Maul⸗ und
S euche un Klauen⸗ Schweine⸗ der seuche pest Schweine
Rotlauf
S1 2
Zahl der verseuchten
Komitate (K.) Stuhlrichterbezirke (St.) Munizipalstädte (M.)
—
.⸗ Gemeinden ꝙꝙꝑGemeinden — Gemeinden
c0 Gemeinden
2
St. Bozovies, Jam, Mol⸗ dova, Oravicza, Orsova, Resicza, Teregova...
K. Märamaroo..
K. Maros⸗Torda, Udvar⸗ helv, M. Marosvaͤsärhely
K. Wieselburg (Püesech, Oedenburg (Sopron),
Sopron
K. Neograd (Nögräd)...
K. Neutra (Nyitra)..
St. Bia, Gödöllö, Pomöͤz,
Waitzen 85b Städte
St. Andra (Szent Endre), Vaͤcz, M. Budapest...
St. Alsödabas, Monor, egeg Raͤczkeve, Städte Nagykörös, Cze⸗ gléd, M. Kecskemöt...
St. Abonyialsé, Dunaveese, Kaloesa, Kiskörös, Kis⸗ kunfelegyhaza, Kunszent⸗ miklös, Städte Kiskun⸗ halas, Kiskunfélegyhäza
K. Preßburg (Poisony), M. Pozsony
K. Sä
St. Igal, Lengyeltöti, Marczali, Tab
St. Barcs, Csurgé, Ka⸗ posvaͤr, Nagyatäaͤd, Sziget⸗ vär, Stadt Kaposvär..
K. Szabolcs
K. Szatmaͤr, M. Szatmäaͤr⸗ Nometi
K. Zips (Szepesd))..
K. Szilaͤgy
K. Stolnok⸗Doboka...
St. Buziäaͤs, Központ, Lippa, Rékaͤs, Ujarad, Vinga, M. Temesvär
St. Csakova, Detta, Weiß⸗ kirchen (Fehértemplom), Kubin, Werschetz (Ver⸗ secz), Stadt Fehörtem⸗ plom, M. Versecz...
K. Tolna
K. Thorenburg (Torda⸗ Aranvos).
St. Shs Großkikinda 7. ikinda), Nagyszent⸗ miklés, Pardany, Per⸗ jàͤmos, Törökbeese, Török⸗ kanizsa, Hatzfeld (Zsom⸗ bolya), Stadt Nagy⸗ kikinda ..
St. Alibunar, Antalfalva, Baͤnlak, Mödos, Groß⸗ becskerek (Nagybecskerek), Ferh Stadt Nagy⸗
ecskerek, M. Panesova
K. Trentschin (Trenecsén).
K. Ung, St. Homonna, Szinna, Sztropkbé..
St. Bodrogköz, Gaͤlszécs, Nagymihaͤly, Saͤtoral⸗ aujhely, Szerenes, Toka
aranné, Stadt Saͤtoral⸗ jaujhely
St. Felsöör, Kisczell, Güns (Köszeg), Németujvaͤr, Säͤrvaͤr, Steinamanger Szombathely), Städte
öszeg, Szombathely ..
St. Körmend, Olsnitz (Mu⸗ raszombat), Szentgott⸗ härd, Eisenburg (Vasvaäͤr)
K. Weszprim (Veszprém).
St. Keszthely, Pacsa, Sü⸗ meg, vaseen Zalae⸗ erszeg, Zalaszentgrõt,
tadt Zalaegerszeg...
St. Alsölendva, Csaͤktor⸗
nya, Kanizsa, Letenye, No
va, Perlak, Stadt Groß⸗ kanizsa (Nagykanizsa) — —
Kroatien⸗Slavonien.
K. Belovär⸗Körös, Va⸗ 2ö8 (Varasd), M. Va⸗
nlLoe e!
8. 8 †½ Modrus⸗Fiume.. K.
Eonsege 8
yrmien (Szerém), M.
Semlin (Zimony) ....
K. Veröcze, M. Esseg
(Eszek)
K. Agram (Zägràb), M. Zͤgräb.
1
1 11 — -— 30 Zusammen Gemeinden (Gehöfte)
8 a. in Oesterreich: 1“ Rotz 14 (15), Maul⸗ und Ieafrsere 62 (543), Schweineseuche und Schweinepest 139 (597), Rotlauf der Schweine 110 (436).
b. in Ungarn (ausschl. Kroatien⸗Slavonien): Rotz 39 819. Maul⸗ und Klauenseuche 299 (2475), Schweineseuche und Schweinepest 755 (3034), Rotlauf der Schweine 266 (849). Außerdem Pockenseuche der Schafe in den Sperrgebieten Nr. 1, 3, 5, 8, 9, 13, 14, 21, 24, 27, 28, 29, 33, 39, 41, 42, 44, 45, 48, 49, 52, 54, 57, zusammen in 47 Gemeinden und 181 Gehöften.
Kroatien⸗Slavonien: 1
Rotz 4 (4), Schweineseuche und Schweinepest 89 (793), Rotlau der Schweine 15 (58)
8
Verdingungen im Auslande.
Oesterreich⸗Ungarn.
18. Dezember 1907, 12 Uhr. K. K. Postökonomieverwaltung Wien: Verkauf von Skartpapieren. Näheres bei der vorgenannte Verwaltung und beim „Reichsanzeiger“. X“
Italien.
Königliche Präfektur in Sondrio. 11. Dezember 1907, 10 Uhr Vorm.: Bau eines Gefängnisses in Sondrio. Wert 126 710 Lire. Vorläufige Sicherheitsleistung 6000 Lire; definitive ½o der Zuschlags⸗ summe. Z⸗ugnisse bis spätestens 7. Dezember. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“.
Bürgermeisteramt in Bassiano. 4. Dezember 1907, 10 Uhr Vorm.: Bau einer Straße von 1052,80 m Länge. Wert 19 098,33 Lire. Sicherheitsleistung 800 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“.
Direktion des Militärkommissariats des 1. Armeekorps in Turin. 11. Dezember 1907, 10 Uhr Vormittags: Lieferung von 1) 1 000 000 Knöpfen in 5 Losen zu 200 000 Stück; bbbe für jedes Los 170 Lire. 2) 14 000 baumwollene Trikotunterhosen in 14 Losen zu 1000 Stück; Sicherheitsleistung für jedes Los 170 Lire 3) 3500 m Frawem Tuchstoff für Unteroffiziere in 5 Losen zu 700 m; Sicher⸗
eitsleistung für jedes Los 390 Lire. 4) 10 000 m. grauem Tuchstoff für annschaften in 10 Losen zu 1000 m; Sicherheitsleistung für jedes Los 500 Lire. Ablieferung bis 31. Juli 1908 an das Zentral⸗Militärmagazin in Turin. 5) 10 000 m blauem Tuchstoff für Mannschaften in 10 Losen zu 1000 m; Sicherheitsleistung für jedes Los 580 Lire. 6) 100 Geld⸗ taschen; Sicherheitsleistung 60 Lire. 7) 500 Feldlaternen; Sicher⸗ heitsleistung 125 Lire. 8) 150 Körben aus Binsen; Sicherheits⸗ leistung 365 Lire. 9) 100 000 m grauem Halbleinen für Kleidungs⸗ stücke in 20 Losen zu 5000 m; Sicherheitsleistung für jedes Los 455 Lire. Ablieferung bis 31. Dezember 1908 an das vorgenannte Magazin. 10) 20 000 m ungebleichtem Halbleinen für Fußlappen in 4 Losen zu 5000 m; Sicherheitsleistung für jedes Los 260 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“.
Direktion des Gerichtsgefängnisses „Regina Cocli“ in Rom. 18. Dezember 1907, 10 Uhr Vormittags: Lieferung von Maschinen⸗ papier für die Gefängnisdruckerei für das Jahr 1908 und zwar: 1. Qualität 14 000 kg, Wert 9800 Lire, 2. Qualität 54 000 kg, Wert 29 700 Lire. Vorläufige ei 3 % der ausge⸗ schriebenen Summe; definitive 5 %. Näheres in italienischer Sprache beim Reichsanzeiger“.
Direktion des Militärkommissariats des 8. Armeekorps in Florenz. 11. Dezember 1907, 10 Uhr Vormittags: Lieferung von 1) 1 000 000 Knöpfen in 5 Losen zu 200 000 Stück; Sicherheits⸗ leistung für jedes Los 170 Lire. 2) 15 000 Trikotunterhosen aus Baumwolle in 15 Losen zu 1000 Stück; Sicherheitsleistung für jedes Los 170 Lire. 3) 1000 m blauem Tuchstoff für Unteroffizsere; Sicherheits⸗ leistung 600 Lire. 4) 10 000 m grauem Tuchstoff für Mannschaften in 10 Losen zu 1000 m; Sicherbeitsleistung für jedes Los 500 Lire. 5) 1000 m karmesinrotem Tuch für Biesen usw.; Sicherheitsleistung 660 Lire. 6) 10 000 m blauem Tuchstoff für Mannschaften in 10 Losen zu 1000 m; Sicherheitsleistung für jedes Los 580 Lire; Ablieferung bis 31. Juli 1908 an das Zentral⸗Militärmagazin in Florenz. 100 m schwarzem Seidensamt; Sicherheitsleistung 90 Lire. 8) 100 Stück Geldtaschen; Sicherheitsleistung 60 Lire. 9) 300 Trompeten mit einem Piston (Modell 1884) für Infanterie; Sicherheitsleistung 325 Lire. 10) 100 Trompeten mit einem Piston (Modell 1893) für Infanterie; Sicherheitgleistung 175 Lire. 11) 200 Trompeten (Modell 1884) für Kavallerie und Artillerie; Sscherheitsleistung 145 Lire. 12) 150 000 m grauem Halbleinen für Bekleidungsstücke in 30 Losen zu 5000 m; Sicherheitsleistung für jedes Los 455 Lire. 13) 10 000 m weißem Halbleinen für Halsbinden in 2 Losen zu 5000 m; Sicherheitsleistung für jedes Los 325 Lire; abzuliefern bis 31. Dezember 1908 an das vorgenannte Magagin. 14) 20 000 m ungebleichtem Halbleinen für Fußlappen in 4 Losen zu 5000 m; Sicherheiteleiftung 260 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“. .
Belgien.
7. Dezember 1907, 11 Uhr. Hôtel de ville in Ath: Lieferungen von Schulmöbeln. 6 Lose. 1340 Fr. Sicherheitsleistung 175 Fr. Eingeschriebene Angebote zum 5. Dezember.
11. Dezember 1907, 11 Uhr. Société Nationales des chemins de fer vicinaux in Brüssel, Rue de la Science 14: Lieferung und Aufstellung elektrischer Maschinen für die Nebenbahn Brüssel —Grim⸗ berghen. Eingeschriebene Angebote zum 10. Deiember.
11. Dezember 1907, 11 Uhr. Börse in Brüssel: Lieferung von Apparaten für den Telegraphendienst. 4 Lose. Sicherheitsleistung 7920 Fr. Cahier des charges spécial Nr. 205.
11. Dezember 1907, 11 ⅝ Uhr. Börse in Brüssel: Lieferung von Bureaumöbeln für die Post in Irelles, (Brüssel) Chaussee d'Ixelles 27. Cahier des charges spécial Nr. 206.
11. Dezember 1907, 11 Uhr. Service des Approvisionnements d'imprimés in Ixelles bei Brüssel, Rue d'Idalie 32: Lieferung großer Posten Druckpapier. Cahier des charges spécial Nr. 920.
12. Dezember 1907, 2 ½ Uhr. Compagnie intercommunale des eaux de l'agglomération bruxelloise, Rue du Tröne 48 in Ixelles bei Brüssek: Lieferung von Werkzeugen, Bolzen, Blei, Zinn, Finr Kupfer, Wasstrmessern, Tauwerk, Holzkohlen, eisernen Röhren usw.
ngebote zum 12. Dezember, Vormittags.
18. Dezember 1907, 11 Uhr. Société Nationale des chemins de fer vicinaux, Brüssel, Rue de la Science 14: Bau der Teil⸗ strecke von Pecq nach Belleghem⸗Kruisstraat der Vicinalbahn von Courtrai nach Pecq. 261 059 Fr. Sicherheitsleistung 26 000 Fr. Eingeschriebene Angebote zum 17. Dezember.
20. Dezember 1907, 12 Uhr. Gouvernement provincial in Mons: Lieferung von Schulmöbeln. 1806 Fr. Sicherheitsleistung 75 Fr. Eingeschriebene Angebote zum 18. Dezember.
Rumänien. 8
1 85 —
Generaldirektion der Staatemonopole in Bukarest. 15./28. De⸗
zember 1907, 10 Uhr Vormitfags: Lieferung von 70 000 kg Tabak
von Argos. Das Lastenheft kann bei der obigen Direktion an jedem
Werktage von 11—12 Uhr Vormittags eingesehen werden. Es wird auch auf Ersuchen zugesandt.
Bulgarien.
a Jäegs der öffentlichen Arbeiten, Wege und Kommunikationen n Sofia:
„15. Dezember 1907: Vergebung des Baues von Ministerial⸗ gebäuden, eines Justizgebäudes und eines Fürstlichen Schlosses, im Konzessionswege. Ungefährer Preis des ganzen Unternehmens: 20 000 000 Franken. Kaution: 5 %. Nähere Beschreibungen, Preis⸗ voranschläge, nach welchen die Unterbietung zu erfolgen hat, sowie weitere Auskünfte sind in der Direktion für Wege und Bauten des genannten Ministeriums erhältlich.
Kreisfinanzpräfektur in Sofia. 10./23. Dezember 1907: Ver⸗ gebung des Baues von vier Speichern im Hafen von Burgas bezw. Varna im ungefähren Werte von 476 616 Fr. Näheres bei der oben⸗ genannten Präfektur.
Stadtverwaltung in Rustschuk. 14. Dezember 1907: Be⸗ teiligung an der Ausarbeitung eines Projekts für die Kanalisation und zur Verteilung des Wassers in der Stadt. Die Preise betragen 12 000, 8000 und 4000 Fr. Näheres bei der obengenannten Stadt⸗ verwaltung.
Bezirksfinanzverwaltung zu Sofia. 23. Dezember 1907: Ver⸗ gebung des Baues von 4 en wovon 3 am Hafen von Burgas,
am Hafen von Varna. Die Verdingung ist in 2 Lose geteilt, deren erstes die Erdarbeiten, das Mauerwerk und die Tonröhrenleitungen umfaßt, während das zweite alle Eisenarbeiten im allgemeiuen, die Dach⸗, Tischler⸗, Maler⸗ und Klempnerarbeiten sowie die Arbeiten
zweite Los 20 000 Franken, also für beide zusammen 23 850 Franke Das Lastenheft mit Plänen ist bei der Direktion der Eisenbahn⸗ und
Wege und Kommunikationen in Sofia für 6 Frank erhältlich.
Aegypten. 1 Im Anschluß an die in Nr. 266 des „Deutschen Reichsanzeig
— n betreffend die Lieferung eines Aspirateur⸗refouleur arates. Alexandrien mitteilt, ist der Termin für die Vergebung der Lieferung des Aspirateur refouleur⸗Apparat 1. auf den 30. D. zember d. J. verschoben worden.
Handel und Gewerbe. “ 8
(Aus den im Reichsamt des Innern zusam: est Ilten
en „Nachrichten für Handel und Industrie’“.)
Die chemische Industrie der Schweiz im Jahre 1906.
Im Jahre 1906 feierte die Teerfarbenfabrikation ein bedeu sames Jubiläum, indem fünfzig Jahre vergangen waren, seit der noch lebende und in voller Rüstigkeit wirkende Sir William Hen
aus Anilin entdeckt hatte: das Mauvein. Diese für jene Zeit prach volle Farbe färbte Seide ohne Mordant haltbar an und erregte großes Aufsehen. Schon im Jahre 1857 unternahm Perkin die industrielle Darstellung des Farbstoffs und gründete die erste Teerfarbenfabrik in Greenford Green bei Harrow. Seit dem Jahr 1858 gelangte Mauvein in den Handel. Von eüiin Zeitpunkt an wurde der vorher lästige und unscheinbare Kohlenteer zu einen unversiegbaren Quelee der wunderbarsten Farbstoffe, von Mauvein und Fuchsin durch alle Nuancen des Regenboge
bis zum synthetischen Indigo, und ebenso zum Ausgangs punkt der wertvollsten Heilmittel und Wohlgerüche, vom Antipyrin zum Vanillin und zu den Rosenöl⸗ und Veilchenersatzprodukte
Diese Entdeckung im Jahre 1856 war also ron der allergrößten Be⸗ deutung. Sie hat eine gewaltige Industrie hervorgerufen und eine vollständige Umwälzung in der Färberei⸗ und Textilindustrie zur Folge gehabt. Industrie und Wissenschaft wirkten mächtig fördernd auf einander ein und gelangten gemeinsam zu staunenswerten Ergebnissen. England war es demnach, wo die Anilinfarben entdech und zuerst hergestellt wurden. In zweiter Linie hat -sich um ihre Förderung Frankreich verdient gemacht, wo 1859 Verguin da Fuchsin (Magenta) fand, durch Patent monopolisierte und in Lyon fabrizierte. Allein in der nun folgenden Entwicklung ging die Führerschaft und die gründliche Beherrschung der Materie von Eng land und Frankreich auf Deutschland, zum großen Teil auch auf die Schweiz über.
Auf der Grundlage des Zusammenwirkens eines rastlosen industrielle Sinns mit dem Geist und der Arbeit bedeutender Lehrer und talentierter Schüler hat sich auch die schweizerische chemische Industrie ähnlich wie die deutsche entwickelt. Sie hat an den Fortschritten der Teerfarbenindustrie beachtenswerten Anteil genommen. Schon in Jahre 1859 wurden die neuen Farbstoffe in Basel produziert; hier entstand wohl die erste Teerfarbenfabrik des Kontinents. Im Jahr 1866 zählte Basel drei, zur Zeit hat es fünf Farbwerke; sie geben zweieinhalb⸗ bis dreitausend Arbeitern und Angestellten ihn Auskommen. Basel führte im Jahre 1905 für 20 Millionen Franke Teerfarben aus und verbrauchte solche im Wert von 2 bis 3 Million Franken im Inland; seine im Betrage von etw 23 Millionen Franken macht also etwa ein Sechstel der deutschen aus Gegenüber dem Vorjahre ist die schweizerische Autfuhr gestiegen, sie wurde im letzten Jahre auf rund 22 Millionen Franken geschätzt.
Was die Absatzgebiete betrifft, so haben die Vereinigten Staaten
1905: statt für 4,5 Millionen Fr. nur noch für 4,1 Millionen Diese Abnahme wird darauf zurückgeführt, daß die Mode daselbst fast nur weiß und schwarz begünstigte, anstatt der für die Farb werke lohnenden bunten Farben. Die Ausfuhr nach Deutschland hob sich von 4,5 Millionen ’88 im Jahre 1905 auf 5 Millionen Fr. im Jahr 1906. Die Ausfuhr nach Oesterreich Ungarn ging infolge der neuen Zollverhältnisse von 1.4 auf 1,2 Mil⸗ lionen Fr. zurück; diejenige nach Japan stieg von 740 000 Fr. auf 1,1 Millionen Fr. Der nicht unbeträchtliche Rückgang der Aus⸗ fuhr nach gewissen Ländern veranlaßte die Baseler Industrie zur Anspornung aller Kräfte, namentlich im Hinblick auf die Fabrik⸗ einrichtungen und die Auswahl der Arbeiter, Angestellten und Leiter Den schweizerischen Fabriken gegenüber sind die deutschen Riesen⸗ betriebe in besserer Laͤge, da sie die Vorprodukte selbst bherstellen und die allgemeinen Unkosten sich bei ihnen auf höhere Umsätze ver⸗ teilen; daher wird der Wettkampf mit ihnen von Jahr zu Jahr schwieriger.
Die außerordentliche Erhöhung fast aller Rohstoffpreise machte sis natürlich auch in der Teerfarbenfabrikation aufs empfindlichste ühlbar, ganz besonders diejenige der Preise von Kohlen, von Kupfer, Zinn, Zink, Blei, von Salpetersäure, Schwefelsäure und Essigsäure, Außerdem waren die Arbeitslöhne gegenüber dem Vorjahr ganz wesent⸗ lich gestiegen, und zu Ende des Jahrs revidierten die Farbwerke ihre Fabrikordnungen im Sinne einer Herabsetzung der Arbeitszeit auf 8½ Stunden. (Aus einem Bericht über Handel und Industrie der Schweiz, erstattet vom Vorort des Schweizerischen Handels⸗ und Industrievereins.)
“ h- Schutz für Werke der bildenden Kunst. Dem dänischen Reichstag ist ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, der eine Abänderung des § 24 des „Verfasser⸗ und Künstlerrechts vom 29. März 1904 und damit einen erweiterten Schutz für Werke der bildenden Kunst bezweckt. Der § 24, Abs. 1, des geltenden Gesetzes lautet: „Ein Künstler hat, vorbehaltlich der aus diesem Gesetze hervorgehenden Beschränkungen, das ausschließliche Recht, Nachbildungen seines originalen Kunstwerkes oder von Teilen desselben zur Veröffent⸗ lichung oder zum Verkauf anzufertigen oder anfertigen zu lassen. Diese Bestimmung gilt sowohl, wenn die Nachbildung eine hinzu⸗ kommende (mellemkommende) künstlerische Wirksamkeit voraussetzt, als auch wenn sie lediglich auf mechanischem oder chemischem Wege Plctebt.. Der zweite Satz des Paragraphen soll künftig nach der orlage lauten: „Diese Bestimmung gilt für jede Art von vens werk, darunter auch für Werke der angewendeten Kunst, und sowohl, wenn die Nachbildung eine hinzukommende künstlerische Wirksamkeit voraussetzt, als auch wenn sie lediglich auf mechanischem oder chemischem Wege geschieht oder zu industriellen oder praktischen Zwecken vor⸗ genommen wird.“ In der Begründung der Vorlage wird noch gesagt, daß der Aus⸗ druck „angewendete Kunßt⸗ (anwendt Kunst) dem französischen Aus⸗ druck „art figuratif“ entspreche. 8* “
8 “ “ Industrie⸗ und Ackerbauausstellung in Mysore (Britisch⸗Indien). Alljährlich im Oktober wird in der Stadt Mysore während der Dasarafestlichkeiten eine kleine Industrie⸗ und Ackerbauausstellung veranstaltet. Sie dient in erster Linie zur Hebung des Ackerbaues und der indischen Industrie. Ausländischen Maschinen und Ge⸗ räten, welche diesem Zwecke förderlich sind, wird jedoch immer gegen eine kleine VPespätaeg Ausstellungsraum gewährt. (Nach einem Besschte Fenen'socberst ndigen bei dem Kaiserlichen Generalkonsulat in alkutta.
Pockenseuche der Schafe ist in Oesterreich, Lungenseuche des Rind⸗ viehs und Beschälseuche der Pferde sind in Oesterreich und nicht aufgetreten. W
aus armiertem Beton betrifft. Bewerber können für die beiden Lose besonders bieten. Kaution für das erste Los 3850 Franken, für das
Hafenbauten des Fürstlichen Ministeriums der öffentlichen Arbeitenz
und Königlich Preußischen Staatsanzeigers“ vom 7. d. M. veröffent Wie die Ports and Lighthouses Administration h
Perkin den ersten künstlichen Maibgaf aus Steinkohlenteer bezw
von Amerika etwas weniger Teerfarben aufgenommen als im Jahl
zum Deutschen Neichsanzeiger und Königlich Preußis
18 Berlin, Montag, den 2. Dezember
Handel und Gewerbe. (Schluß aus der Zweiten Beilage.)
Der Bergbau Canadas im Jahre 1906.
Nach der vom Geologischen Amt in Ottawa herausgegebenen veelsächn Zusammenstellung der Bergbauerzeugnisse“*) Canadas für das Kalenderjahr 1906 ist im Berghau Canadas wiederum ein erheb⸗ licher Aufschwung zu verzeichnen. Der Gesamtwert der Förderung von Mineralien belief sich auf 80 Millionen Dollar, über 10 Millionen mehr als im Vorjahre. Beinahe bei allen Mineralien mit Ausnahme von Gold und Petroleum, sind Mehrerträge zu verzeichnen. Ins⸗ besondere weisen Silber, Nickel, Kupfer und Portlandzement eine höhere Produktionsziffer auf. b
Gold nahm, wie im Vorjahre, wiederum erheblich ab, infolge einer geringeren Ausbeute im Pukongebiete, die 2,7 Millionen Dollar weniger wert war als im Vorjahre. — 77 % der gesamten Gold⸗ förderung Canadas sind Alluvjalgold aus dem BPukonterritorium und aus der Provinz Britisch⸗Columbien. Die übrigen 23 % kommen aus den Quarzadern in Britisch⸗Columbien und im östlichen Canada. Die sogenannten Placerminen im Yukon haben in den letzten Jahren einen stets geringeren Ertrag geliefert. Die Ab⸗ nahme im Jahre 1906 ist vornehmlich auf die große Trockenheit im Sommer zurückzuführen und deutet keineswegs darauf hin, daß die
lacerminen ärmer werden. Infolge der Konsolidierung mehrerer
einerer Gruppen von Minen ist es ermöglicht worden, den Betrieb systematischer zu gestalten und größere Bewässerungsanstalten zum Zwecke des Goldwaschens berzustellen. Es ist daher zu erwarten, daß der Ertrag der Goldwäschereien sich mit der Zeit wieder erhöhen wird. Neue Distrikte sind im letzten Herbst entdeckt worden, die reiche Lager von Alluvialgold enthalten sollen. Die Guggenheim Exploration Company in New York unter dem Namen „The Yukon Consolidated Gold Fields GCompanyt hat eine Reihe reicher Claims im Bakongebiete angekauft und Wassergruben und Reservoirs angelegt; elektrische Anlagen werden unter Benutzung der vorhandenen Wasserkräfte errichtet, und bereits in diesem Sommer wird die Ge⸗ sellschaft wahrscheinlich mehrere tausend Arbeiter beschäftigt haben. Das aus Erzen in Schmelzwerken raffinierte Gold stammt meist aus den Bergwerken bei Roßland in Britisch⸗Columbien. Die Gesamt⸗ produktion Canadas an Gold betrug im Jahre 1906 reichlich 12 Millionen Dollar, wovon 5,6 Millionen auf den Yukon und 6,4 Millionen auf das übrige Canada kamen.
Silber wurde in Canada früher größtenteils im Slocangebiete in Britisch⸗Columbien in silberhaltigen Bleiglanzminen gewonnen. Seit kurzem ist aber der Schwerpunkt der Silberproduktion in den neuentdeckten Kobaltdistrikt im nördlichen Ontario verlegt worden, der schon jetzt einer der größten und reichsten Bergwerksbezirke Canadas ist. Nachdem die im Jahre 1905 entdeckten Minen bereits hohen Ertrag
eliefert hatten, wurde durch neue Entdeckungen das Gebiet noch er⸗
eblich erweitert. Seit der ersten Entdeckung, Ende November 1904, bis zum 1. Januar 1907 wurden im Kobaltgebiete bereits 4584,84 t silber⸗ haltige Kobalterze gefördert im Gesamtwerte von beinahe 4,3 Millionen Dollar. Davon kamen 1565 t auf die Nipissing⸗Mine allein. Die een im Bezirk sind Nipissing Thretheway, La Rose, Coniagar,
rummond, Buffalo, Foster, Me Kinlev, Darragh und Jacobs. Die Adern sind meist nur ein bis vier Zoll, selten über sechs Zoll mäͤchtig, sind aber so reichhaltig, daß das Erz zuweilen beinahe ge⸗ diegenes Silber darstellte. Die Erze sind fast alle stark arsenhaltig. Der Durchschnittswert der im Jahre 1906 versandten Erze betrug 939 Dollar pro Tonne von 2000 Pfund englisch, wobei das Silber mit 66 Cent pro Unze angenommen ist. Die tiefste Mine ist La Rose, wo bei 320 Fuß beinahe dieselbe Konzentration vorgefunden worden ist wie an der Oberfläche. Der deutsche Bergingenieur Fritz Cirkel in Montreal, der kürzlich die größten Vorkommnisse in Kobalt untersucht hat, berichtet, daß die Ader der Lawsonmine meist aus gediegenem Silber besteht, etwa 30 m weit an der Oberfläche verfolgt werden kann und 20 bis 30 cm weit ist. Für die La Rose⸗ mine wird der Wert der aufgeschlossenen Silberadern bis zu einer Tiefe von 50 m auf beinahe 11 Millionen Dollar berechnet. Es ist wahrscheinlich, daß sich diese reichen Silbererze nicht auf das Kobalt⸗ gebiet beschränken, da sich dieselben Gebirgsformationen vom Kobalt aus weit nach Nordosten erstrecken. Neue Silberfunde sind bereits 50 englische Meilen von Kobalt gemacht worden. Die Spekulation hat sich natürlich sofort der Sache bemächtigt, besonders in Toronto und New York, und auch manche wertlose Claims künstlich hoch · getrieben. Biz zum 1. April 1907 waren in Toronto nicht weniger als 320 Bergwerksgesellschaften für das Kobaltgebiet ein⸗ Ptragen, deren Gesamtkapital sich nominell auf 375 Millionen
ollar belief. Die Kobaltminen befinden sich meist in den Händen von Amerikanern, Engländer sind weniger, Deutsche, soweit bekannt, noch fast gar nicht daran beteiligt. Die Verhüttung der Kobalterze machte bisher Schwierigkeiten, da die amerikanischen und canadischen Schmelzwerke keine Methode hatten, um das Kobalt zu extrahieren. Kürzlich hat jedoch eine canadische Gesellschaft mit der Errichtung eines modernen Hütten⸗ werks in der Nähe des Distrikts Ferner hat sich eine Ge⸗ sellschaft mit deutschem Kapital gebildet, die beabsichtigt, die Kobalt⸗ erze nach dem sogenannten Schneeberger Verfahren zu bearbeiten. Nach Berechnung des Chefs des geologischen Departements in Ottawa ist die Gesamtproduktion des Kobaltdistrikts für das Jahr 1907 auf reichlich 12 Millionen Dollar zu veranschlagen. Die F samte Silberproduktion Canadas im Jahre 1906 betrug reichlich 8 ½ Milltonen Unzen im Werte von 5,7 Millionen Pollar. Dies bedeutet gegen das Vorjahr eine Zunahme von 2 ½ Millionen Dollar oder etwa 43 %.
Auch bei Kupfer war im Jahre 1906 ein großer Mehrertrag zu verzeichnen. Infolge hoher Preise nahmen mehrere kleine Minen in Britisch Columbien den Betrieb wieder auf, während größere Minen ihn erweiterten. Die Gesamtkupferproduktion Canadas, die im Jahre 1905 47 ½ Millionen Pfund im Werte von 7,4 Millionen Dollar betragen hatte, stieg im Jahre 1906 auf 57 Millionen Pfund im Werte von beinahe 11 Millionen Dollar. Kupfer wird in Britisch⸗ Columbien sowie in Ontario und Quebec gewonnen; im Jahre 1906 betrug der Anteil Britisch⸗Columbiens 77 %, während 18,5 % auf die Sudburyminen in Ontario fielen. Der Durchschnittspreis in New Pork war im Jahre 1906 19,3 Cent gegen 15,6 Cent im Vorjahre.
Die Nickelproduktion Canadas betrug im Jahre 1906 21 ½ Millionen Pfund im Werte von 8,9 Millionen Pollar; sie hat sich in zwei Jahren verdoppelt. Nickel wird in Canada nur in Sudbury, in der Provinz Ontario, gewonnen. In der größten Mine, der Creighton Nickel Mine, wurden Erze in solcher Menge bgoggelegt, daß der Betrieb für über 20 Jahre gesichert erscheint. Die Nickelerze werden in den Hüttenwerken zu Copper Cliff und Victoria Mines zu einer 80 % Nickel und Kupfer enthaltenden Matte ver⸗ arbeitet und dann zur weiteren Verarbeitung nach den Vereinigten Staaten und nach England verschickt. Der Durchschnittspreis für
*) Die canadische amtliche Berichterstattung rechnet dazu nicht nur unmittelbare Erzeugnisse des Bergbaus, der Steinbrüche und der⸗ gleichen, sondern auch gewisse aus Mineralien hergestellte Fabrikate, wie nichtmetallische Baumaterialien und Tonware 8
11“
¹Schich
raffiniertes Nickel stellte sich im Jahre 1906 in New York auf etwa 45 Cent für das Pfund.
Die Gewinnung von Blei zeigte eine Abnahme in der Menge, aber infolge einer Preissteigerung von 20 % eine Zunahme im Werte gegen das Vorjahr. Es wurden 54,2 Millionen Pfund im Werte von reichlich 3 Millionen Dollar gewonnen. Der Durchschnittspreis in New York betrug 5,65 Cent das Pfund. Etwa 95 % des Bleies kamen aus Britisch⸗Columbien.
Das Vorkommen von Zink in Britisch Columbien ist zwar seit Jahren bekannt, die Gewinnung hat aber noch keine große Bedeutung gewonnen. Im Auftrage der canadischen Regierung hat kürzlich der deutsche Geologe Dr. Haanel Untersuchungen in ritisch⸗Columbien angestellt. In Frank in der Provinz Alberta hat eine Femnsshec⸗ Gesellschaft eine Zinkhütte errichtet, und man erwartet, daß Britisch⸗ Columbien so viel Zinkerz fördern wird, um diese groß angelegten Hüttenwerke in Betrieb zu erhalten.
Die Gesamtherstellung von Roheisen aus canadischen und fremden Erzen betrug im Jahre 1906: 598 411 Tons, 72 000 mehr als im Vorjahre. — Ungefähr 300 000 Tons Eisenerze wurden in Canada gewonnen, und annähernd eine Million Tons importiert. Annähernd 75 000 Tons Eisenerze wurden exportiert. Die von Dr. Haanel im Vorjahre angestellten Versuche auf Herstellung von Roh⸗ eisen mit Hilfe des elektrischen Stromes hatten zur Folge, daß sich eine Gesellschaft bildete, die auf diesem Wege Eisen gewinnen wil’, und zwar an den Niagarafällen. Da Canada überreich an Wasser⸗ kräften ist, die zur Herstellung des elektrischen Stromes benutzt werden können, so scheint das Haanelsche Verfahren von großer Bedeutung für die canadische Eisenindustrie werden zu sollen. Die vom Berg⸗ ingenieur Cirkel im Auftrage der canadischen Regierung angestellten Untersuchungen der Magneteisenerzlager in Ontario und Quebec er⸗ gaben, daß verschiedene der dortigen Minen große Mengen Eisenerz produzieren können.
Die Kohlenförderung betrug beinahe 10 Millionen Tons im Werte von beinahe 20 Millionen Dollar, 1 ½ Millionen Tons und 2 ½ Millionen Dollar mehr als im Vorjahre. 60 % hiervon wurden in Neuschottland und 20 % in Britisch⸗Columbien gewonnen. Canadas Kohlenproduktion ist seit zwölf Jahren in stetiger Zunahme begriffen. Bemerkenewert ist, daß in den letzten Jabren auch in den ö des Nordwestens, insbesondere in Alberta, Kohlen⸗ ager entdeckt worden sind.
etroleum wird hauptsächlich im südlichen Ontario gewonnen. Die Produktion betrug 1906 rund 570 000 Faß im Werte von rund ¼ Millionen Dollar, gegen das Vorjahr ist dies eine Abnahme von 10 bis 11 %.
Die Produktion von Asbest hatte im Jahre 1906 einen Wert von annähernd 2 Millionen Dollar, beinahe eine Viertelmillion mehr als im Vorjahre. Die größten Minen im Thetford⸗Black Lake Revier in der Provinz Quebec erweiterten ihren Betrieb, insbesondere die Aufbereitungen. Eine noch höhere Produktion ist für das laufende Jahr zu erwarten. Von den Minen sind die meisten und größten im Besitze von Amerikanern.
Eine große Zunahme wies die Herstellung von Portland⸗ zement auf. Es wurden in Canada im verflossenen Jahre 2,1 Mil⸗ lionen Faß Zement hergestellt gegen 1,5 Millionen im Vorjahr. 15 Zementfabriken waren im Betrieb. Der Bedarf Canadas an Zement ist in raschem Steigen begriffen; während er im Jahre 1901. nur annähernd 900 000 Faß betrug, belief er sich 1906 auf 2,8 Mil⸗ lionen Faß, also auf mehr als das Dreifache. Noch schneller ist die eigene Produktion Canadas an Zement gestiegen; sie betrug 1901 erst reichlich 300 000 Faß, 1906 dagegen reichlich 2,1 Millionen. In derselben Zeit stieg der Import nur von 555 900 auf 694 503 Faß. Canada stellt daher in letzter Zeit seinen Zement zum weitaus rößten Teil felbst her, während es noch vor wenigen Jahren das Meiste von auswärts mußte. (Bericht des Kaiserlichen Konsulats in
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Beratung des neuen Zolltarifs und des Budget⸗ gesetzes für 1908. Im Kammerausschusse für die Revision des Zolltarifs finden wöchentlich zwei Sondersitzungen statt zur Durch⸗ deratung der eingebrachten Anträge. Trotz alledem ist die Kom⸗ mission erst bei Klasse 21 angelangt. Der Tarif umfaßt 35 Klassen, sodaß ein Abschluß vor Ende des Jahres kaum zu erwarten ist, wenn es überhaupt noch in der diesjährigen Session zur Abstim⸗ mung kommt. Sodann muß der Entwurf erst noch drei Lesungen im Senat durchmachen. Es kann demnach als ziemlich sicher gelten, 8 der 8 Tarif nicht mit Beginn des nächsten Jahres in Kraft reten wird.
Inzwischen ist übrigens auch die Kammerkommission zur en. beratung der Regierungsvorlage zum Burchesgele e für das Jahr 1908 zusammengetreten. Bekanntlich enthält das brasilianische Budgetgesetz stets eine ganze Reihe von Tarifänderungen in Form von FegeLeezgtezen an die Regierung. So ist auch Jahr für Jahr die Vergünstigung einzelner Artikel nordamerikanischer Herkunft im Budgetgesetz erneuert worden. Die Veröffentlichung der Vorlage für 1908 errolgte, begleitet vom Gutachten des Berichterstatters, der dringend empfiehlt, es möchte ein für allemal der Zolltarif belassen werden, wie er ist; etwaige Aenderungswünsche seien bei der Revisions⸗ kommission einzubringen. Weder die Regierungsvorlage noch der Kommissionsentwurf zum Budgetgesetze für 1908 enthält die erneute Ermächtigung zur Gewährung von Vorzugszöllen, und in der Kammer ist am 28. Oktober d. J. die zweite Lesung beendet worden, ohne daß ein dahin gehender Zusatzantrag eingegangen wäre. Zu verschiedenen Malen ist die Ermächtigung indessen er 3 vor Torschluß ein⸗ gebracht, einmal sogar nachträglich ins Geüc ineingebracht worden.
(Schweizerisches Handelsamtsblatt.)
agengestellung für Kohle, Koks und Briketts e; ten 3 ö. November 1907:
Ruhrrevier Oberschlesisches Revier b Anzahl der Wagen Krhenn , . 3331 12881 Nicht gestellt 3 des am 1. Dezember 1907: gesteunut 6218I 144 Nieccht gestellt. 11“”“ ü6
Der Zentralausschuß Berliner kaufmännischer, ge⸗ werblicher und industrieller Vereine hat nunmehr die von ihm vor kurzem gefaßte Resolution, die die Einführung eines nach kaufmännischen Grundsätzen eingerichteten Post⸗ scheckverkehrs für dringend erforderlich erklärte, in einer Eingabe an den Staatssekretär des Reichspostamts ausführlich begründet. Die Eingabe behandelt zunächst die Frage, ob ein wirtschaft⸗ liches Bedürfnis für die Einführung des Seseeae; vor⸗ liege, und bejaht diese Frage unter Hinweis auf die Notwendigkeit, die bisher brachliegenden Gelder zur produktiven Verwendung mit heranzuziehen. Dabei komme 85 alles darauf an, den Postscheck⸗ verkehr Se. Hgere.segec daß er auch wirklich von den breitesten
wird und so möglichst die Gesamtheit der Nation
hen Staatsanzeiger.
umfaßt: also möglichst einfache Verwaltung, möglichst geringe Ge⸗ bühren. Die Eingabe erörtert sodann die Frage der voraussichtlichen wirtschaftlichen Wirkung und führt im einzelnen aus, daß der Post⸗ scheck weder dazu bestimmt, noch in der Lage sei, den Sparkassen, Genossenschaften und bankmäßigen Einzelunternehmungen Konkurrenz zu machen, wohl aber müsse der Postscheck ergänzend neben die Spar⸗ kassen und Genossenschaften treten. Die Eingabe fordert den An⸗ schluß aller Staats⸗ und öffentlichen Kassen und die Verbindung mit den Giroeinrichtungen der Reichsbank. Schließlich geht der Zentralausschuß auf die Frage der Anlegung der verfügbaren Gelder ein und verlangt, daß ein nennenswerter Teil der zuströmenden Beträge der Nationalwirtschaft, sei es direkt, sei es durch Vermittlung der Banken zur Verfügung gestellt werde. Schließlich schlägt die Eingabe vor, daß der Fernverkehr in Berlin zentralisiert, der Lokalverkehr dagegen einer Reihe von Bezirksämtern überwiesen werde, wobei jeder Kontoinhaber neben dem Konto bei seinem Bezirks⸗ scheckamt zugleich ein Konto bei der Zentralstelle (die gleichen Nummern mit einem anderen Buchstaben) haben müßte.
— Nach einer durch „W. T. B.“ übermittelten Meldung der „Kölnischen Volkszeitung“ beträgt die vom Kohlenkontor für die nächstjährigen Abschlüsse geforderte Preiserhöhung im Durchschnitt 50 — 60 ₰ für die Tonne.
— Der auf den 21. Dezember d. J. anberaumten General⸗ versammlung der Dortmunder Union⸗Brauerei wird die Ver⸗ teilung einer Dividende von 20 % vorgeschlagen werden.
— Die Generalversammlung der Deutsch⸗Luxemburgischen Bergwerksaktiengesellschaft fand, laut Meldung des „W.T. B.“, vorgestern in Bochum statt. Die Regularien wurden glatt erledigt. Die zur Verteilung gelangende Dividende beträgt 10 %. Auf An⸗ frage eines Aktionärs erklärte der Vorsitzende Hugo Stinnes, daß die Geschäftslage im allgemeinen günstig sei. Besonders sei die Be⸗ schäftigung des Differdinger Werkes sehr zufriedenstellend. Was die Zechen angehe, so sei man mit deren Ausbau beinahe fertig; dies gelte besonders für die Zeche Dannenbaum 1 und II und Hasen⸗ winkel. Ebenfalls müßten auf der Friedrich Wilhelm⸗Hütte noch manche Aenderungen vorgenommen werden. Der Kohlenmarkt sei nach wie vor gut; jedoch sei er heute nicht mehr in dem Maße von der Eisenindustrie abhängig wie früher. Heute müßte man mit großen Lieferungen an die Dampfschiff⸗ fahrtsgesellschaften und die Elektrizitätswerke rechnen. Auch zeige sich weiter die Aenderung, daß infolge der vermehrten Anlagen von Zentralheizungen der Koksbedarf ganz gewaltig gestiegen sei. — Bezüglich der Schuldentilgung teilte der Vorsitzende mit, boß man bestrebt sei, die Schulden nach wie vor zu reduzieren, und daß man die Zuversicht habe, daß kein Geld mehr in Anspruch genommen werden könne. 1
— Die vorgestern in Hagen abgehaltene Versammlung der Vereinigung der Schweißeisenwe rke beschloß, nach einer durch „W. T. B.“ übermittelten Meldung, die Preise um 10 — 15 ℳ die Tonne zu ermäßigen.
— Der Verband der Seidenstoffabrikanten Deutsch⸗ lands wies, laut Meldung des „W. T. B.“, in seiner vorgestern a gehaltenen Generalversammlung den Versuch der Großhändler⸗ vereine, eine Spaltung unter den Fabrikanten herbeizuführen, zurück, erklärte sich einmütig mit den vom Ausschuß getroffenen Maßre eln einverstanden und überließ dem Ausschuß unter Zusage des vollen Vertrauens die weiteren Verhandlungen.
— Wie die „Kölnische Zeitung“ meldet, sind die Preise für
Handelsschrauben wiederum herabgesetzt worden; bei Mutter⸗ der Rabattsatz von 33 % auf 38 %, bei Schloß.
schrauben wurde schrauben von 30 % auf 35 %, bei Anschweißenden von 20 % auf 25 % und bei Muttern von 30 % auf 35 % erhöht, die anderen Sorten im entsprechenden Verhältnis.
— Laut Meldung des „W. T. B.“ betrugen die Einnahmen der Anatolischen Eisenbahnen vom 12. bis 21. November 1907 182 574 Fr. (— 30 691 Fr.), seit 1. Januar 1907: 8 705 032 Fr.
(+ 137 164 Fr.). Jekaterinoslaw, 30. November. (W. T. B.) Die südrussische Fabrik hat eine Bestellung
Dnjeprowsche Metallurgische auf 400 000 Pud Schienen für Indien erhalten. Washington, 1. Dezember. (W. T. B.) Schatzsekretär Cortelvou machte bekannt, daß die Emission von 50 Millionen Dollars Panamakanalbonds mehrmals überzeichnet ist. Es sind 53 2. 3000 weit über die Emissionshöhe hinausgehende Offerten eingelaufen. New York, 30. November. (W. T. 2 Der Wert der in der etrug 12 441 000 Dollars
vergangenen Woche eingeführten Waren gegen 13 712 000 Dollars in der Vorwoche. (W. T. * &. der vergangenen e Silberausfuhr be⸗
New York, 30. November. Woche wurde kein Gold ausgeführt. D trug 856 000 Dollars; eingeführt wurden in der vergangenen Woche 16 542 000 Dollars Gold und 91 000 Dollars Silber.
Die Preisnotierungen vom Berliner Produktenmarkt sowise die vom Kemiglicen olizeipräsidium ermittelten Marktpreise in Berlin befinden sich in der Börsenbeilage.
—qH—
Berlin, 30. November. Bericht über Speisefeite von Gebr. Gause. Butter: Der Ültimo machte sich in diesem Monat weniger fühlbar als sonst, da die Zufuhren in feinster frischer Butter ungewöhnlich klein bleiben. Die Ankünfte von feinsten reinschmeckenden Qualitäten wurden schlank zu höheren Preisen geräumt. Die heutigen Notierungen sind: Hof⸗ und Genossenschaftsbutter Ia Qualität 129 bis 130 ℳ, IIa Qualität 124 bis 128 ℳ — Schmalz: Die bereits zu Anfang der Woche sich bemerkbar machende Lebhaftigkeit des Ge schäfts hat bis zum Schluß der Woche angehalten. Nicht allein Loko⸗ waren, sondern auch Lieferungsware für das Frühjahr nächsten Jahres wurde in großen Posten bei steigenden Preisen gehandelt. Die Vor⸗ räte in Chicago . ehr klein, und für prompte Verschiffung muß ein beträchtliches Aufgeld bewilligt werden. Die heutigen Notierungen
nd: Choice Western Steam 51 bis 51 ½ ℳ, amert anisches Lasg. chmalz (Borussia) 53 ½ ℳ, Berliner Stadtschmalz (Krone) 53 ½ 58 ℳ, Berliner Bratenschmalz (Kornblume) 55 bis 58 ℳ — Speck Rückenspeck fest und lebhaft. “
Ausweis über den Verkehr auf dem Berliner Schlachtviehmarkt vom 30. November 1907. Zum Verkaufe sfanden 4296 Rinder, 1386 Kälber, 7507 s e, 12 161 Schweine. Marktpreise nach den Ermittlungen der Preis Füienungecenmnscfü⸗ Bezahlt wurden für 100 ind oder 50 kg lachtgewicht in Mark (beiw. für 1 Pfund in pfß. 8
Für Rinder: Ochsen: 1) vollfleischig, vö g höchsten Schlachtwerts, höchstens 7 Jahre alt, 79 bis 83 ℳ; 2) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71 bis 75 ℳ: 3 maäßlg genährte junge und gut genährte ältere 65 bis 69 ℳ; 4) gering genährte jeden Alters 60 bis 63 ℳ — Bullen: 1) voll⸗ sleischige öchsten Schlachtwerts 74 bis 77 ℳ; 2) mäßig genährte füngere und gut genährte ältere 67 bis 72 ℳ; 3) Ferin genährte 60 bis 64 ℳ — Färsen und Kühe: 1) a. vo flei Küen aus⸗ gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts — bis — ℳ; b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts, höchstens 7 Jahre