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18*
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Nichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 4. Januar.
Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute im Neuen Palais bei Potsdam den Vortrag des Chefs des Ziwilkabinetts, Wirklichen Geheimen Rates von Valentini.
8.
Gestern, den 3. d. M., Morgens, verstarb hier nach kurzer Krankheit der Großherzoglich hessische außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister, Wirkliche Geheime Rat Maxi⸗ milian Freiherr von Gagern, der seit dem Herbst des Jahres 1908 am hiesigen Königlichen Hofe beglaubigt war. Die Regierung Seiner Majestät des Kaisers und Königs
eklagt aufrichtig den Heimgang dieses Staatsmannes, der es ich während seiner hiesigen Tätigkeit stets hat angelegen sein assen, die bundesfreundlichen Beziehungen zu pflegen und zu fördern, und der sich allgemeiner Wertschätzung und Verehrung
Der Königlich bayerische Gesandte Graf von Lerchen⸗ feld ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der
Gesandtschaft wieder übernommen.
Der Bevollmächtigte zum Bundesrgt, Großherzoglich hessische Geheime Staatsrat Krug von Nidda ist in Berlin angekommen. v“
Der Regierungsrat Dr. Meydenbauer aus Königsberg
ist der Königlichen Regierung in Arnsberg, der Regierungs⸗
assessor von Diringshofen aus Neustrelitz der Königlichen Regierung in Hildesheim, der Regierungsassessor Delius aus Schwelm dem Königlichen Polizeipräsidium in Hannover und
—
der Regierungsassessor Dr. Meyer in Schwetz der Königlichen
Regierung in Allenstein zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden.
Dem Regierungsassessor Dr. Haarmann in Cöln ist die kommissarische Verwaltung des Landratsamtes im Kreise Gummersbach, Regierungsbezirk Cöln, und dem Regierungs⸗ assessor Dr. Rothert in Marienwerder die kommissarische Verwaltung des Landratsamts im Kreise Bersenbrück, Re⸗ gierungsbezirk Osnabrück, übertragen worden. 8
Das Handbuch über den Königlich preußischen Hof und Staat für das Jahr 1911 ist in Kommission bei R. von Deckers Verlag (G. Schenck, Königlicher Hofbuch⸗ händler) hierselbst soeben erschienen.
8 1 “ “ 8
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Victoria Louise“ vorgestern in Syrakus eingetroffen und geht am 16. Januar von dort nach Catania in See. b
S. M. Flußkbt. „Tsingtau“ ist vorgestern von Canton nach Hongkong in See gegangen.
Württemberg. —
Zum Präsidenten der Ersten Kammer für die Dauer der nächsten Landtagsveriode hat Seine Majestät der König, dem „Staatsanzeiger für Württemberg“ zufolge, den Fürsten
zu Hohenlohe⸗Bartenstein und Jagstberg ernannt.
1X“
Oesterreich⸗Ungarn.
Franz Joseph verbrachte, „W. T. B.* in ungestörtem Schlaf und erhob sich zur gewohnten frühen Stunde. Die Heiserkeit ist geringer als gestern. Der Schnupfen ist noch vorhanden. Die genaue Be⸗ folgung der ärztlichen Ratschläge läßt die Hoffnung nicht unbe⸗ gründet erscheinen, daß auch der Schnupfen bald schwinden wird.
8 ““ Portugal.
Das Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß der Regierung, daß ein Staatsvertrag zwischen Italien und Portugal über eine Rente für die Königin⸗Witwe Maria Pia erst nach dem Zusammentritt des portugiesischen Parlaments abgeschlossen
werden kann; einstweilen soll der Königin⸗Witwe monatlich ein Betrag von zwei Contos Reis gezahlt werden.
Der Kaiser zufolge, die Nacht
Türkei.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ sind die türkischen Botschafter bei den Kretamächten beauftragt worden, nicht nur wegen der Votierung des griechischen Rekrutierungs⸗ gesetzes durch die kretische Kammer, sondern überhaupt gegen die Anwendung der griechischen Gesetze Protest zu erheben.
Bulgarien.
In der gestrigen Sitzung der Sobranje suchten die in den Anklagezustand versetzten früheren Minister die gegen sie erhobenen Anschuldigungen weiter zu entkräften. .
Nach dem Bericht des „W. T. B.“ blieb Petroff bei seiner Behauptung, daß dem Staatsschatz nur deshalb Nachteile zugefügt worden seien, weil Bulgarien von außen Gefahr gedroht hätte. — Savoff sprach sich in der gleichen Weise aus und erklärte, die Türkei hätte jeden Augenblick einen Einfall unternehmen können.
Zum Schluß der Sitzung wählte die Sobranje eine Kom⸗ mission von zwölf Mitgliedern, die den Tatbestand der Anklage
egen die Minister genau feststellen und der Sobranje noch in eer gegenwärtigen Session Bericht erstatten soll. Die Sobranje wird dann entscheiden, ob die angeklagten Minister einem Aus⸗ nahmegerichtshof überwiesen werden sollen. sich die Sobranje bis zum 23. Januar.
2
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Der deutsche Gesandte Graf von Pückler ist, „W. T. B.“
zufolge, gestern zur Ueberreichung seines Abberufungsschreibens
om Könige in Audienz empfangen worden. Später wurde er
auch von der Königin und am Nachmittag mit Gemahlin vom Kronprinzen und der Kronprinzessin empfangen.
Amerika.
Einer vom „W. T. B.“ verbreiteten Depesche aus Puerto Barrios zufolge hat das Kanonenboot „Hornet“ Trusillo (Honduras) genommen. Die Garnison der Insel Roatan hat sich, ohne einen Schuß abzufeuern, ergeben und den Auf⸗ ständischen angeschlossen.
Asien.
Nach Meldungen des „Reuterschen Bureaus“ ist Mostassim es Saltaneh gestern dem Medschlis als Minister des Aeußern vorgestellt worden. Durch diese Ernennung ist das Justizministerium frei geworden. Der Finanzminister Sani ed Dauleh kündigte an, daß ungefähr 112 Millionen Toman von dem Ertrage der Anleihe der Imperial Bank für die Aufrechterhaltung der Sicherheit unter der Oberaufsicht eines Komitees verwendet werden sollen. Der Vorschlag muß die Billigung des Medschlis erhalten. Der Minister des Aeußern teilte dem Hause mit, daß die schwedische Regierung das Ansuchen, Offiziere für die Neorganisation der Gendarmerie zu überlassen, günstig aufgenommen habe.
8
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88 KGKoloniales.
Wasserbau in den deutschen Kolonien.
Bei den Verhandlungen des Kolonialwirtschaftlichen Komitees die kürzlich stattgefunden haben, berichtete der Geheime Oberbaurat Schmick⸗München über Wasserbau und über wassertechnische Vor⸗ arbeit in der Mkattasteppe, am Viktoriasee und im Paregebiet.
In der Einleitung wurden die Hauptaufgaben des Wasserbaues in den Kolonien geschildert, insbesondere mit Rücksicht darauf, daß die Niederschläge und daher auch die Abflüsse des Wassers außerordentlich unregelmäßig sind. Hierin einen Ausgleich zu schaffen und für die trockene Zeit Wasser zum Bewässern der Steppen zur Verfügung zu haben, sei eine Lebensbedingung umfangreicher Gebiete. Es wurde darauf hingewiesen, daß es aber vielfach noch an den Grundlagen für das Aufstellen von Entwürfen fehle. Es müßten die Niederschlags⸗ beobachtungen weiter ausgebaut und durch sachverständige Meteorologen bearbeitet werden. Dann seien regelmäßige Pegelbeobachtungen und Wassermessungen in den Flüssen vorzunehmen und das Gefälle der Flüsse zu bestimmen, um im Laufe der Jahre Klarheit über die Be⸗ ziehungen zwischen Niederschlag und Abfluß zu erhalten. Die Er⸗ schließung von Grundwasser 12. vorläufig nur in Südwestafrika in größerem Umfange vorgenommen worden, während sie auch anderwärts dringend geboten sei.
Im Anschluß an diese Ausführungen wurde eine Reihe größerer Entwürfe besprochen, die gegenwärtig der Bearbeitung unterliegen. Es sind dies hauptsächlich: in Kamerun das Schiffbarmachen eines Teils des Nvong in Verbindung mit der im Bau begriffenen Eisen⸗ bahn, in Deutsch⸗Südwestafrika das Anlegen von Teichen zum Zurückhalten des Wassers während der Regenzeit zum Zwecke des Bewässerns von Ländereien und zum Tränken des Viehes, das Ausführen einer umfangreichen Talsperre an der so⸗ genannten Großen Naute am Löwenfluß im Süden des Schutzgebiets mit einer Stauwassermenge von rund 100 Millionen Kubikmeter zum Berieseln eines etwa 5300 ha großen Geländes und weiter einer kleinen Talsperre an der Kleinen Naute bei Keetmanshoop, der Hauptstadt des südlichen Teiles der Kolonie. Beide Talsperren würden dazu beitragen, fruchtbaren, aber gegenwärtig wegen des Wasser⸗ mangels erträgnislosen Boden von großem Umsan e in blühende Gefilde zu verwandeln, und ihre wirtschaftliche Bedeutung kann daher kaum überschätzt werden. In Deutsch⸗Ostafrika mit seinen reichlicheren J. jederschlägen sind mehrere Flüsse vorhanden, die das ganze Jahr is ugter anderen der Pangani, der Ruvu, der Rufiji und der 9 a. Vorarbeiten zum Feststellen der Schiffbarkeit sind am Ruftlit im Gange, wo auch bereits ein kleiner Heckraddampfer der voraussichtlich durch einen zweiten ergänzt werden soll. Am Ruvu und am Pangani werden demnächst Untersuchungen über die Wasserverhältnisse begonnen. Der Verkehrs⸗ weg auf dem Rufiji wäre, falls er durchgeführt werden könnte, von umso größerer Bedeutung, als er zusammen mit einer kurzen Eisen⸗ bahnstrecke von seinem oberen Ende bis zum Njassa diesen mit dem deutschen Schutzgebiet und dem Indischen Ozean verbinden und außer⸗ dem die fruchtbare Ulangaebene und das Uhehehochland erschließen würde.
Der Ausbau von Wasserkräften ist in unseren Kolonien vielfach möglich aber vorläufig wegen mangelnden Kraftbedarfes nur vereinzelt durchzuführen. Von besonderer Bedeutung in Deutsch⸗ Ostafrika sind Bewässerungsanlagen für Baumwollplantagen, deren Erträgnisse hierdurch außerordentlich gesteigert werden können. Das Kolonialwirtschaftliche Komitee hat Vermessungen des Ge⸗ ländes, Bodenuntersuchungen sowie Feststellungen über die Wasser⸗ führung der Flüsse bereits an verschiedenen Stellen vornehmen laffen. Solche Voruntersuchungen sind abgeschlossen in der Mkattasteppe, einer großen, flachen, von dem Mkatta⸗ und dem Wamifluß durch⸗ zogenen Ebene, wo voraussichtlich 50 000 ha allmählich bewässert und damit für den Baumwollbau und andere landwirtschaftliche Be⸗ triebe erschlossen werden können. Entwürfe hierzu werden auf Grund der Voruntersuchungen demnächst bearbeitet. Gegenwärtig werden weitere Vermessungen vorgenommen südlich vom Viktoriasee, bei Muansa, in der Mbalaebene und der Wembäresteppe, wo schätzungs⸗ weise etwa 150 000 ha mit Wasser aus dem Viktoriasee der Bebauung erschlossen werden können. Soweit die Vorarbeiten bis jetzt zum Ab⸗ schluß gekommen sind, dürfte allerdings eine künstliche Hebung des Wassers durch eine leicht auszubauende Wasserkraft notwendig sein. Der Bewässerungskanal für die genannten Steppen kann unter Um⸗ ständen als Schiffahrtskanal ausgebaut und damit eine Verbindung des Viktoriasees nach der Zentralbahn bei Tabora hergestellt werden. Nach Abschluß der Vermessungen am Viktoriasee soll untersucht werden, ob das Paregebiet am oberen Pangani ebenfalls bewässert werden kann. Für Landwirtschaft geeisnet sollen 100 000 ha hier zur Verfügung stehen. Die Kosten dieser Arbeiten sind leichwie die⸗ jenigen der bereits genannten Vermessungen bewilligt. Die Deutsche Kolonial⸗Eisenbahn⸗ au⸗ und „Betriebsgesellschaft, zu deren Gebiet das zu bewässernde Gelände gehört, trägt einen Teil davon. Endlich soll das Gebiet des Ruvu von dem Einfluß des Ngerengere bis zu der Gezeitengrenze wasserwirtschaftlich erkundet werden, und zwar auf Vorschlag des Kaiserlichen Gouvernements. Da diese Fläche zum Interessengebiet der Zentralbahn gehört, käme eine Beteiligung der Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft an den Kosten in Betracht.
Im Anschluß an diese Referate wurden folgende Beschlüsse ge⸗ faßt: 1) Die Ausführung des Proj kts der Großen Naute in Süd⸗ westafrika soll auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Tech⸗ nischen Kommission gesetzt werden. 2) Wasserwirtschaftliche Vor⸗ arbeiten im Quellgebiet des Pangani in Gemeinschaft mit der Deut⸗ schen Kolonial⸗Eisenbahn⸗Bau⸗ und „Betriebs esellschaft sind auszuführen. 3) Wasserwirtschaftliche Vorarbeiten im Ruvugebiet (Interessengebiet der Ostafrikanischen Zentralbahn) sind vorzubereiten, und wegen der Beschaffung der Kosten ist mit der Ostafrikanischen Eisenbahngesell⸗ schaft zu verhandeln.
Statistik und Bolkswirtschaft. 1“
Aus dem Jahresbericht der Prüfungskommission für höhere Verwaltungsbeamte. Ueber die Ergebnisse der Tätigkeit der Prüfungskommission im Jahre 1910 ist zu berichten: Bei Beginn des Jahres 1910 hatten 13 von den der Kommission überwiesenen Referendaren die Prüfung noch nicht abgelegt; unter
Hinzurechnung der im Jahre 1910 neu überwiesenen 80 Referendare waren zusammen 93 Examinanden der Prüfung zu unterziehen. Die Zahl der Referendare, welche die Prüfung abgelegt haben,
trug im Jahre 1901 . 56, Jahre 1906 111, 1902 8 199 . . ,1086. 1903 ‧ .““ “ 1994 . . . 11p““ 8 AI1I1I1M“ 6 00 11616“ In IFehre 1910 sind 29 Termine mit je 3 Kandidaten abgehalten worden.
„Von den der Prüfung unterzogenen 87 Kandidaten haben 19 nicht bestanden und sind zur besseren Vorbereitung zurückgewiesen. Zwei Referendare, die auf die Dauer von sechs Monaten zurück⸗ gewiesen waren, konnten im letzten Quartal zur wiederholten Prüfung vorgeladen werden und sind durchgekommen. Die übrigen 68 Kandi⸗ daten haben die Prüfung beim ersten Versuche bestanden. Von ihnen haben 9 Referendare das Prädikat „gut’, 10 Referendare das Prädikat „vollkommen befriedigend“ und 49. Referendare das Prädikat „aus⸗ reichend erhalten. 8
Der Prozentsatz derjenigen, welche die Prüfung nicht bestanden, war hb11““ JIJoJoIEE1181* 1902 11“ 21,30 1903 9,09 1908 22,22 1904 13,24 1909 11 1905 22,04 1910 8“ Am Schlusse des Jahres 1910 waren 6 der Kommission über⸗ wiesene Referendare, deren Prüfung noch nicht stattünden konnte, vor⸗ handen. Von diesen sind bereits 3 zu dem am 7. Januar d. J. statt⸗ findenden Prüfungstermine geladen, sodaß noch 3 Bestande verbleiben.
Zur Arbeiterbewegung. 1u“ Das Zentralschiedsgericht für das deutsche Bau⸗ gewerbe tritt morgen, Donnerstag, im Reichstagsgebäude in Berlin zu seiner ersten Sitzung zusammen. Es besteht der „Neuen politischen Correspondenz“ zufolge aus 4 Arbeitgebern, 4 Arbeitern und 3 Unparteiischen, die mangels Einigung unter den Parteien auf deren Ersuchen von dem Staatssekretär des Innern ernannt worden sind. Ein Ausstand ist am 2. d. M. bei der Berliner Glaser⸗ innung in der Neuen Jakobstraße 14 ausgebrochen. Hundert Fensterputzer haben dort, wie hiesige Blätter melden, die Arbeit niedergelegt. Die Leute erhielten bis jetzt die Woche 22 ℳ Anfangs⸗ gehalt und 27 ℳ Höchstlohn. Jetzt verlangen sie für den Anfang 27 ℳ und als Höchstlohn 30 ℳ, außerdem für die Etagenarbeiter 3 ℳ Zulage. — Die Berliner Schraubendreher hatten schon in den letzten Wochen des vorigen Jahres wiederholt in Versammlungen daruber Beschwerde geführt, daß der nach der vorjährigen Bewegung ver⸗ einbarte Tarifvertrag von vielen Firmen durchbrochen werde. Sie hatten damals beschlossen, in diesem Jahre durch Teilausstände den Kleinkrieg im Gewerbe durchzuführen. Jetzt ist, wie die „Voss. Ztg.“ mitteilt, damit der Anfang gemacht worden. In einer Schrauben⸗ dreheret am Kottbuser Damm haben sämtliche Arbeiter die Arbei
niedergelegt.
Aus Bochum wird der „Köln. Ztg.“ gemeldet: Der Alt Bergarbeiterverband beruft auf den Dreikönigentag und au den nächsten Sonntag im Ruhrrevier insgesamt siebzig Belegschaftsversammlungen ein, mit der Tagesordnung Stellungnahme der Belegschaft zur Ablehnung der von den drei Verbänden gestellten Lohnforderungen
Auf Ersuchen des Gemeinderats in Rastatt hatte das Groß⸗ herzoglich badische Ministerium des Innern sich bereit erklärt, zwecks baldiger Beendigung eines nun schon geraume Zeit dauernden Arbeiterausstandes in der Waggonfabrik Rastatt zu ver⸗ mitteln, falls Arbeitgeber und Arbeitnehmer damit einverstanden sind. Die Vertreter der Arbeiter stimmten zu. er Vermittlungsversuch ist jedoch nach einer halbamtlichen Bekanntgabe der „Karlsruher Zeitung“ daran gescheitert, daß nicht auch die Fabrikleitung die Ver⸗ mittlung annahm. 85
In Barcelona wird, wie „W. T. B.“ meldet. trotz des BWW
in den Ausstand zu treten, und die Schiffsladungen
“
schlusses der Hafenarbeiter, gestern allenthalben wie gewöhnlich gearbeitet, werden ohne Zwischenfälle gelöscht.
““
Gemäß § 135 des Invalidenversicherungsgesetzes ver⸗ liert eine Duittungskarte ihre Gältigkeit, wenn sie nicht innerhalb zweier Jahre nach dem auf der Karte verzeichneten Ausstellungstage zum Umtausch eingereicht ist. Um die Versicherten vor Weiterungen zu schützen, macht der Vorstand der Landesversicherungs⸗ anstalt Berlin in den von ihm herausgegebenen „Amtlichen Mit⸗ teilungen“ darauf aufmerksam. daß alle im Jahre 1909 ausgestellten Quittungskarten ohne Rücksicht darauf, ob sie vollgeklebt sind oder nicht, innerhalb zweier Jahre nach dem Tage der Ausstellung — also innerhalb des Jahres 1911 — dem zuständigen Polizeirevier zur Auf⸗ rechnung und zum Umtausch vorzulegen sind, z. B. eine am 10. Ja⸗ nuar 1909 ausgestellte Karte spätestens am 10. Januar 1911. Kosten erwachsen den Inhabern durch die Aufrechnung der alten und Ausstellung einer neuen Quittungskarte nicht.
Altersrentenanwärter, die im Laufe des Jahres 1911 ihr 70. Lebensjahr vollenden, haben an Beitragswochen nachzuweisen, wenn sie nach Eintritt in die Versicherung beschäftigt waren
a. als Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Dienstboten, Handlungs⸗
gehilfen, Betriebsbeamte. .. 800 - 840 Beitragswochen,
b. als Hausgewerbetreibende der Tabak⸗
fabrikation. 111¹” 2. als Hausgewerbetreibende der Textil⸗ industrie mit Versicherungspflicht vom Jahre 189 . . . als Hausgewerbetreibende der Textil⸗ industrie mit Versicherungspflicht vom Jahre 1896 als Lehrer, Lehrerinnen, Erzieher, Gesellschafterinnen, sonstige An⸗ gestellte, deren dienstliche Be⸗ schäftigung ihren Hauptberuf bildet
Kunst und Wissenschaft. “
Gestern nachmittag fand im großen Saale des Gener lstabs⸗ gebäudes unter dem Ehrenvorsitz Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen die konstituierende Sitzung des Komitees für die Filchnersche Südpolarexpedition statt. Vom Ehrenpräsidium war auch Seme Hoheit der Herzog Ernst von Sachsen⸗Altenburg erschienen. Die Spitzen der militärischen und Zivilbehörden sowie eine größere Amahl von namhaften Männern der Wissenschaft des In⸗ und Auslandes füllten den Saal. Man sah u. a. den Chef des Generalstabs der Armee, General der Infanterie von Moltke, den Baverischen Gesandten Grafen von Lerchen⸗ feld, den bayerischen Militärbevollmächtigten Freiherrn von Gebsattel, den Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Schmidt als Vertreter des Ministers der geistlichen usw. Angelegenheiten, den Direktor im Reichs⸗ amt des Innern Dr. Lewald, Otto Nordenskjöld aus Göteborg und Oberhummer aus Wien, den Chef der Hochseeflotte Admiral von He. Geheimrat Wagner, Göttingen, Vertreter des Reichstags, des Abgeordnetenhauses, der Presse usw. Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache in der er, „W T. B.“ zufolge, darauf dinwies, daß man wohl in Zweifel darüber sein könne, ob es angebracht sei oder nicht, in einem Fall wie in dem vorliegenden Opfer persönlicher und pekunlärer Art zu bringen. Diese Frage sei durchaus erörte ngewert.
Referendare im
durch den Zechenverband. 8
die Organisation und die Ausrüstung der Expedition versandt werden.
Das Königliche Kunstgewerbemuseum veranstaltet in
Sicher aber sei es eine Freude in einer langen Friedenszeit, die wir ge⸗ gießen dürfen, noch Männer zu finden, die ihre Haut zu Markte tragen für solche Unternehmungen, und ferner, daß sich opfermutige Leute finden, die solche Unternehmungen unterstützen. Die Persönlichkeit des Leiters der zukünftigen Expedition, des Oberleutnants Wilhelm Filchner lasse an dem Gelingen des Unternehmens nicht zweifeln. Der Prinz spreche in aller Namen Herrn Filchner und allen Teilnehmern an der Ex⸗ pedition schon heute die herzlichsten Wünsche aus für das Gelingen dieses großen Werkes.
Sodann erhielt der Oberleutnant Filchner das Wort. Er führte etwa aus, daß es sich im wesentlichen um zwei wissenschaft⸗ liche Fragen bei der beabsichtigten antarktischen Expedition handle: um die Erforschung der allerinnersten Teile des Südpolarfestlandes sowie um die Feststellung der Beziehungen zwischen den westantarktischen und ostantarktischen Landmassen. Das Expeditionsschiff solle die deutsche Heimat im kommenden Frühjahr verlassen und zunächst nach Buenos Aires gehen, von dort solle die Exvedition zu Anfang des Süd⸗ sommers aufbrechen, über die Insel Südgeorgien und die Sandwichinseln, spätestens Ende Dezember 1911 in die Weddelsee, einen tiefen Meereseinschnitt, in den Südpolar⸗ kontinent vorstoßen. Auf der Ostseite der Weddelsee, in Coatsland, solle eine Basisstation errichtet, für geographische, geologische, astronomische, erdmagnetische und biologische Arbeiten mindestens ein Jahr lang in Betrieb gehalten werden und als Ausgangspunkt für die Schlittenexpeditionen ins Innere dienen. Ein größerer Schlitten⸗ vorstoß sei von vier Mann der Stationsbesatzung im Sommer 1912/13 nach Süden in das Innere des Südpolarlandes geplant. Für diesen Fall werde das Schiff zur Vornahme von Küstenunter⸗ suchungen und weiteren ozeanographischen Arbeiten im Atlantischen Ozean dorthin zurückkehren. Oberleutnant Filchner legte sodann die Einzelheiten des wissenschaftlichen Programms dar, wobei er hervor⸗ hob, daß es sich bei der Unbestimmtheit der antarktischen Verhältnisse nur um Richtlinien handeln könne, und daß eine möglichst vielseitige Ausrüstung wie Ausbildung der Teilnehmer die Expedition in den Stand setzen solle, in jeder Lage das Mögliche zu erreichen. An geographischen Arbeiten nannte er die Erforschung der Verteilung von Land und Wasser, des Küstenverlaufes, der Landformen in horizontaler und vertikaler Ausdehnung und der Vereisungserscheinungen. Der Geologe und Petrograph wird den Fragen nach dem ehemaligen Zu⸗ fammenhang heute getrennter Kontinente, dem Studium fossiler Pflanzen, der Klimaschwankungen usw. nachgehen. Die ozeanographischen Arbeiten sollen sich erstrecken auf systematische Untersuchen über Temperatur, Salz⸗ ehalt und Sauerstoffgehalt tiefer Wasserschichten, Lotungen, Versuche von Tiefenstrommessungen im offenen Ozean. Hand in Hand damit gehen die biologischen und meteorologischen Untersuchungen, letztere unter Zuhilfenahme von Registrierapparaten für Luftdrucktemperatur, Feuchtig⸗ feit und Wind nach Richtung und Geschwindigkeit. Die wissenschaft⸗ lichen Teilnehmer und der Schiffsführer, ein bewährter Kenner der Antarktis, sind bereits gewonnen. Das Schiff, das Oberleutnant Filchner im Herbst in Norwegen gekauft hat, wird zurzeit umgebaut. Für die Schlittenreisen wird sich die Expedition nach dem Beispiel Shackletons mandschurischer Ponys anstatt Hunde bedienen. Als neuestes Transportmittel treten Kraftfahrzeuge dazu. In den nächsten Tagen wird eine Denkschrift über die Expedition veröffentlicht werden.
Der Kapitän Vahsel gab im Anschluß daran Einzelheiten über das Expeditionsschiff bekannt, dessen Uebernahme Anfang März in Hamburg erfolgen soll.
Ueber die Finanzlage berichtete sodann der Schatzmeister Stadtrat Pannowski. Er teilte mit, daß an Mitteln im ganzen ber 800 000 ℳ vorhanden sind.
Dann ergriff der bayerische Gesandte Graf von Lerchenfeld das Wort, der die Expedition ven ihrem ersten Tage an tatkräftig unterstützte. Er dankte dem Prinzen Heinrich und dem Herzog von Sachsen⸗Altenburg für ihr Erscheinen und schloß seine Ausführungen mit einem warmen Appell an das Komitee, dieses kühne deutsche Unternehmen, zu dessen Ausführung 1 200 000 ℳ erforderlich seien, nach Kräften zu fördern. Am Schluß unterstützte Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich diese Bitte auf das wärmste. Herrn Filchner, der ihm von seinen früheren Forschungen her sehr gut be⸗ kannt sei, wünsche er erfolgreiche und Wue. Durchführung seines großen Planes, wenn solche Wunsche überhaupt nötig wären bei der starken und zielbewußten Persönlichkeit des Leiters der Expedition.
Den Schluß bildete eine kurze Zusammenkunft der Herren, die als Arbeitsausschuß zu dem eingetragenen Verein zusammen⸗ getreten sind. Als Erster Vorsitzender wurde Herr Chefredakteur Schweitzer gewählt, als Zweiter Vorsitzender Oberst von Bertrab, Abteilungschef im Großen Generalstab. Die übrigen Mitglieder sind außer Herrn Filchner: der bayerische Gesandte Graf von Lerchenfeld, der Direktor im Ministerium des Innern Dr. Lewald, der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Schmidt, der Reichstagsabgeordnete Bassermann, der Justizrat Dr. Raetzell, der Professor Dr. Höring, der Stadtrat Pannowski, der Kapitän Polte, Chef der Nautischen Abteilung der Hamburg⸗Amerika⸗Linie, der Landesgewerberat Dr. Kühne und der ESh Dr. Jollv. In den nächsten Tagen werden ein Aufruf zur
inleitung der Zeichnungen sowie eine Denkschrift über den Plan,
diesem Vierteljahr in seinem Hörsaal, Prinz Albrechtstr. 7/8, Hof, folgende Vortragsreihen: Dr. Ernst Kühnel: Das Kunstgewerbe des Islam, 8 Vorträge, Montags Abends 8 ½ —9 ½ Uhr; Beginn: Montag, den 16. Januar. Architekt Professor Franz Seeck: Friedbof und Grabmal, 4 Vorträge, Dienstags Abends 8 ½ — 9 ½ Uhr; Beginn: Dienstag, den 17. Januar. Dr. Oskar Fichel: Die graphische Kunst der Neuzeit, 8 Vorträge, Donnerstags Abends 8 ½ — 9 ⅝ Uhr; Beginn: Donnerstag, den 19. Januar. Die Vorträge sind unentgeltlich und werden durch Lichtbilder und ausgestellte Gegenstände erläutert.
Die Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin hält eine allgemeine Sitzung am 7. d. M., Abends 6 Uhr, in der Aula der Königlichen Technischen Hochschule zu Charlottenburg ab. Der Frofessor Dr. E. von Drvgalski aus München wird über „Die eppelinstudienfahrt nach ne und ins Nördliche Eismeer im Vommer 1910“ und der Geheime Regierungsrat, Professor Dr. Miethe über „Dreifarbenprojektionsbilder, aufgenommen auf der Zeppelinstudienfahrt nach Spitzbergen“ sprechen.
Bauwesen. .““ Ein Wettbewerb für Vorentwürfe zu einem Volks⸗
braufe⸗, Wannen⸗ und Schwimmbad in Tilsit wird bis um 31. März d. J. unter den im Deutschen Reich ansässigen Architekten und Ingenieuren ausgeschrieben. Die näheren Be⸗ dingungen sind von der Bauabteilung des Magistrats in Tilsit, Deutsche Straße 71, zum Preise von 2 ℳ zu beziehen. Das Preis⸗ richteramt haben übernommen: Geheimer Baurat⸗ Stadtbaurat P in Magdeburg, Baurat Herzberg in Berlin, Regierungs⸗ und Baurat Jende in Gumbinnen, Oberbürgermeister Pohl, Stadtbaurat Gauer, Stadtverordnetenvorsteher, Justizrat Neiß, Kreisarzt, Me⸗ dizinalrat Dr. Behrendt in Tilsit. Drei Preise von 1800, 1200 und 600 ℳ werden ausgesetzt. Der Ankauf weiterer Entwürfe zum Preise von je 400 ℳ bleibt vorbehalten.
Land⸗ und Forstwirtschaft.
Saatenstand und Getreidehandel in Rußland.
Der Kaiserliche Generalkonsul in 85*† a berichtet unterm 26. Dezember v. J.: Zu Beginn des Monats ezember herrschte für kurze Zeit mäßig kaltes Wetter. Dieses wurde indessen bald durch milde Witterung mit mäßigen Niederschlägen abgelöst, die noch jetzt anhält. Ueber die Wintersaaten laufen aus allen Gouvernements des
Amtsbezirks günstige Nachrichten ein. Die zum Wachstum erforder⸗
Weise
liche Bodenfeuchtigkeit ist überall in genügendem Maße vorhanden.
Erwünscht wäre allerdings bald Schnee,
damit das zu erwartende
Frostwetter die stark entwickelten Saaten nicht schutzlos trifft.
Die Verschiffungen auf dem
Weltmarkt haben sich zuletzt
wieder beträchtlich vergrößert. Der günstige Ausfall der argentinischen
Ernte drückt auch in Südrußland auf die Weizenpreise. Namentlich bleiben die minderwertigen russischen Weizenqualitäten, die stark an⸗
eboten werden, schwer verkäuflich.
Indessen rechnet man nach den
eihnachtsfeiertagen auf etwas bessere Geschäfte für den ör lichen Ver⸗ brauch. Die Spekulation hält sich sehr zurück. Nach Rog gen herrscht zu den ermäßigten Preisen etwas bessere Nachfrage, namentlich für Lieferung
in späteren zurückhaltend.
ladungen immer noch sehr rege. nein ze streben, größere Bestände für den Winter aufzuhäufen.
Nonagten: indessen bleiben die Verkäufer einstweilen noch sehr
— Die Nachfrage nach Gerste ist trotz großer Ab⸗ Ganz allgemein zeigt sich das Be⸗ Namentlich
bleiben Lieferungen auf sofortige Abladung sowie für die Winter⸗
monate stark gefragt, während beachtet werden.
nd solche für die Frühjahrsmonate wenig Die Bestände im Innern Rußlands sind nach wie
vor sehr groß; aber erst zum Frühjahr sind wieder große Gerste⸗
zufuhren zu erwarten.
Die Zufuhren in Mais bleiben einstweilen hinter den ge⸗ hegten Erwartungen zurück. Einerseits erschweren sehr schlechte Wege
im Innern die Zufuhr zum Markt, niedrigen Preise die Besitzer zu einer abwartenden Haltung.
andererseits bestimmen die Die
Qualität ist durchweg gut; während der nächsten Monate dürfte sich in Mais ein sehr großes Geschäft entwickeln.
Die Leinsaatpreise haben Argentinien einen starken Rückaang erfahren. kaufte schwimmende russische Ware sehr billig.
infolge dringenden Angebots von Die zweite Hand ver⸗ Dadurch ist jetzt eine
Leinsaatausfuhr nach dem Auslande fast unmöglich, die Besitzer suchen
die Ware bei
den hiesigen Oelmühlen unterzubringen.
Colza und Hederich sind ohne Umsatz. An der Odessaer Börse stellten sich am 24. Dezember die
Preise für N
Leinsaat.. Hederich... 114
Asima 8, 4 9 2„ Gerste
90 — 112 Kop. 80 — 110 „ 65 — 75 „ 61 — 72 „ 248 .
.
Die Vorräte betrugen am 14. Dezember:
in Asinasas.
1 126 166 dz, 517 806 „ 6 552
1 650 426 215 668 13 458 629 731 34 853 3 276 1 638 en“ 4 095 ‧
„ Ulka
„Arnautka Weizen zusammen Roggen Gerste
Se u““ Tolza (Raps)
Leinsaat “ Erbsen . . . . . . “
Die Verladungen betrugen im Berichtsmonat aus Odessa ein⸗ schließlich Cherson:
Weizen Roggen Gerste
Mais.
8 000 000 Pud, . 2 000 000 „ . 10 000 000 „ 4 000 000 „
er Oelkuchenmarkt war im allgemeinen geschäftsl
88 Die Preise betrugen frei an Bord für: Leinknchen..“ Rapskuchen 111“] Kokoskuchen Singapore in Säcken. „ Cceylon 4 S. hydraulische Hederichkuchen (lose) Hederichbauernkuchen . . . . . . Alle Preise sind rein nominell. Das Ausland
120 Kop. 6
—
zeigte sich im
Kaufen sehr zurückhaltend.
2
Die Dampferfrachten konnten sich voll behaupten, namentlich blieben verfügbare Räume stark gefragt.
Die gegenwärtigen Frachtraten
für verfügbare Dampfer von
Odessa⸗Cherson sind folgende: Rotterdam .. . ..... Hamburg, Hull, London, Antwerpen e“
Der Kaiserliche Konsul in Charkow
zember v. J.:
den Monatken August und September unter günstigen rechtzeitig vor sich gegangen war, Winters die Witterung Saaten überaus förderlich gewesen.
berichtet unterm 26. De⸗ Nachdem die Herbstaussaat im Konsulatsbezirk in Bedingungen ist im Verlauf des Herbstes und der Entwicklung und dem Wachstum der Abgesehen von einer kurzen
Periode gelinden Frostes, verbunden mit unbedeutenden Schneefällen, im
ktober, hat die ganze Zeit über eine ungewöhnlich warme, trockene und vorwiegend trübe Witterung geherrscht; die Lufttemperatur hat sich meist um den Gefrierpunkt gehalten und ist nur selten und dann auch nur vorüber⸗
gehend um einige Grad darunter gesunken, Schaden zuzufügen. demnächst stärkere Fröste eintreten könnten, bevor eine schützende Schnee⸗ decke sich über die Felder ausgebreitet hat.
Der Stand der Saaten ist und gibt die besten Hoffnungen auf eine gute Ernte; nur die späte Aussaat ist stellenweise schwächer entwickelt. Besonders gut sind die Aussichten in den Gouvernements Charkow, Kursk, Worones einzelnen Kreisen des Gouvernements Jekaterinoslaw.
ges — ohne jedoch den Saaten Jetzt wird vielfach die Befürchtung laut, daß
zurzeit durchaus zufriedenstellend
h und in
Verkehrswesen.
8 Steuerzahlung durch Postschecks. Zur weiteren Ausbildung des Postscheckverkehrs, der den Zahlungs⸗
zahlstellen in
würde
teuerzahlern,
die Zahlung wesentlich erleichtern würde. den Bedürfnissen der Stadtverwaltungen und der Steuerzahler an⸗ zupassen, wird folgendes Verfahren eingeführt werden:
den Steuerzahlern, legenheit geben, Gemeindesteuern zu begleichen. 5* der übrigen Steuerzahler, aben, Steuerkassen gedient sein, Zahlkarte an jedem Postschalter erfolgen köonnte, was namentlich den
verkehr durch Einschränkung der Barzahlungen verbessern soll, erscheint es erwünscht,
daß die Stadtverwaltungen ihre Steuer⸗ den Postscheckverkehr einbeziehen und auf diese die ein Postscheckkonto besitzen, Ge⸗ im Wege dieses Verkehrs ihre Staats⸗ und Auch dem Interesse eines großen die selbst kein Postscheckkonto Aufmachung eines solchen Kontos für die da die Zablung der Steuern alsdann mit
mit der
die von der städtischen Zahlstelle entfernter wohnen, Um den Postscheckverkehr
Die Steuerzahler, die ein Postscheckkonto haben, erklären sich ihrer
Steuerzahlstelle gegenüber schriftlich damit einverstanden, daß die Steuern jedesmal bei Fälligkeit von ihrem Postscheckkonto abgeschrieben werden. Die Steuerzahlstelle teilt dem Postscheckamt zu den Fälligkeitsterminen die abzuschreibenden Beträge in einer Liste mit, mit Namen und nach der Nummer ibres Postscheckkontos geordnet auf⸗ geführt sind. Das Postscheckamt belastet die Konten der einzelnen Steuerzahler und übersendet nächsten Kontoauszuge.
der Steuerzahlstelle in Steuerzahlstelle unter Rücksendung der von ihr eingesandten Liste be⸗ nachrichtigt wird. durch Uebersendung eines
in der die Steuerzahler
die Zettel den Teilnehmern mit dem Die abgebuchten Beträge werden dem Konto einer Summe gutgeschrieben, wovon die
Den Kontoinhabern würden die Postscheckämter s von dem Verfahren Kenntnis geben.
Beförderung zu Wasser in den Vereinigten Staaten von Amerika. 8 Von dem Werke über Beförderung zu Wasser in den Vereinigten Staaten von Amerika (Transportation by Water in the United States) ist durch den Kommissar der Regierung zu Washington für Korporationen nunmehr der dritte Teil veröffentlicht worden, der die Endstationen des Wasserverkehrs (Water Terminals), also die Häfen und ihre Einrichtungen eingehend behandelt. 8 Das Buch liegt während der nächsten drei Wochen im Bureau der „Nachrichten für Handel und Industrie“, Berlin NW. 6, Luisenstraße 33/34, im Zimmer 241 für Interessenten zur Einsichtnahme aus und kann deutschen Interessenten auf Antrag für kurze Zeit übersandt Die Anträge sind an das genannte Bureau zu richten.
Laut Telegramm aus Cöln ist die heute nachmittag 6 Uhr in Berlin fällige Post aus Frankreich ausgeblieben: Grund: Zug⸗ verspätung.
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Zeitschrift f osteuropäische Geschichte. Heraus⸗ gegeben von Theodor Schiemann, Berlin, Otto Hötzsch, Posen, L. K. Goetz, Bonn, H. Uebersberger, Wien. Berlin, 1910 Druck und Verlag von Georg Reimer. Erster Band, erstes Heft. (Jährlich ein Band von vier Heften. Preis 20 ℳ.) — Die vor⸗ liegende Zeitschrift, von der das erste Heft herausgegeben ist, soll nach der Absicht ihrer Begründer ein Zentralorgan werden, das den abend⸗ ländischen Forschern die reiche Arbeitstätigkeit der östlichen Historiker, insbesondere der russischen und polnischen, vermittelnd vorführt. Die vier deutschen Herausgeber haben bereits eine größere Anzahl slawischer Fachgenossen als Mitarbeiter gewonnen. Um der Zeitschrift eine möglichst große Verbreitungsmöglichkeit zu sichern, ist neben der deutschen auch die französische Sprache gestattet, dagegen sollen Beiträge in russischer und polnischer Sprache in wortgetreuer Uebersetzung wiedergegeben werden. Jedes Heft dieser Ver⸗ öffentlichungen soll neben Aufsätzen darstellenden Charakters und wissenschaftlichen Untersuchungen Forschungsergebnisse mitteilen, neu⸗ erschlossene Quellen charakterisieren, die Zeitschriftenliteratur in kurzer Inhaltsangabe zugänglich machen und ausnahmsweise auch besonders interessantes Quellenmaterial veröffentlichen. An Aufsätzen enthält dies erste Heft folgende Beiträge: Die Sendung des Feldmarschalls Diebitsch nach Berlin, September bis November 1830, von Professor Dr. Th. Schiemann, Der Titel „Großfürst“ in den ältesten russischen Cbroniken, von Professor Dr. Goetz, Der Stand der polnischen Ver⸗ fassungsgeschichte, von Professor Dr. Hötzsch, Zur Serbischen Ge⸗ schichtsschreibung, von Dr. H. Uebersberger in Wien, und Napoleon und die großen Mächte 1806, von Archivrat Dr. Bailleu in Berlin. Die Kritiken und Referate stammen von Dr. A. Lappo⸗Danilevskij in St. Petersburg und Ritterschaftsarchivar Dr. P. Baron Osten⸗ Sacken in Reval.
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8 “ Verdingungen.
(Die näheren Angaben über Verdingungen die beim Reichs⸗ und Staats⸗
anzeiger“ ausliegen, können in den Wochentagen in dessen Expedition während der Dienststunden von 9 bis 3 Uhr eingesehen werden.)
Der Zuschlag auf die von dem Verwaltungsressort der Kaiser⸗
lichen Werft zu Wilhelmshaven am 15. Dezember 1910 ver⸗ dungenen Materialien ist, wie folgt, erteilt worden: ¹
Lfd. Nr. Gegenstand Firma
Harz für die Werft Kiel Danzig “ „ Wbhaven. Teerfirnis für die Werft Kiel. Danzig
- Julius Lewisson in Berlin.
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8 Ed. Kissel in 8 b Wehaven Ricklingen b. Hann. Holzteer für die Werft Kiel 50 l Mar Loewenstein Danzig. 50 s in Danzig. b . „ „ „ Whhaven. 8 Lübeck. - „r für die Werft Ki Johann Haltermann Kohlenteer für die Werft 5 — in Wilbelmsburg 1 8 .“
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SWe Zuschlag auf den von dem Verwaltungsressort der Kaiser⸗ lichen Werft zu Wilhelmshaven am 23. November 1910 ver⸗ dungenen Bindfaden und Takelgarn ist, wie folgt, erteilt worden:
Preis
für 1 kg Firma
Gegenstand
200 kg Bindfaden, fein 460 „ Bindfaden, grob. 50 „ Takelgarn. . 500 „ Bindfaden, mittel
J. C. Groß, Erfurt.
Mech. Seilerwarenfabrik Kettwig, Kettwig a. d. Ruhr.
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“ Oesterreich⸗Ungarn. ““ Längstens 9. Januar 1911, Mittags. K. K. Generaldirektion der Tabakregie in Wien: Veräußerung von Fabrikatenkisten. Näheres bei der vorgenannten Stelle IX, Porzellangasse 51, und beim „Reichs⸗
anzeiger“. 8
Längstens 11. Januar 1911, Mittags. 1— Postökonomie⸗ verwaltung in Wien: Verkauf von nicht verstampfüngspflichtigen bei der vorgenannten Stelle, I, Post⸗
Skartpapieren. Näheres gasse 17, und beim „Reichsanzeiger“.
Längstens bis 11. Januar 1911, 12 Uhr. K. K. Postökonomie⸗ verwaltung Wien: Verkauf von verstampfungspflichtigen Skart⸗ papieren. Näheres bei der vorgenannten Stelle, III, Hetzgasse 2, und 8- beim „Reichsanzeiger“.
Längstens 25. Januar 1911, 12 Uhr. K. K. Nordbahndirektion Wien: Lieferung der maschinellen Einrichtung der Siederohr⸗ werkstätte in Floridsdorf. Näheres im Bureau I 3 der vorgenannten Direktion, 2,2, Nordbahnstraße 50, und beim „Reichsanzeiger’.
Niederlande. 8 9. Januar 1911, 12 Uhr. Gemeindeverwaltung in Am sterdam, im Rathause: Lieferung von Pflastersteinen aus Basaltlava für die Bepflasterung von 15 000 am Straßenfläche. Das Besteck und die Bedingungen dieser Ausschreibung sind ausschließlich in der städtischen Druckerei (Nes) gegen 0,25 Fl. zu haben.
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Ministerium für Landwirtschaft, Minen und Forsten in Kon⸗ stantinopel: Verpachtung der drei Regierungsanteile sowie der übrigen Teile der von dem verstorbenen Kirkor Douvan entdeckten Silberbleimine im Dorfe Sis⸗Eurne, Kreis Kavi⸗Hissar, Sandschaak Charki (Siwas) an den Meistbietenden für eine Dauer von 99 Jahren. Die Kosten des Firman und des Pachtvertrages fallen im Verhältnis zu den Teilen dem Pächter zur Last. Angebote bis zum 23. Januar 1911 an das genannte Ministerium oder an die Lokalbehörde. Kriegsministerium in Konstantinopel: a. Vergebung der Lieferung von 120 Sanitätswagen für den Verwundetentransport. Bewerber haben sich an das genannte Ministerium, zweite Sektion des Sanitätsdepartements, zu wenden, woselbst nähere Bedingungen
und Lastenhefte. b. Vergebung der Lieferung von 200 000 khaki⸗
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