8
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
den Kammergerichtsrat Rietze in Berlin zum Land⸗ gerichtsdirektor bei dem Landgericht I in Berlin, en Vertreter des Oberstaatsanwalts in Königsberg i. Pr., Ersten Staatsanwalt Ganslandt, zum Ersten Staatsanwalt bei dem Landgericht in Cassel, 1“ die Landrichter Keßler in Stettin, Götte in Naum⸗ burg a. S., Pfennig, von Drigalski, Roedelius und Krüger bei dem Landgericht I in Berlin, Wunderlich und Luke in Posen, Bacharach, Nothardt und Körting bei dem Landgericht II in Berlin, Reichel in Breslau, Dr. Paszotta in Thorn, Dr. Karsten bei dem Landgericht III in Berlin, Hünerbein in Neu⸗ wied, Dalitzsch in Stendal, Lohmann in Verden, Otto in Kottbus, Leß in Neisse, Bamberg in Frer. Smid in Aurich, Dr. Beyreiß in Hannover, Dr. Hahn in Flensburg, Nohl in Hagen i. W., Tilly in Düssel⸗ dorf und Gerstein in Münster zu Landgerichtsräten, 1 die Amtsrichter Bernhardi in Weißensee b. Berlin, erzig in Saarlouis, Feltgen in Crefeld, Loerbroks in Lübbecke, Krieger und Kielhorn in Posen, Schneide⸗ wind in Wreschen, Tosche in Rixdorf, von Leupoldt in Torgau, Daelen in Muͤncheberg, Herrmann in Alsleben, Plaetschke in Görlit, Freytag in Salzwedel, Dr. Geyer in Sinzig, ischer in Hattingen, Mangelsdorff in Demmin, Ipekott und Moser in Köpenick, Krause in Anklam, Dr. Michaelis in Hochheim, Meller in Rheinbach, Dr. Spiegelberg in Herborn, Eichhorn in Trier, Dr. Rubel in Eisleben, Trogisch in Graudenz, Dieken in Aurich, Metzner in Neisse, Geiger in Neustettin, Presser in Kirchberg, Braun in Bordesholm, Hoevelmann in Dortmund, Fröhlen und Bauer in Cöln, Dr. Diderichs in Cochem, Dr. Rothschild in Frankfurt a. M., Bumiller in Hechingen, Zeddies in Gelnhausen, Oechs in Wiesbaden, Wiesner in Erkelenz, Kuhn in Ahrweiler, Dr. Stelkens in Düren, Horst in Göbel in Siegen, von Sixthin in Lyck, Dr. Bergmann in Barmen und Knauff in Marburg zu Amtsgerichtsräten, 1 die Staatsanwälte Dr. Glatzer in Breslau, Kessel in Hannover, Paesler in Königsberg i. Pr., Langen bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kammergerichts, Dr. Schmidt in Duisburg, Dr. Jaeger in Altona, Husemann in Geeste⸗ münde, Boether in Koblenz, Tzscheutschler bei der Ober⸗ staatsanwaltschaft in Breslau, Kudicke in Danzig und Dr. Weygand in Düsseldorf zu Staatsanwaltschaftsräten, den Gerichtsassessor Hartrott in Graudenz zum Land⸗ richter in Lyck, 8 den Gerichtsassessor Erdmann in Thorn zum Landrichter lbst, . g 8 Gerichtsassessor Dr. Fritz Wartenberger in Berlin um Landrichter in Glogau, 8 1 den gchne mnschog Sachs in Halberstadt zum Land⸗ ichter in Torgau, 88 den Gerichtsassessor Dr. Zelenka in Stettin zum Land⸗ richter in Altona, . 8 den ehe Huagen in Insterburg zum Amts⸗ richter in Pillkallen, b 4 den Gerichtsassessor Blümke in Danzig zum Amtsrichter eutsch⸗Eylau 1 vhn Deuich esehfefet Dr. Braun in Stettin zum Amts⸗ in Grimmen, 8 den Gerichtsassessor Koeper in Essen zum Amtsrichter in Stele, 5. den Gerichtsassessor Dr. Becker vom Amtsgericht Berlin⸗ Schöneberg zum Amtsrichter in Gelsenkirchen, den Gerichtsassessor Kuhnke in Elbing zum Staats⸗ anwalt daselbst und 1 1 den Gerichtsgssessor Wellmann in Greifswald zum Staatsanwalt in Thorn zu ernennen sowie zu genehmigen, daß der Erste Staatsanwalt Hagemann in Graudenz in gleicher Amtseigenschaft an das Landgericht I in Berlin versetzt werde
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den vortragenden Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Geheimen Regierungsrat von Rohr zum Geheimen erregierungsrat, . “ — den blaberigen ordentlichen Professor an der Universität in Würzburg Dr. Heinrich Schneegans zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität zu un und 88 den Pfarrer Dr. Heinrich Bauer in Frankfurt a. M. um Konsistorialrat und Mitgliede des Konsistoriums in Frank⸗ rt a. M. im Nebenamte zu ernennen, 1 dem bei der Oberzolldirektion in Berlin angestellten Re⸗ gierungsrat Krueger den Charakter als Geheimer Regie⸗ rungsrat * 1 dem etatsmäßigen Professor an der Technischen Hochschule in Danzig, Baurat Ewald Genzmer und dem etatsmäßigen Professor an der Technischen Hochschule in Hannover Wil⸗ helm Schleyer den Charakter als Geheimer Baurat, den Gewerbeinspektoren Kuchenbuch in Stendal und Würfler in Küstrin den Charakter als Gewerberat mit dem persönlichen Range als Rat vierter Klasse, den Korpsstabsapothekern Dr. Kribben vom XI. und Dr. Oster vom VIII. Armeekorps den Charakter als Ober⸗ stabsapotheker mit dem persönlichen Range der Räte vierter Klasse, 8. den Kreissekretären Oskar Hoffmann in Kanih. Julius Strasser in Bromberg, Oskar Galle in Miilitsch, ermann Thiele in Striegau, Heinrich Rzepka in Bunzlau, Fügaes Brumby in vg-E Harry Goebel in Oldenstadt, Heinrich Meyer in Göttingen, Paul Marx in Rheinbach, Richard Provinzki in Lennep und Ludwig
Lagréèze in Aachen und dem Polizeisekretär Rotter in
Aachen den Charakter als Rechnungsrat und
dem Mitinhaber der Eisenbahn⸗Bau⸗ und Betriebsgesellschaft Regierungsbaumeister a. D. Karl Waechter in Charlottenburg den Charakter als Baurat zu
Vering u. Waechter,
verleihen sowie
der Wahl des Oberlehrers, Professors Sugo Wundram an dem Lyzeum in Hannover zum Direktor des Real⸗ in Elberfeld die Allerhöchste Bestätigung zu
gymnasiums erteilen.
Seine Majestät der König Allergnädigst geruht:
„dem Archipdirektor, Archivrat Dr. phil. Otto Meinardus in Breslau den Charakter als Geheimer Archivrat sowie
dem im Ministerium der öffentlichen Arbeiten angestellten Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator Hüge den Charakter als Rechnungsrat, .
dem Rechnungsrat Riese bei seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst den Charakter als Geheimer Rechnungsrat und
dem Geheimen Kanzleisekretär Karl Müller bei seinem Uebertritt in den Ruhestand den Charakter als Kanzleirat zu verleihhhh
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Rechnungsrat bei dem Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ eeüehenheiten Hermann Röseler
den Charakter als Geheimer Rechnungsrat und den Geheimen expedierenden Sekretären und Kalkulatoren bei demselben Ministerium Bruno Nitz, Friedrich Runge und Arthur Kleemann den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen. “ “
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den expedierenden Sekretären und Kalkulatoren beim „Reichs⸗ und Staatsanzeiger“ Pantermühl und Maske den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen. ““
Seiu Majestät de
dem Oberamtmann Georg Schsening Gottschütz den Charakter als Amtsrat und dem Intendantursekretir Eduard Wagner bei der Generalintendantur der Königlichen Schauspiele in Berlin den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen. 8
Auf den Bericht vom 23. November d. J., dessen An⸗ lage zurückfolgt, will Ich der Stadt Kalk im Regierungs⸗ bezirk Cöln auf Grund des Gesetzes vom 11. Juni 1874 (Gesetzsamml. Seite 221) hiermit das Recht verleihen, das zur Vergrößerung ihres Friedhofes erforderliche Grundeigentum im Wege der Enteignung zu erwerben.
Neues Palais, den 1. Dezember 1908. b⁊ꝝ⁊n¹“ r den Minister der geistlichen, Unterrichts⸗ Medisinalangelegenheiten: 8 von Moltke.
innern und den Minister der geistlichen, Unterricht⸗ und Medizinalangelegenheiten.
König haben Allergnädigst geruht: zu Klein⸗
Ministerium fürHandel und Gewerbe. 8 Bei dem Ministerisgee⸗fir Handel und Gewerbe ist der Registrator, 12chnungsrat Wörs dörfer zum
er Kanzleidiätar 11 7 ½ zum Geheimen Kanzleisekretär ernann. worden. 8 I1* ler; Der Rechtsanwalt Müller in Tilsit ist zun Notar für den Bezirk des Oberlandesgerichts zu Königsberg: Pr., mit Anweisung seines Amtssitzes in Tilsit, ernannt woron. Dem Notar Venn in Kirchberg ist der Amtssitz Rhein⸗ berg angewiesen.
u
1
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
worden: . Regierungsbezirk Danzig:
Busse in Grenzort, Oberförsterei Königswiese, in Renneberg, Oberförsterei Oliva,
Rennwanz in Lasseck, Oberförsterei Deutschheide, Splettstoeßer in Schechausee, Oberförsterei Wirthy. Regierungsbezirk Aachen: Premper in Forsthaus Jägersfahrt, Wenau Squer in Forsthaus Langestal, Oberförsterei Eupen,
Stein in Forsthaus Wahlerscheid, Oberförsterei Höfen.
tierarztstelle zu Ziegenhain versetzt worden.
Bekanntmachung.
nuar 1909 für das Königreich Preußen in Kraft tritt.
beziehen.
S. 871 ff.). Berlin, den 24. Dezember 1908. eeeI“ 8 der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten. 88 Inu Vertretung: 8
1 — — . Der Titel Hegemeister ist folgenden Förstern verliehen
eumann in Schwarzwasser, Oberförsterei Königswiese,
Oberförsterei
Schumacher in Forsthaus Neuforst, Oberförsterei Eupen,
Der Kreistierarzt Goldmann zu Sögel ist in die Kreis⸗
Hierdurch bestimme ich, daß die durch Bundesratsbeschluß festgesetzte „Deutsche Arzneitaxe 1909“ mit dem 1. Ja⸗
Die amtliche Ausgabe der Arzneitaxe ist im Verlage der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin SW. 68, Zimmer⸗ straße 94, erschienen und im Buchhandel zum Ladenpreise von 1 ℳ 20 ₰ für ein in Leinen gebundenes Exemplar zu
Ueberschreitungen der Taxe unterliegen der Bestrafung nach § 148 Ziff. 8 der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich (in der Fassung vom 26. Juli 1900 — R.⸗G.⸗Bl.
1“
Dem Privatdozenten in der medi
Privatdozenten in der
Wilhelms⸗Universität zu Berlin und
e n zinischen Fakultät der Universität zu Greifswald Dr. Siegfried Weber, philosophischen Fakultät der Friedrich Privatdozenten an der
dem
Landwirtschaftlichen Hochschule daselbst Dr. Werner Magnus und dem Privatdozenten in der philosophischen Fakultäaät der
Universität Halle⸗ Prädikat Professor beigelegt worden.
ittenberg Dr. Georg Brodnitz ist das
Diejenigen Persönlichkeiten, Kaiserin und Königin ihre
Karten im Laufe des 31. Dezember
der Frau Oberhofmeisterin Gräfin von Brockdorff im Ein⸗
Schlosses un
schreibezimmer des Königlichen Lustgarten aus im Portal IV links —,
Preußen. Berlin, 24. Dezember. “ die Ihrer Majestät der Glückwünsche zum Neu⸗
jahrstage darzubringen W ege. .J. bei Ihrer Exzellenz
ihre
₰
u Berlin — vom in Potsdam am
1. Januar 1909 in der Zeit von 10 bis 2 Uhr im Königlichen
Stadtschlosse daselbst in der Ecke beim Lu
stgarten, am Auf⸗
gange zur früheren Ihrer Kaiserlichen und König
lichen Majestäten, abzugeben.
Deutsche Kolonien.
Aus Deutsch⸗Südwestafrika wird, „W. T. B.“ zu
folge, amtlich gemeldet:
Am 19. Dezember überraschten 32 übergetretene Hottentotten bei Springpütz eine Feoxgese lschaft die aus dem Farmer Struller
auf Springpütz und drei Buren bestand. Der erschossen; fünf Gewehre, viel Munition und den Hottentotten erbeutet. Der Feind wich nach
m gleichen Tage wurde die Farm Fettklu
Bur Olivier wurde
drei Pferde wurden von
Norden aus.
ft (etwa vierzig Kilo⸗
meter westlich von Davignab) von zwanzig bis dreißig mit Gewehren
(Modell 98) bewaffneten Di
Morengas. aus Morengaleuten,
kapitän
sächlich die
jzum Eisenbahnbau bei Gründornhill früher entlaufen waren.
Die Führung hatte wahrscheinlich Abraham Rolf, Außerdem bestand die Bande beim Transport von Warmbad
und berittenen Hottentotten überfallen.
ein Unter⸗ wohl haupt⸗
Die
Farmer Schmiedecke, Kube und Bolies sind gefallen; erbeutet
wurden von den Hottentotten verschiedene Jagdbüchsen und einiges Kleinvieh wurden nach der Grenze
Pistolen; fünf Pferde abgetrieben.
Ferner wurde am 18 Dezember die Pferdewache der bei Heidamm am Ostabhang der Großen angegriffen, früher im Infanterieregiment Nr. 67 (Halsschuß), und früher im Pionierbataillon Nr. 3 (Brust⸗
(Gebirgs⸗) Batterie Karrasberge von Hottentotten Fehlings, Reiter Zim mermann, und Nackenschuß), fielen; sieben Pferde, neun Ochsen wurden geraubt. 3 Batterie bei Fettkluft gleichfalls von der Reiter
Waffen und Wagen nebst Bespannung wurden geraubt.
und zwei
sechsten
wobei Sergeant
Maultiere und drei
Tagt darauf wurde eine leere Karre derselben ottentotten überfallen, wobei abbe, früher im Fußartlllerieregiment Nr. 11, fiel;
Ein am
20. Dezemder früh auf den Viehposten Fonteinkluft (bei Ukamas) der sechsten (Gebirgs⸗) Batterie von fünfzehn bis achtzehn E
totten ausgeführter Ueberfall wurde von der Besatzung ohne
rluste
abgewiesen. Drei Hottentotten wurden schwer verwundet. Ob die genannten Ueberfälle von einundderselben Bande her⸗
rühren, ist bis jetzt nicht bezirks (Keetmanshoop),
postierten Teilen der Schutztruppe sofort die Verfolgun banden aufgenommen. Das Ergebnis ist noch nicht
Major Baerecke, hat mit den in der
8
Die Deputiertenkammer setzte in der
festgestellt. Der Kommandeur des Süd⸗
Nähe der Räuber⸗
annt.
gestrigen
die Beratung der Arkikel der Gesetzvorlage, betreffend die
Vermehrung der Artillerie, fort. Nach dem Bericht des „W. T. B.“
Antrag ab, die neuen Batterien mit 4 Regimenter zu verteilen. Itrag bekänpft. — Der Abg. der deserven Mißbrauch getrieben habe; größe; sein infolne der genauen Kenntnis dieses — De Abg. Doumer billigte das Schweigen gewisse Punkte. Er sagte, den Schochtfeldern mit
werde, diederjenigen der Gegner zum mindesten
ersten Pargraphen des Artikels 1 an samte si 11 Fußartilr⸗ die sämtli
Truppenkörpes in Algier, und fünf der zldartillerie der Schluß desertikels ebenfalls
angenommen, die Zusammensetzung
Artikel 2, der die rist die finanzielle Seiteegelt, sowie Darauf wurde die Soen schlossen.
Auf 9. Tagesbnang 15 die Interpellationen, petreffend marokkanischen Krete l
wichtige Debatte bis zum W. nuar zu vertagen, da keine De feien sich alle einig in der Anet stehe auf dem Punkte, im Geiste,
Zwischenruf erwiderte der Mini. Mulay Hafids, er war unser Fei,.“
für dringlich, um den v. Frankreich ein Ziel zu meiden. Besprechung der Interpellation zu v Rußland. Heute wird in der offiziösen „Rosse⸗
den Signatarmächten des Berliner Zirkulardepesche über die Haltu
den Balkanfragen veröffentlicht
des Auswärtigen Iswolski an die V.
lehnte die Kammer den Geschützen auf die bestehenden Der Kriegsminister Picquart hatte den
Jaure8 sprach sein Bedauern darber aus, aß der Minister mit dem Geheimnis die moralische Kraft würde
der Organisation
Verteidigungsmittels. des Ministers über
es genüge zu wissen, daß die Artillerie auf einer Anjahl von Geschützen auskommen
gleichkäme.
Daruf nahm die Kammer in einfacher Abstimmung die 1 nach welchen die ge⸗ Artidrie sich nun folgendermaßen zusammensetzt: aus jeregimentern und 64 Feldartillerieregimentern, n Frankreich stehen, und aus 7 selbständigen von denen zwei der Fußartillerie angehören. Sodann wurde auch in einfacher Abstimmung
der Kadres und
den Effektivbestam der Arüllerie festsetzt. Nachdem die Kammer Art EI für die Durchführung der sation der Artiller auf 2 Jahre bemißt, und Artikel 3, der 8* die übrigen Artikel ange⸗ nommen hatte, gelace das Gesetz im ganzen zur Annahme.
Neuorgani⸗
er Nachmittagssitzung standen Marokko
Der Minister des Aeuß Pichon erachtete es für besser, diese rzusammentritt der Kammer im Ja⸗ lichkeit für sie vorliege. Die Mächte nung Mulay und Frankreich ltehe e. ondlunkgenseitigen Vertrauens und gegen⸗ seitiger Freundschaft Verhandlunkeomit ihm anzuknüpfen. 1
und die
Auf einen
Wir 8 niemals Feinde 3 81 — Der Abg. Jaurdès er⸗ widerte, er halte im n on die Erörterung der Frag⸗
etzen und geslolemiken in Deutschland und 8 elasche Mißverständnisse zu ver⸗
Die Kammer beschloß mit 2Db gen 250 Stmmen, die gen.
die vom Minister
eter Rußlands 8 trages versandte nihes an
des Berliner Vertrages.
Sitzung
8*
Wie das „W. T. B.“ meldet, knüpft die Zirkulardepesche an die am 7. Oktober vom österreichisch⸗ngarischen Botschafter Grafen Berchtold dem russischen Kabinett mitgeteilte, an ihn gerichtete Depesche an, welche die Entschließungen über Novibazar, Bosnien und die Herzegowina enthielt. Die Depesche be⸗ spricht dann die Proklamierung des Fürsten Ferdinand zum Könige und sagt, Europa habe in beiden Fällen vor einem einseitigen Akt gestanden, der die durch den Berliner Vertrag getroffene Ord⸗ nung faktisch abänderte. Die an der Londoner Konferenz von 1871 be⸗ teiligten europätschen Mächte hätten dagegen als die wesentliche Grund⸗ lage des internationalen Rechts feierlich anerkannt, daß sich keine Macht von den durch einen Vertrag auferlegten Verpflichtungen be⸗ freien und dessen Bestimmungen nicht anders modisfizieren könne, als mit Zustimmung der Signatarmächte. Rußland habe dieses Prinzip auch hinsichtlich des Berliner Vertrages beobachtet, obgleich dieser für Rußland und die Balkanstaaten besonders drückende¹ edingungen ge⸗ schaffen habe. Dessenungeachtet habe Rußland niemals eine Verletzung der Berliner Stipulationen versucht. Augenscheinlich sei jede Ab⸗ weichung von diesem Prinzip geeignet, die Grundlagen des politischen Gleichgewichts stark zu erschüttern und den Weltfrieden zu gefäͤhrden. Tatsä hlich habe die Handlungsweise Oesterreich⸗Ungarns und Bulgariens unverzüglich eine Zuspitzung der Lage auf der Balkanhalbinsel hervor⸗ gerufen und Europa alarmiert. Die Türkei als unmittelbar ge⸗ schädigte Macht habe nicht gezögert, formell gegen die zweifache Ver⸗ letzung des Berliner Vertrags zu protestieren.
Dieser Protest schiene um so größerer Aufmerksamkeit der Mächte wert zu sein, als die Türkei von der Sorge um innere Reformen in Anspruch genommen wäre und besondere Rücksicht und moralische Unterstützung verdiente. Daher sei der Vertreter Rußlands in Konstan⸗ tinopel 1v3 worden, der Pforte zu erklären, daß nach der Ueber⸗ jeugung der Kaiserlichen Regierung der Berliner Vertrag ohne die Zu⸗ --,e. der Vertragsmächte nicht abgeändert werden koͤnne. Gleich⸗ zeitig habe die von der Türkei eingegebene Idee der Einberufun einer Konferen;z Anlaß zu einem vertraulichen Meinungzaugtausch der Kabinette v.— die nicht hätten umhin können, anzuerkennen, daß die neuesten Ereignisse die Sachlage auf der Balkan⸗ halbinsel wesentlich verändert hätten, und die Konferen; sich auch mit anderen Fragen werde beschäftigen müssen, die ebenfalls die Aufmerksamkeit der Mächte erforderten; so mit der Durchsicht der Bestimmungen des Berliner Vertrages, die ihre anfängliche Bedeutung verloren hätten, und mit der Aus findig⸗ machung von Mitteln zur Befriedigung einer Reihe gerechter Interessen der Türkei und der Balkanhalbinsel. Der neun Punkte enthaltende 1“ der Konferenz bilde bereits länger als zwei
onate den Gegenstand verwickelter Verhandlungen partiellen Charakters bei den einzelnen Kabinetten, doch sei eine end⸗ gültige Verständigung nicht erzielt. Die Hauptschwierigkeit sei iixber die Verschiedenheit der Ansichten Oesterreichs und Rußlands bezüglich der Kompetenz der Konferenz gewesen. Das Wiener Kabinett habe zwar der Aufnahme der Frage, betreffend Bosnien und den Sandschak Novibazar, in das Konferenzprogramm jugestimmt, jedoch erklärt, die Fragen dürften nicht mehr aten werden. Während es slrichzeitig mit der Türkei über eine direkte Verständigung verhandelte, habe es darauf bestanden, daß die Kon⸗ ferenz darauf beschränke, diese Verständigung zur Kenntnis zu nehmen und Artik 25 des Berliner Vertrags aufzu⸗ heben. Das St. Petersburger Kabinett habe 88 seiner⸗ seits nicht möglich gefunden, sich dieser Ansicht an⸗ juschließen. Man habe tatsächlich nicht übersehen können, daß Oesterreich⸗Ungarn das Recht erhalten hätte, Bosnien und die Herzegowina zu besetzen und im Sandschak Garnison zu halten nicht durch ein partielles Abkommen mit der Türkei, sondern kraft Es sei daher offenbar, daß das Oesterreich⸗ Ungarn zugestandene Recht keinerlei Abänderung unterworfen werden köͤnn⸗, ohne Zustimmung aller Signatarmächte. Dieser Fall sei dazu völlig analog dem Falle, der Europa zum Anlasse gedient habe, Prrnhh des internationalen Rechts zu proklamieren, das der mffischen Anschauung zu Grunde liege. Nach einem Hinweis darauf, daß 1871, als Ruß and einige Bestimmungen des mehr als verbindlich anerkannt hätte, die Mächte die Be⸗ dingung gestellt hätten, daß auf der hierauf einberufenen Konferenz alle in Betracht kommenden Fragen geprüft und beraten werden sollten ohne vorgefaßte Meinung und in voller Meinungs⸗ freiheit, betont die Zirkulardepesche bezüglich der direkten Ver⸗ ständigung zwischen Oesterreich⸗Ungarn und der Türkei, daß ein solches kommen zwar die Sache fördern, aber durchaus nicht die Frage über die Sanktion der Mächte im voraus entscheiden oder die freie Beratung des Gegenstandes in vollem Umfange verhindern könne. Endlich habe das St. Petersburger Kabinett gefunden, daß die Konferenz sich durchaus nicht auf die einfache Aufhebung des Artikels 25 des Berliner Vertrages beschränken könne. In dieser Beziehung habe die russische Regierung Grund, sich nochmals auf das Beispiel der Londoner Konferenz zu beziehen, wo nicht nur Artikel .2 13 und 14 des Pariser Vertrages aufgehoben worden wären, sondern zuch ein besonderer Traktat abgeschlossen wäre, der an dem erwähnten internationalen Akt Abänderungen vorgenommen habe. Daher müßte die künftige Konferenz der Meinung der russischen Regierung nach, wenn die Mächte eine Verständigung über die bosnische Frage er⸗ sielten, nicht nur Artikel 25 aufheben, sondern ihn auch durch
* die neue Lage in Bosnien und der Herzegowina genau Fräzisierende Bestimmung ersetzen. Glücklicherweise biete sich jeßzt offenbar die 2 öglichkeit, die Meinungsverschiedenheit wischen Rußland und Oesterreich durch ein für beide Teile munehmbares Mittel zu beseitigen. In seinem dem russischen Labinett sugegangenen Communiqus bestehe Oesterreich⸗ Ungarn nicht mehr auf der Forderung, die Frage der Annexion Bosniens und der Herzegowina jeder Beratung der Mächte zu entziehen. Es schlage einen neuen Modus vor, nach dem die Beratung der Fragen auf einer sexenz durch vorhergehende Verhandlungen zwischen den Kabinetten ersezt werde. Dieser Modus sei Rußlands Ansicht nach mit be⸗ deutenden Unbequemlichkeiten berbunden, hauptsächlich weil er kom⸗ vliliert sei und Langsamkeit bedinge. Doch köͤnne die russische Re⸗ zterung andererseits nicht in Abrede stellen, daß er geeignet wäre, die Sefahr allzuscharfer Differenzen auf der Konferen zu beseitigen. Außerdem schütze dieser Modus, wie es scheine, in genügender Weise das Grund⸗ rinzgp, das 2 von Anfang an unterftützt habe, nämlich, daß zue Fragen des Programms einschließlich Punkt 2: „Bosnien und die iegowina“ einen allgemein europäischen Charakter trügen und nicht enders als mit Zustimmung aller Signatarmächte endgültig gelöst werden unten und demzufolge der freien Beratung der Kabinette unterliegen ,— Die russische Regierung sei von dem Wunsche beseelt, ihre zönlichen Gefühle auszudrücken, geneigt, gegen den erwähnten Modus cts finzuwenden. Das russische Kabinett habe sich jetzt an das Proaee Kabinett gewandt mit dem Vorschlage, daß dieses sein vücjelt den anderen Mächten mitteile. Wenn diese ihre Bereit⸗ illigkeit ausdrückten diesem Modus zuzustimmen, so werde das etersburger Kabinett nicht unterlassen, während der folgenden bandlungen seine Ansicht auszusprechen über die Punkte des nferenzprogramms, die besondere Bedeutung für Rußland hätten.
Portugal.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ haben Beirao abo.Antonio Azeveco die Bildung des Kabinetts bogelehnt. Der König hat nun den Kriegsminister im bis⸗ Auigen Kabinett Amaral Sebastiao Telles mit dieser Aufgabe betraut. v“ ut. 11“
8 8 Niederlande.
„ „Die Regierung hat, dem „Reuterschen Bureau zufolge, ar Zestätigung der Nachricht erhalten, daß die neue venezo⸗ reüsche ve die dem Handel von Curaçao nach⸗ s dicgen Prohibitivmaßregeln asfsebeben habe. Damit eerste Forderung der Niederlande erfüͤllt und der Hauptgrund
ariser Vertrags
v 1“
1.“
für die von der niederländischen Flotte in den venezolanischen Gewässern veranstaltete Aktion beseitigt. Demgemäß haben das Marine⸗ und das Kolonialdepartement die Befehlshaber der niederländischen Schiffe in den venezolanischen Gewässern telegraphisch angewiesen, die außerordentlichen maritimen Maß⸗ regeln einzustellen. Infolge des neuen Standes der Dinge werden ein oder zwei Panzerschiffe nach den Niederlanden zurückberufen werden. v “ 6
Belgien. 8 v Der Senat hat gestern, „W. T. B.“ zufolge, beschlossen, einen Antrag des Grahen Werner de Merode, in Friedens⸗ zeiten das belgische Heer nach dem Ersatzmänzersustem zu erhalten, für Kriegszeiten jedoch die allgemeine Dienstpflicht einzuführen, der Kommission zu überweisen. Ferner hat der Senat in der gestrigen Sitzung das Kolonial⸗ budget mit 56 gegen 12 Stimmen angenommen.
Türkei. 1
Der Ministerrat prüfte in seiner gestrigen Sitzung das Peeun der türkischen Forderungen, das, W. T. B.“ zufolge, heute der österreichisch- ungarischen Botschaft mit⸗ geteilt wird. Der Handelsminister Muradungiam wurde zum Delegierten für die Verhandlungen mit Oesterreich⸗Ungarn ernannt.
— In der gestrigen Kammersitzung, der zum ersten Male einige Diplomaten beiwohnten, wurden die Wahl⸗ prufungen fortgesetzt, wobei es zu einigen lebhaften Zwischen⸗ fällen kam. Nach Bestätigung von zwei Dritteln der Man⸗ date schritt die Kammer, obiger Quelle zufolge, zur Präsidentenwahl. Bestimmungsgemäß wurden drei Kandidaten gewählt, aus denen der Sultan den Prä⸗ sidenten ernennt. Die Wahl ergab den völligen Sieg des jungtürkischen Blocks, dessen drei Kandidaten gewählt wurden. Die größte Stimmenzahl erlangte Ahmed Riza Bei; ferner wurden gewählt Azmi Bei und Emrullah Effendi. Die nächste Sitzung findet heute statt. Nach Meldungen des „K. K. Telegraphen⸗Korrespondenz⸗ bureaus“ aus verschiedenen Hafenorten ist die Verschärfung des Boykotts auf die Weisungen des jungtürkischen Zentralkomitees in Saloniki zuruͤckzuführen. Aus den albanesischen Hafenorten werden an die Pforte und an das jungtürkische Komitee in wachsender Zahl Beschwerden oder Bittgesuche gerichtet, in denen gefordert wird, den Boykott nur dann weiter aufrecht zu erhalten, falls neue Bezugsquellen geschaffen und statt des österreichischen Lloyd neue Schiffahrts⸗ linien eingeführt werden. 8
Serbien.
„Der Kriegsminister hat, wie das „W. T. B.“ meldet, gestern in der Skupschtina eine Gesetzesvorlage eingebracht, die einen zweiten Nachtragskredit von sieben Miklionen Dinars betrifft. .
Bulgarien.
In der Verbalnote, welche die bulgarische Regierung, wie gemeldet, den Vertretern der Großmächte übersandt hat, heißt es dem „K. K. Telegraphen⸗Korrespondenzbureau“ zufolge: 11 Proklamierung Bulgariens zum Königreich erfolgte aus eigener Initiative und war eine Notwendigkeit für den Staat, ohne aggre sive Absichten gegen die Türkei. Um die Festigung des neuen
kegimes in der Türkei nicht zu beeinträchtigen, ist die Regierung nicht zur Mobilisierung geschritten und hat die Reservisten beurlaubt, während die Türkei Truppen an die bulgarische Grenze sandte. Auf die Ratschläge der Mächte hörend, hat die Regierung mit der Türkei Verhandlungen angeknüpft und sich bereit erklärt, für die Verletzung wirklicher Interessen Entschädigung zu leisten. Trotz der korrekten Haltung Bulgariens verfolgt die otto⸗ manische Regierung jedoch eine Politik, die ganz und garnicht danach angetan ist, Bulgarien in seiner bisherigen Hastung zu bestärken, und stellt unzulässige Forderungen auf, die bestimmt sind, die gute Nach⸗ barschaft zu untergraben, indem sie gleichzeitig die Regelung der schwebenden Fragen auf einen ünstigeren Zeitpunkt verschiebt. In dieser Haltung der Türkei erblickt die bulgarische Regierung das Bestreben, Zeit zur besseren militärischen Vorbereitung zu gewinnen, um sodann eine drohende Haltung einzunehmen und unannehmbare Forderungen aufzuzwingen. Der Bovkott nimmt täglich größere Dimenstonen an, schädigt die Handelsinteressen und schafft in der öffentlichen Meinung eine Störung, die es der Re⸗ gierung unmöglich machen wird, gegenüber der Türkei die bisberige Politik zu verfolgen. Die Regierung war überrascht von der Stelle in der türkischen Thronrede über Bulgarien und seinen Herrscher, die in einer solchen Akte unzulässige Ausdrücke enthielt und das Bestreben kennseichnete, die Ueberzeugung hervorzurufen, daß die Annexion Bosniens und der Herzegowina eine Folge der Unabhängigkeits⸗ eklärung Bulgariens sei. Auf diese Weise sollte in der Türkei eine Bulgarien feindliche Strömung erhalten und vor Europa das künftige Verhalten gegen Bulgarien gerechtfertigt werden. Angesichts der angeführten Tatsachen und der beständigen Vorbereitungen der Türkei, die Armeen in den europäischen Pro⸗ vinzen zu verstärken, kann die bulgarische Regierung nur mit Un⸗ ruhe und Sorge der Zukunft entgegensehen. Indem die Regierung die Aufmerksamkeit der Mächte auf die drohende Haltung der Türkei lenkt, 7 sie, daß 12 ihre Pflicht nicht erfüllen würde, in sie nicht Maßnahmen traͤse, die dem Schutze, den Interessen und der Sicherheit des Landes besser entsprechen. Trotzdem hält die bul⸗ garische Regierung in dem Bewußsein, daß die Mächte den glühenden
unsch haben, den Frieden auf dem Balkan aufrecht zu erhalten, und auf ihre Ratschläge in dieser Beziehung hörend sowie gestützt auf ihr wohlwollendes Interesse für Bulgarien, es für ihre Pflicht, bevor sie irgend etwas unternimmt, die Regierungen der Mächte zu bitten, jene dringenden Schritte zu tun, die der krifische Augenblick erfordert, um sobald wie möglich der Situation ein Ende zu bereiten, die unvorher⸗ gesehene und für den Frieden gefährliche Folgen haben könnte, für die die bulgarische Regierung nicht verantwortlich gemacht werden kann, . 2 korrekte und äußerst friedliche Haltung gegenüber der Türkei eobachtet.
Schweden. Der Gesundheitszustand der Schweden ist seit der Ruückkehr von „W. T. B.“ zufolge, unbefriedigend. meiste Zeit bettlägerig.
Königin von ihrer Auslandsreise, Die Königin ist die
Amerika. Schiedsgerichtsvertrag zwischen den Ver⸗ einigten Staaten von Amerika und Argentinien ist, nach einer Meldung des „W. T. B.“, gestern in Washington unterzeichnet worden.
— Durch Vermittlung des brasilianischen Gesandten in Caracas hat der Vizepräsident es obiger Quelle zufolge, den Wunsch geäußert, die Streitigkeiten mit Amerika beizulegen. Das amerikanische Staatsdepartement hat den früheren Gesandten der Vereinigten Staaten in n. Buchanan, zum Unterhändler ernannt, der sich an Bord des
“
V Feseußzers „North Carolina“ bereits auf dem Wege nach Venezuela
Um der Möglichkeit vorzubeugen, daß die Annahme Platz reift, die Vereinigten Staaten beabsichtigten durch die Ent⸗ endung von Kriegsschiffen in die venezolanischen Gewässer eine Flottendemonstration, ist gestern amtlich bekannt Pgeben worden, daß das Kanonenbook „Dolphin“ heute in La Zuagira ankommen werde, wo die Venezolaner die Anwesenheit ines Kriegsschiffes der Vereinigten Staaten gewünscht hätten. Der Kreuzer „Des Moines“ werde in Curaçao bleiben und durch den „Dolphin“, der wie er mit Apporaten für drahtlose Telegraphie ausgestattet ist, die Verbindung mit der venezola⸗ nischen Küste aufrechterhalten. Die „North Carolina“ werde nach Hause zurückkehren, sobald Buchanan von ihr an Bord des am Sonnabend in La Guaira eintreffenden Linienschiffes „Maine“ oder des „Dolphin“ übergegangen sei. 8
— Wie das „Reutersche Bureau“ meldet, hat der vene⸗ zolanische Minister des Innern Alcantara eine Prokla⸗ mation an die Gouverneure der einzelnen Staaten erlassen, durch die das Volk aufgefordert wird, die Regierung in ihren auf Besserung der Lage des Landes gerichteten Be⸗ strebungen zu unterstützen, und in den Reformen in der inneren Verwaltung und in den Beziehungen zu den anderen Ländern versprochen werden. Die Proklamation erklärt, die Regierung werde insbesondere den Kredit Venezuelas im Auge haben.
Kunst und Wissenschaft. he 2 der Künste wird mit Rücksicht auf die Eintrittsgeld für die Chinesische Ausstellung Dezember auf 1 ℳ herabsetzen.
Bei Heutingsheim im Württembergischen Oberamt Lu wigs. burg wurde, „W. T. B.“ zufolge, eine große Niederlassung aus der Steinzeit aufgefunden. Bisher sind 26 Wohnstätten zu erkennen.
Literatur.
Der Ring des Frangipani. Ein Erlebnis
de. Verlag von Heinrich Keller in Frankfurt a. M. (geh. 5,40; geb. 7 ℳ). — Der Verfasser vereint in der lesenswerten, geistvoll geschriebenen Schrift wissenschaftliche Untersuchung mit kultur⸗ historischer Schilderung. Ihm wurde im Jahre 1892 in Venedig ein Ring altdeutscher Goldschmiedekunst übermittelt, den er als den Ver⸗ lobungsring erkannt haben will, den die Augsburgerin Apollonia Lang einst ihrem Gemahl, dem im Jahre 1513 an der Fundstelle ver⸗ wundeten Grafen Frangipani schenkte. Ob diese Mutmeßung richtig ist, bleibe dahingestellt, jedenfalls hat sse Thode mit einer ganzen Reihe einleuchtender Gründe gestützt. Der Reiz der Schrift liegt in der kulturhistorischen Zeitschilderung, die der Verfasser an die Geschichte der beiden Personen knüpft, die seiner Meinung nach Geber und Träger des wiedéraufgefundenen Schmuckstücks waren.
von Henry
Theater und Mufik.
Berliner Theater.
In der gestrigen 25. Aufführung von Hebbels Mariamne“ im Berliner Theater gab Fräulein Julie Serda zum ersten Male die bisher von Irene Triesch gespielte Rolle der Mariamne. Schon als Fräulein Serda im Lustspielhause auftrat, wurde hier darauf hingewiesen, daß ihr eigentliches Feld die Tragödie und das große Drama sein müsse. Die Erfahrung hat es nun bestätigt. Der komplizierte Charakter der Mariamne wuchs aus ihrer eindringlichen Darstellung klar hervor, die Wandlung von der Liebe zum Haß vollzog sich in verständlicher Weise. Dazu kamen noch die Vorzüge einer schönen Erscheinung, eines klangvollen Organs und einer auch bei temperamentvollster Rede wohlgepflegten Sprechtechnik. Zweifellos bedeutet die Verpflichtung der Künstlerin einen Gewinn für das Berliner Theater.
Theater des Westens. “ — Die Bühne in der Kantstraße hat ihren Besuchern mit der Operette „Der tapfere Soldat“ von Oskar Straus, eine fröh⸗ liche Weihnachtsgabe beschert. Das neue Werk des erfolgreichen Komponisten des „Lustigen Ehemanns“ und des „Walzer⸗ traums“ errang bei seiner gestrigen Erstaufführung einen vollen Erfolg, der nur nach dem schwächeren Schlußakt etwas vachließ. Der Inhalt der Operette, deren Textbuch von Rudolf Bernauer und Leopold Jacobson eine freie Bearbeitung von Shaws Komödie „Helden“ darstellt, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Die „Helden“ des irischen Satirikers, der in serbische Kriegs⸗ dienste geratene, pfiffige Schweizer, genannt der „Pralineesoldat“, der mit Worten sehr tapfere bulgarische Reiteroffizter, der ungehobelte Oberst mit seiner komischen Frau, seiner hübschen Tochter und koketten Nichte, sie sind unter veränderten Namen und in einer der Operette angepaßten reicheren Umgebung alle wiederzuerkennen, und auch der Gang der Handlung ist — was bei einer Operette besonders angenehm berührt — ebenso vernünftig und lustig wie in dem Shawschen Stück. Der Komponist hat sich erneut hier wieder als Musiker von Bildung und Geschmack bewährt, und man empfindet es als wohltuend, daß er dem ernsten Stil der Oper oft näber kommt als dem der flachen Operette, so z. B. wenn er für das schneidige Auftreten des bramarbasierenden Hauptmanns Massakrow und seiner Mannschaft ein charakteristisches Brummbaßmotiv erfindet oder bei dem Schweizer Jodlerweisen und Kuhglocken in Orchester diskret ertönen läßt. Auch militärische Marschklänge und slavische Tanz⸗ rhythmen sind in wirksame Beziehung zu den lyrischen Stellen ge⸗ bracht, in denen freilich die herkömmliche weiche Wiener Walzer⸗ melodie, die schon im ersten Akt auftaucht, den Vorrang behauptet
Ueberhaupt ist dieser Akt mit dem reizvollen Frauenterzett, de
Traumlied Nadinas und ihrem Duett mit Bumerli u. a. m. musikalisch am reichsten bedacht. Im zweiten war es ein für die Berliner Aufführung neukomponiertes Duett der Genannten („Des Morgens hab ich einen Mann*), das den Preis des Abends errang und jweimal wiederholt werden mußte. Etne in allen Einzel
heiten und als Gesamtleistung ganz vortreffliche Aufführung unter des Komponisten eigener Leitung setzte alle Vor⸗ jüge der Operette in das hellste Licht. Marie Ottmann,
die „Lustige Witwe“ von ehedem, war eine gesanglich und darstellerisch ebenso temperamentvolle wie anmutige Nadina, die in Gustav Matzner als Schweizer Bumerli einen eleganten eben
bürtigen Partner hatte. Den Worthelden Spiridoff gab Herr Kutzner, dessen Tenorstimme sich immer prächtiger entwickelt, ohne Ueber⸗ treibungen, und die gefallfüchtige Mascha hatte in Fräulein Conti eine sanges⸗ und tanzfreudige Vertreterin. In dem Obersten und dessen Frau begrüßte man gern gesehene alte Bekannte, Herrn Leopold
Deutsch und Fräulein Ludmilla Gaston, deren vis comica
sich hier in dankbaren Aufgaben frei entfalten konnte. Auch des
drolligen Hauptmanns Massakroff in der Darstellung Julius Donats
sei anerkennend gedacht. Die vortrefflichen Leistungen des Chors und des Orchesters und die geschmackvolle Ausstattung verfehlten ebenfalls ihre Wirkung nicht. Der neuen Operette dürfte ein ebenso langes
Leben beschieden sein, wie ihren Vorgängern an derselben Stätte.
Lustspielhaus.
Die Generalprobe des Luspiels „Die glücklichste Zeit“ fa shber vor geladenem Publikum statt. Der bekannte 88,Zeg Saeann teller Raoul Auernheimer schrieb mit dem Stück eine lustige Persiflage auf die sogenannte „glücklichste Zeit“ im Liebesleben, auf die Verlobungszeit. Er schildert mit fröhlicher Laune alle Be⸗ klemmungen eines jungen Bräutigams, der plötzlich wider Willen
„Herodes und
zum ittelkpunkt der weit verzweigten Familie und ihrer