8
8 eine politische Angelegenheit geworden, sondern zfäre ehn, der Welt geschafft worden. Seitdem diese ered ge chtige Maßnahme unterblieben sei, die Re⸗
8) Vorlage der Königlichen Eisenbahndirektion Hannover, be⸗
nd: 8 1. Allgemeine Ermäßigung der Frachten für Vieh durch weitere Herabsetzung der Staffel bei Entfernungen über 300 km; 2. Ausdehnung des Zuchtviehtarifs auf sämtliches Vieh aus⸗ schließlich Pferde, das von den Stationen an und östlich
der Linie Neustadt i. Wespr. — Karthaus —Konitz —Gnesen
mit Ausnahme der russischen Grenzübergangsstationen von Exydtkuhnen bis Alexandrowo nach den übrigen Stationen
werden. Schließlich ersucht das Memorandum den Schah, “ amit das Vertrauen des Volkes wiederhergestellt werde.
einzigen aufgesaugt werden, dann auch durch Auseinanderfallen des Zeitpunktes der Löschung und desjenigen der Kapitalerhöhung.
Im Jahre 1907 traten 58 Gesellschaften mit 62,7 Millionen Mark Nominalkapital in Liquidation, in Konkurs gerieten 23 mit 11,9 Millionen Mark, ohne Liguidation oder Konkurs wurden 39 mit 95,1 Millionen Mark Nominalkapital gelöscht.
Die vom Kaiserlichen Statistischen Amt veröffentlichten Ueber⸗ sichten enthalten noch Angaben über die wichtigsten Vorgänge nach Monaten, nach Gewerbegruppen und nach Landesteilen und eine Fortschreibung des Bestandes sowohl der tätigen wie der in Liqui⸗
Im Rechnungsjahr 1907 sind, nach dem „ entralblatt für das Deutsche E ahmen 1 88 an
öllen, Steuern und Gebühren nach Abzug der Ausfuhr⸗ 1 ea B“ usw., sowie Einnahmen der Reichs⸗P 82 2 ze. e-.-.eee-BA.⸗eg⸗ he 2. 2 8 I1“ v 1 al Reichseisen⸗ bes Borstcte ans dieser Angelegenben, wae. mehr lange auf ahnverwaltung zur Anschrei gelangt⸗ hes könne. Der Redner erwähnte ferner, daß die ölle 683 778 667 ℳ (gegen das Vorjahr † 91 247 172 ℳ), Prische Elnhe Wahrmunds auch von der reichsdeutschen frei⸗ Tabaksteuer 11 600 738 ℳ ( 644 350 ℳ), Zigaretten⸗ lnigen Presse auf das schärfste verurteilt worden sei. Die Stellung steuer 15 215 554 ℳ (+ 4158 893 ℳ), Zuckersteuer f gei sei einfach dadurch gegeben, ob die Regierung ihre Ver⸗ tner Dann trat der Redner entschieden für
Königreich Preußen. Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Geheimen Oberregierungsrat und vortragenden Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Kindermann zum Präsidenten der Königlichen Eisenbahndirektion in Erfurt und den Regierungsrat Dr. Polenz, Mitglied der Königlichen Eisenbahndirektion in Berlin, zum Geheimen Regierungsrat und vortragenden Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten
zeige
Afrika.
Nachrichten aus Fes vom 9. d. M. berichten, „W. T. B.“ zufolge, von dem Erfolg, den Mulay Hafid durch seinen Einzug in Fes davongetragen hat, bestätigen aber zugleich auch die Gerüchte von seinem Mangel an Geldmitteln. Man spricht davon, daß die im Januar abgeschafften Steuern
zu ernennen.
In Würdigung der hohen Bedeutung, welche das Feuerlöschwesen für das Wohl des Staates gewonnen hat, in Anerkennung ferner der Verdienste, welche die innerhalb des Staatsgebietes bestehenden Feuer⸗ wehren sich erworben haben, endlich zum Ansporne für weitere treue Dienste will Ich für vorwurfsfreie und verdienstvolle Betätigung im Feuerlöschdienst ein Erinnerungszeichen stiften. Ueber die Form dieses Abzeichens und über die näheren Bestimmungen der Verleihung hat Mir der Minister des Innern weitere Vorschläge zu unter⸗ breiten. 8 b
Neues Palais, den 15. Juni 1908. 1
“ Wilhelm R. von
“ Finanzministerium. Der Landrentmeister Woytzka aus Koblenz ist zum
Regierungskasseninspektor bei der Regierung in Arnsberg er⸗ nannt worden.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten.
Dem Kapellmeister Arno Schütze in Bochum ist der Titel Königlicher Musikdirektor verliehen worden.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Bekanntmachung.
1. Die am 1. Juli 1908 fälligen Zinsscheine der preußischen Staatsschuld und der Reichsschuld werden vom 22. Juni ab eingelöst .
durch die Staatsschuldentilgungskasse in Berlin W. 8, Taubenstraße 29,
durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 46 a,
durch die Preußische Zentralgenossenschaftskasse in Berlin C. 2, am Zeughause 2, “ 1
durch die Reichsbankhauptkasse in Berlin W. 56, Jäger⸗ straße 34, sämtliche Reichsbankhaupt⸗ und Reichs⸗ bankstellen und sämtliche mit Kasseneinrichtung versehene Reichsbanknebenstellen, 1 1
durch sämtliche preußische Regierungshauptkassen, Kreis⸗ kassen und hauptamtlich verwaltete Forstkassen,
durch die preußischen Oberzollkassen, S
durch sämtliche preußische Zollkaßsern, sofern die vorhandenen
Barmittel die Einlösung gestatten, sowie durch diejenigen Oberpostkassen, an deren Sitz sich keine
— Reichsbankanstalt befindet. 1
Die Zinsscheine können in Preußen auch vom 22. Juni ab allgemein statt baren Geldes in Zahlung gegeben werden bei allen hauptamtlich verwalteten staagtlichen Kassen, mit Aus⸗ nahme der Kassen der Staatseisenbahnverwaltung, sowie bei
Entrichtung der durch die Gemeinden zur Hebung ge⸗
langenden direkten Staatssteuern. Ermächtigt, aber nicht ver⸗ pflichtet zur Annahme an Zahlungsstatt sind die Reichspost⸗ anstalten.
eordnet, mit einem Verzeichnisse vorzulegen, in welchem Stückzahl und Betrag für jeden Wertabschnitt, Gesamtsumme sowie Namen und Wohnung des Einlieferers angegeben sind. Von der Vorlegung eines Verzeichnisses wird abgesehen, wenn es sich um eine geringe Anzahl von Zinsscheinen handelt,
zu den Verzeichnissen werden bei den beteiligten Kassen vor⸗ rätig gehalten und nach Bedarf unentgeltlich verabfolgt. Weniger geschäftskundigen Personen wird auf Wunsch von den Kassenbeamten bei Aufstellung der Verzeichnisse bereitwilligst Hilfe geleistet werden. 1 8
II. Die Zahlung der am 1. Juli 1908 fälligen Zinsen der in das Preußische Staatsschuldbuch und in das Reichsschuldbuch eingetragenen Forde⸗ rungen erfolgt im Wege der Zusendung durch die Post
und im Wege der Gutschrift auf den Reichsbank⸗
girokonten der Empfangsberechtigten zwischen dem 17. Juni und 8. Juli; die Barzahlung bei der Staatsschulden⸗
tilgungskasse und der Reichsbankhauptkasse in Berlin beginnt
am 17. Juni, bei allen anderen Zahlstellen am 24. Juni. III. Die Staatsschuldentilgungskasse ist am 29. Juni für das Publikum geschlossen, während sie am 30. Juni von 11 bis 1 Uhr und an den übrigen Werktagen 1 Uhr geöffnet ist. 8 Berlin, den 9. Juni 1908. 6 Hauptverwaltung der Staatsschulden und 1““ Mücke.
Tagesordnung 1 für die 54. Sitzung des Bezirkseisenbahnrats für die Direktionsbezirke Hannover und Münster am 24. Juni
1908 in Münster i. W.
eststellung der Anwesenden und Bildung des Bureaus. enderung in der Zusammensetzung des Bezirkseisenbahnrats
1) 3 N hl des Vorsitzenden euwahl des Vorsitzenden. 8 Wahl eines Mitgliedes des ständigen Ausschusses. 5) Mitteilungen der Königlichen Eisenbahndirektionen. a. Aenderungen in den Bezirken. 3 b. Berufung des ständigen Ausschusses. 1 “ c. Die wesentlichen seit der letzten Sitzung in den Bezirken der Königlichen Eisenbahndirekrionen Hannover und Münster i. W. in Kraft getretenen Aenderungen und Erleichterungen im Personen⸗ und Güterverkehre.
d. Mitteilungen, betreffend das babeisande⸗ letzten Beschlüsse eiti
ddes Bezirkseisenbahnrats eisenbahnseitig Geschehene. 6) Vermehrung der Z bl der Mitglieder des Ausschusses. 7 samnmenstellbaze Fah scheinhefte für einfache Fahrt
Die Zinsscheine sind den Kassen, nach Wertabschnitten
18) Zeit und Ort der nächsten Sitzung.
-) der Allerhöchste Erlaß vom 23. März 1908, betreffend die
de) der Allerböͤchste Grlaß vom 31. April 1908, betreffend die
. Oberregierungsrat Dr. Wever, nach der Schweiz. deren Wert leicht zu übersehen und festzustellen ist. Formulare
der Preuß.⸗ chen Staatebahnen versandt wird; 3. Er. Ln., 8 Flachten für Magervieh von Ostpreußen, 1 insbesondere nach Sachsen und Schleswig⸗Holstein.
9) Vorlage der Königlichen Eisenbahndirektion Haanover, betreffend Frachtermäßigung für Kalksteine von Lüneburg nach Dänischbu⸗g. “
8 9 a en Peine als Versandstation in den usnahmetarif 5 1 für ebau. 8
11) Beratung der eisenbahnseitig für den Winterfahrplan 1908/1909 in Aussicht genommenen Aenderungen.
12) Einlegung eines Eilzugpaares auf der Strecke Cöln —Hannover.
13) Weiterführung des Schnelliugpaares 79 und 66 (Cöln — Hagen) über Altenbeken nach Hannover — Berlin und nach Cassel.
14) Verbesserung der Zugverbindungen auf der Strecke Rheine — Emden.
15) Anschluß an den Zug 641 nach dem Bergischen Lande.
16) Einlegung eines Schnellzugpaares auf der Strecke Herford — Altenbeken — Warburg. 8 8
17) Einlegung eines Eilzuges auf der Strecke Münster — Osnabrück.
annover, den 10. Juni 1908. 1 “ Könsgliche Eisenbahndirektion. Wesener.
Bekanntmachung.
Nach Vorschrift des Gesetzes vom 10. April 1872 (Gesetzsamml. S. 357) sind bekannt gemacht: 8 28 1) der Allerhöchste Erlaß vom 23. März 1908, betreffend die Genehmigung des I. Nachtrags zur Ostpreußischen Landschaftsordnung vom 7. Dezember 1891, durch die Amtsblätter 1 der Königlichen Re ierung zu Königsberg Nr. 15 S. 146, aus⸗ gegeben am 9. April 1908, der Königlichen Regierung zu Gumbinnen Nr. 16 S. 109, aus⸗ gegeben am 15. April 1908, 88 der Königlichen Regierung zu Allenstein Nr. 16 S. 123, gegeben am 15. April 1908, und 1 der Königlichen Regierung zu Marienwerder Nr. 19 S. ausgegeben am 7. Mat 1908;
aus⸗
Genehmigung des II. Nachtrags zur Landschaftsordnung, des IV. Nach⸗
trags 88 den Abschätzungsgrundsätzen der Ostpreußischen Landschaft
und des I. Nacstee⸗ g. Statut der Bank der Ostpreußischen Land⸗
aft, durch die Amteblätter 8
scef derch, Ze. Ficen Regierung zu Königsberg Nr. 18 S. 178, ausgegeben am 30. April 1908, 88
der Königlichen Regierung zu Gumbinnen Nr. 19 S. 138, aus⸗
gegeben am 6. Mat 1908, 1 1
der Königlichen Regierung zu Allenstein Nr. 17. 139, aus⸗
gegeben am 23. April 1908, und
der Königlichen Regierung zu Marienwerder Nr. 18 S. 143, aus⸗ gegeben am 30. April 1908;
S.
Verleihung des Enteignungsrechts an Kleinbahn Bremervörde — Osterbolz, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Bremervörde, für die Anlage einer Kleinbahn von Bremeivörde über Worpswede nach Osterholz, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stade Nr. 20 S. 121, ausgegeben am 15. Mai 1908; 1 4) der Allerhöchste Erlaß vom 24. April 1908, betreffend die Verleihung des Enteignungsrechts an den Kreis Mörs für die Anlage einer Kleinbahn von Schaephuysen nach Kamp, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf Nr. 21 S. 223, ausgegeben am 23. Mai 1908.
o“““
Seine Exzellenz der Präsident des Evangelischen Ober⸗ kirchenrats, Wirkliche Geheime Rat D. Voigts, und der Wirkliche Oberkonsistorialrat Moeller, nach Eisenach;
der Unterstaatssekretär im Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten, Wirkliche Geheime
Preußen. Berlin, 15. Juni.
Seine Majestät der Kaiser und König hörten vorgestern nachmittag im hiesigen Königlichen Schlosse den emeinsamen Vortrag des Ministers des Innern von Moltke, bes Ministers für Handel und Gewerbe Delbrück, des Ober⸗ präsiden ten der Provinz Brandenburg von Trott zu Solz, des Polizeipräsidenten von Berlin von Stubenrauch und des Ver⸗ treters des Chefs des Zivilkabinetts, Geheimen Regierungsrats
von 9 bis
von Eisenhart⸗Rothe, sodann den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts, Vizeadmirals von Müller und empfingen den O berbürgermeister von Berlin Kirschner
Neues Palais bei Potsdam, 15. Juni. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin besuchten heute morgen, „W. T. B.“ zufolge, das Mausoleum und legten einen Kranz am Sarkophag weiland Seiner Majestät des Kaisers Friedrich nieder. Um 10 Uhr empfing Seine Majestät im Neuen Palais das Staatsministerium mit dem Ministerpräsidenten, Reichskanzler Fürsten von Bülom an der Spitze und hierauf das Hauptquartier mit dem General⸗ feldmarschall von Hahnke an der Spitze zur Entgegennahme der Glückwünsche anläßlich des zwanzigsten Jahrestages Aller⸗ höchstseines Regierungsantrittes. 8 6
Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrats für Justiz⸗ wesen und für Handel und Verkehr hielten heute eine Sitzung.
Das Königliche Staatsministerium trat unter dem Vorsitz seines Präsidenten Fürsten von Bülow gestern zu einer Sitzung zusammen. 3
149 592 122 ℳ (+ 6 710 231 ℳ), Salzsteuer 58 (+ 1 586 192 ℳ), 18 396 660 ℳ (+ 1 897 624 ℳ),
5 812 179 ℳ (+ 292 811 ℳ), 56 9 (+ 3120 395 ℳ), Uebergangsabgabe von Bier 5 310 502 ℳ (☛ 482 254 ℳ), Spielkartenstempel 1 898 403 ℳ (+. 66 941 ℳ), Wechselstempelsteuer 17 337 792 ℳ (+ 1 571 790 ℳ), Reichs⸗ stempelabgaben: I. Ueberweisungssteuern: A. von Wertpapieren 24 354 977 ℳ (— 16 218 420 ℳ), B. von Kauf⸗ und sonstigen Anschaffungsgeschäften 9 312 298 ℳ (— 7 248 133 ℳ), C. von Lotterielosen: a.
11 5 der
3 949 ℳ Branntweinsteuer: a. Maischbottichsteuer b. Verbrauchsabgabe und uschlag 129 822 672 ℳ (+ 2511 945 ℳ), c. Brenn⸗ teuer — 2606 361 ℳ (— 983 656 ℳ), Schaumweinsteuer Brausteuer 56 340 926 ℳ
Staatslotterien 32 067 597 ℳ
für für Privatlotterien 9 828 992 ℳ
692 401 ℳ), b.
(+ 3 948 029 ℳ), II. Reichseigene Steuern: A. von Fracht⸗ urkunden 16 036 611 ℳ (+ 4 021 870 ℳ), B. von Personen⸗ fahrkarten 19 575 601 ℳ 905 laubniskarten für Kraftfahrzeuge 1 599 255 ℳ (+ 391 427 ℳ), D. 4 211 692 ℳ (+◻ι 1 760 893 ℳ), Erbschaftssteuer 26 264 244 ℳ (+ 22 065 665 ℳ),
von Vergütungen an Mitglieder von Aufsichtsräten
Statistische Gebühr 1 541 723 ℳ
(+ 85 448 ℳ), Reichs⸗Post⸗ und Telegraphenverwaltung
597 165 056 ℳ (+ 32 467 980 ℳ), Reichseisenbahnverwaltung
121 536 834 ℳ (+ 3 911 007 ℳ). Die zur Reichskasse gelangte Isteinnahme abzäüglich der Basfusenergätuntgen usw. und der Verwaltungskosten be⸗ trägt bei den nachbezeichneten Einnahmen: Zölle 644 745 064 ℳ + 87 699 260 ℳ), Tabaksteuer 10 962 574 ℳ (+ 1 006 034 ℳ), igarettensteuer 12 679 908 ℳ (+ 5 992 865 ℳ), Zucker⸗ steuer 138 365 434 ℳ (— 38 833 ℳ), Salzsteuer 57 843 694 ℳ (+ 1 999 631 ℳ), Branntweinsteuer: a. Maisch⸗ bottichsteuer 12 968 138 ℳ (+ 1532 041 ℳ), b. Verbrauchs⸗ abgabe und Zuschlag 110 320 115 ℳ (+ 7 251 230 ℳ), c. Brenn⸗ steuer — 2606 361 ℳ (— 983 656 ℳ), Schaumweinsteuer 5 356 733 ℳ (+ 286 780 ℳ), Brausteuer und Uebergangs⸗ abgabe von Bier 53 771 874 ℳ (+ 7 611 751 ℳ), Spielkarten⸗ stempel 1 795 953 ℳ (+ 82 621 ℳ), Wechselstempelsteuer 17 337 792 ℳ (+ 2313 115 ℳ), Reichsstempelabgaben: I. Ueberweisungssteuern: A. von Wertpapieren 23 867 877 ℳ (— 15893 318 ℳ), B. von Kauf⸗ und sonstigen Anschaffungs⸗ geschäften 9 122 221 ℳ (— 7 101 760 ℳ), C. von Lotterie⸗ losen: a. für Staatslotterien 32 067 597 ℳ (+ 692 401 ℳ), b. für Privatlotterien 9 687 685 ℳ (+ 3 924 341 ℳ), II. Reichseigene Steuern: A. von Frachturkunden 15 715 879 ℳ (+ 3 941 433 ℳ), B. von Personenfahrkarten 19 184 089 ℳ (+ 7 621 142 ℳ), C. von Erlaubniskarten für Kraftfahrzeuge 1 567 270 ℳ (+ 383 599 ℳ), D. von Vergütungen an Mit⸗ glieder von Aufsichtsräten 4 127 458 ℳ (†+ 1725 675 ℳ), Erbschaftssteuer 26 264 244 ℳ (+ 22 065 665 ℳ), Statistische Gebühr 1 508 441 ℳ (+ 176 638 ℳ).
Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat in Anerkennung im Prüfungsjahre 1907 bei der Ablegung der zweiten Sauptprüfung für den preußischen Staatsdienst im Baufache bekundeten tüchtigen Kenntnisse und Leistungen den Regierungs⸗ baumeistern Martin Steinbrink, Friedrich Hoßfeld, Dr.⸗Ing. Max Schinkel, Hugo Christfreund und Werner Usbeck Prämien von je 1800 ℳ zur Ausführung von Studienreisen bewilligt. “ “
Der Präsident des Reichsversicherungsamts, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Kaufmann ist mit Urlaub nach Süddeutschland und der Rheinprovinz abgereist.
Der Dirigent im Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Gloeckner ist mit Urlaub nach Süddeutschland abgereist.
Der französische Botschafter Jules Cambon hat Berlin verlassen. Waͤhrend seiner Abwesenheit führt der Botschaftsrat Baron de Berckheim die Geschäfte der Botschaft.
Der Regierungsossessor Dr. Simon in Waldenburg ist
dienstlichen Verwendung überwiesen worden.
““
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. „Iltis⸗ vorgestern in Kiukiang eingetroffen und geht morgen nach Hankau in See. 8
S. M. S. „Loreley“ ist am 12. eingetroffen. 8 8 3
S. M. Flußkbt. „Tsingtau“ ist am 12. Juni in Kong⸗ moon eingetroffen, vorgestern nach Macao in See gegangen, am gleichen Tage dort eingetroffen und geht heute weiter nach
Juni in Saloniki
Oesterreich⸗Ungarn.
meösterreichischen Abgeordnetenhause wurde vor⸗
estern die Beratung des Budgets fortgesetzt. gest Im Laufe der botte erklärte der Abg. Dr. Hofmann von Wellenhof, laut Bericht des „W. T. B.“, daß die Erledigung der Wahrmundaffäre den Hochschulen selbst im Einvernehmen 4 der Unterrichtsverwaltung vorbehalten bleiben müsse. Die Autonomie der Hochschulen dürfe in keiner Weise eingeschränkt werden. 2 deutsch⸗freiheitlichen Abgeordneten seien während der ganzen An⸗ gelegenheit immer für die Freiheit der Wissenschaft und Forschung nachdrücklichst eingetreten und würden dies auch in Ze kunft tun, aller⸗ dings nicht in dem Sirne, daß der Unterrichtsminister zu beseitigen sei. — Der Abg. Dr. Mayer brachte den Protest der Matorität der Innsbrucker Urversitätsjugend gegen die Sistierung der Vorlesunge vor und koastatierte, daß es in der Wahrmundaffäre in der criftlic. sozialen Partei absolut keine Spaltung gebe. Er bestrittt aufs — schiedenste, daß es ihr um einen Kampf gegen die Freiheit der Wissen. schaft oder gegen die Autonomie der Hochschulen zu tun sei. Der Redner erklärte, wenn Peofessor Wahrmund selbst eire Disziplinaruntersuchung verlangt hätte, oder wenn der Senat der Universität in erster oder das Unterrichtsministerium in zweiter Instanz die Disziplinarunter⸗
suchung gegen ihn eingeleitet hätte, dann vwäre die Wahrmund⸗
dem Königlichen Oberpräsidium in Breslau zur weiteren
8 halte oder nicht. 1c 2. rchengeFlechterechtigung der katholischen Studentenschaft * davor, den Kulturkampf aufzurollen.
Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Großbritannien und Irland.
Köni und die Königin sind, „W. T. B. zufolge, weä von ihrer Reise nach Rußland wieder in
dondon eingetroffen. Frankreich.
Der Nationalrat der vereinigten sozialistischen artei hat, nach einer Meldung des „W. T. B.“, gestern ine Tagesordnung angenommen, die “ den Besuch des räsidenten Fallières beim Kaiser von Rußland in inem Angenblich wo dessen Regierung die Akte der Unter⸗ sckung häufe, Protest erhebt. In Nachahmung des Bei⸗ els der italienischen Sozialisten, die im Jahre 1903 den such des russischen Kaisers in Italien zu verhindern wußten, und des jüngsten Protestes aus den Reihen der englischen jcheiterpartei gegen die Reise König Eduards nach Rußland det der Nationalrat alle Verbände und Organisationen ein, ic seinem Protest anzuschließen.
Rußland.
Der Reichsrat verhandelte vorgestern über die Vorlage, ereffend den Bau der Amurbahn.
Wie das „W. T. B.“ berichtet, unterstützten der Finanzminister vkowtzow und der Ministerpräsident Stolypin die Vorlage. zterer betonte am Schlusse seiner Rede, die Regierung werde nicht tt die Ablehnung, sondern auch jede Aenderung der von der Duma geenommenen Vorlage als Mißtrauensvotum gegenüber der Regierung
ein und
fassen.
Der Reichsrat nahm mit großer Stimmenmehrheit die orlage in der von der Duma genehmigten Fassung an.
— Die Verkehrs⸗ und Budgetkommissionen der uma haben beschlossen, dem Plenum vorzuschlagen, in einer tbergangsformel zur Beratung der Vorlage, betreffend den zau eines zweiten Gleises der Sibirischen Bahn, ie vom Verkehrsministerium zugelassene für vrarbeiten gesetzwidrig zu nennen und den Wunsch auszu⸗ rücken, möglichst schleunigst den Kostenanschlag für den Bau eses zweiten Gleises zu unterbreiten zum Zwecke der obli⸗ ziorisschen Vollendung des Baues der Bahnstrecke Tomsk — kerimskaia zum 14. Januar 1912.
— Die Budgetkommission der Duma hat die Be⸗ ectung des Etats des Unterrichtsministeriums ab⸗ schlossen und schlägt eine Uebergangsformel vor, in der eigende Punkte betont werden:
Die Notwendiak it der Ausarbeitung von Maßregeln kleunigster Entwicklung des Volksschulwesens in allen bs. Reichs, die planmäßige Errichtung einer amnil von Mittelschulen, die Ausarbeitung eines neuen nuversitätsreglements, die Gründung einer Universität zu serwrow, der vollständige Ausbau der Universität zu Tomsk, die zuderherstellung der Universität zu Warschau, die Besserung der ztrjellen Lage der Lehrer, die Ergreifung von Maßnahmen zur meeitung einer genügenden Anzahl von Lehrern, die Regelung der hälter des Ministers und seines Gehilfen, die Reorganisation des knisterrates unter möglichster Verringerung der damit verbundenen sten und die Ergreifung von Maßregeln zur Förderung des Selbst⸗ Niums.
zwecks Teilen genügenden
Spanien.
Der ehemalige Ministerpräsident Marques Vega de »rmijo ist, nach einer Meldung des „W. T. B.“, gestern in ladrid gestorben.
— Der Senat hat in seiner vorgestrigen Sitzung einen aßerordentlichen Kredit von 125 000 Pesetas zur Auf⸗ esserung des Gehalts der Konsulatsbeamten in Narokko und des Soldes der Rifschützen genehmigt.
Türkei.
Wie die „Frankfurter Zeitung“ meldet, wurde vorgestern acht gegen den Platzkommandanten von Saloniki Nazim en von einem Leutnant ein Anschlag verübt. Der Tat iegen jungtürkische Motive zu Grunde. Nazim Bey wurde i Bein nicht unerheblich verwundet, sein Sekretär ist leicht, ene Ordonnanz und ein Posten sind schwer verletzt. Der äter ist entkommen.
— Nach Angabe der Pforte hat ein Bataillon bereits amos verlassen. Die Kriegsschiffe haben, einer Meldung ³³ „K. K. Telegraphen⸗Korrespondenzbureaus“ zufolge, bis uf eins gleichfalls Befehl erhalten, zurückzukehren. Die riecchssche Kegierung entsendet den zweiten Gesandtschaftssekretär a Konstantinopel Delyannis nach Samos zur Untersuchung evon der Pforte gegen den dortigen griechischen Konsul ulumis erhobenen Beschwerden.
Bulgarien. “ Im Bezirke Prilen sind in den letzten Tagen zwei orfer von serbischen Banden überfallen und schrere Personen getötet worden. Die ,Frankfurter hüung“ meldet hierüber: „Im Bezirke Peilen überfiel eine serbisch: Bande das bulgarische Lorf Maschiutschischta und tötete einen Mann. Tags darauf überfiel eslbe Bande den Begräbniszug des Ermordeten und machte den Ferer mit seiner Frau nieder und verwundete einen Mann schwer. ne andere Bande drang in das Dorf Sekyrzky in demselben Bezirk r, schleppte fünf angesehene Bürger mit, erwürgte sie und zerstückelte
ichen. 8
““ * Nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphen⸗ Fentur“ aus Urmia sind in der verflossenen Woche Ortschaften, darunter 15 christliche, ausgeplündert vorden. Täglich erscheinen in der Stadt Flüchtlinge und ver⸗ igen vom Gouverneur Schutz. Das russische Konsulat ist ngefüllt mit Christen aus geplünderten oder von Kurden be⸗ lrohten Orten. Ein Ueberfall einiger hundert Kurden auf die grittiche Ortschaft Arduscha wurde vereitelt. Die Telegraphen⸗ nie ist abermals von Kurden zerstört worden. 8— Das persische Parlament hat ein Memo⸗ undum an den Schah entworfen, in dem er, „W. T. B.“ wolge, an seine königlichen Versprechungen erinnert wird do in dem die verschiedenen Verfassungsbrüche
“
8
—
- 1
wieder eingeführt werden sollen. Buchta ben Bagdadi ist in Fes eingetroffen und von Mulay Hafid empfangen worden. Die Unterhaltung zwischen dem Sultan und seinem Heerführer Stunden. Aus Casablanca wird gemeldet, daß von Mulay Hafid abgesandte Agitatoren in Settat und Umgebung die “ Stämme gegen die Franzosen aufreizen. In Paris eingetroffene Privatdepeschen aus Tanger be⸗ stätigen, obiger Quelle zufolge, daß eine 2000 Mann starke Mahalla, die unter dem Befehl Abdul Maliks jüngst her Verstärkung der Truppen des Sultans Abdul Asis nach abat abgegangen war, in der Nähe von Alkassar Mulay zum Sultan ausgerufen hat. Zwei französische ilitärpersonen, ein Offizier und ein Unteroffizier, die dem unter französischem Schutz stehenden Befehlshaber als In⸗ strukteure beigegeben waren, wurden gefangen genommen, ebenso Abdul Malik selbst, der, als er entfliehen wollte, durch Gewehr⸗ schüsse verwundet wurde. Man befürchtet, daß das Leben der in Alkassar wohnenden Franzosen und französischen Schutz⸗ befohlenen, unter denen sich ein Konsularagent befindet, ge⸗ fährdet ist. Nach einer anderen Meldung sollen mehrere hundert Reiter Mulay Hafids aus Fes in das Lager der Mahalla Abdul Maliks eingedrungen sein und diese gezwungen haben, sich Mulay Hafid zu unterwerfen.
Statistik und Volkswirtschaft.
8 Nachweisung 8 der Einnahme an Reichsstempelabgabe für Wertpapiere im Rechnungsmonat Mai 1908.
Roh⸗ solleinnahme
ö
1 235 226 20 99 617— 184 527 90
I. Inländische Aktien und Interimsscheine.. II. Ausländische, Aktien und Interimsscheine... III. Inländische Renten⸗ und Schuldverschreibungen und Interimsscheine außer den unter IV genannten Inländische, auf den Inhaber lautende und auf Grund staatlicher Genehmigung ausgegebene Renten⸗ und Schuldverschreibungen der Kom⸗ munalverbände und Kommunen, der Korpo⸗ rationen ländlicher oder städtischer Grundbesitzer, der Grundkredit⸗ und Hypothekenbanken oder der
Eisenbahngesellschaften sowie Interimsscheine V. Renten⸗ und Schuldverschreibungen und In⸗ terimsscheine ausländischer Staaten und Eisen⸗ bahmgeehaften RRM17 VI. Ausländische Renten⸗ und Schuldverschreibungen und Interimsscheine außer den unter V genannten VII. Bergwerksanteilscheine und Einzahlungen auf solche 1““
zusammen: 1
IV.
126 295 60
17 978 05
14 965 50 40 587 — 5 015 50
24 212 75
Berlin, den 15. Juni 1908.
Keaiserliches Statistisches Amt. van der Borght.
Die deutschen Aktiengesellschaften im Jahre 1907.
Im Anschluß an die in den „Vierteljahrsheften zur Statistik des Deutschen Reichs“ 1907, Heft IV, und 1908, Heft I, veröffentlichte Bestandsstatistik der deutschen Aktiengesellschaften teilt das Kaiserliche Statistische Amt in dem Heft II (S. 243 ff.) eine Statistik der Be⸗ stands. und Kapitalsänderungen der Aktiengesellschaften mit, die zum ersten Male für das Jahr 1907 aufgestellt ist. Während die bisher von privater Seite veröffentlichten Statistiken sich auf die Gründungen und Kapitalerhöhungen ohne Unterscheidung der verschiedenen Arten solcher beschränkten, unterscheidet die amtliche, auf den Bekannzmachungen der Gerichte im Zentralhandelsregister des „Reichsanzeigers“ beruhende Statistik die Arten der Entstehung und Kapitalerhöhung, darunter die mit Einbringung bestehender Unternehmungen, und gibt das neue Kavpital auch nach dem Ausgabekurs sowie den Betrag der Sacheinlagen an. Sie behandelt ferner die Kapitalherabsetzungen, mit Unterscheidung insbesondere, je nachdem sie eine Kapitalrückahlung oder einen Kapital⸗ verlust darstellen. Endlich unterrichtet sie über die verschiedenen Arten der Beendigung der Aktiengesellschaften, wie Liquidationen, Konkurseröffnungen, Fusionen, Verstaatlichungen, Umwandlungen usw.
Im Jahre 1907 wurden 217 Gesellschaften mit einem Kapital von 260,7 Millionen Mark nominal — oder 263,2 Millionen Mark nach dem Ausgabekurs — neu gegründet. Hiervon waren 118 Gesell⸗ schaften mit 182,8 Millionen Mark Nominalkapital unter Einbringun bestehender Unternehmungen gegründet, und für die Sacheinlagen be diesen Gründungen wurden 151,2 Millionen Mark nominelle Aktien gewährt. Dazu kommen 20 Gründungen mit sonstigen Sacheinlagen, wie Grundbesitz, Patenten usw., für die 12,9 Millionen Mark Aktien gewährt wurden.
Kapitalerhöhungen erfolgten bei 329 Gesellschaften, und zwar bei 42 in Verbindung mit Kapitalherabsetzungen. Kapitalherabfetzungen erfolgten einschließlich dieser 42 Fälle bei 95 Gesellschaften. Rechnet man von jenen 42 Kapitaländerungen in zweifacher Richtung nur 15, bei denen die Erhöhung überwiegt, zu den Kapitalerhöhungen und nur 27, bei denen die Herabsetzung überwiegt, zu den Kapital⸗ herabsetzungen, so verbleiben 302 Gesellschaften mit Erhöhung und 80 mit Herabsetzung des Kapitals. Dazu kommen 9 Aenderungen des Aktienvorrechts ohne Aenderung des Grundkapitals, die auch als Erhöhung bzw. Herabsetzung des Stam naktien⸗bzw. Vorzugsaktienkapitals angesehen werden können. Der Gesamtbetrag der Erhöhungen ist dann 488,1 Millionen Mark nominal oder 564,4 Millionen Mark nach dem Ausgabekurs, der Gesamtbetrag der Herabsetzungen 128,4 Mil⸗ lionen Mark. Unter den Erhöhungen befanden sich 5 mit Ein⸗ bringung bestehender Unternehmungen, bei denen für die Sacheinlagen 4,4 Mihionen Mark Aktien gewährt wurden, und 7 mit sonstigen Sacheinlagen, für die 4,9 Millionen Mark Aktien gewährt wurden. Von den Herabsetzungen erfolgten nur 3 durch Rückzahlung oder An⸗ kauf von Aktien, und zwar im Betrage von 18,2 Millionen Mark; der Restbetrag der Herabsetzungen mit 110,2 Millionen Mark ist also als Kapitalverlust zu betrachten. 1
Unter den Kapitalerhöhungen erfolgten 12 zwecks Fusion, und zwar im Betrage von 16,8 Millionen Mark. Dem stehen 24 Gesell⸗ schaften mit 77,6 Millionen Mark Kapital gegenüber, die ohne Liqui⸗ dation durch Fusion erloschen, und 3 mit 1,4 Million Mark Kapital,
deren Liquidation wegen Fusion eingeleitet wurde. Das Ueberwiegen
t wird der Zahl der fusionierten Gesellschaften über die der Fustonierenden erklärt aufgezählt
sich einmal daraus,
daß zuweilen mehrere Gesellschaften von einer
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dation und in Konkurs befindlichen Gesellschaften. Aa tätigen Gesell⸗ schaften gab es danach am 31. Dezember 1907 5147 mit 14 218,3 Mil⸗ lionen Mark Nominalkapital, 97 Gesellschaften und 450,3 Millionen Mark Kapital mehr als im Vorjahte. 8 “
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AKunst und Wissenschaft.
Die XV. Ausstellung der Berliner Sezession.*) Die Plastik.
Adolf Hildebrand ist hier vertreten und Georges Rodin: wo solche Sterne strahlen, mögen auch kleinere Gestirne ihr Flimmer⸗ licht verbreiten. Dies sei keine Herabsetzung. Die plastische Abteilung der so vielgescholtenen Ausstellung ist gut, sie wirkt auch, trotz der aus dekorativen Rücksichten beliebten Zersplitterung der Einzelobjekte, viel geschlossener und ernsthafter als die Gesamtheit der malerischen Schöpfungen. Und es muß mit Nachdruck hervorgehoken werden, daß es gerade Berliner Bildhauer sind, die ungleich ihren Brüdern von der Palette über dem Streben nach rein künstlerischen Zielen niemals die jechnischen Vorbedingungen aus dem Auge verlieren. Man wird einwenden, daß ja schon das Material des Bildners an sich spröder und gewissen Verirrungen mehr abhold sei als das leicht⸗ bewegliche und zum Versuch lockende Handwerkszeug des Malers. Aber wir haben es eilebt, wie der internationale Schülerkreis Rodins, den Meister übertrumpfend, nicht übermeisternd, das malerische Element seiner Skulpturen bis zum Verleugnen der elementarsten Stilgesetze der Plastik betonte, übertrieb, beinahe kari⸗ kierte. Diese Gefahr scheint vorüber, man besinnt sich wied r — in Paris wirkt besonders das Vorbild Maillols — auf ein Zusammen⸗ fassen von ruhigen Linien, auf eine Bindung des in der Natur Zer⸗ streuten, auf eine mehr stilisierende als impressionistische Kunst⸗ richtung. Von diesen neuen Bestrebungen redet auch eine ganze Reihe der in Berlin entstandenen Kunstwerke: genannt seien die Namen Ludwig Cauer, Engelmann, Groß, Metzner; Albiker und Gerstel in Karlsruhe, Haller in Rom zeigen eine verwandte Stil⸗ richtung. Man darf nicht übersehen, daß solchen oft noch tastend und vorsichtig auftretenden Versuchen kein Geringerer als Adolf Hildebrand den Weg gewiesen hat! Nur daß er mit reifer Meisterschaft und in ruhiger Sicherheit, dabei im Besitze einer seltenen Kenntnis des menschlichen Körpers, ein vorbildliches Schaffen entfaltete, während anderwärts noch experimentiert und gnalysiert wurde. Freilich unterscheidet Hildebrand dies von den sog. Neuidealisten, wie man jene strengen Stilkünstler getauft hat, daß er nicht auf die acchaische, sondern die reife Zeit der griechischen Kunst zurückgreift, aber sonst trifft man sich durchaus in der Betonung des urtümlich⸗Plastischen, der Vorliebe für formale Probleme und in der etwas herben Art, wie der menschliche Kö per, und zwar der Einzelmensch, nicht mehr die Gruppe, als Ha ptvorwurf gilt. Dies erklärt auch, daß man erzählendem Inhalt soviel wie möglich aus dem Wege geht, während Standfiguren, wie Bogen⸗ spanner, Athleten, Speerträger und ähnliches, bevorzugt werden. Als ein charakteristisches Beispiel dieses Stils mag die im Hauptsaal auf⸗ gestellte Jünglingsfigur von Ludwig Cauer betrachtet werden. Archäologisch vorgebildeten Besuchern wird hier sogleich der Apoll von Tenea einfallen: die etwas ungelenke Haltung, die strenge Betonung der Vertikallinie, die breite, großzügige Art der Modellierung recht⸗ fertigen diesen Vergleich. Wäre etwas an dieser Figur zu tadeln, so wäre es dies, daß das Motiv des Speerzsagens augenscheinlich nicht streng genug durchgeführt worden ist; die Waffe ruht gar zu schlaff, wie zufällig hinzugefügt, im rechten Arm. Das Ansprechende liegt im Betont⸗ Statuarischen und in der schlichten Monumentalität. Im Vorraum eines staatlichen oder festlichen Zwecken dienenden Gebäudes würde dieser Cauersche Speerträger, in seiner hoheitsvollen Erscheinung gleichsam ein Wächter idealer Ueberlieferungen, eine gute Figur machen. Gleichfalls von Cauer stammen ein Marmorrelief „Fischer“ und das eigentümlich streng und innig zugleich empfundene Grabrelief eines Knaben, das der Künstler inzwischen wieder aus der Ausstellung zurückgegezogen hat — die Aufstellung im Vorgarten, nahe den ge⸗ deckten Tischen des Kaffeehausbetriebs, mag ihm gar zu stimmungs⸗ mordend vorgekommen sein. Richard Engelmann, gleichfalls ein Berliner Bildner, schuf in der kolossalen Gestalt einer ruhenden Frau eine besonders in der Profilansicht bedeutende und monumental
irkende Brunnenfigur. Franz Metzner, der in Berlin besonders durch die Reliefz der „Rheingold“⸗Fassade in der Bellevuestraße bekanntgeworden ist, zeigt im zyklopischen Torso eines Ringerz wiederum die der Willkür nicht fremde und gar zu pathetisch auf⸗ gebauschte Art gewaltsamster Stilisieruag, bei der man sich immer fragt, ob die künstlerischen Motive solch gewaltigen Kraft⸗ aufwand rechtfertigen. Mehr naturalistisch durchgebildete Dar⸗ stellungen männlicher Kraft sind die ausgezeichnete Bronze⸗ Figur eines „Athleten“ von G. Hengstenberg und der Tauzieher (Marmor) von Nikolaus Friedrich. Tuaillon ist diesmal leider nur durch eine kleinere Wiederholung des schon berühmten Hirsches von der letzten Akademieausstellung vertreten, und August Gaul, unser großer Tierbildhauer, fehlt sogar vollständig. Als sein würdiger Schüler — ob auch int engeren Sinne, ist mir nicht be⸗ kannt — erscheint Gerhard Marcks, dessen kleine Bronze eines Falken durch den Ankauf des Deutschen Kunstvereins eine den An⸗ fänger ehrende Auszeichnung erfuhr. Georg Kolbes wichtigstes Werk ist die im Vorraum aufgestellte Brunnengruppe: ein badender Jüng⸗ ling zwischen zwei Jungfrauen, von der diesem zukunftreichen Bildner eigenen keuschen Haltung und von größtem formalen Reichtum der Bewegungsmotive. Ernst Barlach bevorzugt immer noch die russischen Bauern und strebt erfolgreich vom Kunstgewerblichen zum Monumentalen. Ein Neuling, Arnold Waldschmidt, der gleich⸗ falls als Maler um Beachtung wirbt, zeigt in den Reliefplatten für das Grabmal Wilhelm Jordans, Gestalten zweier trauernder Menschen, eine ungewöhnliche Fähigkeit in der Wiedergabe seelischer Empfindungen bei einer gleichsam abgekürzten künstlerischen Sprache: die Umrißlinien sind nur in das weiche Material eingeritzt und doch ungewöhnlich ausdrucksvoll der Berliner Bildhauer gegenüber, die in ihrem Schaffen eine weniger abstrakte, man köante sagen weltlichere Richtung eingeschlagen haben Alexander Oppler, ein Bruder des Malers Ernst Oppler, führt sich, nachdem er noch bis vor kurzem in Fraakreich tätig gewesen war, mit einer Sonderausstellung von zehn Werken hier ein, denen ausnahmslos eine große, fast allzugroße Eleganz der Formgebung zu eigen ist. Man sieht sie gern den Frauenbildnisbüsten nach, aber warum auch die große Bronzegruppe „Simson und Delila“ durch den modisch frisierten Kovf der Frau diesen Stich in Mondäne bekommen hat, ist nicht recht ersichtlich. Ueberhaupt ist diese Gruppe allzusehr arrangiert, um recht zu überzeugen. August Kraus knüpft in dem entzückenden Brunnen⸗ Putto, das unbegreiflicherweise sonst nicht als prüde bekannte Gemüter erschüttern konnte, an das berühmte Manneken, Brüssels kleinen Stadtheiligen, an und zeigt in den Bronzefigür von spielenden Kindern und Katzen in ebenso reichem Maße die Beweglichkeit seines Talentes wie die ungekünstelte Anmut, die über seinem Schaffen aus⸗ gebreitet ist. Schließlich sei Fritz Klimsch mit zwei Bronzebüsten, von denen besonders die des Generalobersten Grafen Schlieffen durch scharfe Charakteristik und edle Haltung ausgezeichnet ist, erwähnt. Die übrigen deutschen Kunststädte haben sich nur in geringem
München schickt uns außer einer Büste Ulfert Janssens, die an
die stilisierende Art Hermann Hahns erinnert, ausschließlich ein Relief *) Vergl. Nr. 130 und 133 d. Bl. 8
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Diesen bewußten Stilisten steht eine andere Gruppe
Maße beteiligt, nicht anders bei den Skulpturen wie bei der Malerei.