„Puppenmädel“, — so genannt, weil es auch erwachsen, von seiner Puppe die ehemalige
nicht allzu vorteilhaft ein. im Operettenfach besonderes Kizzi Freihardt als rassige spanische
ser urch angenehme Stimme und Gustav Matzner mußte sich diesmal mit einem stotternden Gecken begnügen, und Leopold Deutsch, der treffliche Komiker, stattete die Rolle eines Schmierendirektors mit einer Fülle Unter den übrigen
ei der
nicht lassen will, — führte sich Melisande der Komischen Oper, Es ist die Frage, ob sie leisten wird. Den Vopel schoß Tänzerin ab; Luise Obermaie gute Gesangsmanieren auf.
Bert Deetjen,
humoristischer Einzelzüge aus. noch Franz Groß und Heinrich Peer anerkennend zu nennen. Ausstattung, die von Geschmack zeugte, war nichts gespart worden.
.“ .“ Neues Theater.
Die erste Aufführung des Schwankes „Der G. m. b. H.⸗ Tenor“ von Arthur Lippschitz fand am Sonnabend im Neuen Theater eine sehr wohlwollende Aufnahme; zahlreiche Witze riefen schallendes Gelächter hervor, darüber wurde aber vergessen, daß der Witz des Stückes im Grunde ebenso künstlich gezüchtet ist, wie der Titel gewaltsam herausgeklügelt erscheint. Der Verfasser hatte die Kniffe und Ränke geriebener Spekulanten aufs Korn ge⸗ nommen, die unter dem Deckmantel der Menschenfreundlich⸗ keit die Einfalt und Treuherzigkeit ihrer Mitmenschen ausnützen; hier soll ein junger Schlosser mit einem unvergleichlichen Tenor der Gegenstand der Ausbeutung durch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung werden. Der biedere Mann aus dem Volke ist aber schließlich schlauer als die dunklen Ehrenmänner; als er ihre ermpel. lose Spekulationssucht erkennt, schlägt er sie mit ihren eigenen Waffen; er heuchelt eine gänzliche Heiserkeit, die auch der Kunst berühmter Spezialärzte widersteht, und die schleunige Auflösung der G. m. b. H. ist die Folge. Nun kann der Tenor frisch und frei seiner goldenen Zukunft jenseits des Ozeans entgegengehen, begleitet von dem berühmten Bürgermädchen mit dem goldenen Herzen, der Berliner Soubrette Olly Dolly; sie hat alle reichen Damen bei dem Wettlauf um die Gunst des aufgehenden Gesangsstars geschlagen. Mit wohlgefälliger Breite hat der Verfasser die gewissenlosen Manipulationen der Gründergesellschaft behandelt; sie sind aber nicht immer amüsant, weil sie so ziemlich alle auf denselben Ton gestimmt sind. Auch die Charaktere leiden an einer ver⸗ hängnisvollen Einseitigkeit. Treu und Glauben ist nur bei dem Mann aus dem Volke zu finden; nur das einfache Mädchen hat Herz und Ehrgefühl. Die anderen alle, Männer wie Frauen, sind bösartig oder einfältig. Ueberall merkte man die Absicht und konnte verstimmt werden. Trotzdem gab es viele, die Gefallen an diesem grobkörnigen Schwank fanden; und diese kargten nicht mit Beifallsbezeugungen und Hervorrufen. Die Darstellung war entschieden wertvoller als das Stück. Georg Baselt als werdender Tenor war recht ergötzlich und Meta Jäger spielte die herzensgute Soubrette mit Aufopferung. Ebenso wußten die übrigen Darsteller ihren Rollen manche komische Wirkung abzugewinnen; Erna Nitter und Olivia Veit spielten die Damen aus der Gesellschaft mit der wurmstichigen Moral gewandt und sicher. 1
Im Koöͤniglichen Opernhause findet morgen, eine Aufführung von Lortzings komischer Oper „Der Waffenschmied“ statt. Die Herren Aschner, Bronsgeest, Krasa, Lieban, Alma und die Damen Dietrich und von Scheele⸗Müller sind in den Hauptrollen beschäftigt. Dirigent ist der Kapellmeister von Strauß.
Im Königlichen Schauspielhause wird morgen „Wallen⸗ steins Tod“ von Schiller in der bekannten Besetzung wiederholt.
(Der Konzertbericht befindet sich in der Zweiten Beilage.)
Mannigfaltiges. Berlin, 29. November 1910.
Amtlich wird gemeldet: Am 27. d. M., Abends 9 Uhr 50 Minuten, durchbrach ein der Berliner Motorwagensabrik Ory gehörendes, aus der Richtung von Tiefensee mit außergewöhnlich großer Geschwindig⸗ keit ankommendes Automobil mit vier Insassen die ge⸗ schlossene Schranke des östlich vom Bahnhof Werneuchen belegenen Bahnüberganges der Chaussee Freienwalde — Berlin in dem Augenblicke, als der vom Bahnhof Werneuchen um 9,47 Uhr abgefahrene Personenzug den Ueberweg befuhr. Das infolge Anpralls an den Schrankenbaum beschädigte Automobil wurde von der Lokomotiveerfaßt und in den Bahngrabengeschleudert, wobei von den vier Insassen der Prokurist Otto Stamer aus Reinicken⸗ dorf tödlich verunglückte, der Chauffeur Karl Elgern aus Berlin und der Lithograph Theodor Kaiser aus Reinickendorf Kopfverletzungen davontrugen. Unverletzt blieb der Kaufmann Bruno Bartsch aus Charlottenburg. Nach dem bisherigen Ergebnis der Untersuchung ist der Unfall durch Unachtsamkeit des Chauffeurs herbeigeführt worden.
E“ 8 secge as Kteangehabehane .
Auf dem Gelände der Benzinlagerungsgesellschaft m. b. H. an der Köpenicker Chaussee in Boxhagen⸗Rummelsburg brach, wie hiesige Blätter melden, gestern nachmittag kurz nach 3 Uhr durch die Explosion eines Benzintanks eine Feuersbrunst aus. Die Explosion war von einem donnerähnlichen Knall begleitet, der in sehr weitem Umkreise gehört wurde. Kurz darauf explodierten noch zwei nahebelegene kleinere Tanks. Die Ortsfeuerwehr und auch alle freiwilligen Wehren der um⸗ liegenden Orte eilten herbei, vermochten aber gegen den gewaltigen Brand nichts auszurichten. Da mit der Möglichkeit gerechnet werden mußte, daß das Feuer auch auf die übrigen Tanks überspringen könnte, so wurde die Berliner Feuerwehr zu Hilfe gerufen. Bis Nachts 11 Uhr waren drei große und vier kleine Tanks ausgebrannt. Um 1 Uhr Morgens war das Feuer, das noch einen leeren Behälter zerstörte, noch nicht gelöscht. Es sind mehrere Millionen Liter Benzin bisher verbrannt. .“
Breslau, 28. November. (W. T. B.) Aus Anlaß der morgigen Eröffnung der Technischen Hochschule hatte die Stadt Breslau für heute abend über 400 Einladungen zu einem Empfangs⸗ abend im Rathause ergehen lassen. Die Gäste wurden vom “ Dr. Bender begrüßt. Der prächtige Remter und das historische Fürstenzimmer waren für das Fest mit Blumen, Gewinden und Topfgewächsen geschmückt. Magistrats⸗ diener in altertümlicher Tracht hielten im Treppenhause die Ehrenwache. Außer den sämtlichen Mitgliedern der städtischen Körperschaften waren u. a. anwesend: die Staatsminister von Trott zu Solz und Sydow, der Rektor der Technischen Hoch⸗ schule, Professor Dr. Schenk, der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Dr. Porsch, der kommandierende General von Woyrsch, der Fürst Henckel von Donnersmarck, die Breslauer Landtagsabgeordneten Dr. Wagner und Strosser, der Lehrkörper der Technischen Hochschule, der Rektor der Universität, Professor Dr. Hildebrandt sowie die Dekane der einzelnen Fakultäten, Vertreter der schlesischen Industrie und des schlesischen Handels, ferner Vertreter der Geistlichkeit der drei Konfessionen und Vertreter der Studentenschaft der Technischen Hochschule. An der Ehrentafel saß der Oberbürgermeister zwischen den beiden genannten Ministern. Im Verlauf des Mahles hieß der Oberbürgermeister die Gäste im Namen der Stadt Breslau herzlich willkommen. Die Gastfreundschaft der Gastgeberin hielt die Versammlung lange bei⸗ einander.
Gelsenkirchen, 29. November. (W. T. B.) Von zwei am Sonnabend auf Flöz „Hugo“ der Zeche „Alma“ der Gelsen⸗ kirchener Bergwerks⸗Aktiengesellschaft durch Pfeilerbruch ver⸗ schütteten Bergleuten ist einer heute früh als Leiche ge⸗ borgen worden. Man nimmt an, daß auch der zweite Ver⸗ schüttete tot ist, da man kein Lebenszeichen von ihm ver⸗ nommen hat.
Wilsenroth, 28. November. (W. T. B.) Amtlich wird ge⸗ meldet: Auf der Nebenbahn Limburg —Westerburg⸗Wester⸗ wald ereignete sich heute vormittag gegen 10 Uhr 30 Minuten auf freier Strecke zwischen den Bahnhöfen Wilsenroth und Frickhofen ein E“ r von Frickhofen nach Wilsenroth fährt, stieß auf der eingleisigen Strecke mit einer in entgegengesetzter Richtung fahrenden Lokomöotive zusammen. Ein Wagen des Personenzuges entgleiste, sechs Personen wurden leicht, eine schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Nach zweistündiger Aufräumungsarbeit war das für den Betrieb ge⸗ sperrte Gleis wieder frei. Die Schuld an dem Unfall trägt der Führer der allein fahrenden Lokomotive, der ohne Befehl auf die be⸗ setzte Strecke hinausfuhr.
München, 29. November. (W. T. B.) Wie die „Münchner Neuesten Nachrichten“ melden, stellte ein Kunstmäcen Seiner Koniglichen Hoheit dem Prinz⸗Regenten 100 000 ℳ für die Errichtung eines Reiterstandbildes Ottos von Wittels⸗ bach zur Verfügung. Mit der Ausführung des Denkmals ist der Erzgießer Ferdinand von Miller betraut. Das Denkmal soll am 90. öu““ des Prinz⸗Regenten vor dem Armeemuseum enthüullt werden.
Mannheim, 29. November. (W. T. B.) Rhein und Neckar sind in der vergangenen Nacht stark gestiegen. Der Neckar stieg bei
eilbronn um 1,75 m, bei Mannheim um 38 cm, der Rhein bei kannheim um 36 cm. Man erwartet Hochwasser. — Auch die
Mosel führt, wie aus Trier gemeldet wird, Hochwasser; sie ist in
den letzten 24 Stunden um 1,75 m gestiegen. Die Saar steigt stark. Die Kleinbahn Trier — Bullay hat infolge Hochwassers zwischen Bernkastel und Zeltingen den Betrieb einstellen müssen.
Paris, 29. November. (W. T. B.) Auf dem Bahnhof l'Arbresle im Rhône⸗Departement entgleiste gestern abend ein Personenzug. Zehn Reisende wurden mehr oder weniger schwer verletzt.
Helsingfors, 28. November. (W. T. B.) In der Gemeinde Kattula warf sich in der Kirche während des Gottesdienstes ein Bauernsohn mit einem Messer bewaffnet auf den Pastor, der verschiedene Wunden erhielt. Der Vorfall wird auf die Agitation der Sozialisten gegen die Kirche und die Geistlichkeit zurück⸗ geführt.
Oklahoma, 28. November. (W. T. B.) Bei einer Gas⸗ explosion in einem Bergwerk der Choctaw Asphalte Companmy in der Nähe von Antlers sind vierzehn Personen umgekommen.
Aschabad, 29. November, (W. T. B.) Durch einen Sand⸗ wirbelsturm ist hier ein Eisenbahnzug aus Kraßnowodsk zum Stebhen gebracht worden. Der Verkehr ist unter⸗ brochen.
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten und 8 Zweiten Beilage.)
—
Ein Personenzug, der 10 Uhr 27 Minuten
November
Starke Kälte verhindert die Säuberung des Gleises.]
Theater.
Königliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 125. Abonnementsvorstellung. Der Waffen⸗ Komische Oper in drei Akten von Albert ortzing. Musikalische Leitung: Herr Kapellmeister von Strauß. Regie: Herr Oberregisseur Droescher. Anfang 7 ½ Uhr.
Schauspielhaus. 263. Abonnementsvorstellung. Wallensteins Tod. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Regie: Herr Regisseur Patry. Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag: Opernhaus. 126. Abonnementsvor⸗ stellung. Kenscgaghf Preise.) Dienst⸗ und Frei⸗ plätze sind aufgehoben. Die Meistersinger von Nürnberg. Oper in drei Akten von Richard Wagner. Anfang 7 Uhr.
Schauspielhaus. 264. Abonnementsvorstellung. Der Krampus. Lustspiel in drei Aufzügen von Her mann Bahr. Anfang 7 ½ Uhr.
Neues Operntheater. Sonntag, Nachmittags 2 ½ Uhr: Auf Allerhöchsten Befehl: Fünfte Vorstellung für die Berliner Arbeiter⸗ schaft: Prinz Friedrich von Homburg. Schauspiel in fünf Aufzügen von Heinrich von Kleist. (Die Billette werden durch die Zentralstelle für Volkswohlfahrt nur an Arbeitervereine, Fabriken usw. abgegeben. Ein Verkauf an einzelne Personen findet nicht statt.) — Abends 7 ½ Uhr: 231. Billett⸗ reservesatz. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Madama Butterfly. Japanische Tragödie in drei Akten. Nach J. L. Long und D. Belasco von L. Illica und G. Giacosa, deutsch, von A. Brügge⸗ mann. Musik von Giacomo Puccini.
Preise der Plaße. Fremden⸗ und Orchesterloge 12 ℳ, 1. Rang Balkon und Loge (Mitte) 8 ℳ, Mittelparkett (1.— 6. Reihe) 8 ℳ, Mittelparkett (7.— 12. Reihe) 6 ℳ, Mittelparkett (13.— 21. Reihe) 5 ℳ, Seitenparkett 4 ℳ, Seitenbalkon 4 ℳ, Tribüne 2,50 ℳ, Stehplatz 1,50 ℳuM.
Deutsches Theater. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Judith. “ 111“ .8 Donnerstag: Hamlet. Freitag: Herr und Diener.
Sonnabend: Herr und Diener.
Kammerspiele. Abends 8 Uhr: Der verwundete
Mittwoch, Vogel. 8
Donnerstag: Der verwundete Vogel.
Freitag:; Die Komödie der Irrungen. Vorher: Die Heirat wider Willen.
Sonnabend: Die Komödie der Irrungen. Vorher: Die Heirat wider Willen.
Berliner Theater. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Taifun. Schauspiel in vier Akten von Melchior
Lengyel. Donnerstag: Zum 25. Male: Der scharfe
Junker. 1
Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr:
Maebeth Abends: Der scharfe Junker. 1
9
Lessingthenter. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Ibsen⸗Zyklus: 7. Vorstellung: Die Frau vom Meere.
Donnerstag: Wenn der junge Wein blüht.
Freitag: Wenn der junge Wein blüht.
Neues Schauspielhaus. Mittwoch, Nach⸗ mittags 3¼ Uhr: Weh dem, der lügt! (Vorstellung für das „Klassische Theater“.) — Abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft.
Donnerstag: Die Jungfrau von Orleans. (Johanna: Irene Triesch.)
Freitag: Genoveva.
Sonnabend: Zum ersten Male: Der Zerrissene.
Komische Oper. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Abbé Mouret.
Donnerstag: Die Bohème.
Fettäg⸗ Abbé Mouret.
Sonnabend: Tosca.
Schillertheater. 0. (Wallnertheater.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Die Fee Caprice. Lustspiel in 3 Akten von Oskar Blumenthal.
Donnerstag: Der Dummkopf. Freitag: Die Fee Caprice.
Charlottenburg. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der Bund der Jugend. Lustspiel in 5 Aufzügen von Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange.
Donnerstag: Prinz Friedrich von Homburg.
Freitag: Der Bund der Jugend.
Theater des Westens. (Station: Zoologischer Garten. Kantstraße 12.) Mittwoch, Nachmittags 4 Uhr: Rothkäppchen. — Abends 8 Uhr: Das Puppenmädel. Vaudeville in 3 Akten von Leo Stein und Dr. A. M. Willner. Musik von Leo Fall. Donnerstag und Freitag: Das Puppenmädel. Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr: Rothkäppchen. — Abends: Das Puppenmädel. 1
H. F b 1“ Lustspielhaus. (Friedrichstr. 236.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der Feldherruhügel. Schnurre in 3 Akten von Karl Rößler und Roda Roda. öeS. und folgende Tage: Der Feldherru⸗
gel.
Residenztheater. (Direktion: Richard Alexander.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der Unterpräfekt. Schwank in drei Akten von Leon Gandillot.
onnerstag und folgende Tage: Der Unter⸗
Freitag: Der scharfe Junker.
Thaliath eafer. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Mittwoch, Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. — Abends 8 Ühr: Polnische Wirtschaft. Schwank mit Gesang und Tanz in drei Akten von Kraatz und Okonkowsky, bearbeitet von J. Kren. Gesangsterte von Alfred Schönfeld, Musik von J. Gilbert.
Donnerstag und Freitag: Polnische Wirtschaft.
Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr: Aschenbrödel. — Abends: Polnische Wirtschaft.
.
Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof
riedrichstraße.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der eilige Hain. Lustspiel in drei Akten von Robert de Flers und G. A. de Caillavet. Musik von Emile Lassailly.
Donnerstag und folgende Tage: Der heilige Hain. 8 —
“ 8b 8 1 6
Modernes Theater. (Königgrätzer Str. 57/58.) Mittwoch, Abends 8 ¼ Uhr: Der Doppelmensch. Schwank in drei Akten von Wilhelm Jacobi und Arthur Lippschitz.
Donnerstag und folgende Tage: Der Doppel⸗
AKonzerte. 8
Singnkademie. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Max Reger⸗Abend, veranstaltet von Frieda Kwast⸗Hodapp Fee Gertrud Fischer⸗ Maretzki (Gesang), lexander Schmuller ee' unter Mitwirkung von Professor Max
Saal Bechstein. Mittwoch, Abends 7½ Uhr: Konzert von Frieda Rickertsen (Gesang) und Else Grams (Klavier). Am Klavier: Otto Bake.
Beethoven-Saal. Mittwoch, Abends 8 Uhr:
1. Konzert (Schubert⸗Abend) von Therese und Artur Schnabel.
Blüthner-Saal. Mittwoch, Abends 8 Uhr:
Beethoven⸗Abend von Emma Koch (Klavier) mit dem Blüthner⸗Orchester. 4
Alindworth · Fcharwenka· Faal. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Konzert von Elisabeth Halter (Alt). Mitw.: Alfred Schroeder (Klavier).
Choralion-Sanl. Mittwoch, Abends 8 Uhr:
Liederabend von Mme. Jaques⸗Dalcroze (Nina Faliero). Am Klavyier: Prof. E. Jaques⸗
Dalcroze.
Zirkus Schumann. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Das vorzügliche Programm. Der Kreisel⸗ Globus, neueste Kreation des Direktors Albert Schumann. — Apachen zu Pferde, geritten von Frl. Dora Schumann und Herrn Karl Heß. — Zum letzten Male: Die persische Truppe Mirza Golem, 12 Personen. — Um 9ũ ½ Uhr: „Zum 50. Male: Die mit großem Beifall aufge⸗ nommene Ausstattungspantomime: Der große Coup der Schmuggler.
Zirkus Busch. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Galavorstellung. U. a.: Gastspiel des berühmten Dresseurs Herrn Dir. Pierre Althoff mit seinen etwa 90 dressierten Pferden. — Außerdem: Frau Adele Althoff mit ihren hervorragendsten Freibeits⸗ dressüuren. — Frl. Elisabeth v. Dynar, Schul⸗ reiterin, auf ihren eigenen Schulpferden. — Die be⸗ rühmte Radfahrerfamilie Klein. — 3 Gebr. Fratellinis, urkom. Clownsz. — Um 9 ¾ Uhr: „Venezia“.
Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Margot Jacoby mit Hrn. Ober⸗ leutnant Oswald Frhrn. Treusch von Buttlar⸗ Brandenfels (Magdeburg — Berlin). — Verw. Fr. Elsa Clotilde Greve, geb. Vockerodt, mit Hrn. Oberleutnant Alfred Baron von Tiesenhausen (Charlottenburg — Gnesen). — Frl. Else Kersten mit Hrn. Rittergutsbesitzer 128, Braun (Stein⸗ kirchen bei Lübben — Schrenz, Post Stumsdorf).
Verehelicht: Hr. Axel von der Herberg mit Frl. Elsa von Alvensleben (Kotzargen — Rodehlen). Hr. Oberleutnant Fritz von Stockhausen mit Frl.
lse von Löbbecke (Berlin —Haus Nachrodt i. W.). — Hr. Regierungsamtmann von Zimmermann mit Frl. Marie von Carlowitz (Dehsa, S. Oberlausitz).
Gestorben: Hr. Generalmajor z. D. Wilhelm von Specht (Groß⸗Lichterfelde). — Hr. von Kaehne (Petzow). — Hr. Oberpfarrer em. Otto Ninnich (Lenzen a. E.) — Hr. Pfarrer Albert Oberhof (Berlin). — Hr. Sanitätsrat Dr. Philipp Stern⸗ berg (Berlin). — Frl. Auguste von Schuhmann (Berlin). — Stiftsdame Gertrud von Triebenfeld (Kloster Lindow).
Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin.
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Neun Beilagen
(einschließlich Börsenbeilage und Warenzeichen⸗ beilage Nr. 94 A und 94 B),
sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 5 des öffent⸗ lichen Anzeigers (einschließlich der unter Nr. 2 veröffentlichten Betanntmachungen) betreffend Kommanditgesellschaften auf Aktien und Aktiengesellschaften, für die Woche von
21. bis 26. November 1910.
Erste Beilage sanzeiger und Königlich Pr
zeiger 1910.
Qualität
1910 kare
mittel Verkaufte
Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner
Menge
niedrigster ℳ
Tag
höchster
höchster niedrigster Doppelzentner
ℳ ℳ5
niedrigster ℳ
Verkaufs⸗ wert
Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1
nach überschläglicher S bätun verkauft Doppelzentner
(Preis unbekannt)
Am vorigen Markttage für
1 Doppel⸗ zentner
Goldap. 8 Ostrowo.. . Breslau. Strehlen i. Schl.. Löwenberg i. Schl. Oppeln. “ Neuß.. Aalen.. Geislingen Meßkirch.
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Babenhausen Illertissen. Aalen.. Geislingen. Meßkirch
Goldap. Beeskow. osen.. strowo. Breslau . Strehlen i. Schl.. Löwenberg i. Schl. “ eö1““ Ftlertissen . .. Aalen..
Goldap Posen. n reslau 111“ w5 . . Braugerste Strehlen i. Schl.. 8 ““ Löwenberg i. Schl. .Braugerste 14,30 Oppeln.. “ 13,80
Illertissen. 111“ — Aalen... 6 4 —
Fedehngen 1 680
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14,50 11,00 12,00
14,50
Meßkir
12,60 15,30
11,80 1300 13,60
Goldap. Beeskow. Posen.. Ostrowo. . Breslau . “ e i. C 5 rünberg i. — Löwenberg i. Schl. 13,40 Oppelnl. 14,00 EEeee“ —
Illertissen
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Riedlingen .
Meßkirch . Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird
80 85
alter .neuer — 14,80 13,40 14,00 13,00
Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der 1“ 1“ uö“ “
Berlin, den 29. November 1910.
14,60 11,50 12,40
2 fswert volle Mark abgerundet mitgetellt. reis wir ve. gee Nirhsltrtnen . e hee. ve⸗ nicht e⸗ ist, ein Punkt (.) in den letzten sechs Spalten,
“ 88 8
Weizen.
19,00 18,20 18,30 18,90 18,60 19 00 19,50
19,00 18,40 19,20 18,90 19,00 19,00 19,50
1
20,00 20,00 iu (enthülster Spelz, Dinkel, Fesen).
20,19 20,19 20,40 20,40 22,00 22 00 20,20 21,20
— —
20,20 21,80 20,00 19,40
Roggen.
13,/40 0 13,60 14110 1440 13,80 13,90 13,60 13,80 14,00 1410 13,75 14 30 14,00 14,20 14,80 15,00 1380 14,80 16,60 16.80 17,60 18,00
Gerste.
13,60 14,40 14,00 14 00 14,60 14,30 14,40 15,00 14,80 16,80
13,50 15,00 12,20 13,20 15,40 15,50 15,50 14,00 17,40
19,60 17,40
15,50 13,00 13,50 17,00 16,50 16,50 14,60
18,00 19,80
15,20 12,50 13,30 15,50 16,50 16,30 14,60
18,00 19,80
12,50 14,50 15,50 15,30 14,00 17,40
19,20 17,40
14,50 14,50 13,80
16,80
Hafer. 13,40
15,20 14,30 14,50 14,60 15,50 14,20 14,80 15,60 14,80 16,00 14,20 1600 15,60
13,40
15,20 14,50 15,00 14,60 15,50 14,40 14.80 81 15,60 5 14,80 70 16,00
1440 59 16,40 12 16,00 543
12,60 15,30
12,50 13,80 13,60
13,60 14,00
13,00 15,80 14,80 13,80 13,90 14,10 15,20 13,80 14,40 14,60 13,80 15,60 13,60 15,60 14,40
13,00 15,80 14,80 14,00 14,40 14,10 15,20 14,00 14,40 14,60 13,80 15,60 14,00 15,60 14,60
14,80 13,40 14,00 14,20
betreffende Preis Kaiserliches Statistisches Amt. J. V.: Dr. Zacher.
Der Durchschnittspreis wird
25. 11.
25. 11.
21. 11. 26. 10. 26. 10.
21. 11. 21. 11. 21. 11. 1“
Zahlen berechnet. Bericht fehlt.
14 40 15,10 14,30
13,81 15,42 14,61
aus den unabgerundeten daß entsprechender
LSeeutscher Reichstag. 1“ 88. Sitzung vom 28. November 1910, Nachmittags 2 Uhr.
(Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.) 8
e des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend den E zur Anfertigung von Reichsbank⸗ noten verwendeten Papiers gegen unbefugte Nachahmung, in zweiter Lesung, worüber in der gestrigen Nummer des Blattes berichtet worden ist, tritt das Haus in die erhr 88 ratung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend 58 us bau der deutschen Wasserstraßen und die Erhebung von Schiffahrtsabgaben, ein. 1“ Reichskanzler Dr. von Bethmann Hollweg: iegende Gesetzentwurf bezweckt die Lösung it die öffentliche Meinung Es heo n die Frage, inwieweit die Kosten für den Ausbau — S “ den Steuerzahlern verbleiben sollen, oder inwieweit die Schiffahrtsbeteiligten ig der Form von Schiff. fahrtsabgaben daran teilnehmen sollen. In der Sge. 8 I Jahrhunderts hat bekanntlich die Ansicht egh aß e 88 eine Benachteiligung der Steuerzahler oder eine 8 Schiffahrtsbeteiligten bedeute, wenn die Kosten des e8. 88 er natürlichen Wasserstraßen lediglich von den “ würden. Man vertrat die Ansicht, daß die natürlichen 3 asserstre 8 grundsätzlich schiffahrtsabgabenfrei gelassen 8 ge en. — 8 Zwischenzeit hat diese Ansicht vielfach anderen Anf eeehn 8 gemacht, und zwar ist der Wechsel der Ansichten 8 e8 19 gangen mit der gewaltigen Ausdehnung unseres veeen- 8.g 6 ü 8 8 einerseits und anderseits mit der großen Steigerung 8 0 “ durch den Ausbau der Schiffahrtsstraßen verursacht wer 88 bca ar. Kreisen hat sich die Ueberzeugung festgesetzt, daß es nicht nur z
Meine Herren! Der vorl einer Frage, die seit langer Ze
mäßig, sondern auch gerecht sei, die Benutzer der Ströme an den Kosten für ihren Ausbau durch Erhebung von Schiffahrtsabgaben zu beteiligen, und daß ein wirtschaftlicher Anlaß nicht dazu vorliege, die Schiffahrtsstraßen bald als abgabenfrei, bald als abgabenpflichtig zu behandeln, je nach der Verschiedenheit der technischen Methoden, welche bei ihrem Ausbau angewendet worden sind. Diese schiffahrts⸗ abgabenfreundliche Strömung hat sich nicht nur in Preußen, sondern auch in anderen Staaten gezeigt. Ich brauche den Reichstag nicht daran zu erinnern, daß im Jahre 1886 auf Antrag Bremens ein Reichsgesetz erlassen worden ist wegen der Erhebung von Schiffahrts⸗ abgaben auf der Weser, und in den 90 er Jahren haben sich dann die Regierungen der deutschen Elbuferstaaten über die Wiedereinführung von Elbschiffahrtsabgaben verständigt. Dieselbe Strömung ist schließlich zum Ausdruck gekommen in dem preußischen Wasserstraßengesetz vom 1. April 1905, nach dem auf allen im Interesse der Schiffahrt ver⸗ besserten Flüssen Befahrungsabgaben erhoben werden sollen.
Der Streit der Meinungen, der sich an dieses preußische Gesetz angeknüpft hat, ist bekanntlich sehr lebhaft gewesen. Staatsrechtlich hat man aus dem Art. 54 der Reichs⸗ verfassung Bedenken hergeleitet, und wirtschaftlich bereitete die Verschiedenheit der Interessenlage in den einzelnen Teilen des Reiches mancherlei Schwierigkeiten. Preußen ist bemüht gewesen, diese Schwierigkeiten zu mildern und auszuräumen. Auf staatsrecht⸗ lichem Gebiete lag die Lösung in der Einbringung eines Gesetz⸗ entwurfes, der den Vorschriften des Art. 78 der Reichsverfassung ge⸗ nügte, also auch ausreichte für eine etwaige Verfassungsänderung. Damit wird die Frage, ob das preußische Wasserstraßengesetz sich innerhalb des Rahmens der Reichsverfassung gehalten hat oder nicht, praktisch gegenstandslos. Wirtschaftlich wurden die Lösung der Frage gesucht durch eine neue staatsrechtliche Form des genossenschaftlichen Gedankens, durch die Bildung von zwischenstaatlichen Verbänden. Dieser Gedanke, der mit vereinten Kräften das erreichen
8
will, was über die Kraft des einzelnen hinausgeht, schließt hier wie überall den Verzicht in sich auf eine kleinliche Berechnung des Nehmens und des Gebens, des Verhält⸗ nisses von Vorteilen und Nachteilen für jeden einzelnen Fall. Ein solcher Verzicht wird ermöglicht und gerechtfertigt durch die Ueber⸗ zeugung, daß auf die Dauer der Zeiten, über die Meinungsver⸗ schiedenheiten und Gegensätze des Augenblickes und des Einzelfalls hinaus, das große gemeinsame Interesse an dem weiteren Ausbau des deutschen Wasserstraßengesetzes auf einer gesicherten und gerechten finanziellen Basis auch die Einzelinteressen kräftig fördern wird.
Meine Herren, der Ihnen vorliegende Gesetzentwurf beruht auf einem einstimmigen Beschluß der verbündeten Regierungen. Diese Einstimmigkeit hat erzielt werden können dank allseitiger Betätigung desjenigen Geistes bundesfreundlicher Gesinnungen, der das wechselseitige Verhältnis zwischen den Regierungen beseelt, und der bereit gewesen ist, durch Opfer an ursprünglichen Meinungen und Zielen dem Interesse der Allgemeinheit zu dienen. Ich hoffe, meine Herren, daß nunmehr auch der Reichstag den Grundlagen zustimmen wird, auf denen sich der weitere Ausbau der natürlichen Wasserstraßen im ganzen Reichs⸗ gebiet vollziehen soll.
Erst nach Verabschiedung des Gesetzes wird die Möglichkeit ge⸗ geben und der Zeitpunkt gekommen sein, mit denjenigen auswärtigen Staaten in Verhandlung zu treten, welche an deutschen natürlichen Wasserstraßen beteiligt sind und Vertragsrechte an diesen Wasser⸗ straßen haben. Wir werden diese Verhandlungen auf der Basis der gemeinsamen Interessen und derjenigen freundschaftlichen Beziehungen führen, in denen wir mit unseren Nachbarstaaten verbunden sind. Wir werden suchen, diese Staaten davon zu überzeugen, daß die von uns verfolgten verkehrspolitischen Ziele und die dafür in Aussicht ge⸗ nommenen Mittel auch ihren Interessen nützlich sind, und hoffen, daß wir auf einem solchen Wege zu einer allen Teilen dienlichen Ver⸗
ändigung gelangen werden. (Bravo!)