Seine Majestät der König haben den Anschluß der deutschen evangelischen Kirchengemeinden zu Karibib,
Omaruru und Usakos in Deutsch Südwestafrika an die preußischen
evangelische Landeskirche der älteren Provinzen der Monarchie Allergnädigst zu genehmigen geruht.
angelegenheiten. Bekanntmachung.
Der Charakter als Professor ist verliehen worden den
erlehrern Dr. Friedrich Behrens am Kaiser Wilhelms⸗Gymnasium in Wilhelmshaven,
Eduard Herff am Realgymnasium in Pasewalk
Wilhelm Ahlburg an dem in der Entwicklung begriffenen Realprogymnasium in Simmern,
Wilhelm Haken am Gymnasium in Neuß, Julius Ott an der Realschule in Kreuznach,
Dr. Walther Thoma am Gymnasium in Küstrin, Julius Tietz an der Fichte⸗Realschule in Schöneberg, Johannes Kaulbach am Pädagogium in Putbus,
Paul Beer am Comenius⸗Gymnasium in Lissa,
Walther Reichart an der Hohenzollernschule (Oberreal⸗ schulabteilung) in Schöneberg,
Dr. th. Gregor Schwamborn an dem in der Entwicklung begriffenen Prinz Georg⸗Gymnasium in Düsseldorf,
Gustav Pieckert am Realgymnasium in Nienburg a. Weser,
Dr. Kurt Gaebel an der Oberrealschule II in Cassel,
Karl Möhl am Gymnasium in Hersfeld,
Dr. Johannes Schwab am Gymnasium in Andernach,
Dr. Rudolf Bäumer am Gymnasium in Anklam,
Dr. Fritz Schulz am Realgymnasium in Bromberg,
Dr. Franz Heuck am Friedrichs⸗Werderschen Gymnasium in Berlin,
Dr. Clemens Möller am Gymnasium Georgianum in Lingen,
Aloys Messing am Gymnasium in Mayen,
Dr. Walter Leick an der Oberrealschule Lichterfelde,
Dr. med. et phil. Karl Franz am Friedrichs⸗Gymnasium in Berlin,
Max Schirmer am Realgymnasium in Frankfurt a. O.,
Otto Ullrich am Dreikönigs⸗Gymnasium in Cöln,
Willy Hunger am Gymnasium in Zehlendorf,
Friedrich Luhmann am Friedrich Wilhelms⸗Real⸗ gymnasium in Stettin,
Dr. Wilhelm Boß am Realgymnasium in Duisburg,
Dr. Alfred Pätzold an der Siemens⸗Oberrealschule in Charlottenburg,
Mar Georgesohn an der Realschule in Wehlau,
Dr. Wilhelm Koch am Gymnasium in Bochum,
Paul Demling am Gymnasium in Wongrovitz,
Bernhard Puppe am Gymnasium in Arnsberg,
Dr. Anton Kröger an der Handelsrealschule in Cöln,
Oswald Jahn am Stadtgymnasium in Halle a. S.,
Hermann Daub am Städtischen Gymnasium in Dortmund,
Dr. Wilhelm Helmke am Bismarck⸗Gymnasium in Wilmersdorf,
Paul Vetter an der Bismarckschule (Realgymnasium nebst in der Entwicklung begriffener Oberrealschule) in Han⸗ nover, Dr. Franz Scharrenbroich am Gymnasium in Saarlouis,
Emil Fuhry am Realgymnasium in Cöln⸗Nippes,
Hermann Künne am Realgymnasium nebst Gymnasium in Goslar,
Dr. Richard Achsel am Bismarck⸗Gymnasium in Wil⸗ mersdorf,
Martin Heinrich am Luisen⸗Gymnasium in Berlin,
Dr. Viktor Gehler an der Realschule in Diez,
Dr. Otto Kröhnert am Wilhelms⸗Gymnasium in Königs⸗ berg i. Pr.,
Dr. Heinrich Wallbott an der Oberrealschule in Wies⸗ baden,
Georg Kuhlmeyan derRealschule nebst Realprogymnasium in Mettmann,
Ludwig Fuchs an der Selektenschule in Frankfurt a. M.,
Dr. Albert Maier am Realgymnasium in Cöln⸗Nippes,
Adam Weygoldt am Realgymnasium in Kiel,
Dr. Oskar Haag am Gymnasium nebst Realgymnasium in Mülheim a. d. Ruhr,
Karl Meyer am Gymnasium in Lauban,
Dr. Heinrich Leßmann an der Leibniz-⸗Oberrealschule in Charlottenburg,
Dr. Rudolf Porsch an der in der Entwicklung begriffenen Oberrealschule in Düsseldorf,
Dr. Friedrich Fedde am Mommsen⸗Gymnasium in Char⸗ lottenburg,
Friedrich Heinze an der Oberrealschule in Marburg,
August Freisen am Gymnasium in Arnsberg,
Dr. Mar Thomas am katholischen Gymnasium in Glogau,
Dr. Wilhelm Kawalki an der Lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen in Halle a. S.,
Dr. Alfred Tienes am Werner Siemens⸗Realgymnasium
Schöneberg,
Friedrich Kawerau am Gymnasium in Rawitsch,
Albert Branchart am Kaiser Wilhelm⸗Realgymnasium nebst Realschule in Koblenz,
Dr. Hermann Frank am Städtischen Gymnasium nebst Realgymnasium in Cöln,
Rudolf Ideler am Gymnasium in Torgau,
Willy Oberhoff am Gymnasium nebst Oberrealschule in leumünster,
Jakob Michels am Gymnasium in Krotoschin,
Rudolf Petschke am Realgymnasium am Zwinger in Breslau,
Tr. Oskar Reck am gymnasium in Düsseldorf, Hermann Weist am Realgymnasium in Görlitz,
Dr. Paul Wirtz am Wöhler⸗Realgymnasium in Frank⸗ a. M.,
Franz Wagner am Progymnasium in Betzdorf⸗Kirchen, Dr. Max Pflänzel am Realgymnasium nebst Real⸗ schule in Naumburg a. S.,
Heinrich Rheingans an der Oberrealschule in Saar⸗ brücken,
Dr. Hermann Kassebaum am Realgymnasium Gymnasium in Goslar,
. Böttcher am Gymnasiu
in Groß
1.“
Städtischen Gymnasium nebst Real⸗
furt
nebst
Schleusinge
Gymnasi
Mar Tellering am Gymnasium nebst Realschule in Solingen,
Dr. Johannes Mühlau am Gymnasium in Ratzeburg,
Eduard Krebs am Realgymnasium in Barmen,
Georg Schümer am Realgymnasium in Magdeburg,
Eduard Sternitzky am Elisabet⸗Gymnasium in Breslau,
Bruno Meyer am Realgymnasium St. Johann in Danzig,
Hermann Post am Gymnasium in Warendorf,
Dr. th. Emil Metzner am Gymnasium in Culm,
Arthur Werner an der Oberrealschule I in Kiel,
Gerhard Langenberg am Gymnasium in Wattenscheid,
Anton Dünnewald am Gymnasium in Bocholt,
Theodor Stöckmann an dem in der Entwicklung be⸗ griffenen Realgymnasium nebst Realschule in Altenessen, Heinrich Brede am Realgymnasium nebst Realschule in Lennep,
Otto Peters am Gymnasium in Schrimm,
Georg Geisler an der Oberrealschule in Gleiwitz.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, den vorgenannten Professoren den Rang der Räte vierter Klasse zu verleihen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, dem Direktor Dr. Julius Müller am Progymnasium in Eupen den Rang der Räte vierter Klasse zu verleihen.
Berlin, den 12. August 1912. Der Minister der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten.
Dem außerordentlichen Lehrer an der Königlichen Aka⸗ demischen Hochschule für Musik in Charlottenburg, Königlichen Kammervirtuosen Emil Prill ist der Titel Professor verliehen worden.
8
““ Finanzministerium. Die K
Rentmeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse Rhein, Regierungsbezirk Cöln, ist zu
Evangelischer Oberkirchenrat.
Für ein in der Provinz Entre Rios (Argentinien) neu⸗ einzurichtendes drittes deutsch⸗evangelisches Pfarramt ist der Pfarrvikar Karl Stumpf aus Büdingen, Großherzogtum Hessen, berufen worden.
Vorlesungen und praktische Uebungen an der Königlichen Tierärztlichen Hochschule zu Hannover. Winterhalbjahr 1912/1913.
Geheimer Regierungsrat, Professor Dr. Tereg: Encvyklopädie und Methodologie der Tierheilkunde, in der zweiten Semesterwoche täglich von 11—12 Uhr Vormittags. — Physiologie II, Montag bis Donnerstag von 12—1 Uhr Mittags, 4stündig. — Phvysiologische Chemie, Freitag und Sonnabend von 12—1 Uhr Mittags, 2 stündig.
Professor Dr. Arnold: Pganische Chemie, von 1—2 Uhr Nachmittags, 6 stündig.
Professor Boether: Anatomie der Haustiere, Montag, Diens⸗ tag und Mittwoch von 9—10 Uhr Vormittags und von 12—1 Uhr Mittags, Donnerstag, Freitag und Sonnabend von 12—1 Uhr Mittags, in der ersten Semesterhälfte 9 stündig, in der zweiten Semesterhälfte 6 stündig. — Anatomische Uebungen, täglich Vor⸗ mittags von 9—12 Uhr.
Professor Dr. Malkmus: Spezielle Dienstag bis Sonnabend von 9 —10 Uhr Vormittags, 5 stündig. — Medizinisch⸗propädeutische Klinik, Dienstag von 8 —9 Uhr Vormittags und Sonnabend von 12 —1 Uhr Mittags, 2 stündig. — Spitalklinik für große Haustiere (Medizinische Klinik), täglich Vormittags von
10— 12 Uhr.
Professor Frick: Theorie des Hufbeschlages, Sonnabend von 9 — 10 Uhr Vormittags, 1 stündig. — Spezielle Chirurgie, Montag von 9—10 Uhr Vormittags, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 12—1 Uhr Mittags, 4 stündig. — Chirurgisch⸗propädeutische Klinik, Freitag von 8—9 Uhr Vormittags, 1stündig. — Spital⸗ klinik für große Haustiere (Chirurgische Klinik), täglich Vormittags von 10— 12 Uhr. — Operationsübungen, Montag und Mittwoch von 2—4 Uhr Nachmittags, 4 stündig.
Professor Dr. Rieve Fleischbeschau mit Demonstratibnen, Montag, Mittwoch und Sonnabend von 12 — 1 Uhr Mittags, 3 stündig. — Spezielle pathologische Anatomie, Montag, Dienstag und Don⸗ nerstag bis Sonnabend von 1—2 Nachmittags, 5 stündicg. — Milch und Milchkontrolle, Mittwoch von 1—2 Uhr Nachmittags, 1stündig. — Pathologisch⸗anatomische Demonstrationen, je nach Material. — Obduktionen, täglich, je nach vorhandenem Material.
Hrofessor Dr. Künnemann: Arzneimittellehre (Pharmakognosie und Pharmakodynamik), Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 8—9 Uhr Vormittags und Freitag von 4—5 Uhr Nachmittags, 4stündig. — Spitalklinik für kleine Haustiere, täglich Vormittags von 10—12 Uhr.
Professor Dr. Mießner: Diätetik (Hygiene), Montag bis Mittwoch von 8—9 Uhr Vormittags, 3stündig. — Die Tätigkeit des beamteten Tierarztes, Freitag von 8 — 9 Uhr Vormittags, 1 stündig. — Hvygienische und seuchenklinische Uebungen und Demonstrationen, Sonnabend von 8—9 Uhr Vormittags, 1 stündig. Uebungen im Anfertigen von Berichten.
Professor Dr. Oppermann: Exterieur des Pferdes und der übrigen Arbeitstiere, Dienstag von 3—5 Uhr Nachmittags, 2stündig. — Tierzuchtlehre und Gestütskunde, Montag, Freltag und Sonnabend von 8—9 Uhr Vormittags, 3stündig. — Bujatrik, Donnerstag von 8— 9 Uhr Vormittags, 1 stündig. Ambulatorische Klinik
Professor Haeseler: Physik, Montag von 5—6 Uhr Nachmittags und Dienstag bis Freitag von 6—7 Uhr Nachmittags, 5stündig. — Physikalische Uebungen, Freitag von 7—8 Uhr Nachmittags, 1 stündig.
Professor Dr. Otto: Ueber das Wesen und die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten des Menschen und sonstige hygienische Fragen, Montag von 4—5 Uhr Nachmittags, 1 stündig.
Professor Dr. Ude: Zoologie, Montag von 6—7 Uhr Nachmittags und Dienstag bis Freitag von 5—6 Uhr Nachmittags, 5stündig.
Obertierarzt Koch: Fleischbeschaukurse auf dem hiesigen Schlacht⸗ hofe, jeder Kursus von Zwöchiger Dauer.
Prosektor Dr. Herbig: Anatomisches Repetitorium, Montag bis Donnerstag von 5—6 Uhr Nachmittags, 4 stündig.
Repetitor Gläßer: Repetitorium der pathologischen Anatomie, Freitag von 3—4 Uhr Nachmittags, 1 stündig.
Repetitor Dr. Wolff: Chemische Repetitorien, Mittwoch bis Freitag von 6—7 Uhr Nachmittags, 3 stündig. 8
Repetitor Lorscheid: Uebungen in der chemischen und mikro⸗ skopischen Diagnostik, Donnerstag von 3—4 Uhr Nachmittags, 1 stündig.
Dr. Gerke: Pharmazeutische Uebungen, täglich Vormittags von 9—1 Uhr und Nachmittags von 4—5 Uhr.
Repetitor Dr. Tang: Repetitorium der Chirurgie, Dienstag von 3 — 4 Uhr Nachmittags, 1 stündig.
Zur Aufnahme als
Pathologie und Therapie,
Absolvierung eines Oberrealschule oder
einer durch die zuständige Zentralbehörde als gleichstehend anerkannt höheren Lehranstalt erforderlich. Der Nachweis ist durch Vorlegung des Reifezeugnisses einer der bezeichneten Schulen zu führen.
Ausländer können mit geringeren Vorkenntnissen aufgenommen werden, wenn sie die Zukassung zu den tierärztlichen Prüfungen in Deutschland nicht beanspruchen.
Nähere Auskunft erteilt auf Anfrage unter kostenfreier Zusendung des Programms
Hannover, im August 1912.
die Direktion der Tierärztlichen Hochschule. Mit Wahrnehmung der Direktoratsgeschäfte beauftragt: Dr. Tereg.
—
Angekommen: .““ Direktor im Justizministerium, Wirkliche Geheime Oberjustizrat Dr. Bourwieg. Abgereist: Seeine Exzellenz der Präsident des Evangelischen Ober⸗ kirchenrats, Wirkliche Geheime Rat D. Voigts mit Urlaub. Der Direktor im Justizministerium, Wirkliche Geheime
Oberjustizrat Dr. Mügel.
Nichtamtliches.
Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 20. August.
Vor dem Technischen Oberprüfungsamte in Berlin haben in der Zeit vom 1. April 1911 bis dahin 1912 im ganzen 329 preußische Regierungsbauführer die Staats⸗ prüfung im Baufache nach den Vorschriften vom 1. Juli 1900 bezw. 1. April 1906 abgelegt, und zwar 126 für das Hochbaufach, 92 für das Wasser⸗ und Straßenbaufach, 68 für das Eisenbahnbaufach und 43 für das Maschinenbaufach.
Von diesen Bauführern haben 290 die Prüfung bestanden und zwar 121 im Hochbaufach, 71 im Wasser⸗ und Straßen⸗ baufach, 61 im Eisenbahnbaufach und 37 im Maschinenbaufach. Das Prädikat „mit Auszeichnung“ wurde 6, das Prädikat „gut“ 20 Prüflingen zuerkannt.
Die Bauführer, welche die Prüfung bestanden haben, sind sämtlich zu Regierungsbaumeistern ernannt worden.
Von 724 Regierungsbaumeistern, die am 1. April 1911 im Staatsdienst beschäftigt waren, gehörten dem Hoch⸗ baufache 237, dem Wasser⸗ und Straßenbaufache 197, dem Eisenbahnbaufache 165 und dem Maschinenbaufache 125 an.
Im Laufe des Etatsjahres 1911 sind etatsmäßig ange⸗ stellt worden: 100 Regierungsbaumeister, und zwar im Hoch⸗ baufach 28, im Wasser⸗ und Straßenbaufach 16, im Eisenbahn⸗ baufach 29 und im Maschinenbaufach 27.
Verstorben sind: 1 Regierungsbaumeister des Hochbau⸗ faches und 1 Regierungsbaumeister des Eisenbahnbaufaches.
Aus dem Staatsdienst entlassen sind 95 Regierungsbaumeister. Davon gehörten dem Hochbaufache 54, dem Wasser⸗ und Straßen⸗ baufache 28, dem Eisenbahnbaufache 3 und dem Maschinen⸗ baufache 10 an.
Das Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats, Wi licher Geheimer Oberkonsistorialrat Hage mann ist mit Urlaub abgereist.
Das Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats, Wirk⸗ licher Geheimer Oberkonsistorialrat D. Koch ist vom Urlaub zurückgekehrt.
Laut Meldung des „W.
am 17. August in San Paolo de berg“ am 18. August in Beppu äm 18. August in Ningpo, M. S. „Leipzig“ am 19. August in Nagasaki, der Dampfer „Titania“ am 18. August in Tsingtau und S. M. SS. „Scharnhorst“ mit dem Geschwaderchef an Bord und „Jaguar“ sowie S. M. Torpedoboot „S 90“ am 18. August in Taku ein⸗ getroffen.
apan),
Kiel, 19. August. Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen hat, „W. T. B.“ zufolge, heute abend 8 Uhr 50 Minuten die Reise nach Japan an⸗ getreten. Ihre Königlichen Hoheiten die Frau Prinzessin und die Prinzen Waldemar und Sigismund waren zur Verab⸗ schiedung auf dem Bahnhof anwesend. In der Begleitung de Prinzen befinden sich der Hofmarschall Freiherr von Secken dorff, der persönliche Adjutant, Kapitänleutnant von Tyszka und der Leibarzt, Marinestabsarzt Dr. med. Bilfinger. Von Seiner Majestät dem Kaiser und König sind Seiner Königlichen Hohei beigegeben worden: der Kommandant von Berlin, General leutnant von Böhn und Korvettenkapitän Köhler vom Admiral stab der Marine.
Anhalt. „Seeine Hoheit der Herzog Friedrich II. hat gestern sein 56. Lebensjahr vollendet.
“
Großbritannien und Irland.
das „Reutersche Bureau“ erfährt, antwortete der Staatssekretär des Aeußern Grey auf die Einladung Oesterreich⸗Ungarns mit der Mitteilung, er werde glücklich sein, in einen Meinungsaustausch über die Lage der Balkan⸗ provinzen des ottomanischen Reiches einzutreten.
Wie
Der Ministerpräsident Canalejas befragte den Kriegs minister über die Besetzung Arzilas durch die Spanier. Der Kriegsminister antwortete, wie „W. T. B.“ aus Madrid meldet, er habe keine Nachricht darüber. Der Ministerpräsident erklärte darauf, ein solches Vorkommnis fei unmöglich, es müßte denn etwas Außerordentliches vorgelegen haben; jedenfalls sei, wenn die Besetzung zuträfe, ihre Bedeutung geringer, als wenn sie sich früher ereignet hätte. u““
8
“ Türkei.
Es bestätigt sich, daß der Minister des Innern Damad scherif infolge von Meinungsverschiedenheiten im Kabinett regen der Ersetzung einiger jungtürkischer Walis seine Ent⸗ gfung genommen hat. Zu seinem Nachfolger soll, „W. T. B.“ gfolge, der ehemalige Wali von Janina, der Albanese Aly wiza Bey ausersehen sein. Zum Minister der öffentlichen irbeiten ist der ehemalige Kriegsminister Salih Pascha mannt worden.
Vorgestern sollte, wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel mneldet, in Uesküb eine Besprechung zwischen den Chefs der Albanesen und Ibrahim Pascha stattfinden. Als die Albanesenführer in Begleitung von 300 bewaffneten Albanesen rschienen, forderte Ibrahim Pascha, daß die Waffen entfernt wcürden. Die Albanesenführer zogen hierauf ab. Es heißt, daß Besorgnisse gehegt werden, die Albanesen könnten die Waffen⸗ ager plündern. Diese sind von starken Truppenabteilungen be⸗ pacht. Die Banken und die Handelshäuser haben den Ge⸗ shäftsverkehr eingestellt. Truppen bewachen alle bedeutenden bunkte der Stadt. Auf den umliegenden Höhen sind Geschütze zufgestellt. Es heißt, daß die Albanesenführer gespalten seien. zassan Bey soll die Rückkehr der Albanesen aus Uesküb zünschen, während Riza Bey die Verteilung der Waffen unter de Albanesen verlangt, widrigenfalls er die Waffenlager werde güündern lassen.
Nach einer Meldung desselben Bureaus soll die Pforte rfahren haben, daß Montenegro die Reservisten der Artillerie mobilisiere; sie habe militärische Maßnahmen an⸗ zordnet, um einem plötzlichen Angriff vorzubeugen.
Im Laufe des gestrigen Tages sind weitere Truppen⸗ ransporte von Saloniki nach Köprülü abgegangen, wo Vorbereitungen gegen etwaige Umgehungsversuche der Arnauten zetroffen worden sind. Said Pascha, der Kommandant des zolonikier Korps, ist mit der Leitung der bei Köprülü zusammen⸗ gezogenen Truppen betraut worden. Der Markt von Köprülü st infolge der dort herrschenden Aufregung gesperrt.
Die Montenegriner setzen die Feindseligkeiten gegen Berane fort, das wiederholt dringend Verstärkungen berlangt hat. Ibrahim Pascha veranlaßte von Uesküb aus die Einberufung der Redifs in Ipek und Djakova. Falls diese m Rufe Folge leisten, sollen sie nach Berane geschickt werden.
Die Führer des jungtürkischen Komitees haben 27 Provinz⸗ kmitees zu dem am 15. Ramasan in Konstantinopel statt⸗ fndenden jungtürkischen Kongreß einberufen.
Dänemark.
Der neuernannte deutsche Gesandte Graf von Brock⸗ dorff⸗Rantzau wurde, wie „W. T. B.“ aus Kopenhagen
ldet, gestern vom König zur Ueberreichung seines Be⸗ zaubigungsschreibens und später auch von der Königin mpfangen.
Amerika.
Wie „W. T. B.“ aus Washington meldet, hat der Prä⸗ jdent Taft an den Kongreß eine Sonderbotschaft gerichtet, i der er dringend dazu rät, einen Abänderungsantrag zur banamakanalbill anzunehmen, der den fremden Nationen gestattef, die Frage der Gebührenfreiheit von amerikanischen Gerichtshöfen prüfen zu lassen.
In der bereits erwähnten Sonderbotschaft an den kongreß gibt der Präsident Taft derselben Quelle zufolge sinem Wunsche Ausdruck, die Panamakanalbill zu unter⸗ schnen, erklärt aber, es sei von größter Wichtigkeit, daß der ite Glaube der Vereinigten Staaten von den fremden Re⸗ zerungen anerkannt werde. Die Botschaft des Präsidenten zrde gestern im Kongreß verlesen und kommt heute vor die
nmmission beider Häuser, die sich bemühen werden, eine Ent⸗ heidung im Sinne Tafts herbeizuführen. Die Ent⸗ chließung, die der Präsident vorschlägt, beginnt mit der Er⸗ sürung, daß nichts in der Kanalbill so aufgefaßt werden dürfe, tz ob sie eine Bestimmung des Hay⸗Pauncefote⸗Vertrages auf⸗ tebe oder die juristische Auslegung des Vertrages berühre oder echte und Privilegien beeinträchtige, die fremde Nationen turch Verträge mit den Vereinigten Staaten mit Bezug auf
Gebühren oder andere Abgaben für die Durchfahrt durch den Panamakanal erworben hatten oder erwerben würden.
Eine gemeinsame Konferenz von Ausschüssen des Senats ind des Repräsentantenhauses hat sich auf den Bau eines Schlachtschiffes vom Dreadnoughttyp, für das 15 Millionen Tollar aufgewendet werden sollen, geeinigt. Die Republikaner taten zwei Schiffe gefordert.
Asien. Das „Reutersche Bureau“ meldet aus Peking: Nach einer fürmischen Sitzung hat die Nationalversammlung mit 52 gegen Ilj Stimmen beschlossen, an den Präsidenten Nuanschikai eine
ettion zu richten, er solle nähere Aufklärung über den Tat⸗
tstand geben, auf Grund dessen zwei Offiziere unter der geichuldigung, sie hätten zu einer neuen Revolution auf⸗ mneizen versucht, verhaftet und ohne Urteil erschossen worden ind. Die Petition verlangt m drei Tagen Antwort. Wenn de Antwort unbefriedigend ausfällt, will die Nationalversamm⸗ ng J)uanschikai auffordern, persönlich Erklärungen abzugeben:; venn auch diese Antwort unbefriedigend bleibt, will das Haus wanschikai oder der gesamten Regierung ein Tadelsvotum aus⸗ rrechen. Die Hinrichtung der Offiziere hat in der ganzen Kovinz Hupe große Erregung hervorgerufen. Afrika.
Die „Agenzia Stefani“ meldet unter dem 19. d. M. aus PGlara: Gestern machten zwei Eskadronen Kavallerie, unter⸗ ust vom 6. Eingeborenenbataillon, einen weiteren Zug in der ingegend von Abdessamad und fanden die Oasen Giamil und bescia geräumt. Streifwachen, die nach Regdaline entsandt kärden, bestätigten, daß auch diese Oase vom Feinde geräumt 8 1 Verbindung Zuaras mit Sidi Abdessamad ist her⸗ ellt. „Wie dem „W. T. B.“ aus Marrakesch vom 15. d. M. meldet wird, hat der französische Konsul Anweisung erhalten, Stadt zu verlassen. Die Streitmacht El Hibas befindet sich er Nähe der Stadt. Dieser können etwa 1000 Mann, die
aus regulären Truppen sowie Mannschaften El Glauis Mtugis zusammensetzen, gegenüber gestellt werden. „Eine spanische Abteilung von 50 Mann hat vor⸗ Rern, ohne auf Widerstand zu stoßen, Arzila besetzt.
Literatur.
6 Dora Duncker: Bergeholz Söhne. Roman. Verlag von vrüder Paetel. (Preis 5 ℳ, geb. 6 ℳ.) Die Verfasserin, die auf eine stattliche Anzahl von Werken zurückblicken kann, hat
8
v“ 8 1e“ 1 sich in diesem Buche, das die Geschichte einer Verlagsfirma bringt, die Durcharbeitung ihrer Aufgabe zu leicht gemacht. Der Leutnant, der das unschuldige Mädchen entführt, um seine Schulden bezahlen zu können, die verführerisch schöne Groß⸗ stadtwitwe mit den moralischen Mängeln, die gute rührende Mutter, das stille, bescheidne und kluge Mädchen, das dem treulosen Bräutigam die Treue in ihrem Herzen bewahrt, der biedere Arbeitsmensch, der geniale Draufgänger, — sie alle bleiben im Typischen stecken. In der Darstellung finden sich einige gute Ansätze, die aber nur zu rasch von einer recht trivialen Ausdrucksweise abgelöst werden. Somit kommt der Roman über den Wert einer Unterhaltungslektüre nicht hinaus.
— C. v. Dornau: Briefe einer angehenden Schwieger⸗ mutter. Verlag von Trowitzsch u. Sohn. (Preis 2 ℳ, geb. 3 ℳ.) Diese Briefe schreibt die Mutter eines erwachsenen Mädchens an ihren zärtlich geliebten Ehemann aus dem Bade Kissingen. Sie enthalten die Entwicklung einer harmlos fröhlichen Liebesgeschichte zwischen dieser Tochter und einem Assessor, der sich eines vorgeschobenen Herzleidens wegen auch nach Kissingen begab. Eine verkleidete Heiratsvermittlerin und ein junger Ungar müssen zu einigen kleinen Verwicklungen her⸗ halten. Die hübsche Ausstattung und der flotte Stil empfehlen das Buch zur Unterhaltungslektüre.
— Konstantin von Golowin: Moderne Heiden. Roman aus der zeitgenössischen Petersburger Gesellschaft. Aus dem Russischen übersetzt von Viktor von Rautenfeld. Dieterichsche Verlagsbuch⸗ handlung Theodor Weicher, Leipzig. (Preis 3 ℳ, geb. 4 ℳ). Der Roman scheint aus einer genauen Kenntnis des Petersburger Gesellschaftslebens heraus geschrieben zu sein. Leider nimmt das, was nur als Folie dem eigentlichen Roman hätte dienen sollen, einen so breiten Raum ein, daß die Handlung dagegen als dürftig empfunden wird. Der Stil ist sachlich bis zur Trockenheit, ohne allen Schwung und ohne Schönheit. Während der Verfasser dem Leser zumutet, seitenlange Unterhaltungen über Politik und russische Zustände in sich aufzunehmen, faßt er sich bei seelischen Konflikten, die bestimmend für die Handlung sind, überraschend kurz. So wird das Lesen des 473 Seiten langen Buches mehr zu einer Arbeit, die uns über allerlei unerquickliche Zustände unterrichtet, als zu einem Sern oder auch nur zu einer Unterhaltung.
Ungarische Reisebilder. Bericht über eine Gesellschafts⸗ reise der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft von Erich Vielhaack, Hauptmann a. D., mit Beiträgen von Gustav Rau. (Arbeiten der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Heft 204.) Für Mitglieder kostenfrei, im Buchhandel (Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Berlin SW.) 2 ℳ. — Auf 95 Textseiten und 16 Bildertafeln sind die Sehenswürdigkeiten landwirtschaftlicher und landschaftlicher Art ge⸗ schildert, die den Teilnehmern dieser Gesellschaftsreise der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft vor Augen geführt wurden. Die großen Gestüte wie die Gutsbetriebe ungarischer Magnaten ließen die hervor⸗ ragende Bedeutung der ungarischen Tier⸗, namentlich Pferdezucht er⸗ kennen. Aber auch der übrige Landwirtschaftsbetrieb kam zu vollem Rechte. Besonders erwähnt seien die eigenartigen Verhältnisse der Heee ag Pästta und die Weingebiete von Tokaj, die ebenfalls besucht wurden.
Statistik und Volkswirtschaft.
8
Zur Arbeiterbewegung.
Zu der im Cöln⸗Mülheimer Bezirk vor etwa vierzehn Tagen in der Metallindustrie (vgl. Nr. 186 d. Bl.) ausge⸗ brochenen, hauptsächlich auf Verkürzung der Arbeitszeit hinzielenden Bewegung wird der „Köln. Ztg.“ berichtet, daß von 73 in Betracht kommenden Firmen etwa 50, darunter zahlreiche Groß⸗ betriebe, sich bereit erklärt haben., über die Forderungen mit ihren Arbeitern zu verhandeln. Eine Anzahl Großbetriebe erklärten, man zweifle nicht daran, daß bei den Verhandlungen ein Weg zur Ver⸗ ständigung gefunden werde. Die Verhandlungen dürften Anfang nächster Woche stattfinden.
Nach achtwöchiger Dauer des Ausstands ist, wie „W. T. B.“ aus Mülhausen (Elsaß) meldet, die Arbeit in der Sennheimer Kammgarnspinnerei wieder aufgenommen worden, ohne daß die Forderungen der Ausständigen bewilligt worden wären. — Ein neuer Ausstand ist in der Kammgarnspinnerei von Koechling⸗ Schmidt in Mülhausen ausgebrochen, wo gestern nachmittag 120 Aufstecker und Ansetzer die Arbeit niederlegten und eine Neu⸗ regelung des Tarifs forderten. Der Ausstand in den Baumwoll⸗ spinnereien von Kullmann und von Kmieg u. Co. dauert fort.
Bei den Bemühungen zur Beilegung des Ausstands im Londoner Hafen ist es, wie „W. T. B.“ berichtet, in den Docks von Tilbury wiederholt zu Schlägereien zwischen organisierten und nichtorganisierten Arbeitern gekommen. Wäh⸗ rend gestern eine solche Schlägerei im Gange war, bei der von Revolvern Gebrauch gemacht wurde, brach auf bisher un⸗ aufgeklärte Weise in einem Jutelagerraum ein Feuer aus, das großen Schaden anrichtete. Gestern wurde auf Ersuchen der Behörden der Grafschaft Essex eine starke Abteilung Londoner Polizei nach Tilbury gesandt, eine weitere Abteilung wird in Snen Ho! gehalten.
In Malaga haben, „W. T. B.“ zufolge, die Hafenarbeiter, die in ihrer Mehrzahl sich im Ausstand befanden, beschlossen, die Arbeit bis zur Verkündigung des allgemeinen Ausstands wieder aufzunehmen, um eine Benachteiligung des Hafens von Malaga gegenüber den anderen Häfen zu vermeiden. — In Saragosja beträgt die Zahl der Ausständigen 6000 Mann. Es herrscht vollkommene Ruhe.
In Santos ist, wie „W. T. B.“ meldet, neuerdings unter den Hafenarbeitern der allgemeine Ausstand ausgebrochen. Dreißig im Hafen liegende Schiffe sind in Mitleidenschaft gezogen. Man befürchtet Unruhen. (Vgl. Nr. 197 d. Bl.)
(Weitere „Statistische Nachrichten“ s. i. d. Ersten Beilage.)
Wohlfahrtspflege.
Belastung des Haushalts der kommunalen Armenpflege durch den Alkoholismus.
Auf Grund einer Erhebung des Pommerschen Städtetages hat der Magistratsassessor Schmidt (Stettin) über die Frage „Trunksucht und Armenkosten“ einen Bericht erstattet, aus dem das „Kommunal⸗ blatt“ (Nr. 20 vom 10. Juli d. J.) einen Auszug bringt. Nach diesem ist in dem Referat von Schmidt, in dem zunächst die Schwierig⸗ keiten für eine derartige Feststellung betont sind, u. a. mitgeteilt: „Immerhin führt uns das Ergebnis der bisher vorgenommenen Unter⸗ suchungen mit voller Ueberzeugung zu der betrübenden Gewißheit, daß die Belastung des kommunalen Haushalts durch den Alkoholismus in Deutschland eine sehr erhebliche ist und sich zahlenmäßig etwa mindestens auf 20 bis 30 % beläuft. Nach bescheidenen Schätzungen auf Grund sorgfältig geprüfter Unterlagen gibt es in Deulschland mindestens 300 000 Trunkenbolde, die mehr oder meniger, meist aber dem Stadtsäckel zur Last fallen. Diese 300 000 Trunkenbolde und alle diejenigen Personen, die sich in Gemeinschaft dieser Leute, dem schlechten Beispiel folgend, auf dem abschüssigen Wege zur Trunksucht befinden, sie, ihre Frauen und ihre Kinder belasten die Kommunen durch Ausgaben für laufende, regel⸗ mäßige Unterstützungen, für vorübergehende einmalige Beihilfen, bei Arbeitsnot und im Winter, in Krankheitsfällen für Arzt und Apotheker, für Kranken⸗ und Siechenhäuser, für Erholungsheime und Heilanstalten, für Polizei⸗ und sonstige Sicherheitsmaßregeln, für Gefängnisse, Zucht⸗ häuser, Irren⸗ und Besserungsanstalten und endlich nach dem Tode durch Unterstützungen für Witwen und Waisen. Zur Verwaltung aller dieser Anstalten kommt noch ein Heer von Beamten und der Aufwand für ihre Gehälter und Pensionen. Dabei sind alle diese Trinker Drohnen im Stadt⸗ haushalt. Sie verursachen nur Unkosten und bringen nie etwas ein, sodaß eine Stadt nicht nur ihre Steuerkraft verliert, sondern auch noch Unsummen
1
1“ “ 1— “ — hinzuzahlen muß zur Deckung von Ausgaben, die ohne Alkoholmißbrauch
nie entstanden sein würden. — Die Schäden des Alkohols am Volks⸗ körper sehen wir, die dadurch verursachten Kosten, die den Stadtsäckel schwer belasten, verspüren wir an dem immer strafferen Anziehen der Steuerschraube. Da ist Notwehr am Platze.“ Als Abwehrmittel sind vom Berichterstatter vor allem ausgiebige Aufklärung durch Wort und Schrift und sodann organisierte Trinkerfürsorge empfohlen.
Bauwesen.
Ein Wettbewerb um Vorentwürfe für einen Be⸗ bauungsplan zu einer Arbeiterkolonie in Wiesdorf bei Cöln a. Rhein wird unter deutschen Architekten bis zum 4. No⸗ vember ausgeschrieben. Das Preisgericht besteht aus den Herren: Generaldirektor, Geheimer Regierungsrat, Professor Dr. C. Duis⸗ berg, Leverkusen; Direktor, Chefingenieur L. Girtler, Leverkusen; Ge⸗ heimer Oberbaurat, Professor Hofmann, Darmstadt; Professor Hein⸗ rich Metzendorf, Bensheim; Architekt H. Blatzheim, Leverkusen; Regierungsbaumeister K. Fabri, Wiesdorf. Drei Preise von 5000, 3000 und 2000 ℳ sind ausgesetzt, weitere Entwürfe zum Preise von 1000 ℳ anzukaufen, bleibt vorbehalten. Die Unter⸗ lagen sind gegen Einsendung von 5 ℳ, die den Einsendern von Ent⸗ würfen zurückerstattet werden, von der Ingenieurverwaltung der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer u. Co. in Leverkusen bei Cöln am Rhein zu beziehen.
Einen öffentlichen Wettbewerb zur Plänen für den Bau eines städtischen Museums in Wien (Kaiser⸗Franz⸗Joseph⸗Stadtmuseum) nebst Lageplan der Umgebung veranstaltet der Gemeinderat mit Frist bis zum 1. März 1913. Zur Teilnahme an dem Wett⸗ bewerb sind alle dem österreichischen Staatsverbande an⸗
Erlangung von
gehörigen deutschen Architekten ohne Rücksicht auf ihren Wohnsitz
berechtigt. Ausgesetzt sind ein erster Preis von 12 000 Kronen, zwei zweite Preise von je 9000 Kronen, zwei dritte Preise von je 6000 Kronen, drei vierte Preise von je 3000 Kronen. Die Unterlagen des
Wettbewerbs werden den Bewerbern durch die städtische Hauptkasse
(Wien I, Neues Rathaus, hochparterre) gegen 5 Kronen übersandt. Alle sonstigen Bestimmungen enthalten das Bauprogramm, die Wett⸗ bewerbsbestimmungen und die sonstigen Behelfe (Lagepläne usw.).
Verkehrswesen.
Heft 8 vom Jahrgang 1912 der „Zeitschrift für Klein⸗ bahnen“, herausgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, zugleich Organ des Vereins deutscher Straßenbahn⸗ und Kleinbahn⸗ verwaltungen (Verlag von Julius Springer in Berlin W.), mit folgendem Inhalt: Regierung über den Bau von wicklung des Kleinbahnwesens in im Laufe des Jahres 1911 (nach amtlichen Quellen); Die Straßenbahnen in. Frankreich im Jahre 1908; Die schweize⸗ rischen Kleinbahnen im Jahre 1910. — Kleine Mitteilungen Neuere Projekte, Vorarbeiten, Konzessionserteilungen, Betriebs eröffnungen und Betriebsänderungen von Kleinbahnen: Die Klein bahnen in England; Die Untergrundbahn 2 Süd in 2 Bücherschau, Zeitschriftenschau. —
5 SIeinbaßnperwaltungon- Straßen und Kleinbahnverwaltungen Straßen⸗
erufsgenossenschaft; Patentbericht (mit 5 Ab⸗
aus Geschäftsberichten: (1) Heidelberger
und Bergbahn⸗Aktiengesellschaft; 2) Kommunale
enbahngesellschaft Landkreis Gelsenkirchen; 3) Rheinische
esellschaft;: 4) Hirschberger Talbahn, Aktiengesellschaft; 5) Würz⸗
burger Straßenbahnen, Aktiengesellschaft; 6) Strausberg— Herzfelder
Kleinbahn⸗Aktiengesellschaft. — Statistik der deutschen Kleinbahnen für den Monat Juni 1912.
Die Ent⸗ Westpreußen
Die
Straßenbahnen; der Provinz
Theater und Musik.
Die neue Donnerstag, 22. August. Das Königliche Opernhaus kündigt als erste Vorstellung den „Rosenkavalier“, das Königliche Schau⸗ spielhaus den „Großen König“ an. Der Kartenverkauf für die an den Anschlagsäulen bis zum 26. einschließlich bekanntgegebenen Vor⸗ stellungen hat bereits begonnen.
Im Theater in der Königgrätzerstraße beginnt die zweite Spielzeit am 1. Oktober. Das vergangene Spieljahr, das erste unter der Leitung von Meinhard und Bernauer, brachte Werke von Max Dauthendey, Korfiz Holm, Heinrich Mann, Georg Hermann, Rideamus, August Strindberg und Karl Roeßler; es wurden außer den „Fünf Frankfurtern“, deren Aufführungsziffer sich dem dritten Hundert nähert, Dauthendeys „Spielereien einer Kaiserin“ 57 mal, Holms „Hundstage“ 20 mal gespielt. Heinrich Manns „Schau⸗ spielerin“, die als Sondervorstellung gegeben wurde, wurde zweimal wiederholt, ebenso oft die als Strindbergfeier gegebene „Königin Christine“, mit Irene Triesch in der Titekrolle. Die letztgenannte Künstlerin ist vom 1. Oktober an dauernd für das Theater in der Königgrätzerstraße verpflichtet worden.
Mannigfaltiges. Berlin, 20. August 1912.
Ueber die Witterung in Norddeutschlan Juli 1912 berichtet das Königlich preußische Institut auf Grund der angestellten Beobachtungen: Der Juli war warm, meist heiter, trocken und sonnig. Nur im Südwesten des Gebietes erwies sich die Bewölkung als etwas zu groß, die Sonnen⸗ scheindauer als zu gering, während die Niederschläge zwar stellenweise in Nordwest⸗ und Mitteldeutschland sowie besonders in Schlesien infolge stärkerer Gewitterregen den Normalwert übertrafen, im all⸗ gemeinen aber erheblich hinter ihm zurückblieben, am meisten in der Gegend der Pregelmündung und in der Mittelmark. Die Temperatur lag im größeren Teile des Gebietes um 1 bis 2, in Nordwestdeutsch⸗ land sowie in Teilen von Brandenburg und Pommern um mehr als 20 (bis 2 ½¼ °), in Oberschlesien nur wenige zehntel Grade über der normalen. Mehr als 30 ° (bis 33 ½ ) wurden im Binnenlande fast allgemein verzeichnet; selbst an der Küste blieben die Maxima nur wenig unter 30 0. Sommertage (Temperaturmaximum 25,0 ° oder mehr) waren im mittleren und östlichen Binnenlande außerordentlich häufig. Ihre Zahl betrug hier vielfach 20 oder darüber, dagegen an einigen Küsten⸗ orten und in Masuren weniger als 10. Die Verteilung der Nieder⸗ schläge war für einen Sommermonat eine recht gleichmäßige zu nennen. Der weitaus größte Teil des Gebiets hatte zwischen 25 und 75 mm Niederschlag. Unter 25 mm wurden, abgesehen von versprengten Gebieten Brandenburgs, Schlesiens und Posens, nur an der östlichen Ostseeküste bis westwärts zur Odermündung hin (mit Ausnahme jedoch des Grenzgebiets von Pommern und Westpreußen) in den südlich sich anschließenden Teilen des Binnenlandes sowie am Niederrhein und an der niederländisch⸗westfälischen Grenze beobachtet woselbst örtlich sogar weniger als 10 mm fielen. Ueber 75 mm hatte in erster Reihe Oberschlesien. Im Pleß⸗Rybniker Hügellande wurden bis 165 mm gemessen. Außerdem wurden 75 mm Überschritten in der Torgauer Elbniederung, in versprengten Gebieten von Schleswig⸗Holstein, Mecklenburg, Posen, Ostpreußen, Anhalt und Niederschlesien, in einemn Streifen, der sich von Ostfriesland über die Lüneburger Heide (bis über 100 mm), das Wiehen⸗ und Wesergebirge bis zum Südostrande des Teutoburger Waldes und zum Solling erstreckte, im Harze (bis 136 mm), im Thüringer Walde (bis 115 mm), in der Rhön, auf dem Vogelsberge, im Taunus, Westerwald, Hunsrück sowie im Saar und Eifelgebiete (bis 121 mm). — Jn den ersten Monatstagen stand die Witterung Mitteleuropas unter dem Einflusse von Depressionen über der Nord⸗ und Ostsee bei glelchzeitig hohem Luftdrucke uüber Westeuropa. Es war kühl und veränderlich bei leichten Regen⸗ schauern. Mit der Verlagerung des barometrischen Maxrimums nach Mitteleuropa und dem Auftreten tiefen Luftdrucks im Westen wurde
im Monat Meteorologische
“ .“
Die Auffassung der Königlich sächsischen
Spielzeit der Königlichen Theater beginnt am