1908 / 251 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 23 Oct 1908 18:00:01 GMT) scan diff

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8 künstlerisch zwar

von Berli Schauspiel in 5 Aufzügen von Goethe. 7 Uhr. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Götz von Ber⸗

Paver Terofal: Gastspiel des Schlierseer Bauern⸗ Ferners. Der Paragraphenschuster. Anfang r.

Lear. Anfang 7 ½ Uhr. Sonntag: Fiesco. Bauer. Operette

nehmungen dienen. Koch hofft, daß ihr die nötigen großen Mittel

zugeführt werden, damit nicht etwa bloß Beihilfen an einzelne Forscher

gegeben werden, sondern an geeigneten Orten vollwertige selbständige

Rünrtchengg für Tuberkuloseforschung ins Leben gerufen werden unen.

Die Galerie Eduard Schulte eröffnet mit einer Vorbesichtigung am Sonnabend, den 24. Oktober, eine große ritz von Uhde⸗Aus⸗ stellung zur Feier des im Mai d. J. stattgehabten 60. Geburtstages des Künstlers. Die Ausstellung bietet mit ihren 70 zum Teil Haupt⸗ werken einen Ueberblick über das gesamte Schaffen des großen Meisters in den verschiedenen Entwicklungsperioden seiner Künst erpersönlichkeit. Nur durch das dankenswerte Entgegenkommen vieler öffentlichen und privaten Galerien war es möglich eine Bilderreihe zu vereinigen, die an Reichhaltigkeit alle bisberigen Uhde⸗Ausstellungen übertrifft⸗ 28 bringt die Galerie Schulte noch 12 Werke von Gustav Schön⸗ eber sowie Bilder von Arnold Böcklin †, August Kahle⸗ Gottfried Kallstenius, Albert Lamm, Arthur Schüler, Theodor Winter, Ed. Zetsche und Plastiken von Karl Hilgers und Hugo Kaufmann.

Verkehrsanstalten. 1“

Laut Telegramm aus Ratibor ist die Post aus Wien, die heute früh in Berlin fällig war, wieder infolge von Zugverspätung ausgeblieben.

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus. 8. Enrico Caruso setzte gestern sein am Dienstag mit so starkem Erfolg begonnenes Gastspiel in der hier schon wiederholt ge⸗ sungenen Partie des Radames in Verdis Oper Aida“ fort. Was sich am ersten Abend zu aller Freude schon geleigt halte, daß der Gast in diesem Jahre ganz besonders gut disponiert ist, kam auch seinem Gesang an diesem zweiten Abend sehr zu statten. Welch ein Unterschied zwischen dieser und der gesangs⸗ ebenso vollendeten, stimmlich aber weit matteren Leistung des vergangenen Herbstes! Diesmal schöpfte Caruso aus dem Vollen und gab in dem großen Duett des dritien Aktes mit Aida sein Bestes. Die Hoffnung, ihn hier wieder im Verein mit Fräulein Destinn, wohl der bedeutendsten Aida, die es zur Zeit gibt, singen zu hören, erfüllte sich leider diesmal nicht, da die Künstlerin

8 wegen Unpäßlichkeit hatte absagen müssen. Fräulein Salvatini Jean

de Reszkes verheißungsvolle Schülerin, deren jugendliche, freilich

noch unentwickelte Kraft sich das Königliche Opernhaus ge⸗

sichert hat, sang an ihrer Stelle. Sie konnte naturgemäß Fräulein Destinn nicht ersetzen, bestand aber mit allen Ehren. Als Amonasro bestätigte Herr Scotti lediglich den Eindruck, den er am Dienstag hinterlassen hatte Gesang und Darstellung waren von künstlerischem Geist erfüllt, aber die Stimme hat die Reize, die ihr fruͤher vielleicht eigen waren, zum größten Teil abgestreift. Im übrigen wies das Werk die bekannte treffliche Besetzung auf. Der Beifall hatte jenen stürmischen und explosiven Charakter, der ein Merkmal der Caruso⸗Gastspiele ist.

Schillertheater Charlottenburg.

Daß Richard de Beer⸗Hofmanns Trauerspiel „Der Graf von Charolais“ dem Publikum des Charlottenburger Schiller⸗ theaters bei seiner gestrigen Erstaufführung nicht besonders zusagte, ist nicht verwunderlich. Als das Stück vor vier Jahren auf der damals von Reinhardt geleiteten Bühne des Neuen Theaters erschien, wurde an dieser Stelle auf die Schwächen des Werkes aufmerksam

emacht, das so gut wie keine Handlung aufzuweisen hat. Seine

eize liegen ausschließlich in einem sorgsam gepflegten Dialog; im übrigen wirkt sein wunderliches Gemisch ver⸗ schrobener Empfindungen und glühender, fast lüsterner Sinn⸗ lichkeit eher abstoßend als anziehend. Dem Publikum des Schiller⸗ theaters schien das Gebaren der Figuren des Stückz, die zwischen den Leidenschaften hin⸗ und hertaumeln, schwer begreiflich, und die Fein⸗ heiten der Sprache gingen in dem jeder intimen Wirkung abholden, weiten Raum des Hauses verloren. Max Pategg (Rochefort), Heinz Bernecker (Romont) und Fanny Wolf (Barbara) etwa ausgenommen, war die Darstellung auch nicht hervorragend; für die gräfliche Titel⸗ rolle eignete sich Heer Gerhard gar nicht, und in der einst von Rein· hardt meisterlich gespielten Rolle des „roten Itzig“ verdarb sich Herr Legal die Wirkung durch Uebertreibungen.

Im Königlichen Opernhause gibt als dritte und letzte Gast⸗ rolle Herr Enrico Caruso morgen, Sonnabend, den Rudolf in Puc⸗ cinis „Bobome“. Die Besetzung der übrigen Hauptrollen ist folgende: Mimi; Fräulein Farrar; Musette: Fräulein Easton; Marcel: Herr

Krohne und vom Justizministerium der Geheime Oberjustizrat Plaschke

gestrige Familienfest im Kaiserhause. Hierauf gab der Landforstmeister Waechter einen Bericht über die Wirksamkeit der Zentralstelle. Die Neuregelung der Polizeiaufsicht über Strafentlassene hat, wie er ausführte, insofern eine wesentliche Mitwirkung zugesagt ist. Es ist naturgemäß, daß für die Frage der kommt; es haben sich im reits gegen nahme des Ausweisungsbefehls gemeldet, und es sind etwa 400 der Petenten in Pflege genommen worden. Ein ebenfalls freudiges Ereignis ist die Neuregelung der Invalidenversicherung der Gefangenen. Auf Ersuchen des Oberpräsidenten ist dem Redner mit eteilt worden, daß in den letzten 12 Monaten 448 Jugendliche vom 8

zur Besserung der Strafgefangenen untergebracht worden sind und daß sich die hierfür aufgewandten Kosten auf 15 300 belaufen haben; für jeden der als weit über 100 ausgeben müssen. Zur Herbeiführung einer allseitigen Mitarbeit in den Vororten Berlins auf dem Gebiet der Entlassenen⸗ fürsorge hat sich auf Anregung und unter der Leitung des dortigen

Scotti, als Gast; Schaunard: Herr Bronsgeest; Collin: Herr Bach⸗

Theater.

Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern⸗ haus. 55. Billettreservesatz. Das Abonnement, die ständigen Reservate sowie die Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Letztes Gastspiel des Herrn Enrico Sonnabend:

„La Vie de Bohème“ in vier Bildern von fang 8 Uhr. G. Giacosa und L. Illica. Deutsch von Ludwig

Leitung: Kapellmeister Blech. Regie: Herr

Regisseur Braunschweig. (Rudolf: Signor Enrico

F Sern vntong⸗ 8 etropolitan Operahouse in New York, als te).

Anfang 7 ½ Uhr. g Anfang 8 Uhr.

Schauspielhaus. 231. Abonnementovorstellung. Der G'wissenswurm. Bauernkomödie in vier Auf,ügen von Ludwig Anzengruber. Regie: Herr Regisseur Patry. Anfang 7 ½ Ühr.

Neues Operntheater. Unter Leitung des Direktors Xaver Terofal: Gastspiel des Schlierseer Bauern⸗ theaters. Der Paragraphenschuster. Länd⸗ liches Volksstück mit Gesang und Tanz in man. vier Akten von Benno Rauchenegger und Konrad Dreher. Musik von Emil Kaiser. Ein⸗

Gespenster.

studiert vom ec. Baver Hofschauspieler Konrad Sonnabend, Abends 8 Uhr: Stein unter Eteinen.

uspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der rote Leutnant. Sonntag, Abends 8 Uhr: Der Montag, Abends 8 Uhr: Das Stiftungsfest.

Charlottenburg. chingen mit der eisernen Hand. Der Graf von C Anfang von Richard Beer⸗

Dreher. Anfang 8 Uhr. Scha Sonntag: Opernhaus. 220. Abonnementsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Rienzi. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. 232. Abonnementsvorstellung. Dienst, und Freiplätze sind aufgehoben. Götz

Neues Operntheater. Unter Leitung des Direktors lichingen.

Charolais.

Sonnabend:

Deutsches Theater. König

Kammerspiele.

Sonntag: Clavigo. ¹

nenues Schauspielhaus. Sonnabend: Faust. (Erster Teil) Anfang 7 ¼ Uhr.

Hebbeltheater. (Königgrätzer Straße 57/58.)

Sonntag, den 25. Oktober: Abschiedsvorstellung: Hartmann. Musik von Giacomo Puccini. Musikalische La Dame aux Camélias, sch stellung

Berliner Theater. Sonnabend: Der Clown.

Hofmann.

Sonntag, Abends 8 Uhr: Julius Caesar. Montag, Abends 8 nb8 1

Theater des Westens. (Station: Zoologischer Garten. Kantstraße 12.) Sonnabend: Der fidele Abends 8 Uhr: 2

mann; Bernard: Herr Krasa; Alcindor: Herr Dahn. Musikalisch leitet der Kapellmeister Blech das Werk. 8

Im Königlichen Schauspielhause haben die Proben zu „Kaiser Heinrich der Sechste“’, Tragödie in fünf Aufzügen von Chr. D. Grabbe, begonnen. Das Werk wird voraussichtlich am 7. oder 9. November zum ersten Male in Siene gehen. Morgen, Sonnabend, wird Anzengrubers „G'wissenswurm“ zum ersten Male wiederholt. In den Hauptrollen wirken die Herren Vollmer, Pohl, Sommerstorff, Zimmerer, Nesper, Mannstädt, Geisendörfer und die Damen May, von Mayburg und Butze mit.

(Der Konzertbericht befindet sich in der Ersten Beilage)

Mannigfaltiges. Berlin, 23. Oktober 1908. 1

Hauptgegenstand der Beratung war in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten eine Vorlage des Ma istrats, betreffend die Aufstellung einer Statistik der Arbeitslosen. Die Vorlage ver⸗ langt: 1) Ausbau der Statistik des Mitgliederbestande's der Krankenkassen und der Einführung betriebsindividueller Monats⸗

nachweisungen. 2) Arbeitslosenzählungen in städtischen Schul⸗ räumen; zum ersten Mal Mitte November d. J., sodann Mitte Februar, Mai und August. 3) Berücksichtigung der Teilstatistiken von Axbeiterfachverbänden. Von sozialdemokratischer Seite wurde dem Unternehmen an zugestimmt, gleichzeitig aber be⸗ mängelt, daß die Zählung, wie vorgeschlagen, nicht von Haus zu Haus vorgenommen werden solle. Die Stadtvv. Henbeig und Goldschmidt sprachen im Sinne der Magistratsvorlage. Zum chluß nahm noch der Stadtrat Weigert namens des Magistrats das Wort und begründete noch einmal den Standpunkt des Magistrats. Er sprach dabei die Versicherung aus, daß die Art der Zählungen gewiß verbessert würde, wenn die erste Probe ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis zeitigen sollte. Nach einigen persönlichen Bemerkungen wurde dann die Vorlage angenommen. Eine zweite Magistratsvorlage betraf den Durchbruch der Lindenstraße nach dem Spittelmarkt. Der Magistrat hat infolge der immer erheblicher werdenden Belastung der Leipziger Straße zwischen Jerusalemer Straße und Spittelmarkt dem von der Tiefbaudeputation bereits im Jahre 1906 angenommenen Projekt der Durchlegung der Lindenstraße nunmehr seine Zustimmung Fegehen und heantragte nun solche auch seitens der Versammlung. Die orlage wurde ohne Debatte angenommen.

Der Provinzialverband der Brandenburgischen Für⸗ sorgevereine für entlassene Strafgefangene und die entralstelle für das Gefangenenfürsorgewesen der rovinz Brandenburg hielten gestern, Donnerstag, unter dem orsitz des Landforstmeisters a. B. Waechter im Reichstags⸗ gebäude ihre diesjährige Hauptversammlung ab, in der, an⸗ knüpfend an die gehaltenen instruktiven Vorträge, ein reger, auf Er⸗ fahrungen begründeter Meinungsaustausch stattfand. Der Besuch war überaus zahlreich und bestand fast durchweg aus Strafvollzugs⸗ beamten (Staatsanwälten, Richtern, Geistlichen und Gefängnisbeamten) aus Berlin und den Vororten Potsdam, Brandenburg a H., Luckau, Friedeberg, Neu⸗Ruppin, Senftenbera, Kotthus, Prenzlau, Sonnen⸗ burg, Frankfurt a. O., Spandau, Guben. Eberswalde und Sorau. Von Vertretern der Regierung bezw. der in Frage kommenden Instanten waren vom Ministerium des Innern der Geheime Oberregierungsrat Dr.

ugegen. Der Präsident eröffnete die Versammlung mit einer kurzen egrüßung und gedachte mit dankbarem Gefühl Seiner Majestät s Kaisers und der Kaiserlichen Familie unter Bezugnahme auf das

Aenderung erfahren, als den Fürsorgeorganen eine

hauptsächlich Berlin in Betracht h abgelaufenen Berichtsjahre be⸗ 700 Sträflinge mit der Bitte um Zuräck⸗

Ausweisung

erliner Verein

Schiffsjungen untergebrachten Knaben hat der Verein

aufsichtführ

en Richters, Amtsgeriöhtsrats Dr. Munk in R.

eine neue Ortsgruppe gebildet, und sind weitere Gruppen in

und Weißensee im Entstehen begriffen. Der Provinnal Pan jetzt 37 Vereine. Nach Erstattung des Tätigkeitsbe,

Wirkliche Geheime Oberregierungsrat, Professor Dr. Post in ei lichwollen Vortrag einige Erfahrungen aus seiner Täti als Vertrauensmann in der Strafanstalt Moabit. erhält er bei seinem Besuch einen Zellenschlüssel ausgehändigt tar sich dann nach Belieben in die einzelnen Zellen begeben und dort vier Augen mit den Gefangenen wegen ihrer Fürsorge Rück prache nehmen Aus den belehrenden Schilderungen ging hervor, wie stark der

nach Freiheit bei allen Gefangenen vorhanden ist und der Wunsch Betätigung, aber gleichzeitig auch der Wunsch, in Berlin bleiben n können. Die meisten Verbrechen seien Eigentumsverb echen, . gegangen aus der großen Arbeitslosigkeit, wodurch piele durch Schul⸗ 8 machen und rücksichtsloses Drängen der Gläubiger Diebe geworden Die angeführten Beispiele waren tieferschütternd. Von großem Vo wäre nach Ansicht des Vortragenden, wenn sich unmittelbar am Ge⸗

fängnis das Bureau des Berliner Bereins

befände, von wo ous der

entlassene Strafgefangene sogleich in Arbeit gebracht werden

Auf dem eine Stunde währenden Wege sei die Versuchung viel groß. Der Redner gedachte in anerkennenden Worten der heutiger

in

inrividuellen Behandlung des Jahaftierten von der Stunde der Ein⸗

lieferung bis

zu seiner Entlassung von seiten der Anstaltz.

beamten, beklagte aber auch anderseits die mangelnde Lehe

und das geringe Interesse der lichen Gefangenen. Am

Angehörtigen der beklagenswertesten sind die

bbelichen Sträflinge, von denen Moabtt 9:% zablt. Zam Sani trat der Vortragende für mehr Mann an Bord für dee Fürsorge⸗

tätigkeit ein.

In der sich an den mit vielem Beifall aufgenommenen

Vortrag knüpfenden Diekassion wurde hauptsächlich für eine Zentrali. satton des Arbeitsnachweises eingetreten und mehrere recht praktische Vorschläge gemacht. Der zweite Vortrag, gehalten von der Leiterm der Abteilung für Familienfürsorge, Frau Landgerichtsrat Langer⸗ hans, behandelte in anschaulicher Weise die Aufgaben hdei der Gefangenenfürsorge. Die Vortragend⸗ legte dar, wie in unserer Zeit, die in immer erhöhterem Maße ihr Interesse der Linderung des sozialen Elends zuwendet, die Beseitigung der moralischen und physischen Scäden der unteren Gesellschꝛftsklassen im Mittel⸗ punkte des Interesses steht, auch die Fürsorge für die Gefangenen und

die für ihre Angehörigen neues Leben gewonnen habe.

hans betonte,

rau Langer⸗

daß die Familienfürsorge während der Gefängnisbaft

des Ergährers bei diesem nicht etwa das Gefühl erwecken soll, daß für die Seinen gesorgt wird, sondern der Gefangene soll nur von dem Bewußtsein durchdrungen sein, daß sein Haushalt und die Seinen in einem Zustand erhalten werden, der es ihm ermöglicht, sie nach seiner Entlassung wiederzufinden, damit er ihnen durch ehrliche Arbeit eine geordnete Existenz gründen könne. Die Vortragende, die seit 1901 den Vorsitz in der Abteilung für Familienfürsorge über⸗ nommen, hat diesen Zweig der Vereinstätiakeit von neuem wieder belebt, vertieft und ausgedehnt, sod ß berechtigte Hoffnung für eine weit segens⸗

reichere Zukunft besteht.

Die Art und Weise der individuel'n Be⸗

handlung jedes einzelnen Falles geben hierfür die beste Gewähr. In erschöpfender Weise gab die Vortragende an der Hand des hierfür verwendeten Materials ein Bild von der Tätigkeit dieser Familien⸗ abteilung. An den Vortrag, der allgemeine Anerkennung fand, schloß sich gleichfalls eine anregender Meinungsaustausch.

An der Handelshochschule Berlin findet nach einer Be⸗ kanntmachung des Rektors die letzte diesmalige Immatr kulation am 31. Oktober statt. Für solche Vorlesungen, die bereits vorher be⸗ ginnen, wird den Studierenden, die sich zur Immatrikulation gemeldet haben, die vorläufi e Hörerlaubnis erteilt. Nach dem genannten Tage können Immatrikulationen nur aus besonderen Gründen erfolgen.

Damen, die sich dem Ehrendienst der Kindervolksküchen widmen möchten, indem sie wöchentlich einmal den Kindern das Essen in der Zeit von 12 bis 2 Uhr Mittags darreichen, we den ge⸗ beten, ihre Adressen an Ihre Exzellenz Frau Staatminister Dr. von Studt (Kurfürstendamm 242) einzusenden.

Brüssel, 23 Oktober. (W. T. B.)

Gestern nacht gegen

12 Uhr brach infolge Kurzschlusses in dem Giebel des hiesigen

Hauptpostgebäudes Feuer aus.

Binnen kurzem nahmen die

Flammen eine erhebliche Ausdehnung an. Die Telegraphendrähte des internationalen Dienstes schmolzen. Um 1 ¼ Ubr war das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Es wurden sofort Maßregeln ergriffen, um

einer Unterbrechung des internationa

zubeugen. 5

Tiefland.

Georges Feydeau.

Girardi: Bruder Straubinger.

Lessingtheater. Sonnabend, Abends 8 Uhr: 3 Akten.

Soantag und folgende Tage: Bruder Strau⸗ Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. binger. aaes 1 8 86 Sonntag, Abends 8 Uhr: Vater.

Montag, Abends 8 Uhr: John Gabriel Bork⸗

8.

(EFortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage)

Komische Oper. Sonnabend, Abends 8 Uhr:

Lustspielhaus. (Friedrichstraße 236.) C Sastspiel von Mme. Sarah abend, Abends 8 Uhr: Die Tür ins Freie. Caruso. Bohème. Sienen aus Henry Murgers Bernhardt: Adrienne Lecouvreur. An⸗

Residenztheater. (Direktion: Richard Alexander.)

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Kümmere Dich um Amelie. Schwank in 3 Akten (4 Bildern) von

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Gastspiel Alegander

Operette in

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Immer oben auf.

Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhef Schillertheater. 0. (Wallnertheater.) Friedrichstraße) Sonnabend: Die Liebe wacht.

Konzerte. Familieutag.

Erstes Konzert des Russischen harolais. Trauerspiel in 5 Akten

Der Graf von

von Leo Fall. Anfang 8 Uhr.

Liederabend von Tilia Hill.

Singakademie. Sonnabend, Abends 8 Uhr:

Trios: Vera

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Maurina, Michael und Josef Preß.

Saal Bechstein. Sonnabend, Abends 7 ½ Uhr: 2. Liederabend von George Meader (Tenor).

Berthoven⸗Saal. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Klavierabend von Michael von Zadora.

Klindworth⸗Scharwenka⸗Snal. Sonnabend, 1. . Konzert von Heurik Bolin, Sonntag, Nachmittags 3 ¼½ Uhr: Bei halben Lieder zur Laute.

Sonnabend: Frühlinge Erwach Anfang Preisen: Die lustige Witwe. Operette von Franz Ubr bling Erae Bluüͤthner-Saal. Sonnabend, Abends 8 Uhr:

Birkus Schumann. Sonnabend, Abends prät. 7 ½ Ubr: V. Grande goirée High Life, Galaprogramm. Neue Debuts und zum ersten Male der Oeffentlichkeit vorgeführt: Hochinteressante Novität: John, der mehrfach prämilerte Volizei⸗ hund, dresfiert u. vorgefühet von Herrn Bonel I.

er Verbrecher wird dargestellt von Herrn Bonel II.).

uffa, das afrikan. Dromedar, in der hohen Schule dressiert und geritten von Mr. Florio. Clown Armando und das boxende Känguruh. 36 Original⸗Marokkauer. Direktor Albert Schumann mit seinen 16 Rekruten. Ferner: Die für hier vollständig neuen Spezialitäten sowie sämtliche Künstler, Damen und Perren, in ihren Glanzleistungen. Sonntag, Nachmittags 3 ½ Uhr, Ein Kind frei!

Familiennachrichten.

Verlobt: Frl. Leontine Eggeling mit Hrn. Ober⸗ leutnant Winfried Neumann (Goslar Thorn).

Verehelicht: Hr. Major Karl von Dunker mit Hedwig Freiin von Wangel (Sehmen, Ostpr.). Hr. Dr. Alfred Ritter von Lindheim mit Mar⸗ garete Freiin von Maltzahn (Wien Dresden).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Kapitänleutnant Pochhammer (Windeby bei Eckernförde). Hrn. Hauptmann Ernst Wilcke (Magdeburg). Eine Tochter: Hrn. Amtsrichter Dr. Schlichting (Rosenberg O.⸗S.).

Gestorben: Hr. Landesältester Eugen von Lucke (Groß⸗Kloden).

Verantwortlicher Redakteur: J. V.: Weber in Berlin. Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagt⸗ Anstalt Berlin SW., Wülbelmstraße Nr. 32.

Acht Beilagen (einschließlich Börsen⸗Be

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Deutschen Reichsanzeiger

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Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf voll Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutu

Berlin, den 23. Okrober 1908.

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18 00 18,00 15,00 15 00 16 00 17,40 16,00 16,00 17,85 17, 85 13,30 13,70 13 70 14,00

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Hafer. EL1u“ 16,60 15,80 15 80 16,00 16,00 14,00 14,20 14 40 14 6) 14 990 15,40 15 50 16,00 15,30 15,50 15 70 15 90 14 40 14,40 14 80 14,80 15 2 15,60 15,75 15,75 16,35 16,35 15,50 16,00 16 00 16,50 A 16,00 16,00 17,20 17,20 17 40 17,40 14 00 14 80 15,00 15 40 15,60 15 70 15 80 16,00 16 00 18,20 16 20 16.40 16 60 16,60 16,90 16,90 17,00 17,00 16,40 16 40 15,70 15,70 17,78 17,78 15 00 16,00 .

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Kaiserliches Statistisches Amt. J. V.: Dr. Zacher. 8—

ng, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, da

Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkauft dem Doppelzentner (Preis unbekannt)

4 vori Du Se-gs rei

für Durch 1 Doppel⸗ schnitts.

15,75 16,20 14,10 14,40

14,40 14,80 15,40 15,70

16,00 16,50 16,00 16,00 17,00 17,10

15,68 15,98 16,16 16,40 16,50 16,90 17,40 16,40

17,78 . V .

e Mark abgerundet mitgeteilt. Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten 8 berechne

ß entsprechender

Selbstkostenpreise abgegeben worden:

Land⸗ und Forstwirtschaft.

Zur Hebung der Landeskultur sind im Rechnungsjahre 1907 an einden und öffentliche Anstalten, Privatgrundbesitzer und Wege⸗ uverwaltungen aus den Staatsforsten an Holzpflanzen zum

Nadelholz

Hunderte

31 765 54 33 472004 21 07478 21 694 29

Laubholz zusammen

in der Provinz

Ostpreußen ue“ 8 1 lg. 5 le 8 u Heenhenen 8 576 14 016, 89 14 592 89 ommern .. 59o01 62 6 677 4 7 17903 osen. 256: 44 10 446 32 10 710/76 Schlesien 193 19 15 715/ 49 15 908 68 Sachsen . . . . . . . 286 12 10 328 0 10 614 20 Schleswig⸗Holstein . . . 24 30 130776 155,06 Hannover . . . . 1 105,46 64 374 011 65 479 47 ““ 633 66 3 18951 3 823,17 Felen Kafau⸗ 88 288 44 18 74441 19 68285 inprovinz .. 370 35 4 864 76 5 235,11

Zusammen 207 897, 35

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Die rumänische Viehzucht im Jahre 1907.

Die Viebzucht Rumäniens steht noch lange nicht auf der Höhe und hat daber bis jetzt Ergebnisse aufzuweisen gehabt, die nicht ein⸗ mal für den Inlandskonsum ausreichend sind. Die Verantwortung für dieses Uebel fällt der bäuerlichen Bevölkerung zur Last. Letztere, der über 90 % des Viehstandes im Lande zu eigen ist, hat es noch nicht gelernt, die reichen Erwerbsquellen, welche die Haustiere bieten, zu erschließen. Statt durch rationelle B handlung zur Vermehrung und Wredelung der verschiedenen Arten beizutragen, arbeitet man aus Sorglosigkeit, wie aus Unverstand, der übergroße Anstrengungen von den Tieren fordert, geradezu auf eine Degeneration der Rafsen hin So hat das Vieh in Rumänien ein gequältes Dasein. Vor der Zeit wird es in den Dienst des Menschen gestellt und muß darin bis zur äußersten Altersgrenze verharren, ohne daß ihm die nötige Pfl ge dafür zuteil wird. Die Armut des Bauern ist freilich mit daran schuld. Im Sommer sind die Tiere meistens auf Brache oder Stoppelweide angewiesen, während sie im Winter, wenn sie nicht überbaupt draußen bleiben, bei Regen und Kälte. in schlechten Schuppen mit Getreide⸗ und Maisstroh notdürftig unterhalten werden. Im Jahre 1907 haben sich diese traurigen Zustände eher ver⸗ schlechtert. Die schwache Ernte und die große Dürre sind nicht ohne Einfluß geblieben. Zunächst war es der lange Winter 1906,07, der das Vieh bereits in stark geschwächtem Zustande erst Mitte April an die Feldarbeit kommen lic Bei der Härte des Bodens konnten die Ochsen vielfach den Pflug nicht zieben, sodaß die Bestellung der Felder Schaden nabm. Mangel an Futter bildete dann später die Frucht dieser unglücklichen Verhältnisse.

Rindvieh. Das an und für sich vorzügliche rumänische Rind verdankt der im vorstehenden geschilderten Mißwirtschaft seine Spät⸗

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reife. Erst im 4. Jahre kann es durchschnittlich als ausgewachsen betrachtet werden. Die Kuh ernährt fast immer nur ihr Kalb, ohne einen namhaften Ueberschuß an Milch zu geben. will freilich die Regierung abhelfen, die damit umgeht, 30 Molkereien in Rumänien zu errichten, und, abgesehen von dem materiellen Nutzen, vorbildliche Betriebe damit schaffen will. Es ist indessen nur geringe Aussicht vorhanden, daß der wohlgemeinte Plan auch entsprechende Früchte trägt. Der Bauer versteht es vor läufig nicht, eine Milchkuh sachgemäß zu versorgen. Was die Fleisch⸗ produklion anlangt, so wird wenig Aufmerksamkeit darauf verwendet. Vor allem fehlt es an einer Organisation, die systematisch diesen Er⸗ werbszweig in verständige Bahnen leitet und fördert. Kein Fleischer kauft auch das Vieb aus dem Stalle. Auf den Sonntagsmärkten in den größeren Gemeinden wird meistenteils das Geschäft gemacht, und die Ware geht von Hand zu Hand ohne vorher gewogen zu sein. Trotz alledem waren die Fleischpreise im Vergleich zu anderen Ländern nicht übermäßig hobe. Je nach der Größe des Ortes stellte sich das Kilogramm Rindfleisch, von der Hauptstadt natürlich abgesehen, auf —aedana hucht, liegt es mit der Schweine Aehnlich, wie mit der Rindviehzucht, liegt es mit der ne⸗ zucht. dech Preise für Ferkel wechselten zwischen 2— 3 Lei Natür⸗ lich richtet sich dies auch nach der Zahl der Viehstücke, welche die ein⸗ zelnen Bezirke des Landes aufzuweisen haben. Die schweinereichsten Gegenden sind Im Westen des Königreichs gelegen. So entfallen auf 8 Mebedintz je 23, auf Välcea je 21, auf Gorjiu und Doljiu je 20 Schweine auf 1 qkm. Fette Schweine sind billiger geworden. Das Kilogramm Schweinefleisch kostete zu Ende des Jahres 1907 etwa 1 Fr Schweineseuche trat im Sommer wieder verhältnismäßig viel auf und gab mit Veranlassung zum Sinken der Preise.