1912 / 278 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 22 Nov 1912 18:00:01 GMT) scan diff

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Wiederaufnahme des Krieges und die allgemein ungünstige Auffassung der politischen Lage drücken.

London, 21. November. (W. T. B.) (Schluß.) 2 ½ % Eng⸗ lische Konsols 75 ⅛, Silber prompt 29 ½1 6, 2 Monate 29 6, Prirat⸗ iskont 4,3/16. 8

Paris, 21. November. (W. T. B.) (Schluß.) 3 % Rente 89,85. Madrid, 21. November. (W. T. B.) Wechsel auf Paris 106 65. Eissabon, 21. Noy mber (W. T.⸗B.) Goldagio 14. New Vork, 21. November. (Schluß.) (W. T. B.) Die Börse eröffnete auf Deckungen in fester Haltung und die Kurse konnten dann unter dem Einfluß der guten Verfassung des Londoner Marktes ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen. Auch später blieh ein fester Grundton vorherrschend, da der unerwartet frühzeitige Gold⸗ ankauf in London in Höhe von 750 000 Dollar und die Mel⸗ dung, daß mehrere Millionen Notes der New YVork, New⸗ haven and Hartfordbahn in Europa untergebracht worden wären, eine weitere Anregung boten,. Steels stiegen in⸗ folge besserer Auffassung der bevorstehenden Tarifrevision. Baltimore⸗ and Ohioaktien besserten sich auf den günstigen Ausweis und Kupfer⸗ aktien von europatschen Kupferkäufen. Am Nachmittag wurde das Geschäft ruhiger und unter Realisterungen trat eine Abschwächung ein. In der Schlufstunde war die Tendenz wieder recht fest, wozu in der Dauptsache günstige Berichte über die allgemeine Geschäfte lage bei⸗ trugen. Readings und Unions hoben sich auf Käufe erster Bankkreise. Die Börse schloß in strammer Haltung. Aktien⸗ umsatz 490 000 Stück. Tendenz für Geld: Fest. Geld auf 24 Std.⸗Durchschn.⸗Zinsrate 5 ¼, do. Zinsrate für letztes Darlehn des Tages 5 ½, Wechsel auf London 4,8090, Cable Transfers 4,8540. Wechsel auf Berlin (Sicht) 94 ⅞.

Rio de Janetro, 21. November. (W. T. B.) Wechsel auf London 162 ⁄64.

Franz.

Kursberichte von auswärtigen Warenmärkten.

Essener Börse vom 21. November 1912. Amtlicher Kursberig 1. Kohlen, Koks und Briketts. (Preisnotierungen des Rheinisch⸗ Westfälischen Kohlensyndikats für die Tonne ab Zeche.) I. Gas⸗ und Flammkohle: a. Gasförderkohle 12,00 14,00 ℳ, b. Gas⸗. flammförderkohle 11,50 12,50 ℳ, c. Flammförderkohle 11,00 bis 11,50 ℳ, d. Stückkohle 13,50 15,00 ℳ, e. Halbgesiebte 13,00 bis 14,00 ℳ, f. Nußkoble gew. Korn I und II 13,75 14,50 ℳ, do. do. 111 13,75 14,50 ℳ, do. do. IV 13,00 13,75 ℳ, g. Nuß⸗ gruskohle 0 20/30 mm 8,25 9,25 ℳ, do. 0 50/60 mm 9,75 bie 10,50 ℳ, h. Gruskohle 6,75 9,75 ℳ; II. Fettkohle: a. Förder⸗ kohle 11,25 12,00 ℳ, b. Bestmelierte Kohle 12,50 13,00 ℳ, Ic. Stückkoble 13,50 14,00 ℳ, d. Nußkohle gew. Korn 1 13,75 bie 14,50 ℳ, do. do. II 13,75 14,50 ℳ, do. do. III 13,75 14,50 ℳ, do. do. IV 13,00 13,75 ℳ, e. Kokskohle 12,25 13,00 ℳ: III. Magere Kohle: a. Förderkohle 10,50 - 12,00 ℳ, b. do. melierte 11,75 12,75 ℳ, c. do aufgebesserte, je nach dem Stück⸗ gehalt 12,75 14,25 ℳ, d. Stückkohle 13,25 15,75 ℳ, e. Nuß⸗ kohle, gew. Korn I und II 15,25 18,50 ℳ, do. do. III 16,00 bis 19,50 ℳ, do do. IV 11,50 13,75 ℳ, f. Anthrazit Nuß Korn 1 20,00 21,50 ℳ, do. do. 11 21,50 25,50 ℳ, g. Fördergrus 9,50 bie 10,50 ℳ, h. Gruskohle unter 10 mm. 6,25 9,00 ℳ; IV. Koks: a. Hochofenkoks 15,50 17,50 ℳ, b. Gießereikoks 18,00 20,00 ℳ, c. Brechkoks I und II 20,00 23,00 ℳ; V. Briketts: Briketts je nach Qualität 11,00 14,25 Die nächste Börsenversamm⸗ lun, findet am Montag, den 25. November 1912, Nachmittags von 3 ½ bie 4 ½ Uhr, im „Stadtgartensaale“ (Eingang Am Stadt⸗ garten) statt.

Magdeburg, 22 November. (W. T. B.) Zucker ercht. Korn⸗ zucker 88 Grad o. S 9,05 9,10. Nachprodukte 75 Grad o S. 7,30 bis 7,40. Stimmung: Ruhiger. Brotraffinade! ohne Faß 19 25 19,50. Kristallzucker 1 m. S. —,— Gem. Raffinade m. S. 19,00 19,25. Gem. Melis 1 mit Sad 18,50 18,75 Stimmung: Still. Roh⸗ zucker 1. Produkt Transit frei an Bord Hamburg November 9,42 ½ Gd., 9,47 ½ Br. —,— bez, Dezember 9,45 Gd., 9,50 Br., bez. Januar⸗März 9,67 ½ Gd., 9,70 Br., bez., Mat 9,97 ½ GSd., 10,00 Br. —— bez. Auguf 10,17 ½ Gd., 10,20 Br., —,— bez., Oktober⸗Dezember 9 97 ½¾ Gd., 10 00 Br. —,— bez. Stimmung: Ruhiger. Wochenumsatz: 405 000 Zentner.

Cöln, 21. November (W. T. B.) Ruvol lotko 71,50,

für Mai 68,00.

Bremen, 21. November. (W. T. B.) (Börsenschlußbericht. Privatnotierungen. Offizielle Notierungen der Baumwollbörse. Bzumwolle. Fest. Upland loko middling 64⁄. Schmalz.

und Firkin 61, Doppeleimer 62.

Fest. Loko, Tubs Kaffee Ruhig.

Hamburg, 22. November, Vormittags 10 Uhr. (W. T. B.) Zuckermarkt. Matt. Rübenrohzucker I. Produkt Basis 88 % Rendement neue Usance, frei an Bord Hamburg, für November 9,42 ½, für Dezember 9,47 ½, für Januar⸗März 9,62 ½, für Mai 9,97 ½, für August 10,17 ½, für Oktober⸗Dezember 9,97 ½.

Hamburg, 22. November, Vormittags 10 Uhr 15 Minuten. (W. T. B.)“ Kaffee. Rubig. Good average Santos für Dezember 6848 Gd., für März 68 ¾ Gd., für Mas 69 Gd., für September 69 Gd.

London, 21. November. (W. T. B.) Rübenrohzucker 88 % November 9 sh. 5 d. Wert, träge. Javazucker 96 % prompt 11 sh. 3 d. Verkäufer, stetig.

London, 21. November. (W. T. B.) (Schluß.) Standard⸗ Kupfer ruhig, 78, 3 Monat 78 ¾.

Liverpool, 21. November, Nachmittags 4 Uhr 10 Minuten. (W. T. B.) Baumwolle. Umsatz 7000 Ballen, davon für Spekulation und Export Ballen. Tendenz: Ruhig. Amerikanische middling Lieferungen: Stetig. November 6,80, November⸗De⸗ zember 6,67, Dezember⸗Januar 6,66, Januar⸗Februar 6,64, Februar⸗ März 6,62, März⸗April 6,62, April⸗Mai 6,61, Mai⸗Juni 6,61, Juni⸗Juli 6,60, Juli⸗August 6,58.

Glasgow, 21. November. (W. T. B.) (Schluß.) Roheisen. Middlesbrough warrants 67/11. Stetig.

Paris, 21. November. (W. T. B.) (Schluß.) Rohzucker ruhig, 88 % neue Kondition 27 ¼ 26 ⁄. Weißer Zucker ruhig, II 3 „S. 100 kg für November 30 ¼, für Dezember 30 ⅞, für Januar⸗ April 31 ½, für März⸗Juni 318.

Amslerdam, 21. November. (W. T. B.) Java⸗Kaffee good ordinary 54. Bancazinn 137

Antwerpen, 21. November. (W. T. B.) Petroleum. Raffiniertes Type weiß loko 23 ½ bez. Br., do. für November 23 ½ Br., do. für Dezember 23 ¾ Br., do. für Januar⸗März 24 Br. Fest. Schmalz für November 152.

New York, 21. November. (W. T. B.) (Schluß.) Baumwolle loko middling 12,55, do. für November 12,15, do. für Januar 12,22, do. in New Orleans loko middl. 12 ¼, Petroleum Refined (in Cases) 10,40, do. Standard white in New York 8,’50, do. Credir Balances at Oil City 1,80, Schmalz Western steam 11,85, do. Rohe u. Brothers 12,15, Zucker fair ref. Muscovados 3,55, Getreidefracht nach Liverpool 5 ¼, Kaffee Rio Nr. 7 loko 14 ½, do. für November 13,51, do. für Januar 13,52, Kupfer Standard loko 17,15, Zinn 49,45 49,60.

Theater und Mufik.

8 Konzerte.

3 Ein Sonatenabend von Mira Tawrowsky (Violine) und einrich Maurer (Klavier) in der Singakademie bot am Sonntag schöͤne Anregingen Beide Spieler z igten sich trefflich eschult und wußten mit Geschmack ihr nicht alltä ichet Programm, as Tondichtungen von Sinding, Paderewski urd C. Franck erthielt, vorzuführen. 1z zuteil. Ein Konzert zum Besten von Witwen und Waisen Berliner Aerzte, das von Herrn Dr. B. Pollack

Den tüchtigen Musitern wurde auch heizlicher Beifall

(Klavier) am Sonntagnachmittog im Beethovensaal veranstaltet war und dessen Programm zum Teil von Berliner Aerzten aus⸗ geführt wurde, hatte sich zahlreichen Zuspruchs zu erfreuen und nahm einen recht anregenden Verlauf. Die Damen Frau Professor Krigar⸗Menzel (Sopran), Marta Stapelfeldt (Alt) und A. Vogel (Mezzosopran), sowie die Herren Dr. Bebrendt und Sanitätsrat Dr. Pick (Cello), Dr. J. Isakowitz (Bratsche), Dr. F. Nagelschmidt und Dr. K. Singer (Violine) haften ihre Kräfte der guten Sache gewidmet und bo en sowohl in Einzelvorträgen, wie in Terzetten für Frauenstimmen und Quintetten für Klavier und Streichinstrumente bezw für letztere allein recht erfreuliche Leistungen, die allseitigen Beifall fanden. Der vom Vorjahre her in guter Erinnerung stehende Pianist Paul Otto Mockel zeigte am Abend vorher im Bechsteinsaal seine perlende Technik im besten Lichte und wußte mit überschäumender Energie und kraftvollem Ausdruck die wiedergegebenen Tonwerke zu gestalten, ohne dabei die künstlerischen Grenzen zu überschreiten. Sein Konzertpartner, Fr. Rothschild (Violine), mit dem er gemeinsam die G⸗Dur⸗Sonate von Brahms und eine zum ersten Male in Berlin gespielte Sonate (Op. 59) von C., Scott vortrug, entwickelte gleich gute mustkalische Eigenschaften, die sich nicht allein im Zusammenspiel, sondern auch bei dem Violonsolo Chaconne in G⸗Moll (Max Reger) zeigten. Die Scottsche Neuheit, ein gleich schwierig auf⸗ zufüͤhrendes, wie zu genießendes Tonwerk, fand immerhin eine freund⸗ liche Aufnahme.

Am Montag gab in der Singakademie der Kotzoltsche Gesangverein unter der Leitung seines Dirigenten, des Koöniglichen Musikdirektors Leo Zellner einen Liedexrabend unter Mitwirkung der Sopranistin Frau Amanda Sylva⸗Hunger und des Pianisten Herrn Dr. Max Schwarz, und zwar diesmal mit ziemlich zweifel⸗ haftem Erfolge. Abgesehen von einer recht wenig gepflegten Text⸗ behandlung, ermangelt es diesem fast ältesten A-cappella-Chor Berlins an Straffheit und Tonbildung der Einzelstimmen. Un⸗ arten aller Art, wie Nachklappen der Endlaute, Aufschleifen aus tieferer in höhere Lage (besonders bei den Sopranen) waren vertreten. Das Material des Chors ist nicht schlecht, sodaß man sich stellenweise an dem satten Klang der Bässe, der Alte, hin und wieder auch der Soprane erfreuen konnte. Uneulänglich waren dagegen die Tenöre. Eböre, wie die schwierigen Madrigale von John Dowland: „Liebe erwacht“ und „Süßes Lieb“, wie Wolfgang Michael Mylius' sechs⸗ stimmiges Werk: „Ein Mägdlein stund“ erfordern ausgefeilte Arbeit und Genauigkeit der Aueführung. Ueberhaupt schienen sämtliche aus⸗ vewählte Kompositionen zu schwierig für den Chor. Den Solisten läßt sich ebenfalls nicht viel Gutes nachsagen. Die Sängerin Marta Oldenburg erzielte mit ihrem „Brahms⸗ Abend“ im Bechsteinsaal, gleichfalls am Montag, freundliche Wirkungen. Die Dame bewies wieder ein sicheres musikalisches Gefühl; auch die Frische ihrer Stimme hat sie sich zumeist erhalten; nur die Höhenloge klang leider scharf und gequält. Immerhin waren noch genug gute Gaben vorhanden, um die Hörer zu erfreuen. Ein gleichzeitig von dem Pianisten Friedrich Häckel im Choralion⸗ saal veranstalteter „Beethoven⸗Abend' zeitigte recht tüchtige Leistungen. Gewandt und sicher wurde eine Reihe von Klaviersonaten gespielt. Dem Klange fehlte es nicht an Wohllaut und der Darstellung nicht an Klarheit; nur selten trübte die Hast und der Eifer des Vortragenden die Sauberkeit der Umrisse. Lorle Meißner, deren von inner⸗ lichem masikalischen Empfinden petragenen Gesangsvorträge das hiesige Konzertpublikum schen öfters erfreut haben, hatte auch mit ihrem gleichzestig im Beethovensaal gegebenen Liederabend einen freund⸗ lichen Erfolg zu verzeichnen. Mit ihrem frischen, wenn auch nicht immer ganz verläßlichen Sopran und belebten, nur bezüglich der Textaussprache nicht immer einwandfreien Vortrag führte sie ihre reichhaltige Auswahl von Gesängen durch. Den günstigen Gesamt⸗ eindruck vermochten die erwähnten Mängel nicht zu beeinträchtigen.

Im Saal der Königlichen Hochschule für Musik ließ sich am Dienstag ein neugegründeter Gesangverein: „Charlotten⸗ burger Bürgerchor“, unter der Leitung seines Dirigenten Richard Kursch mit gutem Erfolge hören. Als Solisten waren die Damen Fanny Opfer (Sopran), Minna Dahlke⸗Kappes (Sopran), Paula Weinbaum (Alt) und die Herren Felix Senius (Tenor), Sistermans (Baß) sowie das Charlottenburger Symphonie⸗ Orchester gewonnen worden. Am Cembalo saß Fräulein Margarete Liebig Aufgeführt wurde eine Jugendarbeit von Joseph Haydn: „Tobias' Heimkehr“, ein Oratorium, das ohne Zweifel die Schönheiten vnd Eigenarten der späteren Musik dieses Klassikers in sich birgt. Für Berlin war das Werk neu. Havrdn selbst, der es als erstes größeres Chorwerk unter dem Namen „Il ritorno di Tobia“ im Winter des Jahres 1774 75 komponierte, hat es im Frühjahr desselben Jahres in Wien aufgeführt. Später unterzog es ein Schüler Haydns mit Namen Neukomm einer Bearbeitung, an der Gloßner nochmals einige kleine Aenderungen vornahm. In Deutschland wurde es 1861 unter Femn Lachner in München und 1909 in Wien unter Franz rixel zu Gehör gebracht Wenn man bei diesem Werke auch die starken Einflüsse eines Bach, Gluck und Händel verspürt, so erkennt man doch in seinem Verlauf die Löwenklaue des spätern Haydn. Arien von blendender Schöne, wie: „Ach, höre mich, Allmächtiger, in meiner Herzensnot!“ und „Allgütiger Gott, hast Du mit Segen mich beglücket“ wahre Juwelen im ersten Teile des Oratoriums.

uch der Schlußchor dieses Teils: „Sieh unsre heißen Tränen“ strömte in seiner süßen Lieblichtein den Wohlklang Haydnscher Musik aus. Das überaus breit angelegte Werk könnte auch jetzt noch im ersten Teil einige Striche vertragen um so mehr, als gerade der zweite Teil weit eher imstande ist, die tonalen Schönheiten poll und ganz wirken zu lassen. Die Arie des Raphael: „Höret nun meine Worte“, die von Fräulein Fanny Opfer mit wunderbarem Stimmenklang glockenrein und feinduftig wieder⸗ gegeben wurde, war ein Genuß, ebenso die meisterhaft gesungene Stelle: „Ach, im Traum sah ich Gestalt n“, die Frau Paula Weinbaum einwandfrei sang, und die von einer Wärme des Gefühls beseelt wurde, die den samtweichen, ausgiebigen Alt dieser Künstlerin zu schönster Geltung kommen ließ. Sistermans; sonorer Baß zeigte von neuem die großen Vorzüge dieses Künstlers, wie es ebenso Herr Senius verstand, durch seinen lyrischen Tenor zu erquicken und die ihm zugedachte Partie glaubwürdig zu gestalten Am schwächsten sang Frau Minna Dahlke mit flacher, nur mäßig gebildeter Stimme. Die Chöre erklangen frisch und waren gut geschult; sie vereinigten vorzügliche Aussprache mit echtem Empfinden und machten ihrem fleißigen Chormeister volle Ehre. Das ebenfalls neugegründete Charlottenburger Sym⸗ phonieorchester paßte sich dem Ganzen mit großem Geschick an. Im Blüthnersaal konzertierte um dieselbe Zeit der Geiger Mischa Piastro mit dem Blüthnerorchester untet Edmund von Strauß Leitung nicht ohne Erfolg. Den technisch gut durch⸗ geführten und auch musikalisch verständig angelegten Vorträgen wäre aber mehr Wärme im Ton zu wünschen gewesen; doch auch so durften sie auf berechtigte Anerkennung rechnen.

Zu einem Kammermusikabend im Harmoniumsaal hatten sich,

gleichfalls am Dienstag, Luise Tortilowius (Klavier), Wladys⸗ law Waghalter (Violine) und Hans Kindler (Violoncello) zusammengetan. Die drei Konzertgeber führten ihr Programm mit großer Energie und rhythmisch sehr bestimmt vor. Dabei wurde in dem kleinen Saal in bezug auf Kraftentfaltung des Tones des Guten zu viel getan; die Instrumente klangen dann derb, und besonders die Geige entwickelte zuweilen eine schneidende Schärfe des Tones. Darunter litten die Darbietungen gelegentlich, die aber doch sich eines wohl⸗ verdienten Beifalls erfreuen durften. Jean Prostean (Violine), der schon früher hier seine rassige Künstlernalur offenbart hat, legte am Dienstag in der Singakademie erneut Proben seines temperamentvollen, anregenden Spiels und achtbaren Könnens ab, wobei nur zu bedauern war, daß sein Instrument anschemend nicht die Stimmung hielt. Außer einer Anzahl anderer Tonwerke trug er auch zwei kleinere eigener Komposition vor liebenswürdige Durch⸗ schnittsleistungen, die ohne nachhaltigere Wirkung blieben. 85 84

Wetterbericht vom 22. November 1912, Vorm. 9 ¼ Uhr.

in ind

Witterungs⸗ verlauf der letzten

24 Stunden

Wind⸗ V stärke

Name der Beobachtungs⸗ station

elsius

Med’rschlag

G vom Abend

auf 0 °, Meeres⸗ niveau u. Schwere

Sto enwerten *)

Temperoiur

Barometerstand in 45 ° Breite in Vuromete

V

1 768 Nachs Niederschl. 0 767 meist bewöltt 171767 —meist bewäͤlkt 2 764 Schauer 2 762 Vorm. Niederschl⸗ 2 760 Nachm Niedersch

2 768 Vorm. Niederschl. 2 766 Schauer 9 78s Voree Niederschl. 2 765 Vorm Niederschl. 2 2 763 Vorm. Niedersch

Borkum 770,6 S2 Zbheiter. Keitum 769,3 S Zbalb bed. Hamburg 771,2 SSO 1 balb bed. Swinemünde 770,8 Windst. heiter Neufahrwasser 769,4 NW bbedeckt Memel 767,6 N 2 balb bed. Aachen 771,9 SSW I bedeckt Hannover 771,6 O 1 bedeckt Berlin 771,6 W 1 bedeckt Dresden 771,8 NNW I halb bed. Breslau 771,2 NNW 2 bedeckt 763 Bromberg 770 8 W 1 wolkig 1.2 762 anhalt. Riederschl. Metz 772,4 2 bedeckt 1 769 meist bewölkt Frankfurt, M. 772,0 Windst. Regen [4.0 768 meist bewölkt Karlsrube, B. 771,5 NZ bedeckt Schauer

ereemebeüeümbbees

5 3 768 b Muͤnchen 771,9 NW 2 woltig 1 3 767 Nachts Niederschl⸗ Zugspitze 527,2 N 2 Schnee 15 1 525 b (Wilhelmshav.] 761] meist bewölkt

Regen V 11

Stornoway 759,7 SW Malin Head

Valentta

(Kiel) 766 meist bewölkt (Wustrow i. M.) 771] meist bewölkt (Königsbg., Pr.) 11 0 772 Schauer (Cassel) 9 0 763 Schauer

765,0 S H5 wolkig

769.9 S

V V 4 bedeckt 12

Seilly 773,2 WNW 2 bedeckt

Aberdeen 763,0 WSWs beiter

Shields 767,3 WSWz wolkig

—(Grünbergschl.) 769 Vorm. Niederschl. (Mülhaus., Als. 9 0 771 Vorm. Niederschl.

I V (Friedrichshaf. 774,2 N. 1 bedeckt 0 773 Schauer

1 Bamberg) 770,9 S 3 Nebel 2 770 Vorm. Niederschl. 772,0 Windst. bedeckt 90 769 7714 SW wolkig 770,4 S 2 wolkig 745,4 WNW 6 bedeckt 754,0 SW 5 bedeckt 763,0 S 4 Nebel 759,9 SSW 6 bedeckt 765,65 SW I bedeckt 766,0 SSW 1 bedeckt 770, WSW? Nebel 764,8 SW 2 bedeckt 759,1 S 2 wolkig 757,2 S 4 bedeck! 767,1 W 4 pedeck 762,9 SW 4 Regen 765,5 O 1 wolkig 762,1 NNW lI bedeckt 775,3 Windst. bedeckt 765,1 WNW bedeckt 762,7 S 1 bedeckt 768,1 NNW lI bedeckt I 766,1 SW 1 wolkenl. 1 769,0 MW 3 bedeckt 771,9 N 1 bedeckt Rom 754,3 NO 5 bedeckt Florenz 760,7 NO 7 balb bed. Cagliari Thorshavn 749,5 WSW 7 balb bed. 750 Seydisfsord 736,8 SW A halb bed. 73⁴ Rügenwalder⸗

münde

Gr. Yarmouth Krakau Lemberg Hermannstadt Triest Reykjavik (5Uhr Abends) Cherbourg Clermont

Holvh⸗d Z heiter

Ile d'Air

769 6 W 11 2

7705 SO bedeckt

St. Mathieu

Grisnez Paris Vlissingen Helder Bodoe Christiansunt Skudenes Vardö Skagen Hanstholm Kopenhagen Stockholm Hernösand Haparanda Wisby Karlstad Archangel Petersburg Riga

Wilna Horki

War chau Kiew

Wten

Prag

SlS

92

& &

Schauer Nachm. Niederschl.

—2g=2

œ & 8. x

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[—— S S.

—1

770,0 NW I bedeckt Schauer 770,2 WSW wolkig 8 769,3 WNW I bedeckt meist bewölkt 767,8 WSWlsbedeckt meist bewölkt 763,7 W 1 Schnee 2 764 Nachts Niederschl. 763,5 SNO 5 wolkenl. 0 760 iemlich heiter 737,0 SO d bedeckt 732 (Lesina) Vorm. Niederschl. 773,3 NRW 4 bedeckt 0 771 771,4 NNW 4 halb bed. Biarritz 771,4 NNO A bedeckt ; Nizza 763,0 ONO 4 wolkenl. perpignen Belgrad Serb. Brindist Moskau Lerwick Helsingfors Kuopio Zürich Genf Lugano Säntis

753,5 S 2 Regen 760,8 S 1spedeckt 756,4 SSWhRegen 764,4 NW 1 bedeckt 764,8 N. 1 wolkenl. 771,3 NO I halb bed.. 770,1 NO 2 balb bed. 765,0 NNO 4 wolkenl, 8 560,6 NNO 2 Schnee 563 Budapest 765,9 NW lI1wolkenl. meist bewölkt Portland Bill 771,9 SW Zöheiter Horta V 767,4 SW 1 bedeckt Corusßia 772,8 NO 1 wolkenl.]/ 7

*) Die Zahlen dieser Rubrik bedeuten: 0= OQOmm; 1 = 0,1 bis 0,4; 2 = 0,5 bis 2,4;

8 = 2,8 bis 6,4; 4 = 6,5 bis 124; 5 = 12,5 bis 20,4; 6 = 20,5 bis 81,4:

7 = 31,5 bis 44,4; 8 = 44,5 bis 59,4; 9 = nicht gemeldet.

Ein Hochdruckgebiet, mit einem Maximum von 774 mm über der Biscayasee, reicht bis Westrußland. Ein vertieftes Tiefdruckgebiet unter 753 mm liegt über Unteritalien, ein solches von 735 mm über dem Nordmeer hat sich seir gestern über Nordwesteuropa ausgebreitet. In Deutschland ist das Wetter bei schwachen Winden im Nord⸗ westen vielfach heiter, sonst meist trübe und etwas kälter mit ver⸗ einzelten leichten Nachtfrösten; es haben verbreitete Regenfälle statt⸗ gefunden. Deutsche Seewarte. 6

(Magdeburg) 9 2 766 „Schauer

Fahnenflucht, wird auf

1“ b 11““

No. 278.

zum Deutschen Neichsanzeiger und Königlich

Berlin, Freitag, den

44

1. Untersuchungssachen.

2. vegeeg. Verlust⸗ und Fund suchen, Z 3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen ꝛc. 8

4. Verlosung ꝛc. von Wertpapieren.

5. Kommanditgesellschaften auf Aktien u. Aktiengesellschaften.

ustellungen u⸗ dergl.

Dritte

22

November

Preußisch

2

ffentlicher Anzeiger.

Anzeigenpreis für den Raum einer 5 gespaltenen Einheitszeile 30 ₰.

29

Bankausweise.

S888,95:

Erwerbs⸗ und Wirtschaftsgenossen Niederlassung ꝛc. von Re tsanwälten. Unfall⸗ und Invaliditäts⸗ ꝛc. Versicherung.

Staatsanzeiger.

ssenschaften.

Verschiedene Bekanntmachungen.

Untersuchungssachen.

[75602] Steckbrief.

Gegen den unten beschriebenen Maurer Franz Krikbel aus Jeßnitz i. Anhalt, welcher flüchtig ist und sich verborgen hält, soll eine durch Urteil des Herzoglichen Schöffengerichts in Jeßnitz vom 31. Juli 1912 erkannte, an Stelle einer nicht bei⸗ treibbaren Geldstrafe von fünfzig Mark substituierte Gefängnisstrafe von zwölf Tagen vollstreckt werden. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängnis abzuliefern sowie zu den hiesigen Akten D Nr. 16/12 sofort Mit⸗ teilung zu machen.

Jeßnitz, den 19. November 1912.

8 Herzogliches Amtsgericht. Beschreibung: Alter: 23 Jahre, Größe: 1 m 62 cm, Statur: groß und kräftig, Haare: hellblond, Nase: gewöhnlich, Mund: gewöhnlich, Gesicht: rund, Gesichtsfarbe: gesund, Sprache: deutsch.

[75607] Steckbrief.

Gegen den am 15. 3. 1890 in Neen⸗ stetten, O.⸗A. Ulm, geborenen Schuhmacher, zum Inf.⸗Regt. 124 ausgehobenen Rekruten Johannes Narzi ist die Untersuchungs⸗ Haft wegen Fahnenflucht verhängt. Narzi war bis 15. 10. 12 nach London beur⸗ laubt und ist nicht eingerückt. Er hält sich vermutlich in England auf. Es wird ersucht, ihn zu verhaften und an die nächste Militärbehörde abzuliefern.

Ulm, den 19. November 1912.

K. Württ. Gericht der 27. Division.

[75609] Steckbriefserledigung.

Der unterm 14. 11 1912 Pos. 73 156 wider den Musk. Bertel 12/126 erlassene Steckbrief wird hiermit zurückgezogen.

Straßburg, 20. 11 1912.

Gericht J.⸗R. 126.

[75598] Fahnenfluch serklärung.

In der Untersuchungssache gegen den Veterinär Peter Hinkel im Husaren⸗ regiment Nr. 14, geboren am 7. 8. 1 6 in Heppenheim (Großberz. Hessen), wegen Grund der §§ 69 ff. sowie der §§ 356, 360 der M.⸗St.⸗G.⸗O. der Beschuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt. Cassel, den 19. November 1912

Gericht der 22. Division.

¹ 8

75599]

In der Untersuchungssache gegen den Keservisten Heinrich Gustav Schäfer us dem Landwebrbezirk Barmen, wegen Fahnenflucht, wird auf Grund der 88 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichts⸗ rdnung der Beschuldigte hierdurch für ahnenflüchtig erklärt. Düsse dorf, den 19. November 1912. Königliches Gericht der 14. Division.

75600]

In der Untersuchungssache gegen den Rekruten Ernst Sandweg aus dem Land⸗ wehrbezirk Barmen, wegen Fahnenflucht,

wird auf Grund der §§ 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichtsordnung der Beschuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt.

Düsseldorf, den 19. November 1912.

Königliches Gericht der 14. Division.

175601] Fahnenfluchtserklärung. In der Untersuchungssache gegen den ausgehob nen Rekruten (Ackerknecht) Gustav Korbanka aus dem Landwehrbezirk I Braunschweig, geboren am 25. 3. 1890 zu Braunschweig, wegen Fahnenflucht, wird auf Grund der §§ 562², 602 Reichsmilitär⸗ gesetzes v. 2. 5. 1874, §§ 69 ff. des Milttär⸗ strafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichtsordnung der Beschuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt. Hannover, den 14. November 1912. Gericht der 20. Division.

775603] Fahnenfluchtserklärung. In der Untersuchungssache gegen den Musketier der Reserve Felix Ricatte aus dem Landwehrbezirk Diedenhofen, geb. 21. 9. 86 zu Germingen, Kreis Saarburg i. Lthr., wegen Fahnenflucht, wird auf Grund der §§ 69 ff. des Militärstrafgesetz⸗ buchs sowie der §§ 356, 360 der Militär⸗ strafgerichtsordnung der Beschuldigte hier⸗ durch für fahnenflüchtig erklärt. Metz, den 15. November 1912. Gericht der 33. Division.

[75604] Verfügung.

I. Der Infanterist 9/1. August Blesch, geb. am 23. 7. 1888 zu Oberrad Mag. Frankfurt a M., kathol., Schlosser, wird gem. §§ 69ff. M.⸗St.⸗G.⸗B. sowie §§ 356, 360 M.⸗St.⸗G.⸗O. für fahnenflüchtig erklärt.

München, 19. 11. 1912.

Gericht der 1. Division.

Inf.⸗Regts.

[75597]

1) Stanislaus Pietraszewski, jetzt in Amerika, im Deutschen Reiche zuletzt in Lippe, Kreis Obornik, aufhaltsam gewesen,

geboren am 17. April 1890 in Lippe, Kreis Obornik, Sohn der Katharina Pietraszewski, Religion?,

2) Wilhelm Heinrich Schmidt, jetzt in Amerika, im Deutschen Reiche zuletzt in Langgoslin, Kreis Obornik, aufhaltsam gewesen, geboren am 14. Juli 1890 in Bialenschin, Kreis Obornik, Eltern: Julius und Ernestine geborene Behmke, Religion?,

3) Martin Wendland, jetzt in Amerika, im Deutschen Reiche zuletzt in Przepend⸗ lowo, Kreis Obornik, aufhaltsam gewesen, geboren am 5. September 1890 in Wojnowo, Kreis Obornik, Eltern: Johann und Viktoria geborene Sklepik,

4) der Arbeiter Franz Ratajczak, Auf⸗ enthalt unbekannt, geboren am 14. Januar 1888 in Skotnik, Kreis Wreschen, im Deutschen Reiche zuletzt in Posen auf⸗ haltsam gewesen, Eltern: Franz und Katharina geborene Walkowska, katholisch,

werden beschuldigt, als Wehrpflichtige in der Absicht, sich dem Eintritt in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubnis das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militärpflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten zu haben Vergehen gegen § 140 Abs. 1 Nr. 1 Str.⸗ G.⸗B. Dieselben werden auf den 23. Ja⸗ nuar 1913, Vormittags 9 Uhr, vor die 1. Strafkammer des Königlichen Land⸗ gerichts in Posen, Zimmer Nr. 49, zur Hauptverhandlung geladen. Bei unent⸗ schuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Straf⸗ prozeßordnung von dem Königlichen Zivil⸗- vorsitzenden der Ersatzkommission in Obornik über die der Anklage zugrunde liegenden Tatsachen ausgestellten Erklärung verurteilt werden.

Posen, den 8. November 1912

Der Erste Staatsanwalt.

[75608] Fahnenfluchtserklärung

und Beschlagnahmeverfügung.

In der Untersuchungssache gegen den Pionier der Landwehr Friedrich Karl Bechtold aus dem Landwehrbezirk Lörrach, wegen Fahnenflucht, wird auf Grund der §§ 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrafgerichts⸗ ordnung der Beschuldigte hierdurch für fahnenflüchtig erklärt und sein im Deutschen Reiche befindliches Vermögen mit Beschlag behast

Rastatt, .

Karlsruhe, den 18. November 1912.

Gericht der 28. Division. [75605]

In der Untersuchungssache gegen den am 20. 1. 89 in Straubenzell, Kanton St. Gallen, geb. Obergefreiten d. Res., Bäckergehilfen Theodor Rist, wohnhaft in Bischofszell, Schweiz, wegen erschwerter, unerlaubter Entfernung, wird, da er im Sinne des § 356 M.⸗St.⸗G.⸗O. als ab⸗ wesend anzusehen ist, auf Grund des § 360 M.⸗St.⸗G.⸗O. das im Deutschen Reiche befindliche Vermögen des Beschul⸗ digten hierdurch mit Beschlag belegt.

Ulm, den 16. November 1912.

K. Württ. Gericht der 27. Division. [75606] 1

In der Untersuchungssache gegen die Rekruten

1) Johannes Vöhringer, geb. 15. 4. 92 in Rietbeim, O.⸗A. Urach, Stricker,

2) Gebhard Rist, geb. 6.8. 92 in Keßler⸗ hof, Gde. Zogenweiler, O.⸗A. Ravens⸗ burg, Taglöhner,

3) Heinrich Lindenmayer, geb. 17. 3.92. in Ravensburg, Heizungstechniker,

4) Matthias Baumeister, geb. 24. 2. 90 in Saulgau, Fabrikarbeiter,

5) Joseph Mehrbrei, geb. 14. 6. 90. in Gerolzhofen, Bayern, Schneider,

6) August Gerber, geb. 12. 10. 90 in Barr, Elsaß⸗Lothr., Feilenschleifer,

wegen Fahnenflucht, werden auf Grund der §§ 69 ff. M.⸗St.⸗G.⸗B. sowie der §§ 356, 360 M.⸗St.⸗G.⸗O. die Be⸗ schuldigten hierdurch für fahnenflüchtig er⸗ klärt und ihr im Deutschen Reiche befind⸗ liches Vermögen mit Beschlag belegt.

Ulm, den 18. November 1912.

K. Württ. Gericht der 27. Division.

[75610] Verfügung.

Die unter dem 5. 4. 1910 gegen den Musketier Mahn der 11. Kompagnie Infanterieregiments Nr. 69 erlassene Fahnenfluchtserklärung wird aufgehoben.

Trier, den 12. 11. 1912.

Gericht der 16. Division.

˙˙˙˙˙‧˙

2) Ausgebote, Verlust⸗ u. Fundsachen, Zustellungen u. dergl.

68530] Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Berlin⸗Reinickendorf belegene, im

Grundbuche von Berlin⸗Reinickendorf

Band 64 Blatt Nr. 1931 zur Zeit der straße 89, Zimmer 19, anberaumten Auf⸗

2

Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Maurermeisters Hermann Knop in Berlin eingetragene Grundstück am 23. Dezember 1912, Vormittags 10¼ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle —, Brunnenplatz, Zimmer Nr. 30, 1 Treppe, versteigert werden. Das in Reinickendorf, General Barbystraße 105, belegene Grundstück, enthält Wohnhaus mit Seitenflügel und Hofraum und umfaßt die Parzelle Karten⸗ blatt 1 Flächenabschnitt 1829/227 von 6 a 13 qm Größe. Es ist in der Grundsteuermutterrolle des Gemeinde⸗ bezirks Berlin⸗Reinickendorf unter Artikel Nr. 1914 und in der Gebäudesteuer⸗ rolle unter Nr. 1285 mit einem jähr⸗ lichen Nutzungswert von 6100 verzeichnet. Der Versteigerungsvermerk ist am 7. Ok⸗ rober 1912 in das Grundbuch eingetragen. Berlin, den 23. Oktober 1912. Königliches Amtsgericht Berlin⸗Wedding. Abteilung 6.

[75624]

Schlesische landschaftliche Pfandbriefe sind abhanden gekommen, und zwar laut Anzeige

1) der Frau Bösner in Breslau vom 9. Oktober 1903 der 3 ½ % Pfandbrief Lit. A Serie III Nr. 31 794 über 300 ℳ,

2) des Fürstlichen Domänenpächters Emil Heinrich zu Manaschütz, Kreis Groß Wartenberg, vom 5. August 1905 der 3 % Pfandbrief Lit. C Serie I Nr. 896 über 3000 ℳ,

3) des Bankgeschäfts Robert Beil in Breslau vom 28. August 1907 der 3 ½ %, Pfandbrief Lit. D Serie II Nr. 1026 über 2000 ℳ,

4) des Wirtschaftsinspektors Josef Kolbe in Wättrisch, Kreis Nimptsch, vom 5. Ok⸗ tober 1908 der 3 % Pfandbrief Lit. D Serie IV Nr. 7727 über 500 ℳ,

5) der verw. Frau Eisenbahnbetriebs⸗ sekretär Eugenie Seydel in Breslau vom §. Februar 1909 der 3 ½ % altlandschaft⸗ liche Pfandbrief, Skalung O M. Nr. 96 über 200 Taler,

6) der Frau Marie Elias, geb. Hänflein, in Breslau vom 21. Januar 1910 der 3 ½ % Pfandbrief Lit. D Serie V Nr. 367 über 200 ℳ, .

7) der Hermann und Anna Kahlschen Eheleute in Görlitz vom 9. November 1910 der 3 ½ % Pfandbrief Lit. A Serie I. Nr. 45419 über 3000 ℳ,

8) des Pfarrers Ziegler in Schieroth, Kreis Gleiwitz, vom 9. Januar 1911 die der katholischen Kirchkasse Schieroth ge⸗ hörigen 3 ½ %igen Pfandbriefe

Lit. A Serie II1I Nr. 26272 42448 43072 über je 300 ℳ, Serie 1V Nr. 4995 über 150 ℳ, Serie V Nr. 2433 5576 5891 6809 6910 9084 über je 100 ℳ, Serie VIII Nr. 5725 über 500 ℳ,

Lit. D Serie III Nr. 19501 über 1000 ℳ, Serie IV Nr. 17790 über 500 ℳ, Serie V Nr. 21965 über 200 ℳ, Serie VI Nr. 19284 24625 über je 100 ℳ,

9) der Haynauer Eisengießerei und Maschinenfabrik Osw. Engemann u. Co. in Haynau i. Schl. vom 8. August 1911 der der Frau Fabrikbesitzer Helene Müller in Haynau i. Schl. gehörige 3 ½ % Pfandbrief Lit. C Serie VIII Nr. 169 über 500 ℳ,

10) der Erben der Schuhmacher Löffler⸗ schen Eheleute, der Frau Berta Böer, geb. Löffler, sowie Max und Alfred Böer aus Dittersbach vom 5./730. Januar 1912 die 3 ½ % igen Pfandbriefe Lit D Serie III Nr. 19933 über 1000 ℳ, Serie IV. Nr. 1490 über 500 ℳ.

Breslau, den 13. November 1912.

Schlesische Generallandschaftsdirektion.

[75187] Aufruf.

Der von uns auf das Leben des Herrn Melchior Bertsch, Gewerbeschulkandidat in Villingen (jetzt Gewerbelehrer in Lörrach) ausgestellte Versicherungsschein Nr. 175 905 ist angeblich in Verlust ge⸗ raten. Da die Versicherung von uns zurück⸗ gekauft werden soll, wird derjenige, welcher Rechte an derselben geltend macht, aufgefor⸗ dert, sich binnen zwei Monaten, von heute ab gerechnet, bei Vermeidung des Ver⸗ lustes seiner Ansprüche bei uns zu melden.

Cöln, den 19. November 1912.

Concordia CölnischeLebens⸗Versicherungs⸗Gesellschaft.

[74930] Aufgebot.

Der Kaufmann Albert Schüler in Duͤsseldorf, Ludw. Loewehaus, hat das Aufgebot des angeblich abhanden ge⸗ kommenen, zuletzt in seinem Besitz be⸗ findlichen, am 8. September 1912 fällig gewesenen Wechsels, datiert Aachen, den 8. Juni 1912, der über den Betrag von 1131,50 lautete und von A. Schroers in Aachen auf A Eulner Wwe. Rheinische Brotfabrik in Aachen gezogen und von letzterer angenommen worden ist, bean⸗ tragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den

3. Juni 1913, Vormittags 11 818 vor dem unterzeichneten Gericht, Augusta⸗

gebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Aachen, den 14. November 1912. Königliches Amtsgericht. Abteilung 10.

[74327] Aufgebot.

Der Händler Hubert Enkel in Reckling⸗ hausen, vertreten durch den Rechtsanwalt Wiesmann zu Recklinghausen, hat das Auf⸗ gebot des angeblich verloren gegangenen, am 2. Mai 1912 ausgestellten und drei Monate nach dato fälligen Wechsels, der von dem Ehemann Josef Weber aus⸗ gestellt, von dessen Ehefrau akzeptiert und dem Antragsteller indossiert ist, beantragt. Der etwaige Inhaber der ÜUrkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 16. Juni 1913, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzelchneten Gericht, Zimmer 44, anberaumten Aufgebotstermin seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Ur⸗ kunde erfolgen wird.

Recklinghausen, den 14⸗November 1912.

Königliches Amtsgericht.

[75516] Aufgebot.

Der Büdner Hermann Ludwig in Egs⸗ dorf hat das Aufgebot zum Zwecke der Ausschließung der Gläubiger des auf dem Grundbuchblatte des ihm gehörigen Grund⸗ stücsks Sputendorf Bd. 1 Bl. 3 in a. Abt. III Nr. 1 für Maria Elisabeth und Anna Dorothee, Geschwister Ludwig, eingetragenen, bei Großjährigkeit der Gläubiger zahlbaren Mutterguts von je 9 Talern 27 Silbergroschen 6 Pfennigen, eingetragen am 17. März 1811, b. Abt. III- Nr. 2 für Juliane Louise Ludwig einge⸗ tragenen Erbteils von 5 Talern 10 Silber⸗ groschen, zahlbar bei ihrer Großjährigkeit eingetragen auf Grund Verfügung, vom 15. Februar 1841, g. mäß § 1170 B. G⸗B. beantragt. Die Gläubiger werden auf⸗ gefordert, spätestens in dem auf den 7. März 1913, Vormittags 11 Uhr. vor dem unterzeichneten Gericht anbe⸗ raumten Aufgebotstermine ihre Rechte an⸗ zumelden, widrigenfalls ihre Ausschließung mit ihren Rechten erfolgen wird. Mittenwalde (Mark), 16. November

1912. Königliches Amtsgericht.

[75519]

Der Landwirt Luzian Allgaier in Ech⸗ beck, Gde. Wintersulgen, hat das Aufgebot der 2 Hypothekenbriefe, welche über die Hypotheken, die zugunsten der Thurgauischen Hypothekenbank Filiale Kreuzlingen

¹) im Grundbuch Wittenhofen Bd. 6 Heft 14, III. Abteilung Nr. 2 auf den Grundstücken der Gemarkung Harresheim Lgb. Nr. 2, 39, 62, 99 für ein Darlehen in Höhe von 4200 am 13. Mai 1910,

2) im Grundbuch Roggenbeuren Band 2 Heft 15, III. Abteilung Nr. 2 auf Grund⸗ stück Lgb. Nr. 137 für ein Darlehen in Höhe von 1300 am 13. und 4. Mai 1910 eingetragen sind, ausgestellt sind, be⸗ antragt. Der Inhaber der Urkunden wird aufgefordert, spätestens in dem auf Diens⸗ tag, den 17. Juni 1913, Vor⸗ mittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftlos⸗ erklärung der Urkunden erfolgen wird.

Ueberlingen, den 13. Nopvember 1912.

Großh. Amtsgericht. 1

[74907] Aufgebot. b Der Bäcker und Wirt Jacob Gruber in Backnang (Württemberg) hat beantragt, den verschollenen Seemann Johann Gärt⸗ ner, geboren am 4. Oktober 1864 in Inns⸗ bruck, zuletzt unbekannten Aufenthalts, für tot zu erklären. Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf den ö. Juni 1913, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Neue Friedrichstraße 13/14, III. Stock⸗ werk, Zimmer 106/108, anberaumten Auf⸗ ebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebots⸗ termine dem Gericht Anzeige zu machen. Berlin, den 6. November 1912. Königliches Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abt. 84.

74912] 8s

Der Freisteller Ad. Labude aus Cam⸗ merau bei Groß Wartenberg hat beantragt, den verschollenen Einlieger Karl Kellner, zuletzt wohnhaft in Schönsteine, für tot zu erklären. Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf den 12. Juni 1913, Vor⸗ mittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung,

standes und

spätestens im Aufgebotstermine dem Ge⸗ richt Anzeige zu machen. Festenberg, den 14. November 1912 Das Amtsgericht. Abt. J.

[74457] Aufgebot.

Anna Maria Dietrich, geb. den 26. Febr. 1872 zu Tiefenmad, Gde. Kirchen⸗ kirnberg, ist vor 18 Jahren von Tiefen⸗ mad aus nach Amerika gereist und seither verschollen. Ihr Abwesenheitepfleger, Ge⸗ meinderat Euerle in Oberneustetten, hat nun beantragt, sie für tot zu erklären. Die Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem am Donnerstag, den 3. Juli 1913, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht statt⸗ findenden Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. Alle, die Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen erteilen können, werden aufgefordert, spätestens im Auf⸗ gebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen.

Welzheim, den 12. November 1912.

K. württ. Amtsgerich. Oberamtsrichter Bech

[7493338 Bekanntmachung. Es sollen für tot erklärt werden: 1) auf Antrag des K. Försters Moritz

Speicher in Hammer: Anna Maria Ant.

Carol. von Speicher, auch genannt Anna

Speicher, geboren am 19. Mai 1842 zu

Steinwiesen, Tochter des damaligen K. orstamtsaktuars und späteren Oberförsters

Ludwig von Speicher in Steinwiesen und

dessen Ehefrau, Emilie Elisabetha ge⸗

borene Kalbskopf, zuletzt wohnhaft in

Würzburg, im Jahre 1898 nach Frankreich

ausgewandert und seit dem Jahre 1899

verschollen;

2) auf Antrag des Gärtnereibesitzer ster in Würzburg in sein⸗

Josef Kuchenmeis 2 Eigenschaft als Abwesenheitspfleger f Gartnerssöhne Michel, Jofef, Michel, Kaspar, und Michel, Jakob, von Heidings⸗ feld: a Michel, Franz Josef, geboren am 7. August 1855 in Marktheidenfeld, b. Michel, Kaspar, geboren am 30. August 1860 in Marktheidenfeld, c. Michel, Jakob, geboren am 9. Dezember 1873 in Würzburg, sämtliche drei Söhne Gärtners Franz Josef Michel und dessen Ehefrau, Eva geborene Emmerling, von Marktheidenfeld, zuletzt in Würzbur, wohn⸗ haft, um das Jahr 1881 oder 1882 nch Amerika ausgewandert und seit dem Zahre 1886 verschollen; 8

3) auf Antrag des Bau⸗ und Kunst⸗ schlossers Johann Gresser in Würzburg als Abwesenheitspfleger: Langermann, Philipp Jakob, geboren am 25. Mai 1856 zu Sulzfeld am Main als Sohn der Häckerstochter Maria Anna Langermann später verehelicht mit dem Schlossermeister Heinrich Dumor in Würzburg zuletz! wohnhaft in Würzburg und als Schlosser im Geschäft seines Stiefvaters Heinrich Dumor beschäftigt, um das Jahr 1879 nach Amerika ausgewandert und sei 20 Jahren verschollen, und

4) auf Antrag des Möbelhändlers Valentin Gram in Würzburg als Ab wesenheitspfleger: Löhlein, Barbara, auch genannt Maria, geboren am 16. April 1851 Tochter der Hirteneheleute Johann Geor Ostertag und Barbara geborene Mülle in Heidingsfeld, zuletzt wohnhaft in Heidingsfeld, im Jahre 1872 oder un diese Zeit nach Amerika ausgewandert, dort verheiratet gewesen mit dem Maurer Kaspar Löhlein aus Heidingsfeld und seit dieser Zeit verschollen.

Es ergeht die Aufforderung an die Ver⸗ schollenen, sich spätestens im Aufgebots⸗ termine zu melden, widrigenfalls ihre Todeserklärung erfolgen wird. Des weiteren werden alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen zu erteilen vermögen, aufgefordert, hiervon dem Ge⸗ richte spätestens im Aufgebotstermine An⸗ zeige zu machen. Der Aufgebotstermin wurde bestimmt auf Samstag, den 7. Juni 1913, Vormittags 9 Uhr, im Sitzungssaale Nr. 70/I des K. Amts⸗ gerichts Würzburg.

Würzburg, den 18. November 1912.

Der Gerichtsschreiber des K. Amtsgerichts Würzburg.

[74932]

Das K. Amtsgericht Nürnberg hat am 15. November 1912 folgendes Aufgebot erlassen; In der Nachlaßsache des am 9. Oktober 1912 in Närnberg verstorbenen Kaufmanns Karl Friedrich Prügel von hier, wird auf Antrag des Bankagenten August Bamberger in Nürnberg als Nach⸗ laßverwalter an alle Nachlaßgläubiger die Aufforderung erlassen, ihre Forderungen an dem Rachlaß spätestens im Aufgebots⸗ termin, welcher anberaumt ist auf Frei⸗ tag, den 24. Januar 1913, Nach⸗ mittags 3 ½ Uhr, Zimmer Nr. 41 des Justizgebäudes an der Augustinerstraße in Nürnbe g, anzumelden. Die Anmeldung einer Forderung hat die Angabe des Gegen⸗ des Grundes der Forderung zu

3 r e

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