1910 / 135 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 11 Jun 1910 18:00:01 GMT) scan diff

der Wissenschaften einen Bexicht des Dr. C. Doelter mit, den er dort über ein neues Erhitzungsmikroskop erstattet hat. Auf den Tisch eines größeren Mikroskops wird ein Schmelzofen gebracht, in dem die betreffende Masse (Legierung, Mineralpulver oder Zement⸗ masse) durch einen elektrischen Strom erhitzt und geschmolzen wird. Hierbei dienen die weißglühende leuchtende Schmelze und die be⸗ nachbarten Teile des ebenfalls lebhaft glühenden, natürlich aus feuer⸗ festem Material (Chamotte) hergestellten Ofens selbst als Lichtquelle und - Beleuchtungsapparat. Unterhalb des Okulares des Mikroskops ist ein risma eingeschaltet, mittels dessen man das ild nicht nur durch das Okular zum Auge, sondemn nach einfachem Wenden des Prismas durch ein eitlich angebrachtes Rohr, das in eine photographische Kamera eingepaßt worden ist, auf eine Metallscheibe und auf die licht⸗ empfindliche Platte bringen kann. Man betrachtet das Bild der Schmelze durch das vertikale Okular. Beginnt sich der Vorgang, den man abbilden möchte, abzuspielen, so wendet man einfach das Prisma, und die Pügtonrapbelche Aufnahme kann gemacht werden. Da die gkühende Lichtquelle sehr intensiv ist, läßt ich bei höheren Tempera⸗ turen (man kann bis 1600 °C. arbeiten) ein Lichtfilter mit Erfolg verwenden. Durch ein solches Instrument ist man in Stand gesetzt, alle Schmelzvorgänge, die z. B. in der Metallurgie und in der Zement⸗ industrie so wichtig sind, bildlich darzustellen.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Rußland. 8 Die russische Kommission zur Bekämpfung der Pestgefahr hat die Stadt Kiew, die Stadt Jekaterinoslaw, ferner im Gouvernement Jekaterinoslaw die Kreise Jekaterinoslaw, Alexandrowsk, Werchned⸗ neprowsk, Mariupol, Nowomoskowsk und Slawjanosserbsk, im Gou⸗ vernement Charkow den Kreis Starobelsk und im Gouvernement Baku den Kreis Lenkoran als choleraverseucht und die Gou⸗ vernements Kiew, Poltawa, Baku, Minsk, Chersson und Tschernigoff sowie den Fluß Djepr 88 der Strecke zwischen den Städten Lojew und Chersson als cholerabedroht erklärt. Odessa, 10. Juni. (W. T. B.) Die 8. d. M. im städtischen Hospital Verstorbenen Bubonenpest ergeben.

Obduktion eines am hat als Todesursache

(Weitere Nachrichten über Gesundheitswesen ꝛc. s. i. d. Zweiten 1 8 Beilage.)

Theater und Mus(tikk.

Im Neuen Königlichen Operntheater wird morgen „Margarete“, Oper in 5 kten von Ch. Gounod, mit Fräulein Hempel in der Titelrolle, gegeben. Faust: Herr Kirchhoff, Mephisto: Herr Knüpfer, Vallentin: Herr Bronsgeest, Martha: Frau von Scheele⸗Müller, Siebel: Fräulein Parbs, Brander: Herr Krasa. Dirigent: Herr Dr. Muck. Montag vorletzte Vorstellung vor den „Tristan und Isolde“. Herr Kraus: Tristan, Frau

zurt: Isolde, Fräulein Ober: Brangäne, Herr Knü ofer: König Marke, Herr Bischof: Kurwenal, Herr Kirchhoff: Melot, Herr Sommer: Ein Seemann. Dirigent: Herr Blech. Anfang? Uhr.

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen das Lust⸗ spiel von K. Niemann „Wie die Alten sungen“ mit Frau Schramm als Hökerin Hanne wiederholt. Am Montag gehen „Die Journalisten“ von G. Freytag in der bekannten Besetzung in Szene.

Auf dem Spielplan für die Gura⸗Oper (Neues Königliches Operntheater) in der Zeit vom 16. bis 20. Juni 1910 stehen: am Donnerstag: „Die Meistersinger von Nürnberg“ (erhöhte Preise), am Freitag: „Lohengrin“, am Sonnabend: „Die Meistersinger von Nürnberg“, am Sonntag: „Ueberfall“, „Der verlorene Sohn“ und am Montag: „Lohengrin“ (Sondervorstellung für den Berliner Opernverein). 1

Das Lessingtheater bringt auch in dieser Woche allabendlich das militärische Volksstück „Kasernenluft“ zur Darstellung.

8 Sillerthes ah O. (Wallnertheater) gehen morgen bend sowie Montag, Dienstag und Freitag „Die zärtlichen Ver⸗ wandten“ in Verbindung mit „In Saehl in Szene. Am Mittwoch

wird „Zapfenstreich“, Donnerstag „Der Bibliothekar“ gegeben. Am Freitag schließt mit „Die zärtlichen Verwandten“ und „In Zivil“ das Schillertheater seine diesjährige Schauspielsaison. Am Sonn⸗ abend eröffnet Direktor Franz Gottscheid aus Posen das diesjährige Operngastspiel der Gottscheid⸗Oper mit Beethovens „Fidelio“. Am nächsten Sonntagnachmittag findet eine einmalige Aufführung 88 „Maßfens znen statt, nächsten Sonntagabend wird die „Dollar⸗ prinzessin“ gespielt. 6 Das Schillertheater Charlottenburg bringt morgen nachmittag „Goldfische“, Abends den „Bibliothekar“, der auch Montag, Mittwoch und nächsten Sonntagabend wiederholt wird. Am Dienstag geht „Die Liebe wacht“, am Donnerstag „Die zärtlichen Verwandten“ und „In Zivil“, Freitag und Sonnabend „Die Katakomben“ in Szene.

In der Komischen Oper beendet das russische Hofopernballett am Montag sein Gastspiel. Anschließend gelangt die Oper „Der polnische Jude“ zur Aufführung. Am Dienstag wird Lehars Operette „Zigeunerliebe“ zum letzten Male gegeben. Am Mittwoch gelangt als letzte Opernvorstellung vor den Fenen „Tiefland“ zur Aufführung. Am Donnerstag eröffnet Direktor Paul Linsemann seine diesjährige Schauspielsaison mit dem Schwank „Der Regimentspapa“.

Theater.

Königliche Schauspiele. Sonntag: Neues Operntheater. 42. Vorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Margarete. Oper in 88 Akten

on Charles Gounod. Text nach Goethes Faust, von Jules Barbier und Michel Carré. Musi⸗ kalische Leitung: Herr Generalmusikdirektor Dr. Muck. Regie: Herr Oberregisseur Droescher. Ballett: Herr Ballettmeister Graeb. Anfang

7 ½ Uhr. 155. Abonnementsvorstellung.

Schauspielhaus. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Wie

die Alten sungen. Lustspiel in 4 Aufzügen von Regie: Herr Eggeling. Anfang 7 ½ Uhr.

Montag: Neues Operntheater. 43. Vorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze 885 aufgehoben. Tristan und Isolde in drei Akten von Richard Wagner. Musikalische Leitung: Herr Kapellmeister Blech. „v Herr Regisseur Braunschweig. Anfang

7 Uhr.

Schauspielhaus. 156. Abonnementsvorstellung. Die

ournalisten. Lustspiel in vier Aufzügen von

ustav Freytag. Regie: Herr Regisseur Keßler. Anfang 7 ½ Uhr.

Dienstag: Neues Operntheater. 44. Vorstellung. Letzte Vorstellung vor den Ferien. (Gewöhnliche Preise, Mignon. Oper in drei Akten von

mbroise Thomas. Text mit Benutzung des Goetheschen Romans „Wilhelm Meisters pehrjahre“ von Michel Carré und Jules Barbier, deutsch von Ferdinand Gumbert. (Frau Boehm van Endert als Gast.) Anfang 7 ½ ÜUhr.

Schauspielhaus. 157. Abonnementsvorstellung. Letzte Vorstellung vor den Ferien. Die ständigen

Kraft.

liebten.

Lengyel.

Kasernenluft.

Montag und

Reservate sowie die Dienst⸗ gehoben. 6. Vorstellung im Der deutsche König. von Ern st von Wildenbruch.

8 ö Deutsches Theater. (Sommerspielzeit Dr. Emil Geyer): Sonntag, Abends 8 Uhr: Ueber unsere

Montag bis Freitag: Ueber unsere Kraft. Sonnabend: Zum ersten Male: Laune des Ver⸗ Judith und Sonntag und folgende Tage: liebten. Judith und Holofernes.

(Sommerspielzeit Dr. Emil Geyer.)

Sonntag, Abends 8 Uhr: Montag und Dienstag: Mittwoch: Zum ersten Male: Liebeswalzer. Donnerstag und

Zerliner Theater. Sonntag, Abends 8 Uhr: Taifun. Schauspiel in vier Akten von Melchior

Contag und folgende Tage: Taifun.

Lessingtheater. Sonntag, Abends 8 Uhr:

von Herm. Martin Stein und Ernst Söhngen.

Mannigfaltiges.

Berlin, 11. Juni 1910.

Gestern mittag um zwölf Uhr fand die Einweihungsfeier des Neubaues der Kaiser Wilhelms⸗Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Berlin, Invaliden⸗ straße 48/49, statt. Vormittags 11 Uhr 45 Minuten versammelten sich, „W. T. B.“ zufolge, die zur Feier Eingeladenen und Befohlenen in der Aula des Akademiegebäudes, unter anderen der Oberstkämmerer Fürst zu Solms⸗Baruth, der Minister der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten von Trott zu Solz, der Staatssekretär des Reichsmarineamts, Admiral von Tirpitz, der Admiral von Fischel, Vertreter der Stadt Berlin und das Sanitätsoffizierkorcvs. Eine Ehrenkompagnie mit Fohne, Spielleuten und Regimentsmusik vom Franzregiment hatte in der Invalidenstraße vor dem Akademiegebäude Aufstellung genommen. Von dem Hauptportal bis zur Scharnhorststraße standen die Studierenden der Kaiser Wilhelms⸗Akademie mit ihren Bannern. Mittags 12 Uhr trafen die Kaiserlichen und Königlichen Majestäten mit Gefolge ein. Empfangen durch den Kriegs⸗ minister und den Generalstabsarzt der Armee, schritt Seine Majestät die Front der Ehrenkompagnie und der Studierenden der Kaiser Wilhelms⸗Akademie ab und belchtigt die Außen⸗ fronten des Akademiegebäudes von der Scharnhorststraße her. Hierauf betraten die Majestäten das Akademiegebäude durch das Hauptportal zur Feier in der Aula. Beim Betreten der Aula ertönte der Gesang des Männerquartetts: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“. Hierauf hielt Seine Majestät der Kaiser folgende Ansprache: „Ich entbiete der Kaiser Wilhelms⸗Akademie für das militärärztliche Bildungswesen Meinen Glückwunsch zur Vollendung ihres neuen Heims, spreche ihr gern Meine warme Anerkennung aus für die guten Dienste, die sie Meiner Armee und dem Vaterlande geleistet hat, und danke allen, die an der Entstehung und Vollendung dieses stolzen Neubaues mitgewirkt haben. Durch das ernste Streben aller ihrer Glieder hat die Kaiser Wilhelms⸗Akademie ihre Aufgabe, ein jederzeit auf der Höhe der medizinischen Wissenschaft und der ärztlichen Kunst stehendes Sanitätsoffizierkorps heranzubilden und zu erziehen, voll und ganz gelöst. Möge dieser Geist, der unter schwierigen Auf⸗ gaben im Krieg wie im Frieden nie verzagt hat, ch auch in dem neuen Hause betätigen, dann wird Gottes Segen auch ferner auf der Kaiser Wilhelms⸗Akademie Füen.

Der Chef des Militärkabinetts, Generalleutnant von Lyncker gab dann die Allerhöchst verliehenen Auszeichnungen bekannt, worauf der Kriegsminister, General der Infanterie von Heeringen die Urkunde für den Schlußstein verlas.

Seine Majestät der Kaiser trat dann an den Schlußstein heran. Es folgte die Vermauerung der Urkunde und Versetzen des Schluß⸗ steins durch die Meister des Maurer⸗ und Seine Majestät nahm von dem Generalstabsarzt der Armee Kelle und

ammer entgegen und vollzog die drei Hammerschläge mit folgendem

eleitwort: „Den Sterbenden zur Erleichterung, den Gesunden zur Stärkung, den Seuchen zum Verderben”“. Danach gaben Hammer⸗ schläge ab der Kriegsminister, der Generalstabsarzt der Armee von Schjerning, der Sanitätsinspekteur Generalarzt Kern, der Generalarzt und Subdirektor der Kaiser Wilhelms⸗Akademie Keitel, der Eeneral⸗ oberarzt Schmidt, der Generalstabsarzt Hamann u. a.

Erwiderung und Dank sprach der Generalstabsarzt der Armee aus, endigend mit einem Hoch auf Seine Majestät. Gesang des Männerquartetts: „Salvum fac regem“ schloß die Feier, nach der die Kaiserlichen Majestäten die Akademiegebäude besichtigten.

Der Neubau der Kaiser Wilhelms⸗Akademie wurde notwendig, weil das alte Gebäude in der Friedrichstraße nicht mehr zureichte und in seinen Einrichtungen zum Teil veraltet war. Die neuen Gebäude sind auf einem vier Morgen großen Gelände des Invalidenhausparks mit der Front nach der Invalidenstraße errichtet worden. Für die Wahl des Platzes war die Nähe der Königlichen Kliniken, der Charité und der Universitätsinstitute gäschlagge ench Auf Grund des Ergeb⸗ nisses des ausgeschriebenen Wettbewerbs gelangten die Entwürfe der Architekten Cremer und Wolffenstein zur Ausführung. Mit dem Bau wurde im Mai 1905 begonnen; die Ausführung hat also 5 Jahre in Anspruch genommen; der Bau und die gesamte Innen⸗ einrichtung, bei der allen hygienischen Errungenschaften der Neuzeit Rechnung getragen wurde, haben etwa 7 Millionen Mark gekostet. Das Hauptgebäude ist in friderizianischem Stil gehalten, aus Sand⸗ stein auf einem Granitsockel aufgeführt und trägt außen als Haupt⸗ schmuck im Giebelfeld ein von Professor Otto Lessing modelliertes Hochrelief, auf dem in zwei Figurengruppen allegorisch das wissen⸗ schaftliche Studium und die praktische Betätigung des Arztes dargestellt sind. Außerdem ist das Hauptportal noch reich mit anderm bildnerischen Schmuck geziert: mit Sandsteinfiguren des Aeskulap (von Professor Klein) und der Hygieia (von Bildhauer Manthe) sowie einer Athene in Kupfer on Bildhauer Katsch) und zahlreichen anderen figürlichen Darstellungen. Auf dem Giebel des Eingangs⸗ portals leuchtet in Goldlettern die Inschrift: „Scientiae, Humanitati, Patriae.“ Durch das Hauptportal gelangt man in eine mit figürlichem Schmuck und mit einem Reliefporträt Seiner Majestät des Kaisers und Königs (von Manthe) ausgestattete, durch das Hauptgeschoß durchgeführte Halle. Im Hauptgeschoß befinden sich Säle für die Geräte⸗, die Modelle⸗ und Instrumentensammlungen und das anatomische Laboratorium. Außerdem sind im Hauptbau die Kasinoräume, Versammlungs⸗, Musik⸗, Lese⸗, Spiel⸗ und Billard⸗ zimmer untergebracht. Im Obergeschoß des Hauptgebäudes befindet sich als sevorhähehdhten Raum die oße mit einer prächtigen Vor⸗ halle versehene Aula. In der Vorhalle hängt eine Marmortafel, auf der die Namen aller seit 1864 im Felde oder als Opfer von Kriegsseuchen

korps, sowie die Marmorbüsten der berühmtesten ehemaligen Zöglinge der Akademie: Virchow, Helmholtz, Notnagel, Reichert und Löffler. Die Aula schmücken eine Kaiserbüste und ein großes Gemälde von Professor Röchling, das die Grundsteinlegung 10. Juni 1905 darstellt. An die Aula stößt der eichengetäfelte Sitzungssaal für die Mitglieder des Senats der Akademie. Im Kopfbau an der Scharnhorststraße befindet sich die sehr praktisch in fünf Halbgeschossen untergebrachte Bibliothek, die z. Z. etwa 76 000 Bände umfaßt, vnd zwei große Leseräume, ferner das physikalische Laboratorium, das Zimmer für Röntgendurchleuchtungen, ein photo⸗ graphisches Atelier owie Turn⸗ und Fechtsäle für die Studierenden. Weitere Laboratorien, die Apotheke, das physikalische Institut u. a. liegen in einem großen Gebäude, das längs des Spandauer Schiffahrts⸗ kanals aufgeführt und mit dem Haupt⸗ und dem Wohngebäude in allen drei Geschossen verbunden ist. Das Wohngebäude hat Platz für 10 Stabsärzte und 350. Studierende. Mit der Front nach der Scharnhorststraße liegen die Dienstwohnung des Generalstabsarztes der Armee und ein Hörsaalgebäude, in dem sich ein großer und drei kleinere Hörsäle befinden.

Amtlich wird gemeldet: Bei Einfahrt des Stadtbahnzuges 2600,in Station Tiergarten gestern abend 9 Uhr 45 Minuten entgleiste die Zugmaschine mit der Laufachse infolge Bruchs der Spannschraube der Tragfeder auf der Laufachse. ie Tragfeder war auf die Schienen gefallen und hatte die Entgleisung verursacht. Personen sind nicht verletzt. Der Materialschaden ist gering.

Gelsenkirchen, 10. Juni. (W. T. B.) Eine etwa fünf Se⸗ kunden andauernde Erderschütterung ist heute nachmittag hier, namentlich im Stadtteil Bismarck, verspürt worden. Sie wurde verursacht durch einen Zusammenbruch der Zeche Consolidation in Schacht 3, bei dem ein Arbeiter schwer und zwei Arbeiter leicht ver⸗ letzt wurden. Zwei Personen werden noch vermißt. An ihrer Rettung wird gearbeitet. Die Erderschütterung war so heftig, daß im Stadtteile Hüllen zwei Schornsteine umfielen; auch sonst machten sich die Folgen an Häusern bemerkbar, wo vielfach Decken zersprangen und Wände rissen.

Neuß, 10. Juni. (W. T. B.) broich und Bergheim ist am Abend ein schwerer Wolkenbruch niedergegangen. Viel Vieh ist in den Ställen ertrunken, mehren Häuser sind durch Wassermassen bedroht. In einer Spinnerei ver⸗ darben viele Warenvorräte. In Harff wurde der Eisenbahndamm überschwemmt, sodaß die Neußer freiwillige Feuerwehr im Sonderzug herbeigeholt wurde.

Budapest, 10. Juni. (W. T. B.) Der österreichische Aviatiker Illner wollte um 2 ¾ Uhr einen Ueberlandflug nach Raab vollführen. Kaum aber war er einige Minuten geflogen, als er bei starkem Winde plötzlich aus einer Höhe von 6 m herabstürzte. Der Aeroplan und der Motor sind vollständig zertrümmert. Illner selbst erlitt geringfügige Quetschungen.

Paris, 10. Juni. (W. T. 88 Infolge eines heftigen Gewitter⸗ regens ist die Eisenbahnlinie bei Va on⸗en⸗Sully (Dep. Allier) unterbrochen. Ein Zug entgleiste. Drei Personen wurden mehrere andere verletzt. Im Departement Pas⸗de⸗Calais hat ein Blitzstrahl fünf Personen getötet.

11. Juni. (W. T. B.) Die Bergun „Pluviôõse“ hat im Laufe des Abends und der Nacht wesentat Fortschritte gemacht. Das Unterseebot ist von zwei mächtigen Belesedeap sern bis in den Vorhafen geschleppt worden, wo es auf Strand gesetzt worden ist. Die Leichter, die den „Pluvise“ trugen, werden nach Entfernung der Ketten, die sich infolge der Ebbe bereitz gelockert haben, zurückgezogen. Zur Ebbezeit wird der „Pluviöse⸗ drei Meter aus dem Wasser herausragen. Dann will man mit der Oeffnung des Unterseeboots beginnen. 1

Zarizyn, 10. Juni. (W. T. B.) Etwa 20 km 98 der Stadt wurden die Trümmer einer alten Stadt aus dem XIV. Jahr⸗ hundert bloßgelegt. Die aufgefundenen Münzen weisen auf die Zeit der Usbekenchane hin.

Ho4 oen

Calais,

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Swyrna, 11. Juni. (W. T. B.) Die Behörden er laubten gestern die Ladung griechischer Dampfer durth Schiffsmannschaften nnd christliche Arbeiter. Ein mohanm medanischer Vertreter wollte die Ladung gewaltsam verhindem, Darauf gab der Dragoman des griechischen Konsulats due Revolverschüsse in die Luft ab. Die Polizei schritt ein un zerstreute die Kreter, worauf die Schiffe laden konnten.

““

der Ersten

1 8⁸ . 8

(Fortsetzung des Amtlichen und Nichtamtlichen in und Zweiten Beilage.)

verstorbenen Militärärzte verzeichnet sind, ein Geschenk des Sanitäts⸗

und Freiplätze sind auf⸗ Wildenbruch⸗Zyklus. Schauspiel in fünf Akten

va 8 Anfang 7 ½ Ühr. Brennert und John Lehmann.

1

Der polnische Jude. Dienstag: Zigeunerliebe. Mittwoch: Letzte Donnerstag: Zum ersten Male:

Holofernes. Laune des Ver⸗

Kammerspiele. papa. Feeen und esoser. Jacob und Kristoffer. 6

Schillertheater. Sonntag, Abends 8 Uhr: wandten. Lustspiel in 3 Benedix. Hierauf: In Zivil. von Gustav Kadelburg.

folgende Tage: Liebeswalzer. Die

In Zivil. Dienstag: Die In Zivil.

E Schönt Der Bibliothekar. Gustav von Moser. Montag: Der Bibliothekar. Dienstag: Die Liebe wacht.

Militärisches Volksstück in 4 Akten

folgende Tage: Kasernenluft.

Nenes Schanspielhans. Sonntag, Abends 8 Uhr: Der Flieger. Posse in 3 Akten von Hans

Montag und folgende Tage: Der Flieger.

Komische Oper. Sonntag, Abends Russ. Hofballett: Die verkaufte Braut. Montag: Letztes Gastspiel des Russ. Hofballetts:

Opernvorstellung: Tiefland. Der Regiments⸗

papa Freitag und folgende Tage: Der Regiments⸗

0. (Wallnertheater.)

Aufzügen von Roderich Schwank in 1 Akt

Montag Die zärtlichen Verwandten. Hierauf: zärtlichen Verwandten. Hierauf: Charlottenburg. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Lustspiel in 4 Akten von Franz von

an und Gustav Kadelburg. Abends 8 Uhr: Schwank in 4 Akten von

236.) Sonntag

Lustspielhaus. (Friedrichstr. Schwal

Abends 8 Uhr: Das Leutnantsmündel. in drei Akten von Leo Walter Stein. 1

Montag und folgende Tage: Das Leutnante mündel.

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfth Sonntag, Abends 8 Uhr: Charleys Tank⸗ Schwank in 3 Akten von Brandon Thomas.

Montag und folgende Tage: Charleys Tan

.

8 Uhr:

12 2

2

Familiennachrichten. Verlobt: Frl. Erika von Trotha mit Hrn. Fr von Treu (Braunschweig Blankenburg, Harz Verehelicht: Hr. Walter Frhr. von Rüxlebe

Rottleben mit Frl. Elsa von Deichmann (Schlo Bendeleben). 1 Geboren: Ein Sohn: Hrn. Rittmeister Wolffersdorff (Abtnaundorf). Hrn. Frhru. ge Uslar⸗Gleichen (Buchow⸗Carpzow). Hrn. vrt⸗ von Weichs (Wenne bei Eslohe, Westf.). Gestorben: Hr. Adolf Graf zu Stolberg⸗Werh rode (Dönhoffstädt). Sophie Gräfin Ne

(Lichtenrade).

zürtlichen Ver⸗

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburs Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlir. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verls Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Sieben Beilagen (einschließlich Börsen⸗Beilage).

um Neubau der Akademie am

Ueber die Kreise Greven⸗ 8

1) Im Monat geprägt worden in:

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Mai

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1“

Goldmünzen

2

Erste Beilage

chsanzeiger

B

8 der Prägungen von Reichsmünzen

und Königlich Preußi

erlin, Sonnabend, den 11. Juni

Amtliches.

Deutsches Reich.

UNebersich: in den deutschen Münz

Silbermünzen

85

stätten bis Ende Mai 1910.

chen Staats

anzeiger.

Nickelmünzen

Kupfermünzen

1910 Doppel⸗

kronen

Kronen

Hiervon auf Privat⸗ rechnung*)

Fünf⸗

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Drei⸗ markstücke

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markstücke

Ein⸗ markstücke

Fünfzig⸗ pfennigstücke

pfennigstücke

Fünfund⸗ zwanzig⸗

Zehn⸗ pfennigstücke

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Fünf⸗

pfennigstücke

Zwei⸗ pfennigstücke

Ein⸗ pfennigstücke

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München .. Muldner Hütte Stuttgart... Karlsruhe. Hamburg..

2

3

Summe 1

Gesamtausprägung. Hiervon sind wieder eingezogen.

5) Bleiben .. .

*) Einschließlich von Kronen, zu deren Prä **) Vergl. den „Reichsanzeiger“ vom 119

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7 533 000

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7 533 000 3414702280][253 446 285

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Berlin, den 10. Juni 1910.

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Hauptbuchhalterei des Reichs Hintze.

91 696 788,60 ℳ.

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Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

Qualität

gering

mittel

gut Verkaufte

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Gezahlter Preis für 1 Dopp

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15,40 15,00 14,00 14,80 13,80 14,10 13,50 13,50 13,05 13,70 14,00

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15,40 15,00 14,00 14,80 14,10 14,10 13,50 14,00 13,05 14,10 14,00

22,12 19,80 19,00 19,00 19,70 19,00 18,80 19,20 18,90 19,60

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Kernen (enthülster Spelz,

18,60

Roggen.

14,00 14,20 13,00 13,00 13,10 13,70 14.00 13,20 13,40 12,90 13,70

13,34 14,80 14,60 14,64 15,00

15,00 15,30

er ste. 13,43 13,20 14,30

15,00 14,00 13,30 14,50 14,20 13,00 15,00 13,00

15,40

fer. 16,00 15,20 14,30 15,00 14,20 14,60 14,00 14,20 13,60 14,10

15,10

14,50

22,12 20,00 19,00 19,20 19,70 19,00 19,70 19,20 19,40 19,60

18,66 19,00 18,80 22,60 20,00 20,60 20,30

Dinkel, Fesen). 18,60

14,00 14,40 13,00 13,20 13,40 13,70 14,00 13,70 13,40 13,30 13,70

13,34 14,80 14,60 15,00 15,40

15,00 15,30

13,43 13,50 14,50

15,00 14,00 13,50 15,00 14,20 13,00 15,00 13,00

15,40

16,00 15,40 14,50 15,20 14,40 14,60 14,00 14,60 13,60 14,50

14,50

19,88

18 80 19,00 18,50

17,85

18,66

18,30 22 60 19 70

19,85

18,40 18,10 19,00