von neuem die Bescheinigung erteilt worden, daß sie, vor⸗ behaltlich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des § 75 des E genügen. Beerlin, den 24. August 1907. 1“
Der Reichskanzler.
Im Auftrage:
11
Caspar.
Königreich Preußen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Königlichen Friedrich Wilhelms⸗Universität in Berlin, Geheimen Medizinalrat Dr. August Bier zum ordentlichen Mittgliede der Königlichen wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen zu ernennen, dem Fabrikbesitzer Rudolf Schulte in Düsseldorf den Charakter als Kommerzienrat zu verleihen und die Wahl des bisherigen Leiters des in der Entwicklung begriffenen Realprogymnasiums in Sulzbach Kurt Zietzsch⸗ mann zum Direktor der Anstalt sowie infolge der von der Stadtverordnetenversammlung und den unbesoldeten Mitgliedern des Magistrats zu S ge⸗ troffenen Wahl den bisherigen Bürgermeister der Stadt Einbeck Paul Troje als Oberbürgermeister der Stadt Marburg für die gesetzliche Amtsdauer von zwölf Jahren zu bestätigen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst aeruht: den nachbenannten früheren und jetzigen Angehörigen des Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin - ——- .„ dem ordentlichen Professor der Hygiene an der Universüai Bern Dr. Wilhelm Kolle, dem Stabsarzt im 2. “ Pionierbataillon Nr. 20 Dr. Heinrich Hetsch in Metz, dem Stabsarzt im Infanterieregiment von Grolman 6. Posenschen) Nr. 18 Dr. Karl Kutscher z. Zt. in elsenkirchen, dem Oberarzt im Eisenbahnregiment Nr. 3 Dr. Emil Rothe in Berlin, dem Institutsdiener Alfons Volta in Berlin die Südwestafrikadenkmünze aus Stahl zu verleihen.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und 1 Medizinalangelegenheiten.
Der bisherige Vorsteher der Königlichen Präparanden⸗
anstalt zu Dt.⸗Krone Fugo Katschrowski ist zum Kreis⸗ schulinspektor in Sullenschin ernannt worden.
Dem Privatdozenten in der juristischen Fakultät der Uni⸗ versität zu Bonn Dr. Rudolf Müller⸗Erzbach ist das Prädikat Professor beigelegt worden. “
8. Evangelischer Oberkirchenrat.
Der in die mit dem Ephoralamte der Diözese Kottbus verbundene Oberpfarrstelle an der Oberkirche zu Kottbus .““ Oberpfarrer und Superintendent Kuhnert, bisher in Arnswalde N.⸗M., ist zum Superintendenten der Diözese Kottbus, Regierungsbezirk Frankfurt a. O., bestellt worden.
“
8 vem Unternehmer Peter Lieser und dem Königlichen
Tagesteiger Sattler zu Wehrden, Kreis Saarbrücken, ist unterm 20. November 1906 bezw. 19. März 1907 die im 1 des Gesetzes gegen den verbrecherischen und gemeingefähr⸗ 8 Gebrauch von Sprengstoffen vom 9. Juni 1884 (Reichs⸗ gesetzblatt 1. S. 61 ff.) vorgeschriebene polizeiliche Ge⸗ nehmigung erteilt worden, Sprengstoff „Westfalit, 115 und Glückauf“ zu empfangen und zu be⸗
itzen.
1 Nachdem die Genannten sich inzwischen in dem Verkehr mit Sprengstoffen als unzuverlässig erwiesen haben, wird die erteilte Genehmigung hiermit zurückgenommen.
Dies wird gemäß des Schlußsatzes der Ministerial⸗ verordnung vom 11. September 1884 (Amtsblatt S. 307) bekannt gemacht.
Saarbrücken, den 16. August 1907. Der I2 Landrat. on Hartmann⸗Kray, Regierungsassessor.
Angekommen:
Seine Exzellenz der Staatsminister und Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten von Arnim, vom Urlaub.
AKiichtamtliches.
Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 27. August.
Der Kaiserliche Botschafter in St. Petersburg von Schoen
hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten, während dessen Dauer die Geschäfte der Botschaft von dem Ersten Sekretär, Botschaftsrat von Miquel geführt
1
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist der Transport der von S. M. SS. adler“ abgelösten Besatzungen mit dem Reichspostdampfer Prinzessin“ am 24. August in hat am 25. August die Reise nach Neapel fort S. M. S. „Bussard“ ist am 24. Au 2 als Erholungsstation eingetroffen und bleibt dort en Ende September.
M. S. „Loreley“ ist am 24. August von Jalta (Krim) eingetroffen und gestern
aocbgegangen, am 25. August in Sinope eingetro von dort nach Therapia abgegangen.
“
der
S. M. S. „Sperber“ ist am 25. August von Duala (Kamer 8. nach Pernando Po in See gegangen.
S. M. S. „Luchs“ ist am 25. August von Tschingkian abgegangen, in Nanking eingetroffen und von dort na Kiukian (am Nangtse) abgegangen. 8
Deutsche Kolonien. 8 8
Der Unterstaatssekretär von Lindequist telegraphiert, „W. T. B.“ zufolge, aus Deutsch⸗Südwestafrika:
Der Gouverneur der britischen Kapkolonie bestätigt die An⸗ wesenheit Morengas auf englischem Gebiet bei Bakriviermund. Alle verfügbare britische Polizei ist dorthin entsandt. Nach Mit⸗
Gebiet. Das Kapministerium hat meinem Antrag, einen deutschen Generalstabsoffizier nach Kapstadt zu entsenden, um die Wünsche und Pläne des Truppenkommandeurs dem Ministerium und dem Polizei⸗ befehlshaber mitzuteilen, entsprochen und zugestimmt, daß derselbe alsdann dem kommandierenden Polizeioffizier des Gordonia⸗Distrikts attachiert wird zum Zwecke der Herstellung der Verbindung zwischen den deutschen und englischen Streitkräften. In Aussicht genommen ist hierfür von dem Truppenkommandeur mit meinem Einverständnis Hauptmann von Hagen.
Eine weitere amtliche Meldung aus Windhuk besagt:
Nach Mitteilungen der Kundschafter und englischer Hottentotten ist Morris am 20. August mit 2 Hottentotten und 37 Pferden zu Morenga gestoßen. orenga ist angeblich von Bakrivier wieder in die Berge gezogen.
E 8
Großbritannien und Irland.
Das Oberhaus hat das Geset, das die Heirat mit wester der verstorbenen Frau
„W. T. B.“ zufolge, in dritter Lesung mit 98 gegen 54 Stimmen angenommen, dagegen den von der 58 eingebrachten Gesetzentwurf abgelehnt, der ein neues System der Abschätzung von Grundbesitz in Schottland 1e Die Vertagung wird voraussichtlich am 28. August erfolgen.
In der gestrigen Sizung⸗ des Unterhauses sagte der Staatssekretär für Indien, Morley in Erwiderung einer Anfrage bezüglich der Lage im Pendschab, daß die neuesten Psseichces eine allmähliche, aber deutliche Besserung erkennen assen.
Die „Agence Havas“ veröffentlicht folgende Note: Der Botschafter Jules Cambon, der alte Beziehungen zum Fß rsten Bülow unterhält, traf sich mit ihm in Norderney.
Die Feeeee war sehr herzli . Unser Vertreter und der Reichskanzler konnten ihr Einvernehmen und ihre Zuver⸗ fis in die Vortrefflichkeit der deutsch⸗französischen Beziehungen
eststellen. 8 Rußland. Wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg meldet, ist der Oberst Iwanomw, Chef des Bennaefangmlsen im Wiborger Stadtvwiertel, ühae g auf der Straße von einem unde⸗
kannten jungen Man loch mehrere Revolverschüsse getötet worden. Der Verbrecher, der auf der Flucht noch einen Polizisten verwundete, wurde festgenommen.
Spanien. Der Ministerrat beschäftigte sich in einer gestern adend abgehaltenen Sitzung mit der marokkanischen Frage.
Portugal.
Einer Meldung der „Agence Havas“ aus Lissabon zufolge trat der Staatsrat gestern zusammen, um über die Be⸗ gnadigung der Studenten von Coimdra Beschluß zu fassen. Alle Mitglieder der Versammlung äußerten nach obiger Quelle dem König gegenüber den Wunsch, daß zu normalen konstitutionellen Verhältnissen zurück⸗ werde. Franco führte auf Befragen aus, auch nach
treten. Das Mitglied des Staatsrats Luciano de Castro sagte, er sei immer Monarchist in konstitutionellem Sinne ge⸗ wesen, aber außerhalb der Verfassung sei er dies nie ge⸗ wesen und wolle es auch nicht sein. I“ In der gestrigen Sitzung des Komitees A der Schieds⸗ gerichtskommission der Friedenskonferenz brachte der nordamerikanische Delegierte Porter auf Grund neuer In⸗ struktionen einen Antrag zu Gunsten eines obligatorischen Schiedsgerichts ein, der eine der englischen und portu⸗ giesischen ähnliche — Schiedsgerichtsfälle enthält. Das Komitee beschloß, wie „W. T. B.“ meldet, die g eeecitge Vor⸗ lage sämtlicher auf das obligatorische Schiedsgericht dezüglichen Anträge, worauf der österreichisch⸗ungarische Delegierte Mérey de Kapos⸗Mére einen Vorschlag einbrachte, in dem die Annahme einer Resolution empfohlen wird, die zunächst die Anwendbarkeit des Prinzips eines obligatorischen Schieds⸗ gerichts auf gewisse internationale Verträge anerkennt, jedoch das unerläßliche Technische Spezialstudium der Regi überläßt, die das E des Studiums etwa — durch Vermittlung der holländischen Regierung einander mit⸗ ilen hätten, um auf dieser Grundlage zu endgültigen
ich genehmigte chilenische Finanzvorlage Lne Havas⸗ 8 Hanpt⸗
41 zufolge, nachstehende
88
8 eimkehrende „ Bussard“ und „See⸗
Port Said eingetroffen und in Mahs
internationalen Zölle werden künftig nicht f „ und zwar setzlichen * ihe von Iöcn as wird aus⸗ — ung eines Wertes von den Piaster. Die Regierung besitzt 100 Millionen „ um das Papiergeld zurückzukaufen, g auf
8 8
11
15 11
teilung des Generalkonsuls plündern Morengas Leute auf englischem
gestattet,“
einer Meinung müßten jetzt vieder normale Verhältnisse ein⸗
üünstig gegenüber; sie glauben, daß ihre Verwirkli
ung der industriellen und kommerziellen Produktion 8
eine Bessenung des Wechselkurses zur Folge haben wird, ehus
wie dies in Brasilien und Argentinien der Fall war.
Wie das „Reutersche Bureau“ aus Tokio
be fepanische lin N
inseln, dei dem eine Anzahl japanischer Robbenfä
dort im August 1906 angeblich unberechtigt Füecgenf 6
Amerikanern erschossen wurde, daß die Japaner keinen Wida
stand leisteten. Es wird behauptet, daß die Amerikaner de
⸗ ohne jede Veranlassung eröffneten. Der Regierung Zashington wurde von dem Ergebnisse der Untersuchung M
eilung gemacht, eine Antwort steht indessen
Afrika.
In den amtlichen mavokkanischen Kreisen in Ta 8 eine amtliche Uitüchfan von der Prc Sun Mulay Fast zum Sultan noch nicht vor. Wie die „Agence Havas“ mi teilt, haben die Minister in Tanger gestern Ei boten nach Fes gesandt, um zu erfahren, ob der Machsen no im Besitz der Herrschaft ist.
Der Admiral Philibert telegraphiert unter d 25. August, daß Mulay Hafid auf Casablanca zu marschie ohne daß man seine Absichten genau kenne. Die Europäe die von Fes her eintreffen, werden in Larrasch von de Kreuzer „Du Chayla“ an Bord genommen werden, der f⸗ nach Tanger üöem wird.
Die britische Kolonie in Tanger hielt gestern ei Versammlung ab und entwarf eine Petition an den Minift zur Uebersendung an die britische Regierung, in der, „W. T. B zufolge, ausgedruͤckt ist, daß die Vorkehrungen, die die fra 8 ische und die spanische Regierung zum Schutze der Europä
ort getroffen haben, ungenügend seien, da ses vor Tange nur ein französischer und ein spanischer Kreuzer befänden. G seien mehr Schiffe notwendig, besonders 23
Ferner wird demselben Bureau gemeldet, daß die deutsch Kolonie morgen Fes verlassen und sich nach werde.
„Daily Telegraph“ meldet aus Casablanca von Sonnta mitternacht: General Drude hat beschlossen vorzurückh und wird versuchen, mit den Verstärkungen, die gestern a gekommen sind, das marokkanische Lager dei Taddert d. Tagesanbruch zu überrumpeln. Der Feind würde sich da von 3000 Franzosen mit 8 Feldgeschützen und mehrere Maschinengewehren umringt sehen. 8' Taddert sind 100 Marokkaner zusammengezogen.
Am B. August wurde, „W. T. B.“ zufolge, an de scherisischen Kriegsminister eine Note übermittelt, die i Namen Frankreichs und Spaniens verlangt, daß die richtung der Polizei in den Hafenplätzen von Marokf 1 Algier erforderlichen Maßnahmen gemäß der Algecirasakte g troffen werden. b
meldet erac
7
noch aus.
Larrasch wende
Statistik und Volkswirtschaft.
Schlachtungen und Fleischproduktion im Deutsoöe Reiche im 2. Vierteljahr 1907 und in derselben 3e der beiden Vorjahre. In Nr. 194 des „Reichs. und Staatsanzeigers“ ist eine cht über die Zahl der im 2. Vierteljahr 1907 im Reiche ges 2 tere, an denen die allgemeine Schlachtvieh⸗ und Fleischbeschau da genommen wurde, gegeben worden. Vergleicht man diese mit früher für die gl Zeit der beiden Vorjahre veröffentlichten 3 ammenstellungen, so ergeben sich für das 2. Vierteljahr 1907 5 —) beiw. Zunahmen (+): Es haben in der Zeit vom 1. bis 30 Juni in Deutschland der allgemeinen und F beschau unterlegen e 1907
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der Fleischproduktion ist also im 5 und der Schafschlachtun 2
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der eine Abnahme stattgefunden hat:
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tersuchung des Vorfalles bei den Pribylac
war angerufen worden zur Entscheidung der Frage:
alkoholischen Getränke (Branntwein, Wein, Bier usw.) interessiert ist, alfo vor allem das der Brennereien, Weinhandlungen, Bierbrauereien Begrifflich gehören zum Alkoholkapital nicht die Betriebe der Wirte, denn e läßt sich nicht nur theoretisch eine Wirtschaftsführung ohne Alkobolvertrieh denken, sondern es besteht auch eine Anzahl alkoholfreier Betriebe. Aller⸗ ngs sind die meisten Wirte, auch wenn sie persönlich die Neigung haben, ihre Haupfeinnahme nicht aus dem Alkohol zu ziehen, doch von den Vertretern des Alkoholkapitals, besonders den Brauereien, finanziell abhängig. Die Münchener Brauereien z. B. lassen ein Kapital von etwa 44 Millionen Mark in den dortigen Wirtschaften arbeiten, etwa 24 Millionen Mark kommen davon auf hypothekarische Darlehen. Für Deutschland wird das Alkoholkapital dadurch versinnbildlicht, daß bei sehr germngen Ansätzen im Jahre 1900 die Ausgaben für Branntwein 735,0 Millionen Mark, für Bier 2083,4 Millionen Mark und für Wein 397,9 Millionen Mark, zusammen 3216,3 Millionen Mark betrugen. Der Verfasser entnimmt nun aus der fach⸗offiziellen „Deutschen Brau⸗ industrie“ die Dividendenziffern der deutschen Brauereien, die sich im Jahre 1905 zwischen 10 und 27,5 % bewegten. Er weist dann nach, daß alle Faktoren in der Alkoholbewegung die Wichtigkeit des Kampfes egen das Alkoholkapital erkennen, und daß eine gütliche Auseinander⸗ ung mit letzterem als aussichtslos erscheint. Dagegen sind grundsätz⸗ sche Mäßigkeit und Enthaltsamkeit zu den Todfeinden des Alkoholkapitals zu rechnen und daher auf ein Zusammengehen in diesem Kampf und als treue Bundesgenossen aufeinander angewiesen. Die frühere Verbitterung zwischen den Angehörigen beider Parteien trage einen großen Teil der Schuld an der “ Macht, die das Alkohol⸗ kapital erlangt habe. Eggers bespricht nun die bisherigen gesetzlichen Maßnahmen gegen das Alkoholkapital, wie die Lokaloption (Verbot des Alkobolvertriebs seitens der erwachsenen Einwohner durch Majoritäts⸗ beschluf der Gemeinde), die Staatsprohibition, die hohe Besteuerung alkoholischer Getränke, das Staatsmonopol, die Verschärfung der Be⸗ dürfnisfrage u. a. m. und würdigt schließlich ausführlich das sogenannte Gothenburger System, wie es bei Ausschank und Handel von alko⸗ holischen Getränken, durch Gesellschaften oder Behörden betrieben, im Dienste der öffentlichen Sittlichkeit in Schweden und Norwegen ich Geltang verschafft bat. Von diesem System und seiner ent⸗ 818 Jusgestaltung erwartet Eggers den erfolgreichsten Einflng auf eife Wminverung e aALIELI d Ueberzeugung, daß es über kurz oder lang auch in Deutschland zur Einführung gelangen werde. “
Zur Arbeiterbewegung.
Das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts „Ist die Her⸗ stellung von horizontalen Steindecken, wie sie durch Spezial⸗ geschäfte ausgeführt werden, als Maurerarbeit, d. h. in diesem Falle als „Streikarbeit“, zu betrachten.’ Das Einigungsamt hatte folgenden Schiedsspruch gefällt: „Die Steindeckenbaugeschäfte sind Spezial⸗ baugeschäfte und die von ihnen ausgeführten Arbeiten fallen unter diejenigen Arbeiten, welche in dem Vertrage enthalten sind, welcher zwischen dem Berliner Betonverein und der Sektion der Gips⸗ und Zementbranche abgeschlossen ist. In diesem Vertrage fehlt allerdings eine spezielle Bezeichnung der betreffenden Arbeiterkategorie, es wird deshalb den Parteien aufgegeben, eine solche zu vereinbaren und in den Vertrag hineinzufügen.“ Der Berliner Betonverein hat sich, wie die „Voss. Ztg“ berichtet, diesem Schiedsspruch unterworfen, während der Zentralverband der Maurer Deutschlands die Unter⸗ werfung abgelehnt hat.
Aus Kiel wird dem „W. T. B.“ er Die General⸗ versammlung des Arbeitgeberverbandes erklärte sich mit der Schließung der Holzgeschäfte aus va. des Ausstandes der Lagerarbeiter einverstanden. Sie beschloß ferner, daß von heute, Dienstag, an in keiner Branche mehr Arbeiter eingestellt und daß bei dem demnächst eintretenden Materialmangel sofort Füprechend viel Arbeiter entlassen werden sollen. (Vgl. Nr. 203 d. Bl.
In der Gütersloher Brauerei haben, wie der „Köln. Ztg.“ aus Bielefeld gemeldet wird, gestern die Arbeiter Lohnforderungen ““ Sie erwarten die Annahme des Tarifs innerhalb acht
agen.
Die ausständigen Tondreher und Maler der Steingut⸗ fabrik bei Staffel (vgl. Nr. 203 d. Bl.) haben, wie dasselbe Blatt mitteilt, die Arbeit wieder aufgenommen. Die Beendigung des Ausstandes erfolgte, weil der Verband die Gewährung von Streik⸗ unterstützung versagte, da die Gründe für die Arbeitsniederlegung als nicht sühhaktig angesehen wurden.
In einer neuerlichen Versammlung der Arbeitervertreter im Mährisch⸗Ostrauer Kohlengebiet einigte man sich, wie die „Köln. Zrg.“ erfährt, auf eine Einschränkung der Forderungen der Arbeiter und übergab eine entsprechende Erklärung dem Bergamte mit dem Ersuchen um friedliche Vermittlung, da, wie es in der Er⸗ klärung heißt, die Unternehmer und die Arbeiter an dem friedlichen Verlauf der Lohnbewegung interessiert sind.
Auz Kopenhagen meldet „W. T. B.“, daß in der gestrigen Generalversammlung des Fachvereins der Bautischler der vom Bürgermeister Jensen, dem Bankdirektor Heide und dem Direktor
auberg gemachte Vermittlungsvorschlag zur Beendigung des eit 2 Monaten dauernden Ausstands der Bautischler mit
535 gegen 504 Stimmen abgelehnt wurde.
Kunst und Wissenschaft. 8
Aus dem Lager der Wellmann⸗Expedition auf Spitzbergen ging dem „Reuterschen Bureau“ folgender Bericht vom 25. Juli zu: „Nach langem Kampfe mit heftigen Stürmen ist endlich die große . in der das Luftschiff „Amersca“ während seiner Füllung Unter⸗ unft finden soll, fertiggestellt. Die Füllung des Schiffes mit Wasser⸗ stoffgas wird morgen 696., n beginnen. Am 1. August wird die „America“, wie man annim aeenn sein, sodaß mit der Be⸗ festigung des Korbes und der Maschine begonnen werden kann. Um die Mitte des Monats August hoffen wir für die Reise nach dem Norden fertig zu sein, vorausgesetzt, daß wir kein Pech mehr haben. Die arktischen Winde gaben sich nicht damit zufrieden, unser Luftschiffhaus am 4. Juli übbel mitgenommen und unsere Arbeiten dadurch um vierzehn Tage verzögert zu haben, sie bliesen auch seither die ganze Zeit mit beträchtlicher Kraft und erschwerten die Ausbesserungsarbesten. Da wir aber Tag und Nacht arbeiteten, gelang es uns, die neuen Türme und Brücken und alle Holzarbeiten vor einer Woche fertigzustellen. Wir waren dabet, das Gebäͤude mit der Leinwandumhüͤllung zu überziehen, alb ein Sturmwind von Süden, der fünf Tage anbielt und sich erst am 24. Jult legte, allen Arbeiten ein Ende machte. Wir gingen dann sofort wieder an die Arbeit, und alb der Tag sank, war die Halle wieder voll⸗ ständig gedeckt. Go sind wir heute wieder genau so weit. wie am 4 Julf, als uns der Gturm einen so bösen Gtreich spielte. Drei wertholle Wochen verlorenk!. Aber es hleibt immer noch genug Zeit, wenn wir wetteres Unheill abwenden konnen. Co war ein außerorbentlsch ungünstiger Jult su Fpiebägpen. Per Bell⸗ und, der Henegeg nef bla degy Walsschfahrer, t voh von Eis, und selbst dse Walfis 79 ten sich Roch einem anderen Hafen umsehen. Gchlsse ber Robpbenschläger, bie de vor Giürmen vier⸗ her flüchteten, melben, vaßh bos Weiter sebr schlecht war. Poacheis war nur ib Mesten westlsch bereiie eaufgeitetew,. Gine der pielen schwierigen Arbeiten woat vae Pa den nh hvechtwhachen ber beiden „Schlangen“ [ür bvie „Ameriea. Go ist bevests frühen exfiset worzen, daß diese Schlangen sn unserem Piane ethe qtephe Rehe spielem. Wir müssen ein sogenduntes hnhsa habheh, behh zn wphl besser den Nomen 2 .B’; asite Plefes She18 Wehr Lder wehtger großer 89 1 bseseh. eboh den Waloh e
benst voben nachdem mehr ober wemnsges he diese Welse beesnfsfußt
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in gewissen Grenzen au1eenasisch ble versiheen, Fwekhastonen des Luft⸗ schisses. Pieseh agen’ vber d; Peeaenveüges F wirken zu funnen, went W - ht sob 6 t in 1 1envJ 1
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negecfften Leder, 6 Zoll im Durchmesser und 122 Fuß lang. Die Außenseite der Schlange ist mit mehr als 29 000 Stahlschuppen bedeckt, die sehr dünn und mit Nieten so an dem Leder befestigt nd, daß sie genau den Schuppen eines Fisches gleichen. ie Schlange ist so eingerichtet, daß sie beim GBleiten über Schnee oder Eis oder beim Schwimmen auf dem Wasser den denkbar geringsten Widerstand findet. Die zurückhaltende Schlange (Gremosschlange hat dagegen den Zweck, so viel Widerstand zu leisten, wie nach dem Verhältnis zu ihrem Gewicht eben möglich ist, wenn sie über die Eisschollen geschleppt wird, die in der Regel mit einer Schnee⸗ kruste bedeckt sind. Die Bremsschlange soll wie ein Schleppanker wirken, wenn der Wind für uns ungünstig ist und wir nur langsam mit ihm treiben wollen, ohne zuviel von unserer Reisezeit einzubßen oder zuviel von unserem kostbaren Brennstoff im Motor zu verbrennen. Diese Schlange ist desbalb mit 1785 Stahlkratzern bedeckt. Jeder dieser Kratzer hat 6 scharfe Stifte von etwa 1 Zoll Länge, d. h. auf 75. Fuß der aüeng⸗ komm̃en 11 250 Stifte. Die gewichtausgleichende Schlange soll in größerer oder geringerer Ausdehnung stets die Erdoberfläche berühren. Die Bremsschlange wird nur dann niedergelassen werden, wenn dies erforderlich ist. Diese beiden Lederröhren wurden mit Reserve⸗ vorräten gefüllt. Diese Vorräte sollen den Hauptteil eines Magazins bilden, für den Fall, daß die Mannschaft des Luftschiffes ezwungen sein sollte, zu überwintern, und daß sie dabei auf die . te in der „America“ angewiesen wäre. ir hoffen natürlich, daß dies nicht der Fall sein wird, aber es ist unsere Pflicht, uns soweit wie möglich auf alles vorzubereiten. Das Verpacken der Lebensmittel in diese langen Zylinder war eine langweilige Arbeit. Zunächst mußten wir in einem eigens zu diesem Zweck hergestellten Kessel Paraffin schmelzen in das wir hunderte von Bogen starken Papiers tauchten. Diese Bogen wurden sodann zu Röhren von etwa zwei Fuß Lange gerollt und in einen Zinnbehälter gesteckt, der etwa 6 Zoh Purchmesser hatte. In diese Behälter wurden die Lebens⸗aittel verpackt. Dag Brot (Schiffsbiskutt) wurde, soweit es sich machen ließ, in Butter oder zwischen fettes Fleisch gepackt, um für den Fall, daß Seewasser n die „Schlange“ eindringen sollte, geschätzt zu sein. Den Speck schnitten wir in Scheiben, die den Röhren entsprachen, - 1— aufeinander. e Butter wurte fms ⸗⸗⸗. sesnetet um alles überflͤssige Wasser zu beseitigen. este „Elgin⸗Rahm⸗Butter“. Eine 1 Butter gibt es nicht, sie enthielt doch viel Wasser, und sser ist nicht nur ein über⸗ Faüssiges Gewicht, sondern es hat noch dazu den Nachteil, . ei niedriger Temperatur die Butter hart macht wie Stein. suchte nach verschiedenen Mitteln, um ohne Zinnbüchsen aus⸗ zukommen, da diese zu schwer sind. Man verwendete sie deshalb nur für Horlicks Malzmilch, kondensierte Milch und ein Präparat aus Hafermehl und Bovril. Es wurden zylindrische Pakete von zwei Fuß Länge und sechs Zoll Durchmesser gemacht und in Paraffin⸗ papier gepackt. Diese Pakete wurden in lange Röhren von geölter Seide gesteckt. Die seidene Umhüllung erhielt drei Schichten Firnis wodurch sie nicht nur Schutz gegen Wasser erlangte, sondern asdicht wurde. Die einzelnen Seidenröhren wurden 11””S Holz von einander getrennt, sodaß jede von einen besonderen wasserdichten Abteil bildet. Sollte eine Röhren platzen oder reißen, so kann das Wasser in andere eindringen. Die Seidenröhren wurden schließlich lederne ylinder verpackt. Die beiden erwähnten „Schlangen“, ammen eine e von 198 Fuß haben, wurden auf diese Werise mit 1473 Pfund beladen. Davon sind 35 Pfund — und Zinn, sodaß Nahrungsmittel im Gewichte von 1438 d vor⸗ handen sind. Die Schlangen selbst haben ein Gerwicht von 463 Pfund, Das macht im ganzen 1936 Pfund. Die Exrpeditions⸗ teilnehmer sind sich darüber klar, daß die Reise der „America“ über 3 Lebensmittelvorräte
das Polarmeer kaum ganz ohne der sind an dem stählernen Gestel
möglich ist. Die „Schlangen“ sin des Korbes der „America“ durch ein 2 Zwecke tahlkabel erne
gefertigtes Stahlkabel befestigt. Dieses
fähigkeit von 5936 Pfund und dürfte deshalb grnügen. Leder, aus dem die „Schlangen“ hergestellt wurden, ist 9000 Pfund Haltbarkeit erprobt worden, sodaß es bedeutend eenutzt werden kann, ohne zu reißen. Die — ache ist ediglich ein Versuch. Sollte ein beträchtlicher Teil der in „Schlangen“ enthaltenen Lebensmittel verloren geden, so mwürde Mannschaft des Luftschiffes auf die Lebensmittel E—
sie sich durch ihre Gewehre zu verschaffen vermag. übrigen die Expeditionsteilnehmer, überhaupt nicht in die Lage versest werden, von den Vorräten in den Schlangen Gebrauch machen müssen, doch gewährt es ihnen immerhin 22 - — ihnen ein Gefühl der Sicherheit, Vorräte erne
winterung bei sich zu haben.
8 Land⸗ und Forstwirrschaft.
8 Ernteaussichten in Italten. Der Kaiserliche Generalkonsul in Neapdel 20. d. M.: Das Ergebnis der Getreideernee in g. Hektoliter geschätzt, also 10 Millronen orjahre. zn 2— konnte die 8— verhältnissen hereingebracht — was Menge wie Güte der Frucht ausgefallen.
§ ö“ 2 “ per Doppelzentner erste b Die Reben stehen + und qualitativ und quantitativd. hatte unnatürlich hohe Preise 41 sind, erwartet man für die neue Heute wird notiert: Bari rote Verschnittweine. 8 „ Trinkweine . . lerme Partinico .* 8 T lestrate 14 ½ n de delven dee . ehens veee a die Witterung rftig Ht siemlich geräumt sind dalden boden Prei sofern diese wie erwartet ausfällt, 3
Bari alte Oele. . 47 Are
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Die diesiährige Rußernte foll Pmelbte an 1“”
ernte. -nn hnh e beee üi e e affenbeit. Die Manna ⸗Eschen werden nach und nach zus Hamovihe angeschnitte nn andeüens Nene, dein teil ist. d kein Rogen noch störend aeeton vads a weeclen gbens kases.
.
ür Sumach war die Witterung bislang ebenfalls förderlich und die Ernte ist gut im Gange. Man kann auf günstiges - — rechnen. Die Freise ür beste Ballen Ware lauten 19 —20
per Doppelzentner, erste Kosten. In Tabak wird ein gutes Ernte⸗ ergebnis erwartet.
Ernteergebnifse und Getreidehandel in Syrien. Der Katserliche Generalkonsul in Beirut 1 10. d. M.: Die dies sheige syrische Getrelbeernte ist nach den vorliegenden 37 en im allgemeinen nur m ; die Regengüsse det Winters haben in en Gegenden auf die En⸗ wicklung der Saaten e ein Die Ausfuhr hat, ehen von nach Frcpten. 874 29 hrseaan EE eckung des heimischen Eigen rbe. Weiyer der aus der Gegend von Homs und stammte, verfrachtete 9h g, vori rSen 1090 8ℳ se un dz na m, & e von 19 ½ bis 20 v b-nn Bord. An e wurben nach Aegnoten 370 zu r. fob exportiert. Im Monas Juli des Vorjahres exportierte Sorien 30 000 dz Weizen zum Preise von 17 bis 17 ½ Fr. s6r den T EGeen 24½ und 50 000 dz Gerste zu 13 Fr. für den zent
11“ Ernteergebnisse in Serbien. Das Kaiserliche Konsulat in Belgrad berichtet unterm 20. 8.
Die Getreideernte Serbiens ist als beenbet iu betrachten Das
hierin ist bei Weizen etwa 40 v. H. binfichtlich der Menge⸗
aber 5 bis 6 v. H. hinsichtlich der Beschaffenbeit
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