1907 / 276 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 19 Nov 1907 18:00:01 GMT) scan diff

Cöln, 18. November. (W. T. B.) Rüböl loko 80,00, Mai 76,50. Bremen, 18. November. (W. T. B.) (Börsenschlußbericht.] Ge-.n2eh . Scgenel. Stetig. Loko, Tubs und Firkin 47 ¼, oppeleimer 48. Kaffee. Ruhig. Offizielle Notierungen der Baumwollbörse. Baumwolle. Ruhig. Upland loko middl. 56 ½ ₰. Hamburg, 18. November. (W. T. B.) Petroleum. Standard white loko stetig, 7,55. göargurc. 19. November. (W. T. B.) Kaffee. (Vormittags⸗ bericht.) Good average Santos Dezember 31 Gd., März 31 ½ Gd., Mai 31 ¾ Gd., September 32 ¼ Gd. Träge. Zuckermarkt. (Anfangsbericht.) Rübenrohzucker I. Produkt Basis 88 % Rende⸗ ment neue Usance frei an Bord Hamburg November 18,70, De⸗ zember 18,80, Januar 19,00, März 19,25, Mai 19,50, August 19,80.

Ruhig. . . 28 6 18. November. (W. T. B.) Raps August 17,15 Gd., 1 r.

London, 18. November. (W. T. B.) 96 % Javazucker prompt, Rtetig, 8. s. 3 d. Verk. Rübenrohzucker November ruhig, 9 sh.

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London, 18. November. (W. T. B.) (Schluß.) Chile⸗Kupfer träge, 58, per 3 Monat 58.

Liverpool, 18. November. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz 10 000 Ballen, davon für Spekulation und Export 500 B. Tendenz: Ruhig. Amerikanische good ordinary Lieferungen: Stetig. No⸗ vember 5,60, November⸗Dezember 5,51, Dezember⸗Januar 5,51, Januar⸗Februar 5,53, Februar⸗März 5,54, März⸗April 5,54, April⸗Mai 5,55, Mai⸗Juni 5,56, Juni⸗Juli 5,56, Juli⸗ August 5,55.

Glasgow, 18. November (W. T. B.) (Schluß.) Roheisen stetig, Middlesborough warrants 50/3.

Paris, 18. November. (W. T. B.) (Schluß.) Rohzucke: ruhig, 88 % neue Kondition 24 24 ½. Weißer Zucker ruhig, Nr. 3 für 100 kg November 27 ⅛½, Dezember 27 1, Januar⸗April 28, März⸗Juni 28 ½.

Amsterdam, 18. November. (W. T. B.) Java⸗Kaffee good ordinary 36 ½. Bankazinn 87 ½.

Antwerpen, 18. November. (W. T. B.) Petroleum. Raffiniertes Type weiß loko 22 bez. Br., do. November 22 Br., do. sember 22 ¼ Br., do. Januar⸗März 22 ½ Br. Fest. Schmalz November 111.

New York, 18. November. (W. T. B.) (Schluß.) Baumwolle⸗ 8855 in New York 10,80, do. für Lieferung per Januar 10,07, do. für

ieferung März 10,17, Baumwollepreis in New Orleans 10 ¼4, etroleum Standard vite in New PYork 8,75, do. do. in Pölatlgbie 70, do. Refined (in Cases) 10,90, do. Credit Balances at Oil ty 1,78, Schmalz Western Steam 9,00, do. Rohe u. Brothers 9,25, Getreidefracht nach Liverpool 2 ¾, Kaffee fair Rio Nr. 7 6, do. Rio Nr. 7 Dezember 5,50, do. do. Februar 5,55, Zucker 3,30, Zinn 29,25 29,75, Kupfer 13,00 13,25. Die Visible Supplies be⸗ trugen in der vergangenen Woche an Weizen 42 158 000 Bushels, an Mälh⸗ 3 704 000 Busbels.

Verdingungen im Auslande.

Qesterreich⸗Ungarn.

23. November 1907, 12 Uhr. Direktion der priv. österreichisch⸗ ungarischen Staatseisenbahngesellschaft in Wien: Lieferung von Seilerwaren. Näheres bei der vorgenannten Direktion (Material⸗ eaee8. I. Schwarzenbergplatz Nr. 3, III. Stock, und beim „Reichs⸗ anzeiger“.

12. Dezember 1907, 10 Uhr. K. K. Intendanz des 2. Korps in Wien: Lieferung: Diverse Verbandstoffe. Näheres bei der erwähnten Intendanz und beim „Reichsanzeiger“.

Theater und Musik. .““ Konzerte. 8

Franz von Veesey gab am Donnerstag in der Phil⸗ harmonie ein eigenes Konzert. Das Philharmonische Orchester hatte die Begleitung bei den drei Violinkonzerten von Bach, Dvoraͤk und Vieuxtemps, die das Programm füllten, übernommen. Bach scheint dem hochbegabten jungen Geiger noch einige Schwierigkeit zu bieten, die sich von der Auffassung auch auf die Technik übertrug. Wenigstens entfaltete sich der Ton in seiner weichen Schönheit und in seinem heitern Glanze erst voll in den folgenden Konzerten; dabei wurde der Bogen mit der gewohnten staunenerregenden Leichtigkeit und Sicher⸗ heit geführt. Das an demselben Tage veranstaltete erste Abonnements⸗ konzert der Professoren Florian Zajic und Heinrich Grünfeld in der Singakademie bescherte den Hörern auserlesene Gaben. Ein Sextett „Souvenir de Florence“ von Tschalkowsky, das den Abend eröffnete, war so reich an charakteristischer Schönheit der Form und des Klanges, an Zartheit und Eigenart der Melodie, dr es bei der

temperamentvollen Wiedergabe einen tiefen Eindruck hinterließ. Dieser frischen Tondichtung gegenüber erschien das Oktett von Mendelssohn bei aller Anmut und liebenswürdigen Feinheit etwas abgeblaßt. Auch diesem Werke wurde durch das liebevolle Versenken aller Vortragenden in die Tondichtung eine tadellose Wiedergabe zuteil. Den Gesangs⸗ part hatte Mary Münchhoff übernommen, die den Reiz ihres Len, schönen Soprans überall voll zu entfalten wußte. Fräulein Gisela Springer, die gleichzeitig im Saal Bechstein einen Klavierabend gab, ist bereits hier als vortreffliche Pianistin, die über eine ausgeglichene Technik und mit allen Stilarten vertrauten Vortrag verfügt, bekannt. Von ihrem kraftvollen Anschlag machte sie dieses Mal auf Kosten des Wohlklangs häufig zu ausgiebigen

ebrauch, sodaß z. B. die Phantasiestücke von Schumann manches von ihrem zarten, poetischen Reiz einbüßten. Der Berliner Ton⸗ künstlerverein brachte an seinem letzten Vortragsabend eine Violin⸗ sonate sowie Violinstücke von Adele aus der Ohe, eine größere Anzahl Lieder von Edmund Uhl und ein kleines Chorwerk.

Besonders interessierten die Lieder von Uhl, wenn auch ihr geistiger

Gehalt keine ganz ausschöpfende Interpretation fand. Um die neuen Violinkompositionen von Adele aus der Ohe machten sich die reich⸗ begabte Komponistin und Professor Dessau verdient. Die Vor⸗ züge Susanne Dessoirs als Sängerin sind allzubekannt, als daß es nötig wäre, die Gaben ihres am Donnerstag im Mozartsaal

veranstalteten Liederabends einzeln zu würdigen. Sie erwies sich wiederum, von Herrn Hinze⸗Reinhold auf das beste begleitet, in der musikalischen Kleinkunst als Meisterin. Leopold Godowsky, der am Donnerstag im Beethovensaal seinen ersten Klavierabend

in diesem Winter gab, bewährte sich wieder als Hirinc größten

Stils. Daß bei seinem Spiel, in dem Glanz und Wohllaut den Vorrang haben, Beethoven und Bach nicht ganz 28 ihrem Recht kommen, ist nicht abzuleugnen. Aber wenn Godowsky Chopin und Liszt spielt, führt er uns in eine klingende Zauberwelt, wie sie uns sanf

kaum ein anderer Künstler erschließt. Der Vortrag der Chopinschen B⸗Moll.⸗Sonate und der beiden Lisztschen Transzendentaletuden: „Irr⸗

lichter“ und „Mazeppa“, waren bei dieser in jeder Einzelheit sowohl gllänzenden als künstlerisch geschmackvollen Wiedergabe von fortreißender irkung. Als Schlußnummer hatte Herr Godowsky eine eigene Be⸗ arbeitung von Themen aus der „Fledermaus“ gewählt. Die feine kontrapunktische Form, die er seiner nur dem verwegensten virtuosen Können zug ng; een Klavierstudie gegeben satt. zeigte die 1 allbekannten elodien, zum Teil bizarr harmonisiert, wie in einer lustigen eeeee; Das Publikum, zu dessen erwählten Lieblingen Godowzky gehört, füllte den Beethovensaal bis auf das Podium und war in angeregtester, beifallsfreudigster Stimmung. Pablo de Sarasate, der mit Frau Berthe Max Gold⸗

5 28.- Fdg. am Fretag in der Philharmonie konzertierte, besitzt, wie der rauschende Beifall des zahlreich erschienenen Publikums bewies, die alte Anziehungskraft. Seine elegante Begenführung, sein be⸗ strickend weicher Ton, die virtuose Technik kamen auch diesmal zur vollsten Geltung. Auch die Dame erwarb sich lebhafte Anerkennung durch ihre Klaviervorträge. Ganz besonderer Erwähnung aus dem reichhaltigen Heoceen verdient die Suite für Klavier und Violine von Ed. Schütt: eine klangschöne, wirkungsvolle Tondichtung, die mit

b

vollendeter Meisterschaft von den beiden Künstlern wiedergegeben wurde. Die Menzzosopranistin Fräulein Lissi Kurz erzielte, gleichfalls am Freitag, in der Singakademie einen größeren Erfolg, als ihr im Vorjahre hier beschieden war. Wenn auch ihre an und für sich wohl⸗ lautende Stimme namentlich in der Mittellage bisweilen noch etwas flackert, so ist doch der Tonansatz im allgemeinen sicherer geworden und auch das Ausdrucksvermögen hat sich gehoben. Am meisten trat dies bei den Lisztschen Liedern „Der Fischerknabe“ und „Die drei

igeuner“ in die Erscheinung. Von den mitwirkenden Herren

lemens Schmalstich und Georg Enders (Klavier) zeigte sich der erstere als schätzenswerter Pianist und gewandter Tonsetzer vornehmlich in den feinangelegten „Variationen G⸗Dur“ (für 2 Klaviere bearbeitet) mit ihrem gefälligen, schlichten Tbema, während von seinen Liedkompositionen eigentlich Heine besonders hervortrat. Das gleich⸗ Feitig im Choralionsaal gegebene gemeinsame Konzert von Frau Lucie Harden⸗Cervini (Klavier) und dem Königlich Württem⸗ bergischen Hofsänger Herrn Max Gießwein bereitete den Zuhörern einen im allgemeinen recht genußreichen Abend. Die Dame verfügt über eine beachtenswerte Technik und einen schönen, weichen Anschlag. Selbst bei den im zartesten Piano ge⸗ spielten Läufen und Trillern bleibt jeder Ton klar und wohllautend. Dennoch gelang es ihr nicht, bei ihren Zuhörern ein tieferes Mit⸗ empfinden auszulösen, da es ihr selbst an Temperament und Inner⸗ lichkeit fehlt. Ihr Partner war ihr in letzterer Hinsicht überlegen; er sang mit gutem Vortrage. Die Stimme, die in dem kleinen Raume fast zu mächtig wirkt, erschien im Piano und in der Mittel⸗ lage freilich etwas belegt. Um dieselbe Zeit gab Fräulein Willi Kewitsch einen Liederabend im Saal Bechstein, zu dessen Pro⸗ gramm Fräulein Juanita Norden ein Violinsolo beisteuerte. Die Sängerin verfügt über eine schön gebildete, reizvolle Sopran⸗ stimme, die auch in den böchsten Lagen weich und wohllautend bleibt, ein Vorzug, den man nicht vielen hoben Frauenstimmen nachrühmen kann. Im Vortrag scheint das Gebiet der jungen Dame aber noch umgrenzt zu sein. Charakter und Energie im Ausdruck fehlen den anmutigen Darbietungen von Fräulein Kewitsch noch einstweilen, sodaß ihre Sangeskunst einen ganzen Abend hindurch nicht in gleicher Weise zu fesseln vermag. Das Programm war der Eigen⸗ art der Sängerin entsprechend geschickt zusammengestellt, vom ästheti⸗ schen Standpunkt aber zu kontrastarm. Die neuen Lieder von Klara Fiedler und Klara Hoppe, die Willi Kewitsch vortrug, erwiesen sich als sangbar und ansprechend. Besonders das „Wiegenlied“ von Klara Fiedler erfreute durch melodische Feinheit und harmonische Eigenart. Der Geigenvortrag von Juanita Norden bot eine willkommene Bereicherung des Programms. Fräulein Norden hatte zwei Sätze aus dem 2. Violinkonzert von Reinh Becker gewählt, die sie mit gediegener technischer Abrundung und einem musikalische Wärme und Innerlichkeit bekundenden Vortrag zu Gehör brachte, sodaß man bedauerte, ihrem Namen nicht an diesem Abend noch einmal auf dem Programm zu begegnen. Herr Kapellmeister Erben, der den Platz am Flügel inne hatte, begleitete sicher und musikalisch fein.

Im Beethovensaal ließ sich am Sonnabend die bekannte Sängerin Anna Stephban einmal wieder hören. In ihrer kühlen, klugen Weise trug sie im ersten Konzertteil eine interessante Kantate von Marcello und Stanzen aus der Oper „Sappho“ von Gounod vor. Die immer noch klangvolle, sauber geschulte Stimme folgte willig den Absichten der Sängerin. Im Klindworth⸗Scharwenkasaal sang gleichzeitig Leonie Born. Der helle Sopran der Dame besitzt zwar Wohllaut, dagegen mangelte es aber überall an hinreichender musikalischer Sicherheit. Eine wirkliche Freude weckte dafür das ton⸗ schöne und gesunde Violoncellospiel des hochgeschätzten Cellisten Fritz Becker; darin ruhte der künstlerische Wert des Konterts. Die gewohnte Meisterschaft zeigten, gleichfalls am Sonnabend, im Saal Bechstein die beiden Künstler Lamond und Bernhard Dessau am zweiten ihrer drei geplanten Beethoven⸗ sonatenabende. Gälte es eine Feier zu Ehren des großen Komponisten, sie hätte nicht würdiger begangen werden können. Der Hauch seines Geistes war in den Sonaten in A⸗, G⸗ und Es⸗Dur sowie den 12 Variationen aus „Figaros Hochzeit“ und dem Rondo in G⸗Dur zu verspüren, bei deren Wiedergabe der blühende, sangreiche Geigenton des einen und das klassisch abgeklärte Klavier⸗ spiel des anderen Konzertgebers wabrhaft berzerheberd wirkten. Fräulein Leontine de Ahna, eine Schülerin von Frau Gerster, erfreute an demselben Sonnabend ibre zablreichen Zuhörer im Blüthnersaal wiederum durch den Wohllaut ihrer sympathischen Stimme. Daß der Ton in manchen Lagen nicht ganz fest stand, ver⸗ mochte den gün8420 Gesamteindruck ihrer Leistung nur unwesentlich zu heeinträchtigen, da das Gebotene Zeugnis von echtem, ernstem Kunst⸗ empfinden ablegte. Bei manchen Liedern fehlte es allerdings zuweilen on durchdachter Ausarbeitung und feinerer Schattierung des Ausdrucks. Im vollbesetzten Saal der Singakademie konzertierten am Sonnabend mit dem Philharmonischen Orchester die Damen Ninon Romaine (Klavier) und Emeline Klenen (Gesang). Von diesen zeigte sich die ersigenannte in dem A⸗Moll⸗Konzert von Grieg und in dem in Es⸗Dur von Liszt als eine recht tüchtige Pianistin. Auch die Sängerin, die durch ihre kraftvolle Altstimme auffällt, konnte sich lebhaften Beifalls erfreuen. Sie wurde von Herrn Dr. Rudolf Bode gewandt begleitet. Frau Ella Müller⸗Rastatt wußte bei ihrem um dieselbe Zeit im Choralionsaal gegebenen Konzert die anscheinend infolge über⸗ anstrengter Stimme bedingte Störung ihrer Gesangskunst durch einen lebensvollen Vortrag erfolgreich ausꝛugleichen. Das tiefe Empfinden. mit dem sie u. a namentlich „Ruhe, meine Seele“ von Strauß, „Schneefall“ von Ansorge und „Sieh' im Garten die Nacht“ von Loewengard sang, machte einen gleich nachhaltigen Eindruck auf ihre Zuhörer, die den Saal nicht unbefriedigt verließen. Besondere An⸗ erkennung verdient auch der Begleiter, Herr Egon Pütz.

Am Sonntag, Mittags, ließ sich die Sängerin Annemarie Mencke im Saal Bechstein hören. Sie zählt zu der großen Schar der Sängerinnen, die eine ganz angenehme Stimme besitzen, eine leidliche musikalische Bildung genossen haben und über einen nicht ganz ausdruckslosen Vortrag verfügen. Die tiefgehende An⸗ regung, die der Hörer von der Kunst erwartet, bleibt freilich dabei aus. Ihren 2. Kammermusikabend im Saal Bechstein hatten die Herren Schnirlin (Violine), Eisenberger (Klavier) und Becker (Violoncello) dem Andenken Schuberts gewidmet; außer den Genannten wirkten noch die Herren Breest (Viola), Skibicki (Kontrabaß) sowie Frau Susanne Dessoir (Gesang) mit. Auf dem Programm stand zu Beginn das Klaviertrio in Es⸗Dur (Op. 100), es folgten dann fünf ausgewählte Gesangskompositionen, darunter das neckische Lied „Die Forelle“. Das selten gehörte „Forellenquintett“ bildete den harmonsschen, würdigen Abschluß. Die Wiedergabe der beiden Kammermusikwerke entsprach vollkommen dem hekannten künstlerischen Ruf der Ausführenden, und auch die beliebte Sängerin, die vortrefflich bei Stimme war, bot ihr Bestes. Der rege Zu⸗ spruch, dessen sich die Sonntagskonzerte im Charlottenburger Schillertheater erfreuen, beweist wieder, daß es bei uns noch ein Bedürfnis nach guter, im volkstümlichen Rahmen gebotener Musik

ibt, trotz der ungesunden, stetig wachsenden Ueberfülle der Virtuosen⸗ vonzerte. Die mitwirkenden Künstler des letzten onntags⸗ konzerts, Professor Zajic, Professor H. Grünfeld, König⸗ licher Kammermusiker Hans Hasse, Gertrud Steiner und Robert Reske, mössen selbst Freude an dem Beeifall ihrer Hörer gehabt haben, der aus eccter, unverfälschter Begeisterung für das gebotene Schöne satsprang Auf dem Programm standen, in technisch und musikalisch feinster Ausführung dargeboten, Haydns Streichquartett Op. 77 und Mozarts großes Quintett in G.⸗Moll. Zwischen den beiden Kammermusikwerken sang Paul Knüpfer, dessen prächtige Stimmittel in dem akustisch günstigen Theaterraum voll zur Geltung kamen, zwei Löwesche Balladen, denen er noch, auf den unermüdlichen Beifall des Publikums hin, als Zugabe eine dritte folgen ließ. Otto Bake waltete seines Begleiteramtes am Flügel mit großer Umsicht und Sicherheit. Die Quartettvereinigu g der Herren Professor

Härir, Exner, Müller, Dechert setzte an demselben Sonntag n dem ausverkauften Beethovensaal ihre „Brahms⸗Abende“ fort

diesem vierten chubert das

brachte an

Abend in G 42 rofessor O. rmehsc

Klarinettenquintett

mit Professor G. Schumann das Klavierquintett. . Werke gehören zu den bekanntesten des Meisters zu den vornehmsten der Kammermusik; sie machten auch an die Abend tiefen Eindruck; das eine, reifere, durch die Größe der h danken, das andere, jugendlichere, durch seine packende Ursprünglich und Frische. Zwischen beiden Quintetten stand das C. Dur⸗.

und mit

(Op. 87) auf dem Programm und wurde von den Herren Schuma iner Feinheit

Halir, Dechert

sgeführt, die nicht uͤbertrn werden kann. r

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Wetterbericht vom 19. November 1907, Vormittags

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Eine neue Depression zieht heran, ihr Minimum unter 730 m d.

liegt über Island, in Irland und Schottland ist das Barometer l efallen. Ein Hochdruckgebiet über 770 mm, mit einem Maxim über 785 mm über Nordrußland, breitet sich von Skandinavien! zu den Alpen aus. Eine Depression unter 763 mm liegt über Uumg

italien. In Deutschland ist das Wetter trocken und rubig. n

herrscht heiteres Frostwetter, fonst ist trübes Tauwetter die Nordseeinseln hatten Nachts Regen. Deutsche Seewarte

1. Untersuchungssachen.

2. Arefaibo⸗ 3. Unfall⸗ und Invaliditäts⸗ ꝛc. Versicherung. 4. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc. b. Verlosung ꝛc. von Wertpapieren.

eichsanzeiger und Königlich Preußischen

6. Kommanditgesells⸗ 7. Erwerbs⸗ und En

erlust⸗ und Fundsachen, Zustellungen u. dergl. 8. Niederlassung ꝛc. von Rechtsan

göE

Staatsanzeiger. 1902.

en auf Aktien und Aktiengesellsch. chaftsgenossenschaften. sellsa

ten.

9. Bankausweise. 10. Verschiedene Bekanntmachungen.

1) Untersuchungssachen.

[65445] Bekanntmachung. II. N.. 173/07.511.570. Der Maurergeselle Karl Brzezinski zu Schweden⸗ höhe ist durch Urteil des Königlichen Schöffengerichts zu Bromberg vom 24. Februar 1906 wegen Dieb⸗ stahls an Billardkugeln zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung ist durch das Urteil der Strafkammer 1 des Königlichen Landgerichts zu Bromberg vom 7. April 1906 verworfen worden. Beide Ent⸗ scheidungen sind rechtskräftig geworden. In dem demnächst eröffneten Wiederaufnahmeverfahren sind jedoch beide Urteile aufgehoben und ist der Maurer Karl Brzezinskt in Schwedenhöhe durch Urteil der Strafkammer hierselbst vom 2. Mai 1907 von der Anklage des Diebstahls an Billardkugeln rechtskräfti freigesprochen worden. Dies wird hiermit Fee § 411 Absatz 4 Str.⸗Pr. O. auf Antrag des früher Verurteilten öffentlich bekannt gemacht. 1 Bromberg, den 15. Oktober 1907. 8 Königliches Landgericht. Strafkammer I. Schatz. Kunad. Vette.

[66627] Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Einjährig⸗Freiwilligen Vinzent Josef Kolski der 7. Kompagnie Fuß⸗ artillerieregiments Nr. 5, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Fahnenflucht verhängt. Es wird ersucht, ihn zu verhaften und in die Militär⸗ arrestanstalt in Posen oder an die nächste Militär⸗ behörde zum Weitertransport hierher abzuliefern.

Posen, den 15. November 1907.

Kommandanturgericht. Der Gerichtsherr: von Issendorff, 8

GFeneralleutnant und Kommandant.

Beschreibung: Alter 26 Jahre, Größe 1 m 76 cm, Statur schlank, Haare dunkelblond, Augen grau, Nase gewöhnlich, Mund gewöhnlich, Bart: kleiner Schnurrbart, Gesicht eingefallen, länglich, Gesichts⸗ farbe blaß, stark sommersprossig, Sprache deutsch und polnisch. Besondere Kennzeichen: Steifheit in den Beinen beim Gang; trägt Brille. Kleidung: Zivilsachen.

[66628] Fahnenfluchtserklärung.

In der Untersuchungssache gegen den Rekruten Wojciech Tabaszynski aus dem Landwehrbezirk Hohensalza, wegen Fahnenflucht, wird auf Grund der §§ 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichtsordnung der Beschuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt.

Bromberg, den 14. November 1907.

Gericht der 4. Divfston⸗

[66636]

In der Untersuchungssache gegen den Rekruten Julius Arno Schmidt des Bezirkskommandos II Dresden, wegen Fahnenflucht, wird auf Grund der §§ 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichtsordnung der Be⸗ schuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt und sein im Deutschen Reiche befindliches Vermögen mit Be⸗ schlag belegt.

Dresden, den 14 November 1907.

Königl. Gericht der 1. Division Nr. 23.

[66629] Fahnenfluchtserklärung.

In der Untersuchungssache gegen den Rekrut August Strothmaun vom Bez.⸗Komd. Soest, geb. am 5. 4. 1886 zu Hamm, wegen Fahnenflucht, wird auf Grund der §§ 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichtsordnung der Beschuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt.

Münster i. W., den 16. November 1907.

Gericht der 13. Division.

Garnison Ulm. 8 Fahnenfluchtserklärung 5 und Beschlagnahmeverfügung.

In der Untersuchungssache gegen den am 18. Nov. 1887 zu St. Gallen geb., zum Inf. Regt. 124 aus⸗ gehobenen Rekruten Albert Kies, Zeichner, heimat⸗ berechtigt in Haberschlacht, Brackenheim, wegen

ahnenflucht, wird auf Grund der §§ 69 ff. des

ilitärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichtsordnung der Beschuldigte hier⸗ durch für fahnenflüchtig erklärt und sein im Deutschen Reiche befindliches Vermögen mit Beschlag belegt. Den 15. 11. 07. K. Württ. Gericht der 27. Division.

Garnison Ulm. Fahnenfluchtserklärung und Beschlagnahmeverfügung. In der Urffriuchuncgfacte gegen den am 26. Juni 1885 zu Nürtingen geb., für Gren.⸗Regt. 123 aus⸗ gehobenen Rekruten Gotthold Hahn, Drechsler, z. 3. in London, wegen Fahnenflucht, wird auf Grund de 88 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Mllitärstrafgerichtsordnung der Be⸗ schuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt und sein im Deutschen Reiche befindliches Vermögen mit Beschlag belegt. 8 Den 15. November 1907. K. Württ. Gericht der 27. Division.

[66635] Verfügung.

Die in Nr. 275 des Deutschen Reichsanzeigers sub Ziff. 67151 veröffentlichte Verfügung des Gerichts er 3. Division vom 20. Nov. 1902, betr. Fahnen⸗ fluchtgerklärung des Chevaulegers u. Soldaten II. Klasse Mathias Weißgerber, 2/5. Chev.⸗Rgts., 88 wegen Gestellung des ꝛc. Weißgerber wider⸗

n.

Landau, 16. Novbr. 1907. 8b.

K. B. Gericht der 3. Division.

Der Gerichtsherr: Muntüur

6 Lobenhoffer, Kriegsgerichtst eeneralleutnant u. Div.⸗Kmdr. 889; .

[66633]

[66634]

[66630)

8 Verfügung. Die wider den Husar Emil Filbrand der 1. Esk. Hus.⸗Regts. Nr. 8 in Nr. 174 des Deutschen Reichs⸗ anzeigers erlassene Fahnenfluchtserklärung vom 20. 7. 1907 wird aufgehoben. .

Münster i. W., den 16. November 1907. Gericht der 13. Division.

[66631] Die unter dem 23. April 1907 gegen den Musketier Peter Roos der 8. Kompagnie Infanterieregiments Nr. 161 erlassene Fahnenfluchtserklärung wird auf⸗ gehoben. Trier, den 14. November 1907. Gericht der 16. Division.

[66632] Garnison Ulm. Verfügung.

In der Untersuchungssache gegen den Musketier

4./127 Robert Neher, geb. am 2. 8. 1886 in

Memmingen, Bayern, wegen Diebstahls i. R. u. A.,

wird die unterm 1. Mai 1907 ausgesprochene Fahnen⸗

fluchtserklärung und Beschlagnahmeverfügung gemäß

362 M.⸗St.⸗G.⸗O. wieder aufgehoben.

Den 16. 11. 07. K. W. GEericht der 27. Division.

2) Aufgebote, Verlust⸗u. Fund⸗ sachen, Zustellungen u. dergl.

[66432] Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Berlin, Alfe Jakobstr. 60, belegene, im Grundbuche von der Luisenstadt Band 4 Blatt Nr. 262 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Architekten Franz Scheil in Berlin ein⸗ getragene Grundstück, bestehend aus Vorderwohnhaus mit rechtem Seitenflügel und Hof, am 17. Ja⸗ nuar 1908, Vormittags 11 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Neue Friedrichstr. 13/15, Zimmer Nr. 113/115, III (drittes Stockwerk), versteigert werden. Nach Nr. 4299 der Gebäudesteuerrolle ist das Grundstück bei einem jährlichen Nutzungswert von 7200 mit einem Jahresbetrag von 288 zur Gebäudesteuer ver⸗ anlagt. In der Grundsteuermutterrolle ist das Grundstück nicht nachgewiesen und zur Grundsteuer ist es nicht veranlagt. Der Versteigerungsvermerk ist am 13. November 1906 in das Grundbuch ein⸗ getragen. 85. K. 125. 06.

Berlin, den 4. November 1907.

Königliches Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 85.

[58611] Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Berlin, Bornholmerstraße 86, belegene, im Grund⸗ buche von den Umgebungen Band 261 Blatt Nr. 10 055 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs⸗ vermerks auf den Namen des Dekorationsmalers Adolf Flemming zu Dresden, Bergmannstraß⸗ 7, eingetragene Grundstück am 11. Dezember 1907, Vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, N. 20 Brunnenplatz, Zimmer Nr. 30, 1 vrerpr. versteigert werden. Das Grundstück, eine Bornholmerstraße 86 belegene Wiese von 9 a 40 qm Größe und 1,47 Tlr. Grundsteuer⸗ reinertrag, besteht aus den Trennstücken Kartenblatt 27 853/18 und 854/18 und ist in der Grund⸗ teuermutterrolle des Stadtgemeindebezirks Berlin unter Artikel Nr. 26 035 und in der Gebäudesteuer⸗ rolle noch nicht verzeichnet. Der Versteigerungs⸗ vermerk ist am 30. September 1907 in das Grund⸗ buch eingetragen. Das Nähere ergibt der Aushang an der Gerichtstofel.

Berlin, den 18. Oktober 1907.

Königliches Amtsgericht Berlin. Wedding. Abteilung 6.

[66431] Zwaugsversteigerung.

Im Wege der Zwangevollstreckung soll das in Berlin, Türkenstraße, provisorische Nr. 22, belegene, im Grundbuche von den Umgebungen im Kreise Niederbarnim Band 145, Blatt 5315 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Bautechnikers Paul Sabottke in Berlin eingetragene Grundstück am 14. Januar 1908, Vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Ge⸗ richt an der Gerichtsstelle Brunnenplatz, Zimmer Nr. 32, linker Flügel, rechts, I Treppe, versteigert werden. Das Grundstück Garten an der Türken⸗ straße, provisorische Nr. 22, in Berlin ist 8 a 70 qm groß, besteht aus den Parzellen Kartenblatt 22, Flächenabschnitten 2213/182 ꝛc. und 2220/182 ꝛc. und ist unter Artikel 23 642 der Grundsteuermutterrolle mit 1,36 Taler Reinertrag zur Grundsteuer veranlagt. Zur Gebäudesteuer ist es noch nicht veranlagt. Der Versteigerungsvermerk ist am 4. November 1907 in das Grundbuch eingetragen. Das Weitere ergiebt der Aushang an der Gerichtstafel.

Berlin, den 12. November 1907.

Königliches Amtsgericht Berlin⸗Wedding. Abteilung 7.

[66430] Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Wittenau belegenen, im Grundbuche von Wittenau Band 18 Blatt Nr. 538 und 539 zur Zeit der Ein⸗ tragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Tischlermeisters Friedrich Karl Falkenhainer zu Lichtenberg eingetragenen Grundstücke am 15. Ja⸗ nuar 1908, Vormittags 11 ½ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Brunnenplatz Zimmer Nr. 30 I, versteigert werden. Das Grundstück Blatt Nr. 538, Holzung an der Konradstraße in Wittenau, ist 8 a 28 qm groß und besteht aus dem Trennstück Kartenblatt 3 Parzelle 973/12. Es ist in der Grundsteuermutter⸗ rolle des Gemeindebezirks Wittenau unter Artikel

Nr. 518 eingetragen und mit 0,17 Taler Reinertrag zur Grundsteuer veranlagt. Das Grundstüuͤck Blatt

Nr. 539, Holzung an der Konradstraße in Wittenau, ist 8 a 28 qm groß und besteht aus dem Trennstück Kartenblatt 3 Parzelle 974/12. Es ist in der Grund⸗ steuermutterrolle des Gemeindebezirks Wittenau unter Artikel Nr. 519 eingetragen und mit 0,17 Taler Reinertrag zur Grundsteuer veranlagt. Der Ver⸗

ssteigerungsvermerk ist am 7. November 1907 in das

Grundbuch eingetragen. Das Nähere ergibt der

Aushang an der Gemeindetafel und Gerichtstafel. Berlin, den 14. November 1907.

Königliches Amtsgericht Berlin⸗Wedding. Abt. 6.

[66436] Es ist das Aufgebot der nachstehend bezeichneten,

8 angeblich abhanden gekommenen Wertpapiere von folgenden Personen beantragt worden:

1) der Königlich Sächsischen Staatsschuldverschrei⸗ bung über dreiprozentige jährliche Renten vom Jahre 1878 Lit. D Nr. 4526 über 500 Kapital von Martha Marie Amalie Räder hier,

2) der dreieinhalbprozentigen Schuldscheine der Dresdner Stadtanleihe vom Jahre 1875 Lit. B Nr. 1746 und 2467 über je 1000 vom Rentner 8p e Fter⸗

er dreieinhalbprozentigen Schuldscheine der Dresdner Stadtanleihe vom Jahre 1905 Lit. C Nr. 10 721, 19 364, 19 365 über je 1000 und Lit. D Nr. 32 400 über 500 von Hedwig veiw. Walkhoff, geb. Bayer, in Magdeburg⸗Werder,

4) der dreieinhalbprozentigen Kreditbriefe des Land⸗ wirtschaftlichen Kreditvereins im Königreich Sachsen zu Dresden, Serie XIV Lit. D Nr. 567, 785, 1472, 1473 und Serie XVI Lit. D Nr. 599 über je 100 von Sidonie verw. Hahn, geb. Kurth, hier,

5) der dreieinhalbprozentigen Pfandbriefe der Sächsischen Bodencreditanstalt zu Dresden, Serie II. Lit. O Nr. 6908 über 1000 und Serie II Lit. D Nr. 17 101 über 500 von Anna Clara verehel. Ziegler, geb. Röhr, hier. u.“

Die Inhaber der vorstehend aufgeführten Wert⸗ papiere werden aufgefordert, spätestens in dem auf Mittwoch, den 8. Juli 1908, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Lothringer Straße 1 I, Zimmer 69, anberaumten Aufgebots⸗ termine ihre Rechte bei Gericht anzumelden und die Wertpapiere vorzulegen, andernfalls die Kraftlos⸗ erklärung der Wertpapiere erfolgen wire.

Dresden, am 12. November 1907. 8

Königl. Amtsgericht. Abt. III.

[66672] Bekauntmachung.

Verloren am 13. d. Mts. 1 Stück 4 % Preußische Schatzanweisung Serie I Nr. 31 086 über 1000 (8333 IV. 26. 07.) 8

Verlin, den 18. November 1907. 8

Der Polizeipräsident. IV. E. DW.

[66681]

Auf Veranlassung des Herrn Justizrat Dr. Lang⸗ bein in Leipzig zeigen wir unter Bezugnahme auf § 367 des Handelsgesetzbuchs hierdurch an, daß dem⸗ selben die 4 % Pfandbriefe der Leipziger Hypotheken⸗ bank Serie XIII Lit. C Nr. 2197 2199 im Nominalbetrage von 3000,— einschließlich Er⸗ neuerungsscheine und Zinsscheine per 1. Oktober 1907 abhanden gekommen sind.

Leipzig, den 18. November 1907.

Leipziger Hypothekenbank.

[66453] Aufgebot. F 1/07. 2. Die Gräfin Hugo von Hermersberg, Helga geborene Walter genannt Hager zu Groß⸗Lichterfelde bei Berlin, Promenadenstraße 3, hat das Aufgebot des verloren gegangenen Hypothekenbriefes vom 10. Mai 1904 über die im Grundbuchblatte von Rheinbach, Kreis Rheinbach, Band I Blatt 36 auf Bergwerk Hedwigs⸗ glück in Abteilung III Nr. 6 eingetragene zu 5 % jährlich verzinsliche Darlehnsforderung von einhundert⸗ tausend Mark, eingetragen für den Kaufmann Friedrich Werner in Düsseldorf und abgetreten gemäß Ein⸗ tragungsvermerk vom 30. August 1904 an die Gräfin Hugo von Hermersberg, Helga geborene Walter ge⸗ nannt Hager zu Berlin beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 26. März 1908, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 13, anberaumten b“ Sv. Rechte anzu⸗ melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Rheinbach, den 13. November 1907 Königliches Amtsgericht.

[66450] Aufgebot. Der Hoteldirektor Wilhelm Sailer in Stuttgart, die Köchin Luise Sailer in München, der Geometer Christian Sailer in Straßburg i. E. und der Geometer Karl Sailer in Straßburg, vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. G. Nützel und R. Laturner in München, Karlsplatz 10/11, haben das Aufgebot beantragt zur Kraftloserklärung des am 24. März 1882 von der Deutschen Lebensversicherungs⸗Gesell⸗ schaft in Lübeck ausgestellten Depositalscheins über die auf das Leben des Friseurs Franz Seraph Mayer in München lautende Police Nr. 63 005. Der In⸗ haber der Urkunde wird aufgefordert, seine Rechte spätestens in dem Termin am 25. Mai 1908, Vorm. 10 Uhr, hier anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Lübeck, den 8. November 1907.

Das Amtsgericht. Abt. VIII. [66084] Aufgebot. F. 3. 07. 2. Kaufmann Gustav Angerthal zu Berlin, Wilhelms⸗ havenerstraße 68, vertreten durch Rechtsanwalt Adolf Lewinsky zu Berlin, Dresdenerstraße 135, hat das Auf⸗ ebot des angeblich verloren gegangenen, am 15. Septem⸗ er 1906 fällig gewesenen Wechsels, ausgestellt hier über 80 vom Fahrradhändler Max Posch bier, akzeptiert vom Bauunternehmer W. Linke zu Sachsenhausen, durch Blankoindossement an ihn begeben, beantragt.

Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spä⸗

testens in dem auf den 15. Juni 1908, Vor⸗ mittags 10 ¼ Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftlos⸗ erklärung der Urkunde erfolgen wird. Oranienburg, den 12. November 1907 Ksönigliches Amtsgericht.

(664400 Aufgebot.

Die Freiherrn Adolf v. Hake in Ohr, Karl v. Hake in Diedersen und Otto v. Hake in Hasperde haben als Eigentümer des Ritterguts Buchhagen glaubhaft gemacht, daß sie das Eigentum an der im Grund⸗ buche nicht eingetragenen, bislang einen Teil des alten Mühlengrabens Nr. 195, Linser Feldmark, bildenden Grundfläche zu 3 a 50 qm, auf der über⸗ reichten Verm.⸗Bescheinigung vom 5. Juni 1907 mit a, b, c, d, e, f, g, h, i, k, 1, m, n, o, p, a um⸗ schrieben erworben haben. Auf Antrag der genannten Besitzer werden alle diejenigen, welche an der bezeich⸗ neten Grundfläche Rechte zu haben vermeinen, zu dem auf Mittwoch, den 22. Januar 1908, Vor⸗ mittags 10 ½ Uhr, vor dem unterzeichneten Ge⸗ richte angesetzten Termin unter dem Rechtsnachteil vorgeladen: daß nach Ablauf der Frist die genannten F als Eigentümer der angegebenen Grund⸗ fläche in das Grundbuch eingetragen werden und daß, wer die ihm obliegende Anmeldung unterläßt, sein Recht gegen einen Dritten, welcher im redlichen Glauben an die Richtigkeit des Grundbuches das Grundstück oder Rechte an dem Grundstück erworben hat, nicht mehr geltend machen kann.

Eschershausen, den 13. November 1907.

Herzogliches Amtsgericht.

(66067] Aufgebot. S. R. 366/07. S. R. 466/07.

Das Amtsgericht hat zur Herbeiführung der Todes⸗ erklärung:

1) des August Tutschmann aus Brösa, für den auf Blatt 5 des Grundbuchs für Brösa unter dem 24. Januar 1844 eine Herberge eingetragen ist,

2) des Kutschers Johann August Mucke, der bis 1876 in Niedergurig gewohnt hat,

von deren Leben seit länger als zehn Jahren keine Nachricht eingegangen ist, das Aufgebotsverfahren einzuleiten beschlossen.

Der Antrag ist gestellt:

iu 1: von dem Wirtschaftsbesitzer Johann Bartho in Brösa,

zu 2: der Frau Agnes Mucke in Dresden.

Als Aufgebotstermin wird der 30. Mai 1908, Vormittags 9 Uhr, bestimmt. Die unter 1 und 2 genannten Tutschmann und Mucke werden hiermit aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine sich zu melden oder Nachricht von ihrem Leben hierher ge⸗ langen zu lassen, widrigenfalls ihre Todeserklärung erfolgen wird. Es ergeht Aufforderung an alle, die Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen zu geben vermögen, spätestens im Aufgebotstermine dem Amtsgericht Anzeige zu machen.

Königl. Amtsgericht Bautzen, den 8. November 1907.

[66070) K. Amtsgericht Blaubeuren. 1 Aufgebot. Nachverzeichnete Personen Georg Ott, geboren am 13. März 1827 in Suppingen,

2) Christine Ott, geboren am 11. März 1831 daselbst.

3) Walpurga Ott, geboren am 6. Oktober 1832 daselbst,

Kinder der verstorbenen Söldnerseheleute Jakob Ott und Walpurga geb. Kast von Wennenden, Ge⸗ meinde Seißen, im Jahr 1854 nach Amerika aus⸗ gewandert,

4) Jakob Maier, geboren am 23. April 1817 in Asch, Sohn der verstorbenen Taglöhnerseheleute Jo⸗ hann Jakoh Maier und der Anna Maria geb. All⸗ gaier von Asch,

5 Jakob Maier, geboren am 28. Mai 1853 da⸗ selbst, Sohn des Jakob Maier und der Apollonia geb. Haußmann von Asch,

4 und 5 im Jahre 1853 nach Amerika ausge⸗ wandert,

.6) Georg Laucher, geboren am 12. Juni 1858 in Asch, Sohn der verstorbenen Taglöhnerseheleute Johannes Laucher und der Judit geb. Jacob von Asch, seit 1885 in Amerika verschollen,

sollen auf Antrag, und zwar

1, 2, 3 von Hirschwirt Heinrich Ott in Wennenden und Christine Bayer, Söldnersehefrau von Seißen, 4 und 5 von Amtsdiener Jakob Strohm in Asch als Abwesenheitspfleger,

6) von Gemeinderat Scheck in Asch als Abwesen⸗ heitspfleger,

für tot erklärt werden. Die Verschollenen werden aufgefordert, sich spätestens in dem auf Dienstag, den 2. Juni 1908, Nachmittags 2 Uhr, an⸗ beraumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung,

im Aufgebotstermin dem Gericht Anzeige zu

Den 6. Nov. 1907. 8— Oberamtsrichter Dodel.

[66438] Aufgebot. F 23/07. Der Mandatar Bernhard Janssen in Emden als Abwesenheitspfleger hat beantragt, die Verschollenen: 1) Johannes Antonius Koch, geboren am 1. Junt 1825 als erstehelicher Sohn des Lotsen Franz Noch senior in Emden, 2) Roelf Heinrich Koch, gehoren am 8. September 1837 als Sohn 2. Che des Lotsen Fen Koch senior in Emden, zuletzt wohnhaft in Emden, für tot zu erklären. Die ichneten Ver- schollenen werden aufgefordert, sich spütesteng dem auf den 18. Juni 1908, Vormi 11 ¼ Uhr, vor dem unterzeichneten an

raumten Aufgebotstermine zu melden, fall die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche