1912 / 199 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 21 Aug 1912 18:00:01 GMT) scan diff

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben den Anschluß der deulschen evangelischen Kirchengemeinde zu Keetmanshoop in Deutsch Südwestafrika an die evangelische Landeskirche der älteren Provinzen der preußischen Monarchie Allergnädigst zu genehmigen geruht.

88

Auf den Bericht vom 3. August d. J. will Ich der Stadt Dortmund im Regierungsbezirk Arnsberg auf Grund des Gesetzes vom 11. Juni 1874 (Gesetzsamml. S. 221) hiermit das Recht verleihen, die für den Erweiterungsbau des städtischen Hauptverwaltungsgebäudes erforderliche auf dem zurückfolgenden Lageplane mit roter Farbe gekennzeichnete Besitzung der Witwe Böcker in der Kleppingstraße Nr. 19, bestehend aus den Grund⸗ stücken der Steuergemeinde Dortmund Flur 14 Nr. 1630,224 und 1631,224, in einer Gesamtgröße von 74 Quadratmetern, im Wege der Enteignung zu erwerben.

Wilhelmshöhe, den 13. August 1912.

Wilhelm R. Für den Minister des Innern: Beseler.

den Minister des Innern. 1“

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F Auf den Bericht vom 3. August d. J. will Ich der Stadt Essen im Regierungsbezirk Düsseldorf auf Grund des Gesetzes vom 11. Juni 1874 (Gesetzsamml. S. 221) das Recht verleihen, die zum Erweiterungsbau des Rathauses erforderlichen, südlich der Surmannsgasse und westlich der Burgstraße belegenen, auf dem zurückfolgenden Lageplan dunkelrot angelegten Grundstücke des Fritz Krings, des Diedrich Bädecker und des Rechtsanwalts, Justizrats Dr. jur. Victor Niemeyer im Wege der Enteignung zu erwerben. Wilhelmshöhe, den 13. August 1912.

Wilhelm R. Für den Minister des Innern: 1 Beseler.

An den Minister des Innern.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

—ꝙDer Berginspektor Hüser von der Berginspektion zu Lautenthal ist zum Hüttendirektor der Silberhütten bei Claus⸗ thal und Lautenthal und

das Fräulein Martha Rößner zur Königlichen Gewerbe⸗ schullehrerin an der Handels⸗ und Gewerbeschule für Mädchen in Posen ernannt worden.

Ministerium des Inner Der Kreisassistenzarzt Dr. Abramowski aus Willen⸗

berg ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreisarztbezirks Kreis Niederung beauftragt worden

Finanzministerium.

Die Rentmeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse in Marienberg, Regierungsbezirk Wiesbaden, ist zu besetzen.

ftlichen Akademie

ität Bonn)

nie zu Bonn⸗Poppelsdorf werden Vorlesungen und Uebungen

und allgemeine Pflanzenbaulehre: und Pflege der Kulturgewächse; De⸗

auf dem Versuchsfelde. Richardsen: Allgemeine Tierzucht (I. Teil: Züchtungslehr Allgemeine Tierzucht (II. Teil: Fütterungslehre); tschaftliche De⸗

Pferdezucht; cbungen zur Fütterungslehre; 1 Prof. Dr. Brinkmann: Geschichte der Landwirtschaft: Prof 1 Er; 8 Physikalisches und maschinelles Prakti Prof. Dr. Kreusl Geh. Reg.⸗Rat, Bedarf); Landwirtsch Technologie. Mikroskopische Uebr

monstrationen

Landwir monstrationen auf dem akademischen Gute Dikopshof. Teil); Abschätzungslehre; Landwirtschaftliches Semi Dr. Gieseler, Geh. Reg.⸗Rat: Experiment (Elektrizität und Mechanik): r 22, 7 öFr E: 5 1,21 . Landwirtschaftliche Maschinenkunde (Motore, Dreschmaschinen usw.); Grundzüge der Mechanik und Hydraulik. 9 11 57 8

Experimentalchemie; Chemisches Praktikun Dedat answie -

Prof. Dr. Koernicke:

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önliche und soziale Gesundheits Seuchen und innere Krankhei n: Forsteinrichtung. Künzel: Kulturte ũ II. Sr

eminar, für II. Studienjahr;

Pprof. Dr. Ludwig, Geh. Reg.⸗Rat: Landwirtschaft aie Ie tsn 1

(I. Teil).

Prof. Dr. Polis, Direktor des Aachener Meteorologischen Observatoriums: Witterungskunde.

Amtsgerichtsrat, Prof. Dr. Schumacher: Bürgerliches Recht, mit Uebungen. .

Prof. Dr. Wygodzinski: Volkswirtschaftslehre; Volkswirt⸗ schaftliche Uebungen; Volkswirtschaftliches Seminar f. Vorgeschrittene (alle 14 Tage je 2 Stunden).

Privatvorlesungen: Priv.⸗Dozent Dr. Hecker: Landwirtschaftliche Klimalehre (II. Teil).

Außerdem finden landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche, kultur⸗ technische usw. Ausflüge in die nähere Umgebung sowie in die benachbarten Provinzen und in das Ausland statt.

en Studierenden ist Gelegenheit gegeben, zur Erweiterung ihrer Fachausbildung an den umfassenderen Arbeiten und Uebungen der Akademie⸗Institute teilzunehmen. Als solche kommen in Frage:

1) Anleitung zur selbständigen Bearbeitung von Versuchsfragen aus dem Gebiet der Boden⸗ und Pflanzenbaulehre, Pflanzenzüchterische Uebungen,

Uebungen auf dem Gebiet der Tierzuchtlehre,

Uebungen in der Behandlung und Prüfung landwirtschaft⸗ licher Maschinen,

Selbständige Arbeiten im Botanischen Institut,

Ganztägiges Praktikum auf dem Gebiet der Anatomie und Phpsiologie der Tiere für Vorgeschrittenere,

7) Anleitung zu selbständigen Arbeiten aus dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre.

Zur Erlernung der Stenographie (Stolze⸗Schrey) wird je ein einstündiger Kursus für Anfänger und für Fortgeschrittene von dem geprüften Lehrer der Stenographie H. Schneider abgehalten.

Die Aufnahmen neu eintretender Studierender beginnen Mitt⸗ woch, den 16. Oktober, und finden bis einschließlich Montag, den 4. November 1912 statt. Später eintreffende Studierende haben die Genehmigung zur nachträglichen Immatrikulation bei der Universität unter Angabe der Gründe ihrer verspäteten Meldung schriftlich bei dem Direktor der Akademie nachzusuchen.

Die landwirtschaftlichen und kulturtechnischen Vorlesungen be⸗ ginnen Mittwoch, den 23. Oktober, die geodätischen am Donnerstag, den 31. Oktober 1912.

An der Akademie werden Landwirte und Landmesser Geodäten) ausgehildet. Die Landwirte können nach zweijährigem Studir eine Diplomprüfung, nach dreijährigem Studium die Landwirtschaftslehrerprüfung (nach Maßgabe der für diese Prüfungen geltenden Vorschriften) ablegen. Außerdem ist eine „Wissen⸗ schaftliche Prüfung für Tierzuchtinspektoren“ eingerichtet.

in Preußen öffentlich angestellten Landmesser müssen die Landmesserprüfung nach den ergangenen Bestimmungen abgelegt haben. An der Akademie besteht eine Prüfungskommission für Landmesser. Mit der Landmesserprüfung kann eine umfassendere Prüfung in Landeskulturtechnik verbunden werden. Diese Prüfung müssen alle Landmesser mindestens befriedigend abgelegt haben, die bei Behörden, die dem preußischen Landwirtschaftsministerium unterstehen, dauernd beschäftigt werden wollen.

Die an der Akademie aufgenommenen der Universität Bonn immatrikuliert und Universitätsstudenten.

Neu eintretende Studierende haben nahme außer den Nachweisen über Schul⸗ und Berufsvorbildung ein Sittenzeugnis der Polizeibehörde ihres letzten Aufenthaltsorts beizu⸗ bringen, Minderjährige außerdem eine Einwilligungserklärung des Vaters oder des Vormundes. Kommen die Studierenden unmittelbar von einer anderen Hochschule, so ist das Abgangszeugnis von dieser vorzulegen und ein besonderes Sittenzeugnis nicht erforderlich.

Ein Internat ist mit der Akademie nicht verbunden. Die Akademiker wohnen in Privathäusern. Wohnungen, mit und ohne Beköstigung, den verschiedensten Wünschen und Anforderungen ent⸗ sprechend, sind in ausreichender Zahl vorhanden.

Die Miete für ein Zimmer beträgt monatlich mit Frühstück etwa 30 ℳ, mit voller Beköstigung 70 und darüber. Mittags⸗ tisch im Gasthaus kostet etwa 1 ℳ. Die Kosten für den gesamten Unterhalt eines Studierenden stellen sich bei mittleren Ansprüchen etwa auf 120 monatlich, also im Jahre (für 8 Studienmonate) auf rund 900 bis 1000 (ohne Studienhonorar).

Das Studienhonorar beträgt 120 ℳ, für Reichsausländer 180 für jedes Halbjahr und muß am Anfange des Halbjahres entrichte werden. Bei nachgewiesener Bedürftigkeit und Würdigkeit kann das Honorar preußischen Staatsangehörigen vom zweiten Studienhalbjahr ab innerhalb der zulässigen Zab⸗ von Freistellen ganz oder teilweise zurückerstattet werden. Auch gewährt das Ministerium ein⸗ zelnen bedürftigen Studierenden preußischer Staatsangehs igkeit, die sich durch Fleiß und Wohlverhalt auszeichnen, Beihilfen und läßt solchen Studierenden meistens das Honorar zurückzahlen.

Auf Anfragen wegen Eintritts in die Akademie ist der Unter⸗ zeichnete gern bereit, nähere Auskunft zu erteilen. Drucksachen übe die Einrichtungen der Akademie sowie Lehrpläne versendet das Sekretariat der Akademie auf Ersuchen kostenfrei.

Bonn, im Juli 1912.

Studierenden werden bei genießen alle Rechte von

bei der Meldung zur Auf⸗

landwirtschaftlichen Akademie.

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8

Nichtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 21. August.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Bremen“ am 15. August in Rio de Janeiro eingetroffen. 8

In der Zweiten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ wird die vom Reichseisenbahn⸗ amt aufgestellte tabellarische Uebersicht der Betriebs⸗ ergebnisse deutscher Eisenbahnen (ausschließlich Bayerns) nach dem Stande am Ende des Monats Juli 1912 veröffentlicht, auf die am Montag an dieser Stelle auszüglich hingewiesen worden ist.

Schwarzburg. Sein Durchlaucht der Fürst Günther vollendet heute sein 60. Lebensjahr. 8

Oesterreich⸗Ungarn. 8 B.“ aus Erlau meldet, ist der Kardinal rzbischof Dr. Joseph Samassa gestorben. Rußland. Wie „Nowoje Wremja“ meldet, hat die russische Regierung dem österreichischen Botschafter die sympathische Aufnahme des Vorschlags des Grafen Berchtold mitgeteilt.

Spanien. Der Kriegsminister hat, „W. T. B.“ zufolge, aus Tan Nachrichten über die Gerüchte von einer Besetzung Arzi urch die Spanier erhalten. Es habe sich danach einzig darun gehandelt, einen benachbarten spanischen Posten mit Lebens⸗ mitteln zu versorgen. Die Verproviantierung, die in Ueberein⸗ stimmung mit Raisuli vorgenommen worden wäre, sei dieses Mal mit einer stärkeren Bedeckungsmannschaft durchgefühn worden, die Nachts nach Arzila marschiert sei. Oberst Sylvestr⸗ habe, da er der Sache keine Wichtigkeit beilegte, nichts daruübe gemeldet. Der Minister des Aeußern hat aus Tanger die Nachricht erhalten, daß der Prätendent El Hiba in Marrakesch ein⸗ gezogen sei. Türkei.

Wie Konstantinopeler Blätter melden, beschloß der Ministerrat, in Cetinje energische Schritte zu unter⸗ nehmen und die Aufmerksamkeit der Mächte auf das Vorgehen Montenegros zu lenken, das eine kriegerische Haltung ein⸗ genommen, Uebergriffe auf türkisches Gebiet begangen und unter den Christen von Berane Waffen verteilt habe. Der Ministerrat beschloß ferner, dem Wali von Skutari und der Grenzkommandanten Weisungen zu erteilen, sich jedem feind⸗ lichen Einfall mit aller Kraft zu widersetzen. Die Meldungen der Zeitungen über die Lage in Berane lauten vollständig wider⸗ sprechend. Der Ministerrat beriet außerdem über die Frage des Waffentragens der Albanesen. Halbamtlich wird gemeldet, daß zwischen Ibrahim Pascha und den Albanesenchefs ein Einvernehmen erzielt worden sei und die Albanesen sich zerstreuten.

Aus Uesküb wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß bereits drei Sonderzüge mit Arnauten abgegangen seien. Unter den zahlreichen Führern, die mit ihren Leuten abgereist sind, be⸗ finden sich auch Riza Bey, Djemal Bey und Bairam Bey. Die Regierung hatte die Züge unentgeltlich zur Verfügung ge⸗ stellt. Die Stadt Uesküb hat sich vollkommen beruhigt, die Geschäfte sind wieder geöffnet.

Nach einem weiteren Telegramm des „W. T. B.“ wird amtlich aus Konstantinopel gemeldet, daß sämtliche Meinungsverschiedenheiten mit den Albanesen glücklich auf Grund der von der Regierung aufgestellten Bedingungen beigelegt seien. Die Albanesen hätten Uesküt und Prischtina verlassen, um in ihre Ortschaften zurückzukehren und würden in zwei bis drei Tagen sämtlich in ihrer Heimat angelangt sein.

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Amerika.

Wie „W. T. B.“ aus Washington meldet, hat die Senatskommission für den Panamakanal mit 8. gegen 6 Stimmen beschlossen, über die von Taft in seiner Sonderbotschaft angeregte Resolution nicht zu berichten Bei der Abstimmung darüber wurde der Meinung Ausdruck verliehen, Taft werde keinen Einspruch gegen die Bill einlegen, wenn die Resolution nicht durchgehe. Diese Meinuna beruht darauf, daß in der Sonderbotschaft die Bill nicht als eine Verletzung der Rechte anderer Nationen betrachtet wird.

Das Repräsentantenhaus hat den Konferenzbericht zum Flottenetat, der den Bau eines großen Schlachtschife vorsieht, angenommen.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Wilson hielt, wie „W. T. B.“ aus New York meldet, gestern seine erste Wahlrede auf einem plattdeutschen Volksfeste. Er erklärte, daß die großen Industrieunternehmungen sich in den gesetz⸗ lichen Schranken halten müßten. Wilson bekannte sich als einen warmen Freund Deutschlands und als einen Bewunderer des Deutschen Kaisers.

Billinghurst ist zum Präsidenten der Republik Peru gewählt worden.

Nach einer verspätet eingetroffenen Depesche aus Managua (Nicaragua) ist am Sonntag in der Nähe von Leon im Norden von Managua die ganze 500 Mann starke Garnison von Managua, mit Ausnahme von 70 Mann, von den Aufständischen niedergemetzelt worden. Die revolutionäre Bewegung breitet sich augenscheinlich nach der Golfküste hin aus. In Bluefields wurden auf Verlangen der Regierung von Nicaragua 54 Mann von dem Kreuze „Tacoma“ gelandet, um in der Stadt Polizeidienste zu tun.

Asien.

Die japanischen Militärbehörden haben, wie „W. T. B.“ meldet, beschlossen, den lange bestehenden Plan einer Ver⸗ mehrung der Truppen in Korea um zwei Divisionen aus⸗ zuführen. Die Truppenvermehrung soll in den Jahren 1913 1918 durchgeführt werden. Die Kosten belaufen sich auf 26 Millionen Nen.

Die Nationalversammlung in Peking erörterte die weiteren Erklärungen der Regierung über das Beweismaterial, auf Grund dessen die Generale Tschangtschenwu und Fangwei summarisch hingerichtet worden sind, sah diese Erklärungen als ungenügend an und verlangte in einer dringenden Depesche für heute die Anwesenheit des Premierministers und des Kriegs⸗ ministers. Die Anhänger der Regierung behaupten, „W. T. B.“ zufolge, die Regierung besitze Beweise von der Schuld der hin⸗ gerichteten Generale und von ihrer und mehrerer hohen Be⸗ amten Teilnahme an einer geheimen Gesellschaft, deren Ziel es gewesen sei, die Regierung zu stürzen.

Dem „Reuterschen Bureau“ aus Lhasa zugegangene Meldungen besagen, daß zwischen dem Dalai Lama und den Chinesen ein Abkommen bevorstehe. Danach sollen 200 Mann chinesische Truppen in Lhasa bleiben, während die übrigen chinesischen Streitkräfte die Waffen strecken und nach China zurückkehren. Den Tibetanern, welche den Chinesen Hilfe geleistet haben, soll Verzeihung gewährt werden. 8

Afrika.

Aus Fes wird dem „W. T. B.“ unter dem 19. d. M. gemeldet: Die Kolonne Pein, die in El Ajun lagerte, wurde am Sonnabend früh von Abteilungen der Fechtals, die aus Norden kamen, angegriffen. Die Kolonne brach das Lager ab, zog sich zum Schein zurück und lockte den Feind auf ein Gelände, das für die An⸗ wendung der Artillerie günstig war. Durch einen heftigen Angriff trieb sie dann den Feind, der bedeutende Verluste hatte, bis jenseits des Mulay Buchta zurück. Auf Seiten der Franzosen wurde ein Senegalschütze getötet und zwei ver⸗ letzt. Am Abend bezog die Kolonne wieder ihr altes Lager. Die Lage im Süden von Fes ist andauernd unruhig. Die Kolonne Rebillot rückt gegen Bahlil in der Nähe von Sefru vor, um die Absichten der Berber zu durchkreuzen; von dort wird sie sich nach El Hajeb begeben, von wo feindliche Be⸗ wegungen der Beni Mgild gemeldet worden sind.

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Von der Reise des Staatssekretärs Dr. Solf be⸗ richtet „W. T. B.“, die Ereignisse der letzten Woche zusammen⸗ fassend, folgendes: 8 1 3 1

Der Staatssekretär, der am 8. August Mozambique verließ, traf am 10. August in Lindi ein und hatte mit den Farmern des Bezirks eine Besprechung wegen Förderung der Baumwollkultur, die dort überraschend günstige Aussichten bietet. Die Ansiedler klagen nur über Transportschwierigkeiten und wünschen die Erbauung einer Eisenbahn. Am 11. August war Dr. Solf in Sansibar, wo er ver⸗ schiedene Pflanzungen besuchte; er traf, vom Gouverneur und der Be⸗ rölkerung begrüßt, am 12. August in Daressalam ein. Bis zum 15. August wurden die städtischen Einrichtungen besichtigt und die Missionen besucht, auch fanden eingehende Verhandlungen mit den wirtschaftlichen Verbänden statt. Am 16. August reiste der Staats⸗ sekretär auf der Zentralbahn ins Ingere ab und

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Berlin, den 20. August 1912. Kaiserliches Statistisches Amt. ö1I1“

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die Taubstummen in der Bevölkerung Preußens in den Jahren 1910 und 1905.

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34 804 (18 659 m., 16 145 w.) 8,7 (9,4 m., 7,9 w.) vk11X „Demnach ist festgestellt, daß eine Zunahme der Taubstummen iicht eingetreten, daß vielmehr im Verhältnis zur Eesamtbevölkerung ime erfreuliche Verminderung der Taubstummenzahl nachgewiesen ist, ind zwar nicht allein für ihre Gesamtzahl, sondern auch für die nännlichen und weiblichen Taubstummen im Lande. Dabei muß man ih vergegenwärtigen, wie sehr sich die Bevölkerung im Laufe der vermehrt hat. Während der Zeit von 1880 bis 1910, also in ren hat die Zahl der Taubstummen um 7010 = 25,2 v. H., lkerung dagegen um 12 886 108 = 47,2 v. H. zugenommen. re 1880 waren auf 10 000 Einwohner 10,2 (11,3 männliche 9,1 weibliche) Taubstumme im Staate vorhanden, während 1910

87 (9,4 m., 7,9 w.) nachgewiesen sind. Die Ergebnisse über das Alter der Taubstummen nehmen das gfentliche Interesse besonders in Anspruch. In den einzelnen Alters⸗

lassen waren im Staate vorhanden:

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Taubstumme

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5 bis 10 Jahre. 20 30 30 40 öII 50 60 E 9,7 2* lüngsten Altersklasse gehört ct nicht der Wirklichkeit entsprich less Jungen Kindern das Gebrechen d tummheit iste derall ist anzunehmen, daß erst bei dem Eintritt in das schul⸗ lcchtige Alter die Taubstummheit sicher erkannt wird. . Selbständige Taubstummenanstalten waren in den Jahren 1910 hr. 1905 48 bezw. 46 mit 5050 bezw. 4314 Zöglingen vorhanden; nvon haben sich in den Anstalten selbst 3001 (1505 m., 1496 w.) w. 2561 (1317 m., 1244 w.) = 0,74 von 10 000 Einwohnern, die iigen als Schüler im Externate befunden. Da vor 30 Jahren,

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am 1. Dezember 1880, in den Anstalten 2742 Taubstumme = 1,00 von 10 000 Einwohnern gezählt worden sind, scheint eine auffallende Abnahme der Taubstummen in den Anstalten stattgefunden zu haben. Die Erklärung für diese Erscheinung dürfte darin liegen, daß in den Unterrichtsanstalten für Taubstumme die Zöglinge nicht mehr so häufig zugleich Wohnung und Verpflegung haben (Internate), wie es früher der Fall gewesen ist.

Von den Taubstummen wird ein kleiner Teil auch von anderen Gebrechen heimgesucht, deren Feststellung von besonderer Bedeutung ist, falls es sich darum handelt, für die Frage der Unter⸗ bringung der Taubstummen in Schulanstalten oder in anderen Anstalten das Bedürfnis festzustellen. 1910 sind 1927 (1017 m., 910 w.) = 5,54 v. H. der ermittelten Taubstummen mit anderen Gebrechen behaftet gewesen; der größte Teil davon war taubstumm und geisteskrank bezw. geistesschwach, nämlich 1715 (919 m., 796 w.); 141 (69 m., aubstumme waren zugleich blind und 71 (29 m., 42 w.) zuglei ind und geisteskrank bezw. geistesschwach.

Es befan am 1. Dezember 1910 in Anstalten vom Hundert d einzelnen Gruppen und Altersklassen Ermittelten: im Alter von. Jahren

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2) nur Taubstumme . 7,12

3) Taubstumme, zu⸗ leich geisteskrank ezw. geistes⸗ schwach

4) Taubstumme, zu⸗ gleich blind.

5) Taubstumme, zu⸗ gleich blind und geisteskrank bezw. geistesschwach 40,85

37,29 42,19 21,74 19,05

Zur Arbeiterbewegu

Die Klempner in Bochum sind, der „Rh.⸗Westf. Ztg.“ zu⸗ folge, in den Ausstand getreten. Die Klempnerinnung erläßt deshalb an die Bevölkerung die Bitte, keine dringlichen Arbeiten aufzugeben. Es kommen etwa 110 bis 120 Klempnergehilfen in Frage. Im Laufe des gestrigen Tages haben sich einzelne Meister bereit erklärt, den von den Gehilfen vorgeschlagenen Tarif anzuerkennen. In diesen Werken wird keine Arbeitsniederlegung stattfinden.

Aus Amsterdam wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß zwischen dem Verband der mantenschleifer und der Firma Ascher ein Abkommen ges worden ist, auf Grund dessen die Aus⸗ sperrung am früh aufgehoben werden wird. (Vgl. Nr. 188 d. Bl.)

Der Ausstand in Saragossa (vpgl. Nr. 198 d. Bl.) ist,

Die Arbeitgeber haben den neun⸗

eendet. illigt. sind, wie „W. T. B.“ erfährt, die gesellschaft „Leopoldina“ seit r Durchgangsverkehr teilweise lahm at der Ausstand bedeutenden Schaden

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Verlader der E gestern ausständig, liegt. Im dortigen § angerichtet. Die Handelsk bereiten eine Kundgebung gegen die Direktoren der „Leopoldina“ vor. Die Blätter sind auf seiten der Ausständigen. Die Lage in Santos (vgl. Nr. 198 d. Bl.) ver⸗ schlimmert sich immer mehr. 3000 Dockarbeiter sind im Aus⸗ stande. Patrouillen überwachen die verlassenen Kais. Da Unruhen vorgekommen sind, ist ein Kriegsschiff dorthin entsandt worden.

Wohlfahrtspflege.

ist der Führer der Heilsarmee William Booth

Er war 1829 in Nottingham geboren und wirkte bis 1861 istenprediger, legte dann sein Amt nieder, um als Evan⸗ Schichten der Bevölkerung tätig zu sein, die Gottes⸗ rhaupt nicht besuchten. 1865 gründe „Christliche Mi aus der sich 1878 die „Heils⸗ entwickelte. Die bedeutende, fesselnde Persönlich⸗ Booths und sein großes Organisationstalent führten

der Bewegung zahlreiche Anhänger und Förderer zu und ermöglichten ihre Ausbreitung nicht nur in fast allen europäischen Staaten, sondern auch in Afrika, Australien und Indien. Das ganze großzügige Unter⸗ nehmen muß recht eigentlich als die Schöpfung des einen Mannes, William Booth, bezeichnet werden und seine selbstlose Arbeit um die sittliche und wirtschaftliche Hebung der Elendesten der Armen wird auch der anerkennen müssen, dem das Geschäftsgebaren der Heils⸗ armee angreifbar und die Formen ihrer Religiosität wenig anziehend

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Kunst und Wissenschaft.

utschen Allgem. Ztg.“ wird aus Florenz geschrieben:

sche Regierung hat eine Kommission hervorragender Fach⸗

etraut, eine Gesamtausgabe der Werke

s da Vinci zu veranstalten. Eine der groß⸗

en Unternehmungen Italiens auf dem Gebiete der

vissenschaften verspricht diese Veröffentlichung zu werden,

einen langgehegten Wunsch aller Gebildeten erfüllt und

gleich eine Ehrenpflicht Italiens gegen einen seiner größten

öhne einlöst. Die Leonardokommission hat die Lösung

iner Aufgabe übernommen, die nur auf dem Wege gemein⸗

amer Arbeit vieler Mithelfer aus der italienischen Gelehrtenrepublik

öglich ist. Gibt es doch kaum ein Gebiet menschlichen Denkens und

Schaffe auf dem sich Leonardo nicht betätigt hätte. Dafür, daß

zvorragendes geleistet wird, bürgen die Namen der Männer,

n Spitze des Unternehmens stehen, des Senators Blaferna,

gleich das hohe Amt eines Präsidenten der Accademia dei Lincei

valtet, der Professoren Mario Cermaneti, Francek co Novati, Adolfo

„Ettore Verga und anderer. Jedes dieser Mitglieder der ission hat auf seinem besonderen Forschungsgebiete zu s

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sammeln: Veröffentlichung vorzubereiten, was an bereits herausgegebenen ierten Schriften und Zeichnungen Leonardos noch aufzufinden erste Band der Gesamtausgabe wird dem künstlerischen Leonardes gewidmet sein; andere Bände werden sich mit nardos Malerbuch, der lehrreichsten technischen Anweisung, die wir von einem Künstler besitzen, ferner mit den interessanten Beob⸗ achtungen dieses Universalgenies auf den Gebieten der Anatomie, der Natunwissenschaften, der Philosophie und anderen Gebieten befassen. Nachdem eine Reihe von Vorfragen erledigt sind, machen die Arbetten jetzt rasche Fortschritte. Die Kommission hat, zum ersten Male, die laubnis erhalten, die kostbaren Schätze Leonardoscher Zeichnungen Handschriften in Windsor Castle photographisch aufzunehmen. Danach soll der Ceodex Atlanticus, jener gewaltige, in der Mailänder mbrostang aufbewahrte Band, an die Reihe kommen, der uns über keonardos Betätigung auf allen Gebieten, die Anatomie ausgenommen, mehr Aufschlüsse gibt, als alle übrigen erhaltenen Handschriften zu⸗ sammen. Die allgemeine Anteilnahme Italiens an dieser großartigen Betätigung nationalen Gelehrtenfleißes bekundet sich in den Zu⸗ wendungen von Schriften über Leonardo und von Geldmitteln. So hat kürzlich ein Mailänder Sportsmann, der Commendatore Gino Modigliani, die stattliche Summe von 100 000 Lire für diesen Zweck gestiftet. Man kann erwarten, daß die Gesamtausgabe der Werke Leonardos, wenn sie dermaleinst fertig vorliegt, Bedeutung des großen Meisters würdig sein wird. ang September findet in Genf der 14. internationalse für vorgeschichtliche Anthropologie und Archäo⸗ Folgende Gegenstände werden behandelt werden:

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Chronologie der Quaternärzelten; die fossilen Rassen Europas; die Reste der prähistorischen Rassen in Afrika, Asien und Amerika; die prähistorischen und die gegenwärtigen Pygmäen; Erforschung der Handelswege, auf denen Industrieerzeugnisse hellenischer Herkunft während der Hallstatt⸗ und La⸗Töͤne⸗Epoche nach Zentraleuropa und Ostfrankreich gelangt sind; Vereinheitlichung der anthropologischen Maße; die Beziehungen zwischen Itallen und dem transalpinen Europa während der Bronzezeit. In Verbindung mit dem Kongre sollen wissenschaftliche Ausflüge nach mehreren der vorgeschichtli wichtigsten Orte der Schweiz unternommen werden

Literatur. v“ Rundschau des Kunstgewerbes „Die Leipziger Messe“. Verlag: Dr. Trenkler u. Co., Leipzig. Preis 2 ℳ. Rechtzeitig zum Beginn der Oktobermesse ist im genannten Verlage das zehnte Heft der Zeitschrift erschienen. Es unterrichtet über die auf der Messe vertretenen Industriezweige und ihre Produkte, im besonderen über Keramik und Glas, Spielwaren und Christbaumschmuck, Metall⸗ waren, Beleuchtungskörper und Lederartikel. J. Buschmann, Leipzig, schreibt über Kunstgewerbe und Volkswirtschaft, M. Gutkunst über Qualitätsexport, weiter finden sich Aufsätze über den neuen Hauptbahnhof, die bayrische Gewerbeschau, Leipziger Sehenswürdig⸗ keiten ꝛc. Das Heft erhält besonderen Wert durch seine vielen, wohl⸗ gelungenen Abbildungen und wird den Einkäufern von Nutzen sein.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln. Italien. Die italienische Regierung hat durch seesanitätspoliz ordnung vom 15. August den Hafen von Zanzibar verseucht erklärt.

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Theater und Musik.

Im Königlichen Opernhause beginnt die neue Spiel⸗ zeit morgen, Donnerstag, mit einer Wiederaufnahme des „Rosenkavaliers“ unter der musikalischen Leitung des Kapell⸗ meisters von Strauß. Fräulein Ober singt die Titel⸗ rolle, die Marschallin: Frau Kurt, die Sophie: Fräulein Easton, die Anina: Fräulein Rothauser, den Ochs von Lerchenau: Herr Mang, den Faninal: Herr Bischoff, den Valzacchi: Herr H. Baron vom Stadttheater in Mülhausen i. E. als Gast für den erkrankten Herrn Henke.

Das Königliche Schauspielhaus eröffnet morgen, merstag, die neue Spielzeit mit der dramatischen Dichtung von oh Lauff „Der große König“, mit der Musik von Friedrich dem Herr Clewing spdelt die Titelrolle, die Damen wa⸗Skilondz, Arnstädt, Ressel und Heisler sowie die Herren Mannstädt, Böttcher, Werrack, Vallentin, von Ledebur, er, Keßler, Arndt, Geisendörfer, Paris, Stange, Winter, merer, Eggeling und Kraußneck wirken in den anderen Haupt⸗

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ersten Hälfte des September, die d mit Unrecht seit langem von der Bühne verschwundene dramatische Dichtung Albert Lindners „Die Bluthochzeit“ unter der Spielleitung des Herrn Dr. Bruck aufgeführt werden. In den Hauptrollen sind beschäftigt: Frau Rosa Poppe als Katharina von Medici, Frau Ria Ressel als Margarete, die Herren Clewing als Karl IX., Geisendörfer als Heinrich von Navarra, Pohl als Kardinal Guise, Kraußneck als Colignyv. Die Uraufführung von Oskar Blumenthals neuestem Lustspiel Ein Waffengang“ ist auf Ausgang September oder Anfang Oktober angesetzt. An der Darstellung werden sich in den wichtigsten Aufgaben beteiligen: die Herren Keßler, der zugleich die Regi führt, Clewing, Patry, Eggeling, die Damen Arnstädt, von Mayburg⸗ Thimig, Butze, Heisler. Zur weiteren Vervollständigung des Kleistspielplans und auch im Hinblick auf die nahenden großen Gedenktage unserer vaterländischen Geschichte soll im Oktober „Die Hermannsschlacht“, „das Hohelied glühendsten Patriotismus“, wie Laube das Kleistische Drama nennt, in durchweg neuer szenischer Ausstattung und Einrichtung gegeben werden. Nahezu alle männlichen Mitglieder des Königlichen Schau⸗ spielhauses werden in ; eichen, von Herrn Dr. Lindau in Szene s : den Hermann gibt Herr Sommerstorff, den Varus § 1 Marbod Herr von Ledebur. In der weiblichen Hauptrolle, Thusnelda, wird Fräulein Käte Hannemann zum ersten Male als neu⸗ verpflichtetes Mitglied des Königlichen Schauspielhauses auftreten. Außer einem heitern Klassi

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assikerabend (Molisresche Lustspiele) ist wie in den früheren Spielplänen für Ausgang des Kalenderjahres die Wiederaufnahme eines klassischen Werks, des „Don Carlos“, in völlig neuer Gewandung vorgesehen. Und mit der Spylvesterauffüh⸗ rung des militärischen Schwanks „Der Austauschleutnant“ von Oskar Wilde und von Negelein wird das Königliche Schauspielhaus seine diesjährige Tätigkeit beendigen. Wegen der Erwerbung eines modernen psychologischen Dramas, das in Offiziers⸗ kreisen spielt, schweben zurzeit noch die Verhandlungen. Darüber, wie über die Aufgaben, die sich das Königliche Schauspielhaus für die Zeit von Anfang des nächsten Jahres bis zum Schluß der Spielzeit stellt, bleiben weitere Mitteilungen vorbehalten. Die Molldre⸗ Hoffmannsthal⸗Strauß⸗Erstaufführung ist für den Monat April angesetzt.

Das Deutsche Opernhaus in Charlottenburg wird, wie schon mitgeteilt wurde, voraussichtlich am 4. November dieses Jahres eröffnet werden; geschlossen wird die Spielzeit am 30. Juni 1913, sie wird also rund 8 Monate umfassen. Das Abonnement er⸗ streckt sich, wie ergänzend bemerkt sei, auf sämtliche Werktage, nur die Sonntage und drei Feiertage sind davon ausgenommen. Es ist für den Platz im 3. Rang um 50 ₰, im 2. Rang um 1 ℳ, auf dern anderen Plätzen um 0,20 billiger als die Kassenpreise⸗

Im Residenztheater findet der Vorverkauf für die am Sonnabend, den 31. August stattfindende Eröffnungsvorstellung de Schwankes: „Der Herr von Nr. 19“ am Freitag, den 23. August Vormittags von 10 bis 2 Uhr, statt.

Die Direktion des Schillertheaters veranstaltet, um vielfachen aus Schulkreisen an sie ergangenen Wünschen gerecht zu werden, an Sonntag, den 25. August, Nachmittags 3 Uhr, eine Aufführung von „Wilhelm Tell“. Die Vorstellung findet im Schillertheater Charlottenburg statt. Den Geßler spielt Paul Bildt, den Baumgarten Hans F. Gerhard, den Attinghausen Marx Pategg, den Tell Richard Wirth, den Rudenz Georg Paeschke, den Melchthal Konrad Wiene, die Armgard Hedwig Paulxy, die Hedwig Fanny Wolf.

Der Hofopernsänger William Miller von der Wiener Hof⸗ oper wurde von dem Direktor Palfi für eine Reihe von Vorstellungen für die Kurfürstenoper gewonnen. Der Künstler wird in der Erstaufführung der Oper „Kuhreigen“ von Wilhelm Kienzl die Tenor⸗ partie singen.

Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer haben auch in diesem Jahre gemeinsam eine neue Berliner Posse verfaßt, deren Erst⸗ aufführung wiederum im Berliner Theater im Laufe dieser Spielzeit stattfinden wird. Die welbliche Hauptrolle wird von Lisa Weise dargestellt, deren Vertrag von der Direktion des Berliner Theaters auf mehrere Jahre verlängert worden ist.

Mannigfaltiges. b

Berlin, 21. August 1912. Zum beyorstehenden Umzuge sei die Brocken sammlung des Vereins „Dienst an Arbeitlosen“ (Ackerstraße 52) wieder in Erinnerung gebracht. Viele Arme des Berliner Nordens kehren dort

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