. 2 .
M268 gegen 288 des Vorjahres. keinen eigentlichen Rückgang der Bevölkerung. rung ist darauf zurüczus
verwendeten Weißen jetzt nach Vollendung des Baues das Schutzgebiet verlassen haben. Seit dem 1. Januar 1906 ist die weiße Bevölkerung immerhin von 243 auf Ieng also um 25 Seelen gestiegen. Eine jähr⸗
höhere Einkünfte ermöglichen
der Entwicklung des Schutzgebiets oder gar auf einen Rückschritt zu schließen. Außer den oben - E bedeutsamen beiden Fanes des Zollanteils und der Schi ahrtsabgaben haben die sonstigen
innahmequellen, wie Grundsteuern, onzessionsgebühren usw., fast durch⸗ weg einen höheren Ertrag als im Vorjahre gebracht, sodaß tatsächlich trotz des Ausfalls bei den Pelenmahnfn und den Schiffahrtsabgaben der
Gesamtbetrag der eigenen Einnahmen der Kolonie genüber dem Vorjahre
ti ist. g Per N des Handels ist von 51 592 440 Doll. im Vor⸗
ahr auf 49 704 985 Doll. im Berichtsjahre, also um 1 887 455 Doll. — a7f % gesunken. Hervorzuheben ist, daß bereits gegen Ende des Berichtsjahres wieder eine erhebliche Besserung in der Lage des Handels in Tsingtau eingesetzt hat.
Um die Kolonie zu einem Zentrum europäischer, insbesondere deutscher Kultur in Ostasien zu machen, ist eine höhere deutsche Schulorganisation für Chinesen eingeführt, die in ihren Seevüftsge bereits in der vorjährigen Denkschrift wie in der besonderen, dem Etatsentwurfe
ür das Rechnungsjahr 1909 beigegebenen Denkschrift behandelt ist. 8 Erläuterung und Ergänzung sei noch bemerkt, daß der Zweck der in Tsingtau zu errichtenden Lehranstalt ist, jungen Chinesen eine gründliche Kenntnis der deutschen Sprache zu vermitteln und sie in modernen Fachwissenschaften so weit auszubilden, daß sie ihrem Lande nutzbringende Dienste zu leisten vermögen. Die Anstalt wird die Stellung und Vorrechte einer Kaiserlich Chinesischen ochschule be⸗ sitzen, aber besonders organisiert sein und ausschließlich deutscher Leitung unterstehen. Die chinesische Regierung subventioniert die Anstalt, weist ihr die schüler zu, überwacht den Unterricht in der Iünefäschen Literatur und verleiht nach den Abgangsprüfungen die staatlichen Diplome. Die auf Anregung des Reichstags in China vorgenommenen Er⸗ mittlungen haben ergeben, daß den Chinesen vor allem daran liegt, eine deutsche Musteranstalt für den höheren wissenschaftlichen Unter⸗
richt zu erbalten, nach der sie später selbst das noch in den Anfängen
stehende höhere Unterrichtswesen neu formen können. Die Verhand⸗ lungen, die in China geführt worden sind, haben dargetan, daß die
von Deutschland zu gewährende Hilfe in der Unterrichtsreform für das
Verhältnis Deutschlands zur chinesischen Regierung geradezu von aus⸗ schlaggebender Bedeutung ist,
s Dem ist ferner die Denkschrift über die Ent⸗ wicklung des u“ Togo im Jahre 1907/08 zugegangen, aus der folgendes mitgeteilt sei: Das Verhältnis zu den Eingeborenen war auch in diesem Berichtsjahr ein befriedigendes. Unruhen kamen nicht vor. Die der weißen Bevölkerung betrug am 1. Januar 1908 Diese geringere Ziffer bedeutet aber Denn die Verminde⸗ ühren, daß die beim Bahnbau Lome — Palime
liche Einzelzählung der Farbigen findet nur in Lome statt. Sie ergab
im Januar 1908 eine ständige Bevölkerung von 2035 Männern, 2085 Frauen, 1755 Kindern und 28 Mischlingen.
Dazu kommen 430 Fremde, die sich nur vorübergehend in Lome aufhielten, sodaß
die gesamte im Januar 1908 in Lome befindliche Bevölkerung sich auf
6333 bezifferte gegen 5917 im Vorjahre.
sich eine jährliche Einzelzählung der Eingeborenen nicht durchführen.
Man ist hier auf Schätzungen angewiesen, die je nach den angewendeten Methoden mehr oder minder zuverlässig sind.
In den Landbezirken läßt
Der Wunsch, sich eine höhere Kultur anzueignen, tritt bei der
eingeborenen Bevölkerung Togos besonders bei den jüngeren Elementen ziemlich hervor; freilich steh
halten am Althergebrachten besonders bei den älteren Leuten gegen⸗ über. Der Wunsch nach 1 Kultur liegt in verschiedenen Um⸗
t ihm vielfach das konservative Fest⸗
ständen begründet. Die Einsichtigen erkennen, daß höhere Kultur, Schulbildung usw. eine bessere Lebensstellung, leichteren Erwerb,
Weniger Einsichtige bleiben an den Aeußerlichkeiten haften; die mit der höheren Kultur verbundene Ver⸗ änderung in der Bekleidung und den Sitten erscheint ihnen als das
erstrebenswerte Ziel, das sie durch den Schulbesuch zu erreichen hoffen.
Die Letzteren machen den Lehrgang der Schule meist nicht ganz durch,
scheiden vielmehr schon nach ein⸗ oder mehrjährigem Schulbesuch aus
und können sich dann nicht wieder entschließen, mit der Hacke den
Boden m bestellen oder anderweitig als Arbeiter sich zu verdingen,
weil diese Tätigkeit ihnen entwürdigend erscheint; sie bilden dann ein arbeitsscheues, lästiges Volk.
An den Grundzügen des Wirtschaftslebens im Schutzgebiete hat
sich nichts geändert. Die landwirtschaftliche Produktion ist die Basis, auf welcher sich das Wirtschaftsleben aufbaut. Von ihr hängen
Wohlstand und Kaufkraft der Bevölkerung und damit die Handels⸗
beziehungen zwischen der Kolonie und dem Mutterlande ab. In der landwirtschafflichen Produktion ist das eingeborene Element, der schwarze Bauer, einer der ausschlaggebenden Faktoren. Die landwirt⸗ schaftliche Produktion, soweit sie die Handelsbeziehungen zum europäi⸗
sschen Markt beherrscht, zu vermehren und zu verbessern, ist eine der
wichtigsten Aufgaben der Verwaltung. Besonders wichtig ist es, die
in unerschlossenen Gebieten lebenden produktionswilligen Völker,
welchen infolge Mangels an billigen Transportmitteln die Absatz⸗ möglichkeit fehlt, durch Bau entsprechender Verkehrswege an den Weltmarkt anzuschließen. Ein im Schutzgebiete mit ungeteilter sae. vö Schritt in dieser Richtung war die Genehmi⸗ gung des 2.
vg Lünfe erschließenden Hinterlandsbahn, des Baues der Bahn von
aues des ersten Abschnitts einer das Schutzgebiet in seiner
ome nach Atakpame. Ob die im Schutzgebiete gemachten Mineralfunde
die Grundlagen des Wirtschaftslebens verschieben werden, muß die Zukunft lehren. Die Oelpalme ist die wichtigste Nutzpflanze im Schutzgebiete;
sie ist hauptsächlich in Südtogo und den gebirgigen Teilen Mitteltogos
vpertreten und bildet dort häufig recht ansehnliche Bestände. In den
ebenen Steppengebieten Nordtogos kommt sie nur spärlich vor.
Die im letzten Jahresbericht ausgesprochene Hoffnung daß sich im Zahre 1907 eine Steigerung in der Ausfuhr der De⸗ geltend machen wird, hat sich erfüllt. Die Ausfuhr an Palmkernen
lpalmprodukte
ist in den letzten drei Jahren von 3 200 128 kg auf 4 346 381 kg
und die an Palmöl von 425 034 kg auf 998 583 kg gestiegen. Die
Steigerung des letzten Jahres ist in erster Linie auf die Eröffnung
der Inlandsbahn Lome — Palime zurückzuführen, die ermöglichte, daß
auch entfernter gelegenen Landschaften Absatzmöglichkeit geboten war.
Die Maisproduktion und die Maisausfuhr weist im Kalenderjahr 1907 eine höchst bemerkenswerte Steigerung auf. Die Ausfuhr be⸗ trug 1905 9 366 455 kg im Werte von 566 844 ℳ und 1907 19 592 579 kg im Werte von 1 198 804 ℳ. Der Anbau von Baum⸗ wolle in den beiden Küstenbezirken Lome und Anecho scheint immer nooch sehr unbedeutend zu sein, was sich daraus erklärt, daß dort der Anbau von Mais und die Perige der Oelpalmen den Eingeborenen
ohen Verdienst bringen. Die
akaoproduktion, die sich fast aus⸗ chließlich auf den Misahöhebezirk beschränkt, scheint im Zunehmen
begriffen zu sein. Die geringe im Schutzgebiete bestehende Kaffee⸗
8 8
9
rasch ansteigende.
produktion ist für den Außenhandel des Schutzgebietes ohne
jede Bedeutung. Pea.. über den Goldgehalt des im Schutz⸗
gebiet gefundenen Quarzes haben zurzeit noch kein definitives Resultat ergeben, ob die festgestellten Gänge bauwürdig sind oder nicht.
Die gesamte Herelcherepenß ist eine mit kleinen Schwankungen
Die Einfuhr betrug im Berichtsjahr 6 699 684 ℳ
gegen 6 432 812 ℳ im Jahre 1906, die Ausfuhr 5 915 609 ℳ gegen
4 199 336 ℳ im Jahre 1906; der Gesamthandel 12 615 293 ℳ gegen
8 9.
10 632 148 ℳ, mithin 1907 mehr 1 983 145 ℳ. Die Finanzen des Schutzgebiets schließen für das Rechnungs⸗ jahr 1907 mit einem Febhlbetrage ab. Die Ursache des un⸗ ünstigen 1s9d⸗ liegt hauptsächlich darin, daß auch in diesem ahre die Zolleinnahmen hinter dem Etatsanschlage zurück⸗ seblieben sind. Der Fehlbetrag wird jedoch, nachdem in der rgänzung zum Etat des Schutzgebietes Togo auf das Rechnungs⸗
ahr 1908 erstmalig die Bildung eines Ausgleichsfonds erfolgte, vor⸗ Rühcht bis zum Schlusse des Rechnungsjahrs 1909 gedea werden önnen.
Haäandel und Gewerbe.
Nach der Wochenübersicht der Reichsbank vom 15. Januar 1909 betrugen (+ und — im Vergleich zur Vorwoche):
Aktiva: 1909 1908 1907
Metallbestand 8. 9ℳ “M ℳ stand an kurs⸗ .“ fähigem deutschen Gelde und an Gold in Barren oder aus⸗ ländischen Münzen, das Kilogr. fein u “ “ 2784 ℳ berechnet) 1 093 152 000 838 690 000 805 345 000 (+ 60 934 000) (+ 80 008 000) (+ 82 480 000)
arunter 8
Gold 8.
860 675 000 1“ Bestand an Reichs⸗ kassenscheinen ..
Bestand an Noten anderer Banken.
Bestand an Wechseln
Bestand an Lombard⸗ forderungen..
Bestand an Effekten
Bestand an sonstigen Aktiven 8 nstig
76 319 000 57 896 000 (+ 3 431 000 (+ 662 000) (+† 3 842 000)
32 779 000 34 643 000 33 540 000
(+ 11 883 000 (+ 12 875 000) (+† 10 378 000) 840 340 000 1 164 524 000% 986 173 000
(-— 143 109 000) (s— 132 010 000) (s— 140 400 000)
69 814 000 103 379 000 99 767 000 (s— 25 080 000 (— 74 835 000) (— 57 944 000) 300 994 000 108 005 000 230 994 000 (s— 102 146 000) (— 20 887 000) (s— 29 733 000)
164 821 000 119 643 000 116 409 000 (+ 11 529 000) (+ 5 966 000) (+ 12 000)
63 799 000
Passiva: Grundkapital
Reservefonds. 64 814 000 64 814 000 (unverändert) (unverändert) Betrag der um⸗
laufenden Noten. 1 574 171 000 1 540 151 000 1 458 571 000 , (s— 197 762 000) (s— 175 566 000) (— 146 959 000) sonstige täglich fällige
Verbindlichkeiten. 678 879 000 573 474 000 559 237 000 (+ 12 852 000) (+ 46 197 000) (+. 12 445 000)
sonstige Passiva .. 67 835 000 86 764 000 67 502 000 ((+ 2 352 000) (+ 1148 000) (+ 3 149 000)
180 000 000 (unverändert)
180 000 000 (unverändert) 64 814 000 (unverändert)
180 000 000 (unverändert)
(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie“.)
Erdwachs⸗ und Petroleumfunde in der Gemeinde Körösmezö in Ungarn.
Die Zestun. über Erdwachs⸗ und Petroleumfunde in der Gemeinde Körösmezö, Komitat Maͤramaros, und über die Ge⸗ sellschaft, die sich zur Ausbeutung der Funde gebildet hat, wird von der Handels⸗ und Gewerbekammer in Debreczen dahin richtig gestellt, daß das Unternehmen höchst zweifelhafter Natur und Petroleum dort bis jetzt noch nicht gefunden worden ist. Die Auskunft der Handels⸗ und Gewerbekammer in Debreczen liegt während der nächsten vier Wochen im Bureau der „Nach⸗ richten für Handel und Industrie“, Berlin NW. 6, Luisenstraße 33/34, im Zimmer 241 für Interessenten hnn Einsichtnahme aus und kann nach Ablauf dieser
rist auswärtigen Interessenten auf Antrag für kurze Zeit übersandt werden. Die Anträge sind an das Reichsamt des Innern, Berlin W. 64, Wilhelmstraße 74, zu richten. (Nach einem Bericht des Kaiserlichen Konsulats in Budapest.)
8 ““ Rußland. v
Aufhören der Vergünstigung der zollfreien Einfuhr von Maschinen für die Goldindustrie. Laut einer in der „Handels⸗ und Industrie⸗Zeitung“ vom 14 /27. Dezember 1908 ver⸗ öffentlichten Bekanntmachung des Handelsministers soll die Ver⸗ günstigung, betreffend zollfreie Einfuhr von ausländischen Maschinen und Maschinenteilen für die sibirische und uralische Goldindustrie, die am 1. Januar 1909 abgelaufen ist, gemäß einem besonderen Beschlusse des Ministerrats vom 11. Novemder 1908 nicht mehr ver⸗ längert werden. v1“
8.23
Weltausstellung in Brüssel 1910.
DOpbgleich die Anmeldefrist für die deutsche Abteilung erst am 1. April 1909 abläuft, liegt es doch im Ser der Firmen, welche eine Beteiligung an der Weltausstellung in Brüssel 1910 in Aus⸗ sicht genommen haben, ihre Anmeldung möglichst bald zu bewirken, da bei der zunehmenden Beanspruchung der zur Verfügung stehenden Plätze es nicht ausgeschlossen ist, daß die Anmeldung überhaupt nicht oder doch nicht in der gewünschten Weise Berücksichtigung finden kann. Die Ausstellungsdrucksachen werden den sich für die Ausstellung interessierenden Firmen vom Reichskommissariat in Berlin NW.
Luisenstraße 33/34, auf Ersuchen kostenlos übersandt.
. Industriebegünstigungen in Rumänien.
E rumänische Ministerrat hat auf Grund des Industrie⸗ begünstigungsgesetzes der Glykosefabrik der Aktiengesellschaft Colentina in Herästran, Bezirk Ilfov, die zollfreie Eenfuhr für Maschinen, Maschinenteile und Zubehörstücke, aus⸗ genommen Rohmaterial, bis zum 13. April 1913, der Tuchfabrik Radu Puricel in Buzäu die zollfreie Einfuhr von 5000 kg Olein bewilligt.
Ferner hat derselbe der Kartonn agenfabrik Providenta“ von H. Steinberg in Bukarest, Calea Serban Vodg Nr. 204, die zollfreie Einfuhr für Maschinen, Maschinenteile und Zubehörstücke auf die Dauer von 15 Jahren bewilligt. (Nach Berichten des Kaiserlichen Konsulats in Bukarest.) 1— Serbien.
Zollbehandlung von Maschinenteilen. Im serbisch⸗ weizerischen Handelsvertrag (Deutsches Handels⸗Archiv 1907 I. . 570) ist im zweiten Absatz der Nr. 639 des Tarifs für die Einfuhr in Serbien Zollfreiheit vereinbart für alle Maschinen für die Textilindustrie: Webstühle, Kalander, Maschinen zum Zylindrieren, Krempeln, Fespelas Pressen, Gaufrieren, Trocknen usw., Maschinen für die Müllerei, Brauerei, Zement⸗, Ziegel⸗ und Ton⸗ warenfabrikation, Buchdruckerei, Gerberei und alle andern Industrien, Maschinen zur Papierfabrikation usw.; einzelne Teile aller dieser Maschinen. Nach einem Rundschreiben des serbischen Finanzministers an die dvn vom 11. Dezember 1908 ist diese Bestimmung bei der finfuhr von einzelnen Maschinenteilen bis jetzt verschieden ausgelegt worden. Einige Zollämter haben die Verzollung nach Tarif⸗Nr. 639 vorgenommen, während andere die Anmerkung zu Tarif⸗Nr. 641 an⸗ gewendet haben, wonach allein eingehende Maschinenteile der Ver⸗ zollung nach Beschaffenheit des Materials unterliegen.
1“
Im Interesse einer gleichmäßigen Anwendung des Tarifs hat der Finanzminister in dem vorerwähnten Rundschreiben angeordnet daß die Bestandteile aller unter die Vertragsbestimmung der Taris⸗ Nr. 639 fallenden Maschinen, mögen sie einzeln oder mit den Maschinen eingehen, wie die letzteren behandelt werden sollen. Die Anmerkung zu Nr. 641 des allgemeinen Zolltarifs soll auf diese Masshanpi nicht angewendet werden. (Schweizerisches Handelz⸗ amtsblatt.
Zolltarifierung von Waren. Ausfütterungen von Scha⸗ mottesteinen können bei gußeisernen Oefen nicht als Verbindung im Sinne des Tarifs angesehen werden und haben auf die Verzolun der Oefen gemäß Ziffer 22 des Erlasses vom 31. August (a. Sth 1907, Z. Nr. 18 keinen e (Rundschreiben des Finanz⸗ ministers vom 23. November (a. St.) 1908, Z. Nr. 25 102. —
„Srpske Novine“.)
Als Eisendraht, mit Kupfer überzogen, ist solcher nicht anzusehen, der seinen blaßroten Glanz durch sogenannte Verkupferung erhalten hat (das ist durch Hindurchziehen durch eine Kupfersalz⸗ lösung), wodurch eine sehr schwache Verkupferung nur zum Rostschutz erreicht wird. Man kann derartig verkupferte Eisendrähte von echt verkupferten — mit Kupfer überzogenen — leicht unterscheiden, we⸗ bei ersteren durch den blaßroten Glanz deutlich die Eisenfarbe sicht⸗ bar ist, was bei den echt verkupferten Drähten durchaus nicht der Fall ist, indem bei diesen nur die reine und glänzende Kupferfarbe und nicht auch die Eisenfarbe sich zeigt. Demäaufolge sind verkupferte Drähte nach Tarif⸗Nr. 538 Ziffer 1 zu verzollen, wenn sie nichl wegen ihrer Verarbeitung von der Verzollung nach dieser Tarifnummer ausgeschlossen sind; dagegen werden nach Tarif⸗Nr. 538 Ziffer 2, außer den bei dieser Tarifstelle aufgeführten Drähten, auch echt ver⸗ kupferte, d. h. mit Kupfer überzogene Eisendrähte verzollt. (Desgl. vom 23. November (a. St.) 1908, Z Nr. 25 103. — Ebenda.)
Buchdeckpapier und Papier für andere technische nece fällt nur dann unter Tarif⸗Nr. 451, Ziffer 3, wenn es mit ücksicht auf den Erlaß vom 15. Januar (a. St.) 1907, Z. Nr. 1099,²) als Schreibpapier anzusehen ist. Andernfalls ist es nach Tarif⸗ Nr. 451, Ziffer 1, als Druckpapier 21 zu behandeln. Weist derartiges Papier noch besondere Bearbeitungen auf, wie sie in den Nummern 451, 455, 456 usw. vorgesehen sind, so ist es nach diesen Nummern zu verzollen. (Desgl. vom 18. November (a. St.) 1908, Z. Nr. 24 546. — Ebenda.)
¹) Deutsches Handels⸗Archiv 1908 I S. 627.
²) Deutsches Handels⸗Archiv 1907 I S. 433. (Hiernach ist als Schreibpapier nur solches Papier zu behandeln, das in gebrauchs⸗ üblichem Format für Schreibzwecke und in Ries oder Halbries ver⸗ packt eingeht.) . 1
8
Gründung einer neuen Gesellschaft zur Diamant⸗ gewinnung in Arkansas.
Eine neue Schürfgesellschaft hat sich am 3. Dezember 1908 in Little Rock, der Hauptstadt des Staates Arkansas, unter dem Namen „The Arkansas Diamond Company“ mit einem Kapital von 1 Million Dollars bei der zuständigen Behörde eintragen lassen. Sie tritt an die Stelle der von ihr ausgekauften Little Rock Diamond 141, Company, deren drei hauptsächliche Gesellschafter eine Majorit der Aktien der neuen Gesellschaft erhalten haben. Das Geschäft ist eeenhe worden, nachdem der neue Minensachverständige der bis⸗ herigen Gesellschaft, John T. Fuller, der fünf Jahre in den süd⸗ afrikanischen Diamantfeldern tätig gewesen war, einen sehr günfthen Befund des Diamantfeldes von Arkansas und einen ausführbaren Plan für den Abbau festgestellt hatte. (Bericht des Kaiserlichen Konsulatt in St. Louis.) “ “
Die Kinlochleven⸗Werke der British Aluminium
Company.
Nach einem Ausschnitt aus dem Engineering Supplement der „Times vom 16. Dezember 1908 sollen die Kinlochleven⸗Werke der British Aluminium Companv, die größte Turbinenanlage Groß⸗ britanniens zur Gewinnung elektrischer Kraft, zu Beginn des Jahres 1909 in Betrieb genommen werden. K
Die Ausnutzung der natürlichen Wasserkräfte durch elektrodyna⸗ mische Maschinen ist in Großbritannien bisher nur in 5 Umfang erfolgt. Als Grund dafür wird angeführt, daß der Kohlen⸗ reichtum des Landes bisher keine Veranlassung bot, neue Kraftquellen zu erschließen. In der Hauptsache dürfte sich die Erscheinung jedoch daraus erklären, daß die Bodengestaltung Großbritanniens den ge⸗ dachten Zwecken nicht sonderlich günstig ist. Immerhin verfügt Schottland über zahlreiche Gewässer, deren Gefälle für elektrische Kraftanlagen nutzbar gemacht werden können.
Einen besonderen Anstoß hierzu scheint die Entwickelung der Aluminiumindustrie gegeben zu haben. Bereits im Jahre 1895 batte die British Aluminium Company an den alls in der Nähe von Inverneß in Schottland eine Turbinenanlage errichtet, um Aluminium auf elektrischem Wege zu gewinnen.
Der Erfolg dieses Unternehmens und die Preisbewe 22 auf dem Aluminiummarkte veranlaßten sie im Jahre 1905, eine ähnliche Anlage in größerem Stile an dem Loch Leven unterhalb des Ben Nevis in der schottischen Grafschaft Argyll, die oben genannten Kinlochleven⸗Werke, in Angriff zu nehmen.
Die Gesellschaft hat oberhalb des Loch Leven das durch den Blackwaterfluß in den Loch Leven entwässerte Rannoch⸗Moor durch einen Damm von 900 m Länge und 26 m größter Höhe abgeschlossen und dadurch ein Staubecken von rund 2300 ha Ausdehnung und etwa 90 Millionen Kubikmeter Fassungkraum gebildet, dessen Spiegel reichlich 300 m über dem Meere liegt.
Von dort wird das Wasser in eine Kammer geleitet, die 280 m über dem Turbinenhause liegt und durch sechs in Deutschland be⸗ stellte Rohre den Turbinen zugeführt, die zusammen über 30 000 Pferdestärken liefern sollen.
Wegen weiterer technischer Einzelheiten wird auf den oben er⸗ wähnten Artikel sowie auf eine andere Besprechung des Engineering Supplement der „Times“ vom 1. April 1908 verwiesen. 3
Fün weitere Ausschnitte aus der „Times“ enthalten eine im Mai und Juni 1908 anscheinend von der Gesellschaft zu Reklamezwecken veröffentlichte Artikelserie, aus der .2ö interessieren dürfte, daß die Gesellschaft große Geländeflächen für die Gewinnung von Tonerde in Frankreich (Departement Var) besitzt und diese zunächst 22—2 will, um ihre einheimischen Lager an der Nordostküste Irlande zu schonen.
Die bezeichneten sieben Zeitungsartikel liegen während der nächsten vier Wochen in der Zeit von 10 Uhr Vormittags bis 3 Uhr Nachmittags in dem Bureau der
Nachrichten für Handel und Industrie“, Berlin NW. 6, Luisenstra * 33/34, im Zimmer 241 zur Einsichtnahm? auß. Sie können nach Ablauf dieser Frist auf Antrat für kurze Zeit deutschen Interessenten 1ugesandt werden. Die Anträge sind an das Reichsamt des Innern, Berlin W. 64, Wilbelmstraße 74, zu richten. (Bericht del Kaiserlichen Generalkonsulats in London.]
Beschränkung der Einfuhr von Bienen, Hnigunt
Wachs. Laut einer Proklamation der r; der Kap.
Nr. 394 vom Jahre 1908, ist die Einfuhr von Bienen sowie ihrer Larven und Eier in die Kapkolonie, außer für die Regierung der Kolonie, verboten. Die Einfuhr von Hontg und Bienenwachs sein⸗ schließlich der künstlichen Waben) ist nur mit vorher eingeholter schrift⸗ licher Erlaubnis des Ministers für Landwirtschaft gestattet. (The Board of Trade Journal)
EI
nehr beschränkt werden, und zwar in der Wei ten, denen die Zollbefreiung des einzuführenden Materials ver⸗
nische Text des neuen Bergbaugesetzes für Guatemala
Pen sprena der nächsten 4 Wochen im Bureau der
für Handel und Industrie“, Berlin NW. 6,
zuisenstraße 33/34, Zimmer 241, zur Einsichtnahme aus
und kann nach Ablauf dieser Frist Interessenten auf Antrag für kurze
eit übersandt werden. Die Anträge sind an das Reichsamt des nnern, Berlin W. 64, Wilhelmstraße 74, zu richten.
lieg
China.
Zollfreiheit für Eisenbahnmaterial. Verschiedenen Elsenbahngesellschaften war in Verträgen mit der chinesischen Regierung Zollfreiheit für Eisenbahnmatertal zugestanden worden. Diese Begünstigung veranlaßte andere in China tätige Eisenbahn⸗ gesellschaften, gleichfalls bei der Regierung um zollfreie Einfuhr der von ihnen benötigten Materialien vorstellig zu werden, was den einzelnen Gesellschaften auch von Fall zu Fall auf Grund Kaiser⸗ licher Edikte zugebilligt wurde. Diese Vergünstigungen sollen nun⸗
se daß den Gesell⸗
seaftre zugestanden worden ist, die Vergünstigung belassen, den underen dagegen, denen sie auf besonderen Antra ls durch Kaiserliches Edikt zugebilligt worden ist, nur auf 3 Jahre nach dem Tage der Genehmigung ihrer Linien gewährt wird.
Zu den vollbegünstigten Gesellschaften gehören die folgenden Lnien: Peking -Hankau, Tschengting-—Taijuan, Kaifeng — Honan, Taukou-—- Tschinghua, chinesische Ostbahn, Dongdang — Lungtschau, Laokay —Jünnan, Schanghai— Nanking, ferner die kaiserliche Eisen⸗ hahn von Nordchina und die Bahn Kiautschou —Tsinanfu. Alle anderen Eisenbahngesellschaften müssen nach Ablauf von 3 Jahren das von ihnen eingeführte Material verzollen, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob es 8** Staats⸗ oder Privatbahnen handelt. (Daily Consular and Trade Reports.)
Ausschreibungen. 1 8
Vergebung von Bauarbeiten für die Lokalbahn Verenczanka — Okna in Oesterreich⸗Ungarn am 25. Januar 1909, 12 Uhr, durch die Kaiserlich Königliche Betriebsleitung in -1 Die zu bauende Strecke reicht von 0,0 km bis 23 ½ km. Näheres bei der genannten Betriebsleitung und beim „Reichsanzeiger“ [von 9 bis 3 Uhr).
Lieferung und Montierung einer Niederdruckdampf⸗ heizungsanlage usw. für das neue Uebernachtungsgebäude für Zugbegleiter in der Station M. Ostrau⸗Oderfurt. Verhandlung: 25. Januar 1909, 12 Uhr, K. K. Nordbahndirektion Wien. Näheres Frhes erwähnten Direktion und beim „Reichsanzeiger“ (von 9 bis
¹).
Ausführung einer Niederdruckdampfheizungs⸗ und Varmwasserzubereitungsanlage sowie einer Wasser⸗ leitung für das neu zu erbauende Kasernengebäude für Zugbegleiter in der Station Villach. Termin: 29. Januar 1909, 12 Uhr, K. K. Staatsbahndirektion Villach. Näheres bei der erwähnten Direktion und beim „Reichsanzeiger“ (von 9 bis 3 Uhr).
Lieferung des Jahresbedarfes an isolierten Drähten und Schaltkabeln für die K. K. Postökonomieverwaltung in Wien. Verhandlung: 30. Januar 1909, 12 Uhr. Näheres bei der erwähnten Verwaltung und beim „Reichsanzeiger“ (von 9 bis 3 Uhr).
Lieferung und Aufstellung eines fahrbaren Ladekrans nit 30 Tonnen Tragfähigkeit ber den Bahnhof in Bielitz. Termin: 8. Februar 1909, 12 Uhr, K. K. Staatsbahndirektion Wien. Näheres 115 erwähnten Direktion und beim „Reichsanzeiger“ (von 9 bis
r).
Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 21. Januar 1909:
Muhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen
Zweifelhafte ausländische Firmen. Ueber eine Pariser irma, die sich mit Anfertigung von vergrößerten Porträts nach Photographien befaßt und sich zu bofserlofer Anfertigung einer Ver⸗ größerung nach einer Photographie erbietet, ferner über eine Firma in Tokio, die sich mit dem Vertrieb und der Einfuhr von Maschinen und nedizinischen Instrumenten befaßt und sich unter 87 Vorwänden ihren Zahlungsverpflichtungen zu entziehen pflegt, sowie über Firmen in London (Export, Import, hauptsächlich von Butter), in Genf Repräsentant, Advvokat, Papier⸗ und Postkartenhandlung) und in Barcelona (Vertretungen) sind den Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin Mitteilungen zugegangen. Vertrauenswürdigen Interessenten vird im Zentralbureau der Korporation, Neue Fedeera⸗ 51 1, 84⁷ Werktagen zwischen 9 und 3 Uhr mündlich nähere Auskunft
eben.
— Die Otavi Minen⸗ und Eisenbahn⸗Gesellschaft, Berlin, brachte zur Verschiffung in den 9 Monaten April bis Deäember des laufenden Geschäftsjahres 1908/09: 20 331 t Erze sher 8029 t des Vorjahrs, 2452 t Kupferstein gegen 30 t des Vor⸗ sfahrs, 2274 t Werkblei gegen — t des Vorjahrs. Die Betriebs⸗ einnahmen der Eisenbahn betrugen in den 9 Monaten: 3 476 000 ℳ gegen 3 047 662 ℳ des Vorjahrs. Die Betriebsausgaben: 1257 000 ℳ gegen 1 292 076 ℳ des Vorjahrs.
— Die Deutsche Bank, Berlir, hat, laut Meldung des „W. T. B.“, an ein Syndikat, an dessen Spitze die New Yorker Fiema Hlairk and Co. steht, vier Millionen Dollars 4 % eern Maryland
onds verkauft. Die Deutsche Bank hatte vor einigen Jahren der Western Marylandbahn einen Vorschuß von drei Millionen Dollars Fewährt, den die Bahn wegen der ungünstigen amerikanischen Ver⸗ dältnisse bei Fälligkeit nicht nurückgezahlt hat. Die Deutsche Bank nahm infolgedessen die ihr als Sicherheit überwiesenen First ortgage Bonds, die nunmehr an das Syndikat verkauft wurden. 8 In der gestrigen Fruptversamnelans des Stahlwerks⸗ erbandes wurde, laut Meldung des „W. T. B.“ aus Düsseldorf, die Geschäftslage, wie folgt, — Auf dem Inlandsmarkte 2 Halbzeug sind seit dem letzten Bericht wesentliche Veränderungen ast eingetreten. Die Abnehmer haben ihren Bedarf für das rste Vierteljahr zum größeren Teil gedeckt, zum Teil find Nachtragsaufträge zu erwarten. Der Auoslandsmarkt lag d terhin 7 in England heerscht jedoch eine zuversicht⸗ dür Stimmung hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Ge⸗ ifts. In schwerem Eisenbahnoberbaumaterial wurden weitere hedarfsmengen von deutschen Bahnen aufgegeben. Im Übrigen — ie Spezifikationen entsprechend dem gegen das Vorjahr aufgegebenen eringeren Bedarf ein. Im Uruben jenengeschäft ist eine leichte erung zu verzeichnen. Per Spebügtatzongeilgan ist reichlicher als ezember. Das Gleiche gilt vom Rillenschienengeschäft, wo 2 rere DShes Aufträge mit deutschen Städteverwaltungen getätigt erden. uf dem Auslandsmarkie scheint 98 in Vionolschienen afalls eine Besserung anbahnen zu wollen. Die Anfragen ireffen in nezter Jeit häufiger ein, und verschiedene Aufträge von größerem Umfange urden abgeschlossen. Dagegen läßt das 1ncle daocsace in Rillen⸗ und stubenschtenen immer noch zu nascfae g Nach wie vor tritt sa der fremde, besonderd 8 belgische Weltlbewerb mit Preisunter⸗ 8 sungen auf. Das Inlandsgeschäft in Formeisen hat durch die Ge⸗ üdrung des Preisnachlasses für Winterbezüge eine lebhafte Anregung Füälten. Von einer großen Anzahl. Abnehmer wurde nicht nur ihr zacilh auf die zur Verfügung gestellten 200 000 Ponnen mit Preis⸗
abgerufen, sondern sie haben auch weitere Mengen ohne diesen
babatt dinzugekauft Im Auoölande c vaslcnn der Winter⸗
vreszeit noch Zurückhaltung, doch scheint eine gewisse Belebung für das Srüchad, anzubahnen.
Barren das Kilogramm 2790 Br., 2784 Gd. Sillder
— Die Vogtländische Industrie⸗ und Plantagengesell⸗ schaft m. b. H. beschloß, wie der aeoorandig. Anzeiger“ laut Meldung des „W. T. B.“ berichtet, in einer in Plauen abgehaltenen Generalversammlung, das Stammkapital für den weiteren Ausbau der im Besitze der Gesellschaft befindlichen Plantagen „Heidehaus“ bei Tanga und „Vogtland“ bei Pangani um ℳ zu erhöhen. Von den müpesenden Gesellschaftern wurden sofort 114 000 ℳ des neuen Kapitals fest übernommen. Die Berichte über den Stand der Plantagenbauten lauten bisher nur günstig.
— Die bayerischen Staatseisenbahnen vereinnahmten im Dezember 1908 bei einer Betriebslänge von 6698 km (i. V.: 6528 km): 13 990 000 ℳ (i. V. endgültig: 13 711 862 ℳ). Gesamt⸗ einnahme Januar mit Dezember: 195 790 000 ℳ (i. V. endgültig: 194 386 240 ℳ). — Der Betriebsüberschuß der Gotthardbahn betrug im Dezember 1908: prov. 370 000 Fr. (Dezember 1907: prov. 190 000 Fr., endgültig 540 317 Fr.). — Laut Meldung des „W. T. B.“ betrugen die Einnahmen der Anatolischen Uisen⸗ bahnen vom 1. bis 7. Januar 1909: 91 720 Fr. (gegen 1908 — 44 218 Fr.). — Die Bruttoeinnahmen der Orientbahnen, 1265 km, betrugen in der Woche vom 8. bis 14. Januar 1909: 209 160 Fr. (mehr 14 036 Fr.), seit 1. Januar: 365 602 Fr. (weniger
74 089 Fr.).
— Nach einer durch „W. T. B.“ übermittelten Mitteilung der Kaiserlich russischen Finanz⸗ und Handels⸗Agentur ergab der Kassenausweis der Kaiserlich rufsischen Regierung vom 1./14. Oktober 1908 folgende Ziffern (alles in Millionen Rubel): Ordentliche Einnahmen 1705,6, außerordentliche Einnahmen 145,1, ordentliche Ausgaben 1611,7, außerordentliche Ausgaben 126,9. Ver⸗ glichen mit derselben Periode des Vorjahres b5. die Einnahmen in folgenden Rubriken eine Vermehrung auf: Grundsteuer, Im⸗ mobiliensteuer und Personalabgaben 3,8, Reichsgewerbesteuer 3,3, Tabaksteuer 1,4, Naphthasteuer 4,8, Zündholzsteuer 1,3, Zölle 18,7, Stempel⸗, Gerichts⸗, Kanzlei⸗ und Albken 4,9, Besitz⸗ wechselabgaben 4,4, Eisenbahnpassagier⸗ und Eilgutsteuer 1,2, Ver⸗ schiedene Einnahmen 1,1, Posteinnahmen 1,9, Ertrag des fiskalischen Branntweinverkaufs 4,1, Pacht⸗, Miet⸗ und Betriebsberechtigungs⸗ erträgnis 1,2, Staatsfabriken, technische Anstalten und Niederlagen 1,6, Ertrag aus den dem Fiskus gehörenden Kapitalien und aus Bank⸗ geschäften 2,0, Obligatorische Zahlungen der Eisenbahngesellschaften 1,7, Rückerstattung von Darlehen und sonstigen Aufwendungen 6,4, Beiträge an die Reichsrentei aus anderweitigen Quellen 9,3. Ein Minus weisen auf: Kapitalrentensteuer 1,1, Getränkesteuer 1,5, Zuckersteuer 13,4, Münzsteuer 2,5, Staatseisenbahnen 6,7, Verschiedene kleine und zufällige Einnahmen 3,6.
St. Petersburg, 21. Januar. (W. T. B.) Ein Ukas des Kaisers an den Finanzminister genehmigt die Emission der 4 ½ % igen Anleihe im Nominalbetrage von 525 Millionen Rubel.
Konstantinopel, 21. Januar. (W. T. B.) Die Ein⸗ nahmen der Türkischen Tabak⸗Regie⸗Gesellschaft betrugen im Monat Dezember 1908: 18 800 000 Piaster gegen 20 400 000 Piaster in der gleichen Periode des Vorjahres.
Konstantinopel, 21. Januar. (W. T. B.) Aus bester Quelle verlautet, die Gründung einer türkischen Hypothekenbank unter insbesondere französischer Leitung ist infolge eines zwischen der Ottomanbank und der Banque de Paris et des Pavs⸗Bas getroffenen X“ zum Zwecke gemeinsamen Vorgehens nunmehr ge⸗
ert.
London, 21. Januar. (W. T. B.) Bankausweis. Total⸗ reserbve 22 443 000 (Zun. 1 430 000) +₰ Sterl., Noten⸗ umlauf 29 065 000 (Abn. 28 000) . Sterl., Barvorrat 33 058 000 (Zun. 1 402 000) Pfd. Sterl., Portefeuille 29 519 000 Abn. 661 000) Pfd. Sterl., Guthaben der Privaten 41 121 000 Abn. 1 759 000) Pfd. Sterl., Guthaben des Staats 7 648 000 Zun. 1 987 000) Pfd. Sterl., Notenreserve 21 007 000 (Zun. 1 397 000)
fd. Sterl., egierun sscherden 14 801 000 (Abn. 500 000) Pfd. terl. Prozentverhältnis der Reserve zu den Passiven 46 gegen 43 ¼ in der Vorwoche. Clearinghouseumsatz 275 Millionen, gegen die ent⸗ sprechende Woche des Vorjahres mehr 26 Millionen. aris, 21. Januar. (W. T. B.) Bankausweis. Barvyor⸗ rat in Gold 3 586 361 000 (Zun. 30 976 000) Fr., do. in Silber 884 158 000 (Zun. 3 963 000) Fr., Portefeuille der Hauptbank und der Filialen 798 361 000 bn. 79 928 000) Fr., Notenumlauf 5 052 775 000 (Abn. 58 938 000) Fr., Laufende Rechnung der Privaten 800 463 000 (Zun. 82 228 000) Fr. Guthaben des Staatsschatzes 96 516 000 (Abn. 18 925 000) „ Gesamtworschüsse 522 521 000 (Abn. 8 535 000) Fr., Zins⸗ und Diskonterträgnis 3 207 000 (Zun. 432 000) Fr. — Verhältnis des Baworrats zum Noten⸗ umlauf 88,47. 111A1“
Kursberichte von den auswärtigen Fondsmärkten. Hamburg, 21. Januar. (W. T. B.) Ecala.) Gold in
Barren das Kilogramm 70,75 Br., 70,25 Gd.
Wien, 22. Januar, Vormittags 10 Uhr 50 Min. (W. T. B.) Einh. 4 % Rente M./N. pr. Arr. 94,20, Oesterr. 4 % Rente in Kr.⸗W. p. ult. 94,30, Ungar. 4 % Goldrente 110,25, Ungar. 4 % Rente in Kr.⸗W. 91, 10, Türkische Lose per M. d. M. 182,50. Buschtierader Eisenb.⸗Akt. Lit. B —,—, Nordwesthahnakt. Lit. B per ult. —,—, Oesterr. Staatsbahn per ult. 674 50, Südbahngesellschaft 102 00, Wiener Bankverein 514,50, Kreditanstalt. Oesterr. per ult. 626 50, Kreditbank, Ungar. allg. 725,50, Länderhank 435,50, Brüxer Kohlenbergwerk —,—, Montangesellschaft, Oesterr. Alp. 631,25, Deutsche Reichsbanknoten pr. ult. 117,15, Unionbank 531,00, Prager Eisenindustriegesellschaft —.
London, 21. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) 2 ½ % Eng⸗ lische Konsols 83 ½, Silber 231 ⁄11. — Bankausgang 230 000 Pfd.
terl.
Paris, 21. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) 3 % Frang. Rente 96,45. .
Madrid, 21. Januar. (W. T. B.) Wechsel auf Paris 11, 30.
Lissabon, 21. uar. (W. T. B.) Goldagto 22 ½.
New York, 21. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) Bei Beginn der Börse trat eine entschiedene Tendenz nicht in Erscheinung. Dann aber stiegen Stahltrustaktien auf die Annahme hin, daß der demnächst Quartalsausweis des Stahltrustes guünstig lauten werde, und dies —, ein allgemeines An⸗ Rehen der Kurse. Realisierungen führten zwar vorühbergehend * einem Rückschlage, sedoch am Nachmitta wirkten die
estigkeit der tahltrustwerte und die Meldung, daß die Bondsausgabe der Eriehahn nunmehr genehmigt sei, g. 2 auf die Stimmung ein und die Kurse erfuhren von neuem eine Besserung. Die Amalgamated Copper Company erklärte eine Quartalddividende von ½ %. Schluß fest, aber ruhig. Für Londoner Rechnung wurden 15 000 Stack Aktien verkauft. Fienumsat 570 000 Stück. Geld auf 24 Stunden Purchschn. Zinsrate 1-d, do. Zinsrate für lehtes Parlehn des Tages 3 Wechsel auf London (60 Lage) 9* Codle Trandfers 4.87,60, Silber, Commercial Bars 51 8, Wmnalgamated Copper 78 ⅛. Tendenz fürn Geld: Leicht. 1
Rio de Janeiro, 21. Januar. (W. T. B.) Wechsel auf London 15 ½ .
Kurdsberichte von den auewärtigen Warenmärkten. ssener Börse vom 21. Janugr 1909. Wmtltcher Kurevergche.
8*½ en, Koke und Briketts. (GPreisnotterungen des Rheheif We fälischen Kohlensyndikate für die Loune ad Werk.) 1. und Flammkohle: 4. Gasförderkohle 18,50 —15,00 ℳ. flammförderkohle 11,50 —12,50 ℳ, 9. Flammforde 11,50 ℳ, 4. Feaseacl 18,50. 14,50 ℳ, l 4¼ F t. Nußkohle gew. Koen 1 und A No. 14 do. do.
15 00. 18.50 , do. do. 17 00 18,529 ℳ. . rugkohle 0—20/30 mm. * 9,50 ℳ, do. 050/60 una 8
1,00 ℳ. h. Gruskohle 7,00 —9,50 U. Fettkohler * tohle 11,00 I1,80 . d. Bestuelierte Kodle 18,50. 18.
sodedrnge svmödeäaische Zeordeltung 8
“ “
c. Stückkohle 13,50 — 14,00 ℳ, d. Nußkohle, gew. Korn I 13,50 bis
14,50 ℳ, do. do. II 13,50 — 14,50 ℳ, do. do. III 13,00 — 14,00 ℳ, do. do. IV 12,00 — 13,00 ℳ, e. Kokskohle 11,00 —- 12,00 ℳ; III. Magere Kohle: a. Förderkohle 10,00 — 11,00 ℳ, b. do. melierte 11,25 — 12,25 ℳ, c. do. Si se nach dem Stück⸗ 5 12,25 — 14,00 ℳ, d. Stückkohle 13,00 — 15,00 ℳ, e. 2 kohle, gew. Korn I und II 14,50 — 17,50 ℳ, do. do. III 16,00 bis 19,00 ℳ, do. do. IV. 12,00 — 13,50 ℳ, f. Anthrazit Nuß Korn I 19,50 — 20,50 ℳ, do. do. II 21,00 — 24,50 ℳ, g. Fördergrus 9,50 bis 10,00 ℳ, h. Gruskohle unter 10 mm 6,50 — 8,50 ℳ; IV. Koks: a. g. 14,50 — 16,50 ℳ, b. Gießereikoks 19,00 — 21,00 ℳ, c. Brechkoks I und II 21,00 — 24,00 ℳ; V. Briketts: Briketts je nach Qualität 11,50 — 14,25 ℳ. Die nächste Börsenversammlung findet am Montag, den 25. Januar 1909, Nachmittags von 3 ¼ bis 4 ½ Uhr, im „Stadtgartensaale“ (Eingang Am Stadtgarten) statt.
Magdeburg, 22. Januar. (W. T. B.) Zuckerbericht. Korn-⸗ lucker 88 Grad o. S. 9,80 — 9,85. Nachprodukte 75 Grad o. S. 8,05 bis 8,20. Stimmung: Stetig. Brotraffin. I o. F. 19,87 1”. 3 Kristallzucker I mit Sack —,—. Gem. Raffinade m. S. 19,62 ½ — 19,87 ½. Gem. Melis I mit Sack 19,12 ½ — 19,37 ½. Stimmung: Ruhig. Rohzucker I. Produkt Transit frei an Bord Hamburg: Jannar 20,50 Gd., 20,60 Br., —,— bez., Februar 20,55 Gd., 20,60 Br., 20,85 Gd., 20,90 Br., —,— bez. August 21,15 Gd., 21,20 Br., —,— bez., — Stimmung: Stetig. — Wochenumsatz 265 000 Zentner.
Cöln, 21. Januar. (W. T. B.) Rüböl loko 65,00, Mai 61 00.
Bremen, 21. Januar. (W. T. B.) (Börsenschlußbericht.) Privatnotierungen. Schmalz. Fest. Loko, Tubs und Firkin 51 ¼, Doppeleimer 52 ½4. Kaffee. Fest. — Offizielle otierungen 8 1“ Baumwolle. Stetig. Upland loko middl.
Hamburg, 21. Januar. (W. T. B.) Petroleum. Standard white loko geschäftslos, 7,70.
Hamburg, 22. Januar. (W. T. B.) Kaffee. (Vormittags⸗ bericht’)) Good average Santos März 33 Gd., Mai 32 ½ Gd., September 31 ¼ Sd., Dezember 30 ¼ Gd. Ruhig. — Zucker⸗ markt. (Anfangsbericht.) Rübenrohzucker I. odukt Bafis 88 %—. Rendement neue Usance, frei an Bord Hamburg Januar 20,50, März 20,65, Mai 20,85, August 21,15, Oktober 19,70, Dezember 19,60. Stetig. 48 1g 21. Januar. (W. T. B.) Raps August 13,70 Gd.,
3, t.
London, 21. Januar. (W. T. B.) 96 % Javazucker prompt, ruhig, 10 sh. 10 ¼ d. Verk. Rübenrohlucker Januar stetig, 10 sh. 2 d. Wert.
London, 21. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) Standard- Kupfer willig, 591 ⁄11¼, 3 Monat 60 ¼. 1
Liverpool, 21. Januar. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz: 12 000 Ballen, davon für Spekulation und Export 300 B. Tendenz: Fest. — middling Lieferungen: Fest. Januar 5,15, Januar⸗Februar 5,15, Februar⸗März 5,13, März⸗April 5,13, April⸗Mai 5,12, Mai⸗Juni 5,11, Juni⸗Juli
5,11, JuliAugust 5,10, August⸗September 5,02, Septembe
Oktober 4,97. 8
Glasgow, 21. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) Roheisen ruhig, Middlesborough warrants 48/7.
Paris, 21. Januar. (W. T. B.) (Schluß.) Rohzucker ruhig, 88 % neue Kondition 27 — 27 ¼. Weizßer Zucker stetig, Nr. 3 für 100 kg Januar 30 ¼, Februar 30 ¼, Män⸗JInuni 33 Mai⸗August 31 ¼.
Amsterdam, 21. Januar. (8. I. B.) Java⸗Kaff ordinary 35 ½. — Banlazinn 77 .
Antwerpen, 21. Jannaz. (☚. T.
Rafstniertes Taope weiß loka 22 . Br. do. Februar 22 %½ Br., d0. März⸗Poril Schmalz Januar 122.
New Pork, 21. Januar. (B. T. B.) (Schluß. Baummoilenrrig in New Pork 10,00, do. für Beferung der März .ü, du. sür Lieferung per Mai 9,63, Baummollegreig in New DOrieang e, Petroleum Standard white in New Pork 8,50, du. dn. in Philabeiphin 8,45, do. Refined (in Tases) 10,90. do. Seroit Balances u Dil Tity 1,78, Schmalz Western Steam 10,10, d Getreidefracht nach Liverpool 1 , Kuffer furr Rig Nr. 7 27, do.
Nr. 7 per Februar 5,70, do. do. pder April 5,30, Jucker Zinn 27,60 — 27,95, Kupfer 14,12 ¼ — 14,25.
“ Konzerte. 8 Das II. Konzert der Gefellschaft der Musikfreunde am Montag in der Philharmonte unter Oskar Frieds Leitung fand unter dem Protektorate Ihrer Durchlaucht der Fürstin Wilhelm zu Wied zum Besten der durch das Erdhebden in Süditalien in Not Geratenen hei recht zahlreicher Beteiitgu statt. An der Spitze des Programms stand ein großes Orchester von A. Scrihbine, „Le dvin Posme“ hettteit, dessen ineinander übergehende drei Sätze (Luttes- Voluptés- Jeu divinz eiwa eine Stunde Spielzeit in Anspruch nahmen. Das Werk ermangeit nicht der Stimmungsschöͤnhetten und mancher interessanten Itnzei⸗ heiten im thematischen Aufhau, spricht aber im gangen leine eigene Tonsprache. Alg Inhalt ist wohl ein Kunstler⸗ leben gedacht, das sich durch Kämpfe und Seidenschaften zur Abklärung hindunchringt. Aber sehr piaftisch tritt dieser Gedanle nicht hervor. Vor allem ist die Ausführung zu lang geraten. 88 fand auch nur mäßigen Beifall, der mehr der aufopfernden B des Dirigenten und des Philharmontschen DOrchesters Werke seldst galt. Im zweiten Teil des — vnaten sich die Hörer aber dem ungeschmälerten Genusse dingehen, den ihnen einige von Frieda Hempel mit ihrer filderhellen, leicht⸗ heweglichen Stimme gedotene Liedervortrüge und das den wärdigene Abschluß dildende Meistersingervorspiel von Wanner gewährten. — Der erste der dret angekündigten Symphonlschen Musikabende des Blüthnerorchesters unter Leitung don Iusef Stranaky (Hamdurg) ging. Zleichfalls am Monlag, im Blürhnersgal von⸗ statten. I. bon Bruckners * sechste Sdaphonle leiteze den Abend nicht gerade erfolgret G rissenbeit der Tonsprache Bruchners wird in Nesem Werl stärker unden ald in seinen anderen Svaphomnten; der Flug der — erlahmmt hier oft unter der Schmwere und eenen des Aus⸗ druche. Auch die Wiedergahe der Fvadichtugg var nücht dactus angetan, dgs, wag Gules in ihr stockte, an das 2 2u örderit. Dar aec wohlgewandte Orchesterleiter dermochte den Stvff uicht Sch⸗ tekwonisch Kar auftzuahauen. Vyurtzeffliche elheiten doten krinen Ersatz ür dir mangelnde Geschloffenheit der Foem. Dieser umfangreie h schwlerigen Komposition liegz man als zwelte Nummer M Schillingo dekannte Tondichtung z8 * Wüdenhruchs Hexeulied folgen. Hier igten sich Virigent und Orchester ür diesen Abend don ihrer dessen Selte; kemperamtentvoll und klangschön wunden alle Kuancen herausgebracht. Die euseen den Dwhterwoörte trug, wie o e 4.Nüge⸗ c Er-
12 de d shes.
in dor. Die Wirkung gewann an Wese durch die we r-
innerung an das eben erfelgte Henschelden Wüildenbrucht.
ebnak Stimtmung, de sich müch Resem melodramakischen Was
der rer demächtigt hatte, in dir F 822 wurde dürch eine Rakoezomark ere
eden Heschmacvall. .
schieu n Charakder einer Traue ebung
ehen “] I1“ hord, die under der Batrung fried Ocht am Piengtag dn Nchege⸗
Mit Ihrer Malestät der Kalseniu Wire e Kalsexliche und
darmonks stattfand.
de Heetedes der Wraasesene.