1912 / 181 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 31 Jul 1912 18:00:01 GMT) scan diff

des Ehrenkreuzes vierter Klasse desselben Ordens: dem evangelischen Divisionspfarrer von Stosch bei der

38. Division; ferner: des Großkreuzes des Kaiserlich Japanischen Ordens des Heiligen Schatzes: dem Generalleutnant von Wachs, Direktor des Zentral⸗ departements.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem etatsmäßigen Professor an der Technischen Hochschule zu Berlin, Baurat Fritz Laske den Charakter als Geheimer Baurat zu verleihen,

der Wahl des Oberlehrers am Andreas⸗Realgymnasium in Berlin, Professors Dr. Gustav Louis zum Direktor der 6. Realschule daselbst und

der Wahl des bisherigen Leiters des in der Entwicklung begriffenen Realgymnasiums in Berlin⸗Treptow, Oberlehrers Dr. Ortgies Siefken zum Direkto -Anstalt die Aller höchste Bestätigung zu erteilen.

Der Königliche Hof legt heute für den Kaiser von Japan die Trauer auf einschließlich den 6. August an.

Berlin, den 31. Juli 1912.

Der Oberzeremonienmeister:

Graf A. Eulenburg

Seine Majestät eine Woche bis

Ministerium der geistlichen und Unterrichts⸗

angelegenheiten.

Der außerordentliche Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zu Bonn, Geheime Medizinalrat Dr. Emil Ungar ist mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Majestät des Königs zum ordentlichen Honorarprofessor in derselben Fakultät ernannt worden.

Dem Privatdozenten in der philosophischen Fakultät der Universität zu Königsberg Dr. Julius von Negelein ist das Prädikat „Professor“ beigelegt worden.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

ie Oberförsterstelle Prinzwald im Regierungs⸗ bezirk Allenstein ist zum 1. November 1912 zu besetzen. Be⸗ werbungen müssen bis zum 15. August d. J. eingehen.

Die Oberförsterstelle Grubenhagen im Regierungs⸗ bezirk Hildesheim ist zum 1. Oktober 1912 zu besetzen. Be⸗ werbungen müssen bis zum 18. August eingehen.

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Finanzministerium.

In der Zeit vom 5. Juli bis 26. August 1912 findet in Kopenhagen eine Skandinavische Fischereiausstellung und Inter⸗ nationale Motorausstellung statt. Die dänische Nagiezung hat um Bewilligung der zollfreien edereinlassung der von der Ausstellung in das deutsche Zollgebiet zurückkommenden deutschen Ausstellungsgüter gebeten. Da Bedenken nicht entgegenstehen, ersuche ich im Einverständnisse mit dem Herrn Reichskanzler (Reichsschatzamt) die Zollstellen des dortigen Verwaltungsbezirks im Bedarfsfalle entsprechend anzuweisen.

Berlin, den 22. Juli 1912.

Der Finanzminister. Im Auftrage: Köhler.

An alle Oberzolldirektionen einschl. Erfurt

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Der Rentmeister Schaefer bei der Königlichen Kreiskasse in Duderstadt ist nach Essen versetzt worden.

Der Steuersekretär Pfitzenreuter in Schleusingen ist zum Rentmeister bei der Königlichen Kreiskasse in Duderstadt ernannt worden. 1“

8

Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 31. Juli.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen gestern vormittag in Balestrand an Bord der Jacht „Hohen⸗ ollern“ die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, Generals der Infanterie Freiherrn von Lyncker, des Chefs des Marine⸗ kabinetts, Admirals von Müller und des Vertreters des Aus⸗

sandten von Treutler entgegen.

8

Der Kardinal Dr. Fischer, Erzbischof von Cöln, ist nach einer Meldung der „Kölnischen Volkszeitung“ gestern nacht 1 Uhr 30 Minuten verschieden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. Flußkbt. Vaterland“ am 229. Juli in Schanghai eingetroffen. 8

In der Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ ist eine Bekanntmachung, be⸗ treffend die Genehmigung zur Ausgabe von Schuld⸗ verschreibungen auf den Inhaber durch die St . gemeinde Halberstadt, veröffentlicht. 4

und General Huangsing,

In der gestrigen Sitzung der De verlas der Großwesir Ahmed Mukhtar⸗Pascha die program⸗ matische Regierungserklärung:

Wie „W. T. B.⸗ berichtet, wird in der Erklärung hervor⸗ gehoben, daß die Regierung die Macht inmitten großer Schwierig⸗ keiten und in einem kritischen Augenblick der türkischen Geschichte übernommen habe, und der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß die Nation die Ag der Regierung durch eine ruhige Haltung unter⸗ stützen werde. Die Ursache der gegenwärtigen Schwierigkeiten seien die ungesetzlichen Eingriffe der Behörden bei den Parlamentswahlen, der Eintritt von Offizieren in politische Parteien, Gesetzesüber⸗ tretungen und verfassungswidrige Maßnahmen. Die Erklärung besagt fernecw, die Regierung habe eine Untersuchung der Wahlen angeordnet und werde sich nach deren Ergebnis richten. Ferner werde sie die Armee an der Einmischung in die Politik hindern und werde die Beamten versetzen, die fortfahren sollten, politischen Parteien an⸗ zugehören und an der Politik teilzunehmen; sie werde die be⸗ stehenden Gesetze über die Ernennung, Absetzung und Beförderung von Beamten anwenden und die provisorischen Gesetze, die mit der Verfassung nicht im Einklang ständen, beseitigen; sie werde auch die Rechte achten, die die Verfassung allen Nationen zusichere. Um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu beseitigen, werde die Regierung jede ungesetzliche Einmischung in die öffentlichen An⸗ gelegenheiten zu verhindern suchen. Bezüglich des Krieges hebt die Erklärung die seit zehn Monaten gebrachten Opfer der arabischen Truppen rühmend hervor. Die Regierung werde die Verteidigung des Landes fortsetzen, bis eine dem Recht, der Ehre und der Würde entsprechende Grundlage für den ee gefunden sein würde. In der äußeren Politik werde die Regierung die bis zum Ende des Januars 1909 eingeschß Politik fortsetzen, weil sie dem Empfinden der Nation n e.

Nach der Verlesung der Regierungserklärung begann eine Geschäftsordnungsdebatte.

Die Jungtürken beantragten, die Diskussion bis auf heute zu vertagen, um die Drucklegung der Regierungserklärung zu ermöglichen. Hussein Hilmi⸗Pascha zerklärte namens de Renierung, die Regie⸗ rung bestehe auf der sofortigen Erörterung, weil sie angesichts der bestehenden Schwierigkeiten nicht warten könne. Der Großwesir sprach im gleichen Sinne. Talcat⸗Bezz führte aus, die Nation mache eine Umwälzung durch und müsse dabei kaltes Blut bewahren. Hussein Hilmi⸗Pascha erklärte, die Regierung könne nicht warten, sie wolle die Angelegenheit bis zum Abend beendet wissen. Anderenfalls werde sie die Kabinettsfrage stellen. Ein Abgeordneter rief: Die Regierung droht Euch! Der Großwesir und Hussein Hilmi⸗Pascha, der sich er⸗ hoben hatte, wiesen diesen Ausdruchk zurück.

Die Kammer beschloß, die Sitzung bis zur Drucklegung der Regierungserklärung aufzuheben. Um 5 Uhr wurde die Sitzung wieder aufgenommen.

ZgMwei Redner sprachen für die Regierung. Ein Armenier kriti⸗ sierte lebhaft den unbestimmten Wortlaut des Regierungsprogramms, besonders weil es nicht deutlich erklärt, welche Politik den Natio⸗ nalitäten gegenüber befolgt werden soll. Ein armenischer Redner erklärte, die Armenier würden sich der Abstimmung enthalten. Ein jungtürkischer Redner tadelte die Erhebung in Albanien, worauf einige Albanier riefen: Die Erhebung in Albanien ist gesetzlich. Diese Worte riefen einen wüsten Lärm hervor. Es kam zu einem Streit zwischen den Albaniern und einem Deputierten, der die Albanier beleidigte. Die Albanier schrien und lärmten. Ein Albanier rief: Die Erhebung in Albanien ist gesetzlich, weil ihr Grund die Schändung der Mädchen und die Zerstörung der Häuser ist. Endlich hörte der Lärm auf. Da die Debatte sich in die Länge zu ziehen drohte, erklärte Hussein Hilmi⸗Pascha im Namen des Kabinetts, die lange Diskussion sei überflüssig.

Das Kabinett, das der Sitzung mit Ausnahme des Kriegsministers und 2 Jaschas vollzählig beiwohnte, zogs. sich zur Beratung zu: l, Die Sitzung wurde von neueno. Znterbrochen. 1. aas Nach ihrer Wiederaufnahme erklärte Hussein Hilmi Pascha, das Kabinett habe beschlossen, auf den Schluß der Debatte zu be⸗ stehen und verlange ein Vertrauens⸗ oder ein Mißtrauensvotum. Der Jungtürke Rahmi erklärte, seine Partei werde zur Abstimmung schreiten, dann aber die Debatte über das Regierungsprogramm fort⸗ setzen. Hussein Hilmi entgegnete, wenn das Kabinett zurück⸗ trete, sei eine weitere Debatte überflüssig, wenn es bleibe, könne ja die Kammer jederzeit interpellieren. Das Verlangen zweier Abge⸗ ordneter, eine geheime Sitzung anzuberaumen, um zu hören, warum die Abstimmung so dringend sei, lehnte Hussein ebenfalls ab. Der Führer der Jungtürken Seyid brachte eine Tagesordnung ein, die der Regierung das Vertrauen ausdrückt unter dem Vorbehalt, daß sie unabhängig handeln und den Krieg fortsetzen werde, bis die ottomanische Souveränität in Tripolis ge⸗ sichert sei. Hussein Hilmi wandte ein, die Regierung hetrachte eine Vertrauenserklärung unter Bedingungen als ein Tadels⸗ votum. Seypid erörterte dann weiter seine Tagesordnung und gab seiner Erwartung Ausdruck, daß die gegenwärtige Re⸗ gierung die Forderungen der Albaner zurückweisen werde. Die Albaner protestierten hier lebhaft, und es herrschte großer Lärm im Hause. Hussein Hilmi erklärte, seit das Kabinett an der Macht sei, sei ihm keine Forderung überreicht worden. Die gegenwärtige Regierung werde nichts zulassen, was sich gegen die Verfassung richte. Seyid sagte, er sei von von dieser Erklärung befriedigt und wies auf den Unter⸗ schied zwischen seiner Tagesordnung, die von Aufrechterhaltung der Souveränität spreche, und dem betreffenden Punkt des Re⸗ gierungsprogramms hin. In der schweren Krise, die das Vaterland durchmache, wolle die jungtürkische Partei, die das Interesse des Vater⸗ landes über das Parteiinteresse stelle ein großes Opfer bringen und das Vertrauen votteren, obwohl die jetzige Regierung nicht unparteiisch sei. Hierauf zog Sevid seine Tagesordnung zurück. Die Kammer sprach dem Kabinett mit 45 Stimmen ihr vollständiges Vertrauen aus. Der ökumenische Patriarch Joachim ist von seinem Amt zurückgetreten.

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Amerika.

Der amerikanische Staatssekretär des Auswärtigen Knox hat laut Meldung des „W. T. B.“ dem Führer der mexika⸗ nischen Rebellen General Orozeo mitteilen lassen, daß die Ueberfälle und Angriffe auf Amerikaner und amerkkanisches Eigentum in Nordmexiko sofort aufhören müßten, oder die Vereinigten Staaten würden vorbeugende Maßregeln ergreifen. Der Präsident Madero erklärte, er habe bereits Truppen nach dem Norden Mexikos abgesandt, um die Unruhen zu unterdrücken. Asien.

Wie das „Reutersche Bureau“ meldet, haben Dr. Sunyatsen der frühere Kommandant von Nanking, die beide seit einigen Wochen in Schanghai weilen, das Programm für die Gründung einer Foreign and Chinese Bank entworfen. Ein Kapital von zwei Millionen Pfund Sterling ist bereits in chinesischen Shares gezeichnet, und man glaubt, daß der Rest von gewissen europäschen Firmen gezeichnet werden wird. Es steht fest, daß die Bank nicht ge⸗ gründet werden wird, wenn die auswärtige Anleihe zustande

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die Verhandlungen wegen der fremden Anleihe gescheitert sind.

kommt; es wird aber aus gewissen Anzeichen geschlossen, daß

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Mehrere mongolische Fürsten hatten dem Bogdocha (Kaiser von einige 100 Kameele als Geschenk zugedach die mongolische Regierung hat aber diee Kameele, obige Quelle zu olge, zum Zwecke von Gehaltszahlungen verkauft Diese Tatsache hat den Präsidenten der Republik Nuanschika veranlaßt, der mongolischen Regierung telegraphisch die Eng sendung von Truppen nach Urga anzudrohen, wenn der Erlzz aus den verkauften Kameelen nicht unverzüglich nach Peknn übersandt werde, und für diesen Fall außerdem alle fünf mo golischen Fürsten nach Peking zu berufen.

Der Kaiser Yoshihito hat gestern vormittag, mie „W. T. B.“ meldet, im Palaste in Tokio in Gegenwart der Minister den Eid auf die Verfassung geleistet. Der Ge⸗

die große Rechtlichkeit zu nennen.

Für die Nationaltrauer sind außer dem Tage der Be⸗ stattungsfeierlichkeit drei Tage vorgeschrieben. Die Bestattung des Kaisers I in Tokio erfolgen, gemäf einem v S Zllerdings von dem verstorbenen Kaiser nicht mehr b Fellerdn ist.

Der zg ist zu einer außerordentlichen Sitzung ein⸗ berufen n m der Kaiserlichen Familie sein Beileid aus⸗ zusprechen Laa 5e Ausgaben für die Bestattung des Kaisers zu bewilligen.

27

Statistik nud Volkswirtschaft.

Rechnungsjahren 1903, 1908 und 1910.

In Nr. 251 des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ vom 24. Oktoher 1911 gaben wir eine Uebersicht über die in den preußischen Landkreisen für ihre Zwecke während des Rechnungsjahres 1908 erhobenen direkten und indirekten Kreissteuern und in Nr. 277 vom 24. November ceine Zusammenstellung der Zuschläge dieser Kreise zu dem der Kreis⸗ besteuerung zugrunde gelegten Soll der vom Staate veranlagten direkten Steuern in demselben Jahre auf Grund der Angaben des zunächst erschienenen Tabellenteils von Heft 226 der „Preu⸗ ßischen Statistik“, das die Finanzstatistik der preußischen Land⸗ kreise für das Rechnungsjahr 1908 enthält. Inzwischen ist diese Statistik, welche die im 205. Hefte der „Preußischen Statistik“ veröffentlichte Kreisfinanzstatistik für das Rechnungsjahr 1903 nach Art und Inhalt zum ersten Male wiederholt, zum Ab⸗ schluß gebracht, in dem zuletzt erschienenen ersten der Bände, in die Heft 226 zerfällt, außer Mitteilungen die Aufnahme und Aufbereitung der Finanzstatistik der preußischen Landkreise für das Rechnungsjahr 1908 noch eine zusammen⸗ fassende Darstellung der Hauptergebnisse dieser Erhebung nebst Vergleichszahlen für das Rechnungsjahr 1903 gegeben, und seit kurzem liegen zum Teil auch bereits für das Rechnungsjahr 1910 die entsprechenden Angaben in dem Abschnitt „Finanzen“ des IX. Jahrgangs des „Statistischen Jahrbuchs für den preußischen Staat“ vor. Auf Grund dieses Materials lassen wir heute eine ver⸗ gleichende Uebersicht der berichtigten Sollbeträge der amten von den preußischen Landkreisen in den Rechnungsjahren 1903, 1908 un- 10 erhobenen direkten Kreissteuern, der auf 1 Einwohner halhn. 1708 lastung durch direkte Kreissteuern in diesen drei Beoba(Sch. 5178. und der durchschnittlichen jährlichen Zunahme der direkt— seit 1903 folgen. B Es betrug:

der berichtigte Sollbetrag d direkten Kreissteuer, 69

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Sachsen Schleswig⸗ Holstein.. Hannover Westfalen. essen⸗Nassau heinprovinz Hohenzollern⸗

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die durchschnittliche jährliche Zunahme der direkten Kreissteuern in dem Zeitraum

1903 bis 1908 1908 bis 1910

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3 337 760 2 841 584

189 849 57 015 88 216 214 171 578 564 136 006 130 892 166 037 142 367 196 752 489 101 636 552 154 150 178 792 171 674 171 838 337 326 170 180 492 524 447 636 6 140 849 215 565 Rheinprovinz . . 412 643 7, 247 097 3, Hohenzollernsche Lande. 9 604 8,41 3 947 2,43. Das berichtigte Soll der gesamten direkten Kreissteuern betrug danach für das ganze Staatsgebiet 1903 64,74 Millionen, 1905 81,43 und 1910 87,11 Millionen Mark, auf den Kopf der Bevölke⸗ 2,50 bezw. 3,03 und 3,16 ℳ. Letzteren Berechnungen ist das Er⸗ gebnis der Personenstandsaufnahme für die betreffenden Rechnungs⸗ jahre zugrunde gelegt. In dem Zeitraum 1903 bis 1910 hat sich das berichtigte Soll der direkten Kreissteuern also um 22,37 Millionen Mark oder um 34 56 v. H. vermehrt, sein Kopfbetrag um 66 oder 26,40 v. H. Diese Steigerung ist um so bemerkenswerter, als den Landkreisen durch das Kreis⸗ und Provinzialabgabengesetz vom 23. April 1907 eine Reihe neuer indtrekter Steuerquellen er⸗ schlossen worden ist, deren Ausnutzung auch seitens der meisten Kreise stattgefunden hat. Während. nämlich im Rechnungsjahre 1903 vom gesamten Kreissteueraufkommen nur 2,11 v. H. auf die Hundesteuer, die einzige den Kreisen zur Hebung überlassene indirekte Steuer, ent⸗ fielen, betrug der Anteil der gesamten indirekten Kreissteuern am Kreissteueraufkommen überhaupt in den Rechnungsjahren 1908 Ist)

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und 1910 (berichtigtes Soll) schon 15,17 bezw. 18,76 v. H.

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finwohner entfallende Kreissteuerso

ingste, in Westfalen, der Rheinprovinz, den Hohenzollernschen öonden und in Hessen⸗Nassau mit 38,16 bezw. 41,22, 41,92 und

heime Rat macht den Vorschlag, die neue Aera „Tai⸗sei“ odern

Die direkten Steuern der preußischen Landkreise in den

sechs ben über bu

lrieder hergestellt sein.

In sämtlichen Provinzen war der absolute Sollbetrag der gekten Kreissteuern 1908 höher als 1903 und 1910 höher als 1908. den entsprechenden Kopfbeträgen war es mit einer Ausnahme zenso; in der Provinz Brandenburg betrug nämlich das auf einen 1908 4,12 ℳ, 1910 nur 3,96 ℳ.

hegenüber dem Rechnungsjahre 1903 zeigen die Kopfbeträge der rekten Kreissteuern für 1910 in den Provinzen Westpreußen, Sachsen, hosen und Hannover mit 13,15 bezw. 17,09, 20,47 und 20,71 % die

00 % die größte Zunahme.

Am höchsten war die auf 1 Einwohner entfallende Belastung arch direkte Kreissteuern während der drei Beobachtungsjahre in den povinzen Ostpreußen, Westpreußen, Brandenburg und inover, Ioch mit wechselnder Reihenfolge, während die geringste Belastung allen drei Jahren Hessen⸗Nassau und demnächst die Rheinprovinz wie die Hohenzollernschen Lande zeigten. *

Die durchschnittliche Jahreszunahme der direkten Kreissteuern trug im Jahrfünft 1903/08 3,34 Millionen Mark oder 5,16 %, m Zeitraum 1908/10 2,84 Millionen Mark oder 3,49 %. In den provinzen treten große Verschiedenheiten hervor: Im Jahrfünft 9903/08 war die Jahreszunahme der direkten Steuern mit 1,85 v. H. Westpreußen weitaus am geringsten, demnächst mit 2,55 v. H. Sachsen, während sie in Brandenburg (7,66), Schleswig⸗Holstein 500), Westfalen (8,97), Hessen⸗Nassau (8,58), der Rheinprovinz 767) und den Hohenzollernschen Landen (8,41 %) den schon scträchtlichen Staatsdurchschnittssatz von 5,16 v. H. noch gcheblich übertraf. Im Zeitraum 1908/10 betrug die ent⸗ prechende Zunahme nur in drei Provinzen mehr als 5 v. 93 imlich in Schlesien, Westfalen und Hessen⸗Nassau 5,12 bezw. 5,63 2d 9,19 v. H.; am geringsten war sie mit 1,94, 1,30 und 0,83 v. H.

Hannover, Brandenburg und Ostpreußen. Das Bild ist hier also n ganz anderes als im vorangegangenen Jahrfünft. Nur in Hessen⸗ assau zeigen die direkten Kreissteuern eine annähernd gleich bedeutende cozentuale Jahreszunahme in beiden Beobachtungszeiträumen; sonst t sie gerade in den westlichen Provinzen und in Brandenburg, die cch alle im Jahrfünft 1903108 durch ihre hoben Prozentsätze aus⸗ ichneten, sehr stark zurückgegangen. Auch in Ostpreußen ist ein be⸗ werkenswertes Herabgehen der Jahreszunahme, von 3,21 auf 0,83 %0, Westpreußen dagegen ein erhebliches Steigen derselben, von 1,85 8f 4,12 %, zu verzeichnen.

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Zur Arbeiterbewegung. v Wie die „Tilsiter Zeitung“ aus Ragnit meldet, sind infolge der Ausschreitungen, die sich am Sonnabend aus Anlaß eines Aus⸗ tands bei der Firma Brüning u. Sohn (vgl. Nr. 180 d. Bl.) neigneten, die erste und zweite Kompagnie des Infanterie⸗ regiments Nr. 41 aus Tilsit unter dem Befehl des Hauptmanns Wendt nach Ragnit beordert. Die Kompagnien, die dort in rgerquartieren untergebracht sind, patrouillieren durch die Stadt, mmentlich in der Nähe der Brüningschen Fabrik, die scharf bewacht wird. gestern abend kam es zu neuen Unruhen. Der Polizeikommissar per war durch Steinwürfe und Hiebe verletzt worden; doch sind eine Verletzungen nicht so schwer, wie es zuerst den Anschein hatte. im Ausstand sind etwa 80 Mann beteiligt. Der seit Monaten andauernde Ausstand der Glasring⸗ hleifer im ganzen Isergebirge ist, wie der „Frkf. Ztg.“ aus Keichenberg telegraphiert wird, gestern durch eine Verständigung wrischen den Lieferanten und Arbeitern, die ihre Forderungen be⸗ eutend ermäßigten, beendet worden. Die Aufnahme der Arbeit efolgt am 1. August. 8 1“ 1 In der Ganzschen Elektrizitätsfabrik in Budapest, deren Arbeiter die Wiedereinstellung eines Werkführers forderten und eilweise in den Ausstand traten, wurden gestern, wie die „Frkf. Ztg.“ efährt, 2600 an Zahl ausgesperrt. . 1 Gestern morgen erfolgte, wie „W. T. B.“ meldet, die allgemeine Ziederaufnahme der Arbeit in den Londoner Docks; viele ichtorganisierte Arbeiter sind infolgedessen entlassen worden. Die Wiedereinstellung der Streikenden scheint gegenwärtig keine Schwierig ; kiten zu verursachen. Wahrscheinlich wird der normale Zustand bald (vgl. Nr. 180 d. Bl.) 1 ris trafen heute, wie „W. T. B.“ berichtet, aus je zehn Mitgliedern bestehende Abordnungen der im Ausstand befindlichen eingeschriebenen Seeleute aus den Häfen Dünkirchen, havre, Bordeaux und Marseille ein. Diese Abordnungen, e vom Allgemeinen Arbeiterverband empfangen wurden, den im eine Audienz beim Minister des Innern nachgesucht; sie rerden sich im Laufe des morgigen Nachmittags in geschlossenem zuge, dem sich auch viele Mitglieder des Arbeiterverbandes anschließen verden, in das Ministerium des Innern begeben. Der National⸗ zsschuß der Ausständigen erklärte in einem Briefe an den Minister s Innern, es handle sich um eine friedliche Kundgebung, deren zweck sei, dem Minister die Wünsche der Ausständigen zu unterbreiten und mit ihm die Mittel zur Lösung des schwebenden Streiks zu suchen. Aus Genua wird der „Köln. Ztg.“ telegraphiert: Infolge eines Ausstandes der Hafenarbeiter, der sich gegen die Anwendung verschiedener strenger Bestimmungen bei der Entladung der Schiffe ichtete, und als Antwort auf schwere Gewalttätigkeiten, die von Ausständigen gegen Arbeitswillige begangen worden sind, wurde von den Unternehmern die Aussperrung sämtlicher Hafenarbeiter zerhängt. Da ernste Unruhen befürchtet werden, sind auf Verlangen des Präfekten Polizeimannschaften und Truppenverstä rkungen zrs nahegelegenen Städten hier eingetroffen. 8 In zwei Webereien von Gent ist, wie der „Köln. Ztg. zemeldet wird, über Lohnstreitigkeiten ein Ausstand ausgebrochen, an zem 1600 Arbeiter beteiligt sind. Trotz Verhandlungen, die am Montag gepflogen worden sind, ist eine Einigung nicht zustande ge⸗ kommen. Es scheint sich nur um einen Teilausstand zu handeln, der reitere Webereien nicht berührt. 8 Der Ausstand der Stauer in begann, ist wie dem „W. T. B.“ a rird gestern beendet worden.

8 Kunst und Wissenschaft.

Neuerwerbungen der Königlichen Nationalgalerie. In der Großen Berliner Kunstausstellung 1912 wurden für die Königliche Nationalgalerie folgende Kunstwerke erworben: „Wanderer, Holzsigur von Professor Ignatius Taschner⸗Berlin; „Perlhuhn“, Bronze mit Gold und Silber tauschiert von Max Esserx⸗Berlin und Indiskretionen“, Federzeichnung von Franz Christophe⸗Berlin.

Land⸗ und Forstwirtschaft Seäaatenstand in Rußland.

Der Kaiserliche Konsul in Libau berichtet unterm 25. Juli: Nachdem es im vorigen Monat reichlich geregnet, ist das herr⸗ lchste Sommerwetter der letzten Wochen für den Saatenstand äußerst zünstig gewesen. Ganz im Gegensatz zum Vorjahre ist die Heu⸗ und Kleeernte vorzüglich und infolge der trockenen Witterung auch it hereingebracht. Der Roggen hat die Blütezeit gut überstanden und verspricht, ebenso wie Hegr. eine gute Ernte. Dem Sommer⸗ zetreide und den Kartoffeln wäre jetzt Regen sehr dienlich. Im allgemeinen ist auf eine recht günstige Ernte in Kurland zu rechnen.

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„der am 5. Juli aneiro telegraphiert

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Saatenstand und Ernteaussichten in Galizien 1912. I. Westgalizien:

Das allgemein veränderliche Wetter hat außer lokalen Hagel⸗ schlägen kenca ernsteren Schaden angerichtet; nichtsdestoweniger lidet das Getreide in manchen Gegenden unter schädlichen Tieren

Stand oder Aussicht ziemlich gut fast

aps Winterweizen. Sommerweizen Winterroggen. ommerroggen

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ziemlich gut

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ziemlich gut

Kartoffeln Wiesenheu Das schon geerntete mittel zu nennen.

Heu und der Klee

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ind in j II. Ostgalizien. Alle Feldfrüchte stehen derzeit günstig und versprechen ein gutes Ernteergebnis. Besonders gut ist die Winterfrucht, weniger befriedigend die Sommerfrucht, und zwar die Hackfrüchte, die wegen verspäteten Anbaues kaum vor Anfang Juni aufgekommen sind. Der Hopfen entwickelt sich unter dem Einflusse reichlicher euchtigkeit bis zur vollen Drahthöhe und zeigt genug Seitentriebe. in Blüte stehende Frühhopfen beginnt hier und da schon Dolden zu bilden; Späthopfen setzt teilweise bereits Blüten an. Mit Rück⸗ sicht auf das gänzliche Fehlen von Schädlingen dürfte, nach dem gegenwärtigen Stande zu urteilen, die heurige Ernte besser ausfallen, als im vorigen Jahre. . b

ten Drittels

8. 88 Saatenstand in Italien während des le⸗ . des Monats

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des Monats Juni und des ersten Drittels Juli 1912.

Im allgemeinen und besonders in den nördlicheren Gegenden läßt der Stand des Korns, mit dessen Schnitt begonnen worden ist, auf eine reichliche Ernte schließen, während sie in Süditalien weniger günstig ausfallen wird. Die Weinpflanzungen stehen gut, auch wenn sie stellenweise von der Peronospora befallen sind; in Norditalien sogar sehr gut. Auch die Olivenkulturen versprechen eine gute Ernte. In den südlicheren Gegenden und in Ligurien zeigen die Obstpflanzungen einen reichlichen Behang. Gemüse und rote Rüben stehen fast überall gut; auch der Mais gedeiht üppig und verspricht einen guten Ertrag. In einigen Landstrichen von Piemont und in der Gegend von Lecco haben Hagelschauer die Felder ein wenig mitgenommen. b 1 Se dem ersten Drittel des Monats Juli hat man beinahe überall mit dem Dreschen des Weizens begonnen. Die Weinpflanzungen haben sich weiter gut entwickelt und lassen eine gute Ernte erhoffen, mit Ausnahme vielleicht einiger Gegenden in Sizllien, wo ihnen häufigerer Schirokko etwas Schaden zugefügt hat. Auch Mais und Olivenpflanzungen entwickelten sich weiter vorteilhaft. Fast überall klagt man jedoch über spärlichen Behang der Obft⸗ anpflanzungen mit Ausnahme Liguriens. Auch stehen die Feldfrüchte, ausschließlich Bohnen, spärlich. Gemüse und rote Rüben entwickelten sich weiter gut. Die Kartoffelernte ist reichlich ausgefallen. (Bericht des Kaiserlichen Generalkonsulats in G 25. Juli 1912.)

Der Stand der Saaten in den Niede. 8 am 15. Juli 1912. (Nach einer Veröffentlichung des niederländischen Ministeriums für Landwirtschaft.) Die nachstehende Tabelle gibt eine Uebersicht über die Anbau⸗ fläche in den Niederlanden in den Jahren 1910, 1911 und 1912. Gewächs Besäte Oberfläche in Hektar

1912 1911 1910 Winterweizess .. . .. 54 026G 53 474 48 281 Sommerweizen.. 3 656 4 065 6 467 Winterroggen.

223 481 223 291 219 956 Sommerroggen 2 515 2 073 2 062 Wintergerste

22 306 20 8 Sommergerste. 7 61 Hafer n. 41 006 Buchweizen .. 14 220 Bohnen (Pferde⸗ u 20 242 Erbsen. 26 141 Stammbohnen 6 305 Braune Senfsaat 851 Gelbe 1 247 Kümmelsaat. 693 Blaue Mohnsa ba6e. Tabak. Kanariensaat Eßkartoffeln Kartoffeln zu Fabrikations⸗ ö11“ Zuckerrüben. Zichorien.. Zwiebeln. Zuckerrübensaat wiebelsaat. Spinatsaat.. t. Radieschensaat 1ö1] b 1— Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, daß im Vergleich zu den Vorjahren in diesem Jahre mehr Erbsen, blaue Mohnsaat, Eß⸗ kartoffeln, Zuckerrüben, Zwiebeln und Gartenbaugewächse angebaut worden sind. Dagegen hat der Anbau von Kümmel, Hafer und ohnen abgenommen. 8 Das Uberaus günstige Wetter in den Monaten Juni und Juli, das der Trockenheit im Mai folgte, hat das Gedeihen der Saaten sehr gefördert. Ueberall ist Futter in Ueberfluß und die Heuernte ist sehr reich ausgefallen. Auch die verschiedenen Getreidearten ver⸗ sprechen eine ergiebige Ernte zu geben. Eine Ausnahme macht hiervon der spätgesäte Hafer, dem von der Larve der Fritfliege großer Schaden zugefügt wird. Auch die Hülsen⸗ früchte stehen gut. Die 2 en und Kartoffeln sind zwar un⸗ regelmäßig aufgegangen, sie entwickeln sich jedoch jetzt sehr vorteilhaft. Auch der Flachs wird eine gute Ernte geben. ““ 1 Weizen. In Seeland steht der Weizen im allgemeinen etwas dünn, sodaß dort der Strohertrag gleichwie bei den anderen Getreide⸗ arten nicht sehr ergiebig sein wird. Die Aehren haben sich aber gut entwickelt. Auch in Friesland sind hier und dort kahle Stellen. Sonst steht der Weizen überall gut oder sehr gut, ausgenommen in Utrecht und Seeland, wo er nur als gut oder ziemlich gut be⸗ zeichnet wird. Roggen.

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16 865 25 784 6 868 781 963

3 266 627 14 862 405 326 138 646

29 812 62 854 1 165 2 817 191 133

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Der Roggen wird, obwohl er infolge der Hitze in den letzten Tagen früh reif geworden ist, einen befriedigenden Ertrag abgeben. Auf dem Sand⸗ und Moorboden im Norden Hollands steht er im allgemeinen sehr gut, in Nordbrabant dagegen nur ziem⸗ lich gut. 8 8 1 .

Die Wintergerste hat sich namentlich in Groningen gut ent⸗ wickelt, ihr Stand ist dort als gut bis sehr gut zu bezeichnen, während er in Seeland durchschnittlich nur ziemlich gut bis gut ist. Sonst steht sie überall gut.

Die Sommergerste ist gut geraten.

und Pflanzen. Die Auesichten sind im allgemeinen gut, das v se8 der Ernte lich nstig. Einzelne Früchte kann man wie folg

r

afer. Der Stand des Hafers ist verschieden. In Groningen, Frielat und Nordholland steht er ausgezeichnet, sodaß er einen fehr

der vier nördlichen Provinzen verspricht er eine sehr gute Ernte zu eben. Im Süden und Osten des Landes hat er dagegen durch die ive der Fritfliege großen Schaden erlitten, sodaß dort die Ernte ziemlich schlecht ausfallen wird. In Limburg steht er schlecht, in Nordbrabant, Gelderland und Utrecht ziemlich schlecht.

Der Buchweizen ist überall gut oder ziemlich gut geraten Auch die Kanariensaat wird einen guten Ertrag liefern. Der Stand der blauen Mohnsaat ist in Groningen gut bis sehr gut, in Seeland ziemlich gut bis gut, im Westen von Nordbrabant ziemlich gut und in Nord⸗ und Südholland gut.

Die Kümmelsaat wird nur einen sehr kleinen Ertrag ergeben.⸗ In diesem Jahre sind nur 3266 ha angebaut gegen 8230 ha i Vorjahre. Auch Kohlsaat ist in diesem Jahre nur in ge⸗ ringem Umfange bestellt worden. Sie ist im allgemeinen gut an- gegangen. 1 8

Braune Senfsaat stebt in Nordholland auf Lehmboden gut, auf Sandboden nur mittelmäßig, auf Moorboden ziemlich gut. 1 Die gelbe Senfsaat wird in Groningen eine sehr gute, in Nordholland und Seeland eine gute Ernte geben. Der Flachs steht ungleichmäßig. Auch der Reifeprozeß verläuft nicht überall gleich; sogenannte böse Köpfe (kwade Koppen) kommen vielfach vor. Durchschnittlich wird sein Stand in Seeland ziemlich gut bis gut, in Groningen, Friesland, Südholland und Nordbrabant dagegen überall als gut bis sehr gut bezeichnet. Mit dem Pflücken ist bereits begonnen worden.

Der Stand der Kleesaat ist im allgemeinen gut, ausgenommen in Limburg, wo sie als ziemlich schlecht angegeben wird. 1 Bohnen und braune Bohnen stehen im allgemeinen gut oder sehr gut, ausgenommen in Limburg und Seeland, wo sie weniger gut geraten sind.

Die Erbsen leiden in der Provinz Seeland ziemlich stark an der sogenannten Johanniskrankheit. Ihr Stand ist daher dort auch nur ziemlich gut. Sonst versprechen sie überall eine gute Ernte.

er Stand der Kartoffeln ist im allgemeinen als gut zu bezeichnen, in einigen Gegenden, wie in Friesland und Groningen sogar als sehr gut. 8 1 . Die Fabrikkartoffeln stehen in Groningen gut bis in Drenthe sehr gut, in Overvssel jedoch nur gut.

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sehr gut be 8 1 8 Auch der Stand der Zuckerrüben wird durchschnittlich als gut oder sehr gut bezeichnet. b Die Zichorie verspricht überall einen guten Ertrag. Der Stand der Zwiebeln ist in Nordholland und Nord brabant ziemlich gut, in Südholland und Seeland dagegen gut.

ie Futterrüben stehen überall gut, ausgenommen in Süd⸗ holland und in SGe „de Graafschap“, wo der Stand nur al ziemlich gut angegeben wird. b Roter Klee Infolge der Trockenheit des Vorjahres ist nu wenig Klee auf den Feldern. Der Stand ist verschieden. In Groningen und Limburg ist er ziemlich schlecht, im Westen von Nordbrabant mittelmäßig, in anderen Gegenden dagegen ziemlich gut Der weiße Klee liefert eine gute Weide. b Die Luzerne steht in Seeland gut bis sehr gut, in den andere Gegenden gut. Weideland. Infolge des ergiebigen Regens im Jun⸗ die Weiden überall einen reichhaltigen Graswuchs aufzuweisen, de allerdings infolge der Hitze in diesem Monat stark gelitten hat. Zum größten Teil ist das Gras dennoch als sehr gut oder gut zu bezeichnen ausgenommen „de Graafschap“ und in Limburg,

8 9

Juni haben

in dem Landstrich wo es auf dem Sandboden nur ziemlich gut steht. Heu. Die Heuernte ist beendet. Sie hat, was Menge betrift einen sehr guten Schnitt ergeben. Auch im Monat Juli hat verspätete Ernte infolge des günstigen Wetters qualittaiv sehr be⸗ friedigt. An Kleeheu ist nur wenig gewonnen. Die Ernte war ir Groningen, Südholland und Limburg nur mittelmäßig, sonst war der Ertrag ziemlich gut bis gut.

8

ierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln. Türkei. Der Internationale Gesundheitsrat in Konstantinopel hat an⸗ geordnet, daß die Herkünfte von der Insel Java nicht mehr der Anwendung des Reglements über die Vernichtung der Ratten und Mäuse auf Schiffen unterliegen.

Gesundheitswesen, T

Aegypten. Der Internationale Gesundheitsrat in Alexandrien hat be⸗ schlossen, gegen Herkünfte aus Algier das Pestreglement anzuwenden. 1“

Verdingungen. 8 (Die näheren Angaben über Verdingungen, die beim „Reichs⸗ und Staatsanzeiger“ ausliegen, können in den Wochentagen in dessen Expedition während der Dienststunden von 9—3 Uhr eingesehen werden.)

Italien.

Direktion des Militärkommissariats des 1. Armeekorps in Turin. 3. August 1912, 10 Uhr Vormittags: Lieferung von 15 000 m grau⸗ grünem halbleinenen Stoff für Zelte, 5500 grau grünen Bajonett⸗ und Säbelscheiden aus Leder, 100 000 oxydierten eisernen Knöpfen, 80 000 Patronentaschengürteln, 65 000 grauen Ledergürteln Modell 1877 und 1891, 2000 Gürteln für Trommler, 3000 schwarzen Gürteln Modell 1893, 100 000 oxvdierten Eisenhaken für Patronsntaschen⸗ gürtel, 112 000 Patronentaschen verschiedener Art, und anderen Gegenständen in 79 Losen. Gesamtsicherheitsleistung 93 900 Lire. Zeugnisse ꝛc. bis 2. August. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichsanzeiger“. b 1b b

Generaldirektion der Staatsbahnen in Rom, 24. August 1912, 8 Uhr Vormittags: Bau des 1. Loses der 3388,46 m langen Eisen⸗ bahnstrecke Ronco —- Arquata. Voranschlag 5 297 200 L. Bewerbungs schreiben bis 13. August d. J. Vorläufige Sicherheitsleistung 200 000 L., endgültige 530 000 L. Näheres in italienischer Sprache

beim „Reichsanzeiger“.

Belgien.

9. August 1912, 1 ¼ Uhr. Hôtel de ville, Brüssel: Lieferung von Kabeln nebst Zubehör für den Elektrizitätsdienst. Sicherheits⸗ leistung 5000 Fr. Lastenheft 50 Centimes vom Bureau de la Comptabilité in Brüssel, Rue du Lombard. Eingeschriebene An⸗

ote zum 8. Augaust. geb 10. August 1912, 11 Uhr (anstatt 29. Juli). Hôtel de ville in Gent: Lieferung und Einrichtung der Heizung im Flandria Palace

6tel. Eingeschriebene Angebote zum 8. August. Bedingungen vom tadtsekretariat. .

16. August 1912, 11 Uhr. Bureaux du service des voies et travaux, Marché du vendredi 12 in Brügge: Lieferung von 73 400 Pflaster⸗, 1000 Kopf⸗ und 250 lfd. m Bordsteinen nach Muster 1 für die Station Menin. 15 000 Fr. Sicherheitsleistung 1500 Fr. Speziallastenheft Nr. 236 kostenfrei. Eingeschriebene Angebote zum 12. August. ““ 8

21. August 1912, 12 Uhr. Börse in Brüs el: Lieferung von 1100 kg Lötmasse für die Staatsbahnverwaltung. Sicherheitsleistung 400 Fr. Spezialavis Nr. 240. Eingeschriebene Angebote zum 17. August.

25. November 1912, 11 Uhr. 2. Direction 1 chaussées. Rue Van Schoonbeke 74, Antwerpen: Errichtung des eisernen Oberbaues und Lieferung der mechanischen und elektrischen Ausrüstung zweier Brücken über den Schelde⸗Maaskanal beim Bassin Lefebre in Antwerpen. Sicherheitsleistung 40 000 Fr. Lastenheft Nr. 133 zum Preise von 40 Cts. vom Bureau des adjudications zu beziehen. Eingeschriebene Angebote zum 21. November.

Demnächst. Höôtel de ville in Lüttich: Bau des Aus⸗ stellungsgebäudes der Stadt Lüttich auf der Weltausstellung Gent

des ponts et

guten Ernteertrag verspricht. Auch auf niedrig gelegenen Grundstücken

1913. 85 000 Bedingungen vom Stadtsekretariat. asten⸗