1911 / 85 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 08 Apr 1911 18:00:01 GMT) scan diff

Auf Grund des § 75a Abs. 4 des Krankenversicherungs⸗ gesetzes in der Fassung vom 10. April 1892 (Reichsgesetzbl. S. 379) wird die durch Nr. 233 des „Reichsanzeigers“ vom 2. Oktober 1909 bekannt gemachte Bescheinigung, wonach die Krankenkasse Germania (E. H.) in Güstrow, vorbehalt⸗ lich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des § 75 a. a. O. genügt, widerrufen.

Berlin, den 4. April 1911.

8 Der Reichskanzler. Im Auftrage: Caspar.

Bekanntmachung.

Der Herr Reichskanzler hat durch Erlaß vom 28. März 1911 die von der 12. ordentlichen Generalversammlung der Providentia (österreichische), allgemeine Ver⸗ sicherungsgesellschaft in Wien, am 16. Juni 1910 be⸗ schlossene Abänderung der Gesellschaftsstatuten genehmigt.

Die Statutenänderungen betreffen, abgesehen von Ver⸗ besserungen in der Fassung und Anordnung, die Verwendung der „außerordentlichen Schadenreserve“.

Berlin, den 7. April 1911. Deas Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung.

In Vertretung:;

Klehmet.

1

Bekanntmach .““ über die Einfuhr von Schlachtrindvieh, Schlacht⸗ schafen und Schlachtschweinen aus Hesterreich⸗Ungarn.

I. Die mit Bekanntmachung vom 12. Oktober 1910 (G.⸗V.⸗Bl. S. 967) getroffene Verfügung wird auf das ungarische Sperrgebiet Nr. 41 ausgedehnt.

II. Das Verbot der Einfuhr von Schlachtrindern, Schlacht⸗ schafen und Schlachtschweinen aus den ungarischen Sperr⸗

gebieten Nr. 30, 4, 27, 48 und 16 (Bekanntmachungen vom

28. Oktober, 3., 22. November und 1. Dezember 1910 G.⸗V.⸗Bl. 1910 S. 1016, 1022, 1075, 1111 —) wird aufgehoben.

München, den 4. April 1911.

Königlich bayerisches Staatsministerium des Innern.

Ministerialrat Henle. 8

3 Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 15 des Reichsgesetzblatts enthält unter Nr. 3865 die Bekanntmachung, betreffend Bestimmungen zur Ausführung des Gesetzes über den Absatz von Kalisalzen, vom 5. April 1911. Berlin W., den 7. April 1911. Kaiserliches Postzeitungsamt. . 1““ 8 8 8 ““ Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 16 des Reichsgesetzblatts enthält unter

Nr. 3866 das Gesetz, betreffend die Feststellung des Reichs⸗ haushaltsetats für das Rechnungsjahr 1911, vom 7. April

1911, und unter Nr. 3867 das Gesetz, betreffend die Feststellung des Haus⸗ haltsetats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahrl911, vom 7. April 1911. 11“ Berlin W., den 7. April 1911. sMNaiserliches Postzeitungsamt. Krüer. Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 17 des Reichsgesetzblatts enthält unter Nr. 3868 die Bekanntmachung, betreffend die im Anschluß an das Haager Abkommen über den Zivilprozeß vom 17. Juli 1905 von Deutschland mit Frankreich zur weiteren Verein⸗ fachung des Rechtshilfeverkehrs getroffene Vereinbarung, vom ., den 8. April 1911. Kaiserliches Postzeitungsamt. Krüer. 3

dem Kreisarzt, kalden den Charakter

infolge Minden i. W. assessor Dr. Karl Dieckmann

als Medizinalrat zu verleihen und

in Rathenow als

Justizministerium.

in Berlin dem Amtsrichter Dr. Frank in Freienwalde a. gesuchte Entlassung aus dem Justizdienst erteilt.

bei Celle nach Celle,

Gnesen und Dr. Lönnies in Marienwerder als

und Spamer in Kiel als Landrichter an das daselbst. Elberfeld angewiesen.

Zu Notaren sind ernannt: bach in Schöneberg bei Berlin, Wolters in Gladbeck, in Schleswig.

In der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: anwälte Geheimer Justizrat Allenstein, Justizrat Hermann Levysohn bei in Berlin, Stiehl bei dem Landgericht bei dem Amtsgericht in Springe und Dr. Amtsgericht in Minden i. W.

Mit der Löschung des Rechtsanwalts Springe in der Rechtsanwaltsliste ist zugleich Notar erloschen.

In die Liste der Rechtsanwälte Rechtsanwalt Dr. Sebba aus Tilsit

in Koblenz,

Schwartze

bei dem

maifeld bei dem Amtsgericht daselbst, Friedrich Schmidt bei dem i. Schl., Dr. Emmerich Dr. Kleinsorge bei dem Amtsgericht bei dem Amtsgericht in Recklinghausen, Amtsgericht in Merseburg und

Dr. Schiffer bei dem Amtsgericht in Viersen.

Amtsgericht

Dr. Gum

Rechtsanwalt

und Notar, Justizrat Kitzel gestorben.

8 Ministerium für Handel und Gewerbe.

Bei dem Knappschaftsschiedsgericht in juristische Hilfsarbeiter bei dem Königlichen Breslau, Berginspektor Dr. Wittus Vorsitzenden ernannt worden. .”

Ministertum der geistlichen und Unterrichts 1 angelegenheiten.

Universität Königsberg Dr. Karl Klieneberger Prädikat Professor beigelegt worden. 1“ 11“

8* 6 8 Ministerium des Innern.

Hünfeld ist des Kreisarztbezirks Kreis Herrschaft Schmalkalden, Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung Kreis Rummelsburg beauftragt worden.

Abgereist:

brück, mit dreiwöchigem Urlaub nach Süddeutschland.

Personalveränderungen. b

Königlich Preußische Armee.

Beamte der Militärverwaltung.

Durch Verfügung der Feldzeugmeisterei. Lawrenz, Betriebsmeister der Art. Werkstatt Danzig, zum Betriebs⸗

1. April.

obermeister, Weber, Betriebsmeisterdiätar bei Straßburg i. E., zum Betriebsmeister, ernannt.

der Art. Werkstatt mit dem 1. April 1911

Königlich Sächsische Armee.

Offiziere, Fähnriche usw. 30. März. Feulner, Fähnr. im 2. Trainbat. Nr. 19, zur Res. beurlaubt.

Beamte der Militärverwaltung.

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 23. März. Reißig, Proviantmeister in Bautzen, auf seinen Antrag unterm 1. Juli d. J. mit Pension in den Ruhestand versetzt.

24. März. Neuhäußer, Rechnungsrat, Oberzahlmstr. im 8. Inf. Regt. Prinz Johann Georg Nr. 107, auf seinen Antrag unterm 1. Juli d. J. mit Pension in den Ruhestand versetzt.

Königreich Prenßen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: nachbenannten Beamten des Ministeriums für Landwirt⸗ schaft, Domänen und Forsten, nämlich: dem Geheimen expe⸗ dierenden Sekretär und Kalkulator, Rechnungsrat Priefer den Charakter als Geheimer Rechnungsrat und dem Geheimen erxpedierenden Sekretär und Kalkulator Körner den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Alleronädigst geruht:

den ordentlichen Professor an der Universität in Bonn Winfried Philipp Englert zum Stiftsherrn bei dem Kollegiat⸗

1“

Sanitätsrat Dr. Matzdorff in Schmal⸗

der von der Stadtverordnetenversammlung zu getroffenen Wahl den bisherigen Magistrats⸗ besoldeten Beigeordneten (Zweiten Bürgermeister) der Stadt Minden i. W. für die gesetzliche Amtsdauer von zwölf Jahren zu bestätigen.

Dem Landgerichtsrat Dr. Al tmann vom Landgericht III ist die nachgesuchte Dienstentlassung mit Pension, O. die nach⸗

Versetzt sind: der Amtsgerichtsrat Meyersburg in Bergen der Amtsgerichtsrat Engelhardt in Bockenem nach Norden, der Landrichter Meyerhoff in Köslin an das Landgericht I in Berlin, die Amtsrichter: Kleine in Landrichter an das Landgericht III in Berlin, Wichmann in Kerpen nach Duisburg, Wentrup in Vreden als Landrichter nach Münster

Landgericht Dem Notar Hersing in Baumholder ist der Amtssitz in

die Rechtsanwälte Dr. Auer⸗ 8 Metger in Templin, Dr. Amtsgerichtsbezirk Buer, und M uhl

die Rechts⸗ Siehr bei dem Landgericht in dem Landgericht I Schwartze Prang bei dem

te in sein Amt als

sind eingetragen: der Oberlandes⸗ gericht in Königsberg i. Pr., der Notar Fischer in Münster⸗ die Gerichtsassessoren Dr. von der Trenck bei dem Landgericht in Potsdam, Dr. in Münsterberg bei dem Amtsgericht in Lobberich, in Herne, Bertling . 3 bei dem der frühere Gerichtsassessor

Der Amtsgerichtsrat Hildebrand in Euskirchen und der in Görlitz sind

Breslau ist der Oberbergamt in zum stellvertretenden

Dem Privatdozenten in der medizinischen Fakultät e. ist das

Der Kreisassistenzarzt, Sanitätsrat Dr. Matzdorff aus zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung

der Kreisassistenzarzt Dr. Reven storf in Breslau ist zum des Kreisarztbezirks

der Staatssekretär des Innern, Staatsminister Dr. Del⸗

ANichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 8. April. Der Bundesrat versammelte sich heute zu einer Plenar⸗

4

Zwischen Preußen und Anhalt ist, „W. T. B.“ zufolge, am 5. d. M. ein Staatsvertrag wegen Herstellung einer Eisenbahn von Wiesenburg nach Roßlau abgeschlossen worden. Hierdurch wird die Hauptstadt von Anhalt, Dessau, die langersehnte bessere Verbindung mit Berlin erhalten.

8

Das Königliche Finanzministerium ist von einem neuen schweren Verluste betroffen worden. Am 7. April d. J. starb der vortragende Rat und Präsident der Generallotteriedirektien, Wirkliche Geheime Oberfinanzrat Emil Bonnenberg. Geboren am 1. Juni 1854 wurde der Entschlafene am 24. Februar 1881 Gerichtsassessor, trat in dem⸗ selben Jahre als Regierungsassessor zur Verwaltung der indirekten Steuern über und wurde am 1. Mai 1884 um Mitgliede der Prooinzialsteuerdirektion in Cöln ernannt. Zum 1. November 1886 wurde Bonnenberg zur Provinzialsteuer⸗ direktion in Stettin versetzt, und nachdem er am 11. De⸗ zember 1887 die Stelle eines Regierungsrats bei der Provinzialsteuerdirektion „in Berlin erhalten hatte, am 1. Juli 1895 als Hilfsarbeiter in das Finanzministerium berufen. Durch Allerhöchste Bestallung vom 2. Dezember 1895 wurde er hier zum Geheimen Finanzrat und vortragenden Rat, am 18. Mai 1899 zum Geheimen Oberfinanzrat und am

stift in Aachen zu ernennen, 8

17. August 1910 zum

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Wirklichen Geheimen Oberfinanzrat mit

dem Range der Räte erster Klasse ernannt. kleidete Bonnenberg seit des Justiziars bei der und Ausgezeichnet durch hohe nisse hat Bonnenberg in all

unermüdlichem Dienste verleihungen mon preußischen Orden wurde ihm im Jahre i

Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub verliehen; ländischen Orden besaß St. Stanislausorden zweiter Klasse mit dem Stern, das Komtur⸗ kreuz mit dem Stern des d und das Kommandeurkreuz erster Klasse des schwedischen N sternordens. Bonnenberg durch die Lauterkeit seines Charakters, die nehmheit seiner Gesinnung

erworben, die ihn kannten. betrauert den .

auf das schmerzlichste und wird treues ehrendes Gedächtnis

Planet“ von Tann“ „Gneisenau“ von Taku, Miyajima (Japan) Wutschau (Westfluß) in See gegangen.

Gesetzentwurf über den Urhebersch

Buxton im Laufe der Zweck, das bestehende ergänzen und es in Einklang zu bringen mir den Berliner Konvention vom

Autors. Privilegien, der die englischen enigen Länder ausgedehnt werden können, prechende Vorteile einräumen.

wärtige

reichs trotz des befest

Uebertreibung, zu sprechen. Frankreich stark in der Welt dastehe. schwieri Maßnahmen getroffen werden, die notwendig seien, um die Sicherheit der Europäer und insbesondere der eigenen Landsleute zu gewährleisten. Der Minister erinnerte daran, hause erklärt hatte, und Rußland in keiner Weise durch die freundschaftlichen Verhandlungen in Potsdam berührt worden seien, gleichfalls sagen, ja ich muß französisch⸗rus sische Bundnis intakt bleiben wird und daß es immer unsere auswärtige Politik beherrscht, wie es die des verbündeten Reichs bestimmt. darüber nicht täuschen. der Kaiser Nikolaus lauchter Vater für

rungenschaften

und ich bin überzeugt, selben Gefühle und dieselben Bemühungen

bracht habe.

einkommen mit England bisher und bei sehr wichtigen Gelegen⸗ heuen nicht eine befriedigende Lösung in

bereit,

Gemeinsamkeit in positiven

auswärtigen Politik. tribüne aus viel gesprochen von der Rede des deutschen Reichskanzlers von Bethmann daraus zu zitieren: über die Politik, die es seit vierzig abzugeben. was der Kanzler von Deutschland gesagt hat, läßt sich auch auf die

zwischen

Willen vorgehen. einander entgegengesetzt sein sollten, mit fester Loyalität und im Geiste der Gerechtigkeit wahrnehmen, wodurch, wie ich glaube, gefährliche Mißverständnisse vermieden werden. Tene lesn jahrhundertelangen Traditionen bringen wir der Auf⸗ haltung Integrität in unseren Augen ein wesentliches Element des politischen Gleichgewichts stützung dar. die ottomanische und ich sehe keinen

Daneben dem 1. September 1901 die . r Königlichen Generallotteriedirekt wurde am 24. Juli 1909 zu deren Präsidenten ernanmt Geistesgaben und reiche Kenmt

en von ihm bekleideten Stellunge und noch bis in die letzten Leidenene Streben dem Vaterlande hervorragent⸗ geleistet, die auch durch zahlreiche Ordenz⸗ ihre äußere Anerkennung gefunden haben rde 1905 der König. zweiter Klasse und im Jahre 1908 der Rot

an

Russiche

ernstem

e Kronenorden er unter anderen den

österreichischen Franz⸗Josephs⸗Ordens 4 Nord⸗ Wirken ha und seine stets gleichbleibenn benswürdigkeit sich die Zuneigung und Liebe aller 8 kann Die preußische Finanzverwaltun rühzeitigen Tod dieses hochbegabten Beamten ihm für alle Zukunft ein bewahren.

Auch in seinem außerdienstlichen

1

„W. T. B.“ sind gestern S. M. S. von Conakry (Französisch⸗Guinea), S. M. S. Brisbane (Westaustralien), S. M. S. .d von Bahia Blanca (Argentinien), S. M. S. S. M. S. Nürnberg“ von und S. M. Flußkbt. „Tsingtau“ von

Laut Meldung des ber“

S. M. Flußkbt. „Vaterland*

. F. 2 ist vorgestern in Tatung Nangtse eingetroffen.

Großbritannien und Irland.

Das Unterhaus hat gestern in zweiter Lesung den utz angenommen.

Nach dem Bericht des „W. T. B. führte der Handel-eminister Beratung aus, der Gesetzentwurf habe den Gesetz für Urheberschutz zu vereinfachen und zu Abmachungen der Jahre 1908.

Die Dauer des Urheberschutzes für Bücher ist festgesetzt die Lebenszeit und fünfzig Jahre nach dem Tode des Es ist in der Gesetzvorlage vorgesehen, daß die vollen Autoren sich erfreuen, auf die⸗ die England ent⸗

Frankreich.

Im Senat wurde gestern die Besprechung über die aus⸗ Politik fortgesetzt.

Der Minister des Auswärtigen Cruppi führte nach dem Be⸗ des „W. T. B.“ aus, daß die auswärtige Politik Frank⸗ 1 Wechsels der Minister ihre Stetigkeit bewahre dadurch in hohem Maße die Sicherheit und Größe des Landes tige. Als er die Geschäfte des Landes übernommwen hätte, die Lage Frankreichs vom Gesichtspunk e der auswärtigen tik gewisse Schwierigkeiten geboten, aber es wäre starke von Beklemmungen oder selbst von Besorgnissen Sein höchstes Streben werde darauf gerichtet stin, daß Wenn die Lage in Fes werden sollte, so würden im Rahmen der Algecirasakte alle

daran, daß der Staatssekretär Grey im Unter⸗ daß die herzlichen Beziehungen zwischen England

en, und fuhr dann fort: „Ich kann sogar offen und frei erklären, daß das

Die französische öffentliche Meinung darf sich Ich bin verpflichtet zu erklären, daß von denselben Gefühlen beseelt ist, die sein er⸗ Frankreich gehegt hat. Ich kann hier meinen

Ribot und Freycinet sagen, daß die Er⸗ des großen patriotischen Jahres, die sie erzielten,

unangetastet sind. Der glückliche Erfolg der Reklamationen

n Vorgängern

Rußlands in Peking zerlaubt unserem Verbündeten, sich aufmerksam den Angelegenbeiten in Europa zu widmen. bestehen und sich entwickeln kann,

Damit das Bündnis muß es in gemeinsamer Arkeit sich Tage herzlicher und enger zeigen. Ich werde alles tun, daß ich auf seiten unseres Verbündeten die⸗ r 1 vorfinden werde, damit war gestern sehr überrascht, als ich davon man die entente cordiale zustande ge⸗ man sagen oder denken, daß unsere Ueber⸗

jedem

so sei. hörte,

wie Kann

- Fragen gebracht hätten, ie lange in der Schwebe geblieben wären? Nein, nein! Ich be⸗ nich auf die Erinnerung aller: dies ist nicht wahr! Wir sind in demselben Geiste neue Fragen zu lösen, deren Regelung den sierten Ländern gegenseitige Vorteile bringen würde. Wenn die

der Interessen sich so zwischen zwei Nationen bestätigt Fragen, kann man gewiß sein, daß sie befreundet verbunden bleiben werden, und diese unsere Freundschaft Großbritannien ist und wird bleiben eine Basis unserer Man hat, fuhr Cruppi fort, von der Redner⸗

Hollweg. Erlauben

Sie auch mir, einen Auszug Deut chland hat

nicht nötig, erklärte der Kanzler, 1 Jahren befolgt, vage Erklärungen E⸗ hat bewiesen, daß es mit niemand Streit sucht. Das, sische Republik anwenden. Wir haben tschland gute Beziehungen zu

zwei großen benachbarten Nationen bestehen müssen. haben an gewissen Punkten gemeinsame Inter⸗ zu wahren und werden dabei stets mit gutem Wenn vielleicht die Interessen der beiden Länder werden wir diejenigen Frankreichs

die Pflicht, mit unterhalten, wie sie

einer vollkommen

unabhängigen Türkei, deren im Mittelländischen Meer Wir wünschen

Regierung

unsere Untere-. in ganz ausdrücklicher Form, daß 11 mit Hilfemitteln verseben ““ Grund dafür, daß nicht die Ersparnisse Frank.. beitragen sollten, unter der zweifachen Bedingung, daß

ist,

dazu

behaupte.

Sultan habe einen Ausfall machen wollen; dieser Absicht habe sich

öheren Interessen Frankreichs in der Levante berücksichtigt und 8 E undustriellen und Finanzinteressen in durchaus des sb nender Weise behandelt werden. Die Regierung ist geneigt, diese Bahn zu betreten. Sie hat kürzlich öffentlich und offiziell dem Wunsche Ausdruck gegeben, sie möchte binnen kurzem und zur gänzlichen Zufriedenheit beider Länder die Verhandlungen „zu einem Abschluß gelangen sehen, die ein Abkommen über die genaue Festsenung der Unterstützungen bezwecken, die Frankreich der Ausbreitung der Eisenkahnen im türlischen Reich und seiner wirtschaftlichen Entwicklung angedeihen läßt. Natürlich kann dieses Abkommen von uns nur abgeschlossen werden das sage rund heraus —, indem man den Notwendigkeiten Rechnung trägt, die uns unsere Lage in Europa auferlegt, und den moralischen Verpflichtungen, die sich aus ihr ergeben. Der Minister betonte sodann, wie großen Anteil Frankreich an der Jubelfeier Italiens nebhme, und brachte die brüderlichen Gefühle Frankreichs für Italien zum Ausdruck. Frankreich habe sich durch fortgesetzte Arbeit und Klugheit einen Platz in der Welt erobert, den es würdig . Das habe das Ausland selbst b⸗kundet.

Der Abg. de Lamarzelle bedauerte, daß das Haus keine Ant⸗ wort auf bestimmte, an die Regierung gerichtete Fragen erhalten habe, und verlangte genaue Auskunft über die als Instrukteure in Marokko tätigen französischen Offiziere. Der Minister Cruppi verlas hierauf die Note Pichons, die die Stellung dieser Offiziere regelt, und erklärte, daß Frankreich eine Militärmission in Fes habe, seine Offiziere seien Instrukteure und führten die Truppen im Fvö Bezüglich des Obersten Mangin erklärte der Minister, er

Oberst widersetzt, weil er das für seine Pflicht gehalten habe. der, Shenst m hseßt, sich gegenwärtig etwa acht Stunden von Fes entfeint mit zwanzig bis dreißig Instrukteuren, die die Kämpfe leiteten und heldenmütig ihre Pflicht täten als französische die gleichzeitig Zivilisatoren seien. Der Abg. Ribot Kr 5 in betreff der Angliederung Bosniens, in Frankreich habe von An an an die Ansicht geherrscht, daß kriegerische Verwickelungen daraus 8 1 entstehen würden. Der Deutsche Kaiser habe vielleicht 188 ohne irgend eine Gefahr zu laufen Vielleicht hätte vsf f nicht nötig gehabt, seine funkelnde Rüstung zu zeigen. an bel d pte die halbe Kunst der Diplomatie bestehe in der 8 etzung. Deutschland verstehe diese Kunst vortrefflich 5* sie bei der Wiener Reise Kaiser Wilhelms gezeigt; eben ahlet le

Inszenesetzung aus Anlaß der Potsdamer Begegnung I ge⸗ wesen. Mit Bezug auf Marokko betonte Ribot, daß 11 85 Sprache Cruppis beglückwünschen könne, er bitte ihn, 88 sen ürane angekündigte Politik fortzusetzen. Der Minister habe er ärt, ü Frankreich die Aufgabe übernommen 85 888 Srdaerg ier 8 8

chtzuerhalten. Daher müsse es sich mit diese gabe zu vertraut machen, es dürfe aber nicht. zu 8 gehen. Dies sei seine einzige Einwendung gegen die Rede C ruppi G

Der Senat nahm schließlich mit 253 gegen 26 Stimmen eine Tagesordnung an, in der die Erklärungen der Negierun g gebilligt werden und in der ihr das 9 gesprochen wird, daß sie eine den Bündnissen, Freun und Interessen Frankreichs entsprechende kluge und feste Politi⸗ befolgen werde. 1

Die Deputiertenkammer hat gester 2 2 Senat zurückgekommenen Gesetzentwurf über * legung zweier Panzerschiffe im Jahre 1911,

W. T. B.“ zufolge, mit 344 gegen 157 Stimmen an⸗ 18 ikel 3 bestimmt, daß denjenigen genommen und den Artikel 3, der bestimmt, nj Gesellschaften ein Auftrag nicht gegeben werden soll in deren Verwaltungsrat Parlamentarier sitzen, und den der Senat von dem Entwurf abgetrennt hatte, mit einer redaktionellen Aenderung wieder hergestellt. Darauf beriet die Kammer das vorher zurückgestellte Kapitel des Budgets des ministeriums, das die schwarzen Truppen in Afrika ben Kriegsminister Berteaux erklärte, die in Algier gemachten Versuche hätten gute Ergehnisse gehabt und müßten fortgesetzt werden. Er hoffe, vom Finanzminister die Zustimmung zu einem Gesetzentwurf zu erlangen, der eine Vermehrung der schwarzen Truppen in Algier um ein 8 diesem Jahre vorsehe.

as Kapitel wurde angenommen. 1 1

Die b 29. März von Frankreich und Deutsch⸗ land unterzeichnete Erklärung, durch die, entsprechend der Haager Konvention vom 17. Juli, neue Vereinfachungen in dem Verkehr zwischen den Justizbehörden der beiden Länder herbeigeführt werden, ist, „W. T. B.“ zufolge, heute amtlich bekannt gegeben worden.

Italien. 8

Gestern abend fand zu Ehren des deutschen Kron prinzen und der Kronprinzessin bei dem deutschen Bot⸗ schafter von Jagow ein Festmahl und danach eine Soiree statt, u der u. a. der Ministerpräsident Giolitti, der Minister des

Le Marquis di San Giuliano, der Minister des König⸗ lichen Hauses Mattioli, der Fürst und die Fürstin Bülow und der bayerische Gesandte Freiherr von und zu der Tann geladen waren.

Heute vormittag fand in Gegenwart des Königs, der Königin, des deutschen Kronprinzen und der Kron⸗ prinzessin, der Minister, der Behörden und zahlreicher ge⸗ ladener Gäste die feierliche Eröffnung der Archäologis ch en Ausstellung in den Thermen des Diokletian statt. Pro⸗ fessor Lanciani, der Präsident der Ausstellung, hielt die Er⸗ öffnungsrede. Z 8

Die Deputiertenkammer setzte gestern die Er⸗ örterung über die Erklärung der Regierung

Nach einer Rede des Abg. Murris, der sich für Giolitti günstig äußerte, jedoch eine antiklerikale Politik. forderte, erklärte der Abg. Sonnino laut Bericht des „W. T. B.“, Giolitti wolle die Krisis lesen durch eine Fühlungnahme mit der sozialistischen Partei, ohne die parlamentarische Lage und die politischen Verhältnisse in Rechnung zu zieben. Er sei nicht gegen eine Teilnahme der Sozialisten an der Macht, aber sie müsse unter Respektierung der konstitutionellen Vorschriften erfolgen. Er fürchte das Programm Gicolittis nicht, denn es enthalte verschiedene Reformen, für die auch er sich ausgesprochen habe. Er erkläre, seine Opposition werde sich danach richten, wie die Regierung ihr Programm unter dem Druck der äußersten Linken ausführen werde. Er wünsche, daß Regierung und Parlament etwas schaffen möchten, daß der großen Epoche würdig sei, die jetzt geseiert werde, und gebe der Zuversicht Ausdruck, daß die

roße konstitutionelle liberale Partei in männlicher Weise ihre hohe Aufgabe durchführen werde, die noch keiner wegs als abgeschlossen ange⸗ sehen werden könne. Der Akg. Martini erklärte, er sei für mehrere von dem Ministerium vorgeschlagene Reformen, er sei aber nicht für das Ministerium, weil die Krisis gelöst worden sei durch eine Fühlungnahme mit der Minorität, was er nicht billigen könne, da er ein Anhänger der Prärogative des Parlaments r Die Abgg. Galli und Lacava sprachen sich für das Ministerium aus. Der Abg. Bertolini billigte die von der Megherun vor⸗ geschlagenen Reformen und betonte seine Freundschaft zür Giolitti, dessen Mitarbeiter er zwei Jahre gewesen sei. Der Abg. Meda (Katholik) sprach sich für die Regierurg aus, aber mit einer gewissen Einschränkung in bezug auf die Kirchenpolitik, über die weiter⸗ gehende Erklärungen verlangte. ““ ö116“

Die Deputierten kammer setzte in der g

hat gestern den vom

au Verhandlungen verurteilte der Sozialistenführer Jar-hrge re Zea des „W. T. B.⸗ die Politik der konser⸗ vativen Kabinette, deren Rückkehr das Land nicht wünsche. 1 Politik sei besonders in der „blutigen Woche“ eine Schande 87 . Nation gewesen. „Wenn wir nicht dahin gelangen“, er 8 e Iglesias, „die an Ferrer begangene Ungerechtigkeit zu fühnen, 2 8 wir bestrebt sein, die Regierung zu stürzen, die sich Fareiger. et eine Sühne herbeizuführen. Die Sache Ferrers würde au ö. Straße gehen und wir würden alle 8 en, einen Riesenfeldzug zu eröffnen, in dem wir als entschlossene Männer mit entblößter Brust kämpfen. (Diese Worte 1 giohen Tumult hervor.) Die spanischen Sohzialisten werden 5 uslande nicht beeinflußt. Sie werden kein Mittel unvpersucht Aassen, 5 ihren Zweck zu erreichen. Wundern Sie sich nicht, die Waffen zu hören, wenn Gerechtigkeit nicht gewährt wird. er Ministerpräsident Canalejas wies unter dem Beifall der. Sn Kammer, mit Ausnahme der Republikaner, die Drohungen Iglesias zurück, und erklärte, daß sich die Regierung der revolutionären Gewalt mit aller Energie und mit der Macht, die das Gesetz ihr in die Hand lege, widersetzen werde. 8 1 3 Während der Kammersitzung hatten der Ministerpräsident Canalejas und die Minister des Auswärtigen und des Krieges eine Besprechung über die marokkanische v“ Infolge des Memorandums der montenegrinischen 116“ hat die Pforte den türkischen Botschaftern In⸗ struktionen bezüglich einer mündlichen Beantwortung des Me⸗ morandums gegeben, für den Fall, daß das Memorandum be⸗ rücksichtigt werden sollte. Die Botschafter sollen, „W. T. B. zufolge, betonen, daß das Verfassungsregime die Befreiung von Steuern und vom Militärdienst ausschließe. Anstatt eine solche Vermittlung zugunsten der Albanesen anzuregen, hätte Montenegro besser getan, die Grenze 861 die Albanesen zu sperren und jede Unterstützung zu verweigern. 8 Der mh nenege. Geschäftsträger hat gestern dem Minister des Aeußern die Erklärung abgegeben, daß Montenegro das Versprechen der Wahrung vollständiger Neu⸗ tralität halten werde und die hierzu erforderlichen Maßnahmen getroffen habe. Die Pforte wird gebeten, auch ihrerseits Maß⸗ nahmen zu treffen, um die Albanesen am Ueberschreiten der Grenze zu hindern. 1

Afrika. 6 68 ie „W. T. B.“ aus Fes vom 3. d. M. meldet, ist die

14“ Die Mahalla gegen die Scherarda lagert in guter Ordnung in der Nähe von Tselfat. Sie kann erst wieder marschieren, wenn der Regen aufhört. Nach einer Meldung aus Casablanca soll bei Dar⸗el⸗Mejar ein heftiger Kampf zwischen den Aufständischen und den Regierungstruppen stattgefunden haben.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Bericht über die gestrige Sitzung des Herrenhauses befindet sich in der Ersten und Zweiten Beilage.

In der heutigen (10.) Sitzung des H errenhauses, welcher der Justizminister Dr. Beseler, der Minister für Handel und Gewerbe Sydow, der Minister des Innern von Dallwitz und der Finanzminister Dr. Lentze beiwohnten, wurde zunächst der Gesetzentwurf, betreffend die Umlegung von Grundstücken in der Residenzstadt osen, nach dem das 1907 für Frankfurt a. M. erlassene Gesetz sinngemäß auf die Stadt Posen Anwendung finden soll, in einmaliger Schluß⸗ beratung gemäß dem Antrage des Referenten Herrn Dr. von Dziembowski unverändert angenommen, nachdem

Unterstaatssekretär Dr. Fre herr von Coels von der Brügghen auf die schweren Mißstände hingewiesen hatte, die für die Stadt Posen durch die ungünstige Gestaltung der Wohnungsverhältnisse, durch den Mangel an kleinen Wohnungen, durch den Mangel beziehungsweise den durch die Spekulation übermäßig in die Höhe getriebenen Preis bau⸗ reifen Geländes entstanden sind, und die durch die Bemühungen der Stadt allein nicht abgestellt werden können, sondern nur durch das Eingreifen einer Gesetzgebung, welche die Moͤglichkeit schafft, im Wege des Zwanges die Umlegung der Grundstücke zur Erschließung von Bauplatzen herbeizuführen. . 1

Sodann setzt das Haus die Spezialberatung des Staats⸗ haushaltsetats für das tbr 1911 im Etat

Finanzministeriums fort. b 55* Deörb ng. Ich bin mit Herrn von Gwinner darin ein⸗ verstanden, daß die Sparkassen durch Gesetz angebalten werden, mehr Staatspapiere zu kaufen. Ich habe diesen Gedanken schon vor Jahren in den „Preußischen Jahrbüchern“ und im vorigen Jahre hier zum Ausdruck geßracht. Die Sparkassen haben von ihrem Vermögen

on 15 bis 16 Milliarden Mark nur etwa 10 % in Staatspapieren angelegt. Dieser Betrag ist zu gering, es liegt im eigensten Interesse der Sparkassen und ihrer Liquidität, ihn zu erhöhen, und das muß durch Gesetz geregelt werden. Als in England die Sparkassen aufgehört hatten, große Beträge von Staatepapieren zu erwerben, kam der Kurs der englischen Staatspapiere ins Schwanken. Der Präsident einer der größten englischen Banken, Lord Baldwin, hat gesagt, daß der englische Kredit, gemessen an dem Kurse der englischen Staatspapiere, nicht nur absolut gefallen ist, sondern auch relativ im Vergleich mit Deutschland und Frankreich. Er hat die Gründe untersucht und ist auf folgenden Kardinalpunkt gekommen: Durch das 1903 gemachte Gesetz der sogenannten irischen Landakte sollen die irischen Landpächter in irische Landbauern umgewandelt werden; das Geld dazu ist den Bauern dadurch gegeben worden, daß ihnen ein irischer Landstock gewährt wurde, wir würden sagen: eine Rente. Bei der Verabschiedung des Gesetzes wurde gleich ein Betrag von einer Milliarde in irischen Rentenbriefen geschaffen. ord Baldwin behauptet, daß für die volle Durchführung des Gesetzes 3 Milliarden erforderlich seien. Diese Renten sind nicht im offenen Markt verkauft, sendern von dem englischen Staatsschuldbureau erworben worden. Dieses Bureau hat seine bisherigen Käufe von englischen Konsols am offenen Markt erheblich eingeschränkt und tie Bestände in diesen irischen Renten angelegt. Während von 1895 bis 1899 jährlich durchschnittlich von dem Bureau 260 Millionen Mark in englischen Konsols aufgekauft worden waren, beläuft sich der jetzige Betrag nur auf 50 Millionen Mark, und teilweise haben diese Kaͤufe ganz und gar gestockt. Lord Baldwin weist mit Recht darauf hin, daß für den Stand der Staatspapiere die Tilgung durch Rück⸗ käufe von Einfluß ist. Welche Lehre können wir daraus ziehen? Unsere preußische Staatsschuld wird gesetzlich mit ¼ % getilgt, was jetzt 57 Millionen Mark ausmacht; 1897 waten es etwa 21 Millionen und 1907 einige 40 Millionen Mark. In diesen 10 Jahren sind aber durch Käufe jährlich nur etwa 500 000 bis 700 000 getilgt worden, während die Tilgung der vielen anderen Millionen dadurch erfolgte, daß die zu tilgenden Beträge von den neuen Anleihekrediten abgeschrieben wurden. Erst 1908 hat man mit größeren Käufen begonnen; 1908 sind 18 Millionen durch Ankäufe getilgt, der Rest von 21 Millionen durch Abschreibungen, 1909 21 Millionen durch Ankäufe, der Rest durch Abschreibungen.

wünschen, daß künftig die ganzen 57 Millionen q ene veee Sekarf 5 und daß der Herr Finanzminister auch den Herrn Schatzsekretär im Reiche bewegen möge, daß aun im Reiche der ganze Betrag durch Ankäufe getilgt wird. Fi Versicherungsgesellschaften rede ich einer gesetzlichen Regelung der Frage nicht das Wort, ich bin aber doch dafür, daß man einen mehr oder weniger sanften Druck nach der Richtung hin ausübt, daß die Versicherungsgesellschaften, die sich des besonderen Schutzes des Staats erfreuen und viele Milliarden Kapital haben, mehr als bisher Staatspapiere erwerben.

(Schluß des Blattes.) 1

am offenen Markte

n Hörde sind, wie die „Köln. Ztg.“ mitteilt, die Maler⸗ und In PbZe an me. plötzlich in den Ausstand getreten. Sie verlangen Stundenlöhne von 50, 55 und 60 ₰, je nach dem Alter, und neunstündige Arbeitszeit. Die Meister beschlossen, dem Arbeit⸗ geberbunde beizutreten und die von diesem bis 1912 festgesetzten Lohne zu zahlen. 8 Auf diese Weise hofft man den Ausstand bald zu Ende ühren zu können. 16] fah In Siegerland ist, wie „W. T. B.“ meldet, ein Ausstand ausgebrochen, der jedoch nur lokaler Natur ist und etwa 1200 Berg⸗ leute betrifft. Bis heute früh ist es zu Zwischenfällen nicht ge⸗ kommen; vorsichtshalber ist Gendarmerie nach dem Streikgebiet eordert worden. 8 1 1— Nantes haben, „W. T. B.“ zufolge, die ausständigen Dock⸗ arbeiter beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen.

In b beschlossen. der Ausstand der Buchdrucker nach einer Dauer von zwei Monaten, wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, beendet, und die Arbeiter, deren Stellen noch nicht vergeben sind, können wieder eintrenen. Die Ausständigen haben kaum etwas erzielt. Statt der von ihnen verlangten 9 stündigen wird die 9 stündige Arbeit ein geführt, die aber auch frühber schon vielfach insofern bestand, als zahl⸗ reiche Druckereien ihren Gehilfen während einer 10 stündigen Arbeit 2 Ruhepausen von je einer Viertelstunde bewilligten. Der Mindest⸗ lohn wurde für ausgebildete Schriftsetzer auf 5 Fr. festgesetzt. Wie anderwärts hat infolge des Ausstandes auch hier die Zahl der Setz⸗ maschinen erheblich zugenommen.

che. E“ wird der „Frkf. Ztg.“ telegraphiert: Die neuen Verhandlungen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern in der Eisen⸗ und Metalli ndustrie wurden gestern endgültig ohne Ergebnis abgebrochen. Der Streik und die Aussperrung werden in den nächsten Tagen eintreten. Man fürchtet, daß diese ungünstige Wendung auch auf die Verhandlungen in den anderen Fachgruppen Einfluß haben wird. (Vgl. Nr. 79 d. Bl.

In Lissabon veranstalteten, wie „W. T. B.“ meldet, etwa 100 Angestellte und Arbeiter des Marinearsenals vor dem Ministerium eine Kundgebung gegen den Marine⸗ minister, dem sie die Verzögerung der Veröffentlichung einer sie betreffenden Verfügung vorwerfen. Polizei und Bürgerga rde, unterstützt von Mannschaften des Kreuzers „Almirante Reis“, stellten die Ordnung wieder her. Einige der Manifestanten flüchteten an Bord des Kreuzers „Sao Gabriel“, wo sie verhaftet wurden.

(Weitere „Statistische Nachrichten“ s. i. d. Zweiten Beilage)

Theater und Musik.

Kammerspielhaus.

Die Kammerspiele scheinen mit Vorliebe zum Schauplatz recht zweckloser Tanzvorstellungen erwählt zu werden. So traten gestern nachmittag die Schwestern Vera und Yve Landrin in einer Reihe orientalischer Tänze auf, die vollständig eindruckslos am Zu⸗ schauer vorüberzogen; weder der Phantasie noch dem künstleri⸗ schen Geschmack wurden irgend welche nennenswerten An⸗ regungen geboten. Die eintönige Musik deckte sich dabei mit den einförmigen Tanzbewegungen; nur ein Flammentanz erhob sich durch die geschickte Verwendung von Schleiergewändern etwas über den allgemeinen Durchschnitt. Eine sogenannte Groteske am Schluß mutete wie ein läppischer Jahrmarktsscherz an. Die Zuschauer be⸗ gleiteten diese Tanzvorstellung mit schweigender Verwunderung.

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Morgen, Sonntag, findet im Königlichen Opernhause eine Aufführung von Glu⸗ „Orpheus und Eurydike“ in folgender Be⸗ setzung statt: Orpheus: Frau Goetze; Eurpdike: Fräulein H empel; Eros: Frau Andrejewa⸗Skilondz; Schatten und Nriesterinnen: die Damen Lucia, Mangelsdorff, Berghoff. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister von Strauß. Am Montag findet eine Wiederholung der Humperdinckschen „Königskinder“ statt, in der die Damen Artôt⸗de Padilla, Ober, Rothauser und von Scheele⸗ Müller sowie die Herren Kirchhoff, Bronsgeest, Knüpfer, Lieban und Bachmann beschäftigt sind. Die musikalische Leitung hat der Kapell⸗

er Blech. meister Ae. lichen Schauspielhause gehen morgen Schillers „Räuber“ in Szene. Den Karl Moor spielt Herr Staegemann, den Franz: Herr Geisendörfer, den alten Moor: Herr Eggeling, die Amalig: Frau Willig. Außerdem sind die Herren Vallentin, Gode, Mannstädt, Platen, Werrack, Hoffmann, Bos ticher, Zeisler und Eichholz beschäftigt. Am Montag wird „Prinz Friedrich von Homburg“ von H. v. Kleist, mit Herrn Staegemann in der Titelrolle, aufgeführt. Den Kurfürsten spielt Herr Kraußneck, die Kurfürstin Fraͤulein von Arnauld, die Natalie Fräulein von Mayburg, den

witz Herr Vallentin. 1 Eer, well des Deutschen Theaters beherrscht „Faust 8 II. Teil, der für die Zeit vom 9. bis 18. April täglich angesetzt ist. In den Kammerspielen des Deutschen Theaters wird Theodor Wolffs Schausplel „Die Königin“ morgen wiederholt. Die nächsten Wiederholungen finden, da Tilla Durieux für einige Tage beurlaubt ist, am Donnerstag, den 13. April, Sonntag, den 16. und Dienstag,

8. April, statt.

25 i Theater fand am Freitag die 100. Auffüͤhrung der erfolgreichen Gesangsposse „Bummelstudenten“ statt. Die Haupt⸗ rollen wurden, wie bei der ersten Aufführung, von den Damen Josefine Dora und Marie Wendt und den Herren Carl Clewing, Oscar Sabo, Arthur Bergen, Gustav Botz und Hermann Picha dar⸗ gestellt. Das Stück bleibt auch an den folgenden Abenden auf dem Spielplan. Am Donnerstag und Sonnabend wird „Taifun gegeben.

DasLessingtheater bringt auch in nächster Woche allabendlich Wiederholungen von „Glaube und Heimat“, mit Ausnahme des Kar⸗ freitags, an dem das Theater geschlossen bleibt. Am Montag wird das Stück zum 25. Male wiederholt. e 8—

Im Neuen Schauspielhause wird morgen sowie am Mittwoch und an den beiden Osterfeiertagen das Lustspiel „Wienerinnen von Hermann Bahr wiederholt. Montag wird „Wiederkehr“, Dienrtag „Judith“, Donnerstag „Faust“, I. Teil, Sonnabend „Alt Heidelberg, aufgeführt. Am Karfreitag gibt der Mozartchor ein Konzert Psalm 42 von Mendelssohn und „Stabat mater“ von Rossini). Am Mittwoch⸗ nachmittag findet eine Sondervorstellung von „Agnes Bernauer“ für die Vereinigung „Deutsche Nationalbühne“ statt.

Im Schillertheater O. (Wallnertheater) wird morgen nach⸗ mittag „Die Ehre“, Abends „Liebelet“ und „Literatur gegeden; diese Vorstellung wird Dienstag und Donnerstag wiederholt. Montag wird „Ein idealer Gatte“, Mittwoch „Gabriello der Fischer“ aufge⸗ führt. Freitag bleibt das Theater geschlossen, Sonnabend geht. „Narziß“ in Szene. Der Spielplan der Osterfeiertage wird sich fol⸗ gendermaßen gestalten: Sonntag, den 16. April (1. Feiertag) Nach⸗ mittags: „Die Ehre“, Abends: „Liebelet“ und „Literatur“; Montag

Die Ziffern für 1910 sind mir nicht bekannt; ich würde dem

die Debatte uͤber die Ferrer⸗Angelegenheit fort.

M nister dankbar sein, wenn er sie bekannt gäbe. Ich möchte

(II. Feiertag) Nachmittags: „Die Ehre“, Abends: „Ein idealer Gatte“.