Der Landrichter ist infolge seiner Ernennung
Wankelmuth aus Frankfurt a. O. zum Kaiserlichen Feesa ge
bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte aus dem
ustizdienste geschieden. veß 8b . Liste der anwälte F . st Fee be⸗ deh
ericht in Magdeburg, Friedri h —— Dr. Schreiber bei dem Amt
In
Rechtsanwälte Dr. Ehlers aus und dem Landgericht in Altona, Amtsgericht und der Kammer sowie bei dem Landgericht in Gelsenkirchen bei Altona bei dem 1 Tiegenhof bei dem Amtsgerich in Oliva, Dr.
ür Handelssachen i Elberfeld, Dr.
Amtsgericht in Pinneberg,
tsanwälte sind gelöscht: die Rechts⸗ Nech nsande gcht und dem Land⸗ Labes bei dem Amtsgericht
Sgericht in
ie Li chtsanwälte sind eingetragen: die 1e Goslar bei dem Amtsgericht Bohle aus Velbert b
dem n Barmen
übn aus Amtsgericht in Kerpen, Brockstedt aus . 1 Sellentin aus t in Danzig mit dem Wohnsitz annig aus Kirchhain N. L. bei dem Amtsgericht
in Lützen, der Kriegsgerichtsrat a. D. Hoffschulte bei dem Amts⸗
die Gerichtsassessoren Dr.
icht i ünster, Pee G“ Kliwoneit bei
ei dem Kammergericht,
Erich Seidel dem Landgericht in
Königsberg i. Pr., Dr. Bruno Meyer bei dem Amtsgericht
in Eberswalde, Schoenhals bei dem Amtsgericht burg a. Franz Meyer bei dem marsen, m 2 Rießen 2. 1s k,s2. dch4 4, 87 icht in Crone a. Br., 1 “ un bei dem Amtsgericht in Baumholder mann bei dem Amtsgericht in Werne. u Gerichtsassessoren sind ernannt:
in Roten⸗
F “ 88 88 z Amtsgericht in Recklinghausen, 111““ Nübüll, Scheffs bei dem früheren Gerichtsassessoren
„Schür⸗
die Referendare Dr.
Dahlheim, Karl Groth, Georg Henschel, Dr. Augustin,
Liebeck, Dr. Liebert, gerichts, Dr. Bessert,
Wörmbceke im Bezirke des Julius Cohn, Oskar Guttmann
Kammer⸗
im Bezirke des zu Breslau, Hoogklimmer
im Bezirke des Oberlandesgeri Seafr “ ichts zu Cöln
andesgeri 1 1 hoff 1 Bezirke des Oberlandesgerichts
Dr. vom Bruch, Dr. zu Düsse
ts zu Celle, Heinen, Jessen, Marchant und Ansembourg im Bezirke des
olter⸗ ldorf, Dr.
G artmann im Bezirke des Oberlandesgerichts zu Feae 8 M., Daniel, Kornelius Meyer, Baumeister,
icker im Bezirke des Hahn, Dr. Kurt zu Königsberg i. Pr.,
Oberlandesgerichts zu Hamm, Franz Pincus im Bezirke des Oberlandesgerichts Rohde im Bezirke des Oberlandes⸗
gerichts zu Marienwerder, Engelhardt, Adolf Müller im
Bezirke des Oberlandesgerichts zu Naumburg a. S.
Die Che eg egeslte a Meah Brunn und Dr.
ind infolge der Bestätigung i
db ersterer der Stadt Kreuznach,
Solingen, aus dem Justizdienst geschieden. Den Gerichtsassessoren Dr. de B
Dr. Menge und Dr. Ranyner ist die nachgesuchte
aus dem Justizdienst erteilt.
letzterer
dienst geschieden. 1 8
Goerdeler rer Wahl zu besoldeten Bei⸗
der Stadt
Boor, von der Decken,
Entlassung
Der Gerichtsassessor von Buengner ist 8 Justiz
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Der Navigationsvorschullehrer Mey in 888 ernannt worden.
Altona ist unter Versetzung nach Flensburg zum Königlichen Navigationslehrer
Ministerium der öffentlichen Arbeiten.
nachgesuchte Entlassung aus dem preuß en S erteilt worden. 11
Dem Regierungsbaumeister Emr heh Be 8
“
Ministerium der geistlichen und Unterr angelegenheiten.
Dem Assistenten des Laboratoriums der Internationalen
Meeresforschung in Kiel Dr. 5 Prädikat Professor beigelegt worden. 1
Finanzministerium.
Die Rentmeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse i Wesel, Regierungsbezirk Düsseldorf, ist zu besezen.
1. Vorlesungen und praktische Uebunge
8 iglichen Tierärztlichen Hochschule in CCC gb Sommerhalbjahr 1913.
111““
181
rlin ist die taatsdienste
“
ichts⸗
Ernst Ruppin ist das
n Hannover
Geheimer Regierungsrat, Prof. Dr. Tereg: Physiologie; physio⸗
logische Chemie; Pöysiologlsches Fbefneu — Prof. Dr. em in — Lebun orff. 1 Prof Boether: Histologie; mbry gemeine Anatomie, Osteologie und Syndesmologie;
ädie und Methodologie über Tierheilkunde; chklopüdig nn Arnold: Organische Chemie; schen Laboratorium in Gemeinse aft mit Repetitor
ologie; All⸗ Osteologische
Uebungen; Histologische Uebungen in Gemeinschaft mit Prosektor
Dr. Herbig. — Prof. Dr. Malkmus:
Uebungen im
Gerichtliche Tierheilkunde; Anfertigen von schriftlichen Gutachten und Be⸗
richten; medizinisch propädeutische Klinik; Klinik für größere Haus⸗
Abteilung für innere
Frick: Allgemeine Chirurgie;
tzerc, Operationslehre;
Pro
teilung für äußere Krankheiten;
5. Feenen Repetitor Dr. Tang.
Hufe in Gemeinschaft mit
Krankheiten und Gewährmängel. —
Ophthalmo⸗
skopische Uebungen DEEEEE’““ Ftate, ve h für
Prof. Dr.
Rievel: Allgemeine Pathologie und allgemeine pathologische Anatomie;
8 isch⸗anatomische und pathologisch⸗histologische Ue Fa sch anerarhülheischeanatomische Demonstratione Dr. Künnemann: Allgemeine Therapie; Rezeptierkunde; Klinik für kleinere Haustiere rof. rj
Seuchenlehre und Veterinärpolizei; akteriologie
logische Uebungen. Prof. r. Opperm
—
bungen; Ob⸗ n. — Prof. Toxikologie: Mießner; ; Beakterio⸗ ann: Ge⸗
burtshilfe mit Uebungen am Phantom; Fütterungslehre; Ambu⸗
Uebungen in
latorische Klinik; — Obertierarzt Koch,
prof. Dr. Ude: Zoologie.
der Beurteilung der Tiere. — 1 1 Direktor der
tädtischen Fleischbeschau: Fleischbeschaukurse auf dem Schlachthofe in
Kursus mit Zwöchiger Dauer.
annover, jeder pharmazeutische U
Botanik; Botanische Exkursionen; Prosektor Dr. Herbig: Hiofeson Boe ertor r — Repeti 4 Seh Semesterhälfte; Uebungen im chemisch in Gemeinschaft mit Professor Dr. Arnold. Lorscheid: Uebungen in der Perkussion und Repetitor N. N.: Heurfeilung 8 Beschlags; Uebungen it Professor Frick. — EE6“ das Studium der Tierheilkunde Absohnerun eines deutschen Gymnasiums,
Repetitor Gläßer:
eines deutschen
Dr. Gerke:
ebungen. —
i Uebungen in Gemeinschaft mit Hetalvaisch pathologisch⸗anatomische Wolff: Qualitative chemische Analyse, en Laboratorium
Repetitor
Auskultation. —
Hufe in
ist die volle Real⸗
am
r bezeichneten
iervon können nur mit Genehmigung des Ministers für eengacn Domänen und Forsten bewilligt werden. Dies ilt auch für Ausländer, die in Deutschland die tierärztlichen rüfungen abzulegen, nicht aber die tierärztliche Approbation zu er⸗ angen beabsichtigen und auf die Erlangung schon bei der Aufnahme
t 2 8 verzicse, Auskunft erteilt auf Anfrage unter kostenfreier Zusendung des Programms “ annover, im März 1913. 1 Die Direktion der Tierärztlichen Hochschule. Dr. Tereg.
Nichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 8. März 1918 *
Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute vormittag 9 hiesigen Königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts, Admirals von Müller und machten, wie „W. T. B.“ meldet, dem Reichskanzler Dr. von
Hollweg einen Besuch.
ihre Majestät die Kaiserin und Königin empfingen — im bsestä Königlichen Schlosse im Anschluß an die Audienz bei Seiner ““ dem ee und Könige den neu⸗ ernannten italienischen Botschafter Bollati. 8 1
u dem Besuche Seiner Königlichen Hoheit des gris Nehe fn Ludwig von Bayern im Rathause wird vom „W. T. B.“ noch berichtet: Seine Königliche Hoheit der Prinz⸗Regent mit Gefolge und Ehrendienst wurde am Haupt⸗ portal des Rathauses von den Bürgermeistern und dem Vor⸗ steher der Stadtverordnetenversammlung erwartet und mit den übrigen Herren von dem Empfangsausschuß der Gemeinde⸗ behörden über die Freitreppe durch die Bi liothek und den Märchensaal in den Festsaal geführt. Beim Eintritt des Zuges in den prächtig geschmückten Festsaal intonierte das Philharmonische Orchester die bayerische Hymne „Heil dem Regenten, Heil“; namens der Stadt wurde Seine Königliche Hoheit vom Oberbürgermeister mit der schon gemeldeten Hnlh begrüßt. Der Prinz⸗Regent erwiderte und nahm aus der Hand der Tochter des Oberbürgermeisters den Ehrentrunk entgegen. Darauf trug ein im Stadtverordneten⸗ saal aufgestellter Chor von 500 Knaben und Mädchen mehrere Lieder vor. Nachdem sich der Prinz⸗Regent in das Goldene Buch der Stadt eingetragen und die übrigen Rãäume des Rat⸗ hauses besichtigt hatte, verließ er unter dem Gesang der Kinder, die inzwischen im Vestibül aufgestellt waren, das 1. Am Nachmittag besuchte Seine Königliche Hoheit der Prinz⸗ Regent die Versuchsanstalt für Luftschiffahrt in Adlershof und erschien sodann auf dem Flugplatz in Johannisthal, wo er ver⸗ schiedene Flugmaschinen und das Marineluftschiff „L. 1“ be⸗ sichtigte.
5 Zu Ehren Seiner Königlichen Hoheit des Prinz⸗Regenten Ludwig und seiner Gemahlin fand Abends im Weißen Saal des Königlichen Schlosses Galatafel statt, bei der Seine Majestet der Kaiser und König laut Meldung des W. T. B.“ folgenden Trinkspruch ausbrachte: „Erst wenige Wochen sind dahingegangen, seitdem Ich an Eurer Königlichen Hoheit Seite dem unvergeßlichen hohen Herrn die letzte Ehre erweisen durfte, der als der Senior der deutschen Fürsten, ein herrliches Vorbild in der Betätigung aller ritterlichen Tugenden, Meinen in Gott ruhenden Vorfahren und Mir felbst treue, unverbrüchliche Freundschaft gehalten hat. Daß Eure Königlichen Hoheiten noch unter dem Banne der wehmütigen Trauer zu Uns gekommen sind, welche über das inscheiden des Prinz⸗Repenten Luitpold nicht nur in Bayern, im ganzen Deutschen Vaterlande tief empfunden wird, weiß Ich hochzuschätzen und erfüllt Mich mit ganz besonderem Danke. Von ganzem Herzen heiße Ich Eure Königlichen Hoheiten in Meinem und der Kaiserin Namen in Unserer Mitte willkommen. Eure Königliche Hoheit werden es empfunden haben, daß dieser Willkommengruß nicht an den Mauern dieses Schlosses verhallt. Mit Mir begrüßt Meine Haupt⸗ und Residenzstadt, be⸗ grüßt Mein ganzes Volk den Prinz⸗Regenten des schönen Bayerlandes als hochwillkommenen Gast. Denn außer den herzlichen persönlichen Beziehungen verknüpfen Uns und Unsere Länder die starken Bande deutscher Einheit und Einigkeit, die einst in heißem Ringen ge⸗ schmiedet wurden. Dankbar dürfen Wie zurücksehen auf die langen Jahre, in denen es den deutschen Fürsten gegeben war, das damals Frrungene in friedlicher Entwicklung zu fördern und zu pflegen. Der Hausritterorden vom heiligen Hubertus, durch dessen Ver⸗ leihung Eure Königliche Hoheit jetzt die Gnade gehabt haben, fünf Meiner Söhne auszuzeichnen, trägt die Devise: „In Prau vast (In Treue fest). Möge dieser Wahlspruch ein Symbol sein und bleiben für das Zusammengehen der Häuser Wittelsbach und
2 it 3 Hohenzollern für gle Zeiten und trinke auf das Wohl Meines
8 ebe Mein Glas as ” eses hesahbes und Verbündeten, Seiner Königlichen Hoheit des
inz⸗L ten Ludwig, Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin des Hauses Wdielsbach und Bayerns, dem der Segen der reichen Erfahrungen Eurer Königlichen Hobet⸗ zum eigenen und des ganzen Deutschen Reichs Besten für lange, lange Jahre beschieden sein möge!“ . Seine Königliche Hoheit der Prinz⸗Regent ant⸗ e, wie folgt:
Eure gelgtäche und Königlichen Majestäten bitte Ich zu ge⸗ statten, daß Ich zugleich im Namen der ee Meiner Ge⸗ mahlin, den aufrichtigsten und wärmsten Dank ausspreche für den glanzvollen Empfang, der Ces Fäs; worden ist, und für die ü d 9 d omms.
Uberau gnädigen Woee es Heimgang Meines teueren Vaters
1 kurzer Frist der Vasas Fönigshaus Frg Volk in tiefe Trauer senkte, da haben
jestä deren Söhne in sichtbarster und rührender
Ferst Majestinsenm Schmerze teilgenommien. Es ist Mir ein Herzensbedürfnis, den Dank hiersür sowie für alle Meinem Höchst⸗ seligen Vater in treuer Freundschaft erwiesene Liebe persönlich zum Ausdenc 1g bringen ne. am Herzen, nach Uebernahme der Regent⸗ schaft Eurer Majestät so bald als möglich Meine Verehrung zu Der erste Meiner Besuche gilt dem Schirmherrn des Deutschen Reichs. Die Wärme gelunden haben und
fanges, die Wir bei Euren Majestäten
des Erhig d von sber Seheng der ne ce⸗ tgegengebracht worden ist, entspringt den Gefühlen
baupistadt atgegengecfachem ngehrigret. die Deutschlands Fürsten und Völker im Deutschen Reiche eint. Eure Majestät dürfen ge⸗ wiß sein, daß Ich die von Meinen Vorgängern in der Regierung
“ die
mit Eurer Majestät und den übrigen deutschen Fürsten sanenene , Aufgaben und der Entwicklung des Reichs in guten
ösen Tagen mitzuwirken. 3 4 1 8 Uee Jahr bringt Eurer Majestät die Jubelfeier einer 25jährigen reichgesegneten Regierung, dem deutschen Volke eine Reihe bedeutungsvoller patriotischer Gedenktage. Ich darf die Hoffnung aussprechen, daß Mir hierdurch gerade in diesem Jahre noch mehrfach das üüchte⸗schiedes sein wird, Mich des Zusammen⸗
mit Euren Majestäten zu erfreuen. . seins zait aufrichtiger Genugtuung erfüllt es Mich, daß der Kron⸗ prinz des Deutschen Reichs durch die Stellung à jla suite des 6. Infanterieregiments, dessen Inhaber Eure Majestät sind und das den Namen Eurer Majestät unbeegesgichen Herrn Großvaters führt in noch nähere Beziehung zur hayerischen Armee getreten ist. gAu freue Ich Mich, Eurer Majestät Söhne als Mitglieder des Baye⸗ rischen Hausritterordens vom heiligen Hubertus begrüßen zu können.
ür die hohe Auszeichnung, die Eure Majestät Mir dadurch haben, daß das 2. Niederschlesische Infanterieregiment Nr. 47 fortan Meinen Namen trägt, bitte Ich, Meinen ganz be⸗
tgegenzunehmen. sondegen Dansh en gegfn teglas und trinke auf das Wohl Ihrer
8 d isers und der Kaiserin, Ihres hohen Hauses, des Iö dem Ich auch bei dieser Gelegenheit Meine herzlichen Glückwünsche wiederhole, des Königreichs Preußen und des ganzen Deutschen Reichs! Nach der Tafel hielten die Majestäten und die bayerischen
Herrschaften Cercle. sind am 5. d. M
.
— —
2
Laut Meld des „W. T. B.“ sir S. Magt gägret; “ in Ragusa (Dalmatien) und S. M.
„Breslau“ in Saloniki eingetroffen. 8
Sachsen. Ddie Staatsminister Graf Vitzthum von Eckstädt un von Seydewitz ee sich nach einer Meldung des Sächsischen Landesdienstes üͤbermorgen, einer Einladung des Reichskanzlers folgend, nach Berlin begeben, um im Reichsamt des Innern an einer Besprechung über die Deckung der ehr⸗ vorlage teilzunehmen. v
Elsaß⸗Lothringen. hi g 8 Auf Antrag verschiedener Fraktionen war im Landtage “ einer technischen Hochschule erwogen worden. Wie „W. T. B.“ meldet, wurden darauf von der Regierung geeignete Vorschläge mit einer Berechnung unter⸗ breitet, nach der ein Betrag von 7,5 Millionen für ein⸗ malige und 500 000 ℳ für laufende Ausgaben für die Aus⸗ führung des Planes bereitgestellt werden müßten. Die Re⸗ gierung hatte daher Bedenken und wies in der Budgetkommission der Zweiten Kammer darauf hin, daß die Kosten 8 groß und ein vm luß an die Universität außerdem nicht ratsam und von den Fachleuten abgelehnt worden sei. Die “ der Regierung wurden anerkannt und von der Weiterverfolgung,
wurde Abstand genommen.
Oesterreich⸗Ungarn
Wahlreformvorlage angenommen. 2
R sor. der Sitzung hielt, wie „W. T. B. meldet, der Ab geordnete Schuller, ein Siebenbürger Sachse, eine Rede, 2 dere die vorgestern von rumänischen Abgeordneten gegen Uege. a 1% erhobenen Anschuldigungen bekämpfte. Schuller stellte 8b historische Tatsache fest, daß die Sachsen bei der 8 5 wanderung in Siebenbürgen nicht rumänischen Boden esetzt, sondern ihr Land von den ungarischen Königen erhalten hätten. Die Sachsen hätten sich niemals durch den Schweiß anderer bereichert, sie hätten das Wenige, was sie besäßen, durch Eigenschaften, die auch von anderen stets anerkannt worden seien, durch Fleiß, Sparsamkeit und nüchterne Lebensführung erworben. Wo Rumäͤnen mit Sachsen zusammenwohnten, hätten die Rumänen gleichfalls kulturell und materiell einen lebhafteren Aufschwung erlebt. Zwischen Sachsen und Rumänen gebe es Gegensätze; doch hätten die Sachsen immer danach getrachtet, die Gegensätze nicht zu Feindseligkeiten aus⸗ arten zu lassen. Er sei überzeugt, daß auch die maßgebenden Fühter der Rumänen so dächten.
8 Großbritannien und Irland.
8 2
Der König hat gestern Hakki Pascha im Buckingham⸗
s pfangen. Palast emgfe das „Reutersche Bureau“ erfährt, wendet die Botschafterkonferenz jetzt ihre Aufmerksamkeit den süd⸗ ichen Grenzen Albaniens zu, 1 5 8 nördlich en Grenzen besprochen worden seien. Infolge der kürzlich überreichten albanesischen Denkschrift hätten die Botschafter auch die griechische Blockade und alle Ansprüche auf die Stadt und den Hafen Valona erörtert. Obwohl Valona ursprünglich als in die griechische Sphäre fallend deleten worden sei, sei es jetzt 81 Grigchin g mit Rücksicht auf die
ünsche Italiens aufgegeben worden. “ 8— Ober dufgeh wurde gestern die Thronrede ver⸗ durch die das Parlament vertagt wurde. Wie
T. B.“ meldet, bedauerte der König, daß die Mitglieder des Parlaments nach einer langen und anstrengenden Sitzungs⸗ periode nur für eine kurze F von ihren Arbeiten entbunden würden, und fügte hinzu, daß er bei ihrem erneuten Zusammen⸗ treten in einigen Tagen Gelegenheit haben werde, sich wieder an sie zu wenden. Die neue Session beginnt am 10. März.
Frankreich. .“ Der Senat hat im Einvernehmen mit er Regierung beschlossen, am 13. 8 M. die Verhandlungen über den Wahl⸗
rmgesetzentwurf zu beginnen. b 1 deed veuerte lmmher verhandelte in der
gestrigen Sitzung über den eeeßrenic durch den die am
lesen,
97. November 1912 zwischen Frankreich und Spanien betreffs Marokko abgeschlossene Konvention ge⸗ igt wird. b s hmhig dem Bericht des „W. T. B.“ erklärte der Minister des Aeuß⸗ F Jonnart, das Abkommen entspreche dem Völkerrecht, es nehme de französischen Interessen wahr und achte die Rechte der anderen. 1n auptzweck des Abkommens sei es, für die Zukunft die Ursachen, 8 Hücnezndnissen zwischen den beiden großen Völkern zu bese 1 die geschaffen seien, sich zu verstehen. Dem Rückfall in Fe a und Fanatismus vorzubeugen und die weiten Flächen, W. 18 die Anarchie verödet seien, wieder zu beleben, das se 8 Werk der beiden doppelt benachbarten Völker, die ‚ihre 88 strengungen und Hoffnungen vereinigten. „Wir wünschten“, 8 lag Jonnart, „mit Spanien in guter Freundschaft zu leben, undo ia ste uns am Herzen, unsere Verpflichtungen zu halten. Der vreg ab sodann einen geschichtlichen Ueberblick über die Verhan f 9 1 feit 1902 und erklärte weiter, es sei unmöglich, Spaniens Rechte
Bayerns dem Deutschen Reiche erwiesene Treue stets bewahren
Fmnastuen⸗ oder einer deutschen Oberrealschule erforderlich. Der
achweis ist durch Vorlegung des Reifezeugnisses einer de Sch ühr
werde. Ich betrachte es als Meine heilige Pflicht, im engsten Zu⸗
EEEe“ “
die Zone zu bestreiten. Aber angesichts der durch das franzosssch⸗
v1““
Das ungarische Abgeordnetenhaus hat gestern die
der Arbeiter,
die bisher noch nicht so gründlich
. Wie „W. T. B.“ aus Rabat meldet, haben dreihundert
deutsche Abkommen verursachten Opfer würde es ungerecht gewesen sein, wenn Spanien nicht Kompensationen zugestanden hätte für die Handlungsfreiheit, die Frankreich für sie beide erlangt habe. In Marokko sei eine Politik der Klugheit geboten. Die Regierung sei bemüht, Abenteuer zu vermeiden, und entschlossen, nur sehr vorsichtig sich in eine Unternehmung in Marokko einzulassen. Der Minister legte sodann das Programm der für die nächste 9. auszuführenden Arbeiten dar und besprach besonders die Hafenarbeiten in Casablanca. Frankreich werde das Werk der Gerechtigkeit und Ordnun in ständigem Einvernehmen mit der Macht ausüben, welche mit ihm das Protektorat ausübe. Die Möglichkeit, sich in Einzelheiten an das Haager Schieds⸗ gericht zu wenden, beseitige jeden Anlaß zu einer ernsten Meinungsverschiedenhelt. Das Parlament habe den lebhaften Wunsch, dieses Verfahren für heikle Gegenstände immer mehr angewendet zu sehen. Der Minister sprach dann den Unter⸗ händlern seinen Dank aus. England habe unablässig die Annäherung gefördert, was Frankreich und Spanien nicht vergessen würden. Jonnart sagte weiter: „Wir werden ritterliche Nachbarn auf dem marokkanischen Boden haben, wo wir so viel Blut vergossen haben und wo wir glänzende Ernten erwarten. Die Interessen der beiden Mächte, die sich zu der Aufgabe verbunden haben, Marokko zu zivi⸗ lisieren, sind solidarisch. Die beiden Regierungen wünschten, die Entente der nationalen Hoffnungen zu einer endgültigen zu gestalten“
Die Kammer nahm schließlich das französisch⸗spanische Abkommen fast einstimmig an.
— Die sozialistische Gruppe wird, obiger Quelle zufolge, einen Resolutionsentwurf einbringen, in dem die Re⸗ gierung Cd wird, den europäischen Staaten eine pro⸗ gressive, gleichzeitige Herabsetzung der Rüstungen vorzu⸗ schlagen. Die sozialistisch⸗radikale Gruppe wird die für die nationale Verteidigung notwendigen finanziellen und militä⸗ rischen Lasten bewilligen, sie wird aber mit der nötigen Ueber⸗ legung und Kaltblütigkeit alle außer dem Gesetzentwurf der Regierung vorliegenden Vorschläge oder Abänderungen “ Sie wird sich in gleicher Weise bemühen, 2 verhindern, daß die neuen Lasten auf die kleinen Steuerzahler fallen, und be⸗ fürwortet deshalb einen starken Appell an die Begüterten.
Rußland. Geesttrn empfingen die Maäjestäten mit dem Thronfolger und den Mitgliedern des Kaiserhauses in den Sälen des Winterpalais, umgeben von den Ministern und anderen Würdenträgern, anläßlich des Jubiläums des Hauses Romanow die Glückwünsche der Vertreter der verschiedenen Stände, außer den Bauern, ferner die Gratulationen der Semstwos und der städtischen Selbstverwaltung, der Abordnung Finnlands, der Vertreter der Vülkerschaften Sibiriens und Zentralasiens sowie der Sondergesandt⸗ schaften aus der Mongolei. Am Nachmittag brachten die Mitglieder des diplomatischen Korps mit ihren Damen dem Kaiser und der Kaiserin ihre Glückwünsche dar. Abends fand Galavorstellung im Marientheater statt, der der Kaiser, die beiden Kaiserinnen, die Großfürsten und Groß⸗ fürstinnen, die Minister mit dem Ministerpräsidenten Kokowzow an der Spitze, die Mitglieder der Duma und des Reichsrats, zahlreiche Hofwürdenträger und hohe Staatsbeamte und der Emir von Buchara beiwohnten. Im Theater herrschte große patriotische Begeisterung. “
Die Bürgermeister der Großstädte wurden gestern mittag von dem Ministerpräsidenten de Broqueville em⸗ pfangen, dem sie Kenntnis gaben von der vorgestrigen Entschließung des sozialdemokratischen Komitees, die Organisierung des all⸗ gemeinen Ausstandes einzustellen. Wie „W. T. B“ meldet, erklärte der Ministerpräsident, das Ministerium werde nach dieser neugeschaffenen Lage über die zu ergreifenden Schritte beraten, da die Bürgermeister nochmals den Wunsch aus⸗ gesprochen hätten, die Regierung möge im Interesse des Friedens schleunigst die Wahlrechtsfrage zur Beratung stellen.
Niederlande. 1
Die Deputiertenkammer hat gestern laut Meldung des „W. T. B.“ mit 54 Stimmen der Rechten gegen 35 Stimmen der Linken die Gesetzesvorlage, betreffend die obligatorische Invaliditäts⸗ und Altersversicherung angenommen.
Ein in Athen beim Kriegsministerium eingetroffenes Telegramm aus Janina vom gestrigen Tage meldet, der „Agence d'Athones“ zufolge, den Einzug des Thron⸗ folgers in Janina. Außer den kriegstüchtigen Soldaten sind 6000 Verwundete und Kranke zu Gefangenen gemacht worden. Ein Teil der türkischen Armee ist nach Albanien entflohen.
3.
Rumänien.
Der rumänische Gesandte in Sofia Ghika ist, wie „W. T. B.“ meldet, nach St. Petersburg abgereist, um dort die Vertreter der Großmächte über den rumänischen Stand⸗ punkt bezüglich der Differenzen mit Bulgarien zu unterrichten.
Serbien.
Das Amtsblatt veröffentlicht einen Königlichen Ukas, durch den eine Verordnung über die Benutzung von Flug⸗ zeugen auf serbischem Territorium am 13. März in Kraft tritt. Nach den Bestimmungen dieser Verordnung ist fremden Militärflugzeugen in Kriegs⸗ und Friedenszeiten das Ueber⸗ fliegen serbischen Territoriums untersagt. 8
1 8 Bulgarien.
Wie das „Wiener K. K. Telegraphenkorrespondenzbureau“ meldet, hat die Regierung den Vertretern der Mächte ein Memorandum über den bulgarisch⸗rumänischen Streitfall übermittelt.
Amerika.
Nach Meldungen des „W. T. B.“ hat der Präsident Wilson vorgeschlagen, der Anregung der Parteiführer zu folgen und eine außerordentliche Session des Kon⸗ gresses ausschließlich der Tarifrevision zu widmen. Eine Gesetzvorlage über die Währungsreform wird ebenfalls für die außerordentliche Session vorbereitet, die Abstimmung hier⸗ über aber wird bis zur ordentlichen Session im Dezember ver⸗ choben werden, damit Zeit für eine gründliche Prüfung der
rage gegeben wird. 3 Afrika.
Reiter der Tafuden die Niederlassungen der Zemmurs im Tale des Ued Beth angegriffen, sind aber mit Verlusten zurückgeworfen worden.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Schlußberichte über die gestrigen Sitzungen des R tags und des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Zweiten Beilage.
— Die heutige (129.) Sitzung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf bei⸗ wohnte, eröffnete der Präsident Dr. Kaempf mit der Mit⸗ teilung, daß die portugiesische Deputiertenkammer ihn beauftragt 8₰ die warme Anteilnahme der Kammer an dem schweren
erluste zum Ausdruck zu bringen, den der Deutsche Reichstag und das gesamte deutsche Volk infolge des Untergangs des Torpedoboots erlitten hat. Er werde der portugiesischen Z “ den Dank des Reichstags zum Ausdruck ringen.
Das Haus trat zunächst in die dritte Beratung des Not⸗ etats ein. In der Generaldiskussion bemerkte der
Abg. Haase⸗Königsberg (Soz.): Daran, daß der Etat nicht Sö Ostern zustande gekommen ist, ist die Regierung schuld, die den Reichstag so spät einberufen hat. Aber auch den Reichstag selbst trifft ein Teil der Schuld, weil er so früh in die Ferien geht. Ein derartiger Uebelstand kann in Zukunft nur durch frühzeitige Ein⸗ berufung des Reichstags vermieden werden.
Abg. Seyda (Pole): Im vorigen Jahre wurde ebenfalls ein Notgesetz für 3 Monate erlassen. Die Regierung war damals zweifel⸗ haft, ob sie die Ostmarkenzulage bezahlen könne. Durch die Ent⸗ schädigungsgewährung bis 1. Januar wurde diese Frage ja nicht akut. Nach der diesmaligen ablehnenden Stellung des Reichstags unterliegt
es aber keinem Zweifel, daß weder Ostmarkenzulage noch Entschädigung bezahlt werden darf.
Damit schloß die Generaldiskussion. Der Notetat wurde doranf 2 der Spezialberatung ohne Debatte endgültig ver⸗ abschiedet.
Darauf begann das Haus die Spezialberatung des Etats für die Schutzgebiete und wandte sich zunächst zum „Etat für das ostafrikanische Schutzgebiet“.
Die Budgetkommission hat im außerordentlichen Ausgabe⸗ etat zu den Zweckbestimmungen des Darlehns von 31 Millionen an die ostafrikanische Eisenbahngesellschaft auch diejenige „zu Vorarbeiten für eine Zweigbahn nach Ruanda“ hinzugefügt. Ferner schlägt sie folgende Resolutionen vor:
den Reichskanzler zu ersuchen: 1) er wolle dafür sorgen, daß keinerlei auf einen Arbeitszwang für die Eingeborenen in den
deutschen Kolonien hinwirkende Verordnungen ferner noch erlassen werden,
2) er wolle dafür sorgen, daß in den Etat für 1914 größere Mittel zum Bau und zur Unterhaltung von Hospitälern für Eingeborene eingestellt werden,
3) die verbündeten Regierungen zu ersuchen, in dem Etat für 1914 eine Unterstützung vertrauenswerter Personen, die Eingeborenen⸗ spitale betreiben oder Eingeborene ärztlich behandeln, vorzusehen.
Diese Resolutionen wurden beim ersten Titel der fort⸗
dauernden Ausgaben „Gouverneur 40 000 ℳ“ mit zur Dis⸗ kussion gestellt. Das Gouverneurgehalt wurde ohne Debatte bewilligt, ebenso gelangten die 3 Resolutionen zur Annahme.
Es ist ferner zu den einmaligen Ausgaben, Forderun⸗
von 200 000 ℳ „zur Förderung von Baumwollkulturversuchen“, folgende Resolution von der Kommission vorgelegt: den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag einen Nachtrags⸗ etat vorzulegen, durch welchen der Kolontalverwaltung ein aus⸗ reichender Betrag zur Förderung der Baumwollkultur in den 8 Schatzgebieten zur Verfügung gestellt
(Schluß des Blattes.)
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— In der heutigen HSen Sitzung des Hauses der Ab⸗ geordneten wurde die Beratung des Etats der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse in der gestern abgebrochenen allgemeinen Debatte fortgesetzt.
Abg. Meyenschein kkons.): Die Stellung meiner Freunde in dem Streit zwischen der Preußenkasse und der Zentraldarlehnskasse ist bereits gestern dargelegt worden. Ich danke dafür, daß die Zentral⸗ darlehnskasse auch gestern von allen Parteien dieses Hauses moralische Unterstützung erfahren hat. Auch der Unterstaats⸗ sekretär hat sich ja erfreulicherweise freundlich und versöhn⸗ lich gegenüber der Zentraldarlehnskasse ausgesprochen. Er meinte, in den Kreisen der Zentraldarlehnskasse stehe man der Frage der Liquidität gleichgültig gegenüber, das ist aber nicht der Fall. Die Zentraldarlehnskasse ist stets bemüht, die Liquidität zu er⸗ höhen, und man wendet diesem Punkte ganz besondere Aufmerksamkeit bei der Geschäftsführung zu. Da aber die Zentraldarlehnskasse kein wirtschaftliches Unternehmen ist, das in erster Linie auf Gewinn ab⸗ zielt, sondern vor allem bestrebt ist, die ihr statutengemäß obliegenden Aufgaben zu erfüllen, das heißt dem Geldausgleich in den ihr ange⸗ schlossenen Genossenschaften zu dienen, so kann die Liquidität nicht zu ihren Hauptaufgaben gehören. Die Regierung muß dafür Sorge tragen, daß die Zentraldarlehnskasse nicht der Meinung wird, daß sie in ihrer Existenz bedroht ist. Die Raiffeisenschen Kassen sind allerdings mit Unterstützungen nicht verwöhnt, und es mag auch in dem Raiffeisenschen Eböböö18““ etwas liegen, was hier und da mit dem Staatsbetrieb in Differenzen kommen kann. Aber wir wollen doch nicht undankbar sein; Raiffeisen hat in schwierigen Zeiten einen Freund gefunden in dem Manne, der heute vor 25 Jahren die Augen geschlossen hat, in Kaiser Wilhelm. Hoffentlich trägt die gestrige und heutige Debatte dazu bei, uns über die unerbaulichen Dinge hinwegzubringen und das Genossenschaftswesen zu fördern.
Abg. Humann (Z.): Ich bitte den Herrn Präsidenten der Zentralgenossenschaftskasse, an zuständiger Stelle dafür ein⸗ zutreten, daß den eingetragenen Genossenschaften, besonders den Kreditvereinen, ebenso wie den Kommunalsparkassen und anderen Korporationen das Recht erteilt wird, in eigener An⸗ gelegenheit ohne Beglaubigung ihrer Unterschrift löschungsfähig zu quittieren. Bis zur Güfa lung dieses Wunsches, der hoffentlich nicht mehr allzulange auf sich warten lassen wird, lann ich den ein⸗ zelnen Genossenschaften und Vereinen — soweit sie hiermit noch im Rückstande sind, nur den Rat erteilen, ein einzelnes Mitglied mit Generalvollmacht zu versehen und dadurch wenigstens die Reisekosten auf ein Mindestmaß herabzudrücken.
“ Zur Arbeiterbewegung.
Das Königliche Gewerbericht hat sich, wie die „Köln. Ztg.“ mit⸗ teilt, aus Anlaß des Ausstandes der Polsterer und Tape⸗ zierer in Cöln (vgl. Nr. 57 d. Bl.) den streitenden Parteien als Einigungsamt angeboten. Die Gehilfenorganisationen haben das Angebot bereits angenommen, während die Innung und der Schutz⸗ verband der Möbel⸗ und Dekorationsgeschäfte in einer heute abend abzuhaltenden Versammlung Stellung dazu nehmen werden.
Auf dem Wittener Gußstahlwerk sind, der „Köln. Ztg.“ zufolge, gestern früh nach vorausgegangener Kündigung die Draht⸗ walzwerkarbeiter in den Ausstand getreten. Als Grund geben
sie die Herabsetzung der Akkordlöhne an.
In Straßburg i. E. haben, wie „W. T. B.“ meldet, die Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberbund für das Maler⸗ gewerbe und den Malergehilfen zu keiner Einigung geführt. Nachdem der Hauptvorstand des Arbeitgeberbundes für das Maler⸗ gewerbe die Schiedssprüche abgelehnt hat, weil die Lohnforderungen zu hoch seien, und eine wesentliche Verschlechterung des Reichstarifes ein⸗ etreten, wurde am Donnerstagabend mit der Aussperrung begonnen.
isher haben die Ortsverbände Straßburg, Metz, Mülhausen, Geb⸗ weiler und Diedenhofen ausgesperrt. Heute abend soll die Gesamt⸗ aussperrung für ganz Deutschland zu erwarten sein. In Straßburg sind vierhundert bis fünfhundert Malergehilfen von der Aussperrung betroffen worden.
Aus London wird dem „W. T. B.“ Die Midland⸗Eisenbahngesellschaft veröffentlicht eine Er⸗ klärung, sie habe den Bahnwärter Rächardson zwar ent⸗ lassen, seine neuerlichen Erklärungen über sein Verhalten hätten aber die Lage geändert, sodaß sie ihm seine Wiedereinstellung angeboten hätte. Es wird auch hinzugefügt, daß die gegenwärtigen Bestimmungen in der Absicht, den Beschwerden der Angestellten nach⸗ zukommen, einer Revision unterzogen werden sollen. Hie Erklärung wird tSgbie ausgelegt, daß jede Möglichkeit eines Ausstands be⸗ eitigt ist.
Die in dem Ausstand der Gasarbeiter in Sydney ab⸗ sebelee Verhandlungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer aben, wie „W. T. B.“ erfährt, zu einer Einigung geführt. Die Gasarbeiter haben beschlossen, die Arbeit heute wieder aufzunehmen. (Vgl. Nr. 57 d. Bl.)
Weitere „Statistische Nachrichten“ s. I. d. Zweiten Beilage.)
Kunst und Wissenschaft.
A. F. Am 19. Mai vorigen Jahres waren zahlreiche Herren der Einladung des als eifriger “ in der Vorgeschichte der Mark Brandenburg bekannten Rentiers Hermann Busse⸗Wolters⸗ dorf nach der Umgegend von Strausberg gefolgt, um sich hier — im Kreise Niederbarnim — in eine Gegend führen zu lassen, die anscheinend in sehr großem Maßstab jahrhundertelang der Friedhof einer germanischen Bevölkerung des Landes gewesen ist. Der Besuch dieser Gegend nahe der Gielsdorfer Mühle, nördlich von Strausberg, hatte besten Erfolg Mehrere der Begleiter faßten den Plan einer systematischen Erkundung der Gegend, in weiterer Folge wohl auch der Untersuchung eines größeren Hügels, in dem mit Recht das Grab eines Häuptlings oder Königs vermutet wird, ähnlich demjenigen, das vor 20 Jahren in der Nähe von Perleberg erschlossen worden ist. Zunächst aber mußte man sich auf Näherliegendes, in der geplanten Untersuchung minder Kostspieliges beschränken. Daß diese Vorsätze ausgeführt worden sind und schöne Erfolge erzielt haben, wurde am letzten Sonnabend in der ersten Sitzung des 5. Vereinsjahres der „Deutschen Gesellschaft für Vorgeschichte, Zweiggesellschaft Berlin“ mitgeteilt. Es war an erster Stelle Herr Busse, der berichtete, daß er nahe der genannten Mühle im Kiefernwalde von dort deutlich erkennbaren 28 Grab⸗ hügeln, unter denen allerdings nur 7 noch unberührt scheinen, im letzten Sommer einen in 4 tägiger Grabarbeit geöffnet und seine Anlage sowie seinen Inhalt ermittelt habe. Alle Grabhügel an dieser Stelle sind von ungewöhnlicher Größe, ein Beweis mehr, daß die Gegend als Begräbnisplatz in einer sehr langen Zeit gedient hat, in der die Begräbnissitten und ⸗bräuche wechselten. Vielleicht waren diese ausgedehnten Grabhügel auch für besonders vornehme Verstorbene bestimmt — eine Vermutung, wofür der an dem geöffneten Hügel beobachtete Umstand spricht, daß dieser sehr sorgfältig angelegt war. und trotz seiner großen Grabkammer nur die Reste zweier Menschen in großen Urnen, aber doch im ganzen 21 tönerne Ge⸗ fäße der verschiedensten Art und Bestimmung barg. Der Hügel erwies sich als nahezu kreisrund von 6,50 m Durchmesser. Nachdem die in ziemlich beträchtlicher Höhe über den Hügel gebreitete Erd⸗ schicht, entstanden aus Nadelfall, Anflug, Arbeit der Regenwürmer und vielen anderen Ursachen, entfernt war, zeigte sich der Boden mit einer großen Menge von Findlingen kleineren Formats bedeckt, nach deren Wegräumung man auf Sand und in diesem Sande auf den oben schon angegebenen Grabinhalt in gutem Erhaltungszustande stieß. Aber die Erbauer des Grabes hatten sich mit der Steinbedeckung nicht begnügt, es war auch aus großen Findlingen, einer an den andern gereiht, ein Stein⸗ zaun um das Grab angelegt worden und am westlichen Ende lag in oder an dieser ein sehr großer Stein, der vielleicht an der Stelle schon gelegen haben mag, als der Grabhügel hergerichtet wurde. Herr Busse ist, da ihm dies auf Grund seiner Er. fahrungen überaus wichtig schien, bei Aufdeckung des Grabinhaltes mit äußerster Vorsicht vorgegangen, um die Stellung der Grabgefäße gegeneinander genau zu erkunden. Eine sorgfältig angefertigte Skizze regte zu der Frage an, ob die drei tönernen Becher, welche an die gpofßs Leichenbrand enthaltende Urne angelehnt waren, wohl ie Reste eines Mannes, andere der kleineren Urne angefügte Bei gefäße die Reste einer Frau bezeichneten. Obgleich keinerlei Bronzen⸗ funde in diesem Grabe gemacht wurden, schließt Herr Busse doch auf ein nicht allzu hohes Alter des Grabes, nämlich auf die 4. Periode der Bronzezeit um 1000 vor unserer Zeitrechnung, weil die Tongefäße anderen aus Gräbern entnommenen Gefäßen in Form und Schmuck sehr ähnlich sehen, deren Alter aus gleichzeitig gefundenen Bronzesachen wie oben bestimmt werden konnte. Diese chronologische Bestimmung wurde jedoch alsbald durch Herrn Hennig in Frage gestellt, der, angeregt durch jene Maiwanderung, sich in der Nähe der Gielsdorfer Mühle gleichfalls mit Ausgrabungen beschäftigt hat und dem es gelungen ist, die Funda⸗ mente eines Hauses in der bekannten Art — durch die deutlich er⸗ kennbaren Pfostenlöcher — einschließlich des gut erhaltenen Herdes freizulegen. Dies Haus enthält in seinem Innern einen Berg von Tonscherben und vor allem eine beträchtliche Anzahl von Menschen hand Hese und ihr angepaßter Feuersteingeräte. Herr Hennig hat den klugen Gedanken gehabt, die Scherben mit anderen in den benachbarten Gräbern gefundenen zu veergleichen. Er bewies an einer großen Anzahl davon, die im Licht⸗ bilde vorgeführt wurden, die große Aehnlichkeit beider, ja zuweilen die völlige Uebereinstimmung nach der Art des Tons und der schlichten Verzterungen. Es folgt daraus die Gleichaltrigkeit des Hauses mit den Gräbern, und, da sich auch im Hause nicht das Geringste von Bronze fand, so müssen Haus wie Gräber älter als bronzezeitlich sein. Die Benutzung von Feuersteingeräten durch die Bewohner des Hauses ist ein zweiter zwingender Beweis. “ Verkehrswesen.
In Sansane Mangu in Togo ist am 1. März eine Tele⸗ raphenanstalt für den internationalen Verkehr eröffnet worden. ansane Mangu liegt ungefähr 110 km nordöstlich von Jendi. Die
Wortgebühr für Telegramme nach Sansane Mangu ist dieselbe wie nach Lome. Sie beträgt gegenwärtig 3 ℳ 65 ₰.
telegraphiert:
Nr. 18 des „Zentralblatts der Bauverwaltung“, heraus⸗ scheben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 5. d. M. hat olgenden Inhalt: Vermischtes: Ergebnis des Wettbewerbs zum Schinkelfest 1913 des Architektenvereins in Berlin. — Wettbewerbe für Entwürfe zu einem Missionshaus auf der „Hardt“ in Barmen und um einen Bebauungsplan für den nördlichen Teil der Stadt Laibach i. Oe. Jubiläumsarchitekturausstellung in Berlin. Jahresversammlung des Verbandes deutscher Diplomingenieure. — Einfluß der Steinform auf die nesc ebener Ziegelhohlstein⸗ decken zwischen eisernen eförderung zum städtise Baurat in München. — William Müller †. — Bücherschau.
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