1911 / 34 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 08 Feb 1911 18:00:01 GMT) scan diff

Seeuferbau u. Kulturtechnik II. N. N.: Praktische Geometrie 1 u. II. Geodätisches Praktikum I. Se Cüsche Praktik. II. Geograph. Ortsbestimmung. Eisenbahntrassieren. Sieben: Bau⸗ konstruktionen I u. II. Veranschlagen und Bauführung. Abteilung f. Maschinen⸗Ingenieurwesen: Professoren: Grotrian: Allgemeine Elektrotechnik. Theoret. Elektrotechn. Praklikum. Junkers: Wärmetechnik. Maschinen⸗ laboratorium I u. II. Maschinenlaboratorium 1 u. Sprinkler⸗ laboratorium. Köchy: Grunczüge d. Lokomotivbaues. Lokomotiv⸗ bau. Eisenbahnbetriebs⸗ u. Sicherungsanlagen. Eisenbahnwagenbau. Allgemeine Transportanlagen. Langer: Dampfmaschinen. Rotierende Kraft, u. Arbeitsmaschinen. Nieten: Baukonstruktionslehre f. Maschinening. u. f. Berg⸗ u. Hüttenleute. Lasthebemaschinen. Rasch: Elektrische Bahnen. Einleitg. i. d. Elektrotechnik. Konstruktionslehre d. Elektrotechn. Elektr. Konstruktionsübg. Rötscher: Einleitg. in d. Maschinenbau. Mechan. Technologie. Uebg. i. Labor. f. mechan. Technologie. Maschinenelem. einschl. Kinematik. Wallichs: Arbeitsmaschinen. Werkzeugmaschinen u. Fabrikbetriebe. Dozenten: Finzi: Elektr. Zentralanlagen u. Leitungen. Elektromotorische An⸗ triebe in Berg⸗ u. Hüttenwerken. N. N.: Kraftfahrzeuge. Abriß d. Maschinenbaus. Privatdozenten: Folkerts: Be attsctton von Fabrikbetrieben. Grunewald: Berg⸗ u. Hüttenwerksmaschinen. Abteilung für Bergbau und Hüttenkunde, für Chemie und Elektrochemie: Professoren: Borchers: Kleines metallurg. Praktikum, umfass. Lötrohr⸗ und hüttenmänn. Probierkunst und elektr. Schmelzverfahren. Großes metallurg. und elektro⸗ metallurg. Praktikum. Uebersicht über das gesamte Hüttenwesen. Bredt: Organische Experimentalchemie I. Allgemeine Uebersicht über die organ. Chemie. Organ. Praktikum. Classen: Allgem. und anorgan. Experimentalchemie. Anorgan. Praktikum. Praktik. für qualit. und quantit. Analyse. Spez. analyt. Methoden. Quantit. Analyse durch Elektrolyse. Maß⸗, Gas⸗ und Spektral⸗ analyse. Darst. anorgan. Präparate. Ausführ. selbst. wissenschaftl. Arbeiten auf d. Geb. d. analyt u. anorgan. Chemie. Elektrochem. Praktikum. Darstell. v. Chemikalien mittels Elektrolyse. Galvano⸗ plastik usw. Ausführ. selbständ. wissensch. Arb. auf d. Geb. d. Elektro⸗ chemie. Dannenberg: Geologie f. Hüttenleute u. Chemiker. Erdgeschichte (geolog. Formationslehre). Geolog. Uebg. Elem. d. Mineralogie u. Geologie (f. Bauing.). Geologie d. Stein⸗ kohlen. Haußmann: Markscheiden u. Feldmessen, II. Uebg. i. Marksch. u. Feldmess. Ausgleichungerechnung. Herbst: Bergbau⸗ 1.““ 9. b Brikettierungs⸗ „Kokereianl. ockmann: Petrographie. Petrograph. Uebg. Mikroskop. Gesteinsuntersuch. Anleitg. z. ühann Aehe vauf 1 Geb. d. Kristallographie, Mineralogie u. Petrographie. Mayer: Energiegewinnung u. Verteilung. Rau: Chemische Technologie I1 u. IV. Entwerf. v. chem. Apparaten u. Fabrikanl. Chemisch⸗techn. Praktikum. Ruer: Physikal. Chemie 11. Ausgewählte Kap. d. physik. Chemie. Uebg. i. physik. Chemie f. Hüttenleute, f. Chemiker u. f. Fortgeschrittene. Schwemann: Liefbohrkunde. Entwerf. bergmänn. u. Tiefbohranl. Bergrecht u. Bergverwaltung. Bergwirtschaftslehre. Wüst: Geschichte d. Metalle. Eisen⸗ u⸗ Stahlgießerei. Kleines eisenhüttenmänn. Praktikum. Großes eisenhütt. raktik. Honorarprofessor: Stegemann: Der Aach. Stein⸗ ohlenbergbau. Dozenten: Goerens: Ekektrometallurgie d. Eisens u d. Herstellung u. Eigenschaften d. Spezialstähle. Quasebarth: Hüttenmänn. Konstruktionen. Feuerungskunde. von Kapff: Chemische Technologie d. Gespinstfasern (Färberei, Bleicherei usw.). Levin: Physikal. Metallurgie. Wand hoff: Markscheid. Zeichen⸗ u. Rechenübg. Wieler: Spezielle Botanik. Rohstofflehre d. Pflanzenreichs III. Mikroskop. botan. Uebg. I. Anleitg. z. selbständ. botan. Arb. aus d. Geb. d. reinen u. techn. Botanik. EE11“““ Allgem. Hüttenkunde. Fischer: aßanalyse. usgewählte Kap. d. Elektrochemie. 2r: Zeneegiftnanene p lektrochemie Semper: Abteilung f. allgem. Wissenschaften, EE111““ Blumen⸗ thal: Höhere Mathematik 1I. Ausgewählte Kap. d. Mathematik (Praxis d. Differentialgleichungen). Kutta: Höhere Mathematik III. Elem. d. Differential⸗ u. Integralrechnung. Kähler: National⸗ ökonomie. Die deutsche Volkswirtsch. u. d. Weltmarkt. Geld⸗, Bank⸗ u. Börsenwesen. Nationalökonomische Uebungen. Kötter: Darst. Geometrie. Elemente d. darstell. Geometrie. Passow: Organisat. u. Betrieb industrieller u. kommerzieller Unter⸗ nehmungen. Einführ. i. d. Verständnis geschäftl. Bilanzen mit bes. Berücksichtig. industriell. Unternehm. Besprechungen über Organis. u. Geschäftsbetrieb d. großen Kartelle d. Montanindustrie. Privat⸗ wirtschaftl. Uebg. RNeißner: Mechanik I u. II. Flugtechnische Aerodynamik. Stark: Experimentalphysik I1I. Uebg. i. physik. Labor. Dozenten: Eckert: Länderkunde u. Wirtschaftsgeographie v. Deutschland mit bes. Berücksicht. d. Rheinprov. Grundzüge d. allgem. Wirtschaftsgeographie. Gemünd: Bau. u. Wohnungs⸗ hygiene. Bakteriologischer Untersuchungskursus. Henne: Feuer⸗ versicherungstechnik. Feuerversicherungstechn. Besprechungen. Kayser: Grundz. d. Staats⸗ u. Verwaltungsrechts. Gewerberecht. Lehmann: Wirtschaftl. Tagesfragen. Schatz: Bllanzierung. Scholz: Feuerlöschwesen. Seitz: Theoret. Physik. Experimental⸗ physik enc. Kurs. Storp: Gewerbehygiene u. Unfallverhütung, verb. mit Fabrikbesicht. Privatdozenten: Meyer: Elektromagnet. Schwingungen u. Wellen (Drahtlose Telegr.). Polis: Klima⸗ tologie. Meteoroleg. Technik, verb. mit Uebgn. im meteorol. Obser⸗ vatorium. Steubing: Photographie II. Theorie der Wärme⸗ strablung. T impe: Ausgewahlte Kap. d. Hydrodynamik. Lektoren: Brussow: Russisch II. Rußland, Land u. Leute. Russische Sprechüban. Scharff: Französisch II. Frankreich, Land u. Leute. Französ. Sprechübgn. Ward: Englisch II. Englische Korrespondenz. England, Land u. Leute, Englische Sprechubgn. Neuere engl. Literatur⸗ geschichte. N. N.: Italienisch II. N. N.: Spanisch II. Mar⸗ über Hilfe bei Unglücksfällen. Quad⸗ HIisgane er die Gefahren im Bergbau und Hüttenbetrieb u. deren Inland,

insbes. für

Elektrotechnik.ü

rung des Schienennetzes sowie durch Vervollkommnung und bessere Verwertung der Verkehrsmittel unter Wahrung der finanziellen Be⸗ dürfnisse des Staates gerecht zu werden und gleichzeitig die Fürsorge für das Wohl der Angestellten und Arbeiter weiter auszugestalten.

Mit Genugtuung habe Ich ferner von der energischen Inangriff⸗ nahme der Durchführung der wasserwirtschaftlichen Gesetze, von der weiteren Ausgestaltung der Seehäfen und Seeschiffahrtsstraßen sowie von der Vervollkommnung der Seezeichenanlagen und nicht minder von den Leistungen der Hochbauverwaltung während des abgelaufenen Jahrzehnts Kenntnis genommen. Indem Ich Ihnen und den Beamten Ihres Ressorts Meine Anerkennung und Meinen Dank für Ihre treue Pflichterfüllung erneut ausspreche, will Ich die Ver⸗ öffentlichung des Berichts gern genehmigen.

Berlin, den 6. Februar 1911. Wilhelm RK. An den Staatsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten

von Breitenbach.

8 8 1 ö“ 8 t 8 8 ia EE „Hertha“ vorgestern in Livorno eingetroffen und hat gestern die Reise nach Vigo fortgesetzt. f 18g S. M. S. „Iltis“ und S. M. Torpedoboot „Taku“ sind gestern von Nanking nach Tsingtau abgegangen.

Braunnschweig.

1 ö“

an esversammlun g. hat gestern die Beratung der Kommissionsvorschläge, betreffkend Abänderung des Wahlrechts zum braunschweigischen Landtage, be⸗ gonnen. Wie „W. T. B.“ meldet, nahm die Debatte zeit⸗ weise einen sehr erregten Charakter an. Die ländlichen Abge⸗ ordneten sind im allgemeinen gegen jede Wahlrechtsreform und gegen die geheime Wahl im besonderen. Der Staatsminister Dr. von Otto sprach sich namens des Staatsministeriums dahin aus, daß er eine Wahlreform auf Grundlage der Kom⸗ missionsvorschläge für durchaus notwendig und wünschenswert

erachte. Elsaß⸗Lothringen.

Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Landesaussch gab der Staatssekretär Freiherr Zorn von Bulach deFagce teilung des Kaiserlichen Statthalters Grafen von Wedel be⸗ kannt, aus der nach einer Meldung des „W. T. B.“ hervor geht, daß der Abg. Wetterlé dem Unterstaatssekretär Dr. Petri vorige Woche Einsicht gewährt hat in die angebliche Abschrift eines Teiles eines vertraulichen Erlasses, den der Statthalter am 28. September v. J. an das Kaiserliche Ministerium gerichtet hat. In diesem nur durch den groben Vertrauensbruch eines pflichtvergessenen Beamten vermutlich auf anonymem Wege an Wetterlé gelangten Schriftstück sind, wie die Zuschrift des Statthalters feststellt, gewisse tendenziöse geradezu perfide Fälschungen enthalten; so werden z. B. die Landesausschußmitglieder als meist auf niederer Bildungs⸗ und Gesellschaftsstufe stehend bezeichnet und die Sache so dargestellt als ob der Statthalter von den Vertretern des Landesaus⸗ schusses eine abfällige, geringschätzige Meinung hätte. Dem⸗

gegenüber gibt die heufige Huscheift des Statthalters den authentischte, Werumnbümnes Erlasset an die bekannt en, er göZähneder Brandmarkung der verächtlichen Machenschuften, die vas Brandmal der Pflichtverletzung und niederer Gesinnung an der Stirn trügen.

Nach der Rede des Staatssekretärs ergriff der Abg. Wetterlé das Wort und gah zu, daß er von vornherein der Ansicht gewesen sei,

daß es sich um eine Fälschung handle. Er habe aber geglaubt, korrekt zu handeln, wenn er den Interessenten Einsi⸗ 5 1b Zeennfs 8 8 ssenten Einsicht in den Wortlaut der Hierauf brachte der Unterstaatssekretär Köhler den Etat ein, der ungünstiger ist als der des Jahres 1909. Es müssen 4 121 000 durch Anleihe beschafft werden, über eine Million Mark mehr als im Vorjahre. Für die Unter⸗ stützung der Winzer wird eine Vorlage in Aussicht ge⸗ stellt. Auf eine wesentliche Steigerung der Einnahmen sei nicht zu rechnen. Man müsse an die Steuerreform denken mit der allerdings, bevor die Verfassungsvorlage in irgend h Form entschieden sei, das Parlament nicht befaßt werden nne.

Für das Zentrum besprach der Abg. Riecklin in ei

Weise den Etat. Er bedauerte, daß im Reich Hecthender für die elsaß⸗lothringischen Winzer, für die Schiffahrtsabgaben und das Kaligesetz vorhanden sei. Das Bestreben der mittleren Beamten, Reichsbeamte zu werden, zeige, daß die Leut⸗e sich noch immer als Fremdlinge vorkämen. Der Abg. Dr. Wolf (lib.) befaßte sich ausführlich mit der Verfassungsresorm⸗ vorlage im Reichstag und forderte die völlige Autonomie. Wenn auch die Vorlage nicht das Endziel der liberalen Wünsche bringe, so würde sie doch nicht abgelehnt werden, da sie die Erreichung des End⸗ ziels nicht unmöglich mache; doch müsse das Ernennungsrecht des Kaisers etwas eingeschränkt werden. Der Abg. Weber hielt dann

Das Programm wird nach Einsendun Lins g, von 60 im von 80 nach dem Ausland vom Sekretariat versandt.

Aachen, im Februar 1911.

Der Rektor Hertwig.

Preußen. Berlin, 8. Februar.

Seiner Majestät dem Kaiser und König i

Minister der öffentlichen Arbeilen ein Beg isee bon den Verwaltung der öffentlichen Arbeiten in Preußen in den Jahren 1900 bis 1910 im Anschluß an den ähnlichen Verwaltungsbericht vom Jahre 190] erstattet worden Wir behalten uns vor, auf den Inhalt des Berichts im einzelnen zurückzukommen, glauben aber schon jetzt den Aller⸗ böch sten Erlaß Seiner Majestät zur weiteren Kenntni ringen zu sollen, der an den Minister ergangen ist. Er lautet: „Von Ihrem, Mir zum Beginne eines neuen Lebensjahres vor⸗ gelegten Berichte über die Tätigkeit der in Ihrem Ministerium ver⸗ einigten Verwaltungen während des Dezenniums vom 1. April 1900 bis 31. März 1910 habe Ich mit lebhaftem Interesse Kenntnis ge⸗ nommen. Es erfüllt Mich mit besonderer Befriedigung, daß es gelungen ist, den Anforderungen des in außerordentlichem Maße ge⸗ wachsenen Verkehrs auf den Eisenbahnen durch planmäßige Erweite⸗

die ersten Entscheidungskämpfe fübren zu müssen.

eine längere Rede, in der er die Regierung wegen ihrer scharfen Höttechs gegen die einheimische Bevölkerung angriff und ihr Ver⸗ balten gegen den „Souvenir français“ und die „Lorraine s 16 verurteilte. „LC sportive

Oesterreich⸗Ungarn.

Im Heeresausschuß der Ungarischen Delegation der 88 die Beratung des Heeresbudgets begann, führte der Reichskriegsminister Freiherr von Schönaich in Bericht des „W. T. B.“ aus:

„Das vorgelegte Budget bezwecke zunächst die B je Rückständigk iten, an welchen die Wch aunachst dee der Heeresverwaltung, seit Jahren leide. Die geplante Wehrreform werde fünf Gesetze umfassen: das eigentliche Wehrgesetz, das Unter⸗ offizieranstellungsgeset, das Versorgungsgesetz, die Militärstrasprozeß⸗ ordnung und das Pferdestellungsgesetz. Bezüglich des Wehrgesetzes betonte der Minister, daß nicht nur eine Verkürzung der Präsenz⸗ dienstzeit bei dem größten Teile des Heeres auf zwei Zahre, sondern auch eine Reihe von Erleichterungen für die Wehrpflichtigen überhaupt, insbesondere für Längerdienende und Familienerhalter in Aussicht genommen sei. Die mit der Wehr⸗ reform weiter beabsichtigten organisatorischen Maßnahmen beträfen insbesondere die Sanierung der seit langem unzureichenden Bestände und sodann reine Neuformationen. Durch Sanierung der Bestände werde es insbesondere möglich sein, künftighin verläßlich ausgebildete Leute aus den jüngsten Jahrgängen in die Feldformationen einz teilen, wodurch der Heeresleitung die schwere Verantwortung genommen werde, weniger auegebildete Ersatzreservisten schon in

gesehen eine moderne Ausgestaltung der technischen Truppe ei

mehrung der Gebirgs⸗ und schweren 1.“ gene ve artillerie, dann die Bildung besonderer Arbeiterabteilungen zum I der vollen Erhaltung der Bestände der Unterabteilungen und endlih eine Erweiterung der materiellen Ausbildungsmittel sowie au reichende Vermehrung des Ausbildungspersonals, das heiße 8 länger dienenden Unteroffiziere. Für die Durchführung dieses Prn gramms seien vier Jahre in Aussicht genommen, um sowohl se Gefüge des Heeres als auch in finanzieller Hinsicht Erschütterun zu vermeiden. Das gegenwärtige Budget bilde den Vorläufer dich Reform. Er könne nur wünschen und hoffen, daß das Jahr 198 mit der ersten Einstellung der erhöhten Rekrutenziffer das erst „Programmjahr“ sein werde. Die anderen zu der Wehrreform 1 hörenden oben erwähnten Gesetze bezögen sich auf die matericl Besserstellung und Versorgung der Unteroffiziere, auf die Besserung der Versorgung der Offiziere und Mannschaften und ihrer Angehöri n. sowie auf eine rationelle Pferdeergänzung zum Zweck der Erböhen der Schlagfertigkeit der Wehrmacht. Zum Schlusse sprach 8 Minister die Hoffnung aus, daß das Jahr 1911 der unmittelban Vorläufer der langersehnten Periode werde, die endlich die Wieder erstarkung der Wehrmacht ermöglichen solle, damit alle die sange heute leider niedergeschnittenen Reiser wieder sprießen könnfen e den angedorrten, altehrwürdigen Baum zu neuem Ergrünen brächten

Nach längerer Debatte wurde die 2 vertagt. Beratung auf heut⸗

Das österreichische Abgeordnetenhaus 2 . . 8 15 2 at der gestrigen Sitzung in allen Lesungen den Ceseetmun übe he in industriellen Betrieben in der Fassung des Herrenhauses angenommen, wonach das Ge 1. August d. J. in Kraft tritt. 18

Der Budgetausschuß des Abgeordnetenhauset seßte 88 Juli abgebrochene Beratung der Vorlage über die Errichtung einer italienische faänn a⸗ schen Rechts⸗ Wie „W. T. B.“ meldet, rechtfertigte der Abg.

(Slowene) den bisherigen Kampf der Särslawen mit e Haltung der Regierung gegenüber den südslawischen Hochschul. forderungen und beantragte, um dem Ausschusse Gelegenheit zu einen unvoreingenommenen Stellungnahme zu den Ferderungen der Sid⸗ slawen zu geben, zwei Resolutionen. Die eine verlangt die In⸗ erkennung der Studien an der Agramer Universität in Oesterreich die andere vorbereitende Maßnahmen für die baldigste Errichtung einer südslawischen Universität. 8

Großbritannien und Irland.

Der Premierminister Asquith teilte gestern im Unter⸗ hause mit, daß die Regierung nach Beendigung der Adreß⸗ debatte das Haus ersuchen werde, alle Sitzungen bis Ostem den Vorlagen der Regierung zu widmen. (Unter gewöhnlichen Verhältnissen sind die Sitzungen am Dienstag und Mittwoch abend sowie am Freitag den Mitgliedern für die Exörterung von Resolutionen und Anträgen vorbehalten.)

Nach dem Bericht des „W. T. B.“ ergriff hierauf Balfon,

eispiellosen Grunde einen beispiellosen Eingriff i Mitglieder mache. Die Regierung 9g moef Vorschlag nicht zum Zwecke, dringende Finanzvorlagen durchzubringen, sondern um das gesetzgeberische Programm des Jahres in Angriff zu nehmen. e. Jo n Redmond erwiderte, es sei Heuchelei var S. Balfours/ daß er nach seinen Erfahrungen aus zwei Wa hlen von der Parlamentsbill als einer gewöhnlichen gesetzgeberischen Arbeit der Session spreche. Wenn die Regierung nicht unter Zurück⸗ heellung aller anderen Geschäfte jedes Mitiel benutzen würde, um die ö zur gesetzlichen Festlegung zu bringen, würde su WE1. eigenen Anhängern in einem höchst nachteiligen Darauf ließ man den Gegenstand fallen und wandte sich der allgemeinen Adreßdebatte zu, in der vorwiegend Fragen der inneren Politik erörtert wurden. Gegen Ende der Sitzung bat der Unionist George Lloyd um eine erneute Darlegung der Stellung, welche die Regierung bezüglich der Tripel⸗ Entente einnehme, und der Stellung Großbritanniens .“ Persischen Meerbusen.

er Unterstaatssekretär im Auswärtigen Am Wood erwiderte, er sehe nicht ein, aus deh 1— erneuten Erklärungen wünsche. b in dieser Hinsicht keine

die Rechte der

1 ’1 Es sei Aenderung in der Politik der Regierung zu verzeichnen, und es seien keine neuen Umstände bervorgetreten, die eine erneute Darlegung not⸗ wendig machten. Die Vereinbarung, die Rußland mit Deutsch⸗ land zu treffen im Begriff sei, beziehe sich nur auf die Eisenbahnen in der russischen Interessensphäre und berühre die englischen Interessen in Südpersien nicht. Er könne Lloyd versichern, daß Englands Stellung in bezug auf den persischen Golj genau dieselbe sei wie sie immer gewesen. Bezugnehmend auf eine von Aovpd gemachte Ausstellung meinte er, was Demütigendes denn an dem Passus der Thronrede sei, in dem gesagt werde, die Regierung sei besonders darauf bedacht, daß die persische Regierung die sudlichen Straßen sichere, deren Handelsverkehr von großem Interesse für Eng⸗ land sei. Er sehe nichts Demütigendes darin, wenn die Regierung sage, sie sei darauf bedacht, daß die persische Regierung dier selbst tun solle, weil der Zweck⸗ der Entente mit Rußland, deren Bekrästigung, durch die englische Regierung Lloyd gewünscht habe, je gerade der sei, die Integrität Persiens zu bewahren und dafür zu. sorgen, daß keinerlei Zwiespalt zwischen den Interessen Rußlands und Eng gde in Persien egtstehe. Was den Wunsch Lloyds betreffe, daß 8 I uüber Englands Haltung gegenüber allen europälschen Län ern eine aufrichtige Erklärung abgeben solle, so könne er keinen Vorteil sehen, wenn er dies zu tun versuche. Die Ententen Englande seien nicht exklusiver Art und nicht gegen andere Länder gerichtet sondern darauf, ein gemeinsames Vorgehen in der Richtung auf bestimmte Ziele zu sichern. Der Stand sei genau derselbe wie geraume Zeit vorher, eine Schwächung sei nicht eingetreten, die Lage sei befriedigend. Die Regierung sei von der russischen Regierung unterrichtet worden, aber er halte es nicht für ratsam, mncolfrcneig schens über Einzelheiten einzutreten, da die Information Hierauf wurde die Sitzung vertagt.

Im Oberhause fragte in Lord Lamington, ans dil britische russischen über den Gegenstand der 111“ sei 1 die kürzlich zwischen der russischen der 8 eutschen Regierung bezüglich der Entwicklung der Bahnen in der asiatischen Türkei und Per⸗ sien stattgefunden hätten, und wenn dem so sei, erstens, ob die Regierung über die Art der Erörterungen eine Mit⸗ machen könne, zweitens, welches die Haltung Rußlands 1 Frage sei, drittens, ob die britischen Interessen in Mesopotamien und Persien in irgend einer Weise berührt diese Anfrage, die Lord Lamington als ziemlich nüchss G hatte, erwiderte der Viscount Morley obiger „Lord Lamington hätte den Gegenstand nicht nur iemli

wichtig, sondern als sehr wichtig bezeichnen eüngt Ten apa üena sei zum Teil, der Grund, warum seine Antwort kurz und daher ziemlich enttäuschend sein müsse. Die Erörterungen zwischen Deutsch⸗ land und Rußland über diesen Gegenstand seien noch im Fortgang

der gestrigen Sitzung. Regierung von der Erörterungen infor

Weiter seien vor

begriffen, und er sei nicht in der La 8 g1;

6 8 Lage, irgend ärung

über Verhandlungen vertraulicher Art Sge bas 4 1 8

haß Wort und beschwerte sich darüber, daß die Regierung aus einen

abzugeben. Was die Berührung der anlange, die nicht abgeleugnet werden, sagen, ob oder in welcher Ausdehnung sie wohl berührt werden könnten, solange nicht die Verhandlungen zu einem Abkommen geführt hätten. In der Zwischenzeit könne er Lord Lamington nur die Versicherung geben, daß über diese Interessen sorgsam gewacht werde, und daß die russische Regierung über die An⸗ sichten der englischen vollkommen auf dem Laufenden gehalten werde. Lord Lamington fragte darauf, ob die britische Regierung von Rußland von dem Ergebnis dieses Meinungsaustausches zwischen der russisch n. und der deutschen Regierung vollkommen auf dem laufenden gehalten werde. Viscount Morley erwiderte, er könne dem von ihm Gesagten nichts hinzufügen. Er sei gewiß, daß Lord Lamington begreifen werde, daß sehr verwickelte Fragen entstehen könnten. Da die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien, würde es höchst unerwünscht sein, eine Erklärung von so präziser Art abzugeben. Rußland. 8 Das Finanzministerium hat, nach einer Meldung des W. T. B.“, im Ministerrat eine Vorlage, betreffend den Kückkauf der fünfprozentigen Goldrente von 1884 sowie der noch im Umlauf befindlichen fünfprozentigen Obli⸗ gationen der Moskau⸗Jaroslawbahn von 1868, eingebracht, wofür 44 900 000 Rbl. angewiesen werden sollen.

Italien. 8 In der gestrigen Sitzung der Deputiertenkammer dankte der Abg. Pinchia für die sympathischen Worte des Premierministers Asquith im englischen Unterhause aus Anlaß der bevorstehenden Feier des 50. Jahrestages der Schaffung des geeinten Italiens. Der Minister⸗ präsident Luzzatti schloß sich, „W. T. B.“ zufolge, namens der Regierung dem Vorredner an, erinnerte an die alten Bande, die zwischen Italien und England beständen, und schilderte die Verdienste Englands bei der Wiedergeburt Italiens. Der Kammerpräsident Marcora dankte Pinchia dafür, daß er sich zum treuen Dolmetsch der Gesinnung der Kammer gemacht habe, und dankte auch dem Ministerpräsidenten Luzzatti, daß er die Gefühle des ganzen Landes so treffend ausgedrückt habe.

Niederlande. Die Zweite Kammer hat, wie „W. T. B meldet,

wärtigen Regierungen

britischen Interessen so sei es unmöglich zu

8

W

von mir angedeuteten Vorwurf verwahrt; sie hat, wie sie angibt, das Verfahren beschleunigen wollen. Dann hat sie aber einen ganz falschen Weg eingeschlagen, denn die gemeinsame Anklageschrift ist nicht sofort, sondern erst später eingereicht worden.

(Schluß des Blattes.)

In der heutigen (22.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Minister des Innern von Dallwitz beiwohnte, gelangte der Entwurf eines Zweck⸗ verbandsgesetzes für Groß⸗-⸗Berlin zur ersten Beratung. Das Wort nahm zunächst der Minister des Innern von Dallwitz, dessen Rede morgen im Wortlaut wieder⸗ gegeben werden wird. Nach diesem sprachen bis zum Schluß des Blattes die Abgg. von Brandenstein (kons.) und

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung. Bei dem Eisenwerk „Rote Erde“ in Dortmund sind, der „Rh.⸗Westf. Zig.“ zufolge, gestern 120 Arbeiter wegen Lohnstreitig⸗ keiten in den Ausstand getreten. Aus Eilenburg wird der „Köln. Ztg.“ telegraphiert: Um die Deutsche Zelluloidfabrik in ihrem Kampf gegen die freien Gewerkschaften zu unterstützen, haben die Eilenburger Kattun⸗ Manufaktur⸗Aktiengesellschaft und die Luckenwalder Tuch⸗ und Buckskin⸗Aktienfabrik sämtlichen in freien Gewerk⸗ schaften organisierten Arbeitern und Arbeiterinnen gekündigt. Die Arbeitgeber der bayerischen Spiegelglasindustrie haben, wie demselben Blatte aus Nürnberg gemeldet wird, beschlossen, die Forderungen der Arbeitnehmer auf weitere Lohnerhöhungen, die kürzlich in Gegenwart eines Regierungsvertreters festgestellt worden se abzulehnen und über die bisherigen Zugeständnisse nicht hinaus⸗ zugehen. 8 Die Lohnbewegung im Brauereigewerbe Hamburgs ist, wie die „Köln. Ztg.“ erfährt, durch beiderseitige Annahme des neuen Tarifs beendet. b Die Islandfischer in Gravelines sind, wie „W. T. B.“ aus Paris meldet, in den Ausstand getreten, weil ihnen die Reeder den vor der Abfahrt geforderten Vorschuß von 500 Fr. verweigert haben. Ein ähnlicher Zwist ist zwischen den Islandfischern

den Küstenverteidigungsentwurf ohne Debatte den Kommissionen überwiesen, deren Sitzungen heute beginnen.

Amerika.

Der amerikanische Senat hat die im Heeressenat für den Ankauf von Aeroplanen geforderte Summe von 250 000 Dollars auf 125 000 Dollars herabgesetzt.

Nach Meldungen des „W. T. B.“ aus El Paso (Texas) haben die Insurgenten seit dem Gefecht vom Sonntag, in dem sie den Obersten der Bundesarmee Rabago zum Rückzug nötigten, die Stadt Juarez vollkommen um⸗ zingelt und bei Casas Grandes das zum Entsatz der Stadt herbeieilende 18. mexikanische Infanterieregiment auf⸗ gerieben. 1

G

Parlamentarische Nachrichten.

Der Schlußbericht über die gestrige Sitzung des Reichs⸗ tags und der Bericht über die gestrige Sitzung des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Zweiten

Beilage. et

Der Reichstag setzte in der heutigen (122.) Sitzung, welcher der Staatssekretär des Reichsjustizamts Dr. Lisco bei⸗ wohnte, die zweite Lesung der Novelle zum Gerichts⸗ verfassungsgesetz fort. Bei der Abstimmung über den Antrag Dahlem auf Abänderung des bestehenden § 63 dahin, daß die Geschäftsverteilung bei den Landgerichten durch das Präsidium „in gemeinsamer Sitzung“ stattfinden solle, hatte sich gestern die Beschlußunfähig⸗ feit des Reichstags ergeben. In der heute wiederholten Ab⸗ stimmung wurde der Antrag mit geringer Mehrheit ange⸗ nommen; für den Antrag stimmten die Sozialdemokraten, die fortschrittliche Volkspartei, die Polen und die Mehrheit des Zentrums. 1 8 3

In § 61 hat die Kommission den Zusatz vorgeschlagen, wonach die Landgerichte so besetzt sein müssen, daß der Vorsitz in jeder Kammer vom Präsidenten oder von einem Direktor geführt werden kann, soweit nicht aus besonderen Gründen vorübergehend eine Abweichung erforderlich ist.

Wirklicher Geheimer Obercegierungsrat Dr. von Tischendorf führte aus, daß diese Bestimmung eigentlich überflüssig sei, da das Gesetz ohnehin vorschreibe, daß die Gerichte mit der erforderlichen Anzahl von Richtern zu besetzen seien. Jedenfalls könne aus der Formel: „Die Landgerichte müssen so besetzt sein ꝛc.“ kein neue Revisionsgrund hergeleitet werden.

Zu § 62, der nach der Vorlage und den Kommissions⸗ beschlüssen keine Aenderung erfahren soll, haben die Sozial⸗ demokraten folgenden Zusatz beantragt: 8

„Die Geschäftsverteilung muß so geregelt sein, daß die Zu⸗ ständigkeit der Strafkammern nach den Anfangsbuchstaben des Namens der Angeklagten und bei mehreren Angeklagten nach dem Anfangsbuchstaben des Namens des ältesten Angeklagten bestimmt ist. Maßgebend ist der Zeitpunkt der Einreichung der Anklageschrift. Für nachträglich verbundene Strafsachen bestimmt sich von der Ver⸗ bindung an die Zuständigkeit so, als wenn sie von vornherein als eine einheitliche Anklage erhoben wäre.“

Abg. Heine (Soz.): Nachdem unser Antrag, die Geschäftsver⸗ teilung durch das Plenum stattfinden zu lassen, abgelehnt ist, müssen wir auf Kautelen für eine loyale Geschäftsverteilung bedacht sein. Es muß der Möglichkeit, wie sie früher in der siebenten Deputation des Berliner Stadtgerichts zum Ausdruck kam, alle politischen Prozesse vor eine der Verwaltung besonders genehme Kammer zu beingen, ein Riegel vorgeschoben werden. Wir haben in den 90er Jahren die bekannte Brausewetter⸗Kammer gehabt, dessen Schneidigkeit sich späterhin als auf einem lange verborgen gebliebenen Wahnsinn beruhend herausstellte, vor die auch der Gummischlauch⸗ prozeß und andere Prozesse zum Teil durch nachträgliche Um⸗ nennung gebracht worden sind. Dann hat sich die vierte Kammer unter dem Landgerichtsdirektor Oppermann gewisse Berühmtheit erworben. Obwohl das neuerdings Abhilfe zu schaffen versucht hat in den letzten politischen Prozessen, spezl Prozeß. eine solche nachträgliche Umnennung erfolgt, die Staatsanwaltschaft sich einen bestimmten Richter suchte, vor den der ganze Prozeß zu kommen hatte.

ist, doch ell in dem

vorbeugen. nach dem

unter diesem Gesichtspunkte Landgerichtspräsidium noch gerade

Moabiter womit

aus⸗ Daß sich die Staatsanwaltschaft diesmal in ihrer Annahme getäuscht hat, ist ja bekannt. Für alle Fälle wollen wir solchen Mißständen und Schiebungen

Wir schlagen bei mehreren Angeklagten die Rubrizierung Alter vor, nicht, wie es das Berliner Landgericht 1 macht,

Dünkirchens und den dortigen Reedern ausgebrochen.

Der Betrieb der Straßenbahnen in Athen, der seit einigen Tagen wegen Ausstand rubte, ist, wie „W. T. B.“ meldet, auf fünf Linien unter militärischem Schutz wieder aufgenommen worden. (Vergl. Nr. 33 d. Bl.)

(Weitere „Statistische Nachrichten“ s. i. d. Zweiten Beilage.)

Kunst und Wissenschaft.

Ueber Erdbeben während des Monats Juni 1910 ent⸗ nehmen wir dem aussührlichen Bericht der Kaiserlichen Hauptstation für Erdbebenforschung in Straßburg nachstehende wichtigere Daten: Von den ca. 120 bisher bekannt gewordenen Beben des Berichts⸗ monats waren nur wenige von besonderer Bedeutung. So brachte der 5. kurz nach Mitternacht ein ziemlich starkes Beben für die Ge⸗ biete in der Nordostecke des Genfer Sees (Schweiz), das zu Clarens einen Mauerriß verursachte; auf dem See selbst wurde bei dieser Gelegenheit eine sich vom Ufer entfernende Welle beobachtet. Ein zerstörendes Beben in Unteritalien fand in der Frühe des Morgens am 7. statt, welches an allen Seismometerstationen Europas ganz ausgeprägt aufgezeichnet wurde. Das Schüttergebiet dieses Bebens reichte vom Golf von Neapel bis zum Golf von Manfredonia an der adriatischen Küste, wo allenthalben noch der 5. Stärkegrad festzustellen war; im Norden zeigen den 4.—5. Grad die Städte Isernia, Campobasso, Torre Maggiore und S. Severo, im Süden Potenza den 5.— 6. und Picerno den 6.—7. Innerhalb dieser Fläche heben sich zwei von einander getrennte Gebiete beraus, in denen die Wirkungen des Bebens zerstörend waren. Wohl am stärksten waren die Verheerungen in der kleinen, etwa 8000 Ein⸗ wohner zählenden Stadt Calitri. Dort sind einige dreißig Häuser eingestürzt, während viele andere mehr oder weniger haben. Etwa 20 Menschen sollen dabei das Lebeu verloren haben, wozu sich noch zahlreiche Verwundete gesellen. Bemerkenswert ist auch ein Beben im ganzen Tale von San José in Californien am 9., das vom Vertikalseismographen am Santa Clara College auf- gezeichnet wurde. Vom 14. sei erwähnt ein Beben auf der Marianeninsel Rota, von der häufiger Beben bekannt werden, seitdem auf Antrag der Kaiserlichen Hauptstation durch das Kapuzinerkloster in Königshofen bei Straßburg im Marianen⸗ und Karolinen⸗Archipel ein seismischer Beobachtungsdienst eingerichtet worden ist. Am 15. fanden einige Nachbeben der Katastrophe vom verflossenen Monat in Costa Rica (Mittelamerika) statt, die lediglich in Heredia einige Häuser leicht in Mitleidenschaft zogen; bei dieser Gelegenheit soll der Vulkan Poas, der in seinem Krater einen durch zeit⸗ weiliges Aufwallen interessanten See besitzt, mehrfache Eruptionen dichter Massen gezeigt haben. Südspanien wurde am 16. von einem stärkeren Beben betroffen, das an allen europäischen Erd⸗ bebenstationen verzeichnet wurde. Anscheinend um genau dieselbe Zeit melden die algerischen Städte Nemours und Oran ein Beben, das auch in Marokko verspürt worden sein soll, infolgedessen man bis auf weiteres die Zusammengehörigkeit dieser Beben an⸗ zunehmen geneigt ist. Der 24. brachte ein zerstörendes Erdbeben in Algerien. Die instrumentellen Außß dieses Bebens waren so stark, daß in Straßburg die eine Schreibfeder des Seismo raphen fortgeschleudert wurde. Wie den Berichten zu entnehmen ist, hat das Beben seinen Ausgang im Tellatlas westlich von Aumale, im Dira⸗ gebirge, genommen. Am stärksten scheint das Beben in der Gegend von Masqueray gewesen zu sein, wo große Felsstürze vom Gebirge niedergingen und nicht unerheblichen Schaden anrichteten. Am meisten gelitten hat der Duar El Euch in der Commune Tablat; dort gab es infolge der zahlreichen Häusereinstürze über ein Dutzend Tote.

Land⸗ und Forstwirtschaft.

Verschaffung von Pachtland für Eisenbahnarbeiter in Preußen.

In Würdigung der Bedeutung, die ein Stückchen Land zu eigener Bewirtschaftung für den Haushalt des Arbeiters besitzt, hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten in einem neuerlichen Erlaß Weisungen und Ratschläge ergehen lassen, die darauf abzielen, den Eisenbahnarbeitern in erweitertem Umfange zu⸗Pachtland zu ver⸗ helfen. Der Erlaß lautet: 3

„Für die Lebenshaltung der Arbeiter ist es von großem Nutzen, wenn sie ein Stück Land zur Bewirtschaftung pachten können. Es ist deshalb den Wünschen der Arbeiter auf Verpachtung von eisen⸗ bahnfiskalischem Gelände nach Möglichkeit zu entsprechen. Soweit folches Gelände nicht zur Verfügung steht, lege ich es den Königlichen Eisenbahndirektionen nahe, den Arbeitern eine andere Landpachtung zu vermitteln und zu erleichtern, wo sich gänstige Gelegenheit bietet. Vor allem wird es sich um solche Arbeiter handeln, die nach dem Stande ihrer Familien einerseits der Landbenutzung be⸗ dürftig sind, anderseits die Bearbeitung des Landes durch Familienmitglieder besorgen können, ohne selbst dem Interesse des Dienstes entzogen zu werden. Wie die Gelegenheit im einzelnen Falle zu finden sei, muß der sorgfältigen Prüfung der Königlichen Eisen⸗

nehmende Grundbesitzer nicht mehr in früherer Weise verwerten kann. Auch wird sich beim Grunderwerbe, falls derartige Trennstücke nicht bei einer Enteignung ohnehin miterworben werden müssen und dann Dispositionsland werden, die Möglichkeit bieten, den Eigentümer zur Verpachtung von Flächen zu be⸗ stimmen, die für ihn unwichtig geworden sind. Namentlich werden entbehrliche Stücke benachbarter Staatsdomänen gewählt werden können. Die Königlichen Eisenbahndirektionen wollen daher in geeigneten Fällen mit den Königlichen Regierungen behufs Ueber⸗ lassung von Grund und Boden in Verbindung treten. Sollten die Verhandlungen mit dliesen Behörden zu einem Ergebnis nicht führen, so sehe ich einem Berichte entgegen, um mich mit dem Herrn Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Verbindung setzen zu können.“ (Mitteilungen der Zentralstelle der preußischen Landwirt⸗ schaftskammern.)

1“

Die Reihe der alljährlich im Februar in Berlin stattfindenden Veranstaltungen der landwirtschaftlichen Körperschaften wurde gestern durch die XXVIII. Konferenz der Vorstände der preußischen Landwirtschaftskammern eingeleitet. Anwesend waren der Landwirtschaftsminister und mehrere Räte des Landwirtschafts⸗ und des Finanzministeriums, außerdem insgesamt 52 Vertreter der 1I“ Landwirtschaftskammern sowie Vertreter einiger weiterer Korpo⸗ rationen. Den Vorsitz führte der Vorsitzende der Zentralstelle der preußischen Landwirtschaftskammern, Rittergutsbesitzer Dr. Graf von Schwerin⸗Löwitz. Die Verhandlungen waren vertraulich und wurden heute fortgeführt.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Aus dem Sanitätsbericht über die Königlich preußische Armee, das XII. und XIX. (1. und 2. Königlich sächsische) und das XIII. (Königlich württembergische) Armeekorps sowie über das Kaiserliche ostasiatische Detachement für den Zeitraum vom 1. 1 1907 bis 30. September 1908.

Am 1. Oktober 1907 befanden sich bei den in der Ueberschrift bezeichneten 20 Armeckorps 6858 Kranke in militärzärztlicher Be⸗ handlung. Bei einer Durchschnittsstärke von 540 790 Unteroffizieren und Mannschasten (einschließlich von 11 037 Einjährigfreiwilligen und 16 850 eingezogenen Mannschaften des Beurlaubtenstandes) gingen im Berichtsjahre 318 217 Kranke zu = 58,84 % der Iststärke gegen 60,15 % im Vorjahre. Diese Abnahme ist angeblich bedingt durch das seltenere Auftreten von Erkrankungen der Atmungsorgane. Von den neu zugekommenen Kranken sind 102 589 im Lazarett, 188 191 im Revier und 27 437 im Lazarett und Revier behandelt worden. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug Lazarett 24,9, im Revier 7,8, im ganzen 14,9 Behandlungs⸗ tage. Der tägliche Krankenbestand stellte sich auf 24,5 % der Kopfstärke, im Vorjahr auf 25,1 %. Von den 318 031 in Abgang gekommenen Kranken waren 299 023 wieder dienstfähig, 670 waren gestorben und 18 338 anderweitig abgegangen. Im Laufe des Jahres erkrankten (starben“) an „übertragbaren“ und sonstigen „allgemeinen Krankheiten 15 625 (254 + 2), davon 1 (—) an Pocken, 7(—) an Windpocken, 401 (10) an Scharlach, 329 (— an Masern, 487 (—) an übertragbarer Ohrspeicheldrüsenentzündung, 27 (5) an Diphtherie einschl. Krupp, 1 (—) an Milzbrand, 381 (3) an Rose, 37 (26) sonst an Wundinfektionskrankheiten, 37 (1) an Weilscher Krankheit, 270 (34) an Typhus, 36 (—) an Wechselfieber, 7156 (5) an Grippe, 958 (104 + 2) an Tuberkulose, 167 (2) an Ruhr, 47 (27) an epidemischer Genickstarre, 165 (1) an anderen über⸗ tragbaren Krankheiten, darunter 1 an Aphthenseuche und 5 an Strahlenpilzerkrankung, ferner 3474 (7) an akutem Gelenkrheumatismus und 207 (1) an chronischem Gelenkrheumatismus. Fleck⸗ und Rück⸗ fallsieber sowie asiatische und heimische Cholera sind während der Berichtszeit nicht aufgetreten. Hinsichtlich der 7156 Fälle von Grippe sei bemerkt, daß im Vergleich zum Vorjahr die; ugangszahl solcher Kranken um 364 abgenommen hat. Die höchsten Erkrankungs⸗ ziffern wiesen im Berichtsjahr wieder die Monate Januar, Februar und März auf. Infolge n Vergiftungen kamen 190 Kranke in Zugang (gestorben sind 4, darunter 1 durch Ver⸗ unglückung), davon 69 (1) wegen Alkoholismus, 6 (—) wegen Gas⸗ vergiftung, 100 (2) wegen Vergiftung durch Nahrungsmittel, 15 (1 durch Verunglückung) wegen anderweitiger Vergiftungen. Es erkrankten (starben) ferner an Hitzschlag 102 (7), an bösartigen Ge⸗ schwülsten 31 (9), darunter 18 an Sarkom und 7 an Krebs, ferner an Krankheiten des Nervensystems 4011 (56 + 5), davon 686 (4) an Geisteskrankheiten oder geistiger Beschränktheit, an Krankheiten der Atmungsorgane 41 318 (141 + 4), an Krankbeiten der Kreislaufs⸗ organe und des Blutes 6635 (17 + 15), an Krankheiten der Ernährungs⸗ organe 43 924 (88 + 2), an Krankheiten der Harn⸗ und Geschlechts⸗ organe, ausschl. der venerischen, 3162 (18 + 2). Mit venerischen Krankheiten gingen 10 198 zu, das sind 18,9 % der Kopfstärke (im Vorjahre 19,1 %), davon entfielen auf Tripper und dessen Folge⸗ zustände 6584, auf weichen Schanker und Bubo 1240, auf Syphilis 2374. Das XIII. Armeekorps hatte wieder den geringsten Zugan andererseits den stärksten das XII. Von der Gesamtzahl der Sene Erkrankten wurden 9462 wieder dienstfähig, 714 kamen anderweitig in Abgang, gestorben ist 1. Auf jeden dieser Kranken entfielen durch⸗ schnittlich 38,3 Behandlungstage. In der englischen, österreichischen und französischen Armee betrugen die für solche Kranke errechneten Zugangsziffern während des Berichtsjahrs 1907/08 bezw. 1907: 71,9 54,2 und 31,8 % der Kopfstärke; für die italienische Armee ist die Zugangsziffer für 1907 noch nicht bekannt, während der Jahre 1896 bis 1900 betrug sie durchschnittlich 94,0 %0.

Es kamen ferner in Zugang (starben) mit Augenkrankheiten 6982 (—), mit Ohrenkrankheiten 6199 (3), mit Krankheiten der äußeren Bedeckungen 68 612 (9), mit Krankheiten der Bewegungs⸗ organe 34 121 (4), mit mechanischen Verletzungen 71 982 (52).

Außerhalb militärärztlicher Behandlung starben im ganzen 328 Mann, und zwar an Krankheiten 30, infolge eines Unglücks⸗ falls 90 und durch Selbstmord 208, außerdem starben von den militär⸗ ärztlich behandelten Mannschaften infolge eines Selbstmordversuchs 30 und an den Folgen eines Unglücksfalls 58.

Von den eingangs erwähnten 18 338 Mannschaften, die „ander⸗ weitig“ aus der militärärztlichen Behandlung ausschieden, wurden 290 in die Heimat beurlaubt, 4386 in Kurorte oder Genesungsheime ge⸗ schickt, 8 den Zivilbehörden, 15 den Irrenanstalten überwiesen, ferner 4883 als dienstunbrauchbar entlassen davon 4301 wegen Leiden, die schon vor der Einstellung in den Militärdienst be⸗ standen hatten —; 3405 Unteroffiziere und Mannschaften schieden als unfähig zum Feld⸗ und Garnisondienst mit Versorgung aus, 4989 wurden nach Einleitung des Dienstunbrauchbarkeits⸗ oder Ver⸗ sorgungsverfahrens als nicht mehr dienstfähig zur Truppe entlassen, 362 wurden aus anderen Gründen in Abgang gebracht.

Das ostasiatische Detachement hatte im Berichtsjahr eine Durchschnittsstärke von 753 Mann. Der Zugang an Kranken betrug 630 (gegen 596 im Vorjahr), d. s. 83,67 % der Kopfstärke; davon wurden 329 im Lazarett und 301 im Revier behandelt. Der süimnah auffallend hohe Zugang war durch Krankheiten der Blut⸗ und Lymph⸗ gefäße, einschl. des Herzens, und durch Leiden der Ernährungsorgane bedingt. Erkrankt waren u. a. 146 Mann an venerischen Krankheiten. 59 an Krankheiten des Magens und des Darmes, 17 an Ruhr und 17 an Wechselfieber. Von den 8 Todesfällen waren verursacht durch Krankheiten 3, und zwar je 1 durch Ruhr, Hirnhautentzündung und durch einen Eiterherd in der Leber, ferner durch Verunglückung 4 und

durch Selbstmord 1.

*) Die außerhalb der militärärztlichen Bebandlung Gestorbenen sind nachstehend hinzugerechnet und durch Vorsetzung eines + Zeichens

bahndirektionen und der Amtsvorstände überlassen werden. Es können

nach dem Hauptangeklagten, denn das ist keine ganz objektive Norm. hat sich ja in dem Moabiter Fall gegen den

Die Staatsanwaltschaft

vM

sich z. B. bei Anschlußanlagen Trennstücke ergeben, die der anschluß⸗