t 8 Tbheater an der Spree.
der Berliner Volkskunst dienenden Räumen des alten
Köpenickerstraße schallte gestern heiteres Lachen
das zur eeaeg des Volks⸗ mgrünen Wen“ von Heinrich Lee zahlre
Das Fpielhauses im Friedrich⸗Wilhelm⸗
nese Theater der dekannte, vortreffliche Stück erzielte auch hier den
Erfolg. Er wurde mit der ihm zukommenden derben Frische dar⸗
ader auch die gefühlvolleren Szenen fanden die
Herr Marx, der die Rolle des sich selbst übersch
Wevergang schon früher dargestellt hatte, spielte sie auch hier
F. Josephine Dora, als resolute
in der
pom Gastspiel des Luf
ale Gast in eindrucksvoller Weise. Konditorswitwe Malvine Pfundheller, Die Damen Henze, Voß, Winter
b und Gordon hatten als Vertreter der andern Hauptrollen
den g Anteil an dem guten Gelingen der A im Theater an der Spree manche “ erleben duͤrfte. Für egisseur Herr Philipp
den lebhaften Beifall dankte der Direktor und Spandow im Namen des erkrankten Verfassers.
apellmeisters Blech, aufgeführt. Frau Elise
dramatische Sängerin des Hamburger Stadttheaters, singt die Rolle der Leonore als Gast, den Florestan — Kegeein den Pizarro Herr r, den nister
die Marzelline Fräulein Dietrich, den Ja uino Herr Philipp. Im e Cl tes Schauspielhause geht morgen, Donnerstag, ldenbruchs Schauspiel „Die Rabensteinerin“ in der be⸗
Bachmann, den Rocco Herr Mödlinge
Ernst von Wi kannten Besetzung in Szene.
In der am Freitag im Lustspielhause stattfindenden Erst⸗ des Kadelburgschen Schwanks „Onkel
aufführun en Schönfeld die Hauptrolle.
Male gegeben.
wird die am Freitag ausnahmsweise um 7 ½ Uhr beginnen.
Der kürzlich verschobene, der Neubelebung klassischer komischen Opern bestimmte erste Opernabend der Frau Sophie H Engel findet nunmehr am Freitag, den 15. d. M., Abends 7 ½ Uhr, im Theatersaal der Königlichen Hochschule für Musik, Fasanen⸗
straße, statt.
In der Kaiser Wilhelm⸗Gedächtniskirche findet morgen, Abends 6—7 Uhr, ein Orgelvortrag statt, bei dem süihg Käthe Hauffe (Mezzosopran) und Fräulein Anna Graeve
Donnerstag lt) mitwirken.
Abends am Eingang der Kirche zu haben. wohltätigen Zwecken bestimmt.
wird u. a. die Kantate „Ein’' feste Burg.
Mannigfaltiges.
Berlin, 13. November 1907.
Die Betriebsstörung auf dem Der zweigleisige Betrieb ist um ttags wieder aufgenommen worden.
Anmntlich wird gemeldet: Bahnhof Bernau d heshtt at. 12 Uhr 5 Minuten Nachm
Gestern vormittag um 11 Uhr erfolgte die feierliche Ent⸗ hüllung des auf der Südseite des Dönhoffplatzes errichteten Denk⸗ Hardenberg in en und Königlichen Kronprinzen und in Annesenheit von Vertretern des Staats, der Zugegen waren u. a.,
mals des Staatskanzlers Fürsten von wart Seiner Kaiserlich
städtischen Behörden und zahlreicher Ehrengäste.
hatte er eine ebenbürtige
ufführung, die auch
d Für dieses Stück wurden ferner die amen Maria Eisenhuth und Frieda Brock verpflichtet. Heute, Mittwoch, feiert „Husarenfieber“ das Jubiläum der 300. Aufführung
und wird morgen, Donnerstag, bei volkstümlichen Preisen zum letzten 8 e Eig 1nre heg asagken AFT1“ eingegangen
Dr. Netto über das „Tabakskollegium“, wobei der Vortragende u. a. nachwies, daß das bekannte Häuschen auf dem Bassinplatze in Potsdam nicht Sitz des Kollegiums gewesen sei, sondern daß dieses im Schlosse ortragenden keineswegs eine Art von Hof⸗ narren, sondern wirkliche Gelehrte gewesen sind, die die Hofgesell⸗
sich um das Tabakskollegium ja ein ganzer Legendenkreis gebildet, den der Vortrag S
Im ECEEEEö1ö16“ Schauspielhause rstaufführung von Hebbels Tragödie „Kriemhilds Rache“
Die Orgel spielt der Organist Walter Fischer. as Programm enthält u. a. Orgelmusik von Bach rank. — Eintrittskarten zu 1 ℳ (Stuhlreihen am Altarraum) und zu 0 ₰ (Kirchenschiff und Emporen) sind bei Bote u. Bock und Wert⸗ 1
heim (Leipziger Straße), in der Küsterei (Achenbachstraße 18/19) und im
Der Reinertrag ist zu
Morgen, Donnerstag, Abends 7 ½ Uhr, veranstaltet der Organist Arnold Dreyer in der Zionskirche (Zionskirchplatz) ein Bach⸗ Konzert, unter Mitwirkung der Damen Martha Dreyer⸗Wolff (Sopran) und Klara Funke (Alt), der Herren Ludwig Schubert (Tenor) und Karl Raché (Baß). Der Eintritt ist frei.
hiesigen Blättern zufolge,
der Bürgermeister Dr.
ch erschienen
27298. Würdi⸗ tzenden Vorstadt⸗
sowie die Herren erhebt. Die 2,80 m hohe
Beuer, die erste
err Griswold,
30. Stiftungsfest. Bellevuestraße 3, zu beziehen.
ernicke“ spielt
getagt habe und daß die
eymann⸗
schaft unterhielten. Es habe
zerstört haben dürfte.
Der Hauptausschuß vradbenf morgen, Donnerstag,
und Cesar
nommen.
großen Hörsaal des
wird.
Aufgeführt
Vormittags geöffnet werden. nisse im Planetensystem“.
Wetter beobachtet werden kann. 9,8 Bogensekunden betragen.
die Staatsminister von Moltke und Breitenbach, der Unterstaatssekretär von Loebell in Vertretung des Reichs⸗ kanzlers, der Kommandant von Berlin, Generalmajor von Boehn, der Poltzeipräsident von 15 Oberbürgermeister Kirschner und
eicke Stadtverordneten, sowie mehrere Mitglieder der Familie von Harden⸗ berg. Nach Begrüßung Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen durch die Mitglieder des Denkmalausschusses hielt der Professor Dr. von Wenckstern⸗Breslau die Festrede, die mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser schloß. Darauf Üübernahm, als die Hülle gefallen war, der Oberbürgermeister Kirschner mit einigen Worten das Denkmal in die Obhut der Stadt. dem Künstler, dem Bildhauer Goetze, besichtigte sodann Seine Kaiser⸗ liche und Königliche Hoheit der Kronprinz das Standbild, das sich auf einem einfachen, viereckigen Sockel aus grauem Fichtelgebirgsgranit
Kanzler in der charakteristischen Tracht seiner Zeit: mit Kniehosen, Strümpfen und Schnallenschuhen, Frack mit großem, steifem Kragen, Jabot, „Vatermörder“ und breiter Halsbinde. Den zugeknöpften Rock schmücken Band und Stern des Schwarzen Adlerordens. den Frack legt sich der armlose Pelerinenmantel. 85* 1 an 9. Per. 844 schlägt des affenen gühg⸗ s 88
echte hält an der Brust ein mit dem Insiegel versehenes enstück. Im Königlichen Opernhause wird morgen, Donnerstag, 8 8 ü . Füclia. von L. van Beethoven, unter der musikalischen Leitung des FuHesen g TP“
Wort: „Rechtsgleichheit“. — Mit der Denkmal war die schlichte Feier beendet.
Der Verein für deutsches Kunstgewerbe feiert Sonn⸗ abend, den 16. d. M., Abends 8 Uhr, im Künstlerhause sein Eintrittskarten sind durch die Geschäftsstelle,
Im Verein für die Geschichte Berlins teilte der Vor⸗ tzende vor der letzten öffentlichen Sitzung im Rathause den Ver⸗ ammelten mit, daß an Seine Masestät den Kaiser anläßlich der Geburt eines zweiten Enkels ein Glückwunsch abgesandt worden
für urg des Deutschen Flottenvereins veranstaltet 2 Abends 8 Uhr, In dgnges5868 k se. de a8,, 19 bei den Besichtigungen haben die Herren des Instituts über⸗ Die Teilnehmer sich um 8 Uhr Abends nstituts, zur See Wittmer den einleitenden Vortrag über das Thema: „Die Sicherung unserer Kriegsschiffe gegen Leck⸗ und Sinkgefahr“ halten 9 Eintrittskarten (für Mitglieder und deren Angehörige 0,50 ℳ, für Nichtmitglieder 0,75 ℳ) sind auf dem Sesgcelesyfinper des Haupt. ausschusses (Bernburger Straße 35 1) und, 8 Abends im Institutsgebäude zu haben. —
Zur Beobachtung des „Merkur“⸗Durchganges wird die Treptower Sternwarte morgen, Donnerstag, bereits um 9 ½ Uhr 1 Um 10 Uhr hält der Direktor Dr. Archenhold einen Lichtbildervortrag über „Die Bewegungen und Finster⸗ Von 11 Uhr 16 Minuten bis 2 Uhr 44 Minuten wird mit dem großen Fernrohr die Sonne sodaß der Vorübergang des „Merkur“ vor der Sonnenscheibe bei klarem Der Durchmesser der Sonne wird an diesem Tage 32 Bogenminuten
wesend
mit einigen Stadträten und
Geführt von
Bronzefigur zeigt den preußischen
Studenten
ordneten Ueber Die linke Hand
auf einem Deckel liest man das Nieder gung 8
wurden
fesselnden Vortrag von Mahles
r allerdings
Berlin und die Mark
tigung des
eine Besi Die Führung
woselbst der Kapitän
dem Kurator empfangen und in den Senat die Mitglieder des Senats sowie die Lehre lobte d vPeir d Uach sch
gelobte der Prinz durch Handschlag, daß er die akademi 5 89 trug ichhalözann h g9 ge 8 owie in dasjenige der jur en Faku ein. sda Prinz Matrikel, Testierbuch munr verließ der Prinz die Universität
Münster, 12. November. kannten Westfalenliedes, Altertumsforscher, ist hier im Alter von 80 Jahren gestorben.
Wien, 12. November. vor dem Universitätsgebäude Kundgebungen der S (vgl. Nr. 270 d. Bl.) in geringerem Umfange statt.
ihnen gewählte Deputation zu den begab; sie richtsminister um eine Audienz nachzusuchen. sagte ihr die Unterstützung des italienischen Klubsz zu. lesungen an der Universität werden morgen wieder aufgenommen,
„Budapest, 12. November. (W. T. B.) In Großwardein stürzte heute ein zweistöckiger Neubau ein; die Schuld an dem Unglücksfalle soll den Baumeister treffen. Bis zum Abend wurden Es befinden sich noch mehrere Tote Von den Verletzten sind zwei im
neun Tote geborgen. unter den Trümmern. Krankenhause gestorben.
einer Ansprache des R
und Erkennungskarte.
(W. T. B.)
zogen vor das Parlament, wo
beabsichtigt, auch bei dem
Portsmouth, 12. November. (W. T. B.) Die ältere Offiziere des deutschen Geschwaders speisten heute bei 58 Oberwerftdirektor von Portsmouth, während 20 jüngere Offitiere im Marineoffizierkasino und 20 Deckoffiziere in der Feuerwerkerschule auf Whale Island zu Gast waren. Zweihundertundfünfzig heute Marinekasernen bewirtet.
englische von den
und deutsche mittag
Panzerkreuzer „Scharnhorst“
Gerettet sind nur Der D
ssaal geleitet,
r des Prinzen b5 ektorg Gese e iversität hielt der Kurz darauf
(W. T. B.) Der Dichter des he⸗ Professor Wor met vf⸗
Heute fanden wiederum tudenten Italienische
eine von italienischen Abge⸗ Unter⸗ Der Abg. Pittonij Die Vor⸗
Matrosen en b IL 8 7 en 2 Zei dem Festmahle wurden Trink⸗ sprüche auf Ihre Majestäten den Kaiser Wilhelm und den König Eduard 6 auf die deutsche Marine ausgebracht. Während des onzertierte die Artilleriemusikkapelle, mit der die deutschen Mannschaften abgeholt und nach dem Festlokal In vergangener Nacht brach auf der Schuppen, der eine wertvolle Maschinenanlage enthielt, Feuer aus, bei dessen Bewältigung die Feuerwehr von 300 Matrosen unter⸗ stüst vise Wum 8 Uhr Morgens war der Schuppen ausgebrannt. er deutsche Löschabteilung und leistete tatkräftigen Beistand, indem er au seine Scheinwerfer auf die Brandstätte richtete. b
Moskau, 12. November. (W. T. B.) Das heute früh im hiesigen Solodownikow⸗Operntheater ausgebrochene Feuer ist gelöscht (vgl. Nr. 270 d. Bl.). 8 8 und die Büfetträume; alles übrige ist niedergebrannt. rationsmeister ist bei dem Brande umgekommen. stehung des Brandes wird auf Unvorsichtigkeit zurückgeführt.
eleitet worden waren. hiesigen Werft in einem
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das Foyer eko⸗ Die Ent⸗
cweit der Platz reicht,
burger
sonen
rojiziert, 9
„ der Durchmesser des „Merkur“
Gegen⸗
oheit des die feierliche
statt. Der Prinz
Bonn, 12. November. (W. T. B.) Heute mittag fand hier Immatrikulation Hoheit des Prinzen Oskar im Senatzssaale der Universität wurde am Portal von
“ ö“ 8 1“
Seiner Königlichen
Rektor
dem und
Theater.
Königliche Schauspiele. Donnerstag: Opern⸗ haus. 230. Abonnementsvorstellung. Fidelio. Oper in 2 Akten von Ludwig van Beethoven. Text nach dem Französischen von Ferdinand Treitschke. Musi⸗ kalische Leitung: Herr Kapellmeister Blech. Regie: Herr Regisseur Braunschweig. Anfang 7 ½ Uhr.
Schauspielhaus. 250. Abonnementsvorstellung. Die Rabensteinerin. Schauspiel in 4 Akten von Ernst von Wildenbruch. Regie: Herr Regisseur Keßler. Anfang 7 ½ Uhr.
Freitag: Opernhaus. 231. Abonnementsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Figaros Hochzeit. Komische Oper in 4 Akten von Wolf⸗ gang Amadeus Mozart. Text nach Beaumarchais von Lorenzo Daponte. Uebersetzung von Knigge⸗ Vulpius. Anfang 7 ½ Uhr.
Schauspielhaus. 251. Abonnementsvorstellung. Der letzte Funke. Lustspiel in 3 Akten von Hoeta Blumenthal und Gustav Kadelburg. Anfang
r.
Neues Operntheater. Sonntag: 73. Billettreserve⸗ satz. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Mar⸗ arete. Oper in 5 Akten von Charles Gounod.
ext nach Goethes Faust, von Jules Barbier und Michel Carré. Anfang 7 ½ Uhr.
Opernhaus Mittwoch (Bußtag), den 20. No⸗ vember, Abends 7 ½ Uhr: Konzert des Königlichen Opernchors unter Leitung des Königlichen Kapell⸗ meisters Herrn Edmund von Strauß und des König⸗ lichen Chordirektors Herrn Hugo Rüdel und gütiger Mitwirkung der Königlichen Opernsänger Herren Rudolf Berger, Karl Jörn und Paul Knüpfer und der Königlichen Kapelle. Programm: 1) Kyrie, b5stimmiger Frauenchor, a cappella von W. A. Mozart. (Zum ersten Male 2 diesen Konzerten.) 2) Pymne, 16 stimmiger gemischter Chor, a cappella von Richard Strauß. (Zum ersten Male in Berlin.) 3) Parsifal für Soli, Chor und Orchester von Richard Wagner. a Vorspiel. b. Karfreitagszauber. c. Titurels Totenfeier. Der Billettverkauf findet täglich bei Bote u. Bock, Leipziger Straße 37, statt. — Geffentliche Hauptprobe: Mittwoch (Buß⸗ tag), den 20. November 1907, Mittags 12 Uhr. rere. hierzu sind ebenfalls täglich bei Bote u. Bock zu haben.
Deutsches Theater. Donnerstag: Was ihr wollt. Anfang 7 ½ Uhr. 1
Freitag: Das Wintermärchen.
Kammerspiele.
1 Der Marquis von Keith. Anfang
Uhr. Freitag: Frühlings Erwachen.
Nenes Schauspielhaus. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Judith. reitag: Die gfroße Gemeinde. onnabend, Nachmittags 3 Uhr: Zu ermäßigten Peee. Stein. — Abends 8 Uhr: Die große emeinde.
Lessingtheater. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Klein Eyolf.
Freitag, Abends 8 Uhr: Der Biberpelz.
Sonnabend, Abends 7 ½ Uhr: Zum ersten Male: Närrische Welt. Komödie in 3 Akten von Otto
innerk. Hierauf: Die fittliche Forderung. Von
tto Erich Hartleben.
Schillertheater. o. (Wallnertheater.) Donnerstag, Abends 8 Uhr: Götz von Berlichingen. Schauspiel in 5 Aufzügen von Wolfgang von Goethe.
Freitag, Abends 8 Uhr: Rosmersholm.
Sonnabend, Abends 8 Uhr: Reiterattacke.
Charlottenburg. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Reiterattacke. Schwank in 3 Aufzügen von Hein⸗ rich Stobitzer und Fritz Friedmann⸗Frederich.
Freitag, Abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Ge⸗ bildete Menschen.
Sonnabend, Abends 8 Uhr: schlacht.
Komische Oper. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Tiefland. 1 Fseass Die verkaufte Braut. onnabend: Tiefland.
Die Hermann⸗
Theater des Westens. (Station: Zoologischer Garten. Kantstraße 12.) Donnerstag, Abends 8 Uhr: Die lustige Witwe. Operette in 3 Akten von 5 bon und Leo Stein. Musik von Franz ehär.
Freitag und folgende Tage: Die lustige Witwe.
Lustspielhaus. (Friedrichstraße 236.) Donners⸗ tag, Abends 8 Uhr: Husareufieber. Freitag: Zum ersten Male: Onkel Bernicke.
Sonnabend: Onkel Bernicke
4 1“
1. Abonnementskonzert von Florian Zajic und
Residenztheater. (Direktion: RichardAlexander.) Donnerstag, Abends 8 Uhr: Ganz der Papa. Schwank in 3 Akten von Mars und Desvailliéres. Deutsch von Max Schönau. (Baron des Aubrais: Richard Alexander.)
Freitag und folgende Tage: Ganz der Papa.
Thaliatheanter. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Die gelbe Gefahr. Schwank mit G i 3 Akten von Kraatz und Skonkowoky. he 8
Freitag und folgende Tage: Die gelbe Gefahr.
Bentraltheater. Donnerstag, Abends 8 Uhr:
Unsere blauen Jungens. 8
2 E““ 8
Trinnontheater. (Georgenstraße, nahe Behahof
831.2 Donnerstag, Abends 8 Uhr: Fräulein osette — meine Frau.
Freitag und folgende Tage: Fräulein Josette — meine Frau.
Theater an der Sprec. (Köpenicker Str. 68.)
Donnerstag, Abends 8 Uhr: Der Aktienbudiker. Freitag und folgende Tage: Der Aktienbudiker.
Konzerte.
Philharmonie. Donnerstag, Abends 8 Uhr:
Konzert von Franz von eeeen mit dem hilharmonischen Orchester (Dirigent Dr. Ernst unwalb). Mitwirkung: Bernhard Irrgang.
Bingakademie. Donnerstag, Abends 8 Uhr:
Heinrich Grünfeld. Mitwirkung: Mary Münch⸗ hoff, die Königlichen Kammermussker H. Diestel, F. Espenhahn, H. Hasse, R. Könecke, M. Freund und Joseph Rywkind.
Saal Bechstein. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Klavierabend von Gisela Springer.
Beethoven-Saal. Donnerstag, Abends 8 Uhr:
I. Klavierabend von Godowsky. 8
Teheran, 13. November. Telegraphenagentur“.) Vergünstigungen und
echs Millionen Die Ur
“
Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.
(Mebugg der „St. Peters⸗ 1 1 es einiger d die Streichung von bisher an 2000 Per⸗ dnen gezahlten Gehältern machte das Parlament Erspar⸗ nisse im Betrage von acht Millionen Rubel, des Defizits Verwendung ache des Defizits liegt in übermäßigen Aus⸗ gaben und in dem Umstand, daß Persien 25 Jahre lang kein Staatsbudget aufgestellt hat.
Durch eitigun
sur Deckun
11““
ng des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten, Zweiten und Dritten Beilage.) “
Mozart-⸗Saal. Donnerstag, Abends 8 Uhr:
Liederabend von Susanne Dessoir. Am Klavier:
Bruno Hinze⸗Reinhold.
Birkus Schumann. Donnerstag, Abends präzise 7 ½ Uhr: Eliteabend. Galaprogramm und Sechs fliegende Banvards sawer Damen, vier Herren), alles doppelte und dreifache Saltomortale, halbe, ganze und doppelte Pirouetten. Chester H. Dieck, der bis jetzt unübertreffliche Tric⸗Cyelist. Um 9 ½ Uhr: Die diesjährige große eine Fortsetzung der „Lustigen Heidelberger“: Ein Fest auf dem Neckar.
Familiennachrichten.
Verehelicht: Hr. Klemens Frhr. Rinck von Baldenstein mit Frl. Pia Janus (Bärwalde, Bez. Breslau). — Hr. Leutnant Hans Frhr. von Budden⸗ brock⸗Hettersdorff mit Frl Editha von Koschützki Breslau). — Hr. Hans Georg von der Mäßwor⸗ Hroß⸗Rietz mit Frl. Hedwig Margarete Wendt
(Leesen a. H.).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Pfarrer Kriebel (Daressalam, Deutsch⸗Ostafrika). — Eine Tochter: Hrn. Geheimen Oberregierungsrat Michaelis (Breslau⸗Kleinbura).
Gestorben: Hr. Leutnant Erich Haß (Lippinken bei Wrotzlawken). — Verw. Fr. General Elise von Siefart, geb. von Marklowski (Berlin). — Fr. Anna von Zimmermann, geb. Hühne (Salz⸗ münde). — Fr. Amtsgerichtsrat Martha Munk, geb. Roch (Rixdorf).
Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg.
Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Sieben Beilagen
(einschließlich Börsen⸗Beilage), und eine Bekanntmachung der Reichsschulden⸗ verwaltung zu Berlin vom 7. November 1907, betreffend „Beschreibung der neu aus gefertigten ds e ,eehen zu Zehn ark“.
von denen
Bericht über die Tätigkeit der Schlafkrankheits⸗Expedition — Seit dem letzten Bericht*) haben wir uns hauptsächlich damit be⸗
saaftes⸗ den Eleßlan, welchen das Atoxyl auf die Trypanosomen im
Körper der Schlafkranken ausübt, nach den verschiedensten Richtungen udieren.
h wist dahin hatte sich ergeben, daß die Schwerkranken durch die
Atoxylbehandlung zum roßen Teil ganz erheblich gebessert wurden
und daß die Apang somen in den Lymphdrüsen auf mindestens
30 Tage zum Verschwinden gebracht werden konnten.
Da manche von unseren Kranken sich bereits zwei bis drei Monate in Behandlung befanden, so entstand zunäͤchst die Frage, ob nicht in gleicher Weise wie bei der Malaria dieser Zeitraum schon genügen würde, um die Blutparasiten vollständig zu vernichten. Zufällig traf es sich zur gleichen Zeit, daß unser Vorrat an Atoxyl nahezu I war und wir schon aus diesem Grunde die Behandlung nur in be⸗ schränktem Maße fortsetzen konnten. Es wurden also bei den meisten Kranken die Atoxylinjektionen auf mehr oder weniger lange Zeit aus⸗ gesetzt. Dabei ergab sich nun folgendes:
Die Besserung im Befinden der Kranken machte anfangs noch weitere Fortschritte, kam dann aber nach einigen Wochen zum Stillstand. Die vergrößerten Lymphdrüsen, bei denen, wie be⸗ reits früher berichtet wurde, eine deutliche Abnahme zu beob⸗ achten war, verkleinerten sich mehr und mehr, sodaß vier bis fünf Monate nach Beginn der Atoxylbehandlung nur noch wenige Kranke zu finden waren, deren Drüsen punktiert werden konnten. Und dieser Verkleinerung der Drüsen entsprechend verhielt sich auch die Abnahme der Trypanosomen in den. Drüsen. Während der Atoxylinjektionen konnten vermittels der Drüsenpunktion überhaupt keine Trypanosomen nachgewiesen werden. Aber nach dem Aussetzen der Behandlung erschienen sie in einigen Fällen wieder, und zwar am frühesten 1 elf Tagen. Die Zahl dieser Fälle nahm anfangs auch zu mit der Anzahl der Tage nach der letzten Atoxylinjektion, soda
gegen den zwanzigsten Tag nach der letzten Injektion bereits bei etwa 25 % der Untersuchten Trypanosomen in den Drüsen wiedergefunden wurden. Es sah also so aus, als ob die Wirkung des Atoxyls nur eine vorübergehende sei. Dann trat aber ganz unerwartet ein Wechsel ein. Die Trypanosomen erschienen von da ab um so seltener, je längere Frist seit der letzten Injektion verstrichen war, und vom 60. Tage ab konnten wir nicht in einem einzigen Falle mehr Trypanosomen in den Drüsen auffinden. Bei den allermeisten Kranken waren, wie gesagt, die Drüsen iu dieser Zeit schon so ver⸗ kleinert, daß sie für die Punktion nicht mehr geeignet waren, aber es ließen sich doch noch 53 Fälle zusammenbringen, die punktiert werden konnten. Bei keinem einzigen konnten Trypanosomen nachgewiesen werden. Sehr merkwürdig war es, daß die Verkleinerung der Drüsen und das Verschwinden der Trypanosomen von der Zahl der Injektionen und von der Dauer der Behandlung un⸗ abhängig zu sein schienen. Sie traten auch bei solchen Kranken ein, welche nicht fortlaufend behandelt waren, sondern nur eine einzige Injektion von 0,5 g Atoxyl erhalten hatten. Derartige Fälle befinden sich nicht wenige unter unseren Kranken, da viele derselben sich ganz unregelmäßig zur Behandlung einfinden und manche schon nach der ersten Injektion, die ihnen wegen der Schmerzhaftigkeit nicht zusagt, wegbleiben, um vielleicht erst nach Monaten wieder zum Vorschein zu kommen.
Schon in einem früheren Berichte hatte ich darauf hingewiesen, daß manche Erscheinungen, welche bei der Atoxylbehandlung zur Beobachtung kommen, sich nur durch die Annahme einer Immunität infolge von Resorption der abgetöteten Trypanosomen erklären lassen. Auch die soeben erwähnte regelmäßige Abnahme der Drüsen und das vollständige Verschwinden der Trypanosomen, selbst nach einzelnen In⸗ jektionen, kann wohl nur in dieser Weise gedeutet werden. In bezug auf die Drüsen scheint diese Immunität auch für längere Zeit vor⸗ zuhalten. Es ist uns wenigstens kein Fall begegnet, in welchem nach länger als 60 Ib Trypanosomen in den Drüsen wieder zum Vor⸗
ein gekommen wären. 1 sch Nater diesen Umständen war die Erwartung berechtigt, daß mit dem Verschwinden der vergrößerten Lymphdrüsen und der in ihnen enthaltenen Trypanosomen auch die Krankheit selbst abnehmen und schlicsich verschwinden würde. Das war aber nicht der Fall. ie bereits erwähnt wurde, kam die Besserung in dem Befinden der Kranken Zeit nach dem Aussetzen der Atoxyl⸗ injektionen zum Stillstand, bei manchen Kranken trat sogar eine un⸗ verkennbare Verschlechterung ein. Daraus mußte der S luß gezogen werden, daß die Krankheitsursache, d. h. die Trypanosomen noch nicht vollständig beseitigt waren, sondern noch irgendwo im Körper stecken mußten. Aber wie sollten dieselben nachgewiesen werden, da die Drüsen⸗ punktion nicht mehr ausführbar war und die Lumbalpunktion, an welche man in zweiter Linie denken mußte, bei unsern Kranken nicht angewendet werden konnte, weil sie sich derselben sofort widersetzt haben würden. Wir können hier nur solche Inier thün eecgosen anwenden, welche die Eingeborenen sich gutwillig gefallen lassen. Da blieb denn nichts weiter übrig, als die Blutuntersuchung, mit der wir früher recht un⸗ günstige Erfahrungen gemacht hatten, wieder aufzunehmen. Dieselbe wurde solange verbessert, bis sie zu befriedigenden Resultaten führte. Die Schwierigkeit der Blutuntersuchung beruht darauf, daß die Trypanosomen im Blute fast immer nur in sehr geringer Zahl vor⸗ handen sind und außerdem nur anfallsweise auftreten, also nicht jeder⸗ zeit anzutreffen sind. Unser früherer Mißerfolg hatte seinen Grund darin, daß wir in Ausstrichpräparaten zu geringe Mengen Blut unter⸗ sucht hatten. Wenn man aber das Blut in möglichst dicker Schicht und unter Anwendung eines geeigneten Färbeverfahrens untersucht, dann lassen sich die Trypanosomen schon bei erstmaliger Untersuchung in einem großen Prozentsatz nachweisen. Werden dann die Unter⸗ suchungen in Zwischenräumen von einigen Tagen wiederholt, dann findet man schließlich in allen Fällen die Trypanosomen. Allzu häufige Untersuchungen sind dazu glücklicherweise nicht ”g Unter 75 Fällen einer Versuchsreihe lieferte schon die erste Untersuchung 40 % positive Resultate, die zweite weitere 20 %. Bis zur fünften Untersuchung waren fast alle Fälle positiv und nur in zwei Fällen waren sieben und selbst acht Untersuchungen zum Nachweis der Trypanosomen er⸗ forderlich. Das Verfahren 19 wenn eine größere Anzahl in Behand⸗ kung befindlicher Kranker kontrolliert werden müssen, außerordentlich muͤß sam und zeitraubend; es gibt aber, wie gesagt, ganz zuverlässige Resultate und ist das einzige, mit welchem wir den Verlauf der
Krankheit und den Einfluß von Medikamenten bei unserem Kranken⸗
material zu überwachen vermögen. Für schnelle Fen dn bleibt natürlich die Drüsenpunktion immer noch das zweckmäßigste Verfahren.
Mit Hilfe der Blutuntersuchung wurde nun das Atoxyl in seinen verschiedenen Anwendungsweisen und auch andere in Frage kommende Medikamente auf ihre Wirksamkeit geprüft.
Während die Drüsenpunktionen keine wesentlichen Unterschiede in bejug auf die Anzahl der Atoxylinjektionen hatten erkennen lassen, vorausgesetzt, daß nur eine hinreichend große Dosis angevedes war, lehrte dagegen die Blutuntersuchung, daß in dieser Beziehung doch deutliche ÜUnterschiede bestehen.
Nach einer einmaligen Injektion von 0,5 g Atoxyl er⸗ schienen in einem Falle die Trypanosomen im Blute schon nach
*) S. Nr. 8 d. Bl. vom 10. Januar d. J.
Nach den von uns in der Regel gegebenen Doppeldosen s an zwei nüfetpanderfolgenden dagenh blieb das Blut ussetzen des Mittels sehr viel längere Zeit frei von Try⸗ panosomen, und zwar traten sie um so später auf, je länger und je regelmäßiger die Behandlung atte durchgeführt werden können. In einigen Föüͤllen erst nach drei und selbst vier Monaten. Bei einer ge⸗ ringen Zahl von Behandelten konnten bis jetzt überhaupt keine Try⸗ panosomen trotz häufig wiederholter Untersuchungen gefunden werden.
Um nun aber zu besseren und namentlich dauernden Re⸗ sultaten zu gelangen, wurde die Behandlung dahin abgeändert, daß mit der Dosis gestiegen wurde, und zwar gingen wir bis zu einem Gramm Atoxyl (gegenüber 0,5 g der früheren Behandlung), welches in Abständen von 7 bis 10 Tagen injiziert wurde. Nicht wenige Kranke entzogen sich sehr bald dieser stärkeren Behandlung, weil ihnen dieselbe zu schmerzhaft war und auch sonstige unangenehme Empfindungen verursachte, wie Uebelkeit, Schwindelgefühl, kolikartige Schmerzen im Leibe. Da diese Beschwerden indessen nur vorüber⸗ gehend waren, so wurde mit der starken Behandlung fortgefahren. Da stellte sich aber bei einigen Kranken ein Symptom ein, welches uns früher weder bei den unbehandelten Kranken, noch bei denjenigen, welche nicht größere Dosen als 0,5 g erhalten hatten, jemals begegnet war. Es war dies eine Erblindung, welche sich in verhältnismäßig kurzer Zeit auf beiden Augen entwickelte. Anfangs hofften wir noch, daß dieses Sympton, ebenso wie die anderen, wieder vorübergehen würde, namentlich auch, da in Europa nach Atoxylbehandlung mehrfach vor⸗ übergehende Erblindung beobachtet ist. Leider trat aber bei unseren Kranken keine Besserung ein und sind dieselben dauernd blind geblieben. Mit dem Augenspiegel ist an den erblindeten Augen keine Verände⸗ rung, auch nicht am Sehnerven, wahrzunehmen. Selbstverständlich haben wir, sobald wir die Ueberzeugung gewannen, daß die Erblindung durch die Atoxylbehandlung bedingt war, sofort mit der starken Be⸗ handlung aufgehört und sind wieder zu den früheren Halbgrammdosen übergegangen.
88 is übrigens noch zu erwähnen, 5 die 57 mit großen Atoryldosen in keiner Weise bessere Resultate lieferte in bezug auf das Befinden der Kranken, als die Behandlung mit mittelgroßen Dosen.
Einige Versuche, tägliche Injektionen von einem halben Gramm
Atoxyl längere Zeit hindurch zu geben, scheiterte sehr bald daran, daß den ee zu beschwerlich war und sie die Fort⸗ etzung derselben verweigerten. 8 va 8 ziemlich f Projerig ist, bei den Eingeborenen eine Behandlung mit subkutanen derttanen längere Zeit durchzu⸗ führen, so haben wir auch Versuche mit der inneren Anwendung des Mittels angestellt. Zuerst gaben wir das Atoxyl nur einigen Kranken iunerlich und konnten uns bald davon überzeugen, daß Dosen von einem halben Gramm sehr gut vertragen werden und auch auf die Trypanosomen im Blute die erwünschte Wirkung ausübten. Als wir dann aber zu einem größeren Versuche mit 150 Kranken übergingen, stellte sich doch bald heraus, daß Halbgrammdosen nicht ausreichend sind; denn bei etwa 30 % der so Behandelten erschienen die Trypano⸗ somen schon während der Behandlung wieder im Blute. Da größere osen, bis zu 1 g, ebenso wie bei der Subkutanbehandlung Vergiftungser cheinungen hervorriefen, so mußten wir auch diese Behandlungsmethode, we che die Beanchfing der Schlafkrankheit sehr erleichtert haben würde, wieder fallen lassen. 1 8
Nachdem dl- erwähnten Verfahren sich nicht bewährt hatten, sind wir auf den ursprünglich eingeschlagenen Weg zurückgekommen und behandeln die Kranken wieder mit Doppelinjektionen von 0,5 g Atoxyl in 10 tägigen Pausen. Auch die Leicht⸗ kranken, bei denen früher längere Pausen, bis zu 20 Tagen gemacht wurden, erhalten jetzt ihre Doppelinjektionen zehn⸗ tägig. Allerdings wird diese Behandlung viel länger durchgeführt werden müssen, als wir es bei unseren ersten Versuchen getan haben. Zur Zeit haben wir schon wieder ziemlich viele Kranke, welche lüsr einige Monate in der an 1. Weise behandelt wurden.
ährend der Behandlung ist noch bei keinem, obwohl schon hunderte von Untersuchungen gemacht wurden, Trypanosomen gefunden. Von Zeit zu Zeit werden wir einige von diesen Kranken aus der Behand⸗ den entlafsen 2 ve säsftger Blutuntersuchungen darauf rüfen, ob sie no rypanosomen haben. 8 Auch in bezug auf die von Ehrlich in letzter Zeit gemachte wichtige Entdeckung, daß bei Tieren während der Atoxylbehandlung eine Gewöhnung der Trypanosomen an das Gift, die sogenannte Atoxylfestigkeit eintreten kann, wird unsere jetzige 8 . über kurz oder lang eine Auskunft geben müssen. Denn wenn au beim Menschen und der von uns befolgten Behandlungsmethode die Trypanosomen gegen das Atoxyl unempfindlich werden, dann müssen sie allmählich schon während der Behandlung im Blute wieder zum Vorschein kommen, was aber, wie gesagt, bis jetzt noch in keinem Falle beobachtet ist. Auch bei unseren sonstigen Versuchen, die zum Teil, wie bei der inneren Behandlung, mit ungenügenden Dosen aus⸗ geführt wurden, ist uns bis jetzt niemals eine Andeutung von einer sich entwickelnden Atorylfestigkeit begegnet. Alle Kranken, bei denen sich während der Behandlung mit ungenügenden Dosen Trypanosomen im Blute wieder eingestellt hatten, verloren dieselben sofort und vereehh wenn nir C“ mit Halb⸗ rammdosen und Doppelinjektionen übergingen. . 3 Neben dem Atoxyl wurden von uns auch andere Mittel geprüft, welche sich bei Versuchen an Tieren den Trypanosomen gegenüber wirksam erwiesen hatten, oder bei denen man wegen ihres Gehalts an Arsenik eine solche Wirkung vermuten konnte.
So wurde vor allem die arsenige Säure in der Form des Natr. arsenicosum sowohl subkutan als vom Magen aus versucht. Mehrere Kranke erhielten das Mittel in der Maximaldosis, zum Teil auch in noch größeren und wiederholten Dosen. Es wurde dana eine unverkennbare Wirkung auf die Trypanosomen beobachtet, do blieb dieselbe hinter derjenigen des v so weit zurück, daß die arsenige Säure als ein Ersatz für Atoxyl nicht in Frage kommen kann.
Zwei arsenhaltige Präparate, das Nucleogen von H Rosenberg Berlin) und das Arsenferratin von G. F. Boehringer u. S. (Mann⸗
eim), zeigten entsprechend ihrem geringen Arsengehalt keinen merk⸗ lichen Einfluß auf die Trypanosomen.
Von den Farbstoffen wurden bisher geprüft: Trypanrot (ein verbessertes Präparat, welches Geheimrat Ehrlich zur Ver⸗ fügung gestellt hatte) und Afridol blau (Dichlorbenzidin aus der Farbenfabrik von Fr. Bayer u. Co., Elberfeld). Die subkutane An⸗ wendung dieser Mittel ist recht schmerzhaft, und wir konnten sie des⸗ wegen nur in solcher Dosis geben, daß die Schmerzen eben noch er⸗ träglich waren. Eine öftere Wiederholung der Injektionen würde sich bei unserem Krankenmaterial nicht ausführen lassen. Bei diesen Mitteln wurde die Prüfung durch Healeadesh vorgenommen. Während nun nach einer Injektion von 0,4 g Atoxyl nach wenigen Stunden die Trypano⸗ somen aus den Drüsen verschwunden sind und lange Zeit wegbleiben, 1ben. die Trypanosomen nach Injektion der Farbstofflösungen in keiner Weise beeinträchtigt. Wenn diese Mittel F. bei Tieren, denen man sie in erheblich größeren Dosen geben kann, allein oder in Kom⸗ bination mit Atoxyl günstige Wirkungen haben können, so ist von ihrer Anwendung beim Menschen nach unseren Erfahrungen wohl kaum ein Nutzen zu erwarten.
Bei 82 außerordentlich zahlreichen Blutuntersuchungen, welche an unseren Kranken ausgeführt werden mußten, 8 uns außer den Trypanosomen verschiedene andere Blutparasiten begegnet, we che ein gewisses Interesse beanspruchen. 88
5 Tagen. (je eine Do nach dem
zeiger. 1907.
Am häufigsten wurden Filarien, und zwar ausschließlich die Filaria perstans, gefunden. Dieser Parasit ist so häufig, daß es auf den Inseln und am nordwestlichen Üfer des Victoria⸗Nyanza wohl kaum einen Eingeborenen gibt, der frei davon ist. Dies macht es erklärlich, daß frühere Forscher die Filaria als die Ursache der Schlaf⸗ krankheit angesehen haben. Irgend welche Krankheitssymptome, welche man mit Sicherheit auf die Filarien hätte beziehen können, wurden auch bei den mit Filarien stark behafteten Eingeborenen nicht beob⸗ achtet. Elephantiasis, welche man anderwärts mit Filarien in ur⸗ sächlichen Zusammenhang gebracht hat, kommt hier nicht vor. Be⸗ kanntlich nimmt man an, daß die Filarien durch die Stiche der Moskitos übertragen werden. Da nun hier fast jeder Mensch Filarien hat, so muß die Ansteckungsgelegenheit eine sehr häufige und kaum vermeidbare sein und es war deswegen zu befürchten, daß auch die Mitglieder der Expedition und die von uns mitgebrachten Küstenleute sehr bald mit Filarien behaftet sein würden, denn es ist unmöglich, hier die Stiche der Moskitos vollkommen zu vermeiden. Bis jetzt ist Flzaliherweng aber eine derartige Infektion nicht vorgekommen. Auch bei einem Missionar, welcher sich schon seit Jahren in Uganda aufhält und dessen Blut wegen Malaria untersucht wurde, fanden sich keine Filarien. Merkwürdigerweise fehlen dieselben auch bei einigen eingeborenen Ober häuptlingen. Da alle diese Personen schon oft von Moskitos gestochen sind, so liegt die Vermutung nahe, daß in hiesiger Gegend und für die Filaria perstans eine andere Art der Uebertragung statt hat als diejenige durch Moskitos.
Malariaparasiten sind hier auch recht häufig. Die Zahl der Fälle, bei denen Malariaparasiten im Blute nachgewiesen wurden, schwankt je nach der Gegend, aus welcher die Leute stammen, zwischen 20 % und 50 %. Zum allergrößten Teil gehören die Parasiten der tropischen Malaria an. Quartanaparasiten sind nicht selten, Tertianaparasiten wurden dagegen nur in wenigen Fällen angetroffen. Merkwürdigerweise werden die Malaria⸗ parasiten durch die Atoxylbehandlung bei weitem nicht so beeinflußt wie die Trypanosomen. Sie scheinen an Zahl abzunehmen, da man bei den Behandelten meistens nur einzelne Parasiten und Gameten trifft, aber sie werden doch nicht ganz zum Verschwinden gebracht. Umgekehrt werden die Trypanosomen durch das Chinin nicht merklich beeinflußt. Beide Mittel verhalten sich daher den betreffenden Para⸗ siten Fgencbes spezifisch. 8
Weniger häufig als die beiden soeben erwähnten Parasiten wurden Rekurrensspirochaeten gefunden, nämlich bei 14 Eingeborenen, und zwar bei 11 Erwachsenen und 3 Kindern. Die Erwachsenen hatten nur vereinzelte Spirochaeten im Blute und zeigten keine auffallenden Krankheitssymptome; nur bei einigen war die Körpertemperatur für kurze Zeit erhöht. Ganz anders gestaltete sic aber die Krankheit bei den Kindern. Diese waren mehrere Tage schwer krank, in regel⸗ mäßigen Zwischenräumen wiederholten sich diese Anfälle und, was be⸗ sonders bemerkenswert war, sie hatten in ihrem Blute sehr zahlreiche Spirillen, ganz so, wie es beim europäischen Rekurrenzfieber der Fall ist.
Das Vorkommen von Rekurrenz gab Veranlassung, einige Nach⸗ forschungen in bezug auf Ornithodorus⸗Zecken, welche bekanntli die Ueberträger der Rekurrensspirochaͤeten sind, anzustellen. Sie wurden denn auch in verschiedenen Hütten nachgewiesen, namentlich auch in dem Wohngebäudc der Mission. Aus letzterem erhielten wir 6 Zecken, von denen zwei mit Spirochaeten infiziert waren. Ursprünglich war dies Gebäude für uns als Wohnung in Aussicht genommen. Es war mir aber von vornherein verdächtig vorgekommen 8 weil einige Räume desselben von Eingeborenen benutzt werden. Ich v. es deswegen vorgezogen, in dem Missionsgebäude nur unsere
orräte unterzubringen.
Auf der Herreise konnten wir die beiden Grenzstationen des deutschen Schutzgebiets am Victoria⸗Nyanza, Shirati und Bukoba besuchen und dort Erkundigungen über das Vorkommen der Schlaf⸗ krankheit einziehen. Dieselben ergaben, daß damals auf beiden Stationen von Schlafkrankheit noch nichts bekannt war, und ich konnte dementsprechend berichten, daß bis dahin das deutsche Gebiet am Victoria⸗Nyanza noch seuchenfrei sei.
So verhält es sich augenblicklich aber nicht mehr.
Vor einigen Wochen erhielt ich die Nachricht, daß in der Land⸗ schaft Mageta, 40 km südöstlich von Shirati, an den Quellen des Shriria⸗Flusses mehrere verdächtige Kranke angetroffen worden seien. Drei Kranke wurden nach Shirati geschafft und Blutproben derselben zur Untersuchung eingesandt. In dem Blute von zweien dieser Kranken wurden Trypanosomen nachgewiesen. Damit ist das Vorkommen der Seuche in dem Shiratibezirk festgestellt. Wenn der Herd der Krank⸗ heit sich im Quellgebiet des Flusses, also entfernt vom Ufer des Sees, befindet, dann würde dies ein ganz außergewöhnliches Vorkommnis sein. Sollten weitere Anfragen, welche ich nach Shirati gerichtet habe, diese Vermutung bestätigen, dann wäre eine Untersuchung an Ort und Stelle notwendig.
Auch im Bukobabezirk, und zwar in der Landschaft Kisiba, welche der englischen Grenze benachbart ist, hat die Seuche bereits festen Fuß gefaßt. Aus jener Landschaft sind in den letzten Monaten nach und nach 58 Eingeborene hierher gekommen, um sich wegen Schlaf⸗- krankheit behandeln zu lassen. Unter diesen Leuten befinden sich , bei denen Trypanosomen nachgewiesen werden konnten. Die übrigen sind als Ruderer und zur Pflege der Kranken 8242— Von den 8 28 Kranken sind 24 Männer und 4 Frauen. Die Bewohner von Kisiba sind eifrige Seefahrer und unternehmen mit ihren Booten häufige Reisen nach Uganda und nach den Sese⸗Inseln. Daher kommt es, daß die kranken Männer schon sämtlich Uganda oder die Sese⸗Inseln früher besucht haben und sich dort auch infiziert haben können. Aber die vier Frauen haben Kisiba niemals verlassen und können nur dort infiziert sein Die Leute kennen auch die Glossina palpalis, von welcher ihnen lebende Exemplare gezeigt wurden, sehr gut, und sie sagen, 99. diese Flliegen bei ihnen am Seeufer vorkommen. In den verschiedenen
örfern sollen sich noch viele Schlafkranke befinden. Es kann somit kein Zweifel bestehen, daß auch in Kisiba ein Seucheherd und an, scheinend ein ziemlich bedeutender sich gebildet hat. Auch hier wird 4 eine Untersuchung des Herdes erforderlich sein, welche ich, so bald die Regenzeit beendet ist, zu unternehmen gedenke.
Schließhlich habe ich noch über den Abschluß eines Versuchs zu berichten, welcher in einem früheren Berichte (Muanza, den 31. Juli 1906) erwähnt ist. Es handelt sich um die Insel Sijawanda bei Muanza, auf welcher zahlreiche Glossinen vorkommen. Diese Insel follte teilweise durch Abholzen fliegenfrei gemacht werden. Das Abholzen ging etwas langsam von statten, weil nur wenige rbeiter zur Verfügung standen. Bei der Abreise der Expedition von Muanza war deswegen das Erxperiment noch nicht beendigt, und ich habe daher eerrn Oberarzt Dr. Radloff in Muanza gebeten, den weiteren Verlauf zu überwachen, was derselbe auch in dankenswerter Weise getan hat. Er teilte mir am 14. Dezember 1906 mit, daß die 8 el bis auf einen kleinen Tal⸗ einschnitt, welcher seine Vegetation behielt, abgeholzt wurde. An einer Stelle des Ufers blieben auch die im Wasser wachsenden Ambatsch⸗ alc. stehen. Nachdem dies geschehen, wurde die Insel von Herrn Dr. Radloff wiederholt besucht, und es wurde festgestellt, daß niemals in dem rr abgeholzten Gebiet Glossinen angetroffen wurden Dagegen s en sich an den Ambatschbüschen einige wenige und Fhx fich Glossinen st
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zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Sta
Berlin, Mittwoch, den 13. November
n dem nicht abgeholzten Einschnitt. Der Versu⸗ ist somit vollständig gelungen und liefert wiederum ein Beispiel dafür daß die Glossinen, wo es dnegf ankommt, leicht zu vertreiben sind Das Abholzen ist auch keine kostspielige Maßregel. Es wird am See