1910 / 171 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 23 Jul 1910 18:00:01 GMT) scan diff

Dr. Paul Gindler ist zum Kreisschulinspektor i Dr. Karl Pretz

in Berlin Dr. Vanselow ist vom 1. August d. J. ab in 8125 Eigenschaft an die Universitätsbibliothek in Berlin verse

Die Untersuchung kann unterbleiben, wenn die Einfuhrfähigkeit ner Sendung durch das Zeugnis einer wissenschaftlichen Anstalt des 388 slandes nachgewiesen wird, deren Berechtigung zur Aus⸗ stellung solcher Fen nisse durch den Reichskanzler anerkannt ist. uch ohne solches Zeugnis kann ausnahmsweise bei hochwertigem Weine in Flaschen von der abgesehen werden, wenn die Einfuhrfähigkeit auf andere Weise glaubhaft gemacht wird. Im übrigen wird das Verfahren bei der suchung durch die Weinzollordnung geregelt.

Berlin, den 20. Juli 1910. Der Reichskanzler. Im Auftrage:

infuhr und der Unter⸗

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Bekanntmachung.

Der Herr Reichskanzler hat durch Erlaß vo 4 1910 die von der Allianz, Lebens⸗ und esser s z9 gihe 8⸗ Aktien⸗Gesellschaft in Wien, vorgelegten abgeänderten Versiche⸗ rungsbedingungen für den Betrieb der Volksversicherung (Tarife G und H) in den Königreichen Bayern und 1 im Herzogtum Sachsen⸗Altenburg und im Fürstentum Reu älterer Linie sowie die von der 18. ordentlichen Generalver⸗ sammlung der Aktionäre am 27. April 1909 beschlossene eh des § 3 der Gesellschaftsstatuten ge⸗ nehmigt.

Die Statutenänderung betrifft die Zeichnung der Firma durch zwei Prokuristen. 8

Berlin, den 15. Juli 1910.

Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung. Gruner.

Bekanntmachung.

Der Herr Reichskanzler hat durch . vom 30. Juni 1910 die von der Zürich, Allgemeine Unfall⸗ und Haftpflicht⸗ Versicherungs⸗Aktiengesell chaft in Zürich, vorgelegten neuen Allgemeinen Bedingungen für Versicherung gegen Veruntreuung und für Kautionsversicherung genehmigt. Berlin, den 18. Juli 1910. Das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 43 des Reichsgesetzblatts enthält unter

Nr. 3802 die Bekanntmachung, betreffend den inter⸗ nationalen Verband zum Schutze des gewerblichen Eigentums, vom 20. Juli 1910, und unter

Nr. 3803 die Bekanntmachung, betreffend Aenderung der üwes neh zur Ausführung des Weingesetzes, vom 20. Juli

Berlin W. 9, den 22. Juli 1910.

Kaiserliches Postzeitungsamt.

8 ürüisk

8 Königreich Preußen.. Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Ministerialdirektor im Ministerium 188 Handel und Gewerbe Dr. Neuhaus zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Erzellenz zu ernennen sowie

der Wahl des Oberlehrers, Professors Dr. Hoffmann an der Oberrealschule in Gleiwitz zum Direktor der Anstalt,

der Wahl des Leiters der in der Entwicklung begriffenen Realschule in Kolmar in Folen Oberlehrers Dr. Sehms⸗ dorf zum Direktor der Anstalt und

der Mahl des Direktors Dr. Sc Frankenbach an der bisherigen Realschule in iegnitz zum Direktor der nunmehrigen in der Entwicklung begriffenen Oberrealschule da⸗ selbst die Allerhöchste Bestätigung zu erteilen, ferner

infolge der von der Stadtverordnetenversammlung zu Leob⸗ schütz Hütsffeee Wahl den bisherigen unbesoldeten Beigeord⸗ neten dieser Stadt Dr. med. Grötschel für eine fernere Amts⸗ dauer von sechs Jahren,

infolge der von der Stadtverordnetenversammlung zu Koblenz Sn;. Wahl den Justizrat Eduard Müller da⸗ selbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Koblenz auf fernere sechs Jahre,

infolge der von der Stadtverordnetenversammlung zu Steele getroffenen Wahl den Gutsbesitzer Theodor Lindemann daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Steele auf fernere sechs Jahre,

infolge der von der Z zu Wesel geraffenen Wahl den Gutsbesitzer Julius Dorse⸗ magen daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Wesel für die gesetzliche Amtsdauer von sechs Jahren und

infolge der von der Stadtverordnetenversammlung zu Bocholt getroffenen Wahl den bisherigen Gerichtsassessor Dr. jur. , lff in Hamm als besoldeten Beigeordneten der Stadt Bocholt für die gesetzliche Amtsdauer von zwölf Jahren zu bestätigen. 6 8

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

er Regierungsrat Paetsch, bisher in Elberfeld, ist als Oberregierungsrat sauftrw. der Eisenbahndirektion nach Breslau

versetzt.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ un Medizinalangelegenheiten.

Der bisherige Oberlehrer am Kadettenhause g8 Köslin n Wilhelms⸗

81 5 *

haven ernannt worden. Dem Ke an der hiefigen Universitätsbibliothek 8 ch ist der Titel Oberbibliothekar beigelegt worden.

Der Hilfsbibliothekar an der Königlichen Bibliothek

fortgesetzt.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Die Die g Krossen im Regierungsbezirk Frankfurt a. O. ist zum 1. Oktober 1910 zu besetzen; Be⸗ werbungen müssen bis zum 5. aen eingehen. 1

„Die Oberförsterstelle Lautenthal im Regierungsbezirk Hildesheim ist zum 1. November 1910 zu besetzen; Bewerbungen müssen bis zum 5. August eingehen.

Finanzministerium.

Das Katasteramt Cassel I im Regierungsbezirk Cassel ist zu besetzen. G

Evangelischer Oberkirchenrat.

Der in die Oberpfarr⸗ und Ephoralstelle zu Luckenwalde berufene Oberpfarrer und Superintendent Lesser, bisher in Mücheln (Bez. Halle a. S.), ist zum Superintendenten der Diözese Luckenwalde ernannt worden.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 21. der Preußischen Gesetzsammlung enthält unter „Nr. 11 051 das Gesetz, betreffend die Aenderung der Land⸗ gerichtsbezirke Crefeld, Kleve und München⸗Gladbach, vom 9. Juli 1910. Berlin W., den 23. Juli 1910. Königliches Gesetzsammlungsamt 8 Krüer.

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee.

Offiziere, Fähnriche usw. Balholm, an Bord S. M. Jacht „Hohenzollern“, 17. Juli. Graf Henckel v. Donnersmarck, Rittm. im Gardekür. Regt., unter Enthebung von dem Kommando zur Dienstleistung beim Reichskolontalamt, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen ension zur Disp. gestellt; zu⸗ gleich ist derselbe bei den Res. Offizieren des Regts. wieder angestellt. Schotte, Hauptm. z. D. und Bezirksoffizier beim Landw. Bezirk Molsheim, von dieser Stellun enthoben und als Heuptm. mit seinem Patent vom 17. September 1909 Uu in der

end. Brig. in Elsaß⸗Lothringen angestellt. Militärgeistlichkeit.

Durch Allerhöchsten Erlaß. 4. Juli. Wölfing, evang.

Feldprobst der Armee, Dr. Vollmar, kathol. Feldprobst der Armee,

Titularbischof von Pergamon, den Rang als Räte 1. Klasse verliehen.

Beamte der Militärjustizverwaltung.

Durch Allerhöchsten Erlaß. 30. Juni. Lampersbach, Gerichtsassessor bei der 12. Div., zum Kriegsgerichtsrat ernannt.

Dur Verian des Kriegsministeriums. 5. Juli. Breiter, Lange, M ilitärgerichtsschreiber beim XVII. und IX. Armee⸗ korps, zu Militägenet , . beim Stabe eines kommandierenden Generals usw., 2 eubaum, Woldt, Millitärgerichtsschreibergehilfen bei der 9. und 33. Div., zu Militärgerichtsschreibern beim Stabe eines Div. Kommandeurs usw., befördert. Gellhaar, Oeser, Militärgerichtsschreibergehilfen auf Probe bei der 16. und 8. Div. (Amtssitz Torgau), zu Militärgerichtsschreibergehilfen ernannt.

Beamte der Militärverwaltung.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. Im aktiven eere. 1. Juli. Theine, geprüfter Bausekretariatsanwärter, als Militärbausekretär beim Bauamt VI in Berlin angestellt. 6. Juli. Pilgram, Militärbaumeister, Betriebsassist. bei den technischen Instituten, zum Betriebsleiter ernannt. 8. Juli. Nagel, Oberzahlmstr. vom III. Bat. 7. Bad. Inf. Regts. Nr. 142, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhe⸗

stand versetzt.

11. Juli. Martens (Paul), Intend. Diätar von der Intend. des I. Armeekorps, zum Militärintend. Sekretär, Hiß, Kwader, Intend. Diätare von den Intendanturen des VI. und V. Armeekorps, zu Militärintend. Registratoren, ernannt. Pas Se Scholz, Proviantamtsunterinspektoren, vom 1. August 1910 ab als Proviant⸗ amtsinspektoren in Berlin bzw. Koblenz angestellt.

Im Beurlaubtenstande. 9. Juli. Lautenbach (I Altona), Kleinheidt Recklinghausen), Witte (Marienburg), Klein ( Flteng), Eschweiler ( S Frantzen (Crefeld), Giesen (Rheydt), Unterapotheker des Beurlaubtenstandes, zu Oberapothekern befördert.

edicke (I Breslau), Oberapotheker des Beurlaubtenstandes, der bschied bewilligt. 8 88

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 23. Juli.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika the Honourable David Jayne Hill hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Erste Sekretär Irwin Laughlin die Geschäfte der Botschaft. CTECEII111I1 8 8 Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. SS. „Wittelsbach“, „Wettin“, „Mecklenburg“ und „Zäh⸗ ringen“ am 22. Juli in Trondhjem eingetroffen. Die I. Aufklärungsgruppe der Hochseeflotte, bestehend aus S. M. SS. ei gen, „Gneisenau“, „Königsberg“ und „Dresden“, ist am 21. Juli in Aalesund und die II. Aufklärungsgruppe, bestehend aus S. M. SS. „Yorck“, „Roon“, „Berlin“ und „Lübeck“, am 21. Juli in Christiansund eingetroffen. 8 M. S. „Jaguar“ ist am 21. Juli von Nagasaki in ee

egangen. er R.⸗P.⸗D. „Prinz⸗Regent“ ist mit dem Transport der von S. M. SS. „Sperber“ und „Seeadler“ abgelösten Besafeang auf der Heimreise am 21. Juli in Lissabon ein⸗ getroffen und hat an demselben Tage die Reise nach Southampton

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Großbritannien und Srtab. . r gestrigen Sitzung des Unterhauses wurde, zufolge, über die Resolution, betreffend die e Zivilliste verhandelt, die in Uebereinstimmun

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470 000 Pfund Sterling für den König und den Königli‚ Haushalt festsetzt, ferner auf 10 000 land für jeden Lcen der das 21. Lebensjahr erreicht hat und nicht verheiratet ist, auf 15 000 Pfund im Fall der Verheiratung und auf 6006. Pfund jährliches Einkommen für jede Tochter. Für den Prinzen von Wales ist keine Apanage ausgeworfen, weil er die Ein⸗

künfte der Herzogtümer Cornwall und Lancaster erhält. „Der Schatzkanzler Löoyd George, der die Vorlage einbrachte erklärte, daß, soweit der Souverän und sein Haushalt in Betracht kommen, die Resolution gegenüber der t.S.. Zivilliste eine Ver minderung der Belastung bedeute, und wies darauf hin, daß der Köͤnig seither die Einkommensteuer bezahlt habe, während die Auss aben sär die Staatsbesuche vom Staatsschatz getragen wurden; jetzt ei es so arrangiert worden, daß die Zivilliste künftig die Kosten der Staatsbesuche zu tragen habe, während die Einkommensteuer von ihr nicht mehr erhoben werden soll. Barnes (Arbeiterpartei) sprach sich gegen die Resolution aus, weil die Einkünfte der Herzog⸗ tümer von Cornwall und Lancaster Staatseigentum sein sollten und weil der Betrag der Zivilliste vngerdältrismäßig hoch sei Ein Antrag Barnes, die Königliche Zivilliste von 470 000 Pfund auf 385 000 Pfund herabzusetzen, wurde mit 207 gegen 26 Stimmen verworfen. Im weiteren Verlauf der erhob Keir S heftigen Widerspruch gegen die für die Kinder des önigs mit Ausnahme des Prinzen von Wales und begründete diesen damit, daß diese großen Summen zu einem müßigen und luxuriösen Leben verleiten, 8* von den Prinzen eine Gegenleistung verlangt würde. Lloyd George betonte hierauf, daß die Königliche Familie sich bereitwillig dem öffentlichen Dienst zur Verfügung stelle.

Schließlich wurde die Resolution über die Zivilliste mit 197 gegen 19 Stimmen angenommen. Ebenso nahm das

Unterhaus die dritte Lesung der Regentschaftsbill an. . Die englische Regierung gab, „W. T. W.“ zufolge, gestern in London der japanis chen Abordnung, die Europa besucht, ein Frühstück, dem der Staatssekretär des Aeußern Grey mit mehreren anderen Ministern und der japanische Botschafter Kato beiwohnten. Es wurde ein Königliches Schreiben verlesen, in dem den Gästen ein herzliches Willkommen entboten und ihnen versichert wird, daß der König gern an 8 Besuch in Japan im f18. 1881 zurückdenke. Sir Edward Grey toastete auf den kaiser von Japan und 8. aus, der russisch⸗japanische Ver⸗ trag berühre in keiner Weise die durch den 8erIchs a eatcen Vertrag eingeleitete Politik, nämlich die du nec Paltum des Friedens; im Gegenteil, er trage dazu bei, den Frieden zu

sichern. Rußland.

Die Beratungen des Handelsministeriums über Maßnahmen gegen eine übermäßige Beimengung beim Exportgetreide und zum besseren Schutz des russischen Getreidehandels im Aus⸗ lande sind nunmehr abgeschlossen. Es ist, „W. T. B.“ zufolge, dabei die Notwendigkeit anerkannt worden, in den ausländischen Seehäfen Privathandelsagenten zu unterhalten.

Spanien. 3

Auf den früheren Ministerpräsidenten Maura wurden, „W. T. B.“ zufolge, gestern bei seiner Ankunft auf dem Bahn⸗ hof in Barcelona zwei Schüsse abgegeben, die ihn an Arm und Bein leicht verwundeten. Der Täter wurde ver⸗ haftet. Maura reiste unmittelbar darauf nach Palma (Mallorka) ab.

Türkei.

Wie die ‚Frankfurter Zeitung“ aus Saloniki meldet, wurden die türkischen Grenzposten von Pepitsch und Arzanitea von montenegrinischen Grenzbewohnern angegriffen. Es fand ein mehrstündiger Kampf statt, an dem auch türkische Landleute teilnahmen. wei türkische Soldaten sind getötet, drei verwundet; ferner wurden acht Land⸗ leute schwer verwundet. unbekannt.

8 1

Bulgarien.

Ddie Strenge der türkischen Behörden in der Entwaffnung der Bevölkerung Mazedoniens und der Uebergang einer beträchtlichen Anzahl ottomanischer Bulgaren nach Bulgarien Utst wie die „Agence Bulgare“ erklärt, im Publikum und esonders in mazedonischen Kreisen eine lebhafte Gärung hervor⸗ gerufen, die die Abreise einer beschränkten Zahl von Mazedoniern nach der Türkei zur Folge gehabt hat, wo sie sich in kleine Banden einreihen wollen, obwohl die Regierung auf die entgegenstehenden strengen Befehle erst jüngst von neuem hingewiesen hat. Die Grenzbehörden konnten diese Personen am Uebergang nach Mazedonien nicht hindern, weil die Grenze in den Berggegenden nur schwer zu überwachen ist und weil die Betreffenden einzeln hinüber ingen. Infolgedessen ist der Sicherheitsinspektor mit einer Prfgade Agenten zur

Verstärkung der Ueberwachung nach Küstendil abgereist. h

Amerika.

„In Erwiderung auf die Einwendungen der interessierten Handels⸗ kreise in New Orleans gegen die norwegische Anerkennung der Blockade von Bluefields erklärte nach Meldung des⸗W. T. B.“ aus Washington das Staatsdepartement, Bluefields sei ein offener Hafen und das Staatsdepartement glaube, daß Norwegens Vor⸗ gehen auf ein Mißverständnis zurückzuführen sei, das seinen Grund in dem Vorgehen des norwegischen Konsuls in Bluefields habe. Die amerikanische Regierung hat keine neue Stellungnahme in der Angelegenheit und das Vorgehen des Staats⸗ departements ist als ein Beweis dafür aufzufassen, daß Amerika die amerikanischen Schiffsladungen beim Eintreffen in Bluefields schützen will, ob sie nun unter amerikanischer Flagge oder unter derjenigen einer anderen Nation eingeführt werden. Die Schiffahrt nach Bluefields ist jetzt unterbrochen, da nur⸗ Schiffe zur Verfügung stehen, die die norwegische Flagge führen, und da die Besitzer sich weigern, sie abfahren zu lassen wegen der An⸗ erkennung der Blockade durch Norwegen. Das Staatsdepartement 8 Ene Abschrift ihrer Erklärung an die norwegische Gesandtschaft gesandt.

Nach einer Konferenz mit der Interstate Commerce Commission haben die Westbahnen ebenfalls die Erhöhung b8, freiwillig bis zum 1. November sus⸗ pendiert.

8

Nach einer Meldung der St. m agentur aus Peking hat die vom Waiwupu dem russisch Geschäftsträger als Antwort auf den mitgeteilten Text des LE“ Abkommens überreichte folgenden Wortlaut: Nach genauer Kenntnisnahme des Vertragstertes ist das uns anvertraute Ministerium fest überzeugt, daß dieses Abkommen Rußland und Japan zu gebührender Achtung der verschiedenen Verträge zwischen 1 und Japan, China und Rußland, Rußland und Japan verpflichtet; Felglich erscheint dasselbe als eine neue ernste Bestäaͤtigung der von ußland und Japan durch den Vertrag von 1905 anerkannten Souveränitätsrechte Chinas in der Mandschurei und des Prinzips. 5 Gleichberechtigung der fremden Mächte und der Unterstützung China

eschlüssen der Kommission die Königlichen Bezüge au

11u“

bei der Entwicklung seines Handels und seiner Industrie in der

1“

sich das dem chine

Bevölkerungsbe

Die Verluste der Montenegriner sind

ebenso auch der Durchführung des Prinzips der offenen Tür in der Mandschurei, das der chinesi c lapanic e Vertrag von 1905 vorgesehen hat. Geleitet von dem im russisch⸗ japanischen Vertrage au gestellten Prinzip, hält es China für nötig, für

fijch⸗japanischen Vertrage zugrunde liegende Prinzip zu verwirklichen und seine ganze Aufmerksam eit zu richten auf die Durchführung und Sicherung seiner Maßnahmen in den Grenzen seiner Souveränitätsrechte auf die Gleichberechtigung aller fremden Staaten und die Entwicklung des Handels und der Industrie in der Mandschurei zum allgemeinen Nutzen. Wir beehren uns zu bitten, das Dargelegte zur Kenntnis der russischen Regierung zu bringen.

Eine gleichlautende Note ist auch dem japanischen Bot⸗ schafter in Peking eingehändigt worden. 8

Mandschurei,

Statistik und Volkswirtschaft.

Uebersicht

über die Zahl der Studierenden an den höheren l wirtschaftlichen Lehranstalten Preußens

im Sommerhalbjahr 1910.

Studie⸗] Neu ein⸗ Bez 2 8b uns rende aus getretene

früheren Studie⸗ Lehranstalt. Semestern rende

Landwirtschaftliche Hochschule Berlin

Landwirtschaftliche Akademie Bonn⸗ Poppelsdorf . .. 420 158 23

zusammen 751 272 236 1259.

Außerdem nehmen an den bei der Landwirtschaftlichen Hochschule

und der Universität Berlin gemeinsam gehaltenen Vorlesungen 206

Studierende der Universität teil; ferner zählen als Hörer der Land⸗

wirtschaftlichen Hochschule Berlin noch 152 Studierende der Tierärzt⸗ lichen Hochschule Berlin. Von den vorerwähnten 1259 Hörern stammen aus:

der Provinz Ostpreußen .. 46 Studierende,

Westpreußen 2 1g

Brandenburg ein⸗ schließlich Berlin . 9

ommern . . . E113“”“ JWe““

S 1A1A“ Schleswig⸗Holstein. Femnfeper 1“ Eööe 6 RM Hessen⸗Nassau Rheinprovinz.. .. den S Landen... aus Preußen somit einschließlich außer⸗ halb Preußens wohnhafter Preußen 3 . 1 978 Studierende, 150

Hospi⸗

tanten

331 114

aus den übrigen deutschen Staaten

aus dem Gebiet des Deutschen Reichs somit . ... 11128 Studierende,

ferner aus dem Auslande. 131 8 1 zusammen, wie oben, .1259 Studierende.

egung, städtische Sparkasse und Armenpflege in Berlin im Mai 1910.

Nach dem Maiheft der „Monatsberichte des e⸗

Amts der Stadt Berlin“ belief sich die fortgeschriebene Bevö

tstadt Anfang Juni 1910 auf 2 119 425 (zu der gleichen Zeit des Vorjahrs auf 2 101 618). Dier Zunahme im Mai betrug 1275 (im ai 1909 nur 586). Lebend ge⸗ boren wurden im Mai 1910 3667 (in demselben Monat des Vorjahrs 3928) Kinder, darunter 765 (809) oder 20,86 (20,60) % uneheliche. Auf das Jahr und Tausend der mitt⸗ leren Bevölkerung berechnet, stellte sich die Geburtenziffer auf 20,38 (22,01). Ehen wurden im Mai 1745 (im Mai 1909 1681) eschlossen, darunter 327 (301) Mischehen. Die Zahl der Eler befa ri⸗ (ohne Totgeburten) belief sich im Mai auf 2593 (im Mai 1909 auf 2747). Im Alter bis zu 1 Jahr starben 571. (576) Kinder, das sind 22,02 (20,97) % aller Sterbefälle des Berichts⸗ monats. Auf das Jahr und Tausend der mittleren Bevölkerung berechnet, betrug die allgemeine Sterblichkeitsziffer 14,41 889,299 ls zugezogen waren im Mai 10 567 (in demselben Monat des Vorjahres 9929) männliche und 7689 (7882) weibliche, zusammen 18 256 (17 811) Personen zu verzeichnen. Für die in dem gleichen Monat Fortgezogenen ergaben sich einschließlich des Zuschlags für die unterbliebenen Abmeldungen die Zahlen: 10 292 (10 051) männliche, 7763 (8355) weibliche, zusammen 18 055 (18 406) Per⸗ sonen. Somit verbleibt bei der Wanderung ein Mehrzuzug von 275 (i. Vorj. Mehrabzug von 122) männlichen und ein Mehrabzug von 74 89 weiblichen, im ganzen ein Mehrzuzug von 201 (im Vorj. Mehrabzug von 595) Personen.

Die Zahl der im Mai 1910 in den Berliner Hotels, Gast⸗ höfen usw. abgestiegenen Fremden betrug 105 054 (im April 1909: 93 944) Personen; darunter befanden scch 20 673 (16 277) Aus⸗ länder, von denen 6653 (5324) aus Rußland, 2923 (2565) aus Oesterreich, 2760 ( 8889 aus Amerika, 1742 (1207) aus England, 1535 (1210) aus Schweden kamen.

Ein Besitzwechsel war im Mai bei 140 (im gleichen Monat des Vorjahres dagegen bei 898 Grundstücken zu verzeichnen. Kauf lag vor bei 73 0 bebauten Grundstücken mit 19 643 205 (49 919 959) Kaufpreis und bei 14 (30) unbebauten mit 1 480 219 (3 702 451) Kaufpreis, Zwangsversteigerung bei 15 879 bebauten Grundstücken mit 3 111 100 (7 446 761) und bei 2 (3 unbebauten mit 122 000 (132 400) Kaufpreis. Durch Vererbung gingen 26 (44) Grundstücke mit 7 377 360 (9 573 422) Wert und 10 (13) ohne Wertangabe in anderen Besitz über. 8

Der Auftrieb auf den srtl⸗; Viehhof betrug für den Monat Mai 21 223 (für denselben Monat des Vorjahres 28540 inder, 20 698 (26 759) Kälber, 42 025 (51 561) Schafe, 107 474 (133 322) Schweine. In den öffentlichen Schlachthäusern wurden im Mai 10 882 (im Mai 1909 12 479) Rinder, 15 903 (17 828) Kälber, 37 064 (35 726) Schafe, 96 228 (98 835) Schweine ges chlachtet. In der Zentralroßschlächterei wurden 764 (774) Pferde ge⸗ schlachtet, von denen 11 (13) zurückgewiesen wurden. Zum Konsum und zur Tierfütterung gelangten somit 753 (761) Pferde, ferner von der Rixdorfer Roßschlächterei 125 (147). 1

Bei der städtischen par sglüe S. die Einzahlungen im Mai 5 243 666 (in demselben Monat des Vorjahres 4 903 776 ℳ), die Rückzahlungen 5 015 034 (5 061 360) ℳ; demnach ergab sich ein Mehr an Einzahlungen in Höhe von 228 632 (in dem⸗ selben Monat des Vorjahres ein Mehr an Rückzahlungen von 157 584 9„

Die städtische Firtenpfles⸗ umfaßte im Monat Mai 35 373 (in dem gleichen Monat des Vorjahres 34 S Almosengeld⸗ empfänger mit einem Gesamtbetrage an laufenden Un erstützungen in Höhe von 612 181 (585 638) ℳ, darunter 2179 (2003) Almosen⸗ empfänger mit außerdem gewährten 15 730 (14 051) Erxtraunter⸗ stüßungen. Solche wurden ferner für 7237 (7874) nicht laufend unter⸗

rungsziffer der Reichshau

112 939) aufgewendet wurden.

Keline51 Schlachtungen,

Personen im Gesamtbetrage von 92 421 (101 804) gewährt.

stützte für die 121 422

egekinder waren 12 990 (12 385) vorhanden,

Fur Arbeiterbewegung. 98

Das zur Erledigung der örtlichen Streitigkeiten im Bau⸗ ewerbe tätig gewesene Schiedsgericht Frankfurt hat, einer itteilung der „Köln. Ztg.“ zufolge, unter dem Vorsitz des Stadt⸗ rats Lupe für Mitteldeutschland eine Einigung zustande ge⸗ Fach. Die Ueberschrift des Vertragsformulars ist so gefaßt, daß der Mitteldeutsche Arbeitgeberverband im Ortsverbände handelt, die namentlich aufgeführt werden. Die Staffelung der Lohn⸗ zulage ist so geändert, daß im nächsten Jahre, in dem eine Erhöhung um 2 erfolgen sollte, schon 3 gezahlt werden, im letzten Jahre aber statt 2 nur 1 ₰. Der Ausgleich zwischen Maurer⸗ und Zimmerer⸗ löhnen wird dem Arbeitgeberbund empfohlen. Für Erdarbeiter werden bei einzuschalenden Grundarbeiten 4 mehr gezahlt. sh die Junggesellenlöhne wurde ein Mindestbetrag festgesetzt, der im ersten Jahre um 25 % und im zweiten Jahre um 5 unter dem Tariflohn fhr vollwertige Maurer 862 Achttägige Lohnzahlung wurde be⸗ chlossen und der Frfitag g 8 Löhnungstag empfohlen. Für Mittel⸗ deutschland soll je ein Schiedsgericht in brem urt, Mannheim und Cassel gebildet werden. Aus Solingen wird der „Rhein.⸗Westf. Ztg.“ berichtet, daß in der Scherenbranche das gespannte Verhältnis zwischen den Arbeit⸗ ebern und den Arbeitern jetzt zu einem offenen Bruch geführt hat; ie Verhandlungen, die seit einiger Zeit in der gemeinsamen Ver⸗ leichskammer stattfanden und die die Regelung der Zwischen⸗ der Arbeit in den s Per. Bärenstellen bezweckten, sind von den Arbeitgebermitgliedern der Vergleichskammer abgebrochen worden.

Nach einer Meldung von „W. T. B.“ aus St. Etienne vom heutigen Tage sind die Bergarbeiterschaft und die Grubenbesitzer zu einer Einigung gekommen. Die Gefahr des Ausstandes ist somit endgültig beseitigt.

Zu dem Ausstand der Eisenbahnangestellten der Grand Trunk Railway in Canada wird dem „W. T. B.“ aus New Feet vom gestrigen Tage berichtet, daß die Bahnbediensteten in

ontreal sich mit der Erledigung ihres Streits mit der Bahn⸗ verwaltung durch ein Schiedsgericht einverstanden erklärt haben. Dagegen meldet das „Reutersche Bureau“ aus Ottawa von demselben Tage, daß die Bemühungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten, die Ver⸗ waltung der Grand Trunk Railway und die Vertreter der Ausständigen zur Annahme eines Schiedsgerichts zu bewegen, sich als vergeblich er⸗ wiesen haben. Inzwischen bessert sich aber der Personenverkehr und auch der Verkehr der G66 8 schon wieder, sodaß die Si.. der Grand Trunk Railway den Streik bereits als gebrochen ansehen. 1

Kunst und Wissenschaft.

dem Königlichen Astrophysikalischen Ob⸗ servatorium in Potsdam Anfang April nach der Insel Tene⸗ riffa entsandte Expedition, bestehend aus den Herren Geheimrat Professor Dr. G. üller und Dr. E. Kron, ist vor kurzem wohlbehalten nach Potsdam zurückgekehrt. Bekanntlich war die Anregung zu dieser Expedition von dem Professor Pannwitz ausgegangen, der in diesem Frühjahr eine größere Anzahl von Gelehrten von ver⸗ schiedener Nationalität zu gemeinsamer Arbeit auf verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften nach Teneriffa eingeladen hatte. Ueber den Verlauf der Ceeküion berichtet die letzte Nummer der von Pro ster Dr. J. H. Bachhold in Frankfurt a. M. herausgegebenen Wochenschrift „Die Umschau“ folgendes: Aufgabe der Potsdamer Astronomen war in erster Linie eine Fortsetzung der von Geheimem Rat Müller in früheren Jahren auf dem Säntis und dem Aetna aus⸗ geführten Untersuchungen über die Schwächung des Lichtes der Gestirne in unserer Erdatmosphäre, und ferner die Beobachtung des Halleyschen Kometen. Beide Aufgaben sind infolge der überaus güͤnstigen Witterung in befriedigender Weise gelöst worden. Die Setaeeg geschahen an zwei verschiedenen Punkten der Insel: auf dem Pedrogilpaß, einem Uebergang aus dem Tal von Orotava nach der südlichen Seite der Insel, in einer Höhe von nahezu 2000 m, und in der Unterkunftshütte „Alta Vistat, unterhalb des Pikgipfels in einer Höhe von 3300 m. An beiden Stationen dienten der Expedition nur ganz primitive, aus rohen Lavablöcken zusammen⸗ gesetzte Füer als Unterkunft, ohne jede Bequemlichkeit. Alle zu dem längeren Aufenthalt notwendigen Utensilien, selbst Tisch und Stühle, mußten auf teilweise recht beschwerlichen Wegen durch Maultiere binaufpeschaft werden. Die Versorgung mit Lebens⸗ mitteln erfolgte ebenfalls durch Maultiertransporte von dem bekannten Humboldt⸗Kurhaus in Orotava aus, dessen Verwaltun sich in der dankenswertesten Weise verpflichtet hatte, für die Verpflegung der Ex⸗ pedition auf der Insel zu sorgen. Schwierigkeiten bereitete die e von asser, das auf der ersten Station aus einer ntfernung von 1 ½ Stunden, auf der zweiten Station aus einer schwer zugänglichen Eishöhle geholt werden mußte. Während des ganzen Bergaufenthalts atten die Erxpeditionsmitglieder empfin lich unter Kälte und heftigem Wind zu leiden, der durch die Fugen der Steinhütte am Pedrogilpef ungehindert hindurch⸗ wehte und trotz aller Schutzmaßregeln des Nachts den Aufenthalt in den primitiven, auf dem bloßen hbedm ergerichteten 8 stätten höchst unbehaglich machte. ber alle diese und ähnliche Strapazen sind durch die günstigen Erfolge der Expedition reichlich aufgewogen worden. Das große Beohachtungsmaterial verspricht, eine s r genaue Bestimmung der Strahlungsdurchlässigkeit unserer Atmosphäre zu geben, und die Aufnahmen des Halleyschen Kometen haben die kühnsten Erwartungen übertroffen. Während der Komet im Norden Europas im allgemeinen eine Enttäuschung bereitet hat und nur selten bei günstigem Luftzustande beobachtet werden konnte, war er auf der Station „Alta Vistas schon Anfang Mai eine glän ende Erscheinung; der 5 klare Himmel gestattete jeden Tag photo⸗ graphische sis knchmen. Mitte Mai war der Kern des Kometen für das bloße Auge heller als ein Stern erster Größe, und die Länge des Schweifes erstreckte sich über ein Drittel des sichtbaren immels⸗ ewölbes. Die Expedition hat die Vorteile einer in günstigem Klima ge⸗ egenen Höhenstation in überzeugender Weise dargetan; sie hat gelehrt, dc man künftighin bei ähnlichen Himmelserscheinungen keine Kosten scheuen sollte, um an bevorzugten Höhenpunkten zeitweilig zu , e und sie mit den allerbesten Beobachtungsinstrumenten auszurüsten.

Die von

Die Universität in Edinburgh hat gestern dem Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik zu Berlin, Frofessor Dr. August Bier den Cameronpreis zuerkannt, der von der Universität ausgesetzt war shr denjenigen Wohltäter der Menschheit, der inner⸗ halb der letzten fünf Jahre auf dem Gebiete der Hei kunde besonders wichtige Fortschritte erzielen würde. Profe or Bier hat eine neue Methode erfunden zur Erzeugung örtlicher efühllosigkeit, durch die schwere Operationen ohne Anwendung der Narkose ermöglicht werden.

In Paris ist, wie „W. T. B.“ meldet, der und früͤhere Generaldirektor der Pariser Nationalbibliothek Leopold Delisle im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Verstorbene, der Fnhaben der preußischen großen goldenen Medaille für Kunst und Wissens 18 und der Friedensklasse des Ordens Pour le mérite war, stand der National⸗ bibliothek in Paris von 1874 bis 1905 vor; seine wi Sg Forschungen betrafen Geschichte, Paläographie und Bibliographie. Literatur. Der von Avenarius herausgegebene „Kunstwart

im ersten Augustheft folgenden Inhalt: Ein Mädchendien tjiahr. Von Richard en 288 Kriminalliteratur. Von Ernst Schultze. Lose

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Blätter: Aus Christian Friedrich Scherenbergs Gedichten. Rund⸗ schau: Fürstenerziehung (W. Rath); Perlen älterer romanischer Prosa (A. Bonns); Wie's gemacht wird; Die Festspiele von éziêres 85 Schmidt); Ueber die Münchner „Straußwoche (Fr. Gürtler); Ein usweg aus dem Schulgesangelend? (A. Möhler); Beethoven⸗Häuser (Batka); Ausschnitte sehen (Avenarius); Große Berliner Kunst⸗ ausstellung (C. Vogeler); Bibliophilie und Ausdruckspflege; Bausünden im Riesengebirge; Hotelfrechheit (Avenarius); Jugend⸗ fürsorge 2 8. Agahd); Der Strafrechtsentwurf 2 (K. Polenske); Die Frauenschule (Fr. Ohnesorge); Weltmeisterschaft im Verprügeln; „Schulklagen (K. Röll); Stille Kunst (Stauffer⸗Bern, W. Stein⸗ Feufen und Böcklin). Bilder und Noten: E. Manet, Erschießung Kaiser Maximilians; A. Schüler, Heideschlucht; J. Lippmann, Ge⸗ witterschwüle; vier Abb. zu dem Beitrage: Bausünden im Riesen⸗ ebirge; zwei Abb. zu dem Beitrage: Hotelfrechheit; zwei Abb. binengräber in der eide und Adelsberger Grotte; im Text: vier Zeichn. von H. v. Volkmann aus „Alt⸗Halle“; Fr. Schubert, Du liebst mich nicht. ö“ 8S 6 111“ 88

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Frankreich.

Das französische Ministerium des Innern hat unterm 16. d. M. angeordnet, daß alle aus russischen Häfen des Baltischen Meeres kommenden und nach einem französischen Hafen gehenden Schiffe sich vor dem Anlaufen eines Bestimmungshafens einer ärztlichen Kontrolle durch die „Direction du Service sanitaire“ zu unterwerfen haben. Die nach einem in den Departe⸗ ments Somme, Seine⸗Infeérieure, Eure, Calvados und Manche be⸗ legenen Hafen bestimmten Schiffe Sr der Kontrolle des Gesund⸗ heitsdienstes in Havre. Es ist jedoch gestattet, die Kontrolle statt in 5 in Dünkirchen vornehmen zu lassen, sofern dieser Hafen den

iffen in Rücksicht auf ihren Bestimmungshafen günstiger gelegen ist

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Der internationale Gesundheitsrat in Konstantinopel hat folgende Quarantäneverfügungen erlassen;

Die aus Rußland kommenden Postpakete und Muster ohne Wert werden, nach äußerlicher Desinfektion, je nach der Art ihres Inhalts behandelt. Für die zur Einfuhr nicht zugelassenen, aus Rußland kom⸗ menden und in die Türkei eingeführten Waren gelten folgende Be⸗

ngen:

1) Wenn die zur Einfuhr nicht zugelassenen Waren sich an Bord eines in einem türkischen eintreffenden Schiffes befinden, so werden sie unwiderruflich zurückgewiesen, nach⸗ dem die gleichfalls zur Einfuhr nicht zugelassenen Mund⸗

voorräte, die sich etwa unter den bezeichneten Waren be⸗ nden, vernichtet worden sind.

2) Wenn die zur Einfuhr nicht zugelassenen Waren, welcher

Artt sie auch seien, heimlich an irgend einer Stelle des türkischen Reiches gelandet werden, so werden sie beschlag⸗ nahmt und vernichtet.

Die aus Rußland kommenden Schiffe, die weder bei der Abfahrt noch während der Ueberfahrt einen Cholerafall an Bord 8 haben, und welche die Meerengen durchfahren sollen, önnen, nach günstigem Ausfall der ärztlichen Untersuchung, auf der Reede von Cavak in Quarantäne Kohlen nehmen, und zwar unter den dafür vorgeschriebenen Bedingungen (vergl. „R.⸗Anz.“ vom 16. d. M., Nr. 165) und mit der Maßgabe, daß die bei der Kohlenübernahme beschäftigten Arbeiter nach Beendigung der Kohlenübernahme im Lazarett von Monastir⸗Aghzy isoliert werden, um dort den gleichen Quarantänemaßnahmen unterworfen zu werden, denen die Schiffe, die sie mit Kohlen versehen haben, unterliegen. Wenn, während der Isolierung dieser Kohlenarbeiter in Monastir⸗ Aghzy, ein anderes Schiff, für welches dieselben Bestimmungen gelten, in Cavak ankommt, um dort Kohlen zu nehmen, so dürfen die frag⸗ lichen Arbeiter das Lazarett verlassen, um die Versorgung des neuen Schiffs mit Kohlen zu übernehmen; sie müssen jedoch nach beendeter Arbeit nach Monastir⸗Aghzy zurückkehren, um dort die vorgeschriebene Quarantäne zu erledigen. Die Kapitäne der Schiffe, die von Ruß⸗ land nach der Türkei gehen, sollen in den russischen Häfen des Schwarzen Meeres und des Asowschen Meeres Trinkwasser nicht mehr einnehmen. Sie haben auf ihren Gesundheitspässen mittels besonderer, von den zuständigen Behörden der ange⸗ laufenen russischen Häfen auszustellender Vermerke bescheinigen zu lassen, daß die Einnahme von Wasser nicht stattgefunden hat. Bei der Ankunft der aus Rußland kommenden Schüffe im Lazarett von Sinoke haben die Kapitäne der Direktion des Kranken⸗ haufes eine schriftliche Erklärung darüber vorzulegen, daß das an Bord befindliche Trinkwasser nicht in Rußland eingenommen worden ist. Die Lazarettdirektion wird die Uebereinstimmung dieser Erklärung mit den 5. ue Vermerken auf den Gesundheitspässen prüfen; darauf wird sie das an Bord der Schiffe Vegen Trinkwasser bakteriologisch untersuchen lassen und, wenn die Analyse henfite f der Cholera ein negatives Ergebnis zeitigt, wird sie die Schiffe nicht dazu anhalten, ihr Trinkwasser zu erneuern, sondern wird sie zur 258e ermächtigen, nachdem sie die vorgeschriebenen Quarantänemaßnahmen haben. Wenn die vorbezeichneten Bedingungen nicht nach jeder ichtrn erfüllt sind, wird die Direktion des Lazaretts in Sinope das Trinkwasser der Schiffe beseitigen und die Wasserbehälter des⸗ infizieren lassen und dafür Sorge tragen, daß die Schiffe mit h fenem ne; er versehen werden, als zur Ueberfahrt nach Cavak er⸗ orderlich ist.

In St. Petersburg sind, „W. T. B.“ zufolge, in den letzten 24 Stunden 45 Personen an Cholera erkrankt und zwölf gestorben. Die Zahl der Erkrankten beträgt 151. Die Gouvernements Rjäsan Nishnjinowgorod, Kasan, Simbirsk, Samara, Saratow und Stawropol sind für choleragefährlich erklärt worden.

Theater und Musik.

Die Gottscheid⸗Oper im Schillertheater O. (Wallner⸗ theater) spielt morgen, Nachmittags, zum letzten Male zu ermäßigten 8 die Operette „Die Försterchristl“'; am Sonntagabend und am onnerstag wird „Martha“, am . zu ermäßigten Preisen zum letzten Male der „Troubadour“, am Dienstag, Mittwoch, Freitag, onnabend und am nächsten Sonntagabend zu volkstümlichen Preisen „Das Milchmädchen von e⸗ gegeben werden.

Im Schillertheater Charlottenbur bebeessa⸗ das Lust⸗ spiel „Die von Hochsattel“ weiter den Spielplan. Die Sonntags⸗ vorstellung beginnt um 8 Uhr.

Im Berliner Theater wird in der kommenden Woche an allen Abenden das Schauspiel „Taifun“ gegeben.

Im Lessingtheater bleibt Kchernenluft⸗ auch in dieser Woche auf dem Spielplan. Am 1.e beginnen wieder die Vor⸗ sümenaen des eigenen Ensembles der Direktion Brahm mit Hermann

ahrs Lustspiel: „Das Konzert“*. Auch diese Vorstellungen finden während des August noch zu den bedeutend ermäßigten unter Fortfall der Vorverkaufsgebühren statt. Der Billettverkauf be⸗ ginnt am Sonntag, den 24. d. M.

Das Residenztheater beginnt die neue Spielzeit am 31. d. M. mit dem Schwank „Im „g2 bei Sommerpreisen.

Im Neuen Schauspielhaufe bleibt die Posse „Der Flieger“ auf dem Spielplan.

Im Thaliatheater wird in der kommenden Woche „Charleys Tante“ wiederholt. Dann bleibt das Theater wegen der Proben zur „Polnischen Wirtschaft“, mit der am 6. August die neue Spielzeit eröffnet wird, geschlossen. “] 88