1911 / 23 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 26 Jan 1911 18:00:01 GMT) scan diff

Dr. Rudolf Schulze und Dr. Max Tonndorf an der Kaiser Friedrichschule (Gymnasium nebst Realschule) in Char⸗ lottenburg, B Dr. Willy Reichenbächer am Rathsgymnasium in Osnabrück, 28 .“ Dr. Kurt Kirsten am Gymnasium in Strehlen, Rudolf Schultze an der Realschule nebst dem in der Ent⸗ wicklung begriffenen Realgymnasium in Peine, Wilhelm Haase am Kaiser Friedrich⸗Realgymnasium in

Johann Ulms an der Realschule in Otterndorf,

F si st R le an der Paul Falk am Realgymnasium nebst Realschule der Rethelstraße in Düsseldorf, .“

Dr. Paul Fischer am Gymnasium in Friedenau, Wilhelm Schmidt am Realgymnasium in Essen, Dr. Gustav Salchow am Stadtgymnasium in Halle a. S., Oskar Theine an der Oberrealschule in Duisburg,

Friedrich Stender an der Oberrealschule II in Kiel,

Dr. Martin Jöris am Gymnasium nebst Realprogymnasium in Limburg, 1

Angust Schäfer am Gymnasium in Rössel,

Friedrich Winckelmann an der Oberrealschule zu St. Petri und Pauli in Danzig, 8 1

Otto Pietzcker am Friedrich Wilhelms⸗Realgymnasium in Stettin

Paul' Hartmann am Städtischen Gymnasium in Dort⸗ Dr. Paul Moldenhauer am Kaiserin Auguste Victoria⸗ Gymnasium in Plön,

Max Kuwert am Gymnasium in Gnesen,

Georg Hüttig am Gymnasium in Ratibor,

Dr. Louis Heydrich an der Oberrealschule in Pankow,

Paul Niklas am Gymnasium in Luyck, 8

Dr. Adolf Treichel am Städtischen Gymnasium in Danzig, b Fritz Semrau am König Wilhelms⸗Gymnasium in Breslau, 8 1

Max Kittner am Elisabeth⸗Gymnasium in Breslau,

Dr. Karl Treutel an der Sachsenhäuser Oberrealschule in Frankfurt a. M., 1““

Paul Feldhügel am Progymnasium in Schwerte,

Hermann Wallenfels an der in der Entwicklung be⸗

iffenen Reals in Oberursel griffenen Realschule in Oberursel, 8

Dr. Heinrich Wilhelmi an der Comeniusschule (Real⸗ schule) in Schöneberg, 111“

Dr. Franz Hoelper am Schiller⸗Gymnasium in Cöln⸗ Ehrenfeld,

Dr. Fritz Strohmeyer an dem in der Entwicklung be⸗ griffenen Fichte⸗Gymnasium nebst Realgymnasium in Wilmers⸗ dorf Paul Steindel an der Hohenzollernschule (Gymnasium) in Schöneberg, 8 V 88

Dr. Alexander Franz an der Liebig⸗Realschule in Frank⸗ I“ 8 1

Dr. Karl Schmidt an der Oberrealschule in Steglitz,

Christian Leetsch an der Königstädtischen Oberrealschule in Berlin 1

Ernst Schartiger an der Körnerschule (Realschule nebst in der Entwicklung begriffenem Realprogymnasium) in Köpenick,

Wilhelm Grimm am Gymnasium nebst dem in der Ent⸗ wicklung begriffenen Realgymnasium in Elberfeld,

Dr. Karl Lütke am Gymnasium in Treptow a. R.,

G Bruno Redlich am Friedrich Wilhelms⸗Gymnasium in Posen, . . 11““ Karl Pietschker an der Oberrealschule II in Cassel,

Dr. Friedrich Gündel an der Musterschule (Realgymnasium) in Frankfurt a. M., 8 1 8 1

Dr. Leo Weber am Städtischen Gymnasium nebst Real⸗ gymnasium in Düsseldorf, 8 8

Friedrich Kriege am Gymnasium nebst Realgymnasium in Bielefeld 1

Dr. Karl Venatier an der Oberrealschule in Breslau, Spottfried Quistorp am Gymnasium nebst Oberrealschule

in Rheydt,,.. .““ 1

Hermann Rosin am Königlichen Gymnasium in Duisburg,

Johannes Wagner am Realgymnasium in Swinemünde,

Anton Schmeddinghoff am Gymnasium in Bocholt,

Ludwig Schramm an dem in der Entwicklung begriffenen

Realgymnasium nebst Realschule in Elmshorn,

Dr. th. Wilhelm Sievert am Städtischen Gymnasium

nebst Realgymnasium in Münster, 1 Dr. th. Hermann Ditscheid am Kaiserin Augusta⸗Gym⸗ nasium in Koblenz, 1 . 8 Wilhelm Freund an der Goetheschule (Realgymnasium nebst in der Entwicklung begriffener Oberrealschule) in Wilmersdorf, 1 8 b Georg Bellinger am Gymnasium nebst Realschule in Höchst a. M., 1 8 1 Heinrich Emrich am Gymnasium in Luckau, Dr. Joseph Schniederjost am Gymnasium in Attendorn, Dr. Joseph Dieninghoff am Gymnasium an der Apostelkirche in Cöln, 8 8 Arthur Bunz am Gymnasium nebst der in der Ent⸗ wicklung begriffenen Realschule in Eschweiler, 1 sKaspar Fischer an der Realschule in Elberfeld, Seinrich von Horn an der 6. Realschule in Berlin.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den vorgenannten Professoren sowie den Professoren Dr. Gustav Noodt an der 2. Realschule in Berlin und Jo⸗ hannes Meltzer an der Bismarckschule (in der Entwicklung begriffenem Realgymnasium nebst Oberrealschule) in Hannover den Rang der Räte vierter Klasse zu verleihen. .

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, i Rang der Räte vierter Klasse zu verleihen den Direktoren

Dr. Friedrich Schlawe i. P., 1 Paul Teichert an der Realschule in Görlitz, 8 Dr. Paul Ahrend an der in der Entwicklung begriffenen Realschule in Odenkirchen, 1 Adolf Brendel an dem in der Entwicklung begriffenen Realprogymnasium in Cöln⸗Lindenthal. 1 1“

Weidling am Progymnasium in

Jwürden die Regierung nicht bloß nach ihren Versprechungen, sondern

ARichtaꝛntliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 26. Januar.

Der Bundesrat versammelte sich heute zu einer Plenar⸗ sitzung; vorher hielten der Ausschuß für Handel und Verkehr, die vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Justizwesen und der Ausschuß für Justizwesen Sitzungen.

Dem Bundesrate sind unterm 21. d. M. ein neuer Niederlassungsvertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 13. November 1909 sowie ein weiterer Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der Schweizerischen Eid⸗ genossenschaft, betreffend die Regelung von Rechts⸗ verhältnissen der beiderseitigen Staatsangehörigen im Gebiete des andern vertragschließenden Teiles, vom 31. Oktober 1910, zur Beschlußfassung zugegangen. Beide Verträge sind in einer Sonderbeilage zur heutigen Aus⸗ gabe des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ abgedruckt

Im Monat November 1970 haben 4168 Schiffe (gegen 3493 Schiffe im Monat Nove nber 1909) mit einem Netto⸗ raumgehalt von 746 981 Registertons (1909: 695 114 Register⸗ tons) den Kaiser Wilhelm⸗Kanal benutzt und, nach Abzug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung zu bringenden Elb⸗ lotsgeldes, an Gebühren 354 074 (1909: 343 649 ℳ) entrichtet.

I1“

Württemberg.

Die Zweite Kammer hat gestern nachmittag die Be⸗ ratung des Hauptfinanzetats und der neuen Gehalts⸗ vorlage begonnen. 1 1 1

8 Finanzminister von Geßler erwähnte, wie „W. T. B.

meldet, im Laufe des Finanzexposés, es müsse gesagt werden, daß ohne das Zustandekommen der Reichsfinanzreform das günstige Ergebnis des Etats nicht möglich gewesen wäre, weil dann die Leistungen an das Reich sich unerträglich gestaltet hätten. Der Ministerpräsident Dr. von Weizsäcker erklärte, daß durch die von der Re⸗ gierung beabsichtigte Vereinfachung der Staatsverwaltung eine jährliche Ersparnis von 2578 000 sich ergeben würde, wovon auf das Ministerium des Auswärtigen allein 1 306 000 entfallen. Der Minister empfahl dringend die Annahme der Gehaltsvorlage und erinnerte an die vor 40 Jahren er⸗ folgte Gründung des Reiches und die Entwicklung des Landes seit dieser Zeit. Er betonte: wer die Zukunft des Reiches auf die direkten Steuern basieren wollte, würde damit einen Weg einschlagen, dessen abschüssige Bahn direkt auf den Einheitsstaat zuführe. Er halte sich für verpflichtet, um so nachdrücklicher darauf hinzuweisen, als schließlich die Steigerung der direkten Steuern des Landes auch ihre Grenze haben müsse. Wagn die württembergische Regierung gegen die Reichs⸗ finanzreform auch Wanche Bedenken gehabt habe, so müsse doch an⸗ erkannt werden, daß eine gute Rei sfinanzreform der eigenen Finanz⸗ reform den Weg geebnet habe. Niemand könne bestreiten, daß der Wohlstand des ganzen Landes im ganzen genommen größer sei als

Oesterreich⸗Ungarn.

Das österreichische Abgeordnetenhaus setzte in der gestrigen Sitzung die erste Lesung des Budgets fort.

Nach dem Bericht des „W. T. B.“ erklärte der Obmann des Polenklubs Lazarski im Laufe der Debatte, die Polen erwarteten bezüglich der Kanalbauten, daß die Regierung es nicht bei bloßen vielfach auslegungsbedürftigen Versprechungen bewenden lasse, sondern wirklich den Bau von Wasserstraßen in Angriff nehme. Je nach der Stellung der Regierung zu dieser ernsten Frage werde sich die Stellung der Polen gegenüber der Regierung gestalten. Die Polen

nach ihren Taten beurteilen und behielten sich inzwischen das Recht der freien Hand und des freien Entschlusses vor. 8 1t ¹

Der Marineausschuß der Deputiertenkammer hat nach einer Meldung des „W. T. B.“ gestern dem Plane zuge⸗ stimmt, im Jahre 1911 zwei neue Panzerschiffe auf Stapel zu legen. Die Regierung hatte vorgeschlagen, mit ihrem Bau Privatfirmen zu beauftragen; der Ausschuß wird jedoch die Forderung stellen, daß der Bau auf den Werften der Admiralität erfolgen soll. Der Plan, der einen Teil des Flottenprogramms bildet, wird der Kammer in einigen Tagen vorgelegt werden. Der Ausschuß billigte den Bau von zwei doppelten Docks im Hafen von Toulon. b Zwischen der Regierung und den Deputierten, die die Champagne vertreten, ist es, obiger Quelle zufolge, zu einer Einigung über einen Gesetzentwurf gekommen, den die Regie⸗ rung am Montag der Kammer zugehen lassen wird und der den Forderungen der Winzer und des Syndikats de Wein⸗

händler in der Champagne Rechnung tragt.

Rußland.

Aluf dem Ministerium des Aeußern sind, „W. T. B.“ zufolge, gestern die Ratifikationsurkunden zu dem am 27. November 1910 zwischen Italien und Rußland abge⸗ schlossenen Abkommen über obligatorische schieds⸗ gerichtliche Beilegung von Streitfragen ausgetauscht worden. Das Abkommen wird am 25. Februar in Kraft treten.

Amerika. Vom „Reuterschen Bureau“ verbreiteten Meldungen von der mexikanischen Grenze zufolge haben die Aufständischen San Ignacio eingenommen. Nach der geringsten Schätzung haben die mexikanischen Regierungstruppen in den Kämpfen der letzten Woche bei Galana 80 Tote und 50 Ver⸗ wundete verloren. 8 “] Amerikanische Kavallerie ist von San Antonio (Texas) an die mexikanische Grenze abgegangen, um während des wieder ernster gewordenen Aufstandes die Neutralität aufrechtzu⸗ erhalten.

Asien. Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ ist der deutsche Kronprinz gestern abend in Allahabad eingetroffen. Ueber das Exposé des japanischen Ministers des Acußern Grafen Komura in der vorgestrigen Sitzung der Deputierten⸗ kammer liegt heute ein ausführlicherer Bericht des „W. T. B.“

Die Kaiserliche Regierung macht es sich in ihrer auswärtige

Politik zur Richtschnur, Frieden und Stabilität in Ostasien aufretzt zuerhalten, für die Sicherheit unseres Landes zu sorgen, wie au

seine Rechte zu wahren. Im Verfolg dieses Grundsatzes hat sie s mit unentwegter Aufmerksamkeit bemüht, alle erforderlichen Mj⸗ nahmen zu treffen, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Lage ent sprechen. Man wird mit aufrichtiger Befriedigung finden daß die Beziehungen unseres Landes zu Mächten ständig an Herzlichkeit

keine Trübung durch irgend welche der internationalg

besonders wird man mit der größten Freude und Genugtuung ge wahren, daß das englisch⸗japanische Bündnis, das an Stärt und Festigkeit fortgesetzt zugenommen hat und das vollkommen Uebereinstimmung und echte Freundschaft zwischen den beiderseitiga Regierungen verbürgt, auch weiterhin ein mächtiger Faktor für be Erhaltung des allgemeinen Friedens im Osten bleibt. Die japanisch britische Ausstellung in London hat wesentlich zur gegenseitigen Wen⸗ schätzung und aufrichtigen Freundschaft zwischen den verbündeten Nationen beigetragen. Nicht weniger zuversichtlich ist de Kaiserliche Regierung bezüglich der wichtigen und weittreichende Dienste der Ausstellung für die künftige Ausdehnung des Handel zwischen den beiden Ländern.

Wachsen einer Annäherung zwischen Japan und Rußland hin. GEh kam zwischen den beiderseitigen Regierungen seitdem zu einem fie mütigen Austausch von Meinungen, in der Absicht, das gute En vernehmen zu festigen und Ruhe und Frieden innerhalb Ostasiens; sichern, wohei die Tatsache im Auge behalten wurde, daß die Interese Japans und Rußlands sich in der Mandschurei berühren. I. wägung der Konvention von 1907 und zur Anpassung der sprechenden Interessen ist ein Abkommen zwischen den beider Mächten geschlossen worden, das am 4. Juli v. J St. Petersburg vollzogen wurde. Es scheint in einigen K mit einem gewissen Gefühl von Argwohn und Beso betrachtet zu werden. Demgegenüber nehme ich keinen Anstand stimmt zu erklären, daß es als einziges Ziel hat, den status q

dauernd zu machen durch Bekräftigung der Grundsätze und der sätzlichen Bestimmungen, die in der früheren Konvention nieder sind. Mit aufrichtiger Freude und Genugtuung gewahrt man die freundliche Gesinnung, die schon vorher in dem Verkehr zw den beiden Ländern gehegt wurde, in dem Abschluß des neuen! einkommens einen frischen Impuls gefunden hat, und daß

Regierungen die Fragen, die in ihren Beziehungen von Zeit z auftauchten, im Geist einträchtigen Zusammenwirkens und w seitiger Anpassung behandelt haben. 88 ““

Im eifrigen Bestreben, fortwährend Frieden in Ostasien un dauernde Sicherheit des Reichs zu sichern, hatte die Kaiserliche gierung hinsichtlich Kkoreas im Jahre 1905 ein Arrangement getroffen, daß Japan das Protektorat über jenes Land übernahm sich unablässig bemüht, Reformen in der Verwaltung Korea fördern, um das erstrebte Ziel zu erreichen. Da sich aber zeigte die Form des Protektorats im Grunde zur Erreichung jenes; unangemessen war, und daß jedes beliebige Mittel, abge von fundamentalen Aenderungen in dem Regierungss⸗ der Halbinsel, leicht zu unheilvollen Konsequenzen führen ko fühlte sich die Kaiserliche Regierung gezwungen, an e Plan mitzuwirken, der die endgültige Einverleibung Koreas in Kaiserreich Japan im Auge hatte. Dieser Plan wurde der; nischen Regierung im Laufe des August v. J. mitgeteilt und bereitwillige und unbeeinflußte Annahme seitens des Kaisers Korea, der in Würdigung der ganzen Lage gleichfalls überzeugt daß diese Annexion im Interesse der dauernden Wohlf der Koreaner eine Notwendigkeit sei. Demgemäß wurde Annexionsvertrag am 22. August v. J. vollzogen. Infolge Ereignisses haben die von Korea mit fremden Mächten schlossenen Verträge ihre Geltung verloren, und Japans gegenw Verträge sind auf Korea ausgedehnt worden. Zur gleichen erreichte das Recht der Exterritorialität, das die Fremden frühe Korea genossen, definitiv sein Ende. Das Weiterbestehen eines so Systems wäre hinderlich für ein befriedigendes Arbeiten und die einheitlichung der Verwaltung in Korea. Ueberdies scheint es natürlich, daß die Fremden, denen einerseits in Korea der Genu selben Rechte und Privilegien wie in Japan selbst zugestanden andererseits das Recht der Exterritorialität aufgeben, das ihn doch in keinem anderen Teile Japans zugestanden ist. Die ventionalzolltarife, die bis jetzt in Korea in Wirtsamkeit waren, gleichzeitig mit den übrigen von Korea abgeschlossenen internatio Abmachungen ihr Ende gefunden. Da die Kaiserliche Regien jedoch darauf bedacht ist, soweit wie möglich ungiü Wirkungen auf die wirtschaftlichen Interessen der Fremden in! abzuwenden, und da sie sich auch bewußt ist, daß es wünschen ist, von Maßnahmen, in denen eine radikale Aenderung der schaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Korea liegt, Absta nehmen, so hat sie freiwillig beschlossen, die bis jetzt in Kraf wesenen Zollsätze für einen Zeitraum von 10 Jahren bestehe lassen, trotzdem die Konventionaltarife ihr Ende gefunden b

den in Betracht kommenden Mächten notifiziert worden. Z mich, feststellen zu können, daß die Mächte die unvermeidbare2 des Annexionsaktes mit Rücksicht auf die besondere Lage Japans auf die allgemeine Lage in Ostasien anerkennen. FI Was die Frage der Vertragsrevision betrifft, so bc Kaiserliche Regierung die erforderlichen Vorbereitungen zur Eröf der Verhandlungen vervollständigt und Entwürfe neuer Ver ausgearbeitet, die, einem so lange gehegten natürlichen Bestreben sprechend, dazu bestimmt sind, die vollständige Tarifautonomie I wieder herzustellen und alle unbilligen, fremden Mächten geger eingegangenen Verpflichtungen, die sich in den gegenn laufenden Verträgen finden, aufzuheben. Die laufenden träge wurden entsprechend gekündigt und sodann würfe der neuen Verträge vorgelegt. Einige der in tracht kommenden Mächte haben bereits ihre Gegenentwürfe eingen während andere noch dabei sind, die japanischen Entwürfe zu 4g Da die Kaiserliche Regierung sobald wie möglich neue Vert völlig gleichem Fuße mit den betreffenden fremden Mächten absch möchte, so ist sie nach besten Kräften bemüht, die Verhandlung sördern. Bemerkenswerte Verhandlungen mit der britischen Regie üͤber den in Aussicht genommenen Vertrag schreiten günstig vor die Kaiserliche Regierung sieht dem Abschluß eines neuen, beide in gleicher Weise befriedigenden Vertrages ft nicht zu ferner 2 entgegen. 11“ 1 8

welcher der Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück 8. e-2 8 esge⸗ Ir bs Srwine ö Staatssekretär in Elsaß⸗Lothringen Freiherr Zorn von Be

beiwohnten, standen die Gesetzentwürfe über die Verfas

Kammer des Landtags für Elsaß⸗Lothringen ersten Beratung.

Reichskanzlers, Staatssekretär des Innern Dr. K. eingeleitet, dessen Rede morgen im Wortlaut mitgeteilt

vor, demzufolge der Minister ausführte:

wird.

frem de zugenommen mn

Freundschaft im Wege stehenden Zwischenfälle erfahren haben. Gan

In der vorigen Parlamentssession wies ich auf das deutlich

der Mandschurei aufrecht zu erhalten und den Frieden in Ostasten

Der Annexionsvertrag sowie dessen soeben berührte Wirkungen fal

In der heutigen (115.) Sitzung des Reichstag

Elsaß⸗Lothringens und für die Wahlen zur zweit⸗

. LW““ Ayro r 8 Die Generaldiskussion wurde durch den Stellvertrett

Das Haus der Abgeordneten setzte in der heutigen

(13.) Sitzung, welcher der Minister für Landwirtschaft ꝛc. Dr. Freiherr von Schorlemer beiwohnte, die Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung bei dem Kapitel der landwirtschaftlichen Lehranstalten fort.

Berichterstatter Abg. von Arnim⸗Züsedom (tons.) referiert über

die weitere Förderung der ländlichen Fortbildungsschulen, für die 150 000 mehr in den Etat eingestellt sind, und über die in der Kommission geäußerten Wünsche nach Vermehrung der Winterschulen. Er berichtet ferner über den Streik der Studenten der Tierärztlichen Hochschule in Hannover; die Studenten verlangten die Einführung der Rektoratsverfassung und hätten wegen B dieses Wunsches den Besuch der Vorlesungen eingestellt. Der Minister habe an⸗ eordnet, daß die Studenten mit dem Verlust eines Semesters bestraft werden sollten, wenn sie nicht bis zu einem bestimmten Termin den Besuch der Vorlesungen wieder aufnehmen würden. Der Wunsch der Studenten sei nicht zu erfüllen, da sonst die Amtsniederlegung des verdienten Direktors Dammann die Folge sein würde. Uebrigens bestehe auch in Berlin nicht die Rektorats⸗ verfassung, sondern der Minister wähle unter drei von der Hochschule vorgeschlagenen Kandidaten den Rektor aus. Die Studenten hätten sich nach einer Zeitungsnachricht bereit erklärt, die Vorlesungen von heute ab wieder zu besuchen.

Minister für Landwirtschaft ꝛc. Dr. Freiherr von Schorlemer: Bezüglich des Studentenstreiks an der Hochschule in Hannover bemerke ich, daß nach einem mir heute zugegangenen amtlichen Bericht des Direktors der Hochschule eine Studentenversammlung einstimmig beschlossen hat, am heutigen Tage die Vorlesungen wieder zu besuchen. Mit Rücksicht hierauf glaube ich, mich weiterer Aeußerungen über die zweifellosen Entgleisungen der Studenten enthalten zu können. Ich glaube, die Zustimmung des hoben Hauses dazu zu finden, daß ich mit aller Energie und der mir zu Gebote stehenden Macht der Studenten⸗ bewegung entgegengetreten bin. B

Berichterstatter Abg. von Arnim⸗Züsedom berichtet ferner über die Petition des Magistrats von Aschersleben um Errichtung einer berechtigten Landwirtschaftsschule in Aschersleben und beantragt namens der Budgetkommission, die Petition der Regierung zur Erwägung zu überweisen.

Abg. Dr. Krüger⸗Martenburg (kons.) bittet, die Anforderungen an die landwirtschaftlichen Mittelschulen etwas herabzusetzen und den Lehrplan mehr auf die Praxis des Landwirts zuzuschneiden.

Abg. Dr. Dumrath (nl.) äußert den Wunsch, daß die Volks⸗ schullehrer systematisch für den Unterricht an den ländlichen Fort⸗ bildungsschulen ausgebildet würden.

Abg. Stull (Zentr.): In der ländlichen Fortbildungsschule ist der größte Wert auf die Erziehung und die Charakterbildung zu legen; denn diese Schulen sollen die Zeit zwischen der Volksschule und der Militärzeit ausfüllen und der Verrohung der Jugend vor⸗ beugen. Deshalb muß die Religion in den Unterrichtsplan auf⸗ enommen werden. Ich begrüße es mit Freude, daß nicht von vorn⸗ 8e. ein bestimmter Lehrplan aufgestellt worden ist, sondern daß es der Erfahrung überlassen ist, den Lehrplan nach und nach aufzubauen. Die Aufsicht über die Fortbildungsschulen ist den Kreisschulinspektoren übertragen worden. Das ist für sie eine neue Last, denn sie sind schon mit der Aufsicht über die Volksschule überbürdet. Jetzt kommt die Fortbildungsschule hinzu, deren Unterricht am Abend stattfindet. Ich bitte, die Entschädigung der Kreisschulinspektoren für diese Aufsicht nicht zu gering an⸗ zusetzen, sondern dabei zu beachten, welche Ausgaben ihnen durch die Reisen auf schlechten Wegen und durch die Arbeit am späten Abend erwachsen. Mit der Haushaltungsschule im Kreise Neisse sind keine glücklichen Erfahrungen gemacht worden; es ist nicht gelungen, die Mädchen aus der Industrie heranzuziehen; Mädchen aus der Fabrik haben erklärt, was sie dort lernen sollten, könnten sie schon. Die Schule wird daher nur von Töchtern der besseren Stände besucht. Ich habe dann einen Kochkursus in einer Gemeinde von 1200 Einwohnern eingerichtet, und dafür haben sich sofort 36 Mädchen gemeldet. Als Grundsatz gilt, daß alles, was Hof und Garten des Landwirts an eßbarem Material bietet, verwendet wird, und daß die Speisen nicht nur wohlschmeckend sind, sondern auch eine kräftige Nahrung bieten. Es ist den Mädchen gesagt worden: koche nicht bloß mit Liebe, sondern mit Liebe und Verstand. Die Begeisterung für den Kursus bei den Mädchen ist groß, und auch die Eltern empfinden darüber Genugtuung. Der Staat muß die Tätigkeit der vaterländischen Frauenvereine und anderer privaten Vereinigungen auf diesem Gebiete bereitwillig unterstützen. Der Nutzen soll ja nicht nur vorübergehend, sondern lebenslänglich sein. Die landwirtschaftlichen Winterschulen be⸗ dürfen v einer Reorganisation; ein großer Mangel ist es, daß eine Verbindung mit der Fortbildungsschule fehlt, deren Kenntnisse in der Winterschule erneuert und festgehalten werden sollen. Es wird ferner daruber geklagt, daß sich ein gewisses Prole⸗ tariat der landwirtschaftlichen Beamten berausgebildet habe. Ich bitte die Regierung, diese Momente bei der Förderung des landwirt⸗ schaftlichen Schulwesens zu berücksichtigen.

(Schluß des Blattes)

Nr. 2 des „Eisenbahnverordnungsblatts“, heraus⸗ 85 im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 24. Januar at folgenden Inhalt: Bekanntmachung des Reichseisenbahnamts vom 6. Januar 1911, betreffend Ergänzung und Aenderung der Anlage C zur Eisenbahnverkehrsordnung. Nachrichten.

Setatistik und Volkswirtschaft.

Ausländer in Elsaß⸗Lothringen.

Nach der halbjährlich in Elsaß⸗Lothringen aufgestellten Ausländer⸗ statistik, die sich indessen nur auf solche Ausländer bezieht, welche Meldekarten besitzen, d. h. sich mindestens 8 Wochen lau g im Lande aufhalten, befanden sich am 30. September 1910 in Elsaß Lothringen 81 697 Ausländer, für die 52 232 Meldekarten ausgestellt waren. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahre 1909 waren 82 422 Ausländer gezählt worden, die sich auf 52 144 Meldekarten verteilten, während am 31. März 1910 die Anzahl der Meldekarten 50 782 betragen hat, die sich auf insgesamt 80 749 Personen erstreckten. Es hielten sich demnach am 30. September 1910 725 Ausländer weniger im Lande auf als zum gleichen Zeitpunkt im Jahre 1909. Gegenüber der am 12. Juli 1907 gezählten ortsanwesenden Be⸗ völkerung Elsaß⸗Lothringens mit 1 820 349 Köpfen betrug somit die 8 der am 30. September 1910 nicht nur vorübergehend anwesenden Ausländer 4,48 %. Unter den 81 697 Ausländern nahmen die erste Stelle 35 446 IJtaliener (35 786 im Jahre 1909) ein; von ihnen entfiel, wie in den Vorjahren, die überwiegende Mehrzahl auf das lothringische Industriegebiet, nämlich 18 906 auf die beiden Kreise Diedenhofen und 7463 auf den Landkreis Metz. Die zweithöchste Zahl der im Lande befindlichen Ausländer weisen die französischen Staatsangehorigen mit 13 811 Köpfen auf (14 549 im Jahre 1909). Hinsichtlich ihrer Verteilung auf die ein⸗ zelnen Kreise steht der Landkreis Metz mit 1909 an der Spitze, dann folgen der Kreis Mülhausen mit 1603, der Kreis Saarburg mit 1275, der Kreis Diedenhofen⸗West mit 1061, die Kreise Colmar und Straßburg⸗Stadt mit je 1053 und zuletzt der Kreis Hagenau mit 117 Franzosen. Auf die drei Bezirke von Elsaß⸗Lothringen verteilen sich die Franzosen derart, daß 3360 auf den Be⸗ zirk Oberelsaß, 2947 auf den Bezirk Unterelsaß und 7004 auf den Bezirk Lothringen entfielen. An dritter Stelle der Aus⸗ länder stehen 12 460 Schweizer (12 393 im Jahre 1909), von denen die Mehrzahl, nämlich 10 314, auf das der Schweiz benachbarte Ober⸗

elsaß, darunter 7142 auf 49 Kreis Mülhausen entfallen. An vierter Stelle folgen 11 581 Luxemburger (11 492 im Jabhre 1909), die fast ausschließlich, nämlich in der Zahl von 11 304 Köpfen, im Bezirk Lothringen wohnten. Sodann kommen die Oesterreicher in der Zahl von 4641 (4310 im Jahre 1909), von denen ebenfalls die über⸗ wiegende Mehrzahl in dem lothringischen Industriegebiet (2731) Auf⸗ enthalt nahm. (Straßb. Korr.)

—-

Nach vorläufiger Feststellung des Ergebnisses der Ende Dezember 1910 in Oesterreich⸗Ungarn vorgenommenen Volkszählung für Buda⸗ pest betrug dessen Einwohnerzahl, wie „W. T. B.“ berichtet, am Zählungstage 881 601 gegen 734 165 am 31. Dezember 1900.

Zur Arbeiterbewegung.

Die 130 Mann starke Belegschaft der Seidenf Overlack u. Hornholtz in Crefeld legte, wie die „Köln. Ztg.“ meldet, wegen der Entlassung eines Kollegen die Arbeit nieder. Ob⸗ gleich die Lohnkommission der Seidenfärber im Verein mit den Gewerkschaftsführern den Ausstand für ungerechtfertigt erklärte, beharren die Arbeiter im Ausstand. 8

In der großen Schuhfabrik von Adolf Flöring in Wermelskirchen ist, der „Rh.⸗Westf. Ztg“ zufolge, eine Lohn⸗ bewegung ausgebrochen. Daraufhin haben sich samtliche Schuhfabriken in Wermelskirchen, Hilgenund Remscheidgeeinigt, und in den letzten Tagen sind mehrfach Verhandlungen zwischen Vertretern der Fabri⸗ kanten und der Arbeiter gepflogen worden, ohne daß bisher eine Ver⸗ ständigung erzielt werden konnte. Wenn die Verhandlungen scheitern, werden die Arbeiter der Firma Flöring in den Ausstand treten; zugleich werden aber die Fabrikanten eine allgemeine Aus⸗ sperrung vornehmen.

Kunst und Wissenschaft. 8

Die Winterausstellung der Königlichen Akademie der Künste.

Außer den Mitgliedern der Berliner Akademie, unter denen auch Ausländer mit klingenden Namen, wie Rodin, Bonnat, Dagnan⸗ Bonveret, Sinae u. a. vertreten sind, wurden zur Beschickung dieser Ausstellung eine beschränkte Anzahl von Gästen, die fast durch⸗ wegs Vertreter deutscher Akademien sind, und einige Architekten ein⸗ geladen. Die Ausstellung beschränkt sich alfo auf rein akademische Kunstkreise und kann ein treues Bild vom Stande der heutigen aka⸗ demisch anerkannten Kunst in Deutschland, wenn auch nicht im Aus⸗ land geben. Wer keine Sensationen sucht, vielmehr sehen will, wie sich die Akademien im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte mit den modernen, teilweise doch recht revolutionären Kunst⸗ strömungen abgefunden, wie weit sie sich darauf eingelassen haben, kann daher zu recht lehrreichen Ergebnissen gelangen. Nur an ver⸗ einzelten alten Künstlern ist die Moderne spurlos vorübergegangen, wie etwa an Professor Carl Seiler in München, der seine Kirchenräume noch immer mit mikroskopischer Genauigkeit malt und dessen Menschen den Charakter der Feudalzeit haben. Selbst Professor von Defregger zeigt in seiner „Heimkehr von der Alm“ (1910), daß er zwar im Grunde seines Wesens der Alte geblieben ist, daß sich aber seine Kunst unter dem Eindruck der neuen Malerei doch wesentlich vertieft hat. In dieser Gruppe heimkehrender Heuer, die, zu einem Haufen zusammengehallt, gebeugt von des Tages Arbeit, mit etwas stumpf⸗ sinniger Müdigkeit zu Tal zieht, ohne die städtischen Gäste am Balkon des Wirts hauses eines Blickes zu würdigen, steckt ein Zug von Größe, ein Ausdruck von sozialem Gegensatz, der sachlich ohne genremäßige Störung durchgeführt ist; auch hat Defreggers Palette jene Süßlichkeit verloren, die oft störte, wenn auch das Bild nicht nach rein malerischen, sei es nun alten oder neuen, Gesetzen durchgeführt ist. Auch Professor Paul Meyperheim ist zwar seinen alten Gewohnheiten treu geblieben, hat aber etwas mehr Duft und Frische in den Farben erreicht als in früheren Jahren. Nicht ohne Wehmut betrachtet man die letzten Werke des verstorbenen Pro⸗ fessors Ludwig Knaus, die uns den dauernden Abschied von diesem sympathischen Altmeister gar nicht leicht machen. Mehr als alle andern der alten Garde hat er die modernen Be⸗ strebungen der Malerei stets mit warmem Interesse verfolgt und hat auch, wie uns besonders die feine Landschaft zeigt, soviel davon für sich genommen, als er es gut fand. Seine Madonna ist ein poetisches, liebenswürdiges, wirklich empfundenes Werk, das uns alle Richtungen und Streitfragen vergessen läßt. Ganz der Alte ist Professor von Gebhardt geblieben, dessen „Humanisten“, wie schon der Name sagt, in die Renaissancezeit zurückführen und die nach der alten Technik gemalt sind. Als ältesten ausländischen Künstler be⸗ grüßen wir den achtundsiebzigjährigen Lon Bonnat, der ein aller⸗ dings schon älteres Bildnis seiner Mutter ausgestellt hat. Das ebenso meisterhafte wie geschmackvolle Bild gereicht dem alten Velasquez⸗ verehrer und feinsinnigen Sammler nur zur Ehre. Sein Landsmann, der etwas jüngere Dagnan⸗Bouveret ist in seinem Bildnis einer Herzogin vielleicht etwas oberflächlicher und mehr salonmäßig, doch können unsere berühmten Salonporträtisten an Geschmack und Tüchtigkeit der Mache viel von ihm lernen. Diese Herzogin hat doch viel mehr Charme als die von Professor Kiesel gemalte Dame, die sich gewiß ebenso gut dazu geeignet hätte. Sehr vornehm hat Anders Zorn das Bildnis des amerikanischen Borschafters Hill gemalt und mit diesem glänzenden Werk seinen Ruf neuerdings gerecht⸗ fertigt. Das bedeutendste Bildnis jedoch hat Max Liebermann mit seinem Bildnis des Frankfurter Oberbürgermeisters Adickes ge⸗ liefert: einem Werk voll Schlichtheit der Mache und Bedeutung der Charakterisierung. Liebermanns zweites Bild stellt seinen Garten mit der Villa am Wannsee dar das erste größere Bild, das wir aus seinem neuen Sommersitz kennen lernen. Wir dürfen uns freuen, daß der Meister seine Kunst nunmehr im Bereich der heimatlichen Land⸗ schaft ausüben wird und hoffen noch manches bedeutungs volle Werk aus dem Wald⸗ und Wassergebiet an der Havel begrüßen zu können. Damit wäre der Reigen der Landschaften eröffnet, der sich aus Werken aller deutschen Malprofessoren von akademischem Ruf zusammensetzt. Professor Bracht zeigt mit seiner prächtigen beschneiten Alpenkette der Weißhorngruppe in den Walliser Alpen ein typisches Werk seiner Panoramakunst. Professor Kallmorgen stellt einen technisch meisterhaft gemalten Blumenmarkt aus. Oskar Frenzel zeigt eines seiner zwar stets wiederkehrenden, aber besonders gut kom⸗ ponierten Weidebilder mit Kühen, Professor Eugen Kampf in Düssel⸗ dorf mit drei Bildern seine Faͤhigkeit, die trübe Stimmung der nordischen Wasserlandschaft ebenso gut wiederzugeben wie die saftigen Matten eines südlichen Alpentals. Besonders gut ist auch Professor O. H. Engel mit einem farbenfrohen Landhaus mit Malwen und zwei anderen Bildern aus Holstein vertreten. Hans Herrmann zeigt Bilder von gewohnter Tüchtigkeit, doch ohne Entwicklungs⸗ möglichkeiten. Auch von Ludwig Dill scheinen wir nichts Neues mehr erwarten zu dürfen, dagegen weiß Heinrich von Zügel seinem engbegrenzten Thema immer wieder neue Farbenwirkungen abzugewinnen. Unter den figuralen Bildern fallen besonders die kräftigen, farbigen Werke von Gari Melchers, dem Direktor der Kunstschule in Weimar, auf. Auch seine schollenfeste Kunst schreitet immer neuen Zielen entgegen. Artur Kampf hat mit seiner „Demaskierung“ ein recht temperament⸗ volles, keckes Bild geliefert, das zweifellos großes Können voraussetzt. Otto Greiners „Prometheus“ hätte als Radierung mehr Daseins⸗ berechtigung und Interesse. Einen besonders breiten Raum nimmt in der Ausstellung die Radierung ein, besonders durch Frank Brangwyns zahlreiche Riesenblätter. Brangwyns glänzende Radiertechnik wird niemand leugnen, doch wird es wenige geben, die seinen Vorwürfen warmes Interesse entgegenbringen können. Sie wären im kleinen, der Radierung zukommenden sicher viel interessanter. Recht gute Blätter mit Bildnissen sieht man von Schulte im Hof; ich ziehe jedoch die Arbeiten von Ferdinand Sch mutzer in Wien allen anderen hier ausgestellten Radierungen vor. Sein Selbst⸗

bildnis im Atelier ist ein meisterhaftes Blatt und sein großes

Operationsbild zeigt trotz einiger Schwächen in der Ausführung den Schüler des Professors Chrobak doch von einer selten großen Tüchtigkeit in Komposition und Lichtführung. Schmutzer gehört heute gewiß zu den größten modernen Radierern. Nur Zorn und einige Engländer können sich mit ihm messen.

Von den Bildhauern muß in erster Linie Rodin genannt werden, dessen Bronzebüste von Gustav Mahler und weiblicher Kopf das Ereignis der Ausstellung bedeuten. Ueber den Mahlerkopf läßt sich nichts anderes sagen, als daß er kongenial durchgeführt ist. Nur ein Genie konnte den Geist dieses Künstlers so überzeugend und mächtig zum Ausdruck bringen und das Phänomen angespannter Ge⸗ hirntätigkeit so in Erz verewigen. Was dies bedeutet, kann jeder er⸗ messen, der die anderen Köpfe mit diesem vergleicht, Dugo Lederers Büste von Richard Strauß vielleicht ausgenommen. Es gibt sicher mehrere Männer unter den dargestellten, die mehr als alltäglichen Geist haben, aber bei keinem kommt er zum Ausdruck. Merk⸗ würdigerweise bilden die meisten Plastiker die beiden Gesichtshälften möglichst gleich, statt wie Rodin ihre Ungleichheit zu unterstreichen und damit den Geist des Dargestellten zum Ausdruck zu bringen. Lederer hat auch einen überlebensgroßen Ringer ausgestellt, der als bedeutendes Werk Beachtung finden wird. Sonst wäre noch Adolf Brutts Marmorfigur als ein wohlabgewogenes, überzeugendes Werk hervorzuheben. In der Architektenabteilung verdienen die Arbeiten von Ludwig Hoffmann und Julius Habicht be sondere Beachtung. Baurat Habicht erzielt mit seinem einfachen, klassizierenden Stil die schönsten Wirkungen. CT1113

Bauwesen.

Internationales Preisausschreiben für Vorpläne ür die in Rosario de Santa (Argentinien) zwecks Frrichtung eines Zentenarhospitals und eines medizini⸗ schen Instituts aufzuführenden Bauten. 3 Preise: 12 000, 8000 und 5000 8 m n (Papierpesos). Frist zur Einreichung der Vorpläne: 20. April 1911.

Das Bedingungsheft (in spanischer Sprache) liegt während der nächsten drei Wochen im Bureau der „Nachrichten für Handel und Industrie“, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 74, im Zimmer 154 zur Einsichtnahme aus; Exemplare desselben können außerhalb Berlins wohnenden deutschen Interessenten auf Antrag für kurze Zeit übersandt werden. Die Anträge sind an das genannte Bureau zu richten. In den Bestimmungen in Zeile 1 und 2 au Seite 4 des Bedingungshefts soll zum Ausdruck gebracht werden, vif der einen Plan einreichende Architekt seine Wohnung in Argentinien angeben muß, kann er jedoch nicht persönlich dorthin kommen, so muß er einen stellvertretenden Architekten daselbst ernennen. Die Worte in Absatz 7 „La Comisin tiene etc.“ sollen besagen, daß die Kom⸗ mission sich das Recht vorbehält, falls ihr die prämiierten Architekten nicht gefallen, einen anderen zu ernennen, auch wenn er keinen Plan eingereicht hat. 1

Ausstellungsnachrichten.

Internationale Motorausstellung zu Kopenhagen 1912.

Zu der „Internationalen Motorausstellung, verbunden mit der Skandinavischen Fischereiausstellung und dem IV. Nordischen Fischer⸗ tag zu Kopenhagen im Jahre 1912“ liegt jetzt die Einladung vor, in der das vorläufige Programm der beiden genannten Ausstellungen und des Fischertages mitaufgeführt ist.

Ein Exemplar dieser Einladung liegt während der nächsten drei Wochen im Bureau der „Nachrichten für Handel und Industrie“, Berlin W. 8, Wilhelm⸗ straße 74 III, im Zimmer 154, für Interessenten zur Einsichtnahme aus und kann deutschen Interessenten auf Antrag für kurze Zeit übersandt werden. Die Anträge sind an das genannte Bureau zu richten.

CLand⸗ und Forstwirtschaftt. 8

Uebersicht über die Zahl der Studierenden an den höheren land⸗ wirtschaftlichen Lehranstalten Preußens im Winterhalbjahr 1910/11.

Studie⸗ Neu ein- rende aus getretene Hospi⸗ zu⸗ früheren Studie⸗ tanten sammen Semestern rende

Landwirtschaftliche Hochschule Berlin. 322 328 Landwirtschaftliche [e Akademie Bonn⸗ b 8 Poppelsdorf . . . 473 5 2 585

zusammen 795 413 1 1501.

Außerdem nehmen an den bei der Landwirtschaftlichen Hochschule und der Universität Berlin gemeinsam gehaltenen Vorlesungen 231 Studierende der Universität teil; ferner zählen als Hörer der Land⸗ wirtschaftlichen Hochschule Berlin noch 44 Studierende der Tierärzt⸗ lichen Hochschule Berlin. Vpon den vorerwähnten 1501 Hörern stammen aus: der Provinz Ostpreußen 57 Studierende, Westhreußemn .31 8 Brandenburg ein⸗ schließlich Berlin 227 111m““ 71717121 11 vF682* Schleswig⸗Holstein annover estfalen. . Hessen⸗Nassau Rheinprovinz... .. den Hohenzollernschen Landen. aus Preußen somit einschließlich außer⸗ halb Preußens wohnhafter preußischer

Bezeichnung der Lehranstalt.

2 . 1150 Studierende, aus den übrigen deutschen Staaten . . 194 4 aus dem Gebiet des Deutschen Reichs somit. . . . . . .. . . 1348 Stubvierende, ferner aus dem Auslande. . . . . . 157 8 zusammen, wie oben,, . 1501 Studierende.

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Getreidemarkt in Italien während des Monat .“ Dezember 1910. 1

Weichweizen. Der hiesige Markt war während des Monats Dezember außerordentlich ruhig. Die inländischen Weizen notierten denselben Preis wie vor 4 Wochen, und wenn für die Herkünste aus dem Auslande auch höhere Preise verlangt wurden, so waren die hiesigen Käufer durchaus nicht gewillt, sie zu bezahlen. Der Ausfall der Ernte in Argentinien, das den Ausschlag für die weitere Ge⸗ staltung des Marktes geben dürfte, ist noch immer unbekannt. Da die Qualitäten der neuen argentinischen Weizen sehr gut sein sollen, glaubt man nicht recht an die immer wieder auftauchenden Gerüchte, daß der diesjährige Ertrag den letztjährigen nur um ein geringes über⸗ steige. Andererseits ist es kennzeichnend, daß die argentinischen Ver⸗ laußer so einmütig auf hohe Preise halten. 8 Trotzdem die Verschiffungen von Rußland abgenommen haben,

wird bestätigt, daß man noch über viel Ware im Innern verfügt, die

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