Mannigfaltiges. Berlin, 24. November 1908.
Rettungstätigkeit unter dem Roten Kreuz. Das be⸗ klagenswerte Brandunglück in Donaueschingen am 5. August 1908 ist geeignet, die allgemeine Aufmerksamkeit erneut auf die dauernde Bereitschaft der Deutschen Vereinsorganisation vom Roten Kreuz, bei Unglücksfällen jeder Art helfend einzugreifen, zu lenken. Der Badische Landesverein vom Roten Kreuz hatte nach einer von ihm hber⸗ ausgegebenen Darstellung unmittelbar nach dem Eintreffen der Unglücks⸗ post folgendes angeordnet: Von 11 telegraphisch aufgeforderten frei⸗
willigen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz erschienen in kurzer 8 150 Mitglieder zur Hilfeleistung, bei welchen sich u. a. deren ertigkeit in Improvisationsarbeiten sehr bewährte. 100 Lagerungs⸗ einrichtungen wurden sofort abgesandt, 20 solche vom Eisen⸗ werk Singen durch Vermittlung der dortigen Sanitätskolonne als Geschenk angenommen, 100 weitere Bettstellen einer Fabrik in Auf⸗ rag gegehben. Die städtische Festhalle wurde als Unterkunft herge⸗ ichtet. Schon am Abend des 6. August waren 38, am folgenden Tage weitere 12 Feldbettstellen aufgeschlagen; Strohsäcke wurden ge⸗ topft, Bettzeug vom Zweigverein vom Roten Kreuz zu Konstanz be⸗ chafft. Nach kurzer Zeit gab es keine Obdachlosen mehr. Auch wurde eine Rettungswache eingerichtet, die in den ersten Tagen in 22 Fällen in Anspruch genommen wurde. 3
Bei den Aufräumungsarbeiten waren stets mehrere Sanitäts⸗ kolonnenmitglieder mit Verbandzeug und Tragen zugegen. Ein ver⸗ schütteter Knabe wurde durch sie vom Tode errettet; ein anderer konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Auch bei verschiedenen anderen Verletzungen griffen die Kolonnenmitglieder helfend ein. Demnächst wurde für die getrennte Unterbringung der einzelnen Familien in gesunden Wohnräumen gesorgt, wozu u. a. das
entralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz eine
große Holzbaracke mit doppeltem Fußboden und Isolier⸗ wänden für fünf Familien lieferte. Vier weitere ähnliche Baracken wurden auf Veranlassung des Landesvereins erbaut. Für die Verwendung der vom deutschen Zentralkomitee vom Roten Kreuz weiter zur Verfügung gestellten Baracken lag ein Bedürfnis nicht mehr vor. Eine Sammlung von Geld penden wurde eingeleitet. Die werkfätige Fürsorge für die Verunglückten setzt der Badische Landes⸗ verein bis auf weiteres fort.
So reiht sich die Hilfstätigkeit des Badischen Landesvereins vom Roten Kreuz bei Donaueschingen würdig denjenigen Verdiensten an, welche sich die Formationen und insbesondere die Sanitätskolonnen anderer Landesvereine vom Roten Kreuz bei der Ueberschwemmung in Westpreußen 1888, bei der Bekämpfung der Cholera 1892 und 1894, bei dem Brandunglück bei Ilsfeld 1904, bei der Roburitexplosion bei Annen 1906, bei dem Unglück auf Grube Rheden 1907, beim Turnfest in Frankfurt a. M. 1808 und bei vielen anderen ähnlichen Gelegen⸗ heiten erworben haben. Im Jahre 1907 hatte die deursche Vereins⸗ organisation vom Roten Kreuz rund 183 000 Fälle von Hilfeleistungen aufzuweisen.
In der Tat erscheint die Deutsche Vereinsorganisation vom Roten Kreuz wie keine andere geeignet, einen erfol reichen Rettungs⸗ und Hilfedienst bei Unglücksfällen jeder Art zu gewährleisten. Zwar ist die grundlegende Bestimmung der Organisation die Unterstützung des Krtegssanitätsdienstes, aber mit den Vorbereitungen hierzu geht die Ausübung des Rettungsdienstes im Frieden Hand in Hand.
In straffe militärische Ordnung eingewöhnt, gleichmäßig ein⸗ gekleidet, von Aerzten sorgfältig ausgebildet, in praktischen Uebungen geschult, mit Rettungematerial wohl ausgerüstet, gegen Unfall⸗ und Haftpflicht geschützt, beseelt von hingebender Pflichttreue für die frei⸗ willig übernommenen humanitären und vaterländischen Aufgaben, so stehen die freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz, die Ge⸗ nossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege und einige zum Roten Kreuz gehörige Samaritervereine jederzeit hilfsbereit da; sie sind gruppiert in selbständige Landesvereine und in diesen von bewährten, mit den Reichs⸗ und S'antsbehörden in enger Fühlung stehenden Vor⸗ sälkden geleitet, dabei aber zwecks einheitlichen Wirkens in dem über ein reichhaltiges Depot von Materialien verfügenden Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz als einer gemeinschaftlichen Vertretung verbunden. In dieser Verfassung dürften die zum eigent⸗ lichen Hilf⸗dienst bestimmten und eingeübten deutschen Männer⸗ formationen vom Roten Kreuz mit ihren zur Zeit rund 65 000 Mit⸗ gliedern eine Organisation darstellen, welche nach einheitlichen Grund⸗
hat Julius Einödshöfer mit seiner Kapelle übernommen.
“
aber dennoch nicht übermäßig zentralisiert, die
* sätzen arbeitend, allen Aufgaben des Rettungsdienstes voll
Zuversicht rechtfertigt, gewachsen zu sein. 8 8. *In enger Verbindung mit den Männerformationen aber stehen noch die ebenfalls über ganz Deutschland verbreiteten Frauen⸗ vereine vom Roten Kreuz, in Preußen der Vaterländische Frauenverein, mit ihren rund 3000 Schwestern und der mehrfachen Zahl von Hilfsschwestern und freiwilligen Helferinnen jederzeit hilfs⸗ bereit da.
Auf dem Wohltätigkeitsfest „Mittelmeerfahrt nach Korfu“, das am Dienstag, den 1. Dezember in den Räumen des Neuen Königlichen Operntheaters zum Besten des Vereins „Säuglingskrankenhaus'’ stattfindet, wird a anderen künst⸗ lerischen Darbietungen noch ein Cabaret, in dem Schneider⸗Duncker, Annie Wünsch, Herrmann Klink und Walther Kollo mitwirken, sowie ein großer Festiug der Kunstakademiker veranstaltet. Die Ballmusik 1 Eintritts⸗ karten zu 5 ℳ sind im Hotel Adlon, bei der Hamburg⸗Amerika⸗Linie (Unter den Linden 8), an den Theaterkassen von Wertheim und im Neuen Königlichen Operntheater zu haben.
In der hiesigen chinesischen Gesandtschaft fand, wie die Zeitungen melden, gestern vormittag eine Trauerfeier für den ver⸗ storbenen Kaiser von China und für die verstorbene Kaiserin⸗ Witwe statt, an der die gesamte hiesige chinesische Kolonie teilnahm. Der chinesische Gesandte nahm in einem zu einer Trauerkapelle um⸗ gestalteten Saale des ersten Stocks die Beileidsbezeugungen der zur Trauerfeier Erscheinenden entgegen, unter denen sich die am Berliner Hofe beglaubigten Vertreter der fremden Mächte sowie solche der Reichs⸗ und Staatsbehörden befanden. Un ½2 Uhr erschien der Reichskanzler Fürst von Bülow in Begleitung des stellvertretenden Staatssekretärs des Auswärtigen Amts, Wirklichen Geheimen Rats von Kiderlen⸗Waechter und drückte dem Gesandten sein Beileid aus.
Am Freitag, dem 4. Dezember 1908, Abends 8 Uhr, findet in der Aula des Königlichen Wilhelms⸗Eymnasiums zu Berlin (Bellevue⸗ straße 15) die fünfte Jahresversammlung der Vereinigung der Freunde des humanistischen Gymnasiums statt. Den Hauptvortrag über: „Humanistische und naturwissenschaftliche Bildung“ hat der ordentliche Professor der Philosophie an der Universität Berlin, Geheime Regierungsrat Dr. Aloys Riehl übernommen.
Im Verein für Kunst spricht 8 Uhr, im Künstlerhaus Professor Georg Simmel über „Die Kunst Rodins“. Am Montag, den 30 d. M., hält im Salon Cassirer zum ersten Male in Deutschland der in Däne⸗ mark hochgeschätzte Professor Karl Larsen einen Vortrag in deutscher Sprache über „Kriege und Menschen“. Karten sind im Warenhaus Wertheim, in der Amelangschen Kunsthandlung, im Salon Cassirer, in der Schillerbuchhandlung und an der Abendkasse zu haben.
am Freitag, Abends
Der „Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den preußischen Staaten“ veranstaltet am Donnerstag in der Königlichen Landwirtschaftlichen Hochschule (Invalidenstraße 42) eine große Monatsversammlung. Den Vortrag, Abends 6 Uhr, hält der Baumschulbesitzer H. H. Hermes⸗Zehlendorf über „Nutzobstbau“ (mit Lichtbildern), worauf der Gärtnercibesitzer Nickel⸗Treptow uͤber „Hagelschäden im Sommer 1908“ (mit Lichtbildern) spricht. Mit dieser Sitzung wird gleichzeitig eine Ausstellung von Obst, Gemüse, Chrysanthemen und was die Jahreszeit sonst gärtnerisch Hervorragendes bietet, verbunden sein. Auch Dekorationen in herbst⸗ lichem Charakter und Blumenstücke sind vorgesehen. Die bedeutendsten gärtnerischen Firmen haben zu dieser herbstlichen Schau Einsendungen zugesagt. Die Ausstellung wird am 26., Mittags 12 Uhr, eröffnet und dauert zwei Tage, den 26. und 27. November.
Im Theatersaal der „Ressource zur Unterhaltung“ (Oranienburger Straße 18) findet morgen, Abends 8 Uhr, eine Wohl⸗ tätigkeitsvorstellung (mit anschlirßendem geselligen Beisammen⸗ sein und Tanz) ju Gunsten der Hinterbliebenen der auf der Zeche „Radbod“ Verunglückten statt. Gegeben wird des dustspiel in vier Akten von Paul Lindau „Die beiden Leonoren“. Eintrittskarten für 1,50 ℳ sind bei dem Hausinspektor Brüche (Oranienburger Straße 18)
und bei Herrn Berthold Usener (Grünstraße 17/20) sowie Abends an
der Kasse zu haben. Der Reinertrag wird dem Fonds der Hilfsaktion zugeführt. 8
Im wissenschaftlichen Theater der „Uranla“ (Tauben.
straße) findet morgen ebenfalls eine Wiederholung des Vortrags „Jerusalem, ein Charakterbild der jetzigen Stadt und Umgebung⸗ statt. Der für diesen Abend angekündigte Vortrag des Professors Dr. Buchner: „Das Problem der Gärung', den er gelegentlich des achten Vortragsabends des Wissenschaftlichen Vereins halten wollte, ist auf Mittwoch, den 2. Dezember, verschoben worden. Die bereits für den Vortrag gelösten Billette behalten für den 2. Dezember Gültigkeit.
Hamm (Westfalen), 23. November. (W. T. T.) Wie die Triersche Bergwerksgesellschaft mitteilt, fand gestern nachmittag um 4 Uhr auf der Zeche „Radbod“ eine heftige Explosion statt. Seit Schließung der beiden Schächte sind wiederholt Explosionen in der Grube vorgekommen, die über Tage an dem selbstschreibenden Depressionsmesser und an Bewegungen der Sczachteindeckung erkannt wurden. Die Explosion, die sich gestern er⸗ eignete, war von größerer Heftigkeit. Sie war von einer starken Detonation begleitet und zertrümmerte die Ein⸗ deckung beider Schächte und einen Teil der Einwölbung des Wetterkanals. Der Ventilator hat nicht gelitten, verletzt wurde niemand. Die Vorarbeiten sfür die Wiederaufnahme des Betriebes werden nicht beeinträchtigt. Zur Zeit werden in der Minute 30 chm Wasser in die Gruben eingelassen. Vorauessicht!ich werden am nächsten Mittwoch alle drei Sohlen unter Wasser stehen. Die Gerüchte über Zerstörung der Schachtgebäude sind unwahr. Auch die Annahme, daß die Explosion infolge Sprengung einer Dynamitkammer erfolgte, hat sich nicht bestätigt. 1
Bremen, 24. November. (W. T. B.) Die Rettungsstation
—
Deutschen Gesellschaft zur Rettung iffbrüchiger telegraphiert: Am 23. November von den drei tschen Tjalken „Talkea“ (Schiffer Ulbs), „Wilhelmine“ chiffer Bockhoft), und „Hermann“ (Schiffer Bockhoft), von Ham⸗ rg nach hier bestimmt, sechs Personen durch das Rettungs⸗ ot „Claus Dreyer“ in zwet Fahrten gerettet.
Der Hamburger
Hamburg, 23. November. (W. T. B.) F Staat hat den englischen Dampfer „Federation“, der den Staatsbagger Nr. 12 zum Sinken brachte, wobei drei Mann ertranken, für einen etwaigen Schadenersatz von einer halben Million Mark mit Beschlag belegen lassen. (Vgl. Nr. 276 d. Bl.)
Wien, 23. Novyember. (W. T. B.) Zwischen italienischen Studenten, die für die Errichtung einer italienischen Universität in Triest demonstrierten, und deutschen Studenten kam es heute vormittag an der hiesigen Universität zu einem Zusammen⸗ stoße. Die Italiener sangen die Garibaldihymne, die Deutschen die „Wacht am Rhein“. Während des Handgemenges fielen plötzlich von Seiten der Italiener Revolverschüsse, durch die neunzehn deutsche Studenten mehr oder minder verletzt wurden. Zahlreiche Studenten wurden auch durch Stockhiebe verwundet. Die Italiener wurden schließl'ich aus der Aula verdrängt. Zahlreiche Verletzte haben sich direkt in das Hospital oder in häusliche Pflege begeben, sodaß die Gesamtzahl nicht festgestellt werden kann. Die Universität ist zur Zeit geschlossen. Der Senat berät über die zu ergreifenden Maßnahmen. Die Polizei nahm 23 Verhaftungen vor. Drei der verhafteten Studenten wurden wegen schwerer Körperverletzung dem Landesgericht eingeltefert, während die übrigen zwanzig nach ihrer Vernehmung freigelassen wurden.
New York, 24. November. (W. T. B.) Ein Telegramm aus Little Rock (Arkansas) meldet daß zwei Wirbelstürme gestern mehrere Städte im nordwestlichen Arkansas schwer heimgesucht haben. Dreißig Personen sind tot, diele verletzt, andere werden vermißt.
elgoland der
Sgg2
Es sind Eisenbahnzüge mit Mitteln zur Steuerung der ersten Not
nach den betroffenen Ortschaften abgelassen worden. “
(Fortsetzung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten,
Zweiten, Dritten und Vierten Beilage.)
Theater.
Königliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 249 Abonnementsvorstellung. Fidelio. Oper in 2 Akten von Ludwig van Beethoven. Text nach dem Französischen von Ferdinand Treitschke. Zu Beginn: „Ouvertüre Leonore (Nr. 3)“. Mustkalische Leitung: Herr Generalmusikdirektor Dr. Muck. Regie: Herr Regisseur Braunschweig. (Leonore: ““ aus Cöln, als Gast.) Anfang 7 2
Schauspielbaus. 262. Abonnementsvorstellung. Die Welt, in der man sich langweilt. Lust⸗ spiel in 3 Aufzügen von Edouard Pailleron, über⸗ setzt von Emerich von Bukovicsz. Regie: Herr Regisseur Keßler. Anfang 7 ½ Uhr.
Donnertag: Opernhaus. 250. Abonnements⸗ vorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Tristan und Isolde. (Gewöhnliche Preise.) An⸗ fang 7 Uhr.
Schauspielhaus. 253. Abonnementsvorstellung. Die Rabeneinerin. Schauspiel in 4 Akten von
fresser.
Nora.
Donnerstag: Faust, 1. Teil. Freitag: Faust, 1. Teil. Sonnabend: Julius Caesar.
Hebbeltheater. (Königgrätzer Straße 57/58.) Mittwoch: Hohes Spiel.
Donnerztag: Der Liebhaber.
Freitag: Erde.
Sonnabend: Hohes Spiel.
Berliner Theater. Mittwoch: Der Veilchen⸗ Anfang 8 Uhr.
Donnerstag: Herodes und Mariamne. Freitag: Der Veilchenfresser. Sonnabend: Herodes und Mariamne.
Donnerstag, Abends 8 Uhr: Michael Kramer. Freitag, Abends 7 ½ Uhr: Rosmersholm.
Madame Flirt.
Anfang 8 Uhr
in 3 Akten (4 Blldern) Anfang 8 Uhr.
Amelie.
Mittwoch, Nachmittags Gretel. — Abends 8 Uhr: Sirardi: Künstlerblut. und Moritz.
storch.
Lustspielhaus. (Friedrichstraße 236.) Mittwoch: S Anfang 8 Uhr. 1““ 8 Donnerstag bis Sonnabend: Madame Flirt.
Residenztheuter. (Direktion-Richard Alerander.) Mittwoch: Kümmere Dich um Amelie. Schwank von Georges Feydeau.
Donnerstag bis Sonnabend: Kümmere Dich um
Thaliathenter. (Direktion: Kren und Schönfeld.) 4 Uhr: Gastspiel Jeden Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr:
Lessingtheater. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Doktor Klapper⸗
Blüthner-Saal. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Klavierabend von Marguerite Melville.
Birkus Schumann. Mittwoch, Abends praäͤtise 7 ½ Uhr: Das Sensationsprogramm und Bum⸗ bola, das vielumstrittene Naturwunder. Um 9 ¼ Uhr: das diesjährige große Pracht⸗Manegen⸗ Schaustück: Golo, der ESEeeräuber und Mädchenhändler. Fünf wunderbare Akte und die schöne Schlußapotheose.
Hänsel und
Alexander
Max
Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Antoinette von Bülow mit Hrn⸗ ““ Wilhelm von Krosigk (Wilhelms⸗ aaven).
882 Geboren: Ein Sohn: Hrn. Major Hermann
von Flottwell (Wiesbaden). — Hrn. Achaz Grafen
von der Schulenburg (Beetzendorf) — Hrn. Mejer
Fischer (Neu⸗Ruppin). — Eine Tochter: Hrn.
Nreishauptmannschaft Dresden.
Crnst von Wildenbruch. Anfang 7 ½ Uhr.
Neues Openntheater. Sonntag, Nachmittags 2 ⅛ Uhr: Auf Allerböchsten Befehl: Erste Vor⸗ stellung für die Berliner Arbeiterschaft: Prinz Friedrich von Homburg. Die Billette werden darch die Zentralstelle für Volkswohlfahrt nur an Arbeitervereine, Fabriken usw. abgegeben. Ein Ver⸗ kauf an einzelne Personen findet nicht statt.
Die Ausgabe der Abonnementsbillette für den Monat Dez mber d. J. zu 28 Overn⸗ und 30 Schau⸗ spielvorstellungen findet am 27. und 28. November d. J. von 10 ½ — 1 Uhr Vormittags in der Königlichen Theaterhauptkasse im Königlichen Schauspielhause, Eingang Jägerstraße, gegen Vorlegung des Abonne⸗ mentsvertrages statt, und zwar werden am 27. No⸗ vember nur die Billette zum Parkett und 1. Rang und am 28. November diejenigen zum 2. Rang bezw. Balkon und 3. Rang bezw. 2. Balkon verabfolgt. Gleichzeitig wird ersucht, den Geldbetrag abgezählt bereit zu halten.
Deutsches Theater. Mittwoch: Revolution in Krähwinkel. Anfang 7 ¼½ Uhr. Donnerstag: Der Kaufmann von Venedig.
Kammerspiele. MMiittwoch: Der Arzt am Scheidewege. fang 8 Uhr.
Vonnerstag: Clavigo.
An⸗
Neues Schauspielhaus. Mittwoch: Julius Caescr. Anfang 3 Ub⸗
Schillertheater. 0. (Wallnertheater.)
Mittwoch, Abends 8 Uhr: Die Zwillings⸗ Hehbe. Lustspiel in vier Aufzügen von Ludwig Fulda.
Donnerstag, Abends 8 Uhr: Das Opferlamm.
Freitag, Abends 8 Uhr: Der schwarze Kavalier.
Charlottenburg. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Die Braut von Messina. Ein Trauerspiel mit Chören
von Friedrich Schiller. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Die Zwillings⸗ schwester. Freitag, Abends 8 Uhr: Der Familientag. Theater des Westens. (Station: Zoologischer Garten. Kantstraße 12.) Mittwoch, Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. — Abends 8 Uhr: Der sidele Bauer. Operette von Leo Fall. Donnerstag: Der sidele Bauer. * Freitag: Der sidele Bauer. ZII onnabend, Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. — Abends 8 Uhr: Der fidele Bauer. 2 s
Komische Oper. Mittwoch: Die verkaufte Braut. Anfang 8 Uhr.
Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. mUSnatag: Zum ersten Male: Zaza
“
Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof Friedrichstraße.) Mittwoch: Die Liebe wacht. Anfang 8 Uhr.
Donnerstag bis Sonnabend: Die Liebe wacht.
— 18“ önigliche Hochschule für Musik. Mitt⸗ woch, Abends 8 Uhr: 4. Konzert des Groß⸗
Russischen Balalaika⸗Orchesters. Leitung: Bafil v. Andreeff. 6 8
—
“ Singakademie. Mittwoch, Abends 8 Uhr: 2. Konzert von Robert Zeiler, Konzertmeister der Königlichen Kapelle in Berlin mit dem Blüthner⸗Saal⸗Orchester.
8
Saal Bechstein. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Lieder⸗ und Balladenabend von Hermann Gura, Kammersänger.
Beethoven-⸗Saal. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Liederabend von Susanne Dessoir. Am Klavier: Bruno Hinze⸗Reinhold.
Mozart-Saal. Mittwoch, Abends 8 Uhr:
Liederabend von Gustav Adolf Heuckels. 82 8 8 “ 88 88 —
Kreisdirektor und Kammerherrn Dedo von Krofigk (Bernburg). — Hen. Regierungerat Fritz von Hasselbach (Stade). — Hrn. Professor Dr. Ferdinand Blumenthal (Berlin).
Gestorben: Hr. Generalleutnant 3. D. Konrad von Bergen (Berlin). — Hr. Geheimer Re⸗ gierungs⸗ und Schulrat Pfähler (Potsdam). — Hr. Legatioasrat Friedrich Graf von Rhena Bern). — Hr. Superintendent a. D., Pastor em. Ludwig Causse (Sorenbohm). — Hr. Arthur erdinand von Krause (Charlottenburg). — Hr. Sanitätsrat Dr. Hermann Guttmann (Berlin). — Fr. Mathilde Schubert, geb. von Radolinska (Breslau). — Fr. Oberstleutnant Ella von Görne, geb. Wöhlert (Berlin).
——
2
Verantwortlicher Redakteur: 8 .
Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlirn⸗
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagk⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32
Neun Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilagel, sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent⸗ lichen Anzeigers (einschlteßlich der unter Nr. 2 veröffentlichten Bekanntmachungen), betreffend Kommanditgesellschaften auf und engesellschaften, für die Woche vom 16. bis 21. November 1908.
8
zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußi
Berlin, Dienstag, den 24. Novemher
Staatsanzeiger.
“
Nachrichten über den Stand der Herbstsaaten im Deutschen Reich um die Mitte des Monats November 1908. Zufammengestellt im Kaiserlichen Statistischen Amte.
Um die Mitte des Monats November war der Stand der Saaten: Nr. 1 sehr gut, Nr. 2 gut, Nr. 3 mittel (durch⸗ schnittlich), Nr. 4 gering, Nr. 5 sehr gering.
Staaten
Winter⸗ Weizen.
Winter⸗Spelzj ((auch mit Beimischung von Roggen oder
Weizen).
und
Winter⸗ steile.
Roggen.
Saaten: Nr. 1 sehr gut, Nr. 2 gut, Nr. 3 mittel (durch⸗ schnittlich), Nr. 4 gering,
r. 5 sehr gering.
Winter⸗ Weizen.
Winter⸗Spelz (auch mit Beimischung von Roggen oder Weizen).
Winter⸗ Roggen.
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Dagegen im September 1893—
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Hönigneich Sachsen.. .
Die Witterung des letzten diesjährigen Berichtsmonats — von Mitte Oktober bis Mitte November — war für die Herbstbestellung, das Wachstum der Wintersaaten und die Ernte der letzten Hackfrüchte im allgemeinen wenig günstig. Zu der Trockenheit, die im zweiten Drittel des September einsetzte und bis Mitte November unvermin⸗ dert anhielt, kamen ausgangs Oktober und anfangs November scharfe Kahlfröste mit stellenweise bis zu — 15 ° C. Nennenswerte Regenmengen sind während der ganzen Zeit nirgends gefallen, und der kurze Schneefall im ersten Novemberdrittel brachte dem Erdreich keine genügende Feuchtigkeit. Die vorzeitig auf⸗ tretenden Fröste haben den Kartoffeln und Futterrüben, soweit sie nicht bereits abgeerntet waren, erheblichen Schaden zugefügt und die ohnehin wegen der großen Dürre vielfach hinausgeschobene Aussaat der Winterfrüchte unliebsam gestört, sodaß Mitte November noch manche für die Herbstsaat bestimmten Felder unbestellt lagen.
SOSboocoSe
129
Bemerkungen. v
Ein großer Teil der Berichte verzeichnet ziemlich erheblichen
Mäuseschaden und selbst die Ackerschnecken scheinen trotz der Fröste noch nicht ganz verschwunden zu sein.
Winterung.
Die Wintersaaten finden zur Zeit eine wesentlich ungünstigere Beurteilung als im Oktober. Einen einigermaßen befriedigenden Stand weisen nur die frühen Roggensaaten auf, doch haben auch sie durch Dürre und Fröste vielfach nicht wenig gelitten. Spät gesäͤter Roggen sowie Weizen und Spelz haben meist wochenlang in der Erde gelegen, ohne zu keimen, und zeigen, soweit sie bei Abgabe der Berichte bereits aufgegangen waren, einen lückenhaften und schwachen Stand. Nach einzelnen Berichten wird befürchtet, daß ein erheblicher Teil dieser Saaten, besonders des Weizens, wieder um⸗ gepflügt werden muß. Im Reichsdurchschnitt wird Winterweizen
1908 1908
1907 1906
1901
1899 1898 1897 1896 1895 1894 1893 1907
mit
9
3 (gegen 2,7 im Oktober), mit 2,7 (2,2) begutachtet.
In der obenstehenden Tabelle bedeutet ein Strich (—), daß die betreffende Frucht gar nicht oder nur wenig angebaut ist, ein ns daß Angaben fehlen oder nicht vollständig gemacht sind.
Die Saatenstandsnoten sind bei jeder Fruchtart unter Berück⸗ sichtigung der Anbaufläche und des Ertrags berechnet worden.
„Roggen mit 3,2 (26) und ⸗Spelz
2 ꝗh
Berlin, den 23. November 1908.
Kaiserliches Statistisches Amt. van der Borght.
Berichte von deutschen Fruchtmärkten. Qualität
gering
mittel gut Verkaufte
Gejahlter Preis für 1 Doppelzentner ⸗
Menge
niedrigster
höchster
niedrigster höchster niedrigster höchster [Doppelzentner
ℳ ℳ ,4 ℳ
Verkaufs⸗
Durchschnitts⸗ preis
für 1 Doppel⸗
Außerdem wurden am Markttage (Fralata-ha., nach ü Sbe verkauft
Am vorigen Markttage
Durch⸗ schnitts⸗
preis dem
(Preis unbekannt)
vJ“ “““ Strehlen i. Schl. Löwenberg i. Schl. EEEE Neuß. . Aalen.. Geislingen Meßkirch
Weizen. 19,70 19.80 19,60 19,70 19,10 20,20 19,80 19,80 20,00 20,20 20,30 — 20,.24 21,00 20,60
888888
—AqA 90 0 00 90, 0
—
20,30
1908.
Doppelzentner
5