Altars standen die Feldzeichen. Rechtwinklig nach beiden Seiten bauten sich die Abordnungen, evangelische und katholische Mannschaften gemischt, von den in Berlin und dessen nächster Umgebung unter⸗ gebrachten Truppen des Gardekorps und des III. Armeekorps auf, alles zu Fuß, dabei auch die Leibgendarmerie. Die Aufstellung stand unter dem Befehl des Generalleutnants von Below. Die beiden anderen Seiten des Vierecks waren von Kriegervereinen und Sanitätskolonnen aus Berlin, den anderen Standorten des Gardekorps und dem Länder⸗ gebiet des III. Armeekorps gebildet, die in Stärke von über 30 000 Mann mit ihren Fahnen je drei Treffen bildeten. Bei dem Kaiserzelt fanden sich ein: der Oberbefehlshaber in den Marken, Generaloberst von Kessel, der Kriegsminister von Heeringen, der Chef des Generalstabes, General der Infanterie von Moltke, der Chef des Militärkabinetts, General der Infanterie Freiherr von Lyncker, die Fommandierenden Generale des III. Korps von Bülow und des Garde⸗ korps von Löwenfeld, der Generalfeldmarschall Freiherr von der Goltz, die Generale von Eichhorn und von Kleist, die Generalität der beiden beteiligten Armeekorps, die Herren des Hauptquartiers, die Militär⸗ bevollmächtigten und die fremdherrlichen Offiziere, sodann die Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, Ihre Königliche Hoheiten die Kron⸗ prinzessin von Griechenland und die Prinzessin Friedrich Karl von Pefen⸗ Seine Königliche Hoheit der Prinz Leopold von Bayern, ine Hoheit der Erbprinz von Sachsen⸗Meiningen, die Herren und Damen der Umgebungen und die Gefolge. “ Um 11 Uhrerschien Ihre Majestät die Kaiserin und Königin mit Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Viktoria Luise im geschlossenen Automobil, kurz vor 12 Uhr Seine Majestät der Kaiser und König, allein im offenen Automobil sitzend. Die Ge⸗ wehre wurden zusammengesetzt, ein Trommelwirbel gab das Zeichen zum Gebet. Der Sängerchor der zweiten Gardeinfanteriebrigade, begleitet von den Spielleuten und der Musik der Garde⸗ füsiliere und den Trompetern und Kesselpaukern von Artillerie⸗ und Kavallerieregimentern, trug das Niederländische Dank⸗ gebet vor, die Gemeinde sang „Großer Gott wir loben dich’. Dann predigte der evangelische Feldpropst der Armee Wölfing über Psalm 50, Vers 23. Das „Gebet nach dem Zapfenstreich“ (Ich bete an die Macht der Liebe) schloß die Feier. Nach dem Abschlagen wurden die Fahnen zu den Truppenteilen gebracht. Seine Majestät der Kaiser und König stieg zu Pferde. Mit ihm die Generale und Flügeladijutanten vom Dienst und der Kaiserliche Kommissar und Militärinspektor der freiwilligen Krankenpflege bei der Armee im Kriege, Oberstkämmerer Fürst zu Solms⸗Baruth. Es erfolgte ein Vorbeimarsch der beteiligten Truppenteile des III. Armee⸗ korps und des Gardekorps in Zugkolonnen. Hierauf nahm Seine Majestät der Kaiser und König die Rapporte der Kriegervereine und Sanitätskolonnen entgegen und ritt die Fronten der drei Treffen der Vereine ab, wobei er viele alte Krieger durch Ansprachen auszeichnete. Nach 1 ½ Uhr kehrte Seine Majestät der Kaiser und König nach dem Königlichen Schlosse zurück. Die Feier war von gutem Wetter begünstigt. Ungeheure Menschenmassen hatten die Straßen Unter den Linden, die Friedrich⸗ und Bellealliancestraße und die Umgebung des Paradefeldes besetzt und begrüßten die Majestäten und die Fürstlich⸗ keiten. Auf dem Königlichen Schlosse waren die drei Standarten gehißt, viele Gebäude hatten geflaggt.
Sechzehn hervorragende Vertreter der schwedischen Presse sind gestern abend hier eingetroffen, um den Besuch zu erwidern, den vor zwei Jahren eine größere Anzahl deutscher Tagesschriftsteller auf Einladung des schwedischen Publizistenklubs dem Schwedenlande ab⸗ gestattet hat. Die Herren wurden, wie „W. T. B.“ berichtet, am Stettiner Bahnhof von dem schwedischen Gesandten Grafen Taube und verschiedenen Mitgliedern des einladenden Ausschusses sowie der hiesigen schwedischen Kolonie empfangen und herzlich be⸗ grüßt. Da der Zug einige Verspätung hatte, fuhren die Herren nach dem Hotel „Kaiserhof“ und dann sofort ins Königliche Opernhaus zur Paradevorstellung. — Heute mittag folgten die schwedischen Gäste einer Einladung des schwedischen Gesandten Grafen Taube zu einem
rühstück, das im Hohenzollernsaal des Hotels „Kaiserhof“ stattfand.
Im Wissenschaftlichen Theater der „Urania“ wird der Vortrag „Von Meran zum Ortler“ morgen sowie am Mittwoch und Donnerstag gehalten. Am Sonnabend wird der Vortrag „In den Dolomiten“ und am Freitag der Vortrag „De Vierwaldstätter See und der Gotthard“ wiederholt werden. 8
8
Johannisthal bei Berlin, 2. September. (W. T. B.) Das bisherige Ergebnis des Fluges „Rund um Berlin“ war gestern abend folgendes: Es legten die drei Runden gleich 303 km. zurück: Leutnant Krüger auf Harlan⸗Eindecker in 3 Stunden 45 Mi⸗ nuten, er gewinnt damit den ersten Preis; Baierlein auf Otto⸗ Zweidecker in 3 Stunden 54 Minuten; Referendar Caspar auf Ftrich⸗Rumpler⸗Taube in 6 Stunden 12 Minuten; Helmuth Hirrh auf Rumpler⸗Eindecker in 13 Stunden 20 Minuten. Fünfter Preisträger ist Faller auf Aviatik⸗Zweidecker in 16 Stunden 6 Mi⸗ nuten. Die anderen Flieger haben den Flug teils im Laufe des gestrigen Tages oder bereits vorgestern aufgegeben.
Rummelsburg bei Berlin, 1. September. (W. T. B.) In der vergangenen Nacht kenterte auf dem Rummelsburgerr See ein Boot mit acht Insassen, von denen drei Personen er⸗
tranken.
Wriezen a. Oder, 1. September. (W. T. B.) Heute mittag 12 Uhr fand hier die Enthüllung des Kaiser Wilhelm⸗ Denkmals durch den Feldmarschall Grafen von Haeseler statt. Zu der Feier hatten die Kriegervereine des Kreises, die Beamten⸗
Theater. Künigliche Schauspiele. Dienstag: Opern⸗
baus. 177. Abonnementsvorstellung. Der Rosen⸗ kavalier. Komödie für Musik in drei Akten von von Hofmannsthal. Musik von Richard
5. Mustkalische Leitung: Herr Kapellmeister
5 Herr Regisseur Braunschweig.
Baron vom Stadttheater in
st.) Anfang 7 ½ Uhr.
Teddy.
Drei Bilder aus seinem Lebe Jose . Musik von Weiland Seiner Majestät dem ig. Für die szenische Aufführung ingerichtet von f Schlar. Anfang 7 ½ Uhr. Mittwoch: us. Abonnementsvor⸗ 1 Preise.) Mignon. Oper Dienstag Thomas. Text mit Dienstag, Benutzung goetheschen Romans „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Michel Carrs und Jules Barbier, deutsch von Ferdinand Gumbert. Anfang furter.
179. Abonnementsvorstellung. Lustspiel in vier Aufzügen Die Weber.
u“
Peutsches Theater. Dienstag, Abende 7 Uhr:
Romeo und Julia. Mittwoch Erdgeist. 5 Donnerstag: Zum 50. Male: Penthesilea. Freitag: Judith.
Sonnabend: Romeo und Julia.
Lantz. 5
8 1 8 vereinigungen sowie die Schulen der Stadt Aufstellung genommen. Der Graf von Haeseler schritt die Reihen der Veteranen und Kriegervereine ab. Alsdann wurde der Festakt durch Gesang ein⸗ geleitet. Der Pfarrer Jung hielt den Festgottesdienst, worauf eine Festkantate, gesungen von dreihundert Sängern, folgte. Die Festrede bielt der Bürgermeister Haase und brachte, nachdem die Hülle des Denkmals gefallen war, ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König aus. Mit dem Gesang der Nationalhymne schloß die ein⸗ drucksvolle Feier.
Werden, 2. September. (W. T. B.) Auf der Werdener Kirmes löste sich gestern beim Verschieben der elektrischen Wagen der Velbert⸗Werdener Eisenbahn an der Haltestelle in der Nähe des Kirmesplatzes ein ie,R und sauste die ziem⸗ lich steile Straße hinab in den Kirmestrubel hinein. Durch einen starken Mast, der von dem Wagen umgerannt wurde, wurde die Schnelligkeit der Fahrt vermindert und somit viel größeres Un⸗
glück verhütet. der Verletzten beträgt neun, unter ihnen vier schwer Verletzte, von denen zwei Knaben im Alter
von 9 und 13 Jahren Nachts im Krankenhaus gestorben sind. Von den anderen Verletzten befindet sich noch einer in Lebensgefahr. Der Schaffner wurde verhaftet.
Breslau, 1. September. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Heute vormittag 8 Uhr entgleiste auf der eingleisigen Nebenbahn Hundsfeld — Trebnitz in Kilometer 20,44 der in der Richtung nach Hundsfeld fahrende Personenzug 472 mit Lokomotive und sieben Wagen. Die Lokomotive und die Wagen sind zum Teil er⸗ heblich beschäcdigt. Eine Arbeiterfrau Berta Schimalski aus Brockotschine ist leicht verletzt. Der Verkehr von Zedlitz bis Trebnitz ist auf etwa zwanzig Stunden gesperrt und wird voraus⸗ sichtlich am 2. September früh wieder aufgenommen werden. Die
Urfache der Entgleisung ist noch nicht aufgeklärt.
Cöln, 31. August. (W. T. B.) Als der Luftkreuzer „Z. 2.“ heute mittag zu einer Fernfahrt aus der Halle gebracht wurde, erfaßte ihn ein Windstoß, der ihn gegen das Tor der Halle drückte, wobei die Steuerung einen Schaden erlitt. Durch den infolge der Nässe sehr glatten Lehmboden hatten die Mann⸗ schaften, die das Luftschiff aus der Halle bringen sollten, die Gewalt über den riesigen Ballonkörper verloren. Der Führer des Luft⸗ schiffes mußte trotz des erlittenen Schadens aufsteigen, da ein Halten des Ballons zur Unmöglichkeit geworden war. Das Luftschiff versuchte wieder vor der Halle niederzugehen, was jedoch nicht gelang, sodaß etwa 500 m davon zur Landung geschritten werden mußte. Bei der Landung wurde das Schiff abermals zur Seite gedrückt, wobei zwei Zellen eingeknickt und außerdem zwei Propeller beschädigt wurden. Der Ballonkörper wurde nach der Halle geschleppt. Bei den Bergungsarbeiten erlitten zwei Leute leichte Quetschungen.
Langenburg, 31. August. (W. T. B.) Der Fürst Her⸗ mann zu Hohenlohe⸗Langenburg begeht heute hier unter Teilnahme der ganzen Stadt seinen 80. Geburtstag. Eine große öffentliche Feier hat der Fürst aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt. Aus dem ganzen Reiche sind zahlreiche Telegramme und LeSe. Glückwünsche eingetroffen. Ihre Königliche Hoheit die Erb⸗ prinzessin Charlotte von Sachsen⸗Meiningen, die Schwester Seiner Majestät des Kaisers und Königs, der Fürst und die Fürstin von Leiningen und der Regent der Fürstentümer Reuß mit Gemabhlin sind eingetroffen. Um 1 Uhr war im Familienkreise Festmahl; Abends findet ein Festmahl der Bürgerschaft statt.
(W. T B.) Die Automobil⸗ und Fahrradwerke Adam Opel begingen heute im Beisein Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen die Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens. Die Familie Opel stiftete aus Anlaß des Jubiläums 150 000 ℳ für den Arbeiterunterstützungsfonds, 100 000 ℳ für den Pensionsfonds und 130 000 ℳ für gemeinnützige Zwecke der Stadt Rüsselsheim.
Romanshorn, 31. August. (W. T. B.) Gestern abend ver⸗ schanzte wegen Geistesstörung aus dem Militärdienst ent⸗ lassene Soldat Hermann Schwarz in seiner Wohnung und schoß mit einem Ordonnanzgewehr von 6 ½ Uhr bis nach 11 Uhr auf die Vorübergehenden und auf die Leute, die das Haus stürmen wollten. Schwarz tötete vier Personen, verletzte eine tödlich und sieben zum Teil schwer. Als das Haus nach 12. Uhr er⸗ stürmt werden konnte, war der Irrsinnige verschwunden; er war in den nahen Wald geflohen. Dort wurde er aufgespürt und von der Polizet überwältigt, nachdem er noch einen der Verfolger, den Küfer Enderli, erschossen hatte. Schwarz, der selbst durch Schüsse schwer verletzt ist, hat insgesamt sieben Personen getötet und mehrere schwer verletzt.
Wien, 30. August. (W. T. B.). Im Auftrage des Reichs⸗ kanzlers hat der deutsche Geschäfltsträger Prinz zu Stolberg⸗ Wernigerode dem Bürgermeister Neumaver den Dank der deutschen Regierung für die aus Anlaß des Grubenunglücks in Bochum den Hinterbliebenen der verunglückten Arbeiter gewidmete Spende der Stadt Wien ausgesprochen. 8
Paris, 31. August. (W. T. B.) In dem Dorfe Barlin im DBepartement Pas⸗de⸗Calais erkrankte die gesamte Familie des österreichischen Bergmanns Jernischk nach dem Genuß eines Gerichtes im Walde gesammelter Pilze. Die 39jährige Frau,
Rüsselsheim, 31. August.
Dienstag, Abends 8 Uhr: Mein Freund Teddy. Mittwoch und Donnerstag:
Freitag: Aglavaine und Selysette. Sonnabend: Mein Freund Teddy.
Berliner Theater. Dienstag, Abends 8 Uhr:
Große Rosinen.
Abonnementsvorstellung. Tanz in drei Akten (5
V und R. Schanzer. Mittwoch und folgende Tage: Große Rosinen.
Theater in der Königgrätzer Straße. Abends 8 Uhr:
furter. Mittwoch und folgende Tage: Die fünf Frank⸗
Lessingtheater.
Mittwoch: Tauntris der Narr. Donnerstag:
Deutsches Schauspielhaus. (Direktion: Adolf NW. 7, Friedrichstr. 104 — 104 a.) Dienstag, Abends 7 ½ Uhr: Egmont. zügen von Johann Wolfgang von Goethe. Mittwoch und folgende Tage: Egmont.
fünf Kinder im Alter von 5—13 Jahren und der in ihrem Hause
Kammerspiele.
Dienstag, Abends 8 Uhr: Mein Freund 8s 2 hr
Schnitzler.
Charlottenburg. Dienstag,
Die Haubenlerche.
Ernst von Wildenbruch. Mittwoch und Donnerstag:
Originalposse mit Gesang und Hierauf: Die Medaille.
ildern) von R. Bernauer
Theater.)
Augustin. Mittwoch und
Augustin.
folgende
Die fünf Frank⸗
Dienstag, Abends 8 Uhr: Mittwoch und Donnerstag:
m. b. H
Gudrun.
Trauerspiel in 5 Auf⸗ von Jean Gilbert.
Schillertheater. 0. (Wallnertheater.) Die Paracelsus. Der grüne Kakadu.
Mittwoch und Donnerstag: Nachruhm. Abends Schauspiel in vier Akten von
Die Lokalbahn.
Montis Operettentheater. (Früher: Neues Dienstag, Abends 8 Uhr: Der liebe
Tage:
Lustspielhaus. (Friedrichstr. 236.) Dienstag, 8 Abends 8 ¼ Uhr: Ein Königreich m. b. H. In
drei Akten von Franz Wagenhoff. Ein Königreich
Freitag und Sonnabend: So 'n Windhund!
Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Dienstag, Abends 8 Uhr: Autoliebchen. mit Gesang und Tanz in drei Akten von Jean Kren, Gesangsterte von Alfred Schönfeld, Musik
Mittwoch und folgende Tage: Autoliebchen.
als Kostgänger wohnende österreichische Bergmann Resen sind gestorben. Drei andere Familienmitglieder liegen im Sterben.
Lamotte⸗Breuil, 1. September. (W. T. B.) Der Lenk⸗ ballon „Clément⸗Bavard“, der für die Armee bestimmt ist, ist gestern früh um 10 Uhr mit acht Personen an Bord, von Lamolte⸗ Breuil abgefahren und in Dieppe eingetroffen. Hierauf fuhr er über den Kanal hin. Der Führer steuerte das Luftschiff während der Nacht mit Hilfe des Kompasses, kehrte heute früh zurück und landete um 6 Uhr früh, nachdem er mehr als 800 km zurückgelegt
hatte. Tiflis, 30. August.
(W. T. B.) Auf der Station Gori wurde ein auslaufender Personenzug irrtümlich auf einen toten Strang geleitet. Hierbei stürzten die Lokomotive und der Gepäckwagen um und letzterer verbrannte. Der Lokomotiv⸗ führer und der Heizer wurden getötet.
Wladiwostok, 31. August. (W. T. B.) Der Prinz Heinrich von Preußen ist infolge der Zugentgleisung in Sibirien einen Tag verspätet hier eingetroffen und hat sogleich an Bord S. M. S. „Scharnhorst“ die Reise nach Japan fort⸗
gesetzt.
Stockholm, 30. August. (W. T. B.) Der deutsche Gesandte von Reichenau gab heute mittag auf der deutschen Gesandt⸗ schaft für die Teilnehmer an der bevorstehenden Reise s chwedischer Journalisten nach Deutschland ein Frühstück.
Kopenhagen, 31. August. (W. T. B.) Die Vereinigte Dampfschiffahrtsgesellschaft Kopenhagen hegt Besorgnis über das Schicksal ihres Dampfers „Kursk“, der am Montag, den 26. August, von Antwerpen nach St. Petersburg abging und am Mittwoch den Kaiser Wilhelm⸗Kanal durchfahren sollte. Seit der Abfahrt von Antwerpen hat man nichts mehr von dem Dampfer gehört. Der Dampfer hatte außer dem Schiffsführer eine Besatzung von 19 Mann. Bei Brouwershaven und Ouddorp sind ein Boot und mehrere Rettungsgürtel mit dem Namen der Gesellschaft, Wrackstücke und Teile der Ladung an Land getrieben worden. Auch der Lotse, der den Dampfer in See führte, ist nicht nach Vlissingen zurückgekehrt.
Helsingfors, 31. August. (W. T. B.) In den Stein⸗ brüchen des Kirchspiels Juka im Gouvernement Kuopio sind durch eine ni ederstürzende Scholle sieben Arbeitergetötetworden.
Christiania, 31. August. (W. T. B.) Das Institut für Internationales Recht (vgl. Nr. 207 d. Bl.) beschloß heute, seine nächste Tagung im Herbst 1913 in Oxford abzuhalten. — Der Professor von Martitz überbrachte aus Deutschland die Einladung, die Tagung im Jahre 1914 in Berlin oder einer anderen deutschen Stadt abzuhalten. Schließlich wurde en bloc der von Professor Politis ausgearbeitete Entwurf für internationale Gesetzesregeln uͤber den Einfluß des Krieges auf bestehende Verträge angenommen.
Bilbao, 30. August. (W. T. B.) . Auswärtigen Garcia Prieto sich im Automobil nach Castro Urdiales zum König begab, stieß sein Automobil mit einem elektrischen Straßenbahnwagen zusammen und wurde schwer beschädigt. Personen wurden bei dem Unfall nicht verletzt.
Als der Minister des
Boston, 30. August. (W. T. B.) Im Zusammenhang mit dem Selbstmorde eines der Zeugen im Dynamitprozeß in Lawrence (Massachusetts) ist ein Arbeitgeber im hiesigen Baumwollgewerbe unter der Beschuldigung verhaftet worden, an einer Verschwörung zur Verteilung von Dynamit teilgenommen zu haben. Die während des allgemeinen Ausstandes in Lawrence im vorigen Winter erfolgte Dynamitexplosion war nämlich zuerst den Ausständigen selbst zugeschrieben worden, aber die seitherigen Beweisaufnahmen lassen darauf schließen, daß das Dynamit von der Gegenseite herstammt, die auf diese Weise den Ausstand in⸗ Verruf bringen wollte. Die Verhaftung erregt das größte Aufsehen. Der Angeklagte namens Wood bestreitet die gegen ihn erhobenen Be⸗ schuldigungen. Wie ferner gemeldet wird, sind noch drei weitere hervorragende Personen unter Anklage gestellt. Der vor kurzem er⸗ folgte Selbstmord des Bauunternehmers Pittman wird vielfach darauf zurückgeführt, daß Pittman sich der Vernehmung über die in Lawrence des Weberausstandes gemachten Dynamitfunde entzi hen wollte.
Buenos Aires, 1. September. (W. T. B.) Der argenti⸗ nische Dampfer „Colartine“ ist nahe Rio Grande unter⸗ gegangen. Die gesamte Mannschaft ist ertrunken. Zwei Leichen sowie Trümmer des Schiffes sind aufgefunden worden.
Depeschen.
London, 2. September. Dem „Daily Telegraph“ wird⸗ aus Peking vom 1. September gemeldet: Der Stellvertreter des Ministers des Aeußern überreichte gestern auf der britischen Gesandtschaft eine Note, in der die Forderungen Groß⸗ britanniens in bezug auf Tibet zurückgewiesen werden.
(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
Nach Schluß der Redaktion eingegangene
Residenztheater. Dienstag, Abends 8 Uhr⸗
Gefährtin. - Von Arthur von Keroul und Barré. Mittwoch und folgende Tage: Der Herr von
Nr. 19.
dnlbr: Trianontheater. (Georgenstraße, nahe Bahnhof
Friedrichstr.) Dienstag, Abends 8 Uhr: Die Brief⸗ 8 Ein peinlicher Zwischenfall. Der ieb. Mittwoch und folgende Tage: Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Der Dieb.
mewaneaffs eAssxeRmEevmSmeeAk Ee SerxenS.. Familiennachrichten.
Gestorben: Hr. Geheimer Justizrat Hugo von⸗ Schütz (Zottewitz). — Verw. Fr. Anne von Wedderkop, geb. von Hildebrandt (St. Johannis⸗ kloster vor Schleswig). — Fr. Helene von Versen, geb. von Versen (Treptow, Rega).
Der liebe
Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (Heidrich) in Berlin.
Posse Dr Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.
Zehn Beilagen ich Börsen⸗Beilage)
(18919
im Rechnungsjahre 1910.
Schleswig⸗
Der Herr von Nr. 19. Schwank in 3 Akten
Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗
2 82 209.
Statistik und Volkswirtschaft.
Die Schulden der preußischen Provinzialverbände, Land⸗ kreise und Stadtgemeinden nach dem Stande vom 31. März 1 911.
Der unlängst erschienene Jahrgang 1911 des „Statistischen Jahr⸗ buchs für den preußischen Staat“ enthält in dem Abschnitt „Finanzen“ u. a. die Hauptergebnisse einer neuen amtlichen Erhebung über die
8 Schulden und die Steuern aller preußischen Kommunalverbände mit
Ausnahme der weniger als 10 000 Einwohner zählenden Landgemeinden . Läßt man die Landgemeinden außer Be⸗ tracht, so hetrugen am 31. März 1911.
der Provinzial⸗ (Bezirks⸗
¹ ( 8 88 usw.) Verbände der Landkreise
langfristige An⸗ leihen, Hypo⸗ theken⸗ und Grundschulden sowie Restkaufgelder
langfristige An⸗ leihen, Hypo⸗ theken⸗ und Grundschulden sowie Restkaufgelder
ge in
Spalte 5 entfallen auf langfristige Anleihen
Preovinzen
von dem Betrage in
Spalte 2 entfallen auf langfristige Anleihen
äberhaupt auf 1 überhaupt auf 1
Millionen Einw. Millionen Einw. ℳ ℳ Mill. ℳ ℳ ℳ M 2 8164 6 7
310,79 8,25 305,81 20,65 563,72
.333 37,97 25,83 34,62 42,02 112,99 25,53 33,83 19,31 36,15 13,73 56,05
9,00 19,74
43,13 15,93 18,84 7,04 19,80 2,87
2
8 von dem Betra
=q
. ℳ
im Staate.
in den Pro vinzen: I1 Ostpreußen.. 17,13 8,53 Westpreußen. 17,07 10,19 Brandenburg. 27,71 ß6,91 Vommern .. 26,16 15,63 26,16 1“ 16,99 8,15 16,71 Schlesien ... 32,92 6,37 ¹) 32,35 Sachsen.... 19,89 6,51 19,89
12 13 16,99 23,91
Holstein.. Hannover. .. Westfalen... Hessen⸗Nassau Rheinprovinz. Hohenzollern.
16,45 10,64 ²) 16,45 48,55 16,75 48,50 32,94 8 32,94 11,20 11,00 41,33 41,33 2,43
Q0/Soe SE SGA&
to oœᷓꝓ. S 902 ßEGbOn bo
der Provinzialverbände, Landkreise und Stadt⸗
der Stadtgemeinden gemeinden zusammen
langfristige An⸗ leihen, Hypo⸗ theken⸗ und Grundschulden sowie Restkaufgelder
langfristige An⸗ leihen, Hypo⸗ theken⸗ und Grundschulden sowie Restkaufgelder
palte 8 entfallen auf
langfristige Anleihen langfristige Anleihen
von dem Betrage in
S
überhaupt auf 1 überhaupt auf 1 Millionen Einw. Millionen Einw. ℳ: ee ℳ ℳ Mill. . 11 12 13
5137,84 129,18 4933,06
von dem Betrage in
Spalte 11 entfallen auf
⁸ 8
im Staate. in den Provinzen: Ostpreußen .. Westpreußen. “ Brandenburg. Pommern ..
Posen Schlesien.. . Sachsen... Schleswig⸗ Holstein. Hannover... Westfalen.. Hessen⸗Nassau
181,10 90,17 144,80 86,41 431,17 212 21 672,00 167,69 195,17 116,57 158,72 75,81 379,15 73,33
297,60 97,37
173,03 141,76 428,13 623,35 189,45 152,18 367,07 290,97
126,82 194,94
92,55 156,66 431,17 212,21 530,61 262,93 134,64 183,39 105,45 146 34 289,79 159,11 257,64 170,54
264,34 165,32 316,11 109,08 454,53 110,40 444,70 Hessen⸗Naf 4 487,02 217,12 438,03 Rheinprovinz. 260,36 1152,21 161,69 1114,91. Hohenzollern. 124,18. 3,92 54,68 3,92.
Aus dieser Tabelle ergibt sich, daß die langfristigen Anleihen, Hypotheken⸗ und Grundschulden sowie Restkaufgelder am 31. März 1911 bei den Provinzial. (Bezirks, usw.) Verbänden 310 786 664 ℳ, bei den Landkreisen 569 705 378 ℳ und bei den Städten 4 257 350 592 ℳ betrugen, sodaß sich die Verschuldung für diese
256,28 309,27
201,05 260,32 8 200,15 196,61
420,17
— +
E02boN GCOO So RR
2I;gNCSG SSDnen
Kommunalverbände zusammen auf rund 5138 Millionen Mark belief.
Nach den Berechnungen der auf 1 Einwohner entfallenden Schuld⸗ summe — denen die Einwohnerzahl nach der zum Zwecke der Einkommen⸗ steuerveranlagung vorgenommenen Personenstandsaufnahme für das Rechnungsjahr 1911 zugrunde gelegt ist, und zwar in Spalte 3 die der Provinzial⸗ (Bezirks⸗ usw.) Verbände, in Spalte 6 die der Land⸗ kreise, in Spalte 9 die der Stadtgemeinden und in Spalte 12 die gesamte Einwohnerzahl des Staates bezw. der Provinzen — betrug die Schuldenbelastung der Provinzial⸗ (Bezirks⸗ usw.) Verbände, der Landkreise und der Stadtgemeinden zusammen 129,18 ℳ, bei den Provinzialverbänden allein nur 8,25 ℳ, bei den Kreisen schon 20,65 ℳ und bei den Städten 225,08 ℳ auf den Kopf der Bevölkerung.
Von den Provinzen zeigt die bei weitem höchste Belastung mit Provinzial⸗, Kreis⸗ und Städteschulden die Rheinprovinz mit rund 1152 Millionen Mark, demnächst Brandenburg (ohne Berlin) mit 672 Millionen Mark. Die folgenden Plätze nehmen Hessen⸗Nassau (487 Millionen), Westfalen (455 Millionen) und Berlin (431 Millionen Mark) ein. Die absolut gerinaste Verschuldung zeigen nächst den Hohenzollernschen Landen Westpreußen und Posen mit 145 und 159 Millionen Mark. Im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungsziffer war die Verschuldung in der Provinz Hessen⸗Nassau am bedeutendsten; sie betrug hier 217,12 ℳ auf den Kopf. An zweiter Stelle stebt Berlin mit 212,21 ℳ. Dann folgen in beträchtlichem Abstande die Pro⸗ vinzen Brandenburg, Schleswig⸗Holstein und die Rheinprovinz mit
¹) Einschließlich von 178 700 ℳ des Landarmenverbandes Schlesien. ³) Ausschließlich des Kreises Herzogtum Lauenburg. *²) Davon 7 948 039 ℳ des Bezirksverbandes des Regierungs⸗ bezirks Cassel und 3 255 846 ℳ des Bezirksverbandes des Regierungs⸗ bezirks Wiesbaden. ²) Desgl. 7 845 726 ℳ bezw. 3 155 846 ℳ.
reußischen Staatsanzeiger.
Berlin, Montag, den 2. September
rund 168 bezw. 165 und 162 ℳ. Hinter dem Staatsdurchschnitt von 129,18 ℳ blieben noch 9 Provinzen zurück, am meisten mit rund 76, 73 und 55 ℳ Posen, Schlesien und Hohenzollern.
Konkurse im Auslande. Galizien.
Konkurs ist eröffnet über das Vermögen des Chaim und Aron Achs in Stanislau mittels Beschlusses des K. K. Kreisgerichts, Abteilung 1V, in Stanislau vom 5. Juni 1912 — Nr. 22/12. — Provisorischer Konkursmasseverwalter: Dr. Ludwig Frucht in Stanislau. Wahltagfahrt (Termin zur Wahl des definitiven Konkursmassever⸗ walters) 22. Juli 1912, Vormittags 10 Uhr. Die Forderungen sind bis zum 20. August 1912 bei dem genannten Gericht anzumelden; in der Anmeldung ist ein in Stanislau wohnhafter Zustellungsbevoll⸗ mächtigter namhaft zu machen. Liquidierungstagfahrt (Termin zur Feststellung der Ansprüche) 2. September 1912, Vormittags 10 Uhr.
Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 31. August 1 912: Ruhrrevier Oberschlesisches Revier 8 Anzahl der Wagen Gestellt 29 622 10 789 G Nicht gestellt. 165 622 am 1. September 1912: Se 6 Nicht gestellt. 8
— Der in München tagende Verbandstag deutscher Schuh⸗ warenhändler faßte laut Meldung des „W. T. B.“ den Beschluß, infolge der gesteigerten Einkaufspreise entsprechende Erhöhung der Detailpreise für Schuhwaren eintreten zu lassen.
— Der Verband von Fabrikanten isolierter Leitungs⸗ drähte berechnet laut Meldung des „W. T. B.“ aus Berlinf ab Montag, den 2. September 1912, einen Kupferzuschlag von 3,20 ℳ pro Quadratmillimeter Kupferquerschnitt und 1000 m Länge.
— Der Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft Mühle Rüningen beschloß, laut Meldung des „W. T. B.“ aus Braun⸗ schweig, der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 30 % gegen 24 % im Vorjahre vorzuschlagen.
— Nach dem Jahresbericht der Handelskammer Plauen das Jahr 1911 bestanden im Bezirk der Handelskammer insgesamt 72 Aktiengesellschaften mit einem Gesamtkapital von 99,3 (1910: 94) Mill. Mark. Die Hyvpotheken, Obligationen, Anleihen betrugen ins⸗ gesamt 30,9 (30) Mill. Mark, die Rücklagen 28,9 (26) Mill. Mark, der Reingewinn 12,3 (12,2) Mill. Mark, die Dividende 8,96 (9,55) %. Von den Gesellschaften gehörten 10 der Nahrungs⸗ und Genußmittel⸗ branche, 2 der Industrie der Steine und Erden, 5 der Montan⸗, 11 der Maschinen⸗ und Metallwarenindustrie, 3 der chemischen, 36 der Textil⸗ industrie, 3 der Papierindustrie an. Ferner funlt onird hufe 1 Aktien⸗ gesellschaft für Bürsten⸗ und Penselindustrie, 1 Kohlen enhn, 3 Elek⸗ trizitätswerke und Straßenbahnen, 5 Banken, 1 Konsumverein, 1 Heil⸗ anstalt auf. Eingegangen sind ferner die Jahresberichte der Handels⸗ kammern von Cöln von 1912 (Heft I), von Reutlingen, Lauban, Oldenburg (II. T.), Offenbach (II. T.), Elberfeld (II. T.), Barmen, Magdeburg, Hagen für 1911, Halberstadt für 1911/12.
— Nach einer durch „W. T. B.“ übermittelten Meldung der Kaiserlich russischen Finanz⸗ und Handelsagentur ergab der Wochenausweis der Russischen Staatsbank vom 29. August d. J. folgende Ziffern (die eingeklammerten Ziffern entsprechen den gleichen Positionen des neuen Bilanzformulars der Staatsbank bezw. den Ziffern der Vorwoche), alles in Millionen Rubel: Aktiva. Gold (in Münzen, Barren und Anweisungen der Minen⸗ verwaltung) (Nr. 1) 1316,7 (1317,0), Gold im Auslande (Nr. 2) 242,6 (236,6), Silber⸗ und Scheidemünze (Nr. 3) 80,4 (81,2), Wechsel und andere kurzfristige Verpflichtungen (Nr. 4) 365,5 (359,1), Vorschüsse, sichergestellt durch Wertpapiere (Nr. 5) 90,8 (89,3), Sonstige Vorschüsse (hierher gehören: Vorschüsse, sichergestellt durch Waren: Vorschüsse an Anstalten des Kleinen Kredits; Vorschüsse an Landwirte; Industrielle Vorschüsse; Vorschüsse an das St. Peters⸗ burger und Moskauer Leihhaus; Protestierte Wechsel) (Nr. 6 bis 11) 145,1 (145,7), Wertpapiere im Besitz der Staatsbank (Nr. 12) 95,3 (93,7), Verschiedene Konten (Nr. 13) 35,8 (36,1), Saldo der Rechnung der Bank mit ihren Filialen (Nr. 14) 66,4 (60,3), zusammen 2438,6 (2419,0). Passiva. Kreditbillette, welche sich im Umlaufe befinden (Nr. 1) 1336,5 (1318,2), Kapitalien der Bank (Nr. 2) 55,0 (55,0), Laufende Rechnungen der Departements der Reichsrentei (Nr. 4) 371,1 (368,3), Einlagen, Depositen und laufende Rechnungen verschiedener Anstalten und Personen (Nr. 3, 5 und 6) 605,7 (614,4), Verschiedene Konten (Nr. 7, 8 und 9) 70,3 (63,1), Saldo der Rechnung der Bank mit ihren Filialen (Nr. 10) — (—), zusammen 2438,6 (2419,0).
Wien, 31. August. (W. T. B.) Nach dem statistischen Aus⸗ weis des Handelsministeriums über den Außenhandel, des öster⸗ reichisch⸗ungarischen Zollgebiets betrug im Juli die Einfuhr 288,1, die Ausfuhr 223,5 Millionen Kronen, demnach 43,2 mehr bezw. 25,1 mehr als im Vorjahre. Während der Monate Januar bis Juli betrug die Einfuhr 2054, die Ausfuhr 1448,2 Millionen Kronen, demnach 281,1 Millionen mehr bezw. 66 3 mehr als im Vorjahr. Das Passivum der Handelsbilanz in den Monaten Januar is beträgt 605,8 Millionen Kronen gegen 390 Millionen im Vorjahr. —
Kopenhagen, 31. August. (W. T. B.) Die Direktion der Königlich Danischen Hypothekenbank hat heute mit Ge⸗ nehmigung des Finanzministers die Ausgabe einer 3. Serie Hypo⸗ thekenbankobligationen im Betrage von 15 Millionen Francs mit einem internationalen Konsortium abgeschlossen, das aus folgenden Banken besteht: Banque de Paris et des Pays Bas, Crédit Lvyonnais, Comptoir National d'Escompte und Société Générale, sämtlich in Paris, ferner den Danske Landmandsbank und R. Henriques jr., beide in Kopenhagen, Stockholms Enskilda Bank und Stockholms Handelsbank, beide in Stockholm, Centralbanken for Norge in Kristiania und M. M. Warburg und Co. in Hamburg.
“ Berliner Warenberichte.
Berlin, den 2. September. Produktenmarkt. Die amtlich ermittelten Preise waren (per 1000 kg) in Mark: Weizen, inländischer 200,00 — 207,00 ab Bahn, abfallender 190,00 — 200,00, Normalgewicht 755 g 210,50 — 210,75 — 210,50 — 211,25 — 211,00 Ab⸗ nahme im laufenden Monat, do. 210,50 — 211,25 — 211,00 Abnahme im Oktober, do. 210,75 — 211,50 — 211,25 Abhnahme im Dezember, do. 214,75 — 215,00 Abnahme im Mai 1913. Behauptet.
Roggen, inländischer 167,50 — 168,00 ab Bahn, Normalgewicht 712 g 170,50 — 171,75 — 171,25 Abnahme im laufenden Monat, do. 172,00 — 171,75 — 172,50 Abnahme im Oktober, do. 172,00 171,75 bis 172,50 Abnahme im Dezember, do. 176,00 — 175,75 — 176,00 Ab⸗ nahme im Mai 1913. Behauvtet.
Hafer, Normalgewicht 450 g 175,50 — 175,75 — 174,75 — 175,00 Abnahme im laufenden Monat, do. 174,00 — 173,75 Abnahme im
1912.
Oktober, do. 174,00 — 173,25 Abnahme im Dezember, do. 177,00 bis 176,50 Abnahme im Mai 1913. Matt. b* Angabe der Provenienz 146,50 Brief Abnahme im laufenden Monat, do. 147,00 Brief Abnahme im Dezember. 150,00 Brief Abnahme im Mai 1913. Geschäftslos. 8 „Weizenmehl (per 100 kg) ab Bahn und Speicher Nr. 00
25,75 — 29,75. Ruhig.
Roggenmehl (per 100 kg) ab Bahn und Speicher Nr. 0 und 1 20,90 — 22,80. Ruhig.
Rüböl für 100 kg mit Faß 67,00 Brief Abnahme im laufen⸗ den Monat, do. 67,20 Brief Abnahme im Oktober, do. 67,80 Brief Abnahme im Dezember. Geschäftslos.
„Berlin, 31. August. Maxktpreise nach Ermittlungen des Königlichen Polizeipräsidiums. (Höchste und niedrigste Preise.) Der Doppelzentner für: Weizen, gute Sorte †) 20,80 ℳ, 19,60 ℳ. — Weizen. Mittelsorte —,— ℳ, —,— ℳ. — Weizen, geringe Sorte —,— Fee zhel es dc Roggen, gute Sorte†) 16,85 ℳ, 16,75 ℳ. — Roggen, Mittelsorte —,— ℳ, —,— ℳ. — Roggen, geringe Sorte —,— ℳ, —,— ℳ. — Futtergerste, gute Sorte*) 20,00 ℳ, 19,50 ℳ. — Futtergerste, Mittelsorte*) 19,40 ℳ, 18,90 ℳ. — Futtergerste, geringe Sorte *) 18,80 ℳ, 18,30 ℳ. — Hafer, gute Sorte*) 22,30 ℳ, 21,900 ℳ. — Hafer, Mittelsorte —r,— ℳ, —,— ℳ. — Hafer, geringe Sorte —,— ℳ, —,— ℳ. — Mais (mixed) gute Sorte —,— ℳ, —,— ℳ. — Mais (mixed) geringe Sorte —,— ℳ, —,— ℳ. — Mais (runder) gute Sorte 15,60 ℳ, 14,90 ℳ. — Richtstroh (Markthallenpreise.) Erbsen, gelbe, zum Kochen 50,00 ℳ, 30,00 ℳ. — Speisebohnen, weiße 50,00 ℳ, 30,00 ℳ. — Linsen 80,00 ℳ, 35,00 ℳ. — Kartoffeln (Kleinhandel) 11,00 ℳ, 6,00 ℳ. — Rindfleisch von der Keule 1 kg 2,40 ℳ, 1,80 ℳ, do. Bauchfleisch 1 kg 1,90 ℳ, 1,50 ℳ. — Schweinefleisch 1 kg 2,40 ℳ, 1,60 ℳ. — Kalbfleisch 1 kg 2,40 ℳ, 1,50 ℳ. 2,40 ℳ, 1,70 ℳ. — Butter 1 kg 3,00 ℳ, 2,20 ℳ. — Eier, Markt⸗ hallenpreise, 60 Stück 6,00 ℳ, 3,60 ℳ. — Karpfen 1 kg 2,40 ℳ, 1,40 ℳ. — Aale 1 kg 3,20 ℳ, 1,60 ℳ. — Zander 1 kg 3,60 ℳ, 1,40 ℳ. — Hechte 1 kg 3,00 ℳ, 1,40 ℳ. — Barsche 1 kg 2,40 ℳ, 1,00 ℳ. — Schleie 1 kg 3,20 ℳ, 1,60 ℳ. — Bleie 1 kg 1,60 ℳ, 0,80 ℳ. — Krebse 60 Stück 40,00 ℳ, 4,00 ℳ.
†) Ab Bahn. *) Frei Wagen und ab Bahn.
Ausweis über den Verkehr auf dem Berliner Schlacht⸗ vieh markt vom 31. August 1912. (Amtlicher Bericht.)
Rinder: Für den Zentner: Ochsen: 1) vollfleischige, aus⸗ gemästete, höchsten Schlachtwerts, ungejocht, a. Stallmast, Lebend⸗ gewicht 52 — 55 ℳ, Schlachtgewicht 90 — 95 ℳ, b. Weidemast Lg. 50 — 53 ℳ, Schlg. 86 — 91 ℳ, 2) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren, 23. —,— ℳ, Schlg. —,— ℳ, junge, fleischige, nicht ausgernästete und ältere ausgemästete, Lg. 46—49 ℳ, Schlg. 84 — 89 ℳ, ⁴) mäßig genährte junge, gut genährte ältere, Lg. 42 — 44 ℳ, Schlg. 79 — 83 ℳ. — Bullen: 1) vollfleischige, ausge⸗ wachsene höchsten Schlachtwerts, Lg. 51 — 54 ℳ, Schlg. 85 — 90 ℳ, 2) vgllfleischige jüngere, Lg. 46 — 51 ℳ, Schlg. 82 — 85 ℳ, 3) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere, Lg. 42 — 45 ℳ, Schlg. 79 — 85 ℳ. — Färsen und Kühe: 1) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts, Lg. 52 — 54 ℳ, Schlg. 87 — 90 ℳ, 2) vollfleischige, ausge⸗ mästete Kühe höchsten Schlachtwerts, bis zu 7 Jahren, Lg. 46 — 50 ℳ, Schlg. 81 — 88 ℳ, 3) altere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüängere Kühe und Färsen, Lg. 40 — 45 ℳ, Sählg 73 82 ℳ, 4) mäßig genährte Kühe und Färsen, Lg. 35 — 39 ℳ, Schlg. 66 — 74 ℳ, 5) gering genährte Kübe und Färsen, Lg. bis 33 ℳ, Schlg. bis 73 ℳ. — Gering genährtes Jungvieh (Fresser), Lg. 35 — 39 ℳ, Schlg. 70 — 78 ℳ.
Kälber: Für den Zentner: 1) Doppellender feinster Mast, Lebend⸗ gewicht 80 — 90 ℳ, Schlachtgewicht 114 — 129 ℳ, 2) feinste Mast⸗ kälber, 2g. 62 — 66 ℳ, Schla. 103 — 110 ℳ, 3) mittlere Mast⸗ und beste Saugkälbér, Lg. 59 — 63 ℳ, Schlg. 98 — 105 ℳ, 4) geringe Mast⸗ und gute Saugkälber, Lg. 53 — 58 ℳ, Schlg. 93 — 102 ℳ, 5) geringe Saugkälber, Lg. 46 — 52 ℳ, Schlg. 84 — 95 ℳ.
Schafe: Für den Zentner: A. Stallmastschafe: 1) Mastlämmer und jüngere Masthammel, Lebendgewicht 43 — 49 ℳ, Schlachtgewicht 88 — 100 ℳ, 2) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe, Lg. 35 — 42 ℳ, Schlg. 71—86 ℳ, 3) mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe), Lg. 33 — 39 ℳ, Schlg. 70 — 83 ℳ. B. Weidemastschafe: 1) Mastlämmer, Lg. 45 — 49 ℳ, Schlg.
— ℳ, 2) geringere Lämmer und Schafe, Lg. 38 — 41 ℳ,
Schweine: Für den Zentner: 1) Fettschweine über 3 Ztr. Lebendgewicht, Lebendgewicht —,— ℳ, Schlachtgewicht —,— ℳ, 2) vollfleischige Schweine von 240—300 Pfd. Lebendgewicht, Lg. 68 —2 ℳ, Schlg. 85 — 87 ℳ, 3) vollfleischige Schweine von 200 — 240 Pfd. Lebendgewicht, Lg. 66 —2 ℳ, Schlg. 82 — 85 ℳ, 4) vollfleischige Schweine von 160—200 Pfd. Lebendgewicht, Lg. 62 — 66 ℳ, Schlg. 78 — 83 ℳ, 5) vollfleischige Schweine unter 160 Pfd. Lg. 60 — 62 ℳ, Schlg. 75 — 77 ℳ, 6) Sauen, Lg. 64 ℳ,
Auftrieb: Rinder 2981 Stück, darunter Bullen 869 Stück, Ochsen 1432 Stück, Kühe und Färsen 680 Stück; Kälber 1113 Stück; Schafe 10 423 Stück; Schweine 10 811 Stück⸗
Marktverlauf:
Das Rindergeschäft wickelte sich anfangs glatt ab, verflaute aber gegen den Schluß. Etwa 100 beste Stiere brachten Preise über höchster Notiz, desgl. etwa 30 schwere Bullen.
Der Kälberhandel gestaltete sich ruhig.
Bei den Schafen war der Geschäftsgang glatt.
Der Schweinemarkt verlief glatt. Schwere, fette Ware gesucht.
Berlin, 31. August. Bericht über Speisefette von Gebr. Gause. Butter: Das Geschäft war zum Schluß des Monats noch ruhiger und mußte daher, veranlaßt durch die dringenden Angebote des Auslandes, die Notierung ermäßigt werden. Die heutigen Notierungen sind: Hof⸗ und Genossenschaftsbutter 1a Qualität 130 — 132 ℳ, II a Qualttät 126 —130 ℳ. — Schmalz: Die Be⸗ darfsnachfrage bleibt andauernd sehr gut, und da die Schweinezufuhren in Amerika klein sind, und eine Aenderung für die nächste Zeit auch nicht zu erwarten ist, so sind die Fettwarenmärkte sehr fest und die Preise konnten weiter anziehen. Die heutigen Notierungen sind: Choice Western Steam 63 ¼ — 64 ½ ℳ, amerikanisches Tafelschmalz Borusfsia 65 ½ ℳ, Berliner Stadtschmalz Krone 64 ½ — 70 ℳ, Berliner Bratenschmalz Kornblume 65 ½ — 70 ℳ. — Speck: Knapp und sehr fest.
Berlin, 31. August. Wochenbericht für Stärke, Stärke⸗ fabrikate und Hulsenfruüchte von Max Saberstv, Berlin. Die regnerische und kühle Witterung der letzten 14 Tage trug dazu bei, die Tendenz zu befestigen, ohne daß die Preise sich wesent⸗ lich veränderten. Ia. Kartoffelstärke prompt 32 ½ — 34 ℳ, La. Kartoffelmehl prompt 32 ½ — 34 ℳ, II a. Kartoffelmehl 29 bis 30 ℳ, gelber Sirup 37 — 39 ℳ, Kap.⸗Sirup 38 — 38 ½ ℳ, Exportsirup 38 — 38 ½ ℳ, Kartoffelzucker gelb 37 — 37¼ ℳ, Kar⸗ toffelzucker kap. 38 — 38 ½ ℳ, Rumcouleur 48 ½ — 48 ½ ℳ, Biercouleur
— Hammelfleisch 1 ka