗ wiegend einen starken und teilweise auch mäßigen Wanderungsverlust, das mittlere Gebiet durchschnittlich eine mäßige und mehrfach auch nur eine geringe Abwanderung, während auf dem westlichen Gebiet vielfach dicht nebeneinder nicht nur alle Grade der Abwanderung, sondern auch der Zuwanderung vertreten sind. Im Jahrfünft 1900/1905 waren im ganzen vorhanden: 256 Kreise mit 5 und weniger v. H. Wanderungsverluste, 145 Kreise mit über 5 bis 10 v. H. und 5 Kreise mit 10 und mehr v. H. Wanderungs⸗ verluste. Im Jahrfünft 1895/1900 umfaßte dagegen die erste Gruppe 188, die zweite 182 und die dritte 46 Kreise. Insgesamt betrug der Wanderverlust während des Jahrfünftes 1900/1905 in 406 Kreisen 809 138 Personen, in dem vorhergehenden Jahrfünft 1895/1900 in 416 Kreisen 1 093 789 Personen. Es hat somit die Zahl der Abwanderungskreise um 10 abgenommen. Viel bezeichnender aber ist, daß die Gruppe der Kreise mit mehr als 10 v. H. Wanderungsverluste sich von 46 auf 5 vermindert hat. Es ist somit der Abfluß der ländlichen Bevölkerung nicht nur dem Umfange nach, sondern auch in bezug auf die Nachhaltigkeit
erheblich geringer geworden. u1“ “ 8
. 11““
“ Anr Arbeiterhimezung.
Bei drei größeren Dachdeckerfirmen in Elberfeld haben die Gehilfen die Arbeit niedergelegt, weil die Firmen sich weigerten, den seit dem April auch bei ihnen eingeführten neuen Tarif unter⸗ schriftlich anzuerkennen. — Eine gestern in Hamburg abgehaltene
Versammlung der Seeleute hat beschlossen, die Arbeit sofort be⸗ dingungslos wieder aufzunehmen. 11““
“
Wohlfahrtspflege.
— Bauverein zur Beschaffung preiswerter Wohnungen in Leipzig hat in neun Jahren (Februar 1898 bis Ende 1906) 51 Häuser mit 440 Wohnungen innerhalb des Stadt⸗ gebiets errichtet. Es handelt sich um Herstellung mittlerer und kleinerer Wohnungen in gesunder Lage und allen Wohlfahrtsein⸗ richtungen entsprechend für die Vereinsmitglieder. Die Gebäude des Vereins sind nicht verkäuflich, dagegen ist jede Wohnung auf die Dauer der Mitgliedschaft des Bewohners bei Erfüllung aller Vereins⸗ pflichten unkündbar. Eine Preggsteigerung der Wohnung tritt nur dann ein, wenn diese dur Mehrausgaben für die betreffende Wohnung bedingt wird. Jedes Mitglied ist verpflichtet, einen Ge⸗ schäftsanteil in Höhe von 300 ℳ zu erwerben. Mehr als 5 Anteile darf ein Mitglied nicht erwerben. Die Haftsumme der Mitglieder be⸗ trägt 300 ℳ für den Anteil. Die vom Verein außerdem ausgegebenen, auf den Inhaber lautenden Schuldscheine werden mit 5 % verzinst. Der Bauverein besitzt auch für seine Mitglieder eine Sparkasse, deren Einlagen mit 4 % verzinst werden. Das Zusammengehörig⸗ keitsgefühl der Mitglieder wird auch dadurch gepflegt, daß gemeinsame Klein⸗Gartenanlagen (die „Mariannengärten“) und eine gemeinsame Kegelbahn vorhanden sind. Aus der Bilanz für das Jahr 1906 ist hervorzuheben, daß die 51 Häuser mit 2 449 231 ℳ Herstellungskosten errichtet sind, und daß darauf 1 823 751 ℳ Hypotheken ruhen, von denen 103 800 ℳ noch unerhoben sind. Die Bilanz des Vereins ö9 Sn A 6 n Krögit, 98 Debtt Ftzen Betrag on ℳ auf. Der vorjährige Geschäftsüberschuß betrug na
den Abschreibungen 12 595 ℳ 8 bases
Prämien an enthaltsame Arbeiter will nach amerika⸗ nischem Muster die Direktion der Röchlingschen Eisenwerke in Völk⸗ ae. auszahlen. Es heißt in der darauf bezüglichen Ankündigung: „Wir teilen hierdurch unserer Belegschaft mit, daß wir zu der Ueber⸗ zeugung gekommen sind, daß diejenigen Arbeiter auch für den Hütten⸗ betrieb wertvoller sind, welche gar keinen Alkohol genießen. Wir haben uns daher v denjenigen Arbeitern, welche länger als ein Jahr Mitglied der Guttemplerloge sind, Prämien in folgender Höhe zukommen zu lassen: Solche Arbeiter, die ein Jahr Mitglied der Loge sind, erhalten im Vierteljahr eine Prämie von 10 ℳ; für solche Arbeiter, die zwei Jahre in der genannten Loge sind, erhöht sich die Prämie um 5 ℳ, also auf 15 ℳ im Vierteljahre, und für jedes weitere Jahr der Mitgliedschaft bei der Guttemplerloge steigt die Prämie um 5 ℳh„rx..
— Literatur.
‚Architekturkonkurrenzen. Herausgegeben von Hermanin Scheurembrandt. Verlag von Ernst Wasmuth, Berlin. Preis für das Heft 1,80 ℳ%ℳ Da sich die Sitte, die *† im eigenen Sommerhause zu verleben, mehr und mehr auch in Deutschland ein⸗ bürgert, ist es erfreulich, baß der Herausgeber im dritten Heft seiner Fetischritt eine Anzahl Ferienhausentwürfe veröffentlicht hat. Die
äuser, die zu einem Preisausschreiben im Harz eingereicht wurden, enthalten bei einem Baupreise von 7500 ℳ eine gxoße Wohnstube, drei Schlafstuben, Küche, Kammer, Veranda usw. und bieten im Aeußeren mit ihrer ländlich einfachen Architektur einen gefälligen Anblick(. — Bei dem Preisausschreiben fuͤr ein Warenhaus der Firma Tietz in
Düsseldorf, dessen Ergebnis im Doppelheft 4/5 wiedergegeben ist, war neben einer guten Grundrißlösung Monumentalität im Aufbau, ohne An⸗ lehnung an bekannte Vorbilder, gefordert, und so finden sich unter den Ent⸗ würfen künstlerisch sehr hochstehende originelle Arbeiten. Die Durch⸗ bildung des Entwurfs von Rehberg und Lipp ist hervorragend, zumal die große Innenhalle in der Fassade zum Ausdruck kommt und dem Bauwerke eine charakteristische Erscheinung sichert. Die Fehler, die nach Ansicht der Preisrichter dem Grundriß der Arbeit anhaften, sind in den beiden Entwürfen der Architekten Engler vermieden, deren Aufbau dem weck des Gebäudes entspricht, die aber in der Architektur nicht auf der
öhe der erstgenannten Arbeit stehen. Neben den Entwürfen von
rofessor Kreis, Olbrich u. a. verdient der von Verheyen und Stobbe eesondere Anerkennung, da er mit seiner Architektur und der äußeren Gesamterscheinung den im Programm gestellten Forderungen völlig gerecht zu werden scheint.
Im gleichen Verlage erschienen: Der Städtebau, Monats⸗ schrift für die künstlerische Ausgestaltung der Städte. Begründet von Theodor Goecke und Camillo Sitte. eft 4, 5, 6. Preis jährlich 20 ℳ Die den Heften beiliegenden Bebauungepläne 8* Allenstein von Professor Goecke, für einen Teil des ehemaligen Festungsgeländes in Glogau von Wagner und zumal die aus einem Wettbewerb stammenden Entwürfe für Helsingborg beigen mit ihrer Trennung von Wohn⸗ und Geschäftsvierteln, den Vorsehen von Verkehrs⸗ straßen, Plätzen für Parkanlagen und öffentliche Gebäude und der Rücksichtnahme auf die Bodenbeschaffenheit des Geländes den modernen Anforderungen entsprechende Anlagen, die zum Teil dem einmütigen Zusammenarbeiten des Architekten und Ingenieurs zu ver⸗ danken sind. Großes Interesse bietet der auch in Einzelheiten wieder⸗ gegebene Entwurf des Gartenarchitekten Bauer für einen Friedhof in sowie der Stary⸗Semetkowskische Entwurf zur Ver⸗ egung des Lendplatzes in Graz, der ohne bedeutende Umlegungen von Privatbesitz ausführbar ist und die steil 8 mit Bäumen bepflanzte Wand des Schloßberges zu einem großartigen Abschluß des Platzes brußt. — Aus der großen Anzahl von Aufsätzen, die sich teils mit künstlerischen, teils mit praktischen und wirtschaft⸗ lichen Fragen beschäftigen, sollen nur genannt werden: „Backsteinbau und Denkmalpflege“ von Professor Stiehl, „neuzeitliche Bestrebungen auf dem Gebiete der Gartengestaltung“ von Hoemann, „Wertzuwachs⸗ steuer in Groß⸗Lichterfelde“ von Geißler, „Spekulation im neuzeit⸗ lichen Städtebau“ von Gretzschel sowie die Faftseszungen und Schluß der Untersuchungen von Strinz über „die günstigste Form und Tiefe der Baublöcke in wirtschaftlicher Beziehung“.
— Von der ausgezeichneten Publikation des Verlags E. A. Seemann in Leipzig „Die Galerien Europas“ (Galeriebilder in farbiger Wiedergabe) liegen wieder einige Hefte vor. Im 15. Hefte ist u. a. das frische Sommeridyll „Das Landhaus“ von
ieter de Hoogh und Raffaels preziöses Bildnis der Johanna von ragonien, im Heft 13 Tizians himmlische und irdische Liebe die innig zarte Madonna des Lorenzo di Credi wiedergegeben; im Heft 12 findet sich u. a. eine Nachbildung von Andreag del Sartos Madonna del sacca, in Heft 11 das glänzende Doppelbildnis eines fürstlichen Kinderehepaars von Van Dyck, in Heft 10 Morettos Madonna mit Heiligen und das feine kleine Bildchen der Madonna von Lucca von Jan van Eyck. Den prächtigen Publikationen sind in jedem Heft ein paar größere Artikel über ein allgemein ästhetisches oder kunst⸗ eeschichtliches Thema beigegeben und außerdem zu jedem Bilde ein urzer Text aus der Feder eines namhaften Kunstschriftstellers.
„— Von dem Parkinsonschen Werke „Dreißig Jahre in der Südsee“ (Verlag von Strecker und Schröder in Stuttgart; 28 Lieferungen zu 50 ₰) liegen die Lieferungen 2—5 vor. Sie ent⸗ halten u. a. ausführliche Schilderungen des häuslichen Lebens der Eingeborenen, ihrer Waffen und Musikinstrumente. Die Vorzüge, des mit großer Sachkunde abgefaßten Werkes, die schon in der ersten Lieferung zu Tage traten, zeichnen auch die vorliegenden aus. Die PG guten Abbildungen verdienen besonders hervorgehoben zu werden.
— Dr. Paul Schlenther und Professor Dr. Otto Pniower bereiten eine Ausgabe der „Briefe Theodor Fontanes an seine Freunde“ vor. Sie wollen von dem ausgebreiteten Briefwechsel des Dichters möglichst viel sammeln, um das Geeignete in den Druck zu geben, und bitten deshalb alle diejenigen, die im Besitze von Briefen oder Karten Theodor Fontanes sind, ihre Absicht zu unterstützen und die Dokumente an den Verlag 5. Fontane u. Co., Berlin⸗Grunewald, Taubertstraße 1, zum Zwecke der Abschrift (gegebenenfalls gegen entsprechende Entgütung) einzusenden.
— Die Naturund Wir. Leichtverständliche Aufzeichnungen. Von Dr. J. Reinke, Professor in Kiel. (Verlag von Gebrüder Paetel in Berlin. 5 ℳ) Der Verfasser, Professor der Botanik an der Kieler Universität, hat in dem vorliegenden wertvollen Büchlein die Ergebnisse seiner naturwissenschaftlichen Forschungen und seine Stellung zu den wichtigsten Problemen der modernen Naturforschung in knapper, leichtverständlicher Form niedergelegt. Er setzt sich dabei natur⸗ emäß auch mit dem Darwinismus und seinen Verallgemeinern owie mit Häckels sogenanntem Monismus auseinander; bei dem ersteren betont er das 5 pothetische, diesen verwerft er, soweit er sich den Anschein der Wissen vaftt chkeit anmaßt, vollständig. Es ist über⸗ haupt ein Vorzug des Buches, daß sein auch im philosophisch⸗abstrakten Denken geschulter Verfasser die Grenze nirgends verwischt, an der sich positive Ergebnisse der Naturforschung und die Hypothesen und persönlichen Spekulationen der Forscher trennen. Bei dem großen Interesse, das heute weite Kreise der Naturforschung und ihren Er⸗ gebnissen entgegenbringen, auch namentlich, soweit sie geeignet sind, auf das gesamte Welt⸗ und Lebensbild einzuwirken, dürfte die Reinkesche Schrift auf einen ausgebreiteten Leserkreis rechnen. Sie verdient ihn
wegen der im besten Sinn populären Form, die sie auszeichnet.
Bauwesen.
Einen Wettbewerb um Entwurfsskizzen für Neubau eines Hallenschwimmbades in Altona a. d. E. hat der dortige Magistrat unter den in Deutschland ansässigen Archi⸗ tekten mit Frist bis zum 10. Dezember d. J. ausgeschrieben. Aus⸗ gesetzt sind drei Preise von 4300, 3300 und 2300 ℳ Außerdem wird der Ankauf einzelner Entwürfe zum Preise von 1000 ℳ vor⸗ behalten. Die Entwürfe sind bei der Baukommission in Altona (Rat⸗ haus) einzureichen, von der auch das Programm und die Bedingungen gegen Einsendung von 3 ℳ zu beziehen sind; den Einsendern von Skizzen wird der Betrag auf Verlangen zurückerstattet.
Einen Wettbewerb um Pläne für ein Krankenhaus nebst Pfründnerhaus in Zweibrücken (Pfalz) hat die dortige Stadtverwaltung unter den deutschen Architekten mit Frist bis zum 1. November d. J. ausgeschrieben. Drei Preise von 2000, 1500 und 1000 ℳ stehen zur Verfügung. Die Unterlagen sind vom Stadt⸗ bauamt gegen Zahlung von 2 ℳ zu beziehen.
Wettbewerb um eine Straßenbrücke über den Norr⸗ Strom in Stockholm. Die zweite Abteilung der Finanzdeputation (Deraͤtselnämnd) der Stadt Stockholm eröffnet einen internationalen Wettbewerb um Entwürfe zu einer über den Norr⸗Strom zwischen der Feemsdecnfet ans der Drottnirgstraße führenden, mit Granit be⸗ leideten, aus Stein oder Beton bestehenden Bogenbrücke in drei Oeff⸗ nungen. Es sind drei Preise von 7000, 4000 und 3000 Kr. ausgesetzt. Außerdem bleibt der Ankauf weiterer Entwürfe zu 1000 Kr. vorbehalten. Die Bewerbungsfrist läuft am 15. Dezember 1907 ab. Der Beschluß des esies Fenhsees wird veröffentlicht, wonach die Bewerbungs⸗ arbeiten öffentlich ausgestellt werden. Programme in schwedischer oder deutscher Sprache nehst dazugehörigen Zeichnungen usw. sind gegen Einsendung von 25 Kr. auf dem Baudmt (Byggnadskontor) er Stadt Stockholm erhältlich. Die Zusammensetzung des Preis⸗ gerichts ist aus der Bekanntmachung nicht ersichtlich.
lichung in der Zeitschrift
Ein Preisausschreiben zur Erlangung farbiger Ent⸗ würfe von modernen Innenräumen, die sich zur Veroͤffent⸗ „Moderne Bauformen“ eignen, erläßt der
sowohl wegen der wissenschaftlichen Qualitäten ihres Verfassers, als
Verlag von Julius Hoffmann in Stuttgart mit Frist bis zum 10. September d. J. Drei Preise von 300, 200 und 100 ℳ sind ausgesetzt, weitere Ankäufe vorgesehen. Die näheren Bedingungen sind von dem Verlage kostenlos zu beziehen. 1 6
Land⸗ und Forftwirtschaft.
Der ebö“ Landwirtschaftsrats beschloß am 9. d. M. in Schwerin i. M., bei dem Reichskanzler zu beantragen, 16 wenn Großbritannien die Brüsseler Zucker⸗ konvention kündigt, auch das Deutsche Reich dieselbe kündigen möge. Der Ausschuß hält es nicht für im Interesse der deutschen Zuckerindustrie und Landwirtschaft liegend, Großbritannien die Aus⸗ nahmestellung in der Konvention zu gewähren, prämiierten Zucker zoll⸗ frei einführen zu dürfen. Der Ausschuß behält sich aber vor, im 1. von Verhandlungen über eine Abänderung der Konvention esondere Vorschläge zu machen. Der Landwirtschaftsrat bittet von neuem den Reichskanzler, eine Herabsetzung der Zuckersteuer von 14 auf 10 ℳ herbeizuführen. Die Dringlichkeit dieser Herab⸗ setzung würde durch eine Auflösung der Brüsseler Konvention noch erhöht werden. 8. L11A1““ C “ J1ö1““ Saatenstand in Rußland. 3 b Das Kaiserliche Konsulat in Charkow berichtet unterm 4. d. M.: In den Gouvernements Charkow, Kursk, Woronesch, Jekaterinoslaw und im Dongebiet kann der Stand der Wintersaaten im allgemeinen als befriedigend bezeichnet werden. Dagegen läßt die Entwicklung der Sommersaaten infolge der großen Trockenheit zu wünschen übrig. Um den Stand des Sommergetreides zu verbessern, würden anhaltende Niederschläge erforderlich sein. In den Gouvernements Kursk und Woronesch wird der Stand des Winterroggens als sehr gut, der des Winterweizens als über mittel bezeichnet. Hafer, Gerste und Hirse stehen gut. Iö sind die Ernteaussichten in Sommer⸗ weizen und Leinsaaten wenig günstig. Im Gouvernement Charkow ist der Stand des Sommergetreides sehr wenig befriedigend; jedoch hofft man auf eine gute Winterroggen⸗ und Winterweizenernte. Schlecht ist gleichfalls der Stand des Sommergetreides im Gebiete des Gouvernements Jekaterinoslaw. Winterroggen und Winterweizen stehen hier gut.
Das Kaiserliche Konsulat in Kowno berichtet unterm 5. d. M.:
In den Gouvernements Wilna, Kowno, Grodno, Suwalki und Minsk
haben die Wintersaaten fast allgemein unter der Kälte gelitten und
sind teilweise ausgefroren. Die Aussaat des Sommergetreides ist
derchgänghg beendet. Im allgemeinen ist der Stand der Winter⸗ und ommer
1““
aaten im Gouvernement Kowno befriedigend, insbesondere gilt dies von den Kreisen Kowno, Wilkomir, Telschi und Poniewesch; in den Kreisen Kowno und Wilkomir ist jedoch der Weizen teil⸗ weise ausgefroren, desgleichen mehrfach im Kreise Poniewesch; man schätzt die hier in Betracht kommende Fläche auf 10 000 Desjatinen. Unbefriedigend ist der Stand des Winterroggens im Kreise Schawli, Weizen ist dort sogar ganz schlecht geraten, sodaß das mit Weizen besäte Land an vielen Stellen umgepflügt und mit Sommergetreide besät werden mußte. Im Frese enteresc ist auch das Wachstum des Sommergetreides durch die Kälte ungünstig beeinflußt worden, sodaß man sich keine gute Ernte verspricht. Im Gouvernement Suwalki ist Klee und Weizen fast ohne Ausnahme ausgefroren, sodaß die Flächen mit Sommergetreide besät worden sind. Es wurde dort nur weißer und rüner Klee geerntet. Der Stand des Roggens und sämtlicher Sommer⸗ he ist dagegen gut, sodaß eine vorzügliche Ernte in Auessicht steht. Besonders gut scheinen Erbsen und Hülsenftüchte gedeihen zu wollen; Wicken sind überall üppig gewachsen, sodaß bei guter Witterung die Ernte sehr reichlich ausfallen wird. Vorräte sind in Suwalki nirgends vorhanden, sodaß von Deutschland Getreide eingeführt werden mußte. Die Preise sind hoch und scheinen sich auch weiter in gleicher Höhe halten zu wollen. Im Gouvernement Wilna ist nur im Kreise Wilna der Saaten⸗ stand ein befriedigender, während er in den übrigen Kreisen als unter mittelmäßig bezeichnet werden muß. Ganz schlecht steht das Wintergetreide und vom Sommergetreide Weizen und Roggen im Kreise Disna. Im Gouvernement Grodno ist der Saatenstand in den meisten Kreisen befriedigend zu nennen, das Wintergetreide hat haupt⸗ sächlich in den Kreisen Kobrin und Sokolsk durch Kälte und trockenes Wetter gelitten. Vielfach macht sich infolge der starken Aus⸗ wanderung insbesondere nach Amerika ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar, unter anderem wird namentlich im Kreise Wilkomir im Kownoer Gouvernement darüber Klage geführt, daher kommt es auch, daß hier die Tagelöhne für Landarbeiter besonders hohe sind, dieselben betrugen zur Zeit des Aussäens für einen Arbeiter mit Pferd 2,50 Rbl. und ohne solches einen Rubel, für eine Arbeiterin wurden 75 Kopeken Tageslohn gezahlt. b
anhaltender
Getreidehandel und Ernteaussichten in der Türkei.
Der Kaiserliche Konsul in Smyrna berichtet unterm 2. d. M.: Die vorjährige Ernte im Konsulatsbezirke war eine Mittelernte; das für den Ausfuhrhandel hauptsächlich in Betracht kommende die Gerste, hatte infolge Regenfalles zur Erntezeit an Ansehen ver⸗ loren. Die Ausfuhr von hier nach Ausweisen des hiesigen Zollamts:
1906: 1905:
öu“ . 1 914 483 Z11I11“1“ 90 28 Gersle “ 113 013 89 839 Mais (weißer) 2 286 4 127 „ (gelber) 152 129 Bohnen 16 516 14 935 irse 1 866 1 620
1 ““ — ““
Vom Hafen von Dikeli wurden 3969 t Gerste (gegen 5450 im Jahre 1905) verschifft. Aus dem Auslande und den anderen türkischen Provinzen wurden im Wilajet Smyrna und im Insel⸗ wilajet nach annähernder Schätzung 75 000 t Weizen und 25 000 t Mehl (gegen rund 60 000 t Weizen und 21 000 t Mehl im Jahre 1905) eingeführt.
Die diesjährigen Ernteaussichten sind schlecht. Durch die großen Ueberschwemmungen zu Ende vorigen Jahres und in den ersten Monaten dieses Jahres haben die Anbauflächen in den fruchtbaren Talebenen des Wilajets arg gelitten und die Wintersaaten (Weizen, Gerste, Roggen, Mohn, Bohnen) sind teilweise zu Grunde gegangen. Dazu trat in den ersten Monaten dieses Jahres ahnorme Kälte ein. Nach amtlichen Berichten sind in den 2— betroffenen Distrikten 20 bis 80 % der Wintersaaten zerstör worden, sodaß man mit einem Ausfall von 40 — 50 % rechnen muß. Vielfach sind die zerstörten Acker mit Sommerfrucht bestellt worden. Die Gerste hat wiederum vielfach durch Regen gelitten, der sich zur Unzeit während des Einbringens der Ernte eingestellt hat. Der Stand der Sommersaaten (Hafer, Mais, Baumwolle, Sesam c.) scheint bis jetzt befriedigend zu sein.
dem Auslande betrug nach den
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ulgarien.
b 2 1 r 9122 in unterm 4. d. M. Der Ende Mai und Anfang Juni reichlich niedergegangene Regen und die dann folgenden sonnigen Tage haden den Stand der Sommer⸗ saaten merklich gebessert; die wenigen nur schwach üderwinterten
saaten konnten sich dagegen nur erholen. In dem chen Teil des Kreises und im östlichen Strich des Dohritzscher Bezirke stehen die Feldfrüchte zur Zeit recht defri digend, wenigerlängs der Chaussee Varna⸗Dobritsch und im übrigen Teil des Keises. Im
werden die Ernteaussichten in den Niederungen und der Ehene günstig
beurteilt; in den höder gel Ortschaften ler, Krumodo. Gündoglu) gibt jedech der Seen sewohl der all auch der
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