1911 / 33 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 07 Feb 1911 18:00:01 GMT) scan diff

ergibt. Alle diese zuverlässigen Angaben, zum Teil mit behördlicher Unterstützung zusammengebracht, sind u“ neu aufgenommen oder ch Aenderungen und Ergänzungen bis auf die neueste Zeit ver⸗ bessert. Die übersichtliche Anordnung der Polizeiverordnungen, Tarife, Entfernungsanzeiger, Personalien der Behörden, Adressen von ein⸗ schlägigen Gewerben und Fachvereinen, von Bezugsquellen u. a. m. erleichtert den Gebrauch des praktischen Kalenderhandbuches, das allen denjenigen gute Dienste leisten wird, die an der Schiffahrt und an den daran beteiligten Handels⸗ und Industriezweigen in den ost⸗ elbischen Stromgebieten Interesse nehmen. Eine kleine Karte der mecklenburgischen Wasserstraßen ist dem Bande beigegeben.

Theater und Musik.

S G“ 8

Im Königlichen Opernhause findet morgen, Mittwoch,

Wiederholung der „Königskinder“ in der bekannten Besetzung mit

Damen Artöôt⸗de Padilla und Ober, den Herren Kirchhoff und Hoffmann in den Hauptrollen statt.

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen „Der Störenfried“ von Roderich Benedix wiederholt. Die Happtrollen liegen in den Händen der Damen Schramm, Arnstädt, von Mayburg, Heisler und Hoff, der Herren Vollmer, Patry, Boettcher, Schroth, Fichholz und Vallentin.

Das Theater der „Deutschen Bühne“ veranstaltet am norgigen Mittwoch, Abends 8 ½ Uhr, im Theatersaal der Königlichen Hochschule für Musik in Charlottenburg eine Aufführung von „Sappho“, Trauerspiel in 5 Akten von Grillparzer.

as unter der Direktton von U. von Hirsch⸗Schwabe wirkende emble dieses Theaters setzt sich nur aus bewährten und eigenen Bühnenkräften zusammen. Die Eintrittspreise steigen in vier Stufen, für Mitglieder von 0,50 bis 2 ℳ, für Nichtmitglieder betragen sie 50 % mehr. Die Vorverkaufsstellen befinden sich im Warenhaus A. Wertheim, im „Invalidendank“ und bei dem Kastellan der König⸗ lichen Hochschule für Musik. Näheres über Zwecke und Ziele des Vereins teilt auf Wunsch das Generalsetretariat der „Deutschen

Bühne“, Schöneberg, Hauptstraße 116 (Amt 6 6967), mit.

Raoul von Koczalski veranstaltet am Mittwoch, den 22. Fe⸗ ruar, Abends 8 Uhr, im Blüthnersaal seinen dieswinterlichen fünften Klavierabend, der ausschließlich Kompositionen Chopins ge⸗ widmet ist.

(Der Konzertbericht befindet sich in der Zweiten Beilage.)

Mannigfaltiges. Berlin, 7. Februar 1911

Zu dem gestrigen Zugzusammenstoß am Baumschulenweg wird amtlich noch gemeldet, daß die Schuldfrage ziemlich geklärt ist und daß als der Schuldige an dem Unfall der Lokomotivpführer des vom Potsdamer Bahnhofe kommenden Zuges in Frage kommt. Dieser hat das Haltesignal überfahren und ist dem anderen Zug in die Flanke gerannt. Die Zahl der Leichtverletzten hat sich in⸗ zwischen auf 27 erhöht, da sich noch mehrere Personen gemeldet haben. Schwerverletzt sind wie bisher gemeldet seche Per⸗ sonen. Der Betrieb wurde um 12 Uhr 15 Minuten wieder auf⸗ genommen.

Internationaler Preiswettbewerb vom Roten Kreuz. Im Jahre 1902 stiftete Ihre Majestät die Kaiserin Maria Feodorowna, die Protektorin des russischen Roten Kreuzes, den „Kaiserin Maria Feodorowna⸗Fonds“ zum Zwecke der Erlangung neuer Erfindungen, welche die Leiden der Verwundeten und Kranken auf dem Schlachtfelde zu erleichtern imstande sind. Die Zinsen des Kapitals sollen alle fünf Jahre anläßlich der inter⸗ nationalen Konferenz des Roten Kreuzes verteilt werden. Dies war das erste Mal der Fall bei der VII. Konferenz in London 1907. Deutscherseits wurden damals die Doeckersche Baracke und das Linx⸗ weilersche Transportsystem mit je 3000 Rubeln prämiert. Der mächste Wettbewerb findet bei der internationalen Kon⸗ ferenz in Washington 1912 statt. Die zur Verteilung ge⸗ langenden Zinsen belaufen sich auf rund 40 000 ℳ. Deutsches Mit⸗ glied des Preisgerichts ist der Professor Dr. Pannwitz in Char⸗ lottenburg.

Zum Besten des Vereins für Kindervolksküchen und der Volksküche (Gormannstr. 3) findet, wie alljährlich, auch diesmal, und zwar am Donnerstag, den 9. Februar, Abends 8 Uhr, in sämtlichen Räumen des Neuen Königlichen Operntheaters ein Winter⸗ fest statt, darstellend ein Frühlingsfest in Meran zur Zeit der Apfelblüte. Aus dem Alpenverein, Sektion Brandenhurg, hat die Gruppe der Haxelschläger des wohltätigen Zweckes halber ihre Mit⸗ wirkung zugesagt. Einlaßkarten zu 3 sind im Warenhaus A. Wertheim, in der Hofmusikalienhandlung von Bote u. Bock, im „Invalidendank“ und im Vereinsbureau (Schaperstr. 34) zu haben.

Die Ortsgruppe Charlottenburg des Deutschen Flottenvereins begeht am Donnerstag, Abends 8 Uhr, im Kaiser⸗ saal der Festsäle von G. Pohl, Charlottenburg (Biemarckstraße 84), die Feier ihres 10jährigen Bestehens durch eine Festver⸗ sammlung. Die Festansprache hat der Erste Vorsitzende, Land⸗ gerichtsrat Kehrl übernommen. Herr Oberleutnant von Velt⸗ heim vom Gardefüsilierregiment, der 7 Jahre in Kiautschou gestanden hat, wird unter Vorführung zahlreicher Licht⸗ bilder über diese Kolonie sprechen. Das Festkonzert wird von der Kapelle des Gardeschützenbataillons ausgeführt. Der Konzertsänger Harzen⸗Müller wird sferner einige Lieder und Balladen vortragen. Eintrittskarten (für Mitglieder und deren Angehörige 0,50 ℳ, für Nichtmitglieder 0,75 ℳ) sind auf dem Geschästs⸗ zimmer des Hauptausschusses, Schöneberger Ufer 30 I, und Abends on der Kasse zu haben. Der Ueberschuß ist für das Seemannserholungs⸗ heim „Kaiser Wilhelm⸗ und Kaiserin Auguste Viktoria⸗Stistung“ in Klein⸗Machnow bestimmt.

Auf der Treptower Sternwarte spricht morgen, Abends 8 ½ Uhr, der Ingenieur F. M. Feldhaus über: „Versuche zur Er⸗ oberung des Luftreichs und des Meeres in alter Zeit“. Der Vortrag wird mit zahlreichen Lichtbildern, die auf Grund von eingehenden Quellenforschungen zusammengestellt sind, darstellen, wie die Mensch⸗ heit sich allmählich die technischen Hilfsmittel geschaffen hat, um in das Meer hinab⸗ und in die Luft hinaufzutauchen. Vorgeführt werden: Die älteste Darstellung einer babylonischen Luftschiffahrt von 2000 v. Chr.; Die griechischen Flugsagen; Die Perlentaucher und Taucher im Seeckrieg des Altertums; Der erste beglaubigte Flug⸗ versuch unter Kaiser Nero; Die Ikarussage in pompejanischen Gemälden; Ein fliegender Araber im 9. Jahrhundert; Ein fliegender Engländer im 11. Jahrhundert; Ein fliegender Türke im 12. Jahrhundert; Flug⸗ und DTauchversuche in Malereien des 14. Jahrhunderts; Der Warmluftballon zu Kriegszwecken im Jahre 1405; Tauchgeräte bei deutschen Ingenieuren des Mittelalters; Lionardo da Vinci und seine Tauchapparate und Fluggeräte; Der fliegende Dante 1496; Ein fliegender Engländer 1507; Die Taucherglocke im 16. Jahrhundert; Eine angebliche Luft⸗ reise im Jahre 1709; Die großen praktischen Verwendungen der Tauchergeräte im 17. Jahrhundert; Die praktische Verwendung der Luftschiffahrt 1782. Mit dem großen Fermohr wird an diesem Abend der Orionnebel vor und nach dem Vortrag beobachtet.

Döberitz, 6. Februar. (W. T. B.) Der 23 Jahre alte Leutnant Stein vom Telegraphenbataillon Nr. 3, kommandiert zur Versuch abtetlung der Verkehrstruppen, der heute morgen Flüge auf dem Döberitzer Flugfelde unternahm, stürzte, als er im Gleitfluge niederging, aus 20 m Höhe ab und erlitt einen Schädel⸗ bruch. Er war sofort tot.

Gotha, 7. Februar. (W. T. B.) Das Militärluftschiff „M. 3“ ist heute früh 6 Uhr 5 Minuten in der Richtung auf Metz abgefahren (vpgl. Nr. 28 d. Bl.). Es wird versuchen, die Bahnlinie Bebra—- Hanau- Frankfurt inne zu halten, um von da wahrscheinlich über Worms und Kaiserslautern seinem Ziele zuzusteuern.

London, 6. Februar. Unter der Leitung der vereinigten Ausschüsse der Kirchen im britischen und im Deutschen Reiche zur Förderung freundlicher Beziehungen zwischen dem englischen und dem deutschen Volke fand heute hier eine Versamm⸗ lung statt, der unter anderem beiwohnten: der Erzbischof von Canterbury als Vorsitzender, die Bischöfe von Hereford,

Salisbury, Southwark, Meath, Tichfield, Worcester und andere Würdenträger aller Bekenntnisse. Der Erzbischof von Canterbury sagte in seiner Eröffnungsrede, sie seien als Inhaber von Aemtern oder als verantwortliche Mitglieder christlicher Kirchen anwesend und nur indirekt in ihrer Eigenschaft als Bürger, die in politischer, kommerzieller oder nationaler Beziehung Verantwortlich⸗ keiten trügen. Sie hätten die Vereinigung gebildet, um eine Körperschaft von Arbeitern in beiden Ländern zur Verkündung des Friedens zu erhalten. Ueber den Empfang des Professors D. Dr. Harnack und des Präsidenten D. Spiecker beim König sagte der Erzbischof, nichts hätte herzlicher und freundlicher sein können. Der Präsident Spiecker berichtete sodann, er sei kürzlich vom Kaiser als Vertreter seines Komitees empfangen worden. Der Kaiser habe sich sehr gefreut, zu vernehmen, daß die Bewegung in beiden Reichen gute Fortschritte mache. Spiecker sagte zum Schluß, trotz seiner großen Rüstungen zu Wasser und zu Lande habe das deutsche Volk keinen größeren Wunsch, als mit all seinen Nachbarn in Frieden zu leben, besonders mit der britischen Nation. Der Professor Harnack führte aus, das Ziel der Vereinigung sei die Förderung freundlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern. Das englische Volk stehe der deutschen Nation am nächsten. Die Deutschen seien mit den Engländern durch gemeinsame Abstammung verhunden sowie durch eine nationale Kultur, die bei allen Verschiedenheiten im wesentlichen die gleiche sei, und durch einen seit Jahrhunderten be⸗ stehenden ausgedehnten Gedankenaustausch. Der erste Schritt, der notwendig sei, um ihr Ziel zu erreichen, bestehe darin, daß man nicht länger ein Uebelwollen zwischen beiden Nationen dulden dürfe. Der Bischof von Southwark bean⸗ tragte eine Resolution, die sich für die Förderung der Ziele der Vereinigung ausspricht. Er schloß mit den Worten: „Wir müssen nicht eine gepanzerte Faust, sondern eine offene Hand zu warmem Duuck ausstrecken.“’ Die Resolution wurde einstimmig angenommen und der Erzbischof von Canterbury zum Präsidenten der Vereinigung gewählt.

Helsingfors, 6. Februgar. (W. T. B.) Die Eisscholle, auf der die Fischer in das Meer getrieben waren, ist an der Insel Seskar gelandet. Die Fischer sind sämtlich gerettet. (Val. Nr. 32 d. Bl.)

Oviedo, 6. Februar. (W. T. B.) Eine Anzahl Gebäude in denen sich insbesondere die Asturische Bank, das Haupt⸗ telephonamt und die Tabhakspflanzungsgesellschaft b sanden, sind durch eine Feuersbrunst zerstört worden.

Konstantinopel, 6. Februar. (W. T. B.) Wie verlautet, ist das Feuer im Gebäude der Pforte (vergl. Nr. 32 d. Bl.) im Telegraphenamt entstanden, wo ein Ofen die Nacht über brannte. Außer den Sitzungssälen und den Bureaus des Staatsrats sind auch fas alle Bureaus des Großwesirats und des Ministeriums des Innern eingeaschert. Nur die Kanzlei und die Kasse des Ministeriums des Innern konnten gerettet werden. Wichtige Staatsakten, die in einem besonderen Gebäude untergebracht waren, wurden ebenfalls gerettet, ebenso die Dokumente des Großwesirats und des Ministeriums des Innern. Nur die in Bearbeitung befind⸗ lichen Akten über laufende Geschäfte sind teilweise ver⸗ brannt. Das Ministerium des Innern dürfte unter dem Brande bedeutend leiden; die Tätigkeit des Staats⸗ rats stockt vollständig. Ferner wird gemeldet: Von den 100 Amtsdienern, die das Erdgeschoß bewohnen, wurden 20 verhaftet, ebenso zwei Polizisten. Die Polizei und die öffentliche Meinung sind der Ueberzeugung, daß eine verbrecherische Brandlegung seitens derselben unentdeckten Urheber vorliege, die seiner⸗ zeit den Brand im Parlamentsgebäude verursacht hätten. Die Re⸗ gierung soll mehrere Drohbriefe eines geheimen Komitees erhalten haben, daß alle öffentlichen Gebäude niedergebrannt werden würden.

(Fortsetzung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ers⸗

Zweiten und Dritten Beilage.)

Donnerstag,

Königliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 37. Abonnementsvor tellung. Dienst⸗ und Frei⸗ plätze sind aufgehoben. Königskinder. Musik⸗ märchen in drei Aufzügen. Text von E. Rosmer. Musik von E. Humperdinck. Musikalische Leitung: Herr Kapellmeister Blech. Regie: Herr Regisseur Braunschweig. Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 39. Abonnementsvorstellung. Der

Neues Schauspielhaus. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Faust, 1. Teil. Abends Schokoladenmädchen.

Freitag: Alt⸗Heidelberg.

(Vorstellung für Abends: Das kleine Schokoladenmädchen.

Abends 8 Uhr:

8 Uhr: Das kleine

das „Klassische Theater“.)

Abenteuer. und Armont. Donnerstag und folgende

Lustspielhaus. (Friedrichftr. 236.) Mittwoch, Der unbekannte Tänzer. spiel in drei Akten von Tristan Bernard. Donnerstag: Zum ersten Male: Das Objekt. Freitag und folgende Tage. Das Cbjekt. Sonnabend, Nachmittags 3 ¼ Uhr: Maria Stuart. ö“ Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof Friedrichstr.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Hippolytes Schwank in drei Akten von Nancey

Tage:

Zirkus Busch.

Große Galavorstellung. Nord, Tauchkünstlerin. Käti Sandwina. Lady Herkules. Neu: Mons. Amonus, Champion im Hochspringen. Gastspiel des Herrn Direktor Pierre Althoff und Frau Direktor Adele Althoff mit ihren hervorragendsten Freiheits dressuren. Fräulein Marta Mohnke, Schul⸗ reiterin. Reiterfamilie Frediano. 3 Gebr. Fratellinis, urkom. Clowns. Um 9 Uhr: Die neue Ausstattungspantomime „Armin“ (Die Hermannschlacht). Vorher: das große

Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr:

Lust⸗ Neu: Miß Serene

Hippolytes

zum Deutschen

Vom 1. August bis 31. Jaunuar.

Erste Beilage

eiger und Königlich Preußi

7. Februar

Amtliches.

Deutsches Reich.

Nach Erntejahren, beginnend mit 1. August. (Mengen in dz = 100 kg.)

1) Ein⸗ und Ausfuhr.

1909/10

1910/11

. Gesamteinfuhr samte fuhr

Davon sofort verzollt oder zollfrei

190879 1910711 1909/10 1908/9 1910/11

Gesamtausfuhr 8

1 Davon Ausfuhr aus dem freien Verkehr

1910/11

1909/10 1908/9 1909/10 1908/9

1 864 418 14 942 050 1 515 349 15 092 238 20 624

3 066 781 4 092 505 5 462

88 471

2 856 661 14 088 917 1 829 934 18 110 022 5 597 3 563 778 4 270 591 6 932 101 266

Roggen.. Me hh hn alzgerste. Andere Geistte Gerste ohne nähere Angabe Heles ü1“ Roggenmehl .. Weizenmehl

bb1

Einfuhrschein.

5 112 630 3 362 331 193 428 2 221 670 293 210

1 019 149 1 166 492

1 187 549 8 668 025 1 457 485 9 619 734

1 464 620 2 505 983 8 282

78 298

1 610 791 12 477 343 1 075 899 12 829 550

2 142 730 3 074 005 5 457

1 286 924

10 225 186 1 778 181

10 955 706 10 063

1 910 972

3 071 072

9 290

109 015

2 397 896 11 592 421 1 277 987 15 231 836

2 570 318 3 409 650 4 958

69 514

5 230 459 2 267 747 11 410

1 683 272 965

523 873 901 175

3 508 219 1 516 789

14 857

2 064 394 113

655 903 934 217

5 081 169 2 528 519

131 052 4 868

2 004 239 1 597 047 288 886 177 122 64 656 182 524 660 1 017 492 937 468 909 1322 1 158 495

5 241 429 2 829 451

3 540 027 2 386 545

166 885 2 732 568

3) Einfuhr in den freien Verkehr nach Verzollung.

Gattung,

1909/10 Ausbeuteklasse. I

1910/11

r1910/11] 1909/10 1908

Gesamte verzollte Menge

Davon verzollt

beim unmittelbaren Eingang in bei der Einfuhr von den freien Verkehr Niederlagen, Freibezirken usw. V 1910/11 08

9 1910/11 1909/10 1908/% 1909/10 1908/9 U

1 017 346 582 708 114 092 175 385 145 161

655 872 408 825 35 355 129 673 82 019

934 018 784 356 4 998 56 991 53 849 30 635 3 189

Roggenmehl: 1. Klasse (0—60 v. H.) .. 2. Klass (über 60 65 v. H.) 3. Klasse (0— 65 v. H.) . . Roggenschrotmehl*). . . . .

Weizenmehl: 1. Klasse (0—30 v. H..)).. 2. Klasse (über 30—70 v. 9. 1 3. Klasse (über 70—75 v. H. 4. Klasse (0—70 v. 9) 5. Klasse (0—75 v. H. 4 231 HattR . .. 12 073

9 Ausbeute für jede Mühle besonders festgesetzt.

1 36 950

752* 252

523 819 325 244 54 217] 86 972 57 386

900 993 695 279 7 799 97 786 54 406 39 065 6 658

Roggen Woälben Malzgerste..

8 3 1 Andere Gersst. . 18 d“ 24 218 2 370 852 1 666

EIV“ 59 265 3 539 106 2 915 Roggenmehl 2 211 Weizenmehl 1 1“ 1 49

2 727 343 1 844 494 1 287 12 620 986 13 492 738 9 759 329 754 1 100 943 1 508 1b 183 14 951 979 10 906 7

) Niederlageverkehr.

547,2 393 104 1 603 493 1 183 082 334 239 241 001 104 465 572,11 587 463 12 469 628 8 662 862 1 033 523 1 023 110 1 096 710 288 1 277 941 1 075 838, 1 457 435 „51 813 „,25 105 ,50 953 711 115 231 528,12 829 348 9 619 421 3 318 655 2122 631] 1 287 290 571] 12 567 802 2 140 261 1 461 233 256 416 230 591 205 338 432 3 409 650 3 074 005 2 505 983 349 615 465 101 409 449 364 282 208 Hö“ 3

7855 46 637 37 988 48 391 3018 1 308

Verzollt von Niederlagen, Frei⸗ bezirken usw.

Einfuhr auf Niederlagen, in Freibezirke usw.

1908/9

1909/10

1910/11

Ausfuhr von Niederlagen, Freibezirken usw.

1910/11

1909/1 1908/9

Gerste b 14“ Mais.. Roggenmehl Weizenmehl

99 375

1 557 161 1 638 790 446 352 565 089 1 008

30 716

253 627 2 464 707 2 777 538 993 460 924 051 860 941 1 018 500

1 974 5

31 752 27 095

458 765 2 496 496

3 338 696 wie 3,

Spalte 8 10

31 808 869 756 152 028 668 174 288 773

279 3 251

624 623 293 146 1 657

Roggen Rog ländisch inländisch ländisch inländisch, ländisch

genmehl

aus., inländisch

inländisch läͤndisch

E“

155 643 87 941

923 207 682 297

104 959 146 246

218 809 114 888

774 224

Komische Oper. Mittwoch, Abends 8 Uhr:

8

Abenteuer. 1 m ganzen 12 1910. Galaprogramm. 186 550 299 603 39 046 127

Störenfried. Lustspiel in vier Aufzügen von Roderich Benedix. In Szene gesetzt von Herrn Regisseur Patry. Anfang 7 Uhr.

Donnerstag: Opernhaus. 38. Abonnementsvor⸗ stellung. (Gewöhnliche Preise.) Carmen. Oper in vier Akten von Georges Bizet. Text von Henry Meilhac und Ludovic Halévy, nach einer Novelle des Prosper Merimée. Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 40. Abonnementsvorstellung. Der Kaufmann von Venedig. Komödie in fünf Auf⸗ zügen (9 Bildern) von William Shakespeare, über⸗ 17 von August Wilhelm von Schlegel. Anfang

hr.

Deutsches Theater. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: W. 8 donnerstog: Wieland. Freitag: Faust. 1 Sonnabend. Zum 25. Male: Othello.

Kammerspiele. Mttwoh Abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. Donnerstag: Lanzelot. Freitag:; Die Komödiec der IFrrungen. Vorher: Die Hetrat wider Willen Sonnabend: Lanzelot. ““

8

ZBerliner Theuter. Mittwoch, Nachmittags 3 ½ Uhr: Nathan der Weise. Abends 8 Uhr: Bummelstudenten. Posse mit Gesang und Tanz in fünf Bildern nach E. Pohl und H. Wilkens. Musik von Conradi.

Donnerstag und Freitag: Bummelstudenten.

Sonnabend, Nachmittags 3 ½ Uhr: Nathan der Weise. Abends: Bummelstudenten. 8

Lefüngtheater. Mittwoch, Abends 8 Uhr:

Auatol. Donnerstag: Die Natten. Freuag: Baumeister Solneß.

Die Fledermaus. -

Donnerstag: Toscag. Freitag: Hoffmanns Frzählungen. Sonnabend: Die Bohème.

-M“

Schillertheater. 0. (Wallnertheater.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der Kaiser. Eine Tragödie in fünf Aufzügen von Hans von Kahlen⸗ berg und Hans Olden. 18

Donnerstag: Der Bund der Jugend.

Freitag: Der Kaiser.

Charlottenburg. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Nathan der Weise. Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen von G. E. Lessing.

Donnerstag: Der Himmel auf Erden.

Freitag: Nathan der Weise.

Theater des Westens. (Station: Zoologischer Garten. Kantstr. 12.) Mittwoch, Abends 3 Uhr: Die lustige Witwe. Operette von Oscar Straus.

Donnerstag und folgende Tage: Die lustige Witwe.

Restdenztheuter. (Direktion: Richard Alexander.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Pariser Menu. Drei Gänge von Georges Feydeau und Veber⸗Abric.

Donnerstag und folgende Tage: Pariser Menu.

Thaliathhenter. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Polnische Wirtschaft. Schwank mit Gesang und Tanz in drei Akten von Kraatz und Okonkowsky, bearbeitet von J. Kren. Gesangstexrte von Alfred Schönfeld, Musik von J. Gilbert.

Donnerstag und folgende Tage: Polnische Wirt⸗ A..ä.

Modernes Thenter. (Königgrätzer Str. 57/58.) Mittwoch, Abends 8 ½ Uhr: Der Feldherruhügel. Schnurre in drei Akten von Roda Roda und Rößler.

Konzerte.

Singakademie. Mittwoch, Abends 8 Uhr: 5. Abonnementskonzert des Waldemar Meyer⸗ Quartetts.

Snal Bechstein. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Liederabend (Goethe⸗ und Heine⸗Lieder) von Gita Lénart.

Berthoven⸗Snal. Mittwoch, Abends 8 Uhr: 4. (letzter) Abonnementsabend des Böhmischen Streichquartetts. Mitw.: Edouard Risler.

UAliud worth⸗-Scharwenka-Saal. Mittwoch⸗ Abends 8 Uhr: Konzert von Elsa Rompe (Klavier) und Hjalmar v. Dameck (Violine).

Choralion-Sanl. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Liederabend von Elisabeth Hartmann. Am Klavier Oeocar von Pander.

Birhus Schumaunn. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: Neu: Heros, außergewöhnlicher Kraftjongleur.

Neu: Antonet und Grock mit ihrem ganz neuen musikalischen Akt. Arconis, 4 Per⸗ souen, Schleuderbrettakrobaten Direktor Albert Schumann mit seinen neuesten Kreationen, sowie: die übrigen neuen Attrak⸗ tionen. Um 9 ½ Uhr: Der große Coup der Schmuggler. Große Ausstattungspantomime in 4 Akten. Zum Schluß: Die große Wasser⸗

Verlobt: Frl. Anita Blume mit Hrn. Haupt⸗ mann Ernst von Holleben (Berlin und Speck— Stettin). Frl. Gertrud Kaphengst mit Hrn. Oberleutnant Alfred Bredt (Hannover). Frl. Maria⸗Elisabeth Jonientz mit Hrn. Oberleutnant Hans von Zschüschen (Liegnitz Mainz).

Verehelicht: Hr. Generalmajor z. D. Arthur von Wrochem mit Frl. Elisabeth von Schell (Berlin). Hr. Regierungsrat Hertingk von Esch⸗ wege mit Frl. Ehrengard von Pawel (Cassel). Hr. Leutnant Fritz Hellwig mit Frl. Hedwig von Brandenstein (Stuttgart).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Frhrn. von Cramm (Nahrstedt bei Stendal). Hrn. Landrat von Lucius (Weißensee, Thür.). Hrn. Georg von Eschwege (Reichensachsen). Hrn. Hauptmann von Bojan (Brieg, Bez. Breslau).

Gestorben: Hr. Oberstleutnant a. D. Hans Schmige (Wiesbaden). Fr. Marianne von Muellern, geb. von Wulffen (Köslin). Fr. Johanna von Werner, geb. von Rosenberg⸗ Lipinsko (Breslau). Claire Freiin Haller von Hallerstein (Fincken, Meckl.).

Verantwortlicher Redakteur:

Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Neun Beilagen (einschließlich Börsenbeilage und Warenzeichen⸗ beilage Nr. 11), sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 5 des öffent⸗ lichen Anzeigers (einschließlich der unter Nr. 2 veröffentlichten Bekanntmachungen),

betreffend Kommanditgesellschaften auf Aktien und Aktiengesellschaften, für die Woche vom

katastrophe.

““

8

30. Januar bis 4ü. Februar 1911.

konfessionellen Gesinnung oder

k“

davon 1911 in:

emischten Transitlagern . . . . . . schc“ Zollausschlußgebieten

einschl. des Freihafens Hamburg

Freibezirken,

Berlin, den 7. Februar 1911.

696 921 96 801

158 864 67 422

81 954 4 041

18 964

10 806 162 723

45 280

47 6z

Kaiserliches Statistisches Amt. van der Borght.

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e— Reichstag. 9 M120. Sitzung vom 6. Februar 1911, Nachmittags 2 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.)

ur zweiten Beratung stehen die Entwürfe eines Gesetzes, betreand Aenderung des Gerichtsverfassungsgesetzes, einer Strafprozeßordnung und eines zu diesen Gesetzen gehörenden Einführungsgesetzes. Ueber den Anfang der Sitzung ist in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet worden. Die sozialdemokratischen Abgg. Albrecht u. Gen. wollen zur Ziffer 1 der Kommissionsvorschläge noch folgenden Zusatz

machen: „Ebensowenig darf die Zulassung von der politischen oder Betätigung des sich zur Aufnahme in den Vorbereitungsdienst Meldenden abhängig gemacht werden“. In Absatz 1 wollen sie das Wort „bestimmten“ streichen; ferner soll nach dem Antrag derselben Mitglieder ein § 3a eingeschaltet werden: „Die Entfernung aus dem Vorbereitungsdienst darf nur auf Grund eines Disz'’plinargesetzes erfolgen .. Abg. Dr. Brunstermann (Rp.): Wie wir die Vorlage, die uns heute wieder im Plenum beschäftigt, bei ihrer ersten Lesung vor einem Jahre freudig begrüßt haben, so haben wir uns auch gern und mit Eifer in der Kommission an den Bemühungen beteiligt, ihr eine möglichst alle Kreise zufriedenstellende Gestaltung zu geben, soweit dies bei einer derartigen Vorlage eben möglich ist. Wenn

wir das uns jetzt in der Form der Kommissionsbeschlüsse vorliegende Gesamtergebnis betrachten, so können wir mit Genugtuung feststellen, daß es die Aussicht auf eine baldige Abstellung der in weiten Volks⸗ schichten seit langem nachhaltig erhobenen Klagen zu eröffnen scheint, die den Ausgangspunkt des ganzen Werkes bilden, und die auch von uns mit aller Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit geprüft und erörtert sind. Aber bei so weitschichtigen, auf so viele Gebiete des praktischen Lebens übergreifenden Materien pflegt sich der Weg, der die Parteien und die verbündeten Regierungen zu einer Verständigung über alle kritischen Fragen führt, nicht von selbst und oft auch noch nicht bei den Kommissionsverhandlungen aufzutun. Auch hier ist die Einigung über eine Reihe nicht gerade nebensächlicher Punkte dem Plenum vorbehalten geblieben. Wir haben unserseits davon Abstand genommen, Anträge zu wieder⸗ holen, zu deren Annahme sich in der Kommission trotz aller Sympathien keine Mehrheit hat entschließen können. Damit wollen wir jedoch nicht ausgesprochen haben, daß wir mit der Kommissionsfassung in allen ihren Teilen voll einverstanden sind. Insbesondere gilt dies nicht für die Frage der Besetzung der Strafkammern erster Instanz bei den Landgerichten. Ich habe der Ansicht meiner Fraktion bereits bei der ersten Lesung hier im Plenum dahin Ausdruck gegeben, daß wir ein Kollegium mit nur einem gelehrten Richter für die beste Lösung halten. Die Darlegungen der Vertreter der ver⸗ bündeten Regierungen in der Kommission haben uns nicht zu der Ueberzeugung bekehren können, daß die in dem Entwurf vorgeschlagene und von der Mehrheit der Kommission schließlich gutgeheißene Besetzung der Strafkammern mit zwei Richtern und drei Laien die zweckdienlichere sowohl vom Standpunkt der Rechtsfindung wie aus praktischen Erwägungen heraus wäre. Für uns spricht in dieser Frage ein sehr wesentlicher Faktor von grundsätzlicher . 8

leich mit erwähnen darf:

Bedeutung mit, den ich daher auch hier den nb gegen ie klei

meine Fraktion hat sich stets gegen eine 1 ein vermeidbares Uebermaß von Beamten erklärt. Die kleineren Bundesstaaten vollends verfügen nicht über ein größeres Richter⸗ personal, und jede Vermehrung desselben macht sich in ihrem Budget empfindlich bemerkbar. Es liegt mir daran, das an dieser Stelle noch einmal auszusprechen. Bei einer Meinungs⸗ verschiedenheit, die leicht zu unangenehmen Folgen für das ganze Gesetzgebungswerk hätte führen können, der Zuziehung von Laien in der Berufungsinstanz, ist ja erfreulicherweise eine Einigung auf den Vorschlag der verbündeten Regierungen erjzielt. Aber drei Beschlüssen der Kommission gegenüber haben sie ihr Un⸗ annehmbar erklärt: dem Verbot von Fragen an Zeugen, die deren Wahlgeheimnis berühren, dem Zeugnisverweigerungs⸗ und dem Asyl recht der Abgeordneten. Es liegt uns fern, zu bestreiten, daß für die Kommissionsbeschlüsse beachtenswerte Gründe beigebracht sind. Ent scheidend für uns gerade wie für die verbündeten Regierungen ist aber die Frage, ob der oberste Rechtsgrundsatz, daß das Allgemeinwohl stets dem Individualinteresse voransteht, unangetastet bleibt. Uns will scheinen, daß durch die Ausdehnung der Sonde

stellung der Parlamentsmitglieder Nachteile für dritte und gegebenenfalls für die Allgemeinheit herbeigeführt werden können, die sich durch die dadurch gewonnene Möglichkeit einer noch freieren Kritik nicht mehr rechtfertigen lassen. Gerade der Umstand, daß wir hier Ausnahmebestimmungen schaffen würden, die in ihrer Wirkung auf uns selbst als Reichstagsmitglieder und zu einem guten Teile als Landtagsmitglieder berechnet sind, muß uns veranlassen, mit strenger Sachlichkeit zu prüfen und jedenfalls, solange die verbündeten Regierungen ihr Unannehmbar aufrecht erhalten, nicht die Ver⸗ antwortung auf uns zu nehmen, das ganze Reformwerk noch jetzt