1909 / 185 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 07 Aug 1909 18:00:01 GMT) scan diff

b 9 ———A——

8

mittags, 4 stündig. Spitalklinik für kleine Haustiere, täglich Vor⸗

Niachmittags, 5 stündig.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinalangelegenheiten. Den Privatdozenten in der medizinischen Fakultät der niversität in Breslau Dr. Georg Wetzel, Dr. Bruno Ffomann und Dr. Paul Schröder ist das Prädikat „Pro⸗ essor“ beigelegt worden.

Urkunde,

betreffend die Errichtung einer fünften Pfarrstelle in der evangelischen Heilands⸗Kirchengemeinde zu Berlin, Diözese Berlin Stadt II.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts⸗ und Me Büünalongelegenheiten und des Evangelischen Oberkirchenrats sowie nach Anhörung der Beteiligten wird von den unterzeichneten Be 8 hierdurch folgendes festgesetzt:

Nachdem die mittels Urkunde d. d. Berlin, den 29. Juli/10. August 1901 in der Heilands⸗Kirchengemeinde in Berlin am 1. Oktober 1901 errichtete fünfte Pfarrstelle durch Urkunde d. d. Berlin, den 20./29. April 1907 als erste 18.. auf die am 16. Mal 1907 errichtete Reformations⸗Kirchengemeinde übergegangen ist, wird in der evange⸗ lischen Heilands⸗Kirchengemeinde zu Berlin eine neue fünfte Pfarrstelle errichtet. 8

8 Diese Urkunde tritt am 1. Sr2eber 1909 in Kraft.

Berlin, den 13. Juli 1909. Berlin, den 19. Juli

Königliches Konsistorium

der Frenn Brandenburg, bteilung Berlin. Steinhausen.

Königliche Polizeipräsident. In Vertretung: 8 Dumrath. 8

Dem Markscheider Wilhelm Dreikauß zu Huckarde ist von uns unterm 6. Juli d. J. die Berechtigung zur selb⸗ ständigen Ausführung von Markscheiderarbeiten innerhalb des preußischen Staatsgebiets erteilt worden.

Dortmund, den 3. August 1909.

Königliches Oberbergamt Liebrecht.

Vorlesungen und praktische Uebungen

an der Königlichen Tierärztlichen Hochschule zu Hannover.

Wintersemester 1909/1910. Beginn am 15. Oktober 1909.

Direktor, Geheimer Regierungsrat Dr. Dammann: Enzy⸗ opädie und Methodologie der Tierheilkunde, während der ersten eiden Semesterwochen täglich von 9—10 Uhr Vormittags.

vgiene) Dienstag bis Donnerstag von 9—10 Uhr Vor⸗ 1 ündig. Ueber Tropenkrankheiten, Freitag von 9 big

0. Uhr Vormittags, 1 stündig. Hygienische und seuchenklinische Uebungen und Demonstrationen, Sonnabend von 9 bis 10 Uhr Vor⸗ mittags, 1stündig. Uebungen im Anfertigen von Berichten.

eheimer Regierungsrat, Professor Dr. Kaiser: Exterieur des Pferdes und der übrigen Arbeitstiere, Dienstag und Mittwoch von 5—6 Uhr Nachmittags, 2 stündig. Tierzuchtlehre und Gestütskunde, Montag bis Mittwoch von 4—5 Uhr Nachmittags, 3 stündig. Die Beurteilung der Futtermittel nebst Uebungen in derselben, I von 4—5 Uir Nachmittags, 1stündig. Ambulatorische Klinik.

Geheimer Regierungsrat, Professor Tereg: Physiologie II Montag bis Donnerstag von 12 —1 Uhr Riütes Phystalogie 2 Pöpsiologische Chemie, Freitag und Sonnabend von 12—1 Uhr Mit⸗ ags, 2 stündig.

Professor Dr. Arnold: Anorganische Chemie, von 1—2 Uhr Nachmittags, 6 stündig.

Professor Boekther: Anatomie der Haustiere, Montag,

Dienstag und Mittwoch von 9—10 Uhr Vormittags und von 12—1 Uhr Mittags, Donnerstag, Freitag und Sonnabend von 12 bis 1 Uhr Mittags, in der ersten Semesterhälfte 9stündig, in der zweiten Semesterhälfte 6 stündig. Anatomische Uebungen, täglich Vormittags von 9— 12 Uhr. Professor Dr. Malkmus: Spoezielle Pathologie und Therapie, täglich von 8—9 Uhr Vormittags, 6stündig. Propädeutische Klinik und Spitalklinik für goßt Haustiere (Medizinische Klinik), täglich Vormittags von 10 —12 hr.

Professor Frick: Theorie des Hufbeschlags, Sonnabend von 8 9 Uhr Vormittags, 1 stündig. Spezielle Chirurgie, Montag von 9— 10 Uhr Vormittags, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 12 bis 1 Uhr Mittags, stündi Propädeutische Klinik und Spital⸗ klinik für größe Haustiere (Chirurgische Klinik), täglich Vormittags von 10—12 Uhr. Operationsübungen, Montag und Mittwoch von 2— 4 Uhr Nachmittagg, 4 stündig.

Professor Dr. Rievel: Fleischbeschau mit Demonstrationen, Montag,? ittwoch und Sonnabend von 12—1 Uhr Mittags, 3stündig. Spwezielle pathologische Anatomie, Montag, Dienstag und Donners⸗ tag bis Sonnabend von 1—2 Uhr Nachmittags, 5 stündig. Milch und Milchkontrolle, Mittwoch von 1—2 Uhr Nachmittags, 1 stündig. Pathologisch⸗anatomische Demonstrationen, je nach Material. Obduktionen, täglich, je nach vorhandenem Material.

Professor Dr. Künnemann: Arzneimittellehre (Pharmakognosie

nd Pharmakodynamik,, Montag und Dienstag von 8—9 Uhr Vor⸗ mittags, Freitag von 8—9 Uhr Vormittags und von 4—5 Uhr Nach⸗

mittags von 10—12 Uhr.

rofessor Haeseler: Physik, Montag bis Freitag von 5—6 Uhr Nachmittags, 5 stündig. Physikalisch⸗ 8 ü ößnütan sündor ikalische Uebungen, Freitag von 7 bis rofessor Dr. Otto: Ueber das Wesen und die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten des Menschen und sonstige bogienische e. Montag von 4—5 Uhr Nachmittags, 1 stündig. Dr. Schäff: Zoologie, Montag bis Freitag von 6—7 Uhr

Obertierarzt Koch: Fleischbeschauk 1 . I“ bon eens ch 1 vchas urse auf dem hiesigen Schlacht xr. Behrens: Ueber Befallungen v Vestia⸗ tAntrerpe Herbnüffe I.ttwoc 808 ienae heg etvgegnenh nhd mittags, ündig. a ägli 88 1 der 9 rmazeutische Uebungen, täglich Vor rosektor Dr. Herbig: Anatomisches Revpetitori bis Donnerstag von 5—6 Uhr Na 19se Lfeebir rium, u“ Repetitor Dr. Wolff: Chemische Repetitorien, Dienstag bis Donnerstag von 3—4 Uhr Nachmittags, 3 stündig. Repetitor Goedecke: Uebungen in der dheealschen und mikro⸗ skopischen Diagnosttk, Donnerstag von 3—4 Uhr Nachmittags, 1 stündig.

Repetitor Haae: Repetitorium der Chirurgie, Dienst 3— 4 Uhr Nachmittags, 1stündig. eg- nstag von

ur Aufnahme als Studierender ist der Nachweis des Reife⸗ rafse eines Gymnasiums, eines 5 18 rea stehend anerkannten höheren Lehranstalt erforderlich.

ärztlichen Staatsprüfungen in Deutschland nicht beanspruchen. ähere Auskunft erteilt auf Aufrage unter Zusendung des Pro⸗ gramms die Direktion der Tierärztlichen Hochschule. Hannover, den 31. Juli 1909. ö.¹“

Steine Exzellenz der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Wirkliche Gcheime Rat Freiherr von Schoen hat einen Urlaub angetreten. ““

Deutsches Reich. 1 Preußen. Berlin, 7. August. 8

Seine Majestät der Kaiser und König hörten, „W. T. B.“ zufolge, gestern vormittag an Bord der Jacht „Hohenzollern“ die Vorträge des Chefs des Marinekabinetts, Vizeadmirals von Müller und des Vertreters des Auswärtigen Amts, Gesandten von Treutler.

In der Zeit vom 1. April bis zum Schlusse des Monats Juni 1909 sind, nach dem „Zentralblatt für das Deutsche Reich“, folgende Einnahmen des Deutschen Reichs an Zöllen, Steuern und Gebühren abzüglich der Ausfuhrvergütungen usw., sowie Einnahmen der Reichs⸗Post⸗ und E altung und der Reichseisenbahnverwaltung sur Anschreibung gelangt:

ölle 159 863 123 (gegen das Vorjahr + 18 812 584 ℳ), Tabaksteuer 1 978 665 (— 309 645 ℳ), igaretten⸗ steuer 4 680 563 (+ 502 274 ℳ), uckersteuer 34 940 098 (+ 987 854 ℳ), Salzsteuer 12 133 001 (+ 245 687 ℳ), Branntweinsteuer: a. Maischbottichsteuer 1131 341 (— 991 904 ℳ), b. Verbrauchsabgabe und guschlag. 33 931 874 (+ 1 365 253 ℳ), c. Brenn⸗ teuer 924 181 (+ 401 185 ℳ), Schaumweinsteuer 1 435 117 (+ 73 836 ℳ), Brausteuer 6 669 778 519 311 ℳ), Uebergangsabgabe von Bier 1 194 599 18 837 ℳ), Spielkartenstempel 395 136 (+ 11 811 ℳ), echselstempelsteuer 4 019 478 (— 168 124 ℳ), Reichs⸗ stempelabgaben: A. von Wertpapieren 6 949 8ꝗ74 (+ 755 205 ℳ), B. von Kauf⸗ und sonstigen Anschaffungs⸗ eschäften 4 543 904 (+ 2 098 190 ℳ), C. von Lotterie⸗ osen: a. für Staatslotterien 5 482 209 (+ 46 881 ℳ), b. für Privatlotterien 4 505 890 (+ 818 426 ℳ), D. von Frachturkunden 3 496 524 (+ 171 955 ℳ), E. von Personen⸗ fahrkarten 3 988 912 (+ 192 027 ℳͤ), F. von Er⸗ laubniskarten für Kraftfahrzeuge 686 827 (+ 194 632 ℳ), G. von Vergütungen an

(+ 3167 772 ℳ), Statistische Gebühr 393 510 (+ 19 8322 ℳ), Reichs⸗Post⸗ und Telegraphenverwaltung 151 433 093 (+ 8 144 373 ℳ), öTö“ 30 405 000 (+ 1 119 000 ℳ).

Die zur Reichskasse gelangte Isteinnahme abzüglich der Ausfuhrvergütungen usw. und der Verwaltungskosten beträgt bei den nachbezeichneten Einnahmen: Zölle 151 504 791 (+ 12 529 559 ℳ), Tabaksteuer 2 369 269 (— 159 520 ℳ), Nügerettanseue 4 066 862 (+ 244 178 ℳ), Zucker⸗ teuer 41 342 282 (+ 3 215 912 ℳ), Salzsteuer 13 573 724 (—.351 100 ℳ), Branntweinsteuer: a. bottichsteuer 1 310 980 (— 995 962 ℳ), b. Verbrauchs⸗ abgabe und Zuschlag 34 641 110 (+ 1 779 074 ℳ), c. Brenn⸗ steuer 924 181 (+ 401 185 ℳ), Schaumweinsteuer 1 262 893 (+ 30 448 ℳ), Brausteuer und Uebergangs⸗ abgabe von Bier 10 900 837 (— 371 931 ℳ), Spielkarten⸗ stempel 529 856 (+ 31 749 ℳ), Wechselstempelsteuer 4 019 478 (— 168 124 ℳ), A. von Wertpapieren 6 810 877 (+ 740 102 ℳ), B. von Kauf⸗ und sonstigen Anschaffungsgeschäften 4 452 065 879 2 055 779 78⸗ C. von Lotterielosen: a. für Staats⸗ otterien 5 482 209 (+ 46 881 ℳ), b. für Privatlotterien 4 443 769 (+ 805 966 ℳ), D. von Sracheehfchnhe 3 426 593 (+ 168 515 ℳ), E. von Personenfahrkarten 3 909 133 (+ 188 186 ℳ), F. von Erlaubniskarten für Kraftfahrzeuge 673 090 (+ 190, 738 ℳ), G. von Ver⸗ ütungen an Mitglieder von Aufsichtsräten 2 052 483 + 1 232 551 ℳ), Erbschaftssteuer 8068 326 (+ 3 167772 ℳ), Statistische Gebühr 389 147 (+ 16 678 ℳ).

Der Kaiserliche Botschafter in London, Wirkliche Geheime Rat Graf Wolff⸗Metternich hat einen ihm Allerhöchst be⸗ willigten Urlaub angetreten. ährend seiner Abwesenheit werden die Geschäfte der Kaiserlichen Botschaft von dem Bot⸗ schaftsrat von Kühlmann geführt.

h“

Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. SS. „Scharn⸗ horst“ und „Leipzig“ vorgestern in Hakodate eingetroffen und gehen am 16. August von dort wieder in See.

S. M. S. „Tiger“ und S. M. Tpdbt. „S. 90“ sind gestern in Nagasaki eingetroffen.

Kiel, 7. August. Die Jacht „Hohenzollern“ mit Seiner Majestät dem Kaiser an Bord und die Begleitschiffe sind, „W. T. B“ zufolge, gestern nachmittag unter dem Salut der Kriegsschiffe in den hiesigen Hafen eingelaufen.

Repetitor Gläßer: Repetitorium der pathologischen Anatomi Freitag von 3—4 Uhr Nachmittags, 1 stündig. gisch 8 8 8

Realgymnasiums oder einer Ober⸗ chule oder einer durch die zuständige ünesiume oder als gleich⸗

Ausländer und Hospitanten können auch mit geringeren Vor⸗ kenntnissen aufgenommen werden, sofern 5 die Zulassung zu den tier⸗

itglieder von Aufsichtsräten

2 094 370 18 1 257 705 ℳ), Erbschaftssteuer 8 068 326 (Kündigungsfrist anzuwenden, die durch das Gesetz uͤber

ministerium sei auf alle Eventualitäten vorbereitet.

aisch⸗

Reichsstempelabgaben:

Rußland Schweden sehr viel mehr als im Vorjahre, 3322 dz gegen nur 21 i. J. 1907. Dagegen zeigt die Einfuhr von Butter im Ver⸗ gleich mit der entsprechenden Zahl des Vorjahres eine beträchtliche Abnahme. Besonders stark zurückgegangen ist die Buttereinfuhr aus Rußland und Finnland (um 44 982 dz), ferner jene aus Dänemark Lum 10 918 dz) und aus den Niederlanden (um 3346 dz), während dee

Milch frisch, auch entkeimt 441 031 Rahm frisch, auch entkeimt 106 493 6 Magermilehh . . 8 088 8 9 Buctermilch, Molken . . . 266 + 39 1 Milchbutter . . .“ * Butterschmalz . . . 6 649 1 396 Hrrtlae . 189 294

GSroßzbritannien und Irland

Amtlich wird, „W. T. B.“ zufolge, gemeldet, daß Lord Kitchener nach der Niederlegung des hen . a8.Soc zum Feldmarschall ernannt werden wird. Nach einer Reise nach Japan und Australien wird er einen Sitz im Reichs⸗ verteidigungskomitee erhalten und das Amt eines Ober⸗ kommissars im Mittelmeer übernehmen. Im Zusammenhang mit der neuen Entwicklung der Heeresorganisation erhält das Mittelmeerkommando eine erhöhte Bedeutung und wird Kitchener übertragen werden, um ihm den richtigen Platz in dem Gesamtplan der Reichsverteidigung zu geben.

8 Rußland. er Ministerrat hat zur Ausführung des ihm vor⸗ gelestten finnländischen Bahnprojekts na 5 einer Neldung des „W. T. B.“ seine Zustimmung erteilt, doch muß die Bahn so gebaut werden, daß fuür sie das rollende Material vom Typus der Reichsbahnen benutzbar ist. Weitere Be⸗ dingung ist, daß in Finnland vor allem der Bau solcher Bahnlinien in Angri genommen werde, die gemäß der Weisung des eie sadenfterbinns die Verbindung Er. eters⸗ burgs mit Nikolaistadt herzustellen bestimmt sind.

Spanien.

Der König Alfons hat, einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge, den Deputierten Crispo Azorin zum Gouverneur von Barcelona ernannt.

Türkei.

Der Vizepräsident der Kammer Talaat ist zum Minister des Ehe

Wie die „Jeni Gazetta“ meldet, hat der türkische Gesandte in Athen Weisung erhalten, der heehrc 8 eine Mitteilung zu machen, in der Griechenland vorgeworfen wird, durch seine widerrechtliche Haltung in der Kretafrage die heutige Lage geschaffen zu haben. Die Pforte secbers Griechenland auf, der kürkischen Regierung ausdrücklich zu erklären, daß es keine Eroberungsabsichten auf Kreta habe, und jede Aktion zurückweise, die als Annexionsaktion aufgefaßt werden könne. Falls die griechische Regierung nicht in bestimmter Frist antworte, werde der türkische Gesandte mit dem ersten Sekretär auf unbestimmte Zeit abreisen und den zweiten Sekretär zur Erledigung der gewöhnlichen Geschäfte zurücklassen.

In Gallipoli hat ein Boykottsyndikat von morgen ab den Boykott gegen den griechischen Handel und I 8e An Stelle der kretischen Flagge ist, „W. T. B.“ zufolge, in Kanea auf der Festung wieder, wie am 28. Juli, eine Flagge gehißt worden, die ein weißes Kreuz auf blauem Grunde ohne Krone im Mittelpunkt zeigt. 1

a111*“ Meldungen des „W. T. B.“ aus Prokuplje und Kur⸗ schumlija besagen, daß Albanesen vorgestern früh in großer Zahl die Grenzdörfer Medara, Previtica und Vasljevic angegriffen haben, worauf vom Kreisinspektor die serbische Grenzbevölkerung alarmiert und aus Kurschumlija Ver⸗ stärkung erbeten wurde. Der Ausgang des Kampfes ist noch unbekannt. Amerika.

Bezüglich des Ablaufs der Handelsabkommen mit auswärtigen Staaten hat das Staatsdepartement in Washington, „W. T. B.“ zufolge, beschlossen, die längste

das Inkrafttreten des neuen Tarifs gestattet wird. Das be⸗ deutet für Deutschland und Großbritannien 6 Monate, für Italien, Spanien und die Niederlande 12 Monate, von heute ab gerechnet, für Frankreich 6 Monate vom 30. April.

Afien. Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ wird von zuständiger Seite erklärt, Japan beabsichtige, die Antung⸗ Mukden⸗Bahn trotz des chinesischen Widerspruchs um⸗ zubauen und mit den Arbeiten sofort zu beginnen; das e. ängs der Bahnlinie sind einige hundert chinesische Soldaten postiert.

Afrika.

Wie der „Heraldo“ aus Alhucemas meldet, wurde gestern der ve „Sevilla“ durch heftiges Gewehrfeuer der Mauren gehindert, Lebensmittel, g und Munition an Land zu schaffen Das von den Batterien auf die Mauren eröffnete Feuer war wirkungslos. Das Gewehrfeuer dauert ununterbrochen seit dem 28. Juli an.

Statistik und Volkswirtschaft.

Deutschlands Ein⸗ und Ausfuhr von Milch und Molkerei⸗ produkten im Jahre 1908 und I. Halbjahre 1909.

Nach den „Monatlichen Nachweisen über den auswärtigen Handel Deutschlands“ hat die Einfuhr von Milch und Rahm im

Jahre 1908 eine weitere beträchtliche Steigerung erfahren, wenn auch die Funabae noch nicht die Hälfte derjenigen des Jahres 1907

betragen hat. Der Hauptanteil an der Steigerung der Milcheinfuhr entfällt wieder auf Dänemark, woher im Jahre 1908 180 694 dz

frische Milch (gegen 129 164 dz im Vorjahre) und 85 858 dz Rahm (gegen 84 290 dz i. Vorj.)

bezogen worocen sind. Auch die Einfuhr von Milch aus Frankreich hat um 3273 dz zuge⸗ nommen, während diejenige aus Oesterreich⸗Ungarn und

zurückgegangen 9 An Rahm sandte besoanders

ufuhr aus Frankreich (um 218 dz) und aus Oesterreich⸗Ungarn

(um 9818 dz) gestiegen ist. Die Einfuhr von Hartkäse hat eine weitere Fenafms. dagegen die von Weichkäse einen Rückgang erfahren; infolgedessen ist die

hinter der Es sind eingeführt worden:

esamtstrigerung der Käseeinfuhr im Jahre 1908 Zunahme im Jahre 1907 um 11 334 dz zurückgeblieben.

1908 gegen 1907 1908

dz dz Wert in 1000

+ 39 925 5 689 143 844

. 338 488 70 406

26 123

eichkäse. 17 951

klassen;

Kaiserlichen Slatistischen Amte,

Dagegen wurden im I. Molker gobalten eingeführt:

Milch, frisch.. Rahm, francd agerm E“

Maßermilch, Molken

Milchbutter.

Butterschmalz . 8

Hartkäse II““ 9„ 8

Weichkäse.. 8 8 11“ 8 8

arke Abnahme der Einfuhr von frischer m I. Halbjahr De si um ven darauf zurückzuführen, daß aus Dänemark an Stelle von Milch mehr Rahm geliefert worden ist; denn die Milcheinfuhr aus Dänemark hat um 54 020 dz im I. Halbjahr 1909 abgenommen, während an Rahm in dieser Zeit aus Dänemark 8878 dz mehr ein⸗ geführt worden sind. Auch Rußland und Schweden sandten im laufenden Jahre bedeutend 1 8 Mengen Rahm. Die Einfuhr von Milchbutter ist in diesem Ba re gegenüber dem I. Halbjahr 1908 nur aus Oesterreich⸗Ungarn (um 9385 d2) schwächer gewesen, während die Zufuhren aus allen übrigen Einfuhrländern erheblich zugenommen haben; die stärkste Einfuhrsteigerung haben die Niederlande (um 6463 dz), Finnland (um 6852 dz) und Rußland (um 10 634 dz) aufzuweisen.

Die Ausfuhr von Milch hat im Jahre 1908 stärker zu⸗ genommen als im Jahre 1907; besonders bedeutend war die nach Oesterreich⸗Ungarn. Dagegen hat die Ausfuhr von Milchbutter 1908 eine weitere Abnahme erfahren, doch war dieser Rückgang erheblich geringer als im Jahre 1907, in dem er gegen 1996 1944 dz betragen hatte. Bedeutend gestiegen ist im Jahre 1908 die Ausfuhr von Hartkäse, hauptsächlich die nach Italien (um 2548 dz). Die Gesamt⸗ ausfuhr von Käse, die 1907 nur um 182 dz gewachsen war, ist 1908 um 2185 dz größer gewesen als im Vorjahre. Es sind aus⸗

führt worden: 88 1 1908 gegen 1907 1908 dz dz Wert in 1000 71 625

Milch frisch, auch entkeimt. + 6 556 ö116““ v“ eöö11111““ 615 Buttermilch, Molken . . 11 852 Milchbutter u. Butterschmalz 8

Hertlase 1“ eichkäse... 9 495 zusammen 3 237.

Dagegen wurden im I. Halbjahre 1909 an Milch und Molkeresprodukten ausgeführt: Ia6⸗ geg. Jan./ Juni 1908 Milch, frisch.. 7 809 dz Rahm, frisch. 16. Magermil E11“ 911 Buttermilch, Molken... 154 Butter und Butterschmalz Fans 100

Pai . . . 019 ‧.„ 1455 .. 868675 879

Demnach hat die Ausfuhr von Milch und Molkereiprodukten im 8 Hrlbsahr 1909 eine rückläufige Bewegung eingeschlagen, die sich im 2. Vierteljahr noch verschärft hat, besonders ist in dieser Zeit die Ausfuhr von Hartkäse, Buttermilch und Molken erheblich zurück⸗ gegangen. So sind allein nach Italien im laufenden Jahre 1081 da Hartkäse weniger versandt worden.

Der Wert der Einfuhr von Milch und Molkereiprodukten im Jahre 1908 ist auf 120 520 000 berechnet worden und damit hinter dem Einfuhrwerte von 1907 um 8 429 000 zurückgeblieben, während der auf 3 237 000 berechnete Wert der Ausfuhr im Jabre 1908 sich um 464 000 höher stellte als die entsprechende Zahl für das Vorjahr. Der Ueberschuß der Einfuhr von Milch und Molkereiprodukten übee die Ausfuhr im Jahre 1908 hatte einen Wert von 117 283 000 ℳ, während der Wert des Einfuhr⸗ überschusses von 1907 auf 120 227 000 berechnet worden war. 1

Für das I. Halbjahr 1909 beläuft sich nach vorläufiger Be⸗ rechnung der Wert der Einfuhr von Milch und Molkereiprodukten auf 63 645 000 ℳ, was eine Steigerung gegen das I. Halbjahr 1908 um 5 747 000 bedeutet, der Wert der Ausfuhr hingegen nur auf 1 281 000 ℳ, was eine Abnahme um 407 000 ergibt.

Erhebuk Wirtschafts ch au⸗ minderb mittelter rhebung von rischaftsrechnung e Familien im Deutschen Reiche.

Gemeinsam mit den in deutschen Städten bestehenden statistischen Aemtern hat das Kaiserliche Statistische Amt eine Erhebung von Wirtschaftsrechnungen minderbemittelter Familien überwiegend aus dem Arbeiterstande veranstaltet. Die Gewinnung der Wirtschafts⸗ rechnungen erfolgte durch Führung von Haushaltungsbüchern, die das Kaiserliche Statistische Amt ausgab und die größtenteils von den städtischen statistischen Aemtern mit Hilfe von Arbeiterorganisationen, Krankenkenkassen usw. verteilt wurden. Die Bücher sind meist im Kalenderjahre 1907, zum Teil noch in den ersten Monaten des Jahres 1908 geführt worden. Die Ergebnisse dieser Erhebung, der ersten der Reichsstatistik auf diesem Gebiete, sind nunmehr vom Kaiserlichen Statistischen Amt veröffent⸗ icht worden. Der 306 Seiten umfassende Band“*) zerfällt in zwei Hauptteile. Der zweite Teil, das Tabellenwerk (229 Seiten), enthält in der ersten Uebersicht die Rechnungsergebnisse von 852 Haushaltungen, von denen Jahresrechnungen vorliegen, einzeln, nach den Wohnorten geordnet und außerdem nach Städten und Orts⸗ größenklassen gruppiert. Entsprechend finden sich in einem Anhange

och 117 unvollständige Rechnungen, d. h. solche von 7 bis 11 Monaten, 5 11Pe neun Uebersichten des zweiten

Veils beziehen sich nur auf die vollständigen Jahresrechnungen und

behandeln diese in ihrer Gruppierung nach Kopfzahl der Haus⸗ haltungen, Wohlhabenheit, Beruf und sozialer Stellung, mit be⸗

sonderen Vergleschen zwischen Arbeiter⸗ und Beamtenhaushaltungen,

ferner den Verbrauch von „Normalfamilien“, auf die Einheit des Mannes berechnet, den Nahrungsmittelverbrauch nach Mengen und den Alkoholverbrauch. Der erste Teil (77 Seiten) enthält eine Be⸗ sprechung der Ergebnisse der vollständigen Jahresrechnungen und zerfäͤllt in folgende Hauptabschnitte: I. Art und Umfang der Erhebung; II. Die Haushaltungen und ihre persönliche Zusammensetzung, Ein⸗ nahmen, Ausgaben, Ueberschüsse, Fehlbeträge; III. Einnahmen und Ausgaben in den Familien verschiedener Kopfzahl und Wohlhaben⸗ heit; Iv. Einnahmen und Ausgaben nach Orten und Ortsgrößen⸗ v. Einnahmen und Ausgaben nach dem Berufe des Haushaltungsvorstandes; VI. Ausgaben der Arbeiter⸗ und der Beamtenfamilien; VII. Ausgaben nach Einheiten in „Normalfamilien“; VIII. Nahrungsmittelverbrauch nach Mengen und Verbrauch alkoholischer Getränke. Beigegebene Anlagen enthalten eine graphische Darstellung sowie das Formular des Haushaltungs⸗ buches, die Anweisung zu seiner Benutzung und das Aufbereitungs⸗ chema. Die Hauptergebnisse der Erhebung werden wir in einer der

er⸗

nächsten Nummern d. Bl. mitteilen. v

*) Erhebungen von Wirt haftsrechnungen mind emittelter Familien im Wsa Reiche, bearbeitet im

Abteilung für Arbeiterstatistik. Referent; Regierungsrat Dr. Feig. Berlin, Karl Heymanns Ver⸗ ag, 1909. Preis 3,60 ℳ.

manch' ein willkommener Ausblick auf die tiefblaue See oder ver⸗

Zur Arbeiterbewegung.

Da die Steinbrucharbeiter von Ecaussines die von den Arbeitgebern vorgeschlagene neue Arbeitsordnung nicht annehmen wollen, haben diese beschlossen, die Betriebe bis zum 1. April 1910 zu schließen. (Vgl. Nr. 178 d. Bl.) Die Vorstände der Arbeitervereinigungen aus den vier von dieser Sperre betroffenen Gemeinden beschlossen nun, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, auf einer mit einer Abordnung des Steinhauerverbandes des Hennegaues abgehaltenen Versammlung, zur Entlastung der ausgesperrten ver⸗ heirateten Arbeiter deren Kinder nach auswärts in Pflege zu schicken. Aus Arbeiterkreisen des Mittelbeckens sowie aus Brüssel, Antwerpen, Solgnies, Nivelles und Lessines sind bereits Nachfragen nach solchen Fflegfinoen erfolgt. Am 4. d. M. ist der erste Kindertransport von caussines abgegangen, und zwar nach Lessines.

um allgemeinen Ausstand in Schweden (rgl. Nr. 184 d. Bl.) wird dem „W. T. B.“ gemeldet: Der Präsident der Arbeitgebervereinigung sprach dem „Aftonblad“ gegenüber die Meinung aus, daß eine Vermittlung seitens der Regierung sast zu keinem Ergebnis mehr führen würde, da die Meinungsverschieden⸗ heiten bei dem letzten Vermittlungsversuche zu groß gewesen wären. Der Generalstrelk habe den grundsätzlichen Standpunkt der Arbeit⸗ geber nicht geändert.

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Kunst und Wissenschaft.

Die Augustausstellung in der Galerie Schulte zollt dem Gedächtnis des jüngst verstorbenen Marinemalers Willy Hamacher mit einer gut ausgewählten Kollektion seiner Werke ihren Tribut. Professor starb am 10. Juli d. J. im Alter von vierund⸗ vierzig Jahren in Bad Reinerz. Wenige Wochen zuvor noch wurde er auf der Großen Berliner Kunstausstellung mit dem Ehrenpreis der Stadt Berlin ausgezeichnet. Hamacher war einer der bekanntesten und bedeutendsten deutschen Marinemaler der letzten Zeit. Sein Streben ging hauptsächlich dahin, das Farbenspiel gedämpfter, dunstiger Beleuchtungsstimmungen auf der ruhigen oder bewegten Wasserfläche wiederzugeben, sei es den fröhlichen Lichtertanz am Morgen oder das tiefe Leuchten des Meeres am Abend. Sein großes Bild „Sturmwolken“ zeugt von einer seltenen 18 der Konzeption des malerisch schwer zu meisternden Wellenspiels auf hoher See. Die kleine Hafenstadt Rapallo an der Riviera di Levante war seine bevorzugte Arbeitsstätte. Dort öffnete sich ihm „Zwischen Klippen“

oldete ihm die untertauchende Sonne den höchsten Streifen der die Bucht umrandenden Berge mit der Wallfahrtskirche Madonna di Montallegro: „Auf hoher Wacht“. Eine ziemlich umfangreiche Kollektion stellt der Dresdner Siegfried Makowsky aus. Seine Herkunft aus der Kuehl⸗Schule bekunden am deutlichsten die Kircheninterieurs (Kathedrale von Chur), ein malerisches Stoffgebiet, das Gotthard Kuehl bekanntlich mit Fe Vor⸗ liebe und Meisterschaft behandelt, und das auch in Makowsky einen Meister zu finden scheint. Auch die malerischen Ansichten der barocken Dresdner Altstadt im Schnee (Partie aus dem Dresdner Fwinger, Alt⸗Dresden im Winter) behandelt Makowsky mit gutem rfolg. Er vermag eg aber auch, die in der Kuehl⸗Schule traditionelle kreidige Farbentechnik durchbrechend, sommerliche Alpenlandschaften, wie die „Sella“ in Südtirol, mit leuchtender und doch Frische zu erfassen und greift, gilt es ihm eine Eifeldorfstraße im flimmernden Mittagssonnenschein zu malen, kühn zur pointillistischen Techaik. Sein vielseitiges tüchtiges Können gibt seiner Zukunft eine

rivate Schätzungen Sachverständiger veranschlagen indeß den Ueban. der 8 zur Ernte gelangenden Winter⸗ frucht auf nur 260, also au Millionen Bushels weniger. 43 Mil⸗ lionen alter Weizen sind ein gefährlich geringer Uebertrag ins neue Erntejahr, um so mehr, als die gegen das Vorjahr um etwa zehn Tage verspätet begonnene Ernte in der ersten Juliwoche durch Regen so ziemlich überall lieeraba verzögert oder unterbochen und an einzelnen Stellen, so namentlich im Nordwesten des Staates Missouri und in dem ersten Weizenstaat der Union, Kansas, durch verheerende Ueberschwemmungen vernichtet worden ift. Wer jetzt Ware liefern muß, stößt auf Schwierigkeiten, die solange sich steigern, bis günstiges Erntewetter eine reichliche Anfuhr neuen Winterweizens ermöglicht. So haben die Preise für Julilieferung am 10. Juli von neuem an⸗ gezogen; ihre Festigkeit teilte sich dann auch den ferneren Terminen mit.

Im Jullbericht des Bundesamts wird die Anbaufläche des Maises um mehr als 7 vom Hundert größer angegeben als im Vorjahre. Dies hat üterrascht; man hatte eine erhebliche Zunahme angenommen, aber nicht in dieser ungewöhnlichen Phr. Im be⸗ sonderen befriedigt, daß die Zunahme iemlich überall stattgefunden hat, nicht zum geringsten im Amtsbezirk und im Süden; Texas steht mit seiner Zunahme an dritter Stelle. Auf Grund des Berichts errechnet man heute eine Rekordernte von 3161 Millionen Bufhels im ganzen Lande, d. i. zwischen 250 und 300 Milliouen mehr als im Vorjahre und zum ersten Male mehr als 3 Milllarden. Die Nieder⸗ chläge der ersten Juliwoche haben den Saatenstand erheblich ge⸗ ördert; tritt weiterer Regen in der zweiten Hälfte Juli ein, so wird eine Dürre, wie sie im Vorjahre dem Mais geschadet hat, nicht mehr gefürchtet. Auch in Hafer erwartet man eine Rekordernte; sie würde ungefähr 1063 Millionen Bushels betragen und den bisherigen Höchst⸗ betrag um 100, die vorjährige Ernte um etwa 250 Millionen Bushels übertreffken. Gerste, Roggen, Flachs und Tabak versprechen ebenfalls größere Erntemengen als im Vorjahre.

Während die letztgenannten sechs Sorten der Preisbewegung von Weizen gefolgt sind, scheint sich in nächster Zukunft als neuer Faktor bei der Preisbildung die erwartete reiche Kartoffelernte geltend machen zu wollen. Der vorjährige Ertrag dieser Hackfrucht wird mit rund 279 Millionen Bushels im Frazen Lande angegeben; der diesjährige wird auf 394 Millfonen geschätzt. Würden, wie als wahr⸗ scheinlich angenommen wird, die Preise für Brotstoffe und Futtermittel in nicht zu ferner Zeit abbröckeln, so würden die Vieh⸗ und Fleischpreise naturgemäß gleichfalls heruntergehen. Dem dürfte sich der nach dem Stande vom 1. Juli 1909 geschätzte 8188 von 5,2 vom Hundert der Heuerntemenge gegen das Vorjahr schon deshalb kaum merklich entgegenstellen, weil die vorjährige Heuernte die bisher größte des Landes gewesen ist. 1

Daß der heutige Stand der Apfel bäume eine um etwa 5,3 % geringere Erntemenge in Aussicht stellt, hat wenig Bedeutung. (Bericht des Kaiserlichen Konsuls in St. Louis, Mo., vom 12. Juli 1909.)

herbste.

Saäatenstand im Mississippitale am 15. Juli 1909. Seit mehr als zwei Wochen ist das mittlere Mississippital, das eigentliche Weizenterrain, von tropischem Regen, verbunden mit tropischer Hitze, heimgesucht und die beinahe überschwänglichen Hoff⸗ nungen auf die Weizenernte sind so ziemlich zu Wasser geworden. Die Garben stehen im Felde und können nicht geborgen werden; ehe sie austrocknen können, kommen neue Stürme und verringern von Tag zu Tag Quantität und Qualität. Alle Ströme stehen auf Hochflut,

verheißende Perspektive. Ein von den Münchner Seessions⸗ ausstellungen her schon bekannter Künstler von ganz bestimmter

Bildhintergründen meist die Felsen des Wettersteins und der Zugspitze emporsteigen und der seine Bergformen und die abwechslungsreiche Farbenschönheit seiner eimatnatur von Grund aus kennt. Eigenart in strotzenden Gebirgslandschaften des bayerischen Oberlandes und der österreichischen Alpen ist sehr schwer zu erringen. Leistikow war sie zu eigen. Und mit diesem hat Reiser nicht nur die dekorative Note (Lärchen im Herbst), sondern auch die durchsichtige Luftigkeit (Land⸗

ferner die Kollektionen von Richard Hartmann und Lutteroth. Viel Gutes läßt sich aber von keinem sagen. Hartmann zeigt mit seinem

stimmungen am besten liegen. Lutteroth mangelt jedoch jedes individuelle Farbengefühl vollständig. Er malt lauter bunte Naturausschnitte durchweg im gleichen handlichen Format, von vornherein für den Ver⸗ kauf an Leute berechnet, denen es Spaß macht, wenn eine Wiese ebenso grün gemalt ist, wie sie ihren Augen erscheint. Von allen den bilderbehängten Wänden der vielräumigen Galerie bereitet eine wirk⸗ lich reinen Genuß. Sie zeigt nur drei Werke: Die „Fraueninsel am Chiemsee“ von dem längstverstorbenen Eduard Schleich, von Zügels großes Bild „Darchs Wasser“ und „Bayerisches Vorland⸗ von Toni Stadler. Drei Künstler grundverschiedener Note und doch nebeneinander so verträglich kraft ihrer gegensätzlichen Naturauffassung! Der Romantiker Schleich malt den Klosterfrieden der wasserumspülten Fesseee mit ihrem alten Gemäuer, nicht ohne durch abziehende ewitterwolken die Stimmung zu erbhöhen. Im Segensag zu Schleichs Goldton und lyrischer Stille läßt der silbrige Zügel, der 5 unserer Zeit, denge⸗ Rindvieh von übermütigen Jungen ins asser jagen, 8 es spritzt! Wogegen Stadler den weiten Blick über die herbstliche bayerische Hochebene bronzefarben harmonisiert, wie Philipp de Koninck oder der Haarlemer Vermeer es taten, mit denen er auch die Weiträumigkeit der Landschaft teilt. 1n

Land⸗ und Forstwirtschaft.

Saatenstand in den Vereinigten Staaten von Amerika Anfang Juli 1909.

Als im zweiten Drittel des diesjährigen April das Bundesamt für Ackerbau in Washington bekannt gab, der im Lande vorhandene Bestand an Weizen der letzten Ernte sei reichlich, die Preistreiberei daber lediglich ein Börsenspiel, eine Schwänze, die der natürlichen Richtung der Weltweizenpreise zuwiderlaufe, da wurde aus sachver⸗ ständigen Kreisen die Vermutung laut, daß die amtlichen Angaben über Weizen irgendwie nicht zuträfen. Man glaubt heute den Febler entdeckt zu haben. In dem Saatenstandsbericht des Bundes⸗ amts für den 1. Juli 1909 wird der Bestand an vorig⸗ jährigem Weizen in Händen der Farmer auf 15,06 Millionen Busbhels angegeben. Die entsprechende Zahl ist für 1908: 34, 1907: 55, 1906: 46, für den Durchschnitt der letzten zehn Jahre: 43,6. Rechnet man dazu den sichtbaren Vorrat an Weilen, ferner alte Mehlbestände, ia Weizen umgerechnet, und jehn Prozent mehr für die nach Washington nicht berichtenden Elevatoren, mit zusammen ungefähr 28 Millionen Busbhels, so ergibt sich ein Bestand an altem Weizen in Höhe von 43,06 Millionen Bushels. Wären aber die früheren Angaben des Bundesamts richtig gewesen, so müßte dieser Bestand heute 67 Millionen Bashels betragen. Denn nach amtlicher Angabe belief sich die Weizenernte 1908 auf 664,6, der Uebertrag an 1907 er Weijen auf 69, der verfügbare Weizenbestand im Herbste 1908 also auf 733,6 Millionen Bushels. Davon wurden bis zum 1. Juli 1909 ausgeführt 115,2, im Inlande 5 ¼ Bushels auf den Kopf berechnet verbraucht 479,4 und für Saatiwecke einbehalten und verwendet 72 Millionen Bushels. Nach Abzug dieser 666,6 Millionen müßten also noch 67 Millionen Bushels vorhanden sein, d. i. beinahe 24 Mil⸗ lionen mehr als sich nach dem neusten amtlichen Berichte tatsächlich vorfinden. Auf Grund dieses Berichts berechnet man heute die Ernte⸗ aussichten, wie folgt: Winterweizen 410 Millionen Bushels, Sommer⸗ weizen 294 Millionen Bushels. Mit dem Bestande von 43 Millionen Bushels würden also im ganzen 747 Millionen Bushels Weiten im Herbste 1909 zur Verfügung stehen. Dies wäre um

ein Geringes, nämlich 14 Millionen, mehr als im Vor⸗

Eigenart ist der markige Partenkirchner Carl Reiser, in dessen

der Wiedergabe der saft⸗

schaft im Mieningergebirge), übrigens auch die von Leistikow für Ge⸗- birgsbilder bevorzugte Guaschetechnik, gemeinsam. Zu erwähnen wären

„Sonnenuntergang“ und „Winterszeit’?, daß ihm Wasserbeleuchtungs⸗

einrich

viele Schutzdämme sind eingebrochen, und der Schaden wird jetzt schon auf viele Millionen berechnet. Man braucht nur von der Mississippibrücke in St. Louis die zahllosen Getreidegarben in der gelben Flut zu beobachten, um sich die großen Verluste zu ver⸗ gegenwaäͤrtigen. Selbst wenn das Wetter plötzlich umschlagen und trocken bleiben sollte, so wird dennoch das Ernteergebnis bedeutend hinter den behördlichen Schätzungen vom 1. Juli zurückstehen; jeden⸗ falls ist der Gewinn von zwei Punkten über den Stand am 1. Juni verloren gegangen. Somit wird die Ernte keine 400 Millionen Bushels erreichen gegen 437 Millionen im Voijahr. Unsere früher betonte Befürchtung, daß die Verkäufer auf Ju arg in die Klemme kommen möchten, hat sich nur zu Uehr bewahrheitet. Weizen auf Julilieferung steht jetzt auf hoher Prämie und europäische Käufer werden mit Differenzen anstatt mit Zufuhren zu rechnen haben. Die Mühlen arbeiten gewöhnlich im Jult mit voller Kraft, jetzt aber stehen sie still wegen Mangels an Weizen. Die Lage ist höchst kritisch, da alle Vorräte aufgezehrt sind und der visible supply auf knapp 8 Millionen Bushels gesunken ist ohne alte Reserven im platten Lande; das ist kaum der Bedarf für eine Woche. Unter diesen Um⸗

ständen steigert sich das Interesse für den Sommerweizen. Der

Regierungsbericht konstatierte am 1. Juli einen Rückgang auf 92,07 gegen 95,2 anfang Juni; es war zu erwarten, daß der glänzend hobe Stand sich nicht behaupten würde, aber im allgemeinen sind die Aus⸗ sichten im Nordwesten und meher noch in Canoda günstig, nur ist die Gefahr eines frühen Frostes bei der späten Aussaat ein drohender unkt. Die amerikanische Getreidebörse ist bekannt wegen der wilden luktuation; der chäisce Spekulant macht sich diese oft zu Nutzen durch rechtzeitige Verkäufe in New York oder Chicago. In dieser Saison ist große Zurückhaltung anzuraten, da keine ausgleichenden Vorräte vorhanden sind und die Ernteaussichten sich über Nacht ändern können. Obgleich das Wetter der Weizenernte bös mitgespielt und auch sonstigen lokalen Sachschaden verursacht hat, so ist es doch im allgemeinen dem Ackerbau günstig gewesen; namentlich ist der Stand des Maises in gut dränierten Ländereien ausgezeichnet und berechtigt immer noch zur Hoffnung auf eine Rekordernte. (Bericht des Kaiserlichen Konsuls in St. Louis, Mo., vom 16. Juli 1909 Theater und Mufik.

Neues Königliches Operntheater (Direktion Gura).

Die Aufführung der Oper „Carmen“ von Bizet gab am Donnerstag drei französischen Gästen Gelegenheit, sich in den Hauptrollen des Werkes hören zu lassen. Fräulein Marion Ivell aus Paris sang die Titelpartie. Der Wohllaut ihres vollen Organs, eines Mezzosoprans mit auffallend dunklem Timbre in der tiefen Lage, wird leider durch eine dicke, unschöne Tongebung stark beeinträchtigt. Ihre Carmen wirkte in der anfänglichen Anlage etwas sehr manieriert und absichtlich, jedoch im Laufe der Aufführun minderte sich dieser Uebelstand, und die Künstlerin zeigte sich schließli gesanglich und darstellerisch ihrer Aufgabe gewachsen. Herr Dalmorss, der, obzwar Pariser, gegenwärtig der Brüsseler Oper angehört, gab den Don José. Der Künstler, der den Besuchern Bayreuths und auch dem Fefigen Theaterpublikum kein Unbekannter ist, verfügt über viel Intelligenz. Sein sympathischer, dunkler Tenor, der von Empfindung und Leidenschaft im trage unterstützt wird, kam gut zur Geltung. Bedauerlich ist die etwas offene Tongebung in der Höhe. Den dramatischen Teil seiner Rolle wußte er eindringlich zu gestalten. Den deiden Künstlern elang es besonders, den Schlußakt zu einem wirkungkvollen, leiden⸗ schaftlich bewegten Ganzen machtvoll zu steigern, das die Zuhörer mit fortriß und lang anhaltenden Beifall auelbste. Der Escamillo des Herrn Crabbé (London) blieh bis auf das lehendig gef Auf. trittslied etwas farhlos; stimmlich schien der Sänget auch recht auß sich heranszugehen, wenngleich sein Bariton don angenehmrm Klang ist. Fräulein Hummel sang die Micasla deutsch mit wohl⸗ lautender Stimme und inniger Empfindung. Auch das Schmuggler⸗ uartett befriedigte. Die gemischtsprachige Aufführung stand unter der des Kapellmeisters Gille, und es darf alb ein erneutet Zrichen der großen Sicherheit und Umsicht dieses energischen mufikaltschen Führers eiten, daß es ihm gelang, trotz so diel fremder Krüftr eint einheitliche, gut abgetönte Aufführung zustande zu bringen