1908 / 290 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 09 Dec 1908 18:00:01 GMT) scan diff

Ein Wettbewerb um Entwürfe für den Neubau eines Polizeigebäudes in München wird unter den Architekten veranstaltet mit Frist bis zum 15. Mai 1909. ie Unterlagen sind gegen Einsendung von 10 vom Geheimen Ex⸗ peditionsamte des Königlichen Staatsministeriums des Innern Teatinerstraße 21 in München zu bezitehen. Dieser Betrag wird bei Ablieferung eines Entwurfs zurückerstattet. Als Preise stehen zur Verfügung: 12 000 als erster Sn 9000 als zweiter Preis, e 6000 für zwei dritte Preise und je 3000 für zwei vierte

reise. Weitere Entwürfe können zum Preise bis zu je 3000 erworben werden. Das Preisgericht besteht aus Ministerialrat Coluzzi im Ministerium der Finanzen, Ministerialrat Dr. Englert im Ministerium des Innern, Regierungs⸗ und Polizeidirektor Freiherr von der Heydte und Königlicher Bildhauer Prof. von Hildebrand in München, Geh. Baurat Dr.⸗Ing. Hoffmann, Stadtbaurat in Berlin, Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann in Darmstadt, Architekt Königlicher Profefto⸗ Littmann in München, K. Oberbaurat Prof. Ohmann in

ien, Oberbaurat Reuter im Ministerium des Innern, städtischer Bauamtmann Schachner, Architekt Königlicher Professor Alb. Schmidt und Professor Freiherr von Schmidt an der Technischen Hochschule in München, Architekt Königlicher Professor Schmitz in Nürnberg, Architekt Königlicher Professor Dr.⸗Ing. G. von Seidl in München und Geh. Baurat, Geh. Hofrat Professor Dr. Wallot in Dresden.

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Freitag, den 11. d. M., findet die nächste Königliche Parforcejagd statt. Stelldichein: Mittags 12 Uhr 45 Mi⸗ nuten am Dyrotzer Schafstall.

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Fefundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Ueber die Bekämpfung und Vertilgung der als Krankheitsträger in Betracht kommenden Insekten gibt der Dr. Sofer in den „Therapeutischen Monatsheften“ eine Ueber⸗ sicht, die, wenn die Dinge auch zum Teil bekannt sind, des öffentlichen Interesses doch nicht entbehrt. Die „Voss. Ztg.“ teilt aus dem Aufsatz folgendes mit: Die Uebertragung des afrikanischen Rückfallfiebers geschieht durch eine Zecke, die des Tags über ver⸗ steckt sitztt und vom Erdboden schwer zu unterscheiden ist. Ihre Verbreitung zu bekämpfen ist aussichtslos, um so leichter ist die Prophylaxe, indem man den trockenen Platz, an dem sie nistet, bei Nacht vermeidet, sodaß es Robert Koch gelang, auf derselben Karawanenstraße, deren Sperrung dieserhalb von der Regierung schon in Aussicht genommen war, monatelang seine Expedition zu schützen. Die Ueberträgerin der Malaria, die Anopheles, wird durch Vernichtung ihrer Brut, die sie in stagnierenden Wäffern ablegt, bekämpft, wozu man Petroleum auf die stehenden Ge⸗ wässer gießt, das der Brut den zur Entwicklung nötigen Sauerstoff entzieht. Bei Viehtränken und fischhaltigen Gewässern ist diese Methode aber nicht anwendbar, vielmehr eine andere, die auf der Beobachtung beruht, daß in den Gewässern von Barbados ein kleiner Fisch, Million genannt, die Larven der Anophelesmücke verzehrt. Man hat nun in Australien eine fleischfressende Fischart, Blauauge genannt, gefunden, die auch in den sumpfigen Gewässern von geringer Tiefe fortzukommen vermag, und von dort nach Italien eingeführt, um sie in den von Malaria heimgesuchten 5s des Königreichs anzusiedeln. Das Gelb⸗ fieber wird bekämpft, indem man die übertragenden Mücken in dem Krankenzimmer ausräuchert und die betäubten Mücken verbrennt, nachdem alle Fenster und Lücken im befallenen Hause mücken⸗ sicher durch Drahtnetze gemacht worden sind. Bei der Schlaf⸗ krankheit sind die Stellen in der Nähe des Ufers in niedrigem Busch zu vermeiden, da dort die Glossinen, die Ueberträger dieser Afrika denimierenden Krankheit hausen. Außer der Abholzung einzelner Küstenstriche hat Robert Koch bekanntlich die Ausrottung der Wirtstiere, der Krokodile, Flußpferde und des Jagdwildes dort vorgeschlagen, wo die Anwesenheit der Glossinen festgestellt ist. Durch die Ausrottung des Jagdwildes (Nilpferde, Elefanten, Zebras, Anti⸗ lopen, Gnu, Nashorn) würde auch die Viehzucht und Landwirtschaft im europäischen Sinne in diesen Gegenden rentabel werden, da durch das Jagdwild die Tsetsefliege verbreitet wird. Die Rattenflöhe, die hauptsächlichsten Verbreiter der Pest, werden in Indien durch die Heilsarmee unschädlich gemacht, indem sie Katzen, die auf eigenen Fhtafe⸗ gezüchtet werden, gegen die Ratten mobil macht, da die

ingeborenen aus religiösen Gründen nicht dazu zu bewegen sind, Ratten zu töten, aber den Kampf der Heilsarmee gern zulassen. Nachdem die Katzen, auf die der Rattenfloh nicht übergeht, in einem verseuchten Hause die Ratten getötet haben, läßt man Meer⸗ schweinchen in das Haus, auf dentn sich die Rattenflöhe ansammeln, von denen sie wieder mit größter Behutsamkeit entfernt werden. Die vom Ungeziefer gereinigten Häuser werden dann gründlich des⸗

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infiziert. 8 5

Theater.

Königliche Schauspiele. Donnerstag: Opern⸗ 2 262. Abonnementsvorstellung. Dienst⸗ und reiplätze sind aufgehoben. Die Meistersinger von Nürnberg. Oper in drei Akten von Richard Wagner. Mustkalische Leitung: Herr Kapellmeister Blech. Regie: Herr Oberregisseur Droescher. An⸗

fang 7 Uhr. .

Schauspielhaus. 277. Abonnementsvorstellung. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Regie: Herr Regisseur Keßler. Anfang

r. Freitag: Opernhaus. 263. Abonnementsvorstellung. Sardanapal. Große historische Pantomime in einem Vorspiel und 3 Akten (4 Bildern) unter An⸗ lehnung an das gleichnamige Ballett Paul Taglionis, neubearbeitet von Friedrich Delitzsch. Choreo⸗ raphischer Teil von Emil Graeb. Mustkalische Becgleitvng (unter freier Verwertung historischer Originalmotive und einzelner Teile der Hertelschen Partitur) von Joseph Schlar. Begleitende Dichtung von Joseph Lauff. Anfang 8 Uhr.

uspielhaus. 278. Abonnementsvorstellung.

Auf Strafurlaub. Lustspiel in 3 Aufzügen von Fußzad von Moser und Thilo von Trotha. Anfang

r.

Neues Operntheater. Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Auf Allerhöchsten Befehl: Dritte Vor⸗ stellung für die Berliner Arbeiterschaft: Zopf und Schwert. Die Billette werden durch die Zentralstelle für Volkswohlfahrt nur an Arbeitervereine, Fabriken usw. abgegeben. Ein Ver⸗ kauf an einzelne Personen findet nicht statt. Abends 7 ½ Uhr: 145. Billetreservesatz. Dienst. und Freiplätze sind aufgehoben. Die weiße Dame.

Mariamne.

Freitag,

Donnerstag, Charolais.

Charolais.

Deutsches Theater. Donnerstag: Revolution

in Krähwinkel. Anfang 7 ¼ Uhr. Freitag: Revolution in Krähwinkel.

Kammerspiele.

Messina.

Freitag: Der Arzt am Scheidewege.

Neues Schauspielhaus. Donnerstag: Weh' dem, der lügt.

Freitag: Julius Caesar.

Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr: Schneewittchen. Abends 7 ¼ Uhr: Zum ersten Male: Rabagas.

Hebbeltheater. (Königgrätzer Straße 577/58.) Donnerstag: Hohes Spiel. Peitag; Zum ersten Male: Thummelumsen. onnabend und Sonntag: Thummelumsen.

Berliner Theater.

und Mariamne. reitag Herodes und Mariamne. onnabend, Nachmittags 3 Uhr: Der Traum ein Leben.

Lessingtheater. Donnerstag, Abends 8 Uhr: Baumeister Solneß. Abends 8 Uhr:

Sabinerinnen. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Ein Volksfeind.

Schillertheater. o. Abends 8 Uhr: Trauerspiel in 5 Akten von Richard Beer⸗Hofmann.

Freitag, Abends 8 Uhr:

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Vater und Sohn.

Charlottenburg. Bater und Sohn. Gustav Esmann.

Feitag, Abends 8 Uhr: Vater und Sohn.

onnabend, Abends 8 Uhr:

Theater des Westens. (Station: Zoologischer Donnerstag: Niemand weiß es. Anfang 8 Uhr. Kantstraße 12.) Donnerstag: Der sidele

Der internationale Gesundheitsrat in Konstantinopel hat ange⸗ ordnet, daß die Fi von Batum einer ärztlichen Unter⸗ suchung nebst Desinfektion entweder im Lazarett von Sinope oder in demjenigen von Mongstir-Pb (Cavak) zu unterwerfen sind. (Vergl. „R.⸗Anz.“ vom 27. v. M., Nr. 280.)

Laut Mitteilung des Sanitätsamts in Beirut werden die von Alexandrien eintreffenden Schiffe im ersten von ihnen an⸗ gelaufenen türkischen Hafenplatz, an dem ein Sanitätsarzt stationiert ist, einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. (Vergl. „R.⸗Anz.“ vom 16. Juli d. J., Nr. 166.) 1

6 Berkehrsanstalten.

Anerkennung der deutschen Tiefladelinie in Spanien.

Die spanische Regierung hat durch Königliche Order vom 2. Juli d. J., veröffentlicht im Diario Oficial Nr. 150, die deutsche Tief⸗ ladelinie, wie sie von der Seeberufsgenossenschaft festgesett ist, als gesetzlich anerkannt. (Nach einem Bericht der Kaiserlichen Botschaft

in adrid ) 1

Theater und Musik.

Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus.

Gestern abend hatte die Aufführung des bekannten, seinerzeit im Wallnertheater mit Anna Schramm in der Titelrolle gegebenen Schwankes „Madame Bonivard“ von Alexander Bisson und Antony Mars einen vollen Heiterkeitserfolg. Die Komik der tollen Verwicklungen erwies sich als unverblaßt. Frau Agnes Werner⸗Wagner war als Madame Bonivard der echte Typus der bösen Schwiegermutter; überwältigend war es, als sie im Kostüm der Tänzerin erschien, um sich Pbotagrapheren zu lassen. Den geplagten Ehemann, der si von seiner Frau scheiden läßt und schließlich durch einen unglücklichen Zufall die eigene Frau zur Schwiegermutter bekommt, gab Herr Lettinger mit viel Humor. Alle Beteiligten waren mit Eifer bei der Sache, so Herr Baselt als treuherziger und verliebter Champeaux, der, von den follen Vorgängen entsetzt, für seinen Verstand fürchtet, ferner Herr Eyben, Helene Rosner, * Arnold, Elfriede Heisler u. a. Die zahlreichen Zuschauer dankten für den überaus heiteren Abend durch lebhaften Beifall.

Das Königliche Opernhaus bringt morgen, Donnerstag, Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“. Fräulein Easton singt das Evchen, Frau von Scheele⸗Müller die Magdalene, Herr Büschoff den Sachs, Herr Jörn den Stolzing, Herr Knüpfer den Pogner, Herr Krasa den Beckmesser, Herr Lieban den David und

Bronegees den Kothner. Dirigent ist der Kapellmeister Blech. Anfang t).

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen Schillers „Maria Stuart’, mit Frau Willig in der Titelrolle, aufgeführt. Im übrigen lautet die Besetzung: Königin Elisabeth: Frau Poppe; Leicester: 8 Sommerstorff; Shrewsbury: Herr Nesper; Burleigh: Herr Kraußneck; Paulet: Herr Molenar; Mortimer: Herr Geisen⸗ dörfer; Kennedy: Fräulein von Arnauld. (Anfang 7 Uhr.)

Im Neuen Königlichen Operntheater wird nächsten Sonntag, Abends 7 ½ Uhr, „Die Weiße Dame“ gegeben. Der Vor⸗ verkauf zu dieser Vorstellung erfolgt von morgen, Donnerstag, Vor⸗ mittags 10 ¼ Uhr ab täglich an der Tageskasse des Königlichen Opern⸗

hauses.

Das Lustspiel „Husarenfieber“ von Gustav Kadelburg und Richard Skowronnek wurde von der Direktion des Friedrich Wilhelm⸗ städtischen Schauspielhauses zur Aufführung erworben und soll in der Weihnachtszeit zum ersten Male gegeben werden.

Der Berliner Philharmonische Frauenverein ver⸗ anstaltet am Sonnabend, Abends 8 Uhr, zum Besten seines Witwen⸗ und Waisenfonds ein Weihnachtskonzert in der Philharmonie unter Mitwirkung der Damen Maria Seret⸗van Eyken und Maria Holgers, der Herren Professor Georg Schumann, Berthold Pusch, Dr. Kunwald und Max Winter, Königlicher Schauspieler. Eintritts⸗ karten zu 5, 3, 2 und 1 sind bei Bote u. Bock und im Waren⸗ haus Wertheim, Leipziger Straße, zu haben.

Der Kismartoner Männergesangverein „Frohsinn“, der seinen Titel auf Männergesangverein „Haydn“ abänderte, wird aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Todestages Joseph Haydns am 30. Mai 1909 ein großes Konzert veranstalten, in dem ausschließlich Haydnsche Werke aufgeführt werden. Am Todestage selbst, den 31. Mai, wird in der Bergkirche, in der die Gebeine Haydns ruhen, eine Messe des Meisters aufgeführt und sodann am Grabe Haydns eine Wamerse en veranstaltet. Haydn hat bekanntlich als Fürstlich Esterhäzyscher Kapellmeister in Kismarton (ecgerftadt) gewirkt und hier mehrere seiner herrlichsten Werke geschaffen.

In der Kaiser Wilhelm⸗Gedächtniskirche findet morgen, ee Abends 6—7 Uhr, ein Orgelvortrag statt, bei dem Fräulein Carrie Pringle und Fräulein Margret zur Nieden mit⸗

Freitag: Der fidele Bauer. Anfang 8 Uhr.

Melisande. Anfang 8 Uhr. Penene⸗ Zasn. Anfang 8 Uhr. onnabend: Tiefland.

tag: Madame Flirt. reitag: Die blaue Maus.

Donnerstag: Herodes onnabend: Madame Flirt.

Anfang 8 Uhr.

Abends 8 Uhr: Herodes und in 3 Akten (4 Bildern) Anfang 8 Uhr.

Amelie.

Der Raub der

blut. Anfang 8 Uh (Wallnertheater.)

Der Graf von

Der Graf von

riedrichstraße.) Donnerstag:

Donnerstag, Abends 8 Uhr: Anfang 8 Uhr.

Komödie in 3 Akten von

setzlichkeit und Gewalttätigkeit gegen die Polizei strafrechtl

Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Abends 8 Uhr: Der fidele Bauer.

Komische Oper. Donnerstag: Pelleas und

Lustspielhaus. (Friedrichstraße 236.) 1ee Anfang 8 Uhr.

Residenztheater. (Direktion:Richard Alexander.) Donnerstag: Kümmere Dich um Amelie. Schwank von Georges

Freitag und Sonnabend: Kümmere Dich um

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Donnerstag: Gastspiel Alexander Girardi: Künstler⸗

82 Gastspiel Alexander Girardi: Künstler⸗ ut. Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr: Max und Moritz. Abends 8 Uhr: Er und seine Schwester.

Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof Die Liebe wacht.

Freitag und Sonnabend: Die Liebe wacht.

wirken. Die Orgel spielt der Organist Walter Fischer. Das Programm enthält Advents⸗ und Weinachtsmusik. Eintrittskarten zu 1 (Stuötplat) und 50 n iff) sind bei Bote u. Bock, im Warenhaus Wertheim (Leipziger Straße), in der Küsterei (Achen⸗ bachstraße 19/10) und Abends am Eingang der Kirche zu haben.

Mannigfaltiges.

Berlin, 9. Dezember 1908.

„Ein Ausschuß, dem u. a. der Kaiserliche Botschafter a. D, Wirkliche Geheime Rat Dr. von Holleben, der Universitätsprofessor Dr. Brandl, der Staatsminister Hentig und der Geheime Kom⸗ merzienrat Goldberger angehöten, veranstaltet am heutigen Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr, im „Römischen Hof“ (Unter den Linden 39) einen Deutsch⸗amerikanischen Abend. Der Schriftsteller Georg Sylvester Viereck wird über „Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika“ einen Vortrag halten. Hieran soll sich ein Meinungsaustausch ins⸗ besondere solcher Personen, die beide Länder besucht haben, anschließen. Eingeführte Gäste sind willkommen.

Im wissenschaftlichen Theater der „Urania“ wird, wie bereits angekündigt, morgen, Donnerstag, Abends 8 Uhr, der Ober⸗ leutnant Weiß seinen Vortrag: „Meine Erlebnisse auf der zentral⸗ afrikanischen Expedition Seiner Hoheit des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg“, unter Vorführung zahlreicher farbiger Lichtbilder, halten und den Vortrag voraussichtlich am wiederholen.

Bromberg, 8. Dezember. (W. T. B.) In der katholischen Pfarrkirche in Schroda entstand gestern, vermutlich durch Brand⸗ stiftung, Fene durch das das Innere der Kirche vollständig zerstört wurde. Außer Turm, Chor und Orgel wurden auch wertvolle Glasmalereien vernichtet.

Breslau, 9. Dezember. (W. T. B.) Gestern abend drangen zwei Burschen in ein Abteil zweiter Klasse des Personenzuges Nr. 420 Breslau Liegnitz ein. Von den beiden Damen, die sich im Innern des Abteils befanden, hatte eine die Geistesgegen⸗ wart, die Notleine zu ziehen. Die Burschen rissen die Hand⸗ taschen der Damen an sich und entkamen. Die sofort auf⸗ genommene Verfolgung verlief erfolglos. Der Ueberfall ist zwischen Breslau und Kleinmochbern unternommen worden.

Hamm (Westfalen), 9. Dezember. (W. T. B.) Auf der Zeche „Radbod“ sind heute mehrere Vertreter des Oberbergamtes Dortmund sowie der gesundheitsamtlichen Behörde in Münster zu einer Konferenz eingetroffen, in der über weiter zu er⸗ greifende Maßnahmen beraten werden wird. Die Entsumpfungs⸗ 14888G werden anfangs nächster Woche in Angriff genommen werden.

Chemnitz, 8. Dezember. (W. T. B.) Wie die „Chemnitzer Neuesten Nachrichten“ melden, ist heute nachmittag in dritter Stunde in Grünhainichen eine Interimsbrücke eingestürzt. Dabei sind 12 Personen verunglückt. Eine von ihnen ist tot, acht sind leicht und drei schwer verletzt.

Paris, 9. Dezember. (W. T. B.) Die gestrige Aufführung des Mirbeauschen Stückes „Le Foyer“ in der Comédie Frangaise, in dem ein konservativer Senator sowie ein Geistlicher sehr gehässige Rollen spielen, wurde durch lärmende Kundgebungen gestört. Zwölf junge Leute, darunter mehrere Mitarbeiter der royalistischen „Action frangaise“, zischten und schrien bei verschiedenen Stellen im ersten und zweiten Akt, sodaß die Vorstellung eine Viertelstunde unterbrochen werden mußte. Die Ruhestörer, die sich der einschreitenden Polizei widersetzen wollten und schließlich aus dem Saale entfernt wurden, wurden nach dem LEE“ gebracht, wo sie bis 1 Uhr Nachts im Gewahrsam

ehalten werden mußten. Einige von ihnen werden 5 Wider⸗

ch verfolgt werden.

In der Kirche zu St⸗Affrique (Departement Aveyron) überfiel eine Frau den die Kommunion erteilenden Pfarrer. Sie warf die Hostie zu Boden und bedrohte den Pfarrer unter Be⸗ schimpfungen mit einem Messer. Nur mit Mühe konnte die Frau überwältigt und festgenommen werden.

11X“ rtsetzung des

Beethoven⸗Saal. Donnerstag, Abends 8 Uhr: 2. Klavierabend (Beethoven⸗Abend) von Conrad Ansorge.

Blüthner⸗-⸗Saal. Donnerstag, Abends 8 Uhr: 1. Kammermusikabend des Moskauer Streich⸗ quartetts der Kaiserl. Russ. Mufikgesellschaft unter Mitwirkung des Pianisten Adolf Schweiger.

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Birkus Schumann. Donnerstag, Abends präz. 7 ½ Uhr: Eliteabend, Galaprogramm und die großartigen neuen Dezember⸗Spezialitäten. Dir. Albert Schumanns neue und moderne Dressuren. Um 9 ¼ Uhr: Golo, der Seeräuber und Mädchenhändler, mit seinen wunderbaren, unerreicht dastehenden Licht⸗ und technischen Effekten. Neue Einlagen.

Familiennachrichten.

Verlobt: Frl. Marga von Döring mit Hrn. Leutnant Friedrich⸗Hilbert Frhrn. von Löhneysen (Celle Lüneburg). Frl. Lia von Clausewitz mit Pe. Rittmeister Ernst Bleibtreu (Bonn Paderborn). Frl. Eva Rogge mit Hrn. Haupt⸗ mann Claus von Scheven (Blankenburg. Harz—- Charlottenburg).

Verehelicht: Hr. Regierungsassessor John Menger mit Frl. Annemarie Gropius (Posen).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann Materne (äriun. Eine Tochter: Hrn. Stabs⸗ arzt Dr. Manfred Jaerisch (Graudenz). Hrn. Martin von Zitzewitz (Berlin).

Feydeau.

Verantwortlicher Redakteur:

Die Braut von

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armonischen Orchester. 8 Uhr.] Kunwald.)

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e von Leo Fall. Anfang

1

Konzerte.

Singakademie. Donnerstag, Abends 8 Uhr:

Konzert von Auni Reh (Gesang) mit dem Phil⸗ (Dirigent: Dr. Ernst

Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen einschließlich Börsen⸗Beilageh

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onnabend noch einmal

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ilage n Reichsanzeiger und Königlich Preußischen

Berlin, Mittwoch, den 9. Dezember

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Berichte von deutschen Fruchtmärkten

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Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird Ein liegender Strich (—) in den Sp für Preise hat die

Berlin, den 9. Dezember 1908.

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Kernen (enthülster Spelz, Dinkel, Fesen).

16,20 15,80 14,90 17,00 17,00 16,00

15,50 16,00

16,00 14,60 14,70 15,10 15,60 17,00 15,00 17,00 16 00 15,50 15,00

auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. Der Dur is wird Bedeutung, daß der betreffende Preis nicht vorgekommen ist, 85 Punkt ( entene

16,20 16 20 15 90 16,30 16,50 16,50

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16,50 16,40 16,40 16,60 16,60 16,70 17,35 17,00 15,70 17,60

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16,30 1500 15,30 1540 15,70 17,50 15,60 1750 16,20

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15,00 15,80 15,80 15,70 18,00 16,40 17,50 16,20

16,50

Kaiserliches Statistisches Amt. van der Borght.

Großhandelspreise von Getreide an deutschen und fremden

Börsenplätzen

nebst entsprechenden Angaben für die Vorwoche. 8 1000 kg in Mark.

die Woche vom 30. November bis 5. Dezember 1908

Rogggen, 71 bis Weizen, 75

8 (Preise für greifbare Ware, soweit nicht etwas anderes bemerkt.)

88

Berlin. R zuter, gesunder, mindestens 712 eben. g gesunder, 1 ½

jen, 2 9 er,

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Wien.

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Odessa.

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Amsterdam.

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London.

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8

aus 196 Marktorten (dazette averages)

Liverpool.

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1I111“; Mais amerikan., bunt.. I[La Plata, gelber 8 Chicago. Deember Weizen, Lieferungsware 4 Mai..

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Weiꝛen - Lieferungsware .ega

Mais Dezember Buenos Aires.

Meten] Purchschnittsware... ¹) Angaben liegen nicht vor.

an 196 Marktorten einheimisches Getreide (Gazette averages) ist

= 2000 kg.

aus den einzelnen wöchentlichen Durchschnittswechselkurse an der Grunde gelegt, und zwar für

veu York die Kurse auf Neu St. Petersbur auf diese hlhe

Goldprämie. Herlin. den 9. Dezember 1908.

van der Borght.

Bemerkungen.

1 Imperial Quarter ist für die Weizennotiz an der Londoner Pro⸗ duktenbörse = 504 Phn engl. gerechnet; für die aus den :2 en

es Königreichs ermittelten Durchschnittspreise für 1 Imperial Quarter Weizen = 480, Hafer = 312, Gerste = 400 Pfund engl. angesetzt. 1 Bushel Weizen = 60, 1 Bushel Mais = 56 Pfund englisch; 1 Pfun englisch = 453,6 g; 1 Laft Roggen = 2100, Weizen = 2400, Mais

Meiger

ien und Budapest die Kurse auf 8 London und Liverpool die Kurse auf London, für 1 York, für Odessa und Riga die 1-g. für Paris, Antwerpen und Amsterdam die Kur reise in Buenos Aires unter Berücksichtigung der

Katserliches Statistisches Amt.

len berechnet. ericht fehlt.

Bei der Umrechnung der Preise in Reichswährung sind die esvegll im „Reichsa

f P erliner e zu

Pan hicago und