1912 / 216 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 10 Sep 1912 18:00:01 GMT) scan diff

oder Rechtsanwalts einzurichten sind; auch empfiehlt sich überall (zweckmäßig bei den Landgerichten) die schon vielfach bewährte Ein⸗ richtung von gewerblichen Fortbildungskursen, bei welchen den Refe⸗ rendaren (Praktikanten) durch Besichtigungen von Betrieben und An⸗ stalten und durch Vorträge Gelegenheit gegeben wird, das gewerbliche Leben aus eigener Anschauung kennen zu lernen. IV. Denjenigen Juristen, welche durch Ablegung der großen Staatsprüfung (Richter⸗ amtsprüfung, Advokatenprüfung) ihre Befähigung zum Richteramt und zum Rechtsanwaltsberuf dargelegt haben, ist die Fortbildung auf den Gebieten der Psvychologie, Volkswirtschaft und Soziologie zu ermöglichen und zu erleichtern, und zwar sowohl durch Einberufung zu den im erweiterten Umfange einzurichtenden staats⸗ wissenschaftlichen Fortbildungskursen, bei welchen für Vorlesungen aus den genannten Gebieten stets Vorsorge zu treffen ist, als auch durch Beurlaubung ohne Dienstaltersverkürzung zu einer bis zur Dauer ines Jahres erstreckbaren Beschäftigung in industriellen und Groß⸗ handelsbeirrieben. V. Die von dem Feehees. Justizminister in den drei die Ausbildungsfrage betreffenden allgemeinen Verfügungen vom 3. Juli 1912 getroffenen Anordnungen, die sich in der Richtung der Leitsätze II, 11I und IV bewegen, können als geeignete Grundlagen weiterer Entwicklung gelten.“ 1 Bei der Abstimmung wurden die auf Ergänzung der Ausbildung der Juristen nach den im Thema bezeichneten Richtungen und auf Verlängerung der ge etzlichen Studienzeit um ein Jahr gerichteten Vorfchläge angenommen.

Der unter dem Allerhöchsten Protektorate Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin stehende VI. internationale Kongreß für Geburtshbilfe und Gynäkologie wurde gestern vormittag im Sitzungesaale des Herrenhauses unter Teilnahme von fast 400 der bedeutendsten Frauenärzte aus 22 Kulturländern eröffnet. Der Präsident des Kongresses, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Bumm, begrüßte W. T. B.“ zufolge die Teilnehmer und sprach der Allerhöchsten Protektorin des Kongresses als der wahren Landesmutter und Wohltäterin der Armen und Kranken, ferner der preußischen Staats⸗ regierung für ihr unbegrenztes Wohlwollen und Entgegenkommen, der Stadt Berlin, die ihren Stolz darin setze, in Dingen der Kranken⸗ pflege und Versorgung sich durch niemand übertreffen zu lassen, und endlich dem Präsidenten des Herrenhauses für die freundliche Ueber⸗ lassung der Räume, den Dank im Namen aller aus und knüpfte daran den Wunsch, daß die Arbeiten der Veranstaltung recht fruchtbringend sein möchten. Dann erteilte der Vorsitzende dem Mnnister der geist⸗ lichen und Unterrichtsangelegenheiten von Trort zu Solz das Wort, der, wie „W. T. B.“ meldet, etwa folgendes ausführte: „Es ist mir eine besonders angenehme Aufgabe, diesen unter dem Allerhöchsten Protektorat Ibrer Majestät der Kaiserin hier zusammentreten⸗ den VI. internationaten Gynäkologenkongreß im Namen der Reichs⸗ leitung und der preußischen Staatsregierung in Berlin willkommen zu heißen und herzlichst zu begrußen. Nachdem fünf Tagungen außer⸗ halb Deulschlands stattgefunden haben, wollen wir hoffen, daß Ihrer gegenwärtigen Tagung der gleiche Erfolg beschieden sein möge, durch den die vorjährigen Kongresse ausgezeichnet waren. Möge der Kon⸗ greß ein weiterer Markstein sein des Fortschritts auf diesem so ungeheuer wichtigen Gebiete“. Weiter sprachen noch der Bürger⸗ meister Dr. Reicke für die Stadt Berlin, der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Schwarz für die Berliner Universität, Dr. Leovold Landau für die Berliner medizinische Gesellschaft. Nachdem eine Reihe von Vertretern fremder Staaten Begrußungs⸗ worte gesprochen hatten, wurde beschlossen, an Ihre Majestät die Kaiserin ein Dankestelegramm zu senden. Im weiteren Verlaufe der Eröffnungssitzung erstattete Dr. Jakobs (Brüssel) den Be⸗ richt über den Gynäkologenfonds. Dann nahm der General⸗ sekretär des Kongresses, Dr. Eduard Martin (GBerlin) das Wort, teilte die Namen der Herren des engeren Komitees mit und sprach über die auf dem Kongreß zu be⸗ handeinden wissenschaftlichen Fragen. Zu Ehrenpräsidenten wurden 4 Herren aus 14 Staaten vorgeschlagen, wozu die Versammlung ihre Zustimmung gab. Im Anschluß daran erfolgte die Besichtigung der Ausstellung von anatomischen Präparaten und In⸗ strumenten, die von 42 Firmen beschickt und in sechs großen Räumen untergebracht worden ist. Gestern abend wurden die Mit⸗ glieder des Kongresses und ihre Damen in den Fest äumen des Herrenhauses durch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie feierlich empfangen.

Raoul Amundsen hielt gestern abend in der Geographischen Gesellschaft in Christiania in Gegenwart des Königs und der Königin, des Prinzen Roland Bonaparte, der Mitglieder der Regierung, des diplomatischen Korps und einer glänzenden Versammlung seinen ersten Vortrag. Im ganzen waren ungefähr 3000 Personen an⸗ wesend. In seinem zweistündipen Vortrag gab Amundsen, „W. T. B.“ zufelge, in großen Zügen eine Schilderung von dem Verlauf seiner Forschungsreise. Der Vortrag war von zahlreichen Lichtbildern und lebenden Bildern begleitet, die großen Beifall fanden. Zuletzt verlas Amundsen ein Schreiben des Oberlehrers Alexander, der die von Amundsen am Südpol gemachten Beobachtungen bestätigt. Alexander teilt in seinem Schreiben mit, daß Polheim nach der berich igten Beobachtung auf 89 Grad 58,6 Min. liegt und daß die Expedition wahrscheinlich den Pol in einem Abstand von nur einigen Metern passiert hat. Der Präsident der Geographischen Gesellschaft, Meteorologe Steen, dankte Amundsen für seinen Vortrag und sprach den Wunsch aus, daß es ihm gelingen möge, auch sein zweites Ziel zu erreich n. Amundsen reiste nach Bergen ab, wo er ebenfalls einen Vortrag halten wird.

Theater.

önigliche Schauspiele. Mittwoch: Opern⸗ haus. 185. Abonnementsvorstellung. Dienst⸗ und Frei⸗ lätze sind aufgehoben. Auf Allerhöchsten Be⸗ ebhl: Festvorstellung zu Ehren VI. inter⸗ nationalen Gynäkologenkongresses. Tristan und Isolde in drei Akten von Richard Wagner. Musi⸗ lische Leitung: Herr Kapellmeister von Strauß. ie: Herr Regisseur Braunschweig. Anfang

Schaufpielhaus. 186. Abonnementsvorstellung. Der große König. Drei Bilder aus seinem Leben von Josef Lauff. Musik von Weiland Seiner Majestat dem König. Für die szenische Aufführung eingerichtet von Josef Schlar. Anfang 7 ½ Uhr.

Donnerstag: Opernhaus. 186. Abonnementsvor⸗ stellung. Fidelio. Oper in 2 Akten von Ludwig van Beethoven. Text nach dem Französischen von Ferdinand Treitschke. Zu Beginn „Ouvertüre Leonore (Nr. 3)“. Anfang 7 ½ Uhr.

Schauspielhaus. 187. Abonnementsvorstellung. Die Bluthochzeit. Ein geschichtliches Trauerspiel in vier Akten von Albert Lindner. Anfang 7 ½ Uhr.

des

Mittwoch, furter.

furter.

Deutsches Theater. Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr:

Berliner Theater. Mittwoch, Abends 8 Uhr: Große Rosinen. Tanz in drei Akten (5 Bildern) von R. Bernauer und R. Schanzer.

Donnerstag und folgende Tage: Große Rosinen.

Theater in der Königgrützer Straße. Abends 8 Uhr:

Donnerstag und folgende Tage: Die fünf Frank⸗

Lessingthenter. Glaube und Heimat. Die Tragödie eines Volkes. Drei Akte von Karl Schönherr. 1

Donnerstag: Tantris der Narr.

Freitag: Die Frau vom Meere.

Deutsches Schanspielhaus. (Direkson: Adolf Lantz. NW. 7, Friedrichstr. 104 104 a.) Mittwoch, Abends 7 ½ Uhr: zügen von Johann Wolfgang von Goethe.

Donnerstag und folgende Tage: Egnont.

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus.

In der gestrigen, von dem Kapellmeister Blech mit Schwung und Wärme musikalisch geleiteten Aufführung von Verdis Oper „Aida“ gab es mehrere Neubesetzungen. Fräulein Leisner sang als Gast die Rolle der Königstochter Amneris; im allgemeinen mit gutem Gelingen, wenn man bedenkt, daß der bisher nur als Konzertsängerin tätig gewesenen Künstlerin die Bühne ein noch fremdes Gebiet ist. Der Ton ihrer Stimme klingt beim ruhigen Ausstrahlen schön und rund. Größere Krafigebung, besonders in der Höhe, verträgt sie aber noch nicht. Der Amonasro des Herrn Engel vom Stadttheater in Zürich, dem als Bayreuther Klingsor ein guter Ruf vorangeht, wirkte nicht so über⸗ zeugend wie der unseres einheimischen Herrn Hoffmann. Die Stimme hat zwar besonders in der höheren Mittellage prachtvollen markigen Klang, die untere Lage fiel dazegen ab; ein abschließendes Urteil über den Sänger läßt sich nach dieser Leistung also nicht gewinnen. Herr Jadlowker, der hier zum ersten Male den Radames sang, bot im Lyrischen, das seine eigentliche Domäne ist, geradezu Vollendetes. Sem weccher Tenor gehorchte ihm hier mühelos; man konnte sich an dem Wohllaut förmlich berauschen. Bei den vielen Kraftstellen der Partie war die Höhe auch von jenem leuch enden Glanz, der an Caruso gemahnt, nur in der mittleren Lage ging manches in den Tonfluten des Orchesters verloren. Frau Kurt war stimmlich und schauspielerisch eine rassige Aĩda, Herr Knüpfer ein idealer Vertreter der Rolle des Oberpriesters. Daß die Wogen des Beifalls bei dieser Aufführung, auf die das Königliche Opernhaus stolz sein darf, sehr hoch gingen, ist nicht zu verwundern.

Schillertheater Charlottenburg.

Das Charlottenburger Schillertheater ergötzte gestern sein Publikum durch einen neuen Molière⸗Abend. Gegeben wurden zum ersten Male „Der Misanthrop“ und „Die Schule der Frauen“, beide in der trefflichen Verdeutschung Ludwig Fuldas. Der Frische der Dar⸗ stellung unter der Spielleitung Alfred Walter Horsts war es zu ver⸗ danken, daß die Aufmerksamkeit der Zuschauer während der zehn Akte, die im Laufe des Abends an ihren Blicken vorüberzogen, nicht erlahmte. Zwei sehr verschieden geartete männ⸗ liche Hauptrollen in beiden Stücken, und zwar den jungen Alcest im „Misanthropen“ und den gefoppten alten Liebhaber in der „Schule der Frauen“, spielte Herr F. Gerhard mit gleich gutem Gelingen. Im erstgenannten Stücke hatte er besonders in Frau Wasa als Célimoͤne eine Partnerin von einer Anmut und Gewandt⸗ heit, dte wahrhaft herzerfreuend wirkten. Im zweiten Stücke zeichnete sich außer Fräulein Hold in der Rolle der naiven Agnes noch besonders Herr Köstlin durch seine drollige Verkörperung des braven, aber be⸗ schränkten Horace aus.

Im Königlichen Opernhause wird morgen „Tristan und Isolde“, mit Frau Plaichinger und Herrn Maclennan als Vertretern der Titelrollen, aufgeführt. Die Brangäne singt Frau Arndt⸗Ober den Kurwenal: Herr Bischoff, den König Marke: Herr Knüpfer, den, Melot: Herr Habich. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister von Strauß. Die Vorstellung beginnt um 7 Uhr.

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen, Mittwoch, „Der große König“ von J. Lauff in der bekannten Besetzung wiederholt.

Mannigfaltiges.

Berlin, 10. September 1912.

Vom 19 bis 21. September d. J. findet in Hamburg der VII. Deutsche Arbeitsnachweiskongreß statt. Die Tages⸗ ordnung lautet: Erster Tag: „Die bisherige Wirksamkeit des Stellen vermittlergesetzes und Reformvorschläge“ (Berichterstatter: Rechtsrat Dr. Fischer⸗Nürnberg); „Bau und Einrichtung von Arbeits⸗ nachweisgebäuden“ (Berichterstatter: Stadtbauinspektor Klewitz⸗Cöln und Inspektor Steffen⸗Berlim); „Arbeitsmarktstatistik“ (Bericht⸗ erstatter: Beigeordneter Dr. Most, Direktor des Steatistischen Amts der Stadt Düsseldorf). Zweiter Tag: „Die öffent⸗ lichen Arbeitsnachweise im Lichte der neueren Erfahrungen“ (Berichterstatter: Landrat Büchting⸗Limburg a. L.); „Arbeits⸗ nachweis und Fürsorge für die wandernden Arbeiter“ (Bericht⸗ erstatter: Amtmann Dr. Hausmann⸗Stuttgart und Stoetzer, Ge⸗ schäftsführer des Verbandes Westfälischer rbeitenachmeise Rünster. Anfragen über Angelegenheiten des Kongresses sind an den Verband Deutscher Arbeitsnachweise, Berlin S0. 16, Am Köllnischen Park 8, zu richten. Auskunft über Hamburgs örtliche Verhältnisse erteilt der Arbeitsnachweis der Patriotischen Gesellschaft, Hamburg, Katharinenstraße 15.

Forbach (Lothringen), 10. September. (W. T. B.) Als der Gastwirt Kiefer gestern abend in seiner Schenke einen Streit zwischen italienischen Arbeitern schlichten wollte, wandten sich die Italiener gegen ihn. In der Not griff der Wirt zum Revolver und gab fünf Schüsse ab, durch die zwei Italiener getötet, zwei lebensgefährlich und einer leicht verletzt wurde. Kiefer wurde verhastet.

Dünkirchen, 10. September. (W. T. B) Gestern abend brach in der hiesigen Ausstellung ein Brand aus, der u. a eine große Brerhalle einäscherte, die von einer aus der Brüsseler Aus⸗ stellung berrührenden Kuppel gekrönt war. Sehr stark hat auch der brasilianische Pavillon unter der Feuersbrunst gelitten.

Moskau, 9. September. (W. T. B.) Nachmittags 2 Uhr fand eine glänzende Prozession vom großen Kremlpalast aus bis zur Uspenskykathedrale statt. An der Prozession nahmen teil: der Kaiser, die Kaiserin, die Katserlichen Kinder, die Groß⸗ fürsten, die Hofchargen aller Klassen, die Minsster und Würdenträger, die höheren Offiziere, die Spitzen der Zivilbehörden, die Vertreter des Adels, der Semstwos, der städti'chen Verwaltung und die Ab⸗ ordnungen, die an den Borodinofeierlichkeiten (vgl. Nr. 215 d. Bl.) teilgenommen haben. Als der Kaiser und die Kaiserin aus dem Palast auf die rote Treppe traten, verneigten sie sich vor der auf dem Kremlplatze harrenden tausend⸗ köpfigen Volksmenge, die in begeisterten Jubel ausbrach. Nach einem kurzen Gottesdienste in der Uspenskykathedrale begaben sich der Kaiser und die Kaiserin mit ihren Kindern, den Großfürsten und dem Ge⸗ folge in das Tschudowkloster, von wo aus sie im Wagen langsam, überall von einer dichtgedrängten Volksmenge begeistert begrüßt, zum Kreml zurückkehrten.

Stockholm, 10. September. (W. T. B.) Gestern abend stieß am Eingarg des Hafens der deutsche Dampfer „Alexandra“ aus Stettin mit dem schwedischen Dampfer „Nya“ aus Upsala zusammen, wobei letzterer schwer beschädigt wurde, sodaß er auf Grund gesetzt werden mußte. Sieben Mann der Besatzung 11“““ verletzt. Die Beschädigungen der „Alexandra“ sind nur leicht.

Bern, 9. September. (W. T. B.) Der Deutsche Kaiser hat auch für die Armen der Stadt Bern 5000 Fr. gespendet

New York, 9. September. (W. T. B.) Während eines Motorradrennens in Newark (New Jersey) wollte der Fahrer Eddie Pasha einen anderen überholen, zerbrach dabei die Schranke und fuhr in die Menge Vier junge Leute wurden getötet; ungefähr zwanzig verletzt. Eddie Pasha blieb ebenfalls tot am Platze. Sein Motorrad stürzte so, daß es den Fahrer, den er hatte überholen wollen, zu Falle brachte, sodaß auch dieser getötet wurde.

Buenos Aires, 9. September. (W. T. B.) Hier ist eine Militärfliegerschule eröffnet worden.

Schanghai, 9. September. (W. T. B.) Die „Shanghai Daily News“ verössentlicht einen Brief aus Wöntschou, wonach dort ein von Wolkenbrüchen begleiteter Taifun am 29. August ungeheuere Ueberschwemmungen angerichtet hat. Die Stadt Tsingtien und zahlreiche andere kleine Städte sollen zerstört sein. Die Zahl der Umgekommenen beläuft sich nach chinesischen Schätzungen auf vierzig⸗ bis fünfzigtausend.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen.

Berlin, 10. September. (W. T. B.) Das General⸗ konsulat von Nicaragua macht bekannt: Nach einer Depesche des Ministers des Aeußern Chamorro hat die Re⸗ gierung die umstürzlerische Bewegung vollständig unterdrückt. Die Ruhe wird in wenigen Tagen wiederhergestellt sein.

Hamburg, 10. September. (W. T. B.) Zur Trauer⸗ feier für den Bürgermeister Dr. Burchard fanden sich Vormittags in der Petrikirche der Senat, die Bürgerschaft, die Geistlichkeit, Offiziere, Beamte sowie die Mitglieder des diplomatischen und des Konsularkorps und mit dem Vertreter Seiner Majestät des Kaisers, dem Admiral Grafen Baudissin, die Vertreter der übrigen Fürstlichkeiten sowie die Bürgermeister von Bremen, Lübeck und den benachbarten Stadtgemeinden ein. Vor der Kirche hatte eine Ehrenkompagnie des Infanterieregiments Hamburg Aufstellung genommen. Beim Erscheinen der An⸗ gehörigen des Verstorbenen trug der Lehrergesangverein den Chor aus dem Requiem von Cherubini vor. Sodannschilder e der Senior D. Grimm die Persönlichkeit und das Wirken des Verstorbenen. Nach einem Gemeindegesang schilderte der Hauptpastor Professor Hunzinger den Charakter des Hingeschiedenen, dem die Liebe aller folge. Der Lehrergesangverein trug den Vers „Wenn ich einmal soll scheiden“ vor, dann sprach, während die Glocken aller hamburgischen Kirchen erklangen, der Hauptpastor Dr. Rode ein Gebet und erteilte den Segen. Nach abermaligem Gemeindegesang wurde der Sarg unter den Klängen do Hartmannschen Trauermarsches zum Leichenwagen getra⸗ Dem Sarge voraus schritten Diener mit den Kränzen Se Majestät des Kaisers und des Senats, ihnen folg Bürger⸗ und Kriegervereine Hamburgs mit ihren Ohls⸗ g die der der Kircheekewigten orfer Friedhof passierte, entbot die Menge d⸗ 1u1 einen süͤllen Abschiedsgruß. Aus Marfa New York, 10. September. (W. Shaben Ojanaga (Texas) wird gemeldet: Die Aufständi“

(Mexiko) von zwei Seiten angegriff⸗ —tw Nichtamtlichen in der

(Fortsetzung des Amiljch ceilage) b 8

Nachruhm. Misch.

Originalposse mit Gesang und

Freitag: Der Talisman.

Montis Operettenthentcr. Theater.) Mitewoch, Abends § Augustin. Operette in derl Donnerstaa und Frelag: Der Sonnabend: Zum ersten Male: sinn.

Custlnicchaus. dmwi Akten von Curt Kraatz und Donnerstag und folgende Tage:

hund!

Residenztheater. Der Herr von Nr. von Keroul und Barré.

Donnerstag und folgende Tage: Nr. 19.

Trianontheater.

Die fünf Frank⸗

Mittwoch, Aberds 8 Uhr:

Mittwoch,

Egmont. Trauerspiel in 5 Auf⸗

88

Charlottenburg. Mittwoch, Abends 8 Uhr: lon Jean Gilbert. Lustspiel in vier Akten von Rob⸗⸗

Donnerstag: Zum ersten Male: Der T

Früher: Neues

Uhr Akten von Leo Fall. Der liebe Augustin. Goldner Leicht⸗

(Friedrichstr. 236.) Mittwoch,

'n Windhund! p. Arthur Hoffmann.

19. Schwank in 3 Akten

(Georgenstraße, nahe Bahnhof Friedrichstr) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Der Dieb.

Ein Sommernachtstraum. Donnerstag: Erdgeist. Freitag: Zum ersten Male: Don Juan. Sonnabend: Faust, 2. Teil. Sonntag: Don Juan. Kammerspiele. 8 Mittwoch, Abends 8 Uhr: Mein Freund Teddy.

ntag: Mein Freund Teddy. Schule de

Schillertheater. o. (Wallnertheater.) Mittwoch, Abends 8 Uhr: Die Gefährtin. Paracelsus. Der grüne Kakadu. Von Arthur Schnitzler.

Donnerstag: Der Misanthrop. Hierauf: Die

Freitag: Der Misanthrop.

Brieftasche.

Mittwoch, Abends 8 Uhr:

Schule der Frauen. Hierauf: Die

Frauen

mit Gesang und Tanz in drei

Die Briestasche. Ein peinlicher Zwischenfall. onnerslag und folgende Tage: Der Dieb. Ein peinlicher Zwischeufall.

Thaliatheater. (Direktion: Krenund Schönfeld.) Autoliebchen.

2 Gesangsterte von Alfred Schönfeld, Musik utoliebchen.

Donnerstag und fo Familiennachrichten. Verlobt: Ruth Freiin von Dungern mit Hrn. 8 Karl Schmidt (z. Zt. Berlin⸗Grunewald, Humboldt⸗

straße 12 —-Antwerpen). 1 b u“ Eine Tochter: Hrn. Rittmeister a. D. Martin Kähler

Georg von Winterfeldt (Klenzin).

Gestorben: Hr. Professor D. art (Freudenstadt, Schwarzwald⸗Halle a. S.). Hr. Werner von Treskow⸗Weissagk (Weissagk).

Fr. Anna von Schlegell, geb. von Czarnowska

(Breslau). Fr. Elisabeth Krueger, geb. Liman

(Neuemüble). Verw. Fr. Geheime Finanzrat

Marie Ohse, geb. Schneider (Berlin).

erantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg.

Verlag der Expedition (Heidrich) in 1 Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlags⸗ Anstalt Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen

(einschließlich oIö“ Warenzeichen⸗ eilage Nr. 74), b 8 sowie die Inhaltsangabe zu Nr. 5 des bffentlichen Anzeigers (einschließlich der unter Nr. 2 verösfentlichten Bekanntmachungen), betreffend Kommonditgesellschaften auf Aktien und Aktiengesellschaften, für die Woche vom 2. bis 7. September 1912 8

AA

Der liebe

Schwank in So n Wind⸗

Abends 8 Uhr:

Der Herr von

Die

Posse Akten von Jean

der Prägungen von Reichsm

Amtliches. Deutsches Reich. Uebersicht

ecseer

ünzen in den deutschen Münzstätten bis Ende August 1912.

Goldmünzen

Silbermünzen

NiIe K

—.— upfermünzen

Hiervon auf Privat⸗ rechnung*)

1) Im Monat August 1912 sind

geprägt worden in: Doppel⸗

kronen

Kronen

markstücke

Fünf⸗

markstücke

Zwei⸗ markstücke

Drei⸗ markstücke

pfennigstücke

Fünfzig⸗

4

pfennigstuͤcke

Fünfund⸗

zwanzig⸗ Zehn⸗

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Zwei⸗ pfennigstücke

18 Ein⸗ 8 pfennigstücke

E11““ München. Muldner Hütte Stuttgart.. Karlsruhe.. Hamburg..

6 026 400 6 026 400

ees

981 000 679 989

532 200 421 554 279 261 192 000

286 226 10 30 000 40 000 30 720 20 32 700,

149 785/15 41 516 55 25 000 25 000 17 500,— 29 900,—

25 778 66 48 648 ,16 3 800— 6 000 7 820

9 700—

Summe 1 6 026 400 6 026 400

2) Vorher waren geprägt**O) .

4 270 938 900 767 151 890 3740424800 [254 246 2851

2 406 015 250 000 679 989

27 752 609 [307 808 924 [309 166 916

89 468 592 50

70 70

419 646 30

7 500 449 65 819 258 50

32 902 363 10

288 701/70

8 388 541 60

53 098 66 80 52972

14 431 897 60

9 Gesamtausprägung . 86 046 420] 61 863 850.

4) Hiervon sind wieder eingezogen

4 276 965 300]7767 151 890]3746451200[254 246 285/1

30 ½o8 624 [308 058 924 [309 846 905 7 761 284 926 557 808

89558 502 50

19 345 50

7 500 449 66 238 904 80

184 75 3 222 963 50

33 191 004 80

319 155/ 40

8 441 640 26

12512242752

21 717 34 27 136/12

M1““

4 190 918 8807705 288 040

1

30 150 863 [307 773 998[309 289 097

89 519 247—

7500 267 25 55 015 9 30

32 871 909 40

8 419 922 92

14 285 291 20

4 896 206 920 ℳ. 3 Einschließlich von Kronen, zu deren Prägung die Reichsbank

28½

Berlin, den 10. September 1912.

1 090 784 735 ℳ.

das Gold geliefert hat.

Vergl. den „Reichsanzeiger“ vom 16. August 1912, Nr. 195. Hauptbuchhalterei des Reichsschatzamts. Schuckert.

103 388 114,95 ℳ.

22 905 214,12 ℳ.

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

EEöV

Qualität

mittel

—2

Gezahlte

r Preis für 1 Doppelzentner

höchster

niedrigster

niedrigster

böchster

niedrigster

höchster

Verkaufte Menge

Doppelzentner

481 4

Verkaufs⸗

wert

Am vorigen Markttage

Durch⸗ schnitts⸗ preis

dem 1

Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nach überschläglicher Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

17,00 18,00 17,00 19,10 19,20

1111“ 1“““ Strehlen i. Schl. Löwenberg i. Schl. ““ Neuß.

Aalen.

Meßkirch

19,00

Babenhausen Illertissen .

Goldap.

8 Breslau. 4 Strehlen i. Schl. Grünberg i. Schl. Löwenberg i. Schl. Oppeln. EEEEE111“ Illertissen 1

Goldap.

be1“ 1““ EEE 11X“X“ Braugerste 1118“ . . andere Strehlen i. Schl... X“ Grünberg i. Schl. ““ Löwenberg i. Schl. Braugerste 8 8 Futtergerste LE66. 8 Neuß.. Illertissen . 1

——

Goldap... . 8. Posen. Breslau .

Strehlen i. Schl.. Grünberg i. Schl. Löwenberg i. Schl. 2725 ö. Be.

alter neuer

15,60 17,50

Bemerkungen. Die verkaufte Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung,

Berlin, den 10. September 1912.

19,00 18,10 18,40 19,10 19,40 20,30

Kernen (enthülster Spelz, Dinkel, Fese

19,00 18,00 16,30 18,00

17,80 14,30 16,00 16,10

16,00

19,20 16,00 15,50 15,00 18,40 15,80 18,50 18,00

daß der

8

zen. 20,00 19,10 19,80 19,50

21,30

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19,00 19,00 18 40 19,50 19,80 20,30

20,00 20,00 19,80 19,90

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26,50

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24,60 24,60

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16,00 16,80 17,90 22,00

Gerste.

18,00 20,00 19,00 16,7

19,00 17,20 18,80 14 80 16,60

17,50 19,20 18,00 16,60 18,00

18,00 14,50 16,20 16,10

18,00

Hafer.

16,40 17,00 19 50 16,40 16,00 16,00 18,80

16,00

19,40 16,30 15,50 15,00 18,60 16,20 18,50

19,50 V

18,40 18,60

Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt.

Kaiserliches Statistisches Amt.

Delbrück.

Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet. betreffende Preis nicht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt.