1908 / 222 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 19 Sep 1908 18:00:01 GMT) scan diff

§ 46 des Kommunalabgabegesetzes vom 14. Juli 893 (G.⸗S. S. 152) wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das auf das Aktienkapital der Aktiengesellschaft der Cöln⸗ Bonner Kreisbahnen aus dem Betriebe des Unternehmens im Rechnungsjahre 1907 zur Verteilung gelangte, im Jahre 1908 kommunalabgabepflichtige Reineinkommen auf 210 000 stgestellt worden ist. Cöln, den 16. September 1908. Der Königliche N

Gemäß § 46 des Kommunalabgabegesetzes vom 14. Juli 1893 (G.⸗S. S. 152) wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß das auf das Aktienkapital der Crefelder Eisenbahn⸗ gesellschaft aus dem Betriebe des Unternehmens im Rech⸗ nungsjahre 1907 zur Verteilung gelangte, im Jahre 1908 kommunalabgabepflichtige Reineinkommen auf 130 000 festgestellt worden ist. v

Cöln, den 16. September 1908.

Riesen.

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee. Beamte der Militärverwaltung.

Durch Verf 9880 des Kriegsministeriums. 6. Sep⸗ tember. Eich, kontrolleführender Kaserneninsp. in Bitsch, zum Garn. Verwalt. Kontrolleur ernannt.

. September. Giesel, Oberzahlmstr. 1. Bad. Leibgren. Regts. Nr. 109, Gieraths, Zahlmstr. vom III. Bat. 6. Pomm. Inf. Regts. Nr. 49, auf ihren Antrag, letzterer zum 1. Dezember 1908, mit Pension in den Ruhestand ver⸗ setzt. Schecker (Hildesheim), Seemann (I Oldenburg), Ro⸗ manowski (Allenstein), Soffner (Waldenburg), Hoffmann, Greiner (Straßburg), Prause (Glogau), Unterapotheker des Be⸗ urlaubtenstandes, zu Oberapothekern befördert.

8. September. Ernannt: die Garn. Verwalt. Inspektoren Müller in Schlettstadt, Meyer in Paderborn, zu Garn. Verwalt. Oberinspektoren, der kontrolleführende Kaserneninspektor Nabakowski in Lötzen zum Garn. Verwalt. Kontrolleur, die Kaserneninspektoren auf Probe Will in Posen, Kathke in Königsberg i. Pr., Koenig in Oldenburg, Lindner, Göbel in Metz 28 der Hilfsarbeiter, Garn. Verwalt. Anwärter Sack in Potsdam, zu Kaserneninspektoren.

Versetzt: die Garn. Verwalt. Oberinspektoren v. Pelchrzim in Liegnitz als Direktor auf Probe nach Hagenau, Kluge in Küstrin Mülhausen i. E., Bachmann in Neustadt O⸗Schl. nach Küstrin, der Garn. Verwalt. Inspektor Hollstein in Stolp als Oberinspektor auf Probe nach Liegnitz, die Garn. Verwalt. Kon⸗ trolleure Bärwirth in Paderborn nach Stolp, Schuch in Branden⸗ burg a. H. nach Neustadt O.⸗Schl. als Verwalt. Inspektoren, die Kaserneninspektoren Siefken in Saarlouis nach Brandenburg a. H., Schlevoigt in Cöln nach Paderborn als Kontrolleführer auf Probe.

9. September. Horch, Teeke, Proviantamtsrendanten in Perleberg bzw. Osterode, Dieuze biw. Neubreisach, Haus⸗ dörffer, Wolff (August), Proviantamtskontrolleure in Karlsruhe bzw. Freiburg i. Br., als oviantamtsrendanten nach Perleberg bzw. Osterode, Selke, Ahring, Proviantamtskontrolleure in Cassel bzw. Leobschütz, nach Karlsruhe bzw. Cassel, Pagel, Rohloff, Proviantamtsassistenten in Stolp i. Pomm. bzw. Königsberg i. Pr., als Proviantamtskontrolleure auf Probe nach Leobschütz bzw. Frei⸗ burg i. Br., versetzt. Hiel, Proviantamtskontrolleur, beauftragt mit Wahrnehmung der Vorstandsgeschäfte des Proviantamts in Lahr, jum Proviantamtsrendanten ernannt.

10. September. Iven, Garn. Verwalt. Oberinsp. auf dem Truppenübungsplatz Alten⸗Grabow, als Direktor auf Probe bestellt. Morgen, Rechnungsrat, Garn. Verwalt. Direktor in Mülhausen i. E., auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt 8

Kböniglich Bayerische Armeer.

8 München, 16. September 1908. Im Namen Seiner Majestät des Königs. Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben Sich Allerhöchst bewogen ge⸗ funden, nachstehende Personalveränderungen Allergnädigst zu verfügen: a. bei den Offizieren und Fähnrichen: im aktiven Heere: am 8. d. M. Urlaub ohne Gehalt auf ein Jahr zu bewilligen: dem Rittm. Schrön, Eskadr. Ches im 7. Chev. Regt., vom 1. d. M. ab, dem Hauptm. Schultheiß, Battr. Chef im 5. Feldart. Regt. König Alfons XIII. von Spanien, und dem Oberlt Heller des 8. Feldart. Regts.” letzteren beiden vom 1. Oktober d. J. ab; am 14. d. M. inhaltlich Aller⸗ höchsten Handschreibens den Gen. Major Ritter v. Reschreiter von der Stellung als Königlichen Flügeladjutant zu entheben und in Ge⸗ nehmigung feines Abschiedsgesuchs mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Forttragen der bisherigen Uniform mit den bestim⸗ ê8 Abzeichen zur Disp. zu stellen; den Obersten Walther v. Walderstötten unter Enthebung von der Stellung als Kom⸗ mandeur des 2. Chev. Regts. Taxis zum Ksöniglichen Flügel⸗ adjutanten zu ernennen; ferner am gleschen Tage dem Lt. Prager des 11. Inf. Regts. von der Tann den Abschied zu bewilligen; den Major a. D. Sellmayr zur Disp. zu stellen; zu entheben: von der Stellung als Aufsichtsoffizter bei der Kommandantur des Truppen⸗ übungsplatzes Lechfeld den Major z. D. Reder mit der Erlaubnis zum Forttragen der bisherigen Uniform mit den bestimmunasmäßigen Abzeichen, vom Kommando zur Königl. Preuß. Art. Prüfungs⸗ kbommission zum 1. Oktober d. J. den Oberlt. Brandstetiner des 2. Fußart. Regts.; zu ernennen: zum Aufsichtsoffizier bei der Kom⸗ mandantur des Truppenübungeplatzes Lechfeld den Major z. D. jiu kommandieren: zum Kriegsministerium die Oberlts. chumacher des 6. Inf. Regts. Kaiser Wilhelm, König von reußen, und Gebendorfer des 3. Pion. Bats., zur Königl. Preuß. rt. Prüfungskommission zum 1. DOktober d. J., den Oberlt. Uschold des 2. Fußart. Regts.; zu verleihen: den Charakter als Oberstlt. dem Major z. D. Stritzl, zugeteilt dem Generalkommando I. Armeekorps, ein Patent vom 9. März d. J. (6 a) dem 1 uptm., Gr. v. Holnstein aus Bayern, Zweitem persön⸗ lichen Adjutanten Seiner Königlichen Hobeit des Prinzen Ludwig von Beavyern; zur Reserve zu beurlauben: die Fähnriche Keil des 1. Fuß⸗ art. Regts. vakant Bothmer und Knauer des 3 Trainbats.; im Beurlaubtenstande: am 14. d. M. den Abschied zu bewilligen: dem uptm. Stockmayr von der Res. des 1. Jnf. Regts. König mit der aubnis zum Forttragen der bisherigen Uniform und dem Oberlt. Allbrecht von der Landw. Inf. 2. Aufgebotg (Ludwigshafen) mit der Er⸗ laubnis zum Forttragen der Landw. Uniform, beiden mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen; anzustellen: den Königl. preuß. Lt a. D. (Res.) Baur mit seinem Ausscheiden aus der Königl. reuß. Armee als Lt. der Res. des 18. Inf. Regts. Prinz Ludwig Ferdinand mit Patent v 18. Mai d. J.; b. im Sanitätskorps: M. dem Gen. Oberarzt Dr. Koelsch, Garn. Arzt bei der Kommandantur der Haupt⸗ und Residenzstadt München, den Abschied mit der gesetzlichen Pension und mit der Erlaubnis zum Forttragen der Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen zu bewilligen; zu versetzen: den Stabsarzt Dr. Ott, Bats. Arzt im

vom III. Bat.

12. Inf. Regt. Prinz Arnulf, in gleicher Eigenschaft zum 22. Inf. Regt., den Oberarzt Dr. Noll vom Inf. Leibregt. zum 2. Feldart. Regt. Horn, den Assist. Arzt Dr. Haydn vom 2. 22. Inf. Regt.; zu befördern: zum Assist. Inf. Regt. Prinz Ludwig den Unterarzt Dr.

Regts.; c. bei den Beamten der Militärverwaltung: am 14. d. M. mit ves in den erbetenen Ruhestand treten zu lassen: den Oberzahlmeister Zick des 2. Ulan. Regiments König unter Verleihung des Titels eines Rechnungsrates und den Geheimen Kanzleisekretär Kunst des Kriegsministeriums unter Verleihung des Titels eines Kanzleirates; zu berufen: den Oberkriegsgerichtsrat Binder beim Generalkommando I. Armeekorps zur Dienstleistung in das Kriegsministerium; zu ernennen: zum Kriegsgerichtsrat bei der 1. Div. den Amtsrichter beim Amtsgericht München I Oppler, Leutnant der Landwehrfußartillerie 2. Aufgebots, mit dem Range vor dem Kriegsgerichtsrat Scheder der 2. Division und unter Berufung zur Dienstleistung in das Kriegsministerium, zum Kriegsgerichtsrat bei der 5 Div. den Militärgerichtepraktikanten, Oberlt. a. D. Rau, zum Intend. Registrator hei der Intend. I. Armeekorps den Militäranwärter, Wachtmstr. Offenbäußer, Registrator beim Generalkommando I. Armeekorps, zum Zahlmstr. im II. Armerkorps zum 1. Oktober d. J. den Unterzahlmstr. Grimm des 9. Inf. Regts. Wrede, zum Geheimen Registrator im Kriegs⸗ ministerium den Oberintend. Registrator Sturm der Intend. I. w zum Buchhalter bei der Gen. Militärkasse den Buch⸗ halter auf Probe, Hauptm. a D. Hüttner daselbst.

XIII. (Königlich Württembergisches) Armeekorps.

Im Sanitätskorps. Durch 1S. be. des Korps⸗ arztes. Stuttgart, 1. September. Korn, uhnle, Studierende der Kaiser Wilhelms⸗Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, mit Wirkung vom 1. Oktober d. J. zu Unterärzten des aktiven Dienst⸗ standes ernannt, ersterer beim Inf. Regt. Kaiser Friedrich, König von Preußen Nr. 125, letzterer beim 4. Feldart. Regt. Nr. 65 angestellt.

Beamte der Militärverwaltung.

Schloß Friedrichshafen, 13. September. Glocker, Intend. und Baurat, zum Geheimen Baurat und vortragenden Rat im Kriegsministerium mit der Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Uniform ernannt.

1 * 8 8 Aichtamtliches. Dentsches Reich.

1“ Preußen. Berlin, 19. September.

In der Frühe des 18. September Wee. nach kurzem,

schwerem Krankenlager der Kaiserliche Geheime Oberregierungsrat

1 vortragende Rat im Reichsschatzamt Friedrich Otto Max au.

Geboren am 4. Juli 1859 zu Trapezunt als Sohn des damaligen preußischen Konsuls vzese. trat der Ver⸗ storbene im Jahre 1883 in den Justizdienst, aus welchem er im Jahre 1887 in die Verwaltung der indirekten Steuern überging. 1899 aus der Stelle eines Regie⸗ rungsrats bei der Königlichen Provinzialsteuerdirektion zu Breslau in das Reichsschatzamt einberufen, ist er dort in hervorragender Weise als Referent auf dem Gebiete des Zollwesens tätig gewesen, und hat in dieser Eigenschaft auch bei der Vorbereitung einer Reihe wichtiger Handelsverträge mitgewirkt. Wie er bei Lebzeiten wegen seines kollegialen Sinnes, seines lauteren Wesens, hohen Begabung und seiner treuen, nimmer rastenden Arbeit bei Vorgesetzten und Amtsgenossen allgemein beliebt und geachtet war, so werden ihm diese auch über das Grab hinaus dauernd ein freund⸗ liches und ehrendes Gedächtnis bewahren.

8 8

Der Königlich bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld⸗

Köfering ist nach Berlin zürückgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen.

Der Königlich sächsische Gesandte Graf Vitzthum von Eckstädt ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen.

Der Großherzoglich badische Gesandte Graf von Berck⸗ ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der esandtschaft wieder übernommen.

Der Königlich italienische Botschafter Pansa ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen.

Der schweizerische Gesandte von Claparède hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Legationsrat eucher die Geschäfte der Gesandtschaft.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S., Panther“

vorgestern in Duala eingetroffen.

S. M. S. „Bremen“ ist vorgestern in Montevideo ein⸗ getroffen und oeht am 30. September von dort nach der Matthiasbucht (Argentinien) in See. S.

u“ 8 3 1 11“ In der Ersten und Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ wird die vom Reichs⸗ eisenbahnamt 8 estellte tabellarische Uebersicht der Be⸗ triebsergebni se deutscher Eisenbahnen für den Monat August 1908 veröffentlicht, auf die am Donnerstag

an dieser Stelle auszüglich hingewiesen worden ist . 8

1131““ 11“X“ 6

u“

Seine Majestät der Kaiser und König find, „W. T. B.“ zufolge, heute morgen von Hohenstein in Ostpreußen und Ihre Majestät die Kaiserin und Königin vom Neuen Palais bei P

hier eingetroffen.

3 Fubertusstoc, 19. September.

Der König Franz Joseph ist, „W. T. B.“ zufolge, gestern von den Manövern wieder in Budapest eingetroffen.

8

7 8 8 8

Frankreich. 8

Nach einer Meldung der „Agence Havas“ ist die fran⸗

zösische Regierung benachrichtigt worden, daß England mit der französisch⸗spanischen Note vollkommen ein⸗ verstanden sei. 1““ 1

Der Ministerrat hat nach einer Meldung des „W. T. B.“ den Minister für Volksaufklärung ermächtigt, die Zulass ung von Frauen zu den Universitätsvorlesungen für die Seen zu verbieten, denjenigen aber, die bereits zugelassen ud und denen der Uebergang in eine höhere Lehranstalt für 85 unmöglich ist, die Beendigung ihres Studiums an den

niversitäten zu gestatten. Die Fahr der gegenwärtig an den iversitäten zugelassenen freien Zuhörerinnen beträgt etwa 2130.

Asien.

Nach einer Meldung der „St. Petersburger agentur“ aus Täbris veröffentlicht Ain ed Dauleh ein oftnielles Ultimatum, in dem er von den Revolutionären die Auslieferung ihrer Waffen fordert. Sollte die Auslieferung im Laufe von 48 Stunden nicht erfolgen, sowird das Bombardement auf das Stadtviertel der Revolutionäre angedroht. Die Revolutionäre beschlossen, Widerstand zu leisten, die Europäer nicht aus der Stadt zu lassen und sogar den Abgang der Post zu verhindern. Eine Abteilung Makureiter steht mit fünf Geschützen etwa 35 Kilometer von Täbris entfernt. Die Endschumen richteten an alle Gesandtschaften in Teheran die Bitte um Vermittlung und um Wiederherstellung der Verfassung.

Nach einer Meldung des „Standard“ aus Hongkong at sich der englische Gesandte geweigert, die Forderung uanschikais, das Mitglied der Sunyatsen aus ingapur auszuweisen, zu erfüllen, da er Sunnatsen als

politischen Flüchtling ansehe.

Statistik und Volkswirtschaft.

Auswärtiger Handel.

In den nächsten Tagen erscheint das Augustheft der vom Kaiser⸗ lichen Statistischen Amt herausgegebenen „Monatlichen Nachweife P r. Handel Deutschlands“. Es betrug hiernach im

ugust d. J:

1) Die Einfuhr 5 348 651 t verschiedene Waren und 119 397 Stück (nämlich 85 Stock Bienen, 9554 Pferde und andere Tiere, 100 Fahr⸗ zeuge, 109 658 Uhren). Gegen den Vormonat hat die Einfuhr auch jetzt wieder erheblich zugenommen, besonders in Erzeugnissen der Forst⸗ wirtschaft, der Chemie, der Metallindustrie und in Erzen.

Zurückgegangen ist die Einfuhr von Erzeugnissen des Ackerbaues, tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen, Papier, Pappe und Waren daraus, Stein⸗ und Tonwaren.

2) Die Ausfuhr 4 112 123 t verschiedene Waren und 24 857 Stück (149 Stock Bienen, 646 Stück Pferde und andere Tiere, 107 Fatr⸗ jeuge, 23 955 Uhren). Hiernach ist die Ausfuhr gegen den Vormonat beträchtlich gestiegen, sodaß der im Juli eingetretene Rückgang aus⸗ geglichen worden ist. 8

3) Die Einfuhr der ersten acht Monate des laufenden Jahres ergibt 39 061 532 t verschiedene Waren gegen 42 693 598 im gleichen Zeitraume des Vorjahres, ferner 962 170 Stück gegen 1 167 049 vor⸗ jährige, demnach 3 632 066 t und 204 879 Stück weniger. Der Rück⸗ gang entfällt hauptsächlich auf Erzeugnisse der Land⸗ und Forstwirt⸗ scaft⸗ der Eisen⸗ und Maschinenindustrie, auf Wolle und Baumwolle sowie deren Waren, auf Tonwaren, Erze und fossile Brennstoffe. Dagegen zeigt sich eine bemerkenswerte Zunahme bei Kupfer und Kupferlegierungen.

4) Die Ausfuhr betrug bis einschließlich August d. J. 29 590 987 t verschiedene Waren und 254 253 Stück (im Vorjahre 29 293 560 t und 315 533 Stück), sie hat daher eine Zunahme um 297 427 t und eine Abnahme um 61 280 Stück zu verzeichnen. An dem Mehr sind die meisten Tarifabschnitte beteiligt, abgesehen von den Erzeugnissen der Textil⸗ und der chemischen Industrie, die einen bemerkenswerten Rückgang zeigen.

““

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Breslau wird der „Köln. Ztg“ gemeldet: Das Gewerk⸗ schaftskartell hat den Magistrat aufgefordert, wegen der gegen⸗ wärtigen, stetig noch wachsenden Arbeitslosigkeit sofort Notstands⸗ arbeiten für die ortsansässige Arbeiterschaft anzuordnen.

Der in der Baumwollindustrie von Lancashire bereits seit geraumer Zeit andauernde Arbeitsstreit erreichte, wie

W. T. B“ meldet, mit dem gestrigen Tage, an dem die für die

Annahme des Ultimatums der Arbeitgeber gestellte Frist ablief, seinen Höhepunkt. Während die pinnerciarbeiter die Be⸗ dingungen der Arbeitgeber im letzten Augenblick annahmen und damit in eine vom Januar an geitende 5 prozentige Lohnherabsetzung willigten, haben die Kardensaalarbeiter dies nicht etan. Da ohne diese die Spinnereien aber nicht arbeiten können, so lellen die Werke heute ihren Betrieb ein. Hierdurch werden etwa 150 000 Leute beschäftigungslos.

Die Arbeiter im Hafen von Warna haben, wie die

erfährt, neuerdings die Arbeit niedergelegt. 8 1.“ Kunst und Wissenschaft.

Der im vorigen Jahre gegründete „Keplerbund zur Förde⸗ rung der Naturerkenntnis’ veranstaltete in der Zeit vom 7. bis 12. September seinen ersten biologischen Kursus, der in den Räumen des Pädagogiums zu Godesberg a. Rh. abgehalten und von mehr als 140 Teilnehmern, fast ausschließlich Volksschul⸗ lehrern, besucht wurde. Nachdem der Direktor Teudt in einem einleitenden Vortrage Prinzipien und Ziele des Keplerbundes dar⸗ gelegt hatte, begann Professor Dr. Dennert seine 6 stündige Vorlesung über: „Zellenlehre und Wesen des Lebens“; an dem gleichen Tage eröffnete Dr. Baß einen auf die gleiche Zeitdauer berechneten Vor⸗ trag über: „Zeugung, Befruchtung und Vererbung“. Als dritter Dozent führte Dr. Ferses (Berlin) seine Hörer in die Lehre von der „Empfindung als Grundlage des ——2 Lebens“ ein. Sämtliche Vorlesungen wurden durch Demonstrationen, für die besondere Stunden vorgesehen waren, erläutert. An den Nach⸗ mittagen wurden unter Leitung von Professor Dr. Dennert und Dr. Braß aic. sowohl mikroskopische, als auch zootomische Uebungen abgehalten. Für das mikroskopische, von Professor Dennert geleitete v. das die Kursisten in die mikroskopische Technik einführte,

anden 75 Mikroskope zur Verfügung. Die Abende wurden teils mit Diskussionen, teils mit Lichtbildervorträgen ausgefüllt.

Im Brockhausschen Archive zu Leipzig hat der Literarhistoriker Dr. Houben kürzlich die Srigenelhands. rift von Eckermanns „Gesprächen mit Goethe“ wiederaufgesunden, außerdem e

srobes⸗ auf die 1836 bei Brockhaus erschienene erste Sncgae bezüg⸗ iches Briefmaterial, das zum Inhalt und zur Geschichte jenes klassischen Buches wichtige Ergänzungen liefert. Den Freunden Goethes, die auch seinen Eckermann zu schätzen wissen, dürfte es eine willkommene Nachricht sein, daß binnen kurzem dieser „Eckermann mit seinem teilweise wesentlich veränderten zugleich reich illustrierten Ausgabe herausgegeben werden wird.

Originaltext in einer

Auf der Stätte des alten Susa werden die Ausgrabungen

durch J. de Morgan fortgesetzt.

In diesem Jahre gelangte er in

einer Tiefe von 28 m auf das älteste Susa, was daraus hervor⸗ geht, daß er darunter auf Grundwasser stieß. Er fand, wie der „Globuse- mitteilt, die Mauer dieser ältesten Stadt auf und

außerhalb

man in jedem

einen wohl stammenden Begräbnisplatz mit auf die Zeit um 5000 v. Chr. zurückgehen sollen. Haupte jedes Toten

Grabe

gleichaltrigen,

lagen bemalte

aus der Bronzezeit etwa 500 Gräbern, die bis Neben dem ebenso fand

Totengeräte, ziemlich fort⸗

Vasen von

dessen

geschrittener Technik. In den Männergräbern lagen auch kupferne

Gegenstände und in denen der Frauen eigentümlich geformte tönerne

wohl Schminke enthalten haben werden. Stoffreste in r

den G oder in

Matten

in scheinen zu beweisen, daß die eingerollt beigesetzt worden sind.

Toten in voller Kleidung Ueber dieser

ältesten Kulturschicht beginnt dann die protoelamitische, in der

auch wieder manche interessante Funde

gemacht wurden. So

wurden in 12 m Tiefe die Reste eines Tempels freigelegt, der wohl von dem geistlichen Würdenträger Karibu⸗Scha⸗Schuschinak erbaut worden ist. Seine von hoher Kunstentwickelung zeugende Statue aus weißem Kalkstein stand auf dem Boden des Tempels. Der Geistliche

ist in das lange chaldäische Gewand Löwen verzierten Belrüische

Leider feh

er und sitzt auf einem mit t der Statue der Kopf, wie fast

allen in Susa und Chaldäa aufgefundenen Statuen: er fiel der Zeit oder der gewaltsamen Vernichtung gewöhnlich zuerst zum Opfer. Bei einer großen Menge von Waffen tauchte immer wieder der Löwen⸗ und der Hundekopf als Ornament auf

8

In einem Anbau der Moschee El Monafik in Mansurah

snter. egepten) in dem Ludwig IX. in ägyptischer Gefangenschaft

nachdem er

im Jahre 1250 im seechsten den Mamelucken besiegt war, soll, der „Frankf. Ztg.“ Museum hergerichtet werden, in

Kreuzzug von ufolge, ein Franzbfischen

dem alle auf die

Kreuzzüge bezüglichen Gegenstände und Urkunden in einer über⸗

sichtlichen Sammlung Aufnahme dieses Planes hat sich in Paris ein

nden sollen. Zur Durchführun Lren. gebildet, das zwecks Rüc⸗

kaufs des Gebäudes Unterhandlungen mit der ägyptischen staatlichen

Güterverwaltung (Wakfs) eingeleitet

hat, in deren Besitz sich das ge⸗

nannte Gebäude zur Zeit befindet. Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗

maßre

geln.

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.

den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Es Nr. 38 vom 16. September 1908.)

8

Türkei.

an der Pest erkrankt (und 4 111 (67). Der am 22. Augu

23. August gestorben.

Aegypten.

Vom 29.

t

Pest 8 Personen erkrankt (und

und 5 (1) in Menuf der Provinz 5(h nnfnter Pr

Vom 2.

Ges undheitsamts“

Pest.

In Bagdad sind vom 16. bis 29. August 4 Personen im ganzen seit dem 7. Mai

aus Adalia gemeldete Kranke ist am

August bis 4. September sind an der 2 gestorben),

davon 3 (1) in Aschmun Menufieh. bis 8. August sind in ganz

Indien 907 Erkrankungen und 636 Todesfälle an der Pest zur An⸗

zeige gelangt.

ferner 98 auf

Von

den I“ Bombay ombay und 22 auf das Stadt⸗ und Hafengebiet von

Burma, 94 auf den Staat

Pesttodesfällen (darunter 34

kamen 329 auf die auf die Stadt Karachi), ysore, 50 auf die

Präsidentschaft Madras, 43 auf Hyderabad, 13 auf Bengalen,

5 auf die Z

of Spain 18 P achtet worden; loschen betrachtet.

Chile. Zufolge einer Mitteilung vom anscheinend nur noch in Pisagua auf,

wurden.

8. August

estfälle,

entralprovinzen und 4 auf Zentralindien. Trinidad. Von Anfang Juni bis darunter 14 mit tödlichem Ausgang beob⸗ gegen Ende August wurde die Seuche amtlich als er⸗

zum 28. Juli sind in Port

25. Juli tritt die Pest wo letzthin 3 Fälle gemeldet

Pest und Cholera. Britisch⸗Ostindien.

In Kalkutta starben vom 2. bis

12 Personen an der Pest und 8 an der Cholera, in

Moulmein vom 25. Juli bis 28 August 29 und 0.

Cholera.

Zufolge den letzten amtlichen Uebersichten sind ngen (Todesfälle) gemeldet:

Rußland. folgende Erkranku

erkrankt (gestorben) nach Bulletin

Nr. 5 Nr. 6 28 vn. st ugu

bis

i 27. August) 3 September)

ratow (Stadt) rizyn (Stadt)

atow (sonst im Gouv.) . v.).

Nischni⸗Nowgorod (Stadt).

Samara (Stadt)

Semara (lonft im Gou

iimbirs

Nischni⸗Nowgorod asan.. Kostroma

Jaroslaw (Stadt

A Stadt) 1).. heagen (erndh)

(sonst im

Jaroslaw (sonst im Gouv.) Twer

erm (Stadt) m (sonst im a (Stadt).. ladimir arkow (Stadt Kiew (Stadt) Jekaterinoslaw eodosia (Stadt)

82

ertsch⸗Jenikale (Stadt)

ostow am Don

(Stadt)

Nowotscherkask (Stadt)

Taganrog (Stadt Asow ( 4.2ge Dongebset

Baku (Sta

Fenisse

Taschkent rkutsk (sonst im urjew (Stadt)

Die Gesamtzahl

Gouv.)

Gouv.)..

der Erkrankten (Gestorbenen) wird in den

129

(69) 98 167

(87 94 (4 15 60) 43 47 46 14 32

8 90 1 2

s8 104 15 38 18

—,

—.— SID

—,— SSA

—,—

83522

—.,— —,.—, ——

—,—

80 ebb;

———

Bulletins auf 1199 (573) und 1241 (568) angegeben. In der

Stadt Moskau

ist am

3.

September ein zweiter Cholera⸗

²) In der Zeit vom 22. bis 28. August und vom 29. August bis

4. September.

88 vqpXX“*“ 8E111““ gekommen, welcher angeblich nicht eingeschleppt war,

einen auf den städtischen Fücejelfeldern beschäftigten Arbeiter be⸗ traf; am 8. September ist sodann ein weiterer Cholerafall mit töd⸗ lichem Ausgang beobachtet worden. In 8. September eine in das städtische Alexanderhospital aufgenommene rau an erwiesener Cholera gestorben; ferner sind zufolge amtlicher ekanntmachung vom 10. September während der letzten drei Tage in städtischen Hospitälern 15 unzweifelhafte Fälle asiatischer Cholera festgestellt worden, von denen 6 alsbald tödlich verlaufen waren. Am 10. September find 37 neue Erkrankungen und 12 Todesfälle ge⸗ meldet worden. Einer Mitteilung vom 7. September zufolge wurde in Nicolaje w 6 Choleratodesfall bei einer aus Rostow zugereisten

Person festgestellt.

Philippinen. Vom 28. Juni his 1. August sind an der

olera in Manila 17 Personen erkrankt (und 13 gestorben), in den Provinzen 5547 (3272), im ganzen seit dem 1. Januar in Manila 222 (184), in den Provinzen 9469 (6012).

China. Zufolge einer Mitteilung vom 15. August hat in ankau die Cholera weitere Opfer nicht nur unter Chinesen und lapanern, sondern auch unter den dortigen Europäern gefordert. In

Wuchang ist das chinesische Militär von der Seuche. arg heimgesucht worden; bis zum 12. August waren dort 500 Mann an der Cholera erkrankt und 200 sollen in der letzten Juliwoche der Seuche er⸗

legen sein. Am 9. September wurden aus Moji 18 und aus

Japan. Wakamatsu 4 Cholerafälle gemeldet. Pocken.

Philippinen. Vom 28. Juni bis 1. August sind in Manila 87 Erkrankungen (mit 20 Todesfällen) vorgekommen, im ganzen seit dem 1. Januar 247 (95). Chile. Zufolge einer Mitteilung vom 25. Juli waren die Pocken isch in Chillan (Provinz Nuble), Temuco, Nueva mperial und Cholchol (Provinz Cautin) verbreitet.

Fleckfieber.

Oesterreich. Vom 23. August bis 5. September 73 Er⸗ krankungen in Galizien, darunter 1 in der Stadt Lemberg.

Genickstarre.

Preußen. In der Woche vom 30. August bis 5. September nd 10 Erkrankungen und 8 Todesfälle angezeigt worden in folgenden egierungsbezirken sund Kreisen]: Reg.⸗Bez. Arnsberg 1 Bochum Land]), Cöln 1 (1), [Cöln Stadt], Düsseldorf 1 (1) Essen Stadt 1, Essen Land (1]), Königsberg 1 (1) [Pr. Eylau], ppeln 5 (3) [Beuthen Land 81) Falkenberg 1 (1), Katiowitz

Land 2, Neustadt i. O.⸗S. 1, Rybnik 1 (1)], Posen (1) [Frau⸗ stadt], Trier 1 (1) [Saarbrücken]. 8

Verschiedene Krankheiten.

Pocken. Christiania 2, Konstantinopel (17. bis 30. Außnust) 6, Moskau 10, St. Petersburg 3, Warschau 5, Kalkutta (2. bis 8. August) 3 Todesfälle; Christiania 24, Paris 1, St. Petersburg 5, Warschau sekeiherfe;) 10 Erkrankungen: Fleckfieber: 86895 2 Todes⸗ älle; Odessa 1, St. Petersburg 2, Warschau (Krankenhäuser) 19 Er⸗ krankungen; Rückfallfieber: Moskau 3, St. Petersburg 2 Todes⸗ fälle; Odessa 14, St. Petersburg 26 Erkrankungen; Genickstarre: Glasgow 2, New York 7 Todesfälle; New York 5, Wien 1 Er⸗ krankungen; Tollwut: Odessa 1 Todesfall; Milzbrand: Reg.⸗ Bez. Koblenz, St. Petersburg je 1 Todesfall; Nehs etr⸗ Brom⸗ berg, Düsseldorf, Magdeburg je 1 Erkrankung; Trichinose: Reg.⸗ Bez. Posen 3 Erkrankungen; bnt Berlin 1, London 3, Moskau 2 Todesfälle; Körnerkrankheit: Reg.⸗Bezirke Bromberg 98, Danzig 71, Marienwerder 74 Erkrankungen; Ankylostomiasis: Reg Ben. Arnsberg 1 Erkrankung. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Scharlach (Durchschnitt aller deutschen Berichtsorte 1895/1904: 1,04 %): in Zabrze, Lemberg Er⸗ krankungen kamen zur Anzeige im Landespolizeibezirk Berlin 101 (Stadt Berlin 66), in den Reg.⸗Bezirken Arnsberg 121, Oppeln 316, in Hamburg 54, Budapest 22, Edinburg 25, Kopenhagen 35, London (Krankenhäuser) 395, New York 87, Odessa 36, Paris 58, St. Petersburg, Rotterdam (2. bis 8. Sep⸗ tember) je 26, Stockholm 21, Wien 80; desgl. an Masern und Röteln (1895/1904: 1,10 %): in Halberstadt, Rheydt, Trier Erkrankungen wurden gemeldet in Hamburg 21, Budapest 26, New York 106, Odessa 22, Paris 41, St. Petersburg 47, Wien 32; desgl. an Keuchhusten in Dessau Erkrankungen wurden an⸗ ezeigt im Reg.⸗Bez. Oppeln 98, in Nürnberg 24, Kopenhagen 48,

dessa 47; ferner gelangten Erkrankungen zur Anzeige an Diph⸗ therie und Krupp in Berlin 68, Breslau 24, im Reg.⸗Bez. Merseburg 109, in Hamburg 21, London (Krankenhäuser) 110, New 2† 134, Paris 25, St. Petersburg 39, Wien 68; desgl. an

vyphus im Reg.⸗Bez. Merseburg 54, in Kopenhagen 32, New York 124, Odessa 40, Paris 31, St. Petersburg 153.

Das Kaiserliche Gesundheitsamt meldet den Ausbruch der Maul⸗ und Klauenseuche aus dem Kreise Saarburg (Lothringen) am 18. September 1908.

18 8“ ͥ*

In der Zeit vom 24. bis 30. August a. St. sind von der russischen Kommission zur Bekämpfung der Pestgefahr erklärt worden: für choleraverseucht die Städte St. Petersburg (mit Vorstädten), Kiew, Jekaterinoslaw, Taschkent, Gurjew und der Flecken Shilaja Kossa im Uralgebiet, für cholerabedroht die Gouvernements St. Petersburg, Moskau, Tschernigow und Tomsk, die Gebiete Transkaspien, Syr⸗Darja, Samarkand und Fergana, die Stadt Moskau, die Kreise Tschistopol und Mamadysch des Gouv. Kasan und die Bahnen des St. Petersburger Knotens.

Von vorgestern mittag bis Geter mittag sind. „W. T. B.“ zu⸗ folge, in St. Petersburg 392 Personen an Cholera erkrankt,

125 Cholerakranke sind gestorben. Die Gesamtziffer der Erkrankten⸗

beträgt jetzt 1061. Seit dem Beginn der Epidemie in St. Peters⸗ burg sind 1669 Personen erkrankt und 488 gestorben. Die städtischen Schulen sind für anderthalb Monate geschlossen. In den Schul⸗ üehe Pebes Hospitäler eingerichtet. Zahlreiche Fremde verlassen die Stadt.

In Smolensk wurde ein tödlich verlaufener Cholerafall

festgestellt. Aegypten.

Der internationale Gesundheitsrat in Böb. hat beschlossen, pegen Herkünfte aus Rostow das Cholerareglement in nwendung zu bringen. Der internationale AEseFnent in Alexandrien hat beschlossen, gegen Herkünfte aus Adalia das Pestreglement in Anwen⸗

dung zu bringen. Theater und Musik. Komische Oper.

Am Donnerstag sang in der Komischen Oper der neuverpflichtete Tenor Otto Marak zum ersten Male die Partie des Malers Cavaradossi in Puccinis Oper „Tosca“. . ier fiel die Stimme durch ihre angenehme Klangfarbe und ihre strahlende Höhe auf. Die Arie und das Duett mit Fräulein Labia, die, von ihrem Sommer⸗ urlanb zurückgekehrt, die Tosca gesanglich und darstellerisch in ihrer hin⸗ reißend temperamentvollen Art gab, gelangen ihm am besten und trugen den beiden Künstlern mit Recht lebhaften Beifall ein. Das Spiel des Herrn Marak dürfte sich, wenn er hier heimisch geworden, noch freier entfalten als jetzt, da er in einer ihm nicht geläufigen Sprache und in fremder Umgebung singen muß. Die wichtige Rolle des Scarpia war wieder n den Händen des Herrn Egenieff, der sie, wie stets, eindrucksvoll zu gestalten wußte. Die Vorzüge der Gesamt⸗ oufführung sind schon früher eingehend gewürdigt worden.

sonder

St. Peters burg ist am Komödie ⸗„Der Teufelskerl⸗

Schillertheater Charlottenburg.

Das Schillertheater machte gestern den Versuch, Shaw seinem Publikum näherzubringen. Der Versuch mißlang, mußte mißlingen, weil erstens der weite Raum für die Intimität des irischen Dichters nicht günstig ist, zweitens das Schillertheaterpublikum, wie sich schon bei der Auffüh⸗ rung der „Helden“ zeigte, für feinere satirische Spitzen wenig Verständnis zeigt und drittens weil die Darsteller den Shawschen Stil, der mehr andeutet als ausführt, nicht beherrschen. So kam denn diesmal ein vergröbertes Bildb der Komödie zustande. Wo die Satire bitter wird und ein ernster Unterton mitschwingen soll, wurde gelacht, und andererseits ging Humoristisches unverstanden und stillschweigend vorüber. Die Hauptrollen lagen in den Händen der Herren Iwald, Bildt, Köͤstlin, der Damen Sera, Gundra und Becker.

historische Pantomime „Sardanapal“ in der bisherigen Besetzung auf geführt. (Anfang 8 Uhr.) Am Montag wird „Lohengrin“, m Herrn Jörn in der Titelrolle und Fräulein Destinn als Elsa, gegeben; die übrige Besetzung ist folgende: Ortrud: Frau Plaichinger; König Heinrich: ir Griswold, Telramund: Herr Bischoff; Heerrufer: Herr Bronsgeest. irigent ist der Kapellmeister von Strauß (Ansang 7 Uhr). Das dicttäbrig⸗ Gastspiel Carusos findet im Oktober, wie folgt statt: „Aida“ am 20., „Bajazii“ am 22., „Martha’ am 24. Oktober. Das Abonnement, die ständigen Reservate sowie die Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Den Abonnenten und den Inhabern von Reservaten werden jedoch ihre Plätze zum Kassenpreise gegen Vorzeigung des Abonnementsvertrages bezw. der Legitimations⸗ karten am 5. Oktober an der Kasse des Königlichen Opern⸗ hauses in der Zeit von 2—4 Uhr Nachmittags ausgehändigt. alls die Abhebung zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgt, wird über die Billette anderweit verfügt. Die Preise der Plätze sind wie im vorigen Jahre folgende: Fremdenloge 40 ℳ, Orchesterloge 30 ℳ, I. Rang und Parkett 25 ℳ, II. Rang 17 ℳ, III. Rang 10 ℳ, IV. Ran Sifiplat 6 ℳ, IV. Rang Stehplatz 3 ℳ. Vorbestellungen au Billette werden ausnahmsweise zugelassen und schon jetzt angenommen, haben aber lediglich auf Postkarten mit Antwortkarte unter Bezeichnung der gewünschten Vorstellung und der Art der Plätze zu erfolgen und sind an die General⸗ intendantur der Königlichen Schauspiele, Dorotheenstraße 2, unter äußerer Aufschrift „Caruso⸗Gastspiele“ zu richten. Es wird gebeten, in der Bestellung auch anzugeben, ob für den Fall, daß die gewünschten Billette zu der verlangten Vorstellung und Platzgattung nicht mehr vorhanden sind, auch für eine andere Vorstellung oder Platz⸗ gattung Karten zur Verfügung b werden sollen. Am 30. Sep⸗ tember, Abends, wird die Vorbestellungsliste geschlossen und in der Fet zwischen dem 7. und 14. Oktober Mitteilung ergehen, falls illette zugeteilt werden konnten. Nach dem 30. September ein⸗ gehende Bestellungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen 1gge e. ebbels deutsches Trauerspiel „Agnes Bernauer“ in teilweise neuer esetzung aufgeführt; so spielt zum ersten Male Fräulein May die

Titelheldin und Herr Staegemann den Albrecht. In den anderen

ind die Herren Vollmer, Molenar, Oberländer, Mannstädt, raußneck, Boettcher beschäftigt. Die Regie liegt in den. Händen des

Herr Patry. Am Montag wird Shakespeares Lustspiel „Viel Lärm

um nichts“, mit den Herren Vollmer, Boettcher, Kraußneck, Geisen⸗

dörfer, Staegemann, Patry, Eggeling, Vallentin und den Damen

Arnstädt, Steinsieck, von Mayburg und Eschborn in den Hauptrollen,

wiederholt. .

Im Neuen ”.1 Operntheater singt morgen abend räulein Hempel die Rosine in Roössinis „Barbier von Sevilla“. ie übrigen Hauptrollen sind mit Fräulein Parbs und den Herren

Bronsgeest, Sommer, Mödlinger, Brag, als Gast, und Krasa besetzt.

Dirigent ist der Kapellmeister von Strauß.

Im Deutschen Theater finden Aufführungen von Shakespeares „Könkg Lear“ außer morgen noch am Dienstag, Donnerstag, Sonn⸗ abend und nächsten Sonntag statt. Montag wird Shakespeares Lust⸗ spiel „Was ihr wollt“ und Freitag „Ein Sommernachtstraum“ ge⸗ geben. Für Mittwoch ist Grillparzers Trauerspiel „Medea“ angesetzt. Im Spielplan der Kammerspiele des Deutschen Theaters sind von Arno Holz' Lustspiel „Sozialaristokraten“ für Dienstag und Sonnabend vorgesehen. Aufführungen von „Terakoya⸗“ und „Kimiko“ finden morgen sowie am Donnerstag und nächsten Sonntag statt. Am Montag wird Hebbels Tragödie „Gyges und sein Ring“ und Mittwoch „Lysistrata“ nach Aristophanes in der Be⸗ arbeitung von Leo Greiner aufgeführt. Für Freitag ist Wedekinds Kindertragödie „Frühlings Erwachen“ angesetzt.

Im Berliner Theater wird morgen, am Dienstag, Donners⸗ tag und Sonnabend „Der Traum ein Leben“, Montag, Mittwoch, Freitag und nächsten Sonntag „Mercadet“ gegeben.

Im Neuen Schauspielhause wird morgen, am Montag, Dienstag und Freitag (7 Uhr) Goethes „Faust“ (I. Teil) in der neuen Inszenierung aufgeführt. Am Mittwoch (8 Uhr) geht zum ersten Male der Schwank „Der Kolonialskandal’ von Fedor von Wund Wolf von Metzsch⸗Schilbach in Szene, dessen erste

iederholungen am Donnerstag, Sonnabend und nächsten Sonntag stattfinden.

Das Lessingtheater hat für nächste Woche folgenden Spiel⸗ plan aufgestellt: morgen abend und Mittwoch: „Der Raub der Sabinerinnen“; Montag: „Rosenmontag“; Dienstag und Donnerstag: „Die Macht der Finsternis“; Freitag: „Rosmersholm“. Am Sonn⸗ abend geht Henrik Ibsens Familiendrama „Gespenster“ zum ersten Male in Szene und wird am darauffolgenden Sonntagabend wiederholt.⸗

Im Schillertheater 0. (Wallnertheater) wird morgen und nächst en Sonntagnachmittag „Stein unter Steinen“, abend „Das Stiftungsfest“ gegeben. Am Montag geht „Der Richter von Zalamea“, Dien tag „Das Opferlamm“ in Szene. Am Mittwoch findet die erste Aufführung von „Julius Caesar“ statt; diese Vor⸗ stellung wird Donneretag, Freitag, Sonnabend und nächsten Sonntag⸗ abend wiederholt.

Das Schillertheater Charlottenburg bringt morgen und nächsten Sonntag, Nachmittags, „Götz von Berlichingen“, morgen abend „Das Dpferlamme, Montag, ttwoch, . Freitag und Sonnabend wird „Ein Teufelskerl“, Dienstag „Ein Fallissement“, nächsten Sonntagabend „Das Stiftungsfest“ gegeben.

Im Theater des Westens wird auch in der kommenden Woche der Spielplan ausschließlich durch die Straussche Operette „Ein Walzertraum“ ausgefüllt; morgen nachmittag wird „Die lustige Witwe“ gegeben.

Im Neuen Theater erfolgt am Donnerstag die erste Auf⸗ führung des Lustspiels „Wahrheit“ von Fitch. Das Stück wird von William Wauer in Szene gesetzt.

Im Lustspielhause bleibt auch für die nächste Woche „Die

Im Friedrich Wilhelmstädtischen Schauspielhause findet am Dienstag die Erstaufführung des vieraktigen Schwanks „Großmama“ von Max Dreyer statt; das Stück wird am Mittwoch und 8 Freitag wiederholt. Morgen sowie am Sonnabend und nächsten Sonntag. abend wird Oskar Blumenthals und Gustav Kadelburgs dreiaktiges Lust⸗ spiel „Im weißen Rößl“ aufgeführt. Die nächsten Wiederholungen von Goethes „Egmont’ finden am Montag und Donnerstag statt. Morgen und nächsten Sonntagnachmittag werden „Der gehörnte Siegftied⸗ und „Siegfrieds Tod“ aufgeführt. 062 Im Hebbeltheater wird auch in der kommenden W täglich Bernhard Shaws Komödie „Der Liebhaber“ gegeben.

Im Königlichen Opernhause wird morgen abend die locf

blaue Maus“ allabendlich auf dem Spielplan.

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