1907 / 207 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 30 Aug 1907 18:00:01 GMT) scan diff

Deutsches Reich. 5

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: den Marinebauführer des Schiffbaufaches von Borries zum Marineschiffbaumeister zu ernennen.

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: den Landgerichtsrat Aron in Straßburg zum Direktor und den Amtsgerichtsrat Ernwein daselbst zum Landgerichts⸗ bei dem Landgericht in Straßburg zu ernennen sowie dem Eisenbahnbauinspektor bei der Verwaltung der Reichseisenbahnen Ferdinand Reisenegger in Saargemünd den Charakter als Baurat mit dem perszülichen Range eines Rats vierter Klasse zu verleihen.

rat

Bekanntmachung.

Am 1. September d. J. wird bei den Großherzogli öö5. Staatseisenbahnen die 7,8 km lange voll⸗ spurige Nebenbahn Löningen Landesgrenze (bei Lewinghausen) mit den Stationen Helmighausen und Lewing⸗ hausen für den Gesamtverkehr eröffnet werden. 8

Berlin, den 29. August 1907.

Der Präsident des Reichseisenbahnamts. G Schulz.

Bekanntmachung.

Die Stadtgen⸗iruhHeilbrenn marde erächtig., den Rest der Obligationen des 3 Millionenanlehens von 1901, und zwar die Stücke:

Lit. T Nr. 567 600 zu 2000 ℳ, G U 907 1000 1000 „„ ETü600b., 2 W 2 868 1000 2 200 2. im Gesamtbetrage von 293 100 wieder als 4 prozentige Schuld⸗ verschreibungen auf den Inhaber in den Verkehr zu bringen s —s C Reichsanzeiger“ von 1901 Nr. 132, 1905 r. 235). Stuttgart, den 23. August 1907. Königlich württembergisches Ministerium des 11.“ Für den Staatsminister: aag.

Innern

von H

Königreich Preußen.

eine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Landgerichtsdirektor Dr. Treis in Cöln zum Senats⸗ präsidenten bei dem Oberlandesgericht in Breslau, den Staatsanwaltschaftsrat Deutschländer in Hirschberg i. Schl. zum Landgerichtsrat in Stettin, den Gerichtsasseffor Georg Bürgerle in Thorn zum Landrichter in Konitz, Cben Gerichtsassessor Nollner in Posen zum Landrichter in Gnesen, den Gerichtsassessor Soltau in Ratzeburg zum Land⸗ richter in Ratibor, ber Gerichtsassessor Dr. Kaul in Düren zum Landrichter ochum, die Gerichtsassessoren Josef Brühl in Frankfurt a. M. und Dr. Schmidt⸗Blanke in Bonn zu Landrichtern in Frankfurt a. M., Staatsanwalt Alexander Hundertmarck in Allenstein zum Amtsrichter in Darkehmen, b den Gerichtsassessor Paul Meye in Wittenberg zum Anmesrichter in Neustadt (Westpreußen), s den Gerichtsassessor August Kuß in Graudenz zum Ametsrichter in Hammerstein, den Gerichtsassessor Heinrich Wegener in Rosenberg (Westpr.) zum Amtsrichter in Culmsee, den Gerichtsassessor Paul Hell in Berlin zum Amts⸗ richter in Züllichau, den Gerichtsassessor von Zastrow in Breslau zum Amts⸗ richter in Guben, den Gerichtsassessor Max Tetzlaff in Schrimm zum Amtsrichter in Schmiegel den Gerichtsassessor richter in Myslowitz, den Gerichtsassessor Paul Falkenhain in Breslau zum Ametsrichter in Neumarkt, die Gerichtsassessoren Siegbert Schweitzer in Beuthen O⸗S., Walter Niemann in Schönebeck und Karl Baum in Beuthen O.⸗S. zu Amtsrichtern in Beuthen O.⸗S., den Gerichtsassessor Freiherrn von Kottwitz in Görlitz zum Amtsrichter in Freystadt, 1 den Gerichtsassessor Otto Scheitzel in Frankfurt a. O. zum Ametsrichter in Bolkenhain, den Gerichtsassessor Karl Hoffmann in Oranienburg zum Amtsrichter in Rosenberg O.⸗S., 1 den Gerichtsassessor Dr. Georg Müller in Charlotten⸗ burg zum Amtsrichter in Ratibor, den Gerichtsassessor Jeß in Weißensee i. Thür. zum Amts⸗ richter daselbst, 1 den Gerichtsassessor Richard Held in Limburg a. d. L. zum Amtsrichter in Königstein, den Gerichtsassessor Eichhoff in Wallmerod zum Amts⸗ S. Hn Sche⸗ fußd en Gerichtsassessor Dr. Wilhelm Schmitz in Cöln zum Amtsrichter in M.⸗Gladbach, sce b den Gerichtsassessor Walter Zippel in Bartenstein zum Staatsanwalt in Memel, den Gerichtsassessor Hermansen in Altona zum Staats⸗ anwalt in Bromberg den Gerichtsassessor Max Hecker in Berlin zum Staats⸗ anwalt in Landsberg a. W., den Gerichtsassessor Dr. Burchardt in M.⸗Gladbach zum Staatsanwalt daselbst und den Gerichtsassessor Rudolf Müller in Saarbrücken um Staatsanwalt daselbst zu ernennen sowie . dem Amtsgerichtsrat Richter in Graudenz den Charakter 1 als Geheimer Justizrat zu verleihen.

Bekanntmachung.

Nachdem im Gebiete der Wolga und am Bug, einem Nebenflusse der Weichsel, und zwar in Brest-—Litowsk, cholera⸗ verdächtige Erkrankungen und Todesfälle beobachtet worden sind, ist behufs Verhütung der Einschleppung der Cholera die gesundheitliche Ueberwachung des Schiffahrts⸗ und Flößereiverkehrs auf dem oberen preußischen Teile der Weichsel ng, crh und für die einheitliche Leitung der Weee zur Verhütung der Weiterverbreitung der Cholera durch den Flußverkehr der Königliche Oberpräsident der Provinz Westpreußen als Staatskommissar ernannt worden.

Berlin, den 24. August 1907.

Der Minister b Der Minister⸗ für Handel und Gewerbe. der öffentlichen Arbeiten In Vertretung: In Vertretung: Richter. 8 von Coels. Der Minister Der Minister der geistlichen, ddes Innern. Unterrichts⸗ und Medizinal⸗ In Vertretung: 8 angelegenheiten. von Bischoffshausen. 1““

Finanzministerium. 8

Der als Mitglied der Provinzialsteuerdirektion in Cöln angestellte Regierungsrat Wentzel ist in die Stelle eines Mit⸗ gliedes der Provinzialsteuer Hirektion in Berlin versetzt worden.

Justizministerium.

Der Rechtsanwalt Zimmermann in Reichenbach i. Schl. ist zum Notar für den Bezirk des Oberlandes Brelan, mit Anweisung seines Amtssitzes in Reichenbach i. 8 der Rechtsanwalt Capelle in Werne zum Notar für den Bezirk des Oberlandesgerichts zu Hamm, mit Anweisung seines Amtssitzes in Werne,

der Rechtsanwalt Didden in Niedermarsberg zum Notar für den Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm, mit Anweisung eines Amtssitzes in Niedermarsberg, und

der Gerichtsassessor Molls in Mettmann zum Notar für den Bezirk des Oberlandesgerichts in Cöln, mit Anweisung des Amtssitzes in Blankenheim, ernannt worden.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten.

Der Arzt Dr. Hagemeier aus Hamm i. W. ist zum

Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreisarzt⸗

bezirks Kreis Lippstadt beauftragt worden. Am Schullehrerseminar zu Bederkesa ist der bisherige

kommissarische Seminarlehrer Kinghorst daselbst als ordent⸗

licher Seminarlehrer angestellt worden.

Dem Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Universität in Göttingen Dr. Alfred Schittenhelm, dem Oberarzt an der medizinischen Klinik und Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Universität zu Göttingen Dr. Rudolf Staehelin, ie Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Universität zu Bonn Dr. Max zur Nedden, dem Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der Universität zu Bonn Dr. Rudolf Eschweiler, dem Privat⸗ dozenten in der philosophischen Fakultät der Universität zu Bonn Dr. Adolf Strubell, dem Privatdozenten in der philosophischen Fakultät der Universität zu Bonn Dr. Adolf Borgert und dem Privatdozenten in der philosophischen Fesment der Friedrich Wilhelms⸗Universität zu Berlin Dr.

udolf Eberstadt ist das Prädikat Pöefefsar⸗

dem akademischen Gesang⸗ und Musiklehrer an der zu Münster Dr. Wilhelm Niessen der Titel Universitätsmusikdirektor verliehen worden.

2. Cvangelischer Oberkirchenrat. 8 1

Zum Pfarrer der deutschen evangelischen Gemeinde zu Glasgow in Schottland ist der Pfarrvikar Joh. Schlott aus Fentsch (Lothringen) berufen worden.

Erich Ploch in Breslau zum Amts⸗ f8 8 Deutsches Reich.

een, Berlin, 30. August. Die Diensträume des Königlich preußischen Ober⸗

verwaltungsgerichts befinden sich seit dem 29. August

11“

Hardenbergstraße 1

d. J. in ve Charlottenburg 2 Laut „W. T. B.“ ist S. M. S. „Stein“ am 28. August in Fünchal auf Madeira eingetroffen und geht am 4. Sep⸗ tember von dort nach Corfu in See.

S. M. Flußkbt. „Tsingtau“ ist am 28. August in Canton eingetroffen und geht heute von dort nach

v

““ Deutsche Kolonien. 1 1

Ein gestern in Berlin eingetroffenes Telegramm des Gouvernements in Buea, Schutzgebiet Kamerun, über die Bewegung in Adamaua berichtet, wie „W. T. B.“ mitteilt:

Die Sg h. ist mit dem Tode des Malam eeee Wadai, der bei Djabake, einen Tagemarsch nordöstlich von Garua, fiel, als vorläufig beendigt anzusehen. Eine lokale Erhebung zwischen Garug und 85 wurde niedergeworfen. Vier Haupt⸗ anhänger des Malam Wadat wurden in Ubao, drei Tage südlich von Garua, hingerichtet. Auch der durch den Lamido (Heuptlino) von Garua gefangen genommene Fullah⸗Mahdi, der Anstifter der ganzen Bewegung, wurde hingerichtet. Die Beyölkerung der Lamidate Rer Buba und Ngaundere i noch erregt; jedoch haben die beiden Lamidos sich als regierungstreu erwiesen. Die Berxefupe hatte einen allgemein europäerfeindlichen Charakter. Im dn ichen Jola⸗Bogen zu Englisch⸗Nordnigeria gehörig) wurde die Anwesenheit von

genten der Senussisekte festgestellt. Am 13. d. M. ist ein Transport von 80 Mann mit einem Mn finengewehr unter Hauptmann von Krogh über Burutu nach Garua in Bewegung gesetzt worden. Diese Verstärkung soll in der Hauptsache die Residentur Adamaua

ichts 22—

schnellen⸗Grenzexpedition, die am 9. d. M. unter Major Häring die Ausreise in Hamburg angetreten hat und auf ein bis zwei Jahre berechnet ist, das nötige Begleitkommando zu stellen. Nach Eintreffen der Verstärkung wird aber auch eine Klärung der Lage in den Lamidaten Rei Buba und Ngaundere möglich werden. Eine weitere Verstärkung hält das Gouvernement für unnötig.

An der Küste ist alles ruhig. Der Gouverneur Dr. Seitz hat am 16. d. M. eine Dienstreise in den Südbezirk an treten, auf der er Edea, Jaunde und Kribi besuchen wird

instand setzen, der deutsch⸗englischen Jola⸗ es.

Rußland.

Gestern nachmittag verkündete das Militärgericht das Urteil in dem Verschwörerprozeß. Nikitenko, Sinjawski alias Purkin und Naumow wurden für schuldig erkannt, einen Anschlag auf das Leben des Kaisers vorbereitet zu haben, und zum Tode durch den Strang verurteilt. Von vier Angeklagten, die der Bildung einer Organisation zwecks Sturzes der bestehenden Regierungsform für schuldig erkannt wurden, sind drei zu acht Jahren und einer zu vier Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Fünf weitere Ange⸗ klagte wurden wegen Unterstützung der Verschwörung zur Aus⸗ weisung verurteilt unter gleichzeitigem Verlust aller Standes⸗ vorrechte. Sechs Angeklagte wurden freigesprochen.

Niederlande.

Das Komitee A der Schiedsgerichtskommission der riedens konferenz heschlaß, „N. T. B“ zufolge, daß die echtsprechung des obligatorischen Schiedsgerichts sich nicht

auf Gegenstände —eestsecker üͤber bie nats Gerichte zu entscheiden hätten, beispielsweise über litera⸗ risches und künstlerisches Eigentum, sondern nur auf Fragen, welche die Regierungen selbst oder ihre Ver⸗ waltungsbehörden zu erledigen hätten. Der schweizerische Antrag, in dem zwar eine Liste obligatorischer Schiedsgerichts⸗ 88 enthalten ist, demzufolge den Regierungen aber vor⸗ ehalten bleibt, ihre Zustimmung zu einzelnen der darin ent⸗ haltenen Kategorien erst bei der Ratifikation des Vertrages zu erklären, wurde mit zehn gegen fünf Stimmen abgelehnt. e stimmten Deutschland, Oesterreich⸗Ungarn, Rußland, Holland und die Schweiz.

Türkei.

Das „Wiener K. K. Telegr.⸗Korresp.⸗Bureau“ meldet unter dem 28. d. M. aus Konstantinopel: Die vorgestrige Note der Pforte an die persische Botschaft erklärt, die Truppen hätten Befehl gehabt, die Grenze in keinem Fall zu überschreiten. Da die Note die persische Regie⸗ rung nicht einlud, einen Vertreter zur Untersuchungs⸗ kommission zu ernennen, so unternahm der persische Bot⸗ schafter erneut Schritte, und es gelang ihm, ein Einvernehmen su erzielen, demzufolge die Pforte eine neue Note an die Bot⸗

chaft erichtete, in der sie die persische Regierung auffordert,

Mitgli der für die Kommission zu ernennen.

Bulgarien.

Wie „W. T. B.“ aus Sofia gemeldet wird, trugen die Jubiläumsfestlichkeiten echt nationalen Charakter, ins⸗ besondere das auf dem Marsfelde gegebene Diner zu 2600 Ge⸗ decken, bei dem einige Minister sowie der Fürst mit stürmischem Beifall aufgenommene Ansprachen hielten. Nach dem Essen wohnten der Fürst, die Mitglieder des Kabinetts und des diplomatischen Korps sowie alle Gäste auf dem prachtvoll be⸗ leuchteten Marsfelde einem Zapfenstreich der Garnison bei. Bei diesem Schauspiele waren außerdem noch etwa 20 000 Per⸗ sonen anwesend, die de darbrachten. 8

4 Amerika.

Die Roosevelt und Diaz richteten gleichzeitig an die Präsidenten der mitt elamerikanischen epu⸗ bliken Telegramme, in denen sie, „W. T. B.“ zufolge, die guten Dienste der Vereinigten Staaten und Mexikos zur Bil⸗ dung eines Kongresses anbieten, der die Vorschläge zur Aufrecht⸗ erhaltung des Friedens zu erörtern haben würde. Es heißt, die Republiken würden eingeladen werden, die Konferenz in Washington abzuhalten. In diplomatischen Kreisen wird er⸗ klärt, daß keine Republik es verantworten könnte, die an⸗ gebotene Vermittlung abzulehnen, und daß ein dauernder Friede tatsächlich gesichert sei.

Das Bundesgericht der Vereinigten Staaten ist ersucht worden, an 18 Eisenbahnen, die von Chicago ausgehen, ein gercelicUse⸗ Verbot zu erlassen, am 1. September einen neuen Tarif in Kraft treten zu lassen, der, wie behauptet wird, die Kläger, Eigentümer von Molkereien in verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten, ernstlich schädigen würde.

Afrika. Wie das ‚Reutersche Bureau“ aus Casablanca unter dem 28. August meldet, läßt es der Gang der Ereignisse für das französische Expeditionskorps zweckmäßig erscheinen, so⸗ bald als möglich vorzurücken, und zwar in der Richtung auf Taddert zu, das zwölf oder fünfzehn Kilometer südlich von Casablanca liegt. Die größte Schwierigkeit, die überwunden werden muß, besteht in der Beschaffung von Wasser und Transportmitteln; alle brauchbaren Karren, Maul⸗ tiere und Pferde sind indessen schon zusammengebracht. Bei einem in der Nacht vom 28. au den 29. d. M. von den Mauren auf die Stadt unternommenen vngniff sind auf franzöfischer Seite drei Mann gefallen und zwölf verwundet worden.

Admiral Philibert telegraphirte unterm vorgestrigen Datum: Die politische Lage 8 unverändert, kein Europäer hat Saffi und Mogador Seah obwohl der Dampfer „Anatolie“ zur Aufnahme von F üchtlingen bereit liegt.

Der Kreuzer „Desaix“ wird von Toulon nach Tanger gehen, um die europäische Kolonie zu beruhigen. Der engllsche

onsul in Tanger hat allen englischen Untertanen den Rat erteilt, sich im Falle eines Angriffs auf die Stadt nach von ihm angewiesenen Zufluchtsstätten zu begeben, die in Verteidigungszustand gesetzt worden sind. Für die deutsche Kolonie ist das deutsche Gesandtschaftsgebäude der Gefahr als Versammlungsort bestimmt.

84 e a

m Fürsten unausgesetzt Huldigungen

Statistik und Volkswirtschaft.

Der achte Weltkongreß für Wohnungsreform in London.

In London, der klassischen Stadt der Wohnungsfrage, hat Mitte lugust d. J. der achte Weltkongreß für Wohnungsreform statt⸗ hfunden, eine Versammlung, die an Bedeutung den denkwürdigen frankfurter Kongreß (Oktober 1904) noch überragte und mit ihm das gemeinsam hatte, daß er ebenfalls keine formellen Beschlüsse, keine indenden „Resolutionen“ faßte, sich vielmehr auf die Behandlung der

pp ichtigsten Fachfragen über das Wohnungswesen in einer Reihe von

Multurländern (England, Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Holland) beschränkte. Nächst Großbritannien, das als Tagungsland hegreiflicherweise in erster Reihe stand, lieferte das arbeitsreiche und n Wohnungssachen sehr fortgeschrittene Belaien die meisten Gegen⸗ sände für die Tagesordnung. Ueber das Wichtigste und Interessanteste Kongreßverhandlungen wird in der „Sozialkorrespondenz“ ein Hericht erstattet, dem wir folgendes entnehmen: Vor allem wurde auch in dieser Versammlung die Unerläßlichkeit Schaffung billiger, aber gesunder Wohnungen und der mit diesem problem zusammenhängenden Dezentralisierung betont. Der englische Minister für Lokalverwaltung, John Burns, sagte unter anderem: In allen Ländern schreitet die „Verstädtlichung“ der Bevölkerung schnell vorwärts. Wird diese Entwicklung nicht geregelt und bemeistert, p muß die Lebenskraft der Massen stetig abnehmen. Wollen wir inständige Menschen haben, so müssen Staat, Gemeinde und Privat⸗ litigkeit zur Erstellung geräumigerer, behaglicherer Volkswohnungen sammenwirken. Wenn in allen Ländern an die Errichtung von beimstätten und Gemeinden auch nur die Hälfte der Begabung und es Fleißes gewendet würde, wie an die Zerstörung von Heimstätten und Gemeinden, so wäre die Welt viel glücklicher. Wie die Dinge ahber liegen, wohnt noch heute z. B. in Glasgow die Hälfte, in Udinburg ein Drittel der Bevölkerung zu mehr als zu zweien in einem Raum, obwohl die Dezentralisierung schon so sehr zunimmt, daß in London allein 50 000 schlechte Wohnhäuser, in den übrigen Großstädten des eigentlichen England weitere 450 000 leerstehen, weil giemand mehr in ihnen wohnen mag, und obwohl die Gemeinden alletn 8 90 „,11* 000 Weit mehr haben die staatlichen Behörden Englands geleistet; sie baben bisher für den Ankauf menschenunwürdiger Großstadthäuser 6, für den Bau neuer, guter Wohngelegenheiten 4 Millionen Pfund Sterling ausgegeben. Sehr traurig ist die Tatsache, daß es noch sange nicht gelingt, alle aus den Elend⸗ und Schmutzvierteln heraus⸗ gewiesenen Bewohner nachher günstig unterzubringen; immerhin je⸗ soch konnten die ausländischen Kongreßteilnehmer von den bögi en Erperimenten der Engländer trotz deren allzu großer Kostspieligkeit und trotz der jetzt freilich so ziemlich überwundenen Kinderkrankheiten weit mehr lernen als von denen aller anderen Länder. Die Tätigkeit von Stadt und Staat hat die britische Privat⸗ initiative glücklicherweise nicht nur nicht gelähmt, sondern sogar in zufmunternder Weise angespornt. In London haben 10 auf philan⸗ bropischer Grundlage beruhende Vereinigungen für 125 000 Personen Wohnungen erbaut. Die äußerst verdienstvolle „Rowtonhäusergesell⸗ schaft“ errichtete in den letzten acht Jahren sechs großartige Ledigenheime ffür weit über 5000 Männer), die im Wiener „Männerheim“ und im Mailänder „Albergo populare“ Nachahmung gefunden haben. 113 britische Baugenossenschaften erstellten fast 47 000 Häuser für nd 10 Millionen Pfund Sterling. Die sogenannten „Copartnership housing societies“, eine ganz neue Unternehmungsform, können hereits 400 Häuser aufweisen. Außerdem haben rund 2000 gewöhn⸗ sche Baugenossenschaften ihren 600 000 baulustigen Mitgliedern mgeheure Summen vorgestreckt in einem einzigen Jahr 10 Millionen Pfund Sterling! Ferner beherbergen die wohlbekannten Industrieparadiese’ Port Sunlight, Bournville und Earswick viele kausende von Arbeitern nebst ihren Angehörigen unter geradezu idealen Wohnverhältnissen, welche die Sterblichkeit auf 8 9 % herunter⸗ gebracht haben. Endlich ist infolge der außerordentlich segensreichen Hartenstadtbewegung, die von England ausging (Näheres in den be⸗ heffenden Schriften von [bei Eugen Diederichs, Jena 1906] d von Katscher d2 elix Dietrich, Leipzig 1907]), eine Reihe von Idustriell⸗landwirtschaftlichen Gemeinwesen im Entstehen begriffen, die berufen 15 die Dezentralisierung in vollkommenster und ausge⸗ ntester eise mit der Schaffung mustergültiger Wohnstätten zu

üpfen.

Da die großstädtische Wohnungsnot teilweise eine Folge der Ab⸗ vanderung vom Lande „Urbanisierung“ der Bevölkerung ist, die bwanderung aber häufig durch elende ländliche Wohnungsverhältnisse ver⸗ rsacht wird, macht die ländliche Wohnungsreform den Menschenfreunden in manchen Ländern kaum weniger Sorge als die städtische. Auf dem Rongreß wurde die Anstellung ländlicher Wohnungsinspektoren für sehr wünschenswert erklärt, namentlich angesichts des Umstands, daß es n einzelnen Gegenden Englands tüchtigen, sozial denkenden Gutsver⸗ waltern gelungen ist, een die vernachlässigten Wohnungen als auch deren vernachlässigte Bewohner erheblich zu verbessern. Der Belgier Kibbaut hob die dringende Notwendigkeit zielbewußter Begünstigung und Stärkung der Kleingrundbesitzerklasse hervor und berichtete über den großen Erfolg der belgischen Bestrebungen, die Abwanderung burch die Schaffung von Kleinwirtschaften zu verhüten. Ein reichs⸗ deutscher Teilnehmer erwähnte, daß auch in seinem Lande die Förderung des Kleinwirtschaftswesens als die einzige Lösung des Uebels betrachtet verde; dort brauche der Bauer nur 10 % des Kaufpreises bar beizu⸗ bringen, da er vom Staate 75, vom Gutsherrn 15 % auf Hypothek

ahalte. „Bebsonders wertvoll war die Beratung über das Thema: Nietskasernen oder Cottagesystem? Aldridge, der lrrangeur und Sekretär des Kongresses, erklärte sich entschieden für das letztere; denn gegen die ersteren sprächen hältnismäßige Höhe der Herstellungskosten (in London, Glasgow und Manchester z. B. 70 bis 116 Pfund Sterling für 1 Zimmer gegenüber 42 ½ bis 65 Pfund Sterling für 1 Zimmer Cottage⸗ kaukosten in London, Hornsey, Manchester und Sheffield), der Nangel eines gesunden Familienlebens, sowie der aeringere iogienische Nutzen in Mietskasernen, vorausgesetzt natürlich, daß se Häuschen nicht in „Slums“, sondern in guter Luft errichtet derden. Zur Bekräftigung teilte ein Diskussionsredner mit, in New York, wo die Riesenhäuser vorherrschen, die Sterb⸗ hkeit um die Hälfte größer ist als in London, wo das Kleinhaus⸗ besen überwiegt. Ein anderer Sprecher betonte mit Recht die soziale Unbill, die darin liegt, daß man nicht im Interesse der Gesundheit ind Behaglichkeit baut, sondern um auf kleinem Raum möglichst viele Nenschen unterzubringen und dadurch recht viel Gewinn zu erzielen. öIIII1I1I1A“

b 8 8 Zur Arbeiterbewegung.

Die Lohnbewegung bei den vereinigten Kunstanstalten in aufbeuren ist, wie die „Köln. Z8g. erfährt, nunmehr, nachdem e Unterhandlungen zu einem befriedigenden Erfolge geführt haben, udgültig beigelegt. Die Arbeiterschaft hat nicht unbedeutende Vorteile mungen.

„Der Ausstand der Käser in Kempten wird, wie demselben Glatte gemeldet wird, voraussichtlich keinen Erfolg für die Arbeiter aben. Ein Teil von ihnen ist bereits von dort abgereist, um ander⸗

närts Arbeit zu suchen. Mit Rücksicht darauf, daß der zwischen den Arbeitgebern und rbeitern des Leipziger Baugewerbes Fhaelchloffen⸗ Tarifvertrag im 1. Juli 1908 seine Gültigkeit verliert, beschäftigen sich, wie die po. Ztg.“ berichtet, die Maurer, Finmfaee und sonstigen Bau⸗ andarbeiter schon jetzt mit der Vorbereitung einer Lohnbewegung nm Zwecke des Abschlusses eines neuen günstigen Arbeits⸗ und Tarif⸗ fertrages. Hierzu nahm auch eine am Mittwo aebaügg. Versamm⸗ ung der Fange gehilfen Stellung und beschloß die Se r 2

iusführlichen Berufsstatistik zur Klärung der gegenwärtigen

nd Lohnbedingungen, um eine zuverlässige un ig für neue For⸗ rungen und für die Ausarbeitung eines neuen Tarifes zu gewinnen. kamentlich soll festgestellt werden, wieviele Arbeiter unter dem

die unver⸗

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Wöbnungen mit 60000 Zimmern erbaut Haren

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zur Sprache, daß die niedrigsten Löhne in den Fabriken gezahlt werden. In einer Fabrik des Westens von Leipzig soll der Stundenlohn der Fabrikzimmerer bis auf 40 herabgehen. Auch über Mißstände bei Leistung von Ueberstundenarbeit wurde lebhaft Klage geführt.

Der Aus fahet v Personals in Hamburg hat, wie „W. T. B.“ meldet, bisher keine Folgen gehabt. Den beteiligten Schleppdampferfirmen gelingt es, eine immer größere Anzahl stillliegender Schlepper mit Hilhe auswärtigen Zuzugs in Dienst zu stellen. Heute abend findet eine Versammlung aller ausständigen Schiffer, Maschinisten und Deckleute statt, in der über die augenblickliche Lage berichtet, haupt⸗ sächlich aber über den Zusammenschluß der einzelnen Vereine zu einem Verbande beraten werden soll.

Aus Antwerpen wird dem „W. T. B.“ telegraphiert, daß der-

Mindeststundenlohn von 65 ₰entlohnt werden. 5 der Versammlung kam

Arbeitgeberverband beschloß, die Hafenarbeiter so lange aus⸗

zusperren, bis sie sämtlich die Arbeit wieder aufgenommen hätten, und zu diesem Zweck weitere Beträge zu bewilligen. Gegenüber der Haltung der Arbeitgeber beschlossen die Arbeiter in gestern vormittag abgehaltenen Versammlungen, den Widerstand fortzusetzen. Die Lage im Hafen ist ruhig. Die Ladearbeiten werden von ausländischen Arbeitern verrichtet. Die Gendarmerie ist verstärkt worden.

In einer gestern in Kopenhagen abgehaltenen außerordent⸗ lichen Generalversammlung der Arbeitgebervereinigung wurde in der Angelegenheit des seit vier Monaken dauernden Bau⸗ tischlerstreiks 2e Geens beschlossen, den Bautischlern zur Wieder⸗ aufnahme der Arbeit eine Frist von drei Tagen zu gewähren. Bei Nichtaufnahme der Arbeit innerhalb dieser Zeit soll die Gesamt⸗ auss für sämtliche der Arbeitgebervereinigung angehörenden Betriebe des Landes verkündigt werden.

Zweitausend Arbeiter der Minen von Sao Domingos (Provinz Alemtejo), die den achtstündigen Arbeitstag fordern, sind, wie dem „W. T. B.“ aus Lissabon telegraphiert wird, gestern in den Ausstand getreten. 8 ““

Land⸗ und Forstwirtschaft.

Sibirische Buttertransporte.

Nach den Angaben des Ministeriums der Verkehrswege sind in der Zeit vom 1. April a. St. (dem Beginn der Transitotransporte von Butter aus Sibirien) bis zum 1. Juli 1907 über Tscheljabinsk nach den Häfen Windau, eval, Riga und St. Petersburg 2064 Waggon (1 226 951 Pud) mit sibirischer Butter abgesandt worden, d. h. 75 Waggon (331 224 Pud) mehr als im vorigen Jahre in derselben Zeit. Eine besondere Hunahme im Transport von Butter wurde im Juni 1907 konstatiert, wo über Tscheljabinsk 1124 Waggon (636 199 Pud), gegen den Juni 1906 um 544 Waggon (313 533 Pud) mehr versandt wurden. Der Transport von sibirischer Butter ging bisher über Tscheljabinsk Batraki —Rusajewka Rjasan Moskau und weiter auf der oder der Moskau Windau—Rybinsker Eisenbahn. Ende Juni wurde aus Tscheljabinsk der erste spezielle Butterzug aus 22 Waggons auf der neuen Linie abgelassen: Tscheljabinsk Perm Wjatka und weiter auf der neu eröffneten Nordbahn bis nach St. Petersburg. Der neue Weg ist um mehr als 300 Werst näher. (Prawst. Wjestnik.)

Handel und Gewerbe.

Der Zentralausschuß der Reichsbank war heute, Vormittags 10 ½ Uhr, zu einer Sitzung versammelt. Im Anschluß an die vorgetragene vöht Wochenübersicht be⸗ merkte der Vorsitzende, Vizepräsident des Reichsbank⸗ direktoriums Dr. von Glasenapp, daß die Lage der Bank, ungeachtet einer erkennbaren Kräftigung, nach wie vor als gespannt angesehen werden müsse. Die Ge⸗ Pertatag sei infolge der erheblichen Verminderung des

estandes an Schatzanweisungen gegen die Vorwoche reilich um 67 Millionen zurückgegangen und nur noch um 64 Mil⸗ lionen höher als im Vorjahre, die Wechselanlage übersteige aber mit 1034 Millionen trotz des höheren Zinsfußes die des Vorjahres um 128 Millionen. Der Metall⸗ vorrat beziffere sich um 13, der Goldbestand um 10 Millionen niedriger als im Vorjahre, der Noten⸗ umlauf um 72 Millionen höher. Die steuerfreie Noten⸗ reserve von 172 Millionen bleibe um 38 Millionen hinter der des Vorjahres zurück. Die metallische Deckung der Noten stelle sich auf 68,9 Proz., gegen 1906 um 4,9 Proz., gegen 1905 um 10,5 hü⸗. schlechter. Der Stand der fremden been een ei ungünstig, wenngleich Gold noch nicht ins Ausland abfließe. Eine Diskontermäßigung könne unter diesen Umständen nicht in Frage kommen. Ein Widerspruch hiergegen wurde von keiner Seite erhoben. Schließlich wurden noch mehrere Gattungen von Stadtschuld⸗ verschreibungen zur Beleihung im Lombardverkehr der Reichs⸗ bank zugelassen. 11“1“

ten über „Handel und C Ersten Beilage.)

Verkehrsanstalten.

Laut Telegramm aus Rosenheim ist die heute früh in Berlin fällig gewesene Post aus Italien und Ueberseepost ausgeblieben.

Theater und Mufik.

Kauammerspiele des Deutschen Theaters. 8

Das eeeehesas⸗ brachte gestern als erste neue Gabe dieser Spielzeit eine Aufführung von Strindbergs Drama „Fräulein Julie“, das schon früher im Kleinen Theater, als dieses noch unter Reinhardts Leitung stand, gegeben worden war. Die rohe Wirk⸗ lichkeitsschilderung eines Vorgangs, der nichts Typisches aufzuweisen hat, wurde zwar durch die feine Stimmungskunst, deren man sich auf der Bühne befleißigte, gemildert, vermochte aber doch nur jene Nervenspannung zu erzeugen, die gänzlich verschieden ist von den Empfindungen, die ein dichterisch dur eführter, wahrhaft tragischer Konflikt auszulösen imstande ist. D. Geschicht; der Gräfin Julie, die in der Johannisnacht mit ihren Sirenenkünsten den Kammerdiener Jean umgarnt und ießlich das Opfer dieses frevelhaften und gefährlichen Spiels mit dem Feuer wird, erweckt wohl das Interesse, das man einem patholosischen Fall, nicht aber die Teilnahme, die man allgemein menschlichen Schwächen ent⸗ springenden Verirrungen und Verwicklungen entgegenbringt. Diese Ueberzeugung, die man schon nach der ersten, hesseren Auffuüͤhrung im Kleinen Theater gewonnen, wurde gestern nur gestärkt. Für das sprung⸗ hafte, mutwillige Wesen der Gräfin Julie hesitzt die Reinhardtbühne in Frau Eysoldt die denkbar beste Darstellerin; auch gestern war an ihrer Leistung schlechthin nichts auszusetzen. Mit der Rolle des Kammerdieners Jean fand err Steinrück als scharfer Charakteristiker zwar gut ab, erreichte aher damit nicht die Wirkung, die sein Vorgänger Waßmann erzielte, dem seine jugendliche, ge⸗ schmeidige Erscheinung noch zu Hilfe kam. Einwandfrei war dagegen die Köchin Christel Margarethe Kupfers. Auch der Regie Ephraim Frischs und der äußeren Gestaltung des Bühnenbildes ist volle Anerkennung zu zollen.

Im Königlichen Opernhause findet Sonnabend, eine Aufführung des „Barbiero von Sevilla“, mit Fräulein 3 Francillo⸗Kauffmann als Gast in der Rolle der Rosine, statt.

eertreter der übrigen Hauptrollen siid die Han Sommer, Hoffmann, Nebe, Mödlinger, Krasa und Fräulein rbeg. Den Beschluß des Abends bildet das phantastische Tanzbild „Phantasien im Bremer

eschäftigten

Ratskeller“. Ueber den hrößten Teil der Billette zur Parade⸗ Sossezng am 2. September ist Allerhöchst verfügt. Die noch vor⸗ handenen Billette für den 1. Rang, das Parkett und den 2. Rang werden . im Königlichen Opernhause zur üblichen Zeit mit der ausdrück. lichen Bedingung verkauft, deß die Besucher im Gesellschaftsanzug n in ausgeschnittenen hellen Kleidern, Herren im Gesellschafts⸗ resp. Galaanzug mit dunklen Beinkleidern bezw. Frack und weißer Binde) erscheinen. Das Foyer ist für das Publikum geschlossen. Als erste Neueinstudierung der Spielzeit geht am 11. September Donizettis Oper „Lucia von Lammermoor“, mit Fräulein Hempel als Lucia, in Szene. Eine Gesamtaufführung des „Rings des Nibelungen“ t für die Tage 3., 4., 6,, 8. September in Aussicht stehend. Der Billettverkauf sir diesen Zyklus beginnt Sonntag, 1. September. Im Königlichen Schauspielhause geht morgen statt der

zuerst angekäandigten Vorstellung-. „Feenhände“ Bjöensons Schauspiel-—

„Ein Fallissement“ in Szene. Die Besetzung lautet: Tjälde: Herr

Kraußneck; Frau Tjälde: Frau Butze; Walburg: Frau Willig;

Signe: Fräulein Arnstädt; Leutnant Hamar: Herr Vallentin; Sannäs: err veneevemamm; Jakobsen: Herr Patry; Advokat Berent: r Pohl.

Das Theater an der Spree wird morgen, Sonnabend, mit Kalischs Gesangsposse „Der Aktienbudiker“ eröffnet werden. Der Billettverkauf findet im Theatergebäude (Köpenicker Straße 67/68), bei A. Wertheim, im Invalidendank, Unter den Linden, und bei Fritz Wagner (Markgrafenstraße) statt. 1

Mannigfaltiges Berlin, 30. August 1907.

5. und 6. September finden in den Morgenstunde internationale wissenschaftliche Ballonaufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbe⸗ mannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballen bei . Anweisung gemäß den Ballon und die Instru⸗ mente sorgsa tig uürgt und an die angegebene Adresse sofort graphtsch Nach Mx

Die Eröffnungssitzung der VII. ärztlichen Studienreise findet Sonntag, den 1. September, Vormittags 9 Uhr, in Berlin im Kaiserin Friedrich⸗Haus für das ärztliche Fortbildungs⸗ wesen (Luisenplatz 2— 4) statt. In der Sitzung wird nach einer Ansprache des Vorsitzenden, Regierungsrats, Professors Dr. Glax⸗ Abbazia, der Geheime Medizinalrat, Professor Dr. von Renvers einen wiffenschaftlichen Vorttoß halten. Nach der Situng fndet die Bescht⸗ gung des Kaiserin Fried uses und hierauf die des Rudolf Virchow⸗ Krankenhauses statt. Zur Beförderung nach letzterem hat die Direktion der „Allgemeinen Berliner Omnibus⸗Aktiengesellschaft“ in entgegen⸗ kommender Weise eine Anzahl Automobilomnibusse zur Verfügung ge⸗ stellt. Die Reise, an der diesmal etwa 250 Aerzte teilnehmen, beginnt Montag, den 2. September, mittels Sonderzuges vom Stettiner Bahnhof aus (Abfahrt 7 Uhr 10 Vormittags); besucht werden di Mecklenburgischen, Rügenschen und Pommerschen Ostseebäder, Born⸗ holm, Wisby, Stockholm und Kopenhagen. Die Reise endet am 15. September in Stettin.

Rathenow, 29. August. (W. T. B.) Der um 8 ¾ Uhr von Neustadt an der Hosse in Rhinow eintreffende Pers . brandenburgischen Städtebahn fuhr heute vormittag im Bahn⸗ hofe Rhinow infolge falscher Weichenstellung auf einen Güter⸗ zug. Bei dem Zusammenstoß wurden die Lokomotive des letzteren und zwei Güterwagen stark beschädigt. Die letzten Wagen des Güter⸗

zuges haben sich durch den Anprall hoch aufgetürmt. Personen sind nicht verletzt worden. Der Zugverkehr auf der branden⸗ burgischen Städtebahn erleidet Verspätungen.

Danzig, 30. August. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Vom Zuge 301 Berlin Dirschau entgleisten vermutlich durch Uml der Weiche unter dem fahrenden Zuge auf Station Czersk gestern abend um 9 ¼ Uhr die letzten beiden Wagen und schlugen um. Dabei wurde ein Kind russischer Nationalität getötet und mehrere Personen unerheblich verletzt. 8

Breslau, 29. August. T. B.) Heute mittag fand auf dem Militärfriedhof die Enthüllung des Denkmals statt, das der Verein zur Erhaltung der Kriegergräber und „Denkmäler in Schlesien und Böhmen errichtet hat. An der Feier nahmen teil eine Deputation österreichischer Offiziere von den Infanterieregimenter Nr. 21 in Czaslau und Nr. 42 in Königgrätz, ferner der Oberpräsident Graf von Zedlitz und Trützschler, der kommandierende General von Woyrsch sowie die Spitzen der Militär⸗, Zivil⸗ und städtischen Behörden, unter ihnen der Oberbürgermeister Bender. Die Wei rede hielt der Militäroberpfarrer Zierach. Nach ihm sprach der katholische Militäroberpfarrer Döring und namens der öster⸗ reichisch⸗ungarischen Armee der Oberst von Rebracha. Nach Niederlegung einer Anzahl Kränze schloß ein Gesangsvortrag die Feier.

29. August. (W. T. B.) Der Generalmajor Freiherr von Maltzan, Kommandeur der 37. Infanteriebrigade, stürzte heute morgen beim Ausmarsch ins Manöver in Linden mit seinem Pferde und erlitt einen Unterschenkelbruch. Der General wurde in ein benachbartes Haus getragen und dann ins Garnisonlazarett übergeführt.

Bielefeld, 29. August. w2 T. B.) Seine Majestät der Kaiser traf mit Seiner Kaiserlichen und Könialichen Hoheit dem Kronprinzen und Ihren Königlichen 8 den Prinzen Eitel⸗Friedrich und Oskar um 11 ¾ Uhr Vormittags zur Ent⸗ F. 2 —,— errichteten, don den dhauern iherr von Teltau und Albrecht marmornen Reiterdenk mals Kaiser Wilhelms des Großen Seng waren 8 . der kommandierende seneral Fr. r von Bissing und der räsident, 1 Freiherr don der Recke anwesend. Seine Majestät fuhr, stürmisch rüßt, durch die Feststrahe zum Rathause, wo die Vertreter der tadt Aufstellung genommen hatten. Edrenkompagnie vom weiten Bataillon des Infanterieregiments Nr. 55 erwies die onneurs, Ehrenjungfrauen überre Blumen. der Kaiser hegrüßte den Wirklichen imen Dr. Hinzpeter und Pastor von Bodel Die vereinigten Männerg B „Die Himmel des Ehre“. Der Geheime Regier t Bunnemann hielt eine de die Erlauhnis zur des Denkwals. Seine 8 diese, die Musik der spielte die Nationalhpmne. Oberbürgermeister überr darauf’ Majestät den mit dem Ehrentrunk. Seine I der er dan in einer Ansprache und trank guf das Wohl der besichtigte Er das Denkmal und legte an diesem einen Lah kranz nieder. Nach der Enthüllung eingehend den schönen Bau des neuen Sich dann zu Wirklichen . 1 8 Hinzpeter, wo das Frühstück einnahm. wohnten außer dem 0 der e. 1 t B öniglichen Hobeiten die Frid und Onlat ein Teil des Gefolges dei. Die Abrelfe S.ü

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