chaftsstatut genommen hat. Der Vertreter des Systems „Wir verhandeln nicht“ ist ja allbekannt; ich kann dem Handelsminister nur meine Anerkennung aussprechen, daß. er diesen Anschauungen bei der bewußten Gelegenheit direkt und ent⸗ schieden entgegengetreten ist, wenn auch immerhin die Zurückweisung noch etwas derber und entschiedener hätte sein können. Der Kohlen⸗ reis steht im engsten Zusammenhange mit der Kohlenförderung. Es wird von oben gedrückt, um das Fördersoll zu steigern, und man sehr verargt, daß sie im Interesse der Be⸗ haben. In einer gestrigen Versamm⸗ Essen wurde festgestellt, daß Steiger bis zu 13 Stunden Mit Entlassungen wird in rücksichtsloser Weise Steiger vorgegangen. Man hat sich Reverse daß sie mit dem Verbande nichts zu tun haben, Artikel, den sie nicht gelesen haben, protestierten, nd mit einem Artikel, den fie ebenfalls nicht gelesen haben, einverstanden seien. Gegenüber diesen Arbeitstreibereien kann man nicht von verminderten Arbeitsleistungen sprechen, wohl aber ist es kein Wunder, daß dabei die Unglücksfälle im Berg⸗ au zunahmen. Gesunde Preise sind die Vorbedingungen der In⸗ ustrie und auch des Bergbaues. Die Preise werden künstlich in der Höhe gehalten, sie müssen der sinkenden Konjunktur entsprechend er⸗ mäßigt werden. Leider hat das Syndikat dafür kein Verständnis. Sollte kein Wunder eintreten, so würde die Regierung die geeigneten
Schritte tun müssen. der Kohlen ist nur
Daß man über Arbeitermangel klage, könne nicht der Fübrung der schwarzen Listen ein erheblicher Teil deutscher Arbeiter überhaupt vom Arbeitsmarkt aus⸗ 3 geschlossen sei. Die Schuld an den hohen Pröisen teile der 8 preußische Fiskus mit dem Syndikat, der Minister habe ja selbst an⸗ 92 Z Fenant dafs er möglichst hohe Gewinne aus dem Bergbau heraus⸗ agen wolle. Abg. Gothein (fr. Vgg.): Ueber die Kartelle im allgemeinen will ich nicht sprechen, wie es der Abg. Behrens getan hat. Dr. Spahn möge doch endlich einmal seinen geheimnisvollen Schreibtisch auf⸗ schließen und den uns bereits vor Jahren versprochenen Kartellgese entwurf vorlegen, den er uns noch heute immer schuldig ist. ist zweifelhaft, ob eine Kohlennot oder ein Kohlenmangel besteht. Es tritt häufig der Fall ein, daß aus einer Angst heraus Bestellungen vorweg gemacht werden, und dann für den reellen Bedarf keine Vor⸗ räte mehr vorhanden sind. Ich habe die Empfindung, daß in manchen Gegenden jetzt hinsichtlich der Kohlen dieselben Verhältnisse wiedergekehrt sind wie 1900. Daß der Kohlenmagel nicht auf der Ausfuhr beruht, darin kann ich dem Minister nur zustimmen. Hätte Graf Kanitz nicht nur die ersten Monate dieses Jahres berücksichtigt, so würde er gefunden haben, daß wir nicht auf 10 Mill. Tonnen Mehrausfuhr in Steinkohlen kommen, sondern nur auf fünf, und daß sich auch in Braunkohlen diesmal ein Plus ergibt. Ich halte es auch nicht für die füches einer Königlichen Eisenbahn⸗
nachteilig seien.
der Handelsminister nicht wenigstens von denjenigen Mitteln, die wundernehmen, da Felg. 80
der Staat auf dem Gebiete der Tarife hat, jetzt Gebrauch macht. In den weitesten Kreisen des Volkes beklagt man es, daß die Entschließungen der Regierung so langsam erfolgen, oft erst dann einsetzen, wenn schon Zeit verloren ist. Die fiskalischen Gruben gehen in ihren Preisen noch stets über das Syndikat hinaus und kommen somit als ernster wirtschaftlicher Konkurrent überhaupt nicht in Betracht. Man muß die Frage aufwerfen, ob für den kaufmännischen Betrieb überhaupt die Struktur unseres Beamtenkörpers und unseres Beamtengesetzes die geeigneten Kräfte Uefert. In der Zugehörigkeit zu einer Beamtenorganisation, und einer fest vorgezeichneten Zukunft liegt kein Anreiz, seinen Geist für große weitgehende Pläne einzusetzen, die auf kaufmännischem Gebiete notwendig sind, um uns unsere Stellung auf dem Weltmarkt zu wahren. ch bitte, diesen Gesichtspunkt zu erwägen, wenn die von der „Kreuzzeitung“ in die Debarte geworfene Frage eines Elektrizitätsmonopols erwogen wird. Ein solches würde uns durch die eben erwähnte Erwägung unannehmbar sein. Vielleicht prüft der Staat auch das Verhältnis des Kohlensyndikats zu denjenigen Betrieben, die von ihm Kohle beziehen. Der Verband süddeutscher Industrieller hat vor kurzem eine Rundfrage darüber veranstaltet, das Syndikat behauptete zwar, es gewähre nur einen Rabatt, und das sei kaufmännisch üblich und richtig. Die Preis⸗ ermäßigung ist aber eine derartige, daß diejenigen, die sich den Be⸗ stimmungen des Syndikats nicht unterwerfen, gar nicht mitkonkurrieren können. bitte den Minister, mit allen Mitteln, die dem Staate
v
1
Reichsanzeiger und Königlich Preu tsa 1 ——s Berlin, Mittwoch, den 27. Novenber 8 (Schluß aus der Ersten Beilage.) —-————
lung in arbeiten nuüisenr, gegen organisierte unterschreiben lassen,
aß sie gegen einen
Vor allem, meine Herren, ist es der Königli kommission, die doch den Kernpunkt der 6 S. stellung im Osten bildet, möglich gewesen, ihre Ansiedlungstätig⸗ keit zu beschleunigen und umfangreicher zu gestalten, als 8 dies vor 5 Jahren in Aussicht gestellt hatte. Während in den Jahren vor 1902 die Zahl der jährlich angesiedelten Familien sich nur langsam vermehrte und niemals über 700 betragen hatte verstärkte sich von 1902 an der Zuzug Ansiedlungglustiger erheblich. Es wurden 1902: 1200, 1903: 1476, 1904: 1480, 1905: 1527, 1906: 1568 und 1907 etwa ebensoviele Bauernfamilien angesetzt, außerdem noch etwa 500 Arbeiterfamilien, im ganzen in den letzten
siedlungskommission immer wieder erhoben wird, elt darin,
sie nur das Deutschtum des platten Landes 1 die de na⸗ Handwerker, Kaufleute und sonstigen Gewerbetreibenden in den Städten zu wenig berücksichtige. Ich habe in diesem hohen Hause zu wiederholten Malen erklärt, daß ich die Förderung des städtischen Deutschtums selbstverständlich auch als einen der wichtigsten Punkte unserer Ostmarkenpolitik betrachte. Ich habe mich im Eingang meiner Ausführungen auch heute wieder zu dieser Ansicht bekannt und darauf hingewiesen, daß die Königliche Staatsregierung sich dauernd bemüht hat, dieser Aufgabe gerecht zu werden. An Bereitwilligkeit, auch das städtische Deutschtum zu festigen und zu stärken, fehlt es uns wahrlich
er Erste Vizepräsident gibt bekannt, daß das ssidium anläßlich des Heimganges Seiner dih düh n gopost um Großherzogs von Baden Seiner Majestaät dem Kaiser und König 8g Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Baden die Teilnahme des Hauses und zur Geburt des jüngsten reußischen Prinzen Seiner Majestät und dem Kronprinzlichen aare die Glückwünsche des Hauses ausgesprochen hat. Die darauf eingegangenen Danktelegramme werden verlesen. Auf der Tagesordnung steht die Konstituierung des Hauses, die Wahl des Präsidiums und der Schriftführer Erster Vizepräsident Freiherr von Manteuffel 1 daß
verwaltung, den Export künstlich zu fördern. Die Zeiten, wo wir,
nur um unsere Arbeiter zu beschäftigen, für eine Erleichterung sorgen mußten, sind längst vorbei.
8 Abg. Kaempf (fr. Volksp.): Die Verteuerung ein Glied in der Verteuerung aller Gegenstände, die das Leben er⸗ ordert. Die Kohlenteuerung ist schon im ersten Stadium der 6” ollpolitik von der Linken vorhergesagt worden. Wir haben diese Politik bekämpft und werden sie auch künftig bekämpfen. Aller⸗ dings geben wir uns nicht der Illusion hin, daß wir diese Politik im Handumdrehen ändern werden. Es muß aber alles vüebecen werden, um ihre Härten zu mildern. Diesen Gesichts⸗ unkt hat mein Fraktionsgenosse schon gestern bei den hohen Getreide⸗ preisen vertreten, denselben VvrS. vertrete ich heute auch. Die große Nachfrage nach Kohle i der Hochkonjunktur rechtfertigt n keiner Weise, daß die Koblen nach dem Auslande billiger verkauft werden als im Inlande. Man hat heute auf die langen Lieferungs⸗ hingewiesen. Ich würde es begrüßen, it der Zeit verschwänden. Ich kann daß die Lieferungen nach hältnisse ungünstig einwirken. bin ich nicht derselben Meinung in bezug auf den UI. Dieser Zoll würde keinen finanziellen Erfolg Auslande ein Beispiel geben, auch seinerseits mit der⸗ Die Erfahrung hat gelehrt, wohin das führt. Bedauern würde ich, wenn der preußische Landeseisenbahnrat beschlösse, die Ausfuhrvergünstigungstarife aufrecht zu erhalten. Die Einführung von niedrigen Kohlenimporttarifen dagegen wäre ebenso gerechtfertigt, wie bei den billigen Futtermitteltarifen. Der preußische Fiskus sollte bei der hrassestabiade der Kohlen mit gutem Beispiel vorangehen. Der Erfolg hat bisher nicht gezeigt, daß der Fiskus mit seinem Zu⸗ reden auf das Syndikat etwas erreicht hat. Die fiskalischen Werke muüßten ihrerseits die Kohlen zu einem billigeren Preise abgeben, als es das Syndikat tut. Das würde seinen Einfluß auf das Syndikat nicht verfehlen. Es ist nicht richtig daß dann nur die Händler davon einen Vorteil haben würden. as Bestreben der Händler, die Preise hochzuhalten, könnte durch Verträge der fiskalischen Gruben mit den Händlern vereitelt werden. Auch die fiskalischen Gruben müssen Musteranstalten sein. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage war nur so lange gültig, als wir ein freies An⸗ ebot hatten, als noch keine Syndikatsbildung vorhanden war. ie Gewalt des Rheinischen Kohlensyndikats ist eine ganz außer⸗ oprdentliche. Syndikate können einen aroßen Segen stiften in der Regulierung der Produktion. Wenn sie aber nicht Maß halten in der Preispolitik, dann sind sie kein berechtigter Faktor in unserem Wirtschaftsleben. Das ohlenkontor hat mit 8 Verträge geschlossen, die diese der Willkür des Kohlensynd kats preisgaben. 8 Fch möchte allen Syndikaten zurufen: Haltet Maß! Die Kohlenfrage ssit eine so wichtige, jeder Deutsche wird davon so sehr berührt, daß ich die Ueberzeugung ausspreche: Alle berechtigten Faktoren müssen
alles tun, um die vorhandenen Härten zu beseitigen! 8 82 Dr. Stresemann (nl.): Die Kohlenfrage vuß verhandelt werden im Zusammenhange mit unserer gesamten v tlichen Lage. Wie ein roter Faden zog 8 gestern und heute der Satz durch die Deebatte, daß wir am Anfang des Rückganges der Konjunktur stehen. Wenn wir damit rechnen müssen, dann ist es klar, daß die steigenden Kohlenpreise nicht mehr bloß „unbequem“ sind. Syndikatsbildungen gibt es natürlich nur in der Rohstoffindustrie, nicht in der fertigen Industrie, dazu sind die Verhältnisse viel zu vielgestaltig. Es ist eine ganz falsche Auffassung, daß die großen Betriebe in Westfalen der Typus der deutschen Industrie sind. Auch die Regierung hat sich durch die einseitigen rheinisch⸗westfälischen Einflüsse und des Zentral⸗ verbandes bestimmen lassen. In bezug auf die Kartelle hat der Abg. Molkenbuhr einen Standpunkt vertreten, mit dem Kirdorf wohl zufrieden sein wird. Die Kartellbildung kann unter Umständen zu einer Verbilligung führen, wir sind aber der Meinung, daß Monopole auf dem Gebiete der nichtvermehrbaren Güter nicht mehr das Recht haben, lediglich aus privatkapitalistischen Grundsätzen heraus ihre Verwaltung zu regeln, sondern daß sie sich den Forderungen der Allgemeinheit, repräsentiert durch den Staat, unterzuordnen haben, wenn von diesen Monopolen ein ungerechtfertigter Gebrauch gemacht wird. Das ist die einstimmige Ansicht meiner politischen Freunde, und unter diesem Gesichtspunkt sind wir an die Frage herangetreten, ob wir bei dem Kohlensyndikat von einer unangemessenen Autbeutung der Konsumenten sprechen können. Ein Monopol in dem Sinne einer vollständigen Beherrschung der Produktion besteht nicht. Wir haben Staatsverwaltungen, wir haben Staatsgruben, die den größten Hutsider darstellen. Aber es ist mit Recht die Frage vüfg neecn. haben diese Outsider dahin gewirkt, dem Rbeinisch We tfälischen Kohlensyndikat und anderen Vereinigungen ihre Vorberrschaft zu nehmen, und diese Frage ist mit nein beantwortet. Der Handels⸗ minister hat sich dagegen verwahrt, daß in der Verwaltung der Staatsbetriebe fiskalische Rücksichten allein maßgebend gewesen wären. Wir sind unsererseits der Auffassung, daß der Gedanke der Verzinsung der Staatsbetriebe unter Umständen auch einmal zurück⸗ zutreten at hinter den Interessen der Allgemeinheit. Die letzte Preiserhöhung des Syndikats steht nach unserer Ansicht auch nicht im Einklange mit den Erfordernissen des Syndikats. Hier hatte das allgemeine Interesse in den Vordergrund zu treten. Graf Kanitz meinte, es sei zweifelhaft, ob die jetzigen Kohlenpreise nicht auch sgreeseesh wirkten. Danach könnten wir schließlich noch dankbar sein ür diese hohen Preise. Wenn die Kohlenpreise im natürlichen Ver⸗ lauf von Angebot und Nachfrage steigen, so mag das seine Be⸗ rechtigung haben, aber als ein volkewirtschaftliches veeeee möchte ich solche Preissteigerung ebenso wie diejenige des Diskonts ablehnen. Was die Abhilfemittel betrifft, so kann dem Grafen Kanitz nicht darin beistimmen, daß ein Ausfuhrzo dazu führen würde, daß wir das Plus, das wir gegenwärtig haben, auch Apits im Lande behalten werden. Demgegenüber hat schon der inister darauf hingewiesen, daß sich die Grenzen unseres Wirtschaftsgebietz mit den politischen Grenzen nicht decken. Im Kznigreich Sachsen sind wir in bezug auf die Kohlenversorgung in einer ganz außerordentlich schwierigen Lage. Wir sind auf böhmische und österreichische Kohle angewiesen, auf die die dortige Industrie in absehbarer Zeit selbst Anspruch erheben wird. Rheinische Kohle stebt uns mit Rücksicht auf die Frachten nicht zur Ver⸗ ügung. Wenn Graf Kanitz dafür eintreten wollte, daß der jetzige
umpfkanal bis zur Elbe weitergeführt wird, so würde er
damit den Dank der sächsischen Indust:ie erwerben. Ein Ausfuhr⸗ verbot wird entschieden Gegenmaßregeln hervorrufen, nicht von chwedischer Seite allein, von welcher Seite sonst, will ich nicht agen, denn wir haben im Plenum keine Veranlassung, unsere Mit⸗
haben und dem artigen Zöllen vorzugehen.
zur Berfgung stehen, bald diejenigen 8 jetzigen allseitig als Kalamität empfu reiten.
unserer Kohlenförderung von 48 ½ auf 76 ¾ Millionen Tonnen im
daß das Kohlensyndikat durch d dazu beigetragen hat, daß als der Verbrauch. Ich beß es zum großen Nachteil der b beschränkungen nicht aufgehoben hat.
siyd keineswegs niedrig. knappbeit ist der außerordentliche noch die Verschiebungen kommen, dadurch vollzogen haben, gesellschaften verschmolzen sind, Foͤrderung dem brauch der sogenannten Hüttenzechen brin den Kohlenlieferungen für den Das Syndikat ist trotz seiner
seine Preise anzupassen. lange mit der Förderungssteigerung zurück,
daß die Leistungen der ö Die Leistung betrug für den 904 0,845 t, 1905 0,850 t,
eine Mehrleistung. Dazu ist der Bergba die größere Tiefe schwieriger geworden. „Rheinisch⸗Westfälische Zeitung“ feststellt, Arbeiter herangezogen worden, die Leute, die noch vor wenigen Monaten
Kopf u
die Leistungen gestiegen sind, so ist das ei Zeichen für unsere Bergleute. große Zahl von Unfällen und Krankheiten Löhne der in den letzten aber wenn diese
der Lebensdauer erkauft werden müssen, so
beträgt jetzt 45 Jahre, und mit 41 Jahren ist Im Ruhrrevier haben wir unter den Bergle Wenn berechnet wird, daß 40 000 Ueberschuß an Kohlen für das Ausland zu Arbeitern für das Ausland fördert. Syndikats die Folge, Produktion zur Verfügung Kohlensyndikat und enger Fühlung.
gefördert. Die Zahl der ausländischen
chaft ist entsprechend zurückgegangen. unter der Ruhrbergarbeiterschaft haften Zuzug von ausländischen Arbeiter
Wenn das Kohlensyndikat gleichwohl
einen solchen Zustand nur beklagen. der Arbeiterschaft die Erre über
Die Grubenbesitzer haben in den
Kindergeld betreffend, nehmen, und darü
önne] groß. Trotz der erren die billigen Wünsche dessen aber lehnen sie aufs rücksichts Wenn wir nichts tun, um der aller Betriebe muß sein, den ersten Schritt dazu bilden. könnte sehr wohl den betreffenden
Abg. Dr. Höffel (Rp.): schränkenden Erklärungen, klang die eigentlich auf dem Kohlenmarkt alles a Redner aus auch meine Fraktionsgenossen kögnen sich nicht anschließen. Es handelt sich hier ganzen Deut Eindruck, wenn Tag laden nach der Schweiz und deutschland und den anderen Teilen des steht. es ist das schon leisten, es sind aber alle Veranlassung haben. daß die Arbeiter von der
zur Genüge geschehen.
Schweiz für 40 ℳ trans selbe Strecke 70 ℳ Fra früher gerechtfertigt finden, haben wir Kohlen im eigenen assen deshalb nicht mehr in die heutig
hat sich so zugespitzt, daß besondere
andelt sich hier in
bewerber auf dem Weltmarkt darüber aufzuklären, mit welchen Maß⸗
nahmen sie uns beikommen können. Ich bedauere außerordentlich, daß
“
darauf hin, daß die Ausnahmetarife na
Maßregeln zu ergreifen, die
Abg. Behrens (wirtsch. Vag.): Daß wir trotz der Steigerung Millionen Tonnen im Jahre 1906 gegenwärtig mit Kohlen⸗ teuerung und Kohlennot zu Fpfen haben, liegt hauptsächlich daran,
e Festsetzung der Beteiligungsziffer die Förderung nicht erheblich stärker war muß dem Syndikat Eisenindustrie die Förderungs⸗ Auch die Eine weitere Ur Mehrverbrauch von Kohle, wozu die sich in den letzten Jahren daß immer mehr Zechen mit Hütten⸗ wodurch ein großer Teil der
freien Verkehr entzogen ist.
freien 14 jährigen Praxis nicht im Stande ge⸗ wesen, rechtzeitig dem jeweiligen Verbrauch seine Lieferungen und Bei aufsteigender ck, und bei absteigender Kon⸗ junktur bält es zu lange an den hohen Preisen fest. Bergleute zurückgegangen
1906 0,805 t.
wenig leistungsfähig sind.
leisten natürlich nicht so viel wie alte Bergleute. Die Arbeitsmethoden bringen die
Jahren recht gut gestiegen, öhne mit einer durchschnittlich elfjährigen Verkürzung
Löhne nicht bemängeln. Die durchschnittliche Lebensdauer des Bergmanns
Bergleute notwendig sind, um den
Syndikat nicht national, wenn es unsere Kohlenschätze mit ausländischen Außerdem hat die Preispolitik des daß das Ausland billiger die Kohlen für seine hat als die Stahlwerksverband stehen in Auf Kosten unserer Fertigindustrie wird durch deren
Zusammenwirken eine sehr starke Entwicklun
namentlich der Italiener, aber auch der Kroaten und Galizier, hat ch auf 7,42 % im Jahre 1906 gesteigert;
hat
bloß um für das Ausland billiger zu produzieren, Seit einigen Wochen ist unter
ung groß Grubenbesitzer der Knapvschaftekasfenangelegenhelt angedeihen lassen. letzten elf Jahren bereits verstanden, ctwa 31 Millionen an Beiträgen zu sparen, die sie eigentli die Knappschaftskasse hätten zahlen müssen. überdies den Bergleuten ein altes historisches
weichenden Konjunktur sollten die der Arbeiterschaft erfüllen.
fortschreitenden Konzentration durch das Großlapital werden wir bald mitten im Zakun steflegt drin den Bergbau zu verstaatlichen;
der Föstsevung der Preise des Syndikats durch die Regierung mu
Ein Vertreter der Staatsbehörde Syndikatsverhandlungen beiwohnen; dann wäre wenigstens die Möglichkeit vorhanden, 92 eine Preispolitik,
wie die jetzt vom Syndikat betriebene, verhindert Abgesehen von einigen kurzen ein⸗
Rede des Ministers dahin, daß
dem Hause haben schon dagegen
chen Reiche besteht. Es macht doch einen eigentümlichen W8 Tag nicht endenwollende Züge mit Kohlen be⸗ Italien fahren, während bei uns in Süd⸗
Ueber die Kohlensyndikate will ich
roße Auswüchse entstanden, die zu beseitigen wir Wenn der Abg. Molkenbuhr bestritten hat, Kohlenteuerung einen Vorteil haben, so ist doch nicht zu bestreiten, daß die Löhne der Bergarbeiter wesentlich er⸗ höht worden sind. Die Ausnahmetarife sind durchaus unberechtigt, es macht böses Blut, wenn man sieht, wie die Saarkohle bis na ortiert wird, während in Deutschland für die⸗ t bezahlt werden. als eine Ueberproduktion bestand, heute aber Lande nötig, und die Ausnahmetarife
chaͤdigen den kleinen Konsumenten und die Industrie. Die Kalamität Maßnahmen notwendig sind.
der Tat um eine Frage Abg. Korfanty (Pole) weist unter großer Unruhe des Hauses
ndenen Lage ein Ende be⸗
Jahre 1897
zum Vorwurf machen,
saestse des Syndikats ache der Kohlen⸗
Der Selbstver⸗ gt einen großen Ausfall an Verkehr mit sich.
Konjunktur hält es zu
Der Vorwurf, sind, ist nicht be⸗ nd die Schicht 1901 0,821 t, Das ist tatsächlich u von Jahr zu Jahr durch
Außerdem sind, wie die
immer mehr ausländische
ihren Acker bestellt haben, Wenn trotzdem n außerordentlich günstiges
mit sich. Zwar sind die
kann man doch die hohen
er durchschnittlich bergfertig. uten etwa 20 000 Ausländer.
produzieren, so handelt das
inländische Produktion. außerordentlich
der Halbzeugindustrie Arbeiter im Ruhrrevier,
die deutsche Arbeiter⸗ Der Gesundheitszustand durch diesen massen⸗ i durchaus nicht gewonnen. diesen Zuzug begünstigt, so können wir
die Behandlung, welche die
ch an Neuerdings wollen sie Recht, das sogenannte ber ist die Erbitterung be⸗ erg⸗ Statt loseste diese Wünsche ab.
entgegenzuarbeiten, so sein. Das Ziel die Tfenb eee
wird.
m besten sei. Die anderen Widerspruch erhoben, und der Auffassung des Ministers um eine Kalamität, die im
Reiches Kohlenteuerung be⸗ mich nicht näher auslassen; Syndikate können Nützliches
der
Ausnahmetarife konnte man
e Zeit. Die hohen Preise
Es des nationalen Wohl⸗
des Exports durch Ausfuhrtarife er Man möge endlich einmal unserer langjährigen Forderung nachkommen und billige Einfuhrtarife schaffen, also möglichst die Rohstofflarife auf die Kohlen ausdehnen. Im Abgeordnetenhause haben wir kräftig hierfür gewirkt, und es ist eine Kommissien eingesetzt worden, zur allgemeinen Ueberraschung aber blieb alles beim alten. Ich verstehe es, daß der Minister sich nicht direkt dazu geäußert hat, wie er sich zu einer “ stellt, aber die einmütige Ansicht, die er heute im Deutschen Reichstag von allen Parteien gehört hat, wird ihn wohl in der Auffassung bestärken, daß endlich einmal Wandel geschafft werden und eine gesunde Tarifpolitik eingeführt werden muß. Je mehr eine Industrie syndiziert ist, je - die Konkurrenz ausgeschlossen ist, um so gefährlicher ist die Ausfuhr, denn sie erfolgt von einer Stelle und kann zu dem Zwecke erfolgen, im Inlande eine Knappheit herbeizuführen und damit eine Steigerung der Preise. Der Minister hat ausgeführt, daß die Preispolitik der preußischen Bergverwaltung nicht lediglich von fiskalischen Interessen ge ührt wird, aber vorwiegend sind diese doch “ gewesen. Ich kann dem Minister persönlich keinen Vorwurf daraus machen, er kann gar nicht anders handeln, wenn er sein Amt konstitutionell auffaßt, denn das preußische Abgeordneten⸗ haus hat ja ausdrücklich die Erklärung seines Vorgängers gebilligt, daß die preußischen Bergwerke verwaltet werden sollten vom Standpunkte eines guten Kaufmanns, also zum Zwecke eines höchstmöglichen Gewinns. Tatsächlich werden die Preise von den Kohlenkonventionen gemacht. Man weiß nicht einmal, wie diese Preise vielfach besteht ja gar keine Oeffentlichkeit. Es gibt gar keinen freien Handel mehr mit Kohlen. Die Preise werden jedem einzelnen Grubenbesitzer mitgeteilt, und es bleibt ihm überlassen, wie weit er etwa über diese Listenpreise hinausgehen will. Es ist daher unzutreffend, wenn in der Presse die Schuld dem Kohlenhandel beigemessen wird. Alle diese Preisfestsetzungen erfolgen durch die Bergwerksbesitzer. Die Selbstkosten sind allerdings erheb⸗ lich gestiegen, das bewesst die Statistik. Der „Abg. Molken⸗ buhr sprach von Ueberschichten in den Eisenhüttenwerken, er weiß nicht, daß Ueber chichten bei der Art dieses Betriebes unmöglich sind. Wenn also die Löhne steigen mußten, sie doch nicht in dem Maße wie die Preise der Lebens⸗ Diese letztere Preissteigerung ist auch keinet⸗ wegs eine vorübergehende. Die Preise, die der Kohlenbergbau nimmt, sichern einen Gewinn, der über den regulären weit hinaus⸗ geht. Daß auch ohne Syndikat die Prrise in Fleichem Maße ge⸗ stiegen sein würden, ist wohl denkbar, die Gefahr aber ist, daß die hohen Preise durch das Syndikat aufrecht erhalten werden zu einer Zeit, wo die Konjunktur dies nicht mehr rechtfertigt. Der Minister will abwarten, ob die Preispolitik des Syndikats sich auch nach eingetretenem Konjunkturrückgang bewähren wird. Das er⸗ innert mich an die schöne Geschichte von der Kinderfrau, die das Kind zu baden hatte: wenn das Kind im Wasser blau wurde, dann war das Wasser zu kalt; wurde es rot, dann war das Wasser zu warm. Der Fiskus hat ja schon auf Jahre mit dem Syndikat abgeschlossen! Daß ein Rückgang eintreten muß, zweifelhaft, wenn ich auch nicht direkt von einer Krisis sprechen wil.. Wir werden über den Umschwung der Konjunktur leichter als früher hinwegkommen, weil wir kapitalkräftiger geworden sind; aber schwer genug wird uns der Uebergang gemacht werden bei diesen hohen Getreide⸗, Fleisch⸗ und Kohlenpreisen. Der Rückgang ist teilweise sogar schon da; wie wir ihn überstehen, hängt auch von der Entwicklung der Preise ab, und da ist es zu spät, wenn der Minister Jahr und Tag warten will, um zu sehen, ob das Kindlein rot oder blau geworden ist; er muß das wirtschaftliche Barometer selbst an⸗ sehen und sich überzeugen, daß wir nicht mehr auf der Höbe der Siluation sind und für die schlechtere Zeit Wenn der Handelsminister heute erklärte, er wolle die Arbeiter in keiner Weise in ihren Rechten beschränken, so freue ich mich über den Umschwung. Früher herrschte im Handelsministerium ein gand anderer Ton, da hieß es, wer nicht parieren will, fliegt aus dem Be⸗ triebe. Hoffentlich macht der Minister seinen Einfluß im Bundestat auch zu Gunsten der Postbeamten geltend. “ 8 Ferauf wird Heebeüenaßg beschlossen. Persönlich bedauert der 2 Abg. Hue (Soz.), durch die Vertagung um die Möglichkeit ge⸗ kommen zu sein, dem Minister nachzuweisen, daß auch unter seinet Amtsführung die Arbeiter in ihren Rechten verkürzt würden.
Der Präsident schlägt vor, morgen keinen Schwerinstag abzuhalten, sondern einen olchen erst nach Erledigung der Generaldebatte des Etats abzuhalten.
Abg. Singer (Soz.) will hiergegen keinen Widerspruch erheben hält es aber für wünschenswert und notwendig, daß in Zukunft in sequent Schwerinstage abgehalten werden, damit nicht der Verda neue Nahrung finde, 8e nach Bewilligung der Diäten die Ab⸗ sicht bestehe, die Sessionen abzukürzen. 1
Schluß gegen 7 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr (Erste Lesung der Vorlagen, 8 den Versicherungs⸗ vertrag, die Sicherstellung der Bauforderungen und die Er⸗
leichterung des Wechselprotestes.)
ganz so sind mittel gestiegen.
Preußischer Landtag. Herrenhaus. November 1907, Nachmittags 3 Uhr⸗
1. Sitzung vom 26. (Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.)
Erste Vizepräsident Freiherr von Maz⸗ mit folgenden Worten: — von Ihren Plätzen zu erheben 8 mit mir einzustimmen in den Ruf: „Seine Majestät der nea unser Allergnädigster König und Herr Wilhelm II., König Hul Preußen, lebe hoch!“ (Die Mitglieder des Hauses stimmen dre
lebhaft in den Ruf ein.) 2 Als provisorische Schriftführer fun ieren die Herne raf von Hutten⸗
Dr. von Burgsdorff, Dr. Johannsen, Czapski und Graf von Arnim⸗Boitzenburg.
1 vr bicherice Iüe euffel eröffnet die Sitzun füer ersuche die Herren, sich
tlich für die schlesische Kohle
8
(Schluß in der Zweiten Beilage.)
nahmen zur Stärkung de
vorsorgen müssen.
meinen Worten Taten folgen lassen; ich erinnere hier nur an
zevolkommnung der wichtigsten Vern 1ane⸗ den Ausbau des Holzhafens von Brahemünde, an die 88 N rung der wissenschaftlichen Anstalten durch die Bibliothek und zu Posen, durch das landwirtschaftliche Kaiser Wilhelm⸗ se Freil bei Bromberg und die Technische Hochschule in Danzig; an Krise eilegung des Festungsgeländes in Posen, auf dem sich das neue
erschloß erhebt; an die weitgehende Unterstützung deutscher Hand⸗
Forthildungsschulwesens, die Begründung des
er an Stelle des bisherigen Präsidenten
1 89 hausen heute und morgen den sürsen zu Inn⸗ und K.
das Haus eintreten zu können.
Auf Vorschlag des Freiherrn Lucius von Ballhausen Akklamation
den reiher . teuffel erklärt im Namen des vi.en üüh dieser die Aüchl
uͤrst zu Inn⸗ und Knyphausen durch räsidenten wiedergewählt. 8
wird zum
annehme.
Gleichfalls auf Vorschlag des Freiherrn Lucius von Ball⸗
von Manteuffel durch Akklamation wiedergewäh
hausen wird zum Ersten Vizepräsidenten
dieser erklärt, daß er die Wahl mit Dank annehme.
Zum Zweiten Vizepräsidenten wird Wirk heimer Rat Becker durch Akklamation Weite eanene 85
dieser nimmt die Wahl mit Dank an.
Zu Schriftführern werden auf Vorschlag des Freiher Lucius von Ballhausen die Herren Craesschlag Ne ehchürrn burg, Dr. von Burgsdorff, Graf Finck von Finckenstein, Graf von Hutten⸗Czapski, Dr. Johannsen, von Klitzing, Graf von Seidlitz⸗Sandreczki und Veltman durch Akklamation wieder⸗
gewählt.
Erster Vizepräsident Freiherr von Manteuffel ä daß die 8. ebepraftdent des Hauses auch ohne Rifeneagdsrt
ersichtlich sei.
Damit ist das Haus konstituiert; Seiner Majestä und dem Abgeordnetenhause wird davon Fähet bän
Köni geschriebene Mitteilung gemacht .
Schluaß But Ugns gemacht werden (Geschäͤftliche Mitteilungen.)
v11114“ 5 ““ 8 Haus der Abgeordneten. 1. Sitzung vom 26. November 1907, Mittags 12 Uhr.
(Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.)
Eingegangen sind ein Gesetzentwurf, betreffend M „ aß⸗ 8 rnemuebe keffend, hc. estpreußen und Posen, und einige kleinere Vor⸗
vinzen lagen.
Der Präsident des Hauses in der vorigen Session
von Kröcher erteilt das Wort dem
— “ des Staatsministeriums, Reichskanzler Fürsten
ülow: Meine Herren!
8 aexe zu gehen. e vornehmsten Aufgaben dieser Politik, deren überzeugt „ hänger und Träger ich immer gewesen bin und heute mehr 88 5 1. habe ich bereits vor fünf Jahren vor diesem hohen Hause eingehend dargelegt. Ich habe damals ausgeführt, daß neben einer zielbewußten Siedlungstätigkeit, die unzweifelhaft das wirksamste Mittel zur Ver⸗ en unserer Ostmarken sei, die Erhaltung und Kräftigung * vorhandenen deutschen Grundbesitzes mit allen Mitteln anzustreben 8 Ich habe weiter betont, daß besonders auch die Stärkung des schen Bürgertums, des deutschen Mittelstandes in den Städten nerläßlich sei, um diesen Kulturträgern ihren deutschen Charakter zu güan oder wieder zu erobern. Ich habe ferner die allgemeine ceebene und kulturelle Hebung der östlichen Landesteile mit earn. gemischter Bevölkerung als eine durchaus notwendige Vor⸗ 1h be dafür bezeichnet, daß das Deutsche in Ihnen fest wurzeln 88 reude am Leben gewinnen könne. Und ich habe endlich die 8. Aufgaben hervorgehoben, die den preußischen Beamten, den 8 schen Lehrern in den schwierigen Verhältnissen des Ostens zu⸗ 8 und es notwendig machen, dort besonders tüchtige Kräfte zu senden und sie in ihrem Wirkungskreis heimisch werden zu lassen. 1“ diesen meinen Ausführungen hat die Königliche b8.- rregierung dank der verständnisvollen Unterstützung des ags, der die notwendigen Geldmittel uns bewilligt hat,
8 8n Beamten und Lehrern gewährten Gehaltszulagen vülgen r⸗ rvwvnapeege us⸗ an die Schaffung von Dienst⸗ und h ietswohnungen, an die fortschreitende Entwicklung
Verkehrswege, insbesondere des Eisenbahnbaues, an die Wasserstraße der Provinz
ker und Gewerbetreibender in den Städten; an die Förderung des
Vorsitz überneh 8 vrh. der Fürst aber mitgeteilt habe, daß er eine Eüed, müge günr sidenten anzunehmen bereit sei; sein Gesundheitszustand sei wieder der⸗ artig gut, daß er hoffe, mit Gottes Hilfe nach Neujahr wieder in
Nächste Sitzung Mitt woch, 2 Uhr.
8 Der Gesetzentwurf, betreffend Maßnahm
Schutze des Deutschtums in den Provinzen Posen und fe ec ese der Ihnen bereits durch die Thronrede vom 8. Januar angekündigt worden war, und den ich hiermit diesem hohen Hause überreiche, be⸗ weist Ihnen, daß die Königliche Staatsregierung in der Ostmarken⸗ politik diejenigen Wege für die richtigen hält, die Fürst Bismarck im Jahre 1886 eingeschlagen hat, und daß sie fest entschlossen ist, diese
als in allen vorangegangenen Jahren seit 1886 zusammen. Schneller, als es vorauszusehen war, hat sich dementsprechen
Mit der Veröffentlichung dieser Königliche Staatsregierung nicht nur der Ansiedlungspolitik weiteren Kreisen
Denkschrift die und
wollte
insbesondere
Maßnahmen erforderlich sind.
200 000 Menschen ansiedelte.
sich fast ohne Ausnahme in guter
sind im letzten Jahre rückständig geblieben; nur 10 % der Ansied stellen haben einschließlich d 8 1 1.- schließlich der Erbfälle seit 1886 ihren Besitzer Die Budgetkommission dieses hohen Hauses hat Jahren ja selbst durch den Augenschein 88 * E siedlungen überzeugt, was mir meine Dienstgeschäfte zu meinem Bedauern bisher noch nicht gestattet haben. Ich glaube nach dem was ich innerhalb und außerhalb dieses hohen Hauses gehört habe, daß das Geschaffene als ein hervorragendes Kulturwerk auch von vr. jenigen Herren anerkannt wird, die der Ansiedlungspolitik der eaa Staatsregierung nicht zustimmen.
un höre ich ja oft sagen, der Vorsprung der Bevölkerungszunahme sei so groß, daß er 86 durch G nicht wieder eingeholt werden könne; die Polonisierung der gemischt⸗ sprachigen Provinzen werde daher trotz aller staatlichen Gegenmaßregeln unaufhaltsam fortschreiten. Meine Herren ich habe hier selbst vor 5 Jahren mit Bezug auf die Provinz Posen Zahlen angeführt, die in dieser Beziehung nicht gerade zu sanguinischen Hoffnungen berechtigten. Ich werde jetzt einige Aufzeichnungen benutzen, die ich mir an der Hand der Akten gemacht habe, um nichts zu übersehen und ein möglichst vollständiges durch von Zahlen beleuchtetes Bild der tatsächlichen Verhältnifse geben zu können. Ich hoffe, daß es auf diese Weise mir auch möglich sein wird, bei der Einbringung dieser wichtigen Vorlage unnötige Polemik zu vermeiden und Ihnen in aller Ruhe und Sachlichkeit die zwingenden Gründe darzulegen, welche die Königliche Staats⸗ regierung veranlaßt haben, in dem vorliegenden Gesetzentwurf Ihnen so tief einschneidende Maßnahmen vorzuschlagen.
In der Sitzung vom 13. Januar 1902 sagte ich:
Die Gesamtbevölkerung der Provinz Posen hat sich seit der Volkszählung von 1890 bis zu der von 1900 um zirka 7 ¾ % ver⸗ 8 SI polnischen Bevölkerung beläuft sich dabei
a 0, rend die Zunahm vn Zunahme der Deutschen nur auf as Bild ist aber ein anderes, wenn man die Ergeb
Volkszählung von 1905 berücksichtigt. Es haben sich 89 s. 1900 in der Provinz Posen die Deutschen um 43 000 Köpfe, das sind 5,97 %, die Polen um 59 000 Köpfe, das sind 5,08 %, vermehrt. Der Anteil der deutschen Bevölkerung ist von 38,07 % auf 38,32 % gestiegen, der der polnischen hat sich von 61,32 % auf 61,21 % ver⸗ mindert. Diese Zahlen mögen an und für sich noch nicht viel be⸗ sagen; sie gewinnen aber an Bedeutung, wenn man sich gegenwärtig hält, daß die Deutschen in der Provinz in den letzten 5 Jahren sich ebenso stark vermehrt haben wie vorher in 20 Jahren, und daß sie sich in den ländlichen Ortschaften des besonders stark besiedelten Re⸗ gierungsbezirks Bromberg auch schon absolut stärker vermehrt haben als die Polen. Es scheint hiernach die Hoffnung berechtigt, daß durch die Ostmarkenpolitik der Regierung in der Provinz Posen die seit 1867 bestehende Verschiebung der Bevölkerungsziffer zu ungunsten des
Kreditinstituts für
üdtische Hausbesitzer und anderes mehr.
Deutschtums allmählich zum Stillstande gekommen ist.
6 Jahren mehr als 9000 Familien. Das ist ungefähr doppelt soviel
auch der Ansiedlungsfonds wieder erschöpft. Be⸗
Staatsregierung mit neuen Forderungen 8 varh . Landtag herantrat, hielt sie sich für verpflichtet, die in 20 jähriger Tätigkeit bisher erzielten Wirkungen der Ansiedlungspolitik eingehender als es bisher geschehen war, zur Darstellung zu bringen. Diesem Zwecke dient die Ihnen im Sommer zugegangene Denkschrift. die bisherigen Erfolge
d Mitgliedern des Landtags zur Kenntnis bringen, sondern sie wollte
auch auf die Hindernisse und Schwierigkeiten hindeuten, wel⸗
5 e d weiteren Verfolgung dieser Politik in den Weg stellen 1 18,gf Ueberwindung nicht nur neue Geldmittel, sondern auch neue gesetzliche
Was die Leistungen der Ansiedlungskommission a
im ganzen bis zum 31. Dezember 1906 rund 9 e 62 Kommission erworben und davon rund 235 000 ha ausgegeben worden Die Gesamtzahl der in Ansiedlungsdörfern und ⸗Gütern ansäsfiger Deutschen mit ihren Familienangehörigen hat in diesem Sommer die Hunderttausend überschritten; sie vermehrt sich jährlich reichlich um cireca 10 bis 12 000 Köpfe. Die Zahl der neu begründeten deutschen Dörfer betrug in der letzten Zeit jährlich etwa 50, im ganzen 315 Dieses Ergebnis kann schon einen Vergleich mit der kolonisatorischen Arbett Friedrichs des Großen vertragen, der während seiner 46 jährigen Regierung im ganzen Staatsgebiet an ländlichen Kolonisten etwa
Doch beweisen Zahlen hier allein nicht viel, und es ist dah
1 eer wichti 2 festꝛustellen, daß dank der sorgfältigen Meliorierung der tesee⸗ Grundstücke, der Verbesserung der Verkehrswege, der Ausstattung der Gemeinden und der mäßigen Bemessung der Rente die Neuansiedler wirtschaftlicher Lage be⸗ finden und, mit ihrem Los zufrieden, dauernd für weiteren Zuzug aus ihrer Heimat sorgen. Nur etwa drei Viertel Prozent der Renten
nicht; aber seine Stärkung kann nicht so unmittelbar durch staa b Unternehmungen herbeigeführt werden, wie die ne Bauern. Dem Bauern, den ich zu angemessenem Preise und unter sonstigen normalen Verhältnissen, wie sie die Ansiedlungskommission in ihren Kolonien schafft, auf einer Wirtschaft von 40 Morgen an⸗ siedele, verschaffe ich damit eine gesicherte Existenz. Der Industrie⸗ arbeiter, der Handwerker, der Kaufmann braucht Arbeitsgelegenheit einen Kundenkreis, um zu leben; die kann ihm der Staat allein ing
direkt nicht schaffen und sichern; hier sind dem ittel des Staates enge Grenzen gezogen.
Es darf auch nicht vergessen werden, daß der Rü Städte nicht bloß in den dne deese weh en anghe e 78 anderen Landesteilen beobachtet wird, daß überall gerade die tüchtigsten und kapitalkräftigsten Elemente am meisten Neigung zur Ab⸗ C zeigen, und daß diese Bevölkerungsschicht n westpreußischen und pose ; E“ posenschen Städten bis vor kurzem gerade Um so erfreulicher sind die günstigen mittelbaren die von den Ansiedlungen auf die ihnen benachbarten 1S ds büs gehen, und die sich, wie das die Ihnen zugegangene Denkschrift nach⸗ weist, schon jetzt vielfach zeigen. Der Rückgang des deutschen Hand⸗ werks in diesen Städten kommt allmählich zum Stillstand; die deutschen Gewerbetreibenden spüren, wie das von den verschiedenen Ortsbehörden dankbar bezeugt wird, die Belebung von Handel und Wandel durch die Kaufkraft der zahlreichen Ansiedler, die an die Stelle der Großgrundbesitzer und ihrer bedürfnislosen polnischen Arbeiter ge⸗ treten sind. Ganz besonders erfreut sich bei der regen Bautätigkeit der Ansiedlungskommission und ihrer Kolonisten das Baugewerbe eines lebhaften Aufschwungs. Ich glaube daher, daß, zumal bei der immer schärferen Boykottierung der deutschen Gewerbetreibenden durch die Polen nichts dem Deutschtum der Städte mehr zustatten kommen kann als ein Kranz deutscher Bauerndörfer, der sich um das städtische Weichbild legt Ihre volle Wirkung für die Vermehrung der deutschen Emmwohner 8 1 1b. hah I“ freilich erst in späterer gen, wenn die Nachkomme
Bis etr Fas ehhe eer. i der ländlichen Ansiedler sich nach Auch auf dem Lande hat die Ansiedlungskommi die Ansetzung neuer Kolonisten beschränkte Jeva — Versuch gemacht, die rechtliche Sicherung des Besitzes in deutscher Hand, wie sie bei den Ansiedlungsrentengütern geschieht, auf den alt eingesessenen Bauernstand auszudehnen. Eine Handhabe hierfür ge⸗ währt ihr die starke Verschuldung des kleinen Grundbesitzes. Wird doch in Westpreußen und Posen für zweite Hypotheken vielfach noch eine Verzinsung von 5 bis 6 % gezahlt, die bei der augenblicklichen Lage des Geldmarktes sicherlich keine Tendenz zur Ermäßigung zeigt. Die Ablösung dieser lästigen Hypotheken und ihre Umwandlung ’- 821 ger bietet für den bäuerlichen Besitzer so große
orteile, daß er dabei bereitwilli ; nicht 8. einen Polen zu verkaufen. “
ur Durchführung dieser Regulierung ist im ũ Posen die Deutsche Mittelstandskasse, für e e d Fehe hü⸗ die Deutsche Bauernbank gegründet worden. Die Tätigkeit dieser beiden Gesellschaften, an denen der Staat mit Kapital beteiligt ist. hat sich überraschend schnell ausgedehnt. Es haben bei ihnen bisher trotz der kurzen Zeit ihrer Wirksamkeit bereits die Besitzer von rund 70 000 ha deutschen Bauernlandes die Regulierung beantragt, deren Endergebnis eine wesentliche Erleichterung der Zinsenlast, die Er⸗ setzung kündbarer Privathypotheken durch tilgbare Darlehne öffent⸗ licher Kreditanstalten, also die Einleitung einer Entschuldung und vor allen Dingen die Sicherung der sämtlichen regulierten Besitzungen für die deutsche Hand durch Eintragung eines wirksamen staatlichen Wiederkaufsrechts in das Grundbuch ist. Dies Verfahren soll durch den § 7 a des Gesetzentwurfs unter etwas veränderten Bedingungen auch auf den deutschen Großgrund⸗ besitz ausgedehnt werden. Denn nach Ansicht der Regierung können wir gerade in der heiß umstrittenen Ostmark den selbstwirtschaftenden deutschen Großgrundbesitzer, der auf politischem und technischem Gebiet e Nachbaren übernehmen und sich in der
eelbstverwaltung betätigen soll, a aeen gen f m wenigsten entbehren. (Sehr Eine radikale Aufteilung des Großgrundb ü den östlichen Landesteilen durchaus I 11 Groß⸗ und Kleinbesitz kann eine
ndige nsiedlungspo ’1
Ce gch gspolitik dort ihr Ziel sehen.
Gelingt es, durch die Regulierung dem alteingesessenen deu
Groß⸗ und Kleinbesitz seine drückende 1.g.g leichtern und seine Güter gegen den Uebergang in polnische Hand zu sichern, so hat die Ansiedlungskommission damit ein Gebiet beschritten, auf dem ihre Wirksamkeit nationalpolitisch ebenso wichtig werden kann wie bei der Gründung neuer Kolonien. Selbstverständlich bedarf sie zur Erfüllung dieser neuen Aufgaben auch größerer Geldmittel. Hierdurch und durch die verstärkte Besiedlung erklärt sich die Höhe der für ihren Fonds erbetenen Auffüllung, wobei für die Staatsfinanzen von Bedeutung ist, daß die für die Regulierung aufgewendeten Summen sich wesentlich höher verzinsen als die in den
Ein ungerechter Vorwurf, der gegen die Tätigkeit der An⸗
Neuansiedlungen festgelegten Beträg