1913 / 59 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 08 Mar 1913 18:00:01 GMT) scan diff

8 als Selbstzweck aufspielt und andere selbständige Institute zu beseitigen sucht, entstanden ist. In den Genossenschaftskreisen macht sich eine gewisse Besorgnis um ihre Selbständigkeit bemerkbar. Die Kraft unserer Genossenschaften liegt in dem Organismus und ihrem Geist, der sie beseelt. Zerschlagen Sie diese Organisation in pro⸗ vinzielle Glieder und gelingt es, die einzelnen Genossenschaften der Preußenkasse anzugliedern, dann ist auch der Geist vernichtet. Es bleiben den Genossenschaften alle diejenigen Männer fern, die bisher eifrig in ihnen mitgearbeitet haben. Das ist sehr zu bedauern. Wenn die Sparkassen ihre Generalversammlungen abhalten, dann t effen die verschiedensten deutschen Stämme zusammen zu gemein⸗ samer Arbeit, und nun wollen Sie unsere Genossenschaften unter staatliche Bevormundung bringen. Das ist heute schon ein unerträg⸗ licher Gedanke. Wir müssen das größte Bedenken haben, das Heer der Unzufrtedenen zu vermehren. Es handelt sich um hunderttausende selbständige Existenzen, die auf dem Boden monarchischer und christ⸗ licher Gesinnung stehen. Das Bedürfnis nach Frieden ist gewiß auf allen Seiten des Hauses vorhanden. Tragen wir dazu bei, daß er endlich herbeigeführt wird.

Abg. Dr. Crüger⸗Hagen ffortschr. Volksp.): Im Anschluß an eine Warnung der „Deutschen Bankbeamtenzeitung“ vor der Zentral⸗ genossenschaftskasse bitte ich, den Beamten der Kasse doch ein größeres Wohlwollen entgegen zu bringen. Wir haben das größte Bedenken gegen die Bevormundung der Genossenschaften seitens der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse. Die Preußenkasse duldet keine fremden Götter neben sich, weder die kleinen noch die großen. Wer sich ihr entgegenstemmt, wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterdrückt. Von einer Seite wurde hervorgehoben, daß die Preußische Zentralgenossenschaftskasse aus der Initiative des Abgeordnetenhauses hervorgegangen sei. Nach den Ausführungen der Vertreter der ver⸗ schiedenen Parteien glaube ich aber entnehmen zu können, daß die Zentralgenossenschaftskasse in ihrer gegenwärtigen Gestalt keineswegs den Intentionen des Abgeordnetenhauses entspricht. Der Kreis der Freunde der Preußenkasse ist erheblich kleiner geworden. Die Unzufriedenheit über sie ist zweifellos ganz allgemein. Die Zentralgenossenschaftskasse sollte einem Institut, das sich auf eigene Füße stellt, nichts in den Weg legen. Sie sollte sich in der Verfolgung ihrer Ziele etwas mehr Beschränkung auferlegen. Ihr Ziel ist gewesen, das preußische Genossenschaftswesen einheitlich zu gestalten mit staatlicher Unterstützung. Zur Erreichun dieses Zeeles ist es aber nicht notwendig, die Genossenschaften staatli zu bevormunden. Diese sind stark genug, um lieber auf gewisse klein⸗ liche Vorteile zu verzichten, als der staatlichen Bevormundung unterstellt zu werden. Ein schreiender Mißstand im Genossenschaftsgesetz ist die automatische Beleihung der Haftsummen; die Gefahren, die daraus entstehen, werden immer größer. Auch die Bestimmung, daß die Haftsumme veröffentlicht werden müsse, halte ich für sehr bedenklich. Von verschiedenen Seiten wird auch darüber Klage geführt, daß die Preußenkasse die Bankpolitik der Reichsbank durchkreuzt. Ich bitte um eine Erklärung der Regierung, wie weit dies zutreffend ist. Ich bedaure den Kampf zwischen Svparkassen und Genossenschaften. Beide sollten etgentlich Hand in Hand arbeiten. Ich hoffe aber, daß hier vielleicht auf friedlichem Wege die Angelegenheit geregelt wird. Bezüglich der Frage der Liquidität stelle ich mich vollkommen auf den Standpunkt der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse. Aber sie ver⸗ folgt in der Praxis andere Grundsätze als in der Theorie. Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, die Liquidität aller Kreditinstitute weitgehend zu fördern. Andererseits muß der ernsthafte Versuch gemacht werden, in unserer Bevölkerung Aufklärung zu schaffen über die Wirkung

nd Bedeutung der Kriegsgefahr. Ich glaube nicht, daß noch heute jemand den Satz aufstellen wird: Liquidität ist nur Dekoration. Nein, es ist ein wirtschaftliches Mittel. Das Genossenschaftswesen

at sich in ausgezeichneter Weise entwickelt auf dem Boden der Selbst⸗ hilfe. Es besteht aber die Gefahr, daß da, wo sich Mißstände zeigen, der Gesetzgeber versucht wird, einzugreifen. Wenn durch dieses gesetz⸗ geberische Eingreifen nur die Auswüchse beseitigt werden würden, dann wäre es ja zu begrüßen. Aber aus der Praxis wissen wir, daß auch dabei gesunde Verhaltnisse in Mitleidenschast gezogen werden. Wir wollen keine Revision des Genossenschaftsgesetzes. Die ge⸗ nossenschaftlichen Organisationen haben das lebhafteste Interesse, von sich aus allen Auswüchsen gewissenhaft entgegenzutreten. Die Differenzen im Genossenschaftswesen bestehen heute nicht mehr in der früheren Weise, weil man das anerkennt, was geworden ist, sowohl die Schulze⸗Delitzschen Kassen wie die Raiffeisenschen Kassen. Ueber eine große Menge von Grundsätzen ist heute schon leicht eine Einigkeit möglich, wenn man sich nur eine gewisse Beschränkung auf⸗ erlegen will. Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse muß sich die Beschränkung auferlegen, daß sie die Genossenschaften sich frei ent⸗ wickeln läßt, sie müßte sich uneigennützig über jede Genossenschaft freuen, die sich frei entwickelt, denn schließlich ist doch die Staats⸗ hilfe nur ein notwendiges Uebel.

Unterstaatssekretär des Finanzministeriums Dr. Michaelis: Die Kenner des Genossenschaftswesens, die mit der Geschäftsgebarung der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse einverstanden sind, sind nicht so in der Minderzahl, wie manche Redner anzunehmen scheinen. Ich bin dem Abg. v. Kries dankbar für die Worte der Anerkennung für den Etat der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse. Wenn der Abg. Stull fragt, ob die Preußenkasse sich allmählich zu einem Reichsinstitut ausgestalten will, so kann ich ihn beruhigen: die L11““ soll nach der Meinung der Regierung Preußenkasse

leiben. Das Direktorium der Preußenkasse ist auch nicht seinerseits an die außerpreußischen Verbandskassen herangetreten, sondern es ist umgekehrt gewesen, und der Finanzminister hat, in allen diesen Fällen der befreundeten Regierung des betreffenden Staats mitgeteilt, wenn eine Verbandskasse das Ersuchen hierher

erichtet hatte, der Preußenkasse angeschlossen zu werden.

s scheidet also alles aus, was etwa das Bedenken erwecken könnte, als wenn das preußische Institut sich über den Rahmen des preußi⸗ chen Staates hinaus ausdehnen wollte. Die befreundeten Regierungen

aben immer darauf geantwortet, daß sie es nur mit Freude begrüßen

unten, wenn das Dtrektorium der Preußenkasse bereit sei, den nun⸗ mehr angeschlossenen außerpreußischen Kassen den Verkehr auf dem Geldmarkt zu vermitteln. Um etwas anderes handelt es sich nicht. Bezüglich des Verhältnisses der Preußenkasse zu der Zentraldarlehns⸗ kasse bitte ich Sie dringend, nicht von einem Kampf zu sprechen, namentlich was den Finanzminister selbst betrifft, der als Aufsichtsinstanz über der preuhentafe steht. Für ihn handelt es sich lediglich darum, daß er selbstverständlich die Entwicklung eines Zentralinstituts für 5000 Genossen⸗ schaften mit etwa ½ Million von Genossen, und zwar lauter Existenzen, auf die wir als die wertvollsten in volkswirtschaftlicher Beziehung den größten Wert legen, genau verfolt und sieht, welche Richtung das Geschäftsgebaren einer solchen Zentralkasse für das Genossen⸗ schaftswesen nehmen kann. Wir können nicht damit einverstanden sein, daß ein solches Zentralinstitut mit einer privatkapitalistischen Großbank sich einläßt, denn das halten wir im Interesse, eines gesunden Geldverkehrs nicht für richtig. Ferner halten wir die Organisation der Zentraldarlehnskasse, die ein unbedingt zentralistisches Institut ist, nicht für heilsam. Die größten Kenner auf diesem Gebiete sagen, daß wir schon in der Provinz einen, wie der Reichs⸗ bankpräsident Havenstein sich ausdrückte, Puffer, einen Aus⸗ gleich brauchen. Die Dinge entwickeln sich ja so, wie die Leitung der Zentraldarlehnskasse es für richtig hält, es ist nicht Aufgabe der Zentralinstanz, darin einzugreifen. Wenn nun die Regierung jetzt in Ostpreußen geprüft hat, ob die an die Zentraldarlehnskasse angeschlossenen Genossenschaften die Gewähr bieten, um als Bürgen für das Besitzfestigungsverfahren anerkannt zu werden, so hat das seinen Grund darin, daß wir für dieses Ver⸗ fahren einen Bürgschaftsträger brauchen. Die Bedenken des Abg. Crüger gegen eine solche Bürgschaft bei der Besitzfestigung erschienen uns auch durchaus beachtlich, und wenn die Möglichkeit bestände, einen anderen Bürgschaftsträger zu finden, so hätten wir ihn gern genommen. Wir brauchen jedenfalls bei dem Besitzfestigungsverfahren für die zweiten Hypotheken, die sehr hoch bemessen werden müssen, wenn der Besitzer wirklich entlastet werden soll, einen Bürgen. Und dafür gibt es schließlich keinen besseren, als die örtliche

9 8 8

Genossenschaft, die den Besitzer in seiner ganzen wirtschaft⸗ lichen Entwicklung genau kennt. Die Gefehran bei 688 Belastung der Genossenschaften mit der Bürgschaft haben wir durch wirksame Rücklagefonds vermindert oder ganz ausgeschaltet. Es wird von vornherein die erste Jahreszahlung 3 ½ proz. Rentenkapitals in den Rücklagefonds gelegt. Dieser Rücklagefonds ist schon auf 2 ½ Millionen angewachsen. Die Mittelstandskasse in Posen dient schon seit 8 Jahren als Bürge für dieses Verfahren, und es ist nicht ein Fall des Verlustes eingetreten. Uebrigens ist die Revision in Ostpreußen nicht von dem Finanzminister eingeleitet worden, sondern der Oberpräsident von Ostpreußen hat sie selbst beantragt, und der zuständige Minister, der Handelsminister, hat sie angeordnet. Die Revision wird selbstverständlich für das Haus und die Regierung sehr schätzenswertes Material bieten. Die Raiffeisenschen Organisationen werden selbst ein dringendes Interesse daran haben, daß diese Revision gründlich vorgenommen wird. (Ruf rechts: Nur in Ostpreußen!) Sie ist vorläufig nur von dem Oberpräsidenten für Ostpreußen beantragt. Daß die Liquidität im Genossenschaftswesen im allgemeinen den Anforderungen nicht entspricht, ist bekannt, und ich verweise auf das völlig objektive amtliche Material. Darum wollen wir aber die Raiffeisenschen Organisationen nicht be⸗ kämpfen, sondern wir wollen nur im Interesse des Genossenschaftswesens die Liquidität fördern. Der Leiter der Zentraldarlehnskasse hat in der Kommission erklärt, daß es dort nicht so auf die Liquidität, wie auf das Vertrauen ankomme. Die Abgeordneten in der Kommission werden mir bestätigen, daß der Abg. Dietrich das Wort gesprochen hat. Es kommt sehr wohl auf die Liquidität an, das Vertrauen ist eine herrliche Sache, aber wenn es ernst wird, kommt es darauf allein nicht an. Wir würden nicht pflicht⸗ gemäß handeln, wenn wir nicht auf Verbesserung der Liquidität hinwirken würden. Gerade die Mitglieder der ländlichen Genossen⸗ schaften sind es ja, die, wenn es einmal ernst wird, Peitsche und Zügel fortlegen und den Säbel umschnallen müssen, und sie brauchen dann Geld Wenn dann die Kassen nicht dazu in der Lage wären, so wäre das ein sehr bedauerliches Moment. Es handelt sich also nicht um einen Kampf zwischen der Preußenkasse und der Zentraldarlehnskasse, sondern darum, ob die Regierung das ihrige dazu tun will, daß in einem gewichtigen Teil unseres Genossenschaftswesens nach der gekennzeichneten Richtung eine Besserung angestrebt wird. Abg. Dr. Wagner⸗Breslau (freikons.): Als absoluter Laie

in Genossenschaftsdingen würde ich nicht wagen, das Wort zu

nehmen, wenn ich nicht aus schlesischen Interessentenkreisen dringend ersucht wäre, ein moderiertes Loblied auf der Friedensschalmei für die Preußenkasse anzustimmen. In meinem Fall hat sich das Direktorium der Preußenkasse genau innerhalb der Grenzen ge⸗ halten, die der Abg. Crüger als angemessen bezeichnet hat, daß nämlich die Preußenkasse überall da eingreifen solle, wo ihre Hilf von Genossenschaften verlangt wird, wo sie tatsächlich ilfe bringen kann, wo die Genossenschaften aus eigenen Mitteln nicht das leisten können, was ihr Wunsch ist. Im Jahre 1911 mußte die schlesische Zentralbank, die durch Untreue eines Vorstands⸗ mitgliedes stark geschädigt war, in Liquidation treten. Von den zu ihr gehörigen Genossenschaften wurde gewünscht, mit der Preußenkasse in Verbindung zu bleiben, und das ist auch gelungen. Vor allem ist es ge⸗ lungen, die Liquidation vollkommen ruhig, mit absoluter Schonung aller Interessenten, durchzuführen, und die Preußenkasse hat von sich aus darauf hingewirkt, daß eine neue Organisation geschaffen wurde, in die mit sehr mäßigen Haftsummen die Genossenschaften eintreten konnten; durch diese schätzenswerte Mitwirkung der Preußenkasse ist eine neue Organisation unter dem Namen der Schlesischen Zentral⸗ kasse zustande gekommen. Sie hat es auch vermocht, eine andere Vereinigung von Genossenschafften, die aus anderen Ursachen sich auflösen wollte, zu sich heranzuziehen. An deren Spitze stand die Innungsbank, und sie ist ebenfalls dieser neuen Zentral⸗ kasse beigetreten, das hat sich auf ganz Schlesien ausgedehnt. Die Oberschlesische Genossenschaftsbank Beuthen, die im vorigen Herbst in schwierige Situation geriet, ist ebenfalls in Liquidation getreten und hat den Anschluß an die schlesische Zentralkasse gefunden. In allen diesen Fällen hat die Preußenkasse in dankenswerter Weise ihre Aufgabe erfüllt; sie ist helfend eingetreten, und mit ihrer Mit⸗ wirkung sind leistungsfähige Organisationen geschaffen, die den Vorzug haben, daß die Haftsummen sehr mäßig sind, und daß das Miß⸗ verhältnis, das hier mit Recht von dem Vorredner gerügt ist, nicht eintreten wird. Dieser Fall beweist wohl, daß die Preußenkasse segensreich wirkt, und daß in diesem Fall Angriffe gegen sie nicht zu erheben sind.

Präsident der Zentralgenossenschastskasse Dr. Heiligenstadt: Was die Wechselgeschäfte der Preußenkasse mit den deutschen Ge⸗ nossenschaften betrifft, so genügt es nicht, daß die Preußenkasse hin und wieder am Wechselmarkt Wechsel kauft, sondern es ist im Interesse aller geordneten Dispositionen angebracht, daß sie ein ständiges Wechselportefeuille hat. Daß der Ausschuß der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse willkürlich und nicht unparteiisch ist, muß ich auf das entschiedenste bestreiten. Der Ausschuß beruht auf Gesetz und Allerhöchster Verordnung, und die Zusammensetzung wird in der denkbar unparteiischsten Weißs⸗ und mit denkbar größter Rücksicht auf die mit der Preußen⸗ kasse in Geschäftsverbindung stehenden Verbandskassen vor⸗ genommen. Es wird eine sehr genaue Aufstellung gemacht, wie viele Verbandskassen der verschiedenen Organisationen beteiligt sind, und wie sie sich örtlich auf die Provinzen verteilen. Die verschiedenen Organisationen, wie die verschiedenen Landes⸗ teile sind in dem Ausschuß vertreten; gerade die Beteiligung der ver⸗ schiedenen Landesteile ist wichtig, weil die landwirtschaftlichen Verhältnisse in den verschiedenen Gegenden grundverschieden sind. Außerdem sind in dem Ausschuß Herren, die mehr theoretisch⸗ wissenschaftlich sich mit dem Genossenschaftswesen beschäftigen. Allerdings hat jährlich nur eine Auesschußsitzung statt⸗

gefunden, öfter

ich bin

zusammenzuberufen

und

sehr

alle

gern Fragen

bereit,

den mit

Ausschuß ihm zu

verhandeln, wenn sich Herren sinden, die ein Referat übernehmen. Dann hat der Abg. Stull erwähnt, daß den Handwerkern nicht ge⸗ nügend Kredit gewährt und den bedrängten Genossenschaften nicht

genügend zu Hilfe gekommen würde. 2 mich beziehen auf die Ausführungen des Abg. Crüger.

Das ist unrichtig.

Ich könnte Natürlich können

wir nur solchen Kassen Kredit geben, die eine genügende Unterlage in

Gestalt von mündelsicheren Wertpapieren haben.

Bei dem Fall, den

der Abg. Crüger vorgetragen hat, handelt es sich um ein Papier,

das erheblich uͤber das Maß der Mündelsicherheit hinausgeht. außerordentlicher Vorsicht

der jetzigen Situation muß man mit

vorgehen.

Hypothek als Deckung vorhanden ist.

Bei

Wir können nicht Kredit gewähren, wo nur eine erste Eine erste Hypothek, hinter

der keine andere steht, bringt jede Genossenschaft in Verlegenheit.

Aber wo irgendetwas zu retten war, uns selbst vielfach

segriffen )

eitsgrundsätze auf eine Rede Bezug genommen,

habe.

unserer

vorgekommene sind.

worden nicht in

Verbandskassen

und haben hinweggesetzt.

Beamten Kündigungen reußische das einzuführen.

betrifft,

Die Lage,

Der Abg. Oertel hat

zum

In

haben wir bereitwillig ein⸗ über gewisse

Was die Kündigung ich, daß die vereinzelt

Teil

auf

die

zurückgenommen ist in den

summe müssen wir verlangen, daß ein richtiges Verhältnis zwischen dem eigenen Vermögen und der Haftsumme besteht.

bank durchkreuzt. jetzige Präsident haben mir gerade das Gegenteil mitgeteilt. der Reichsgenossenschaftsbank hat die Preußenkasse nichts zu tun. Den Beweis für die Bevormundung der Genossenschaften durch die Zentral⸗

n 1 Dann hat der Abg. Crüger erklärt, daß die Preußenkasse die Bankpolitik der Reichs⸗ Der frühere Reichsbankpräsident Koch wie Ner Mit

genossenschaftskasse ist der Abg. Crüger bis jetzt schuldig geblieben.

„Abg. Dr. Liebknecht (Soz): Die Gewährung von Staats⸗ hilfe für die Genossenschaften ist ja eine alte Forderung der Sozial⸗ Allerdings wird die Staatshilfe von einem anderen sie nach dem Verlangen der rechnen deshalb

demokratie.

Gesichtspunkt Sozialdemokratie auch nicht mehr auf irgendwelche staatliche Unterstützung. Charakter der Preußenkasse zeigt sich am deutlichsten darin, daß mit dieser Kasse eine große Zahl von ländlichen und gewerblichen, aber nicht eine einzige Arbeitergenossenschaft in Verbindung stehen.

aus gewährt, gewährt werden

als

sollte.

Wir

Umfang der landwirtschaftlichen Genossenschaften hat einen erfreu⸗ lichen Grad angenommen.

schaften

auf

die fördern,

gegründet begrüßen das, und wir sind überzeugt, daß die Genossenschaften auf de Interesse der Es wäre aber erwünscht, daß uns eine ausführliche Denkschrift vor⸗ gelegt würde, aus der sich ergeben könnte, welche Großbetriebe an den Genossenschaften beteiligt sind. An dem Konflikt zwischen der Reichs⸗ genossenschaftsbank und der Preußenkasse ist die Neuwieder Organisation mit schuld. Die Art des Verhaltens der Preußenkasse zu der Reichs⸗ genossenschaftsbank ist sehr elgentümlich. Es hat sich um nichts anderes gehandelt, als um einen Konkurrenzkampf. und Förderung als eine allgemeine Staatsaufgabe anerkannt worden ist, ist ein volkswirtschaftlich interessanter Vorgang. Bedauerlich ist Konsumgenossenschaften; man

dem Lande

Zurücksetzung der schikaniert

viel

werden,

gutes im

und verfolgt

mehren

sie

immer

Daß die Kreditgewährung

mit

Bevörkerung

Auch die Zwecke, zu denen die Genossen⸗ mehr.

anstatt 8. zu allen Mitteln.

Dringend erwünscht scheint mir eine Statistik über das Genossen⸗

schaftswesen und die

soziale Zusammensetzung der Konsumvereine,

Aus diesem Material würde man schließen können, daß die Ge⸗ nossenschaften einen solchen Charakter haben, daß ein Zusammen⸗ gehen mit den Konsumvereinen unmöglich sei. Die Preußenkasse

kommt schon aus allgemeinen polttischen Gesicht punkten für dee Konsumgenossenschaften nicht wesentlich in Betracht. Wir freuen uns über das Wohlwollen, das von allen Seiten des Hauses den Ge⸗ entgegengebracht wird, aber wir wünschen, auf die Fesamgen geeten und er

nossenschaften Wohlwollen auch organisationen übertragen zu sehen. gelegt, wie die Genossenschaften auch ein gutes Mittel darstellen, um staatstreue Elemente heranzubilden und den Staat im Kampfe gegen die unzufriedenen Elemente zu stärken. kapitalistische landwirtschaftlichen

schließlich

Sozialismus gedeihen wir

betrachten Interesse.

innerlich organisch umgestaltet und damit di die schließlich Ihre politische Herrschaft umstürzen müssen. 1 Wir erkennen an, daß die Preußische

Abg. Brors (Zentr.): b Das kann un

Wirtschaft

der

diese

am Konsumgenossenschaften landwirtschaftliche kann. Entwicklung

Ende

Von

ist.

diesem

Abg. Oertel

Die hat

mit

Zentralgenossenschaftskasse vorzüglich geleitet wird.

narürlich nicht hindern, eine Reihe von Wünschen vorzutragen, deren 1 8 Besonders möchten wir anregen, daß die Zentralgenossenschaftskasse ihre verfügbaren Mittel nicht nur in Ultimospekulationen anlegt, sondern auch in erststelligen Hypotheken.

Berücksichtigung

wir

dringend

Darauf vertagt sich das Haus.

Schluß 4 ¾ Uhr. Zentralgenossenschaftskasse;

(Etat

der Wesergesetz.)

erbitten.

Das beweist, daß die privat⸗ Entwicklung der

gezeigt, Kapitalismus Gesichtspunkt 3 außerordentlichem 1 So sehr auch die landwirtschaftlichen Genossenschaften gewissermaßen als Kampfmittel gegen die Ausbreitung der Sozial⸗ demokratie von Ihnen gefördert werden, so beschützen wir trotzdem gorn diese Gebilde, weil wir wissen, daß die Bedeutung des Genossen⸗ chaftswesens darin heruht, daß sie die heutige Gesellschaftsordnung ejenigen Organe erzeugt,

nur

Nächste Sitzung Sonnabend, 12 Uhr. Ausgrabungsgesetz;

Sicher⸗ wiederum die ich über Neuwied gehalten Ich bitte den Abg. Oertel, diese Rede genau durchzulesen. Ich habe wörtlich gesagt, daß man in Neuwied mit gutem Herzen und gutem Willen die Geschäfte macht. so bemerke großen Zentralgenossenschaftskasse 111“ bezug

Der Der

Wir

tun.

dieses Arbeiter⸗ hat dar⸗

daß am aus

Statistik und Volkswirtschaft,

Ein⸗ und Ausfuhr einiger wichtiger Waren im Spezialhandel in der Zeit vom 21. bis 28. Februar 1913 und im Monat d6 letzten Jahre. g.

Einfuhr

Warengattung

Monat Februar

Monat Februar

1913

21.— 28. 1913

1913

. 107 359 39 359.

15 840

44 970

98 857

40 388

3 040 266 2 584 235 1 687 968 246 474

290 353

Baumwolle. Flachs, gebrochen, geschwungen usw.. Hanf, roh, gebrochen, geschwungen us Jute und Jutewerg . . .. Merinowolle im Schweiße .. Kreuzzuchtwolle im Schweiße Eisenerze 1 Steitkblet6 ve t Eruch 1. rdöl, gereinigt (Leuchtöl) . B Chilefalpeter Rh“ Rohluppen, Rohschienen, Rohblöcke Träger, eiserette 8 Eisenbahn⸗, Straßenbahnschienen. . Eisenbahnschwellen aus Eisen.. . 1, e1161411664“] 44 625 Feingold, legiertes Gold, Barren aus Bruchgold 5,65 Deutsche Goldmünzen . . . .... 5,10 Fremde Goldmünzen. 6““ 1 0,36 ¹) einschließlich der Eisenbahnlaschen Berlin, den 7. März 1913.

. 2

und

8

1

467 497 101 142 40 137 167 347 194 353 96 931

10 103 328 8 052 952 5 647 073 913 056 797 422 67 023

8 995 910

299

161 349 24,34 8,21

646 503 112 359 26 865 153 386 196 196 69 672

8 010 280 6 420 866 5 709 907 874 175

1 202 163 44 433

5 164

1 259

3 848

152 227 30,36 3,46

1,05

sches Amt.

11 641 8 918

2 796 970 999 230 835 808

10 429 062

23 587

1 082 2,50 16,47 0,69

Delbrück.

43 956 38 281

7 589

2 385

3 471

2 216

1 949 415

32 583 254

67 541 1 392 37 979 759 790 618 867 396 169 414 938

37 772

21 161

9 045

993

1 526

1 289

2 078 144 27 216 126 54 068 367

27 143 880 235 612 149 291 718 385 435 133 694

6 429

3,57 37,65 6,11

Dritte Beilag

anzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeigen

Marktverkehr mit Vieh ¹) auf den

40 bedeutendsten Schlachtviehmärkten Deutschlands im Monat Februar 1913.

Rinder (einschl. Jungrinder)

Kälber

Schafe

Schweine

Lebend

ausgeführt nach einem der Markt⸗ orte der öe

dem Schlacht⸗ hof im Orte der Spalte 1 zugeführt

Marktorte

nach ande⸗

ren Orten

Lebend

Lebend

Dem Schlacht⸗ viehmarkt (Sp. 1) geschlachtet

zu⸗ geführt ²)

Dem Schlacht⸗

viehmarkt

ausgeführt nach einem der Markt⸗ orte der iüea

nach einem einge⸗ der führt Markt⸗ orte der e

82 2 (Sp. 1) Bof im geschlachtet

er zu⸗ Spalte 1 geführt)

zugeführt

nach

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ausgeführt

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dem Schlacht⸗ hof im Orte der

Spalte 1

zugeführt

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Lebend

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ausgeführt

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dem

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111“

.**

17.

E

20.

Aachen.. Augsburg Barmen.. Berlik... Bremen.. Breslau . . Bromberg. eee“ Chemnitz.. Coblenz.. 116ö6X“ Crefeld.. I.ö. Dortmund.. Dresden. Düsseldorf .. Elberfeld... 1““ Feänthert a. M. 5 340 amburg.. . 7 635 Hannover... 1 233 Husum ... Karlsruhe. Königsberg i. Leipzig.. I“ Magdeburg. Ma.. Mannheim . Mülhausen i. E München. Nürnberg.. Plauen i. V. Straßburg i. Stuttgart. Wiesbaden 872 Würzburg. 1 623 Zwickau.. 2 90

333 622 707 8 110 1 205 2 128

541 1 392 337 967 430 488 238 2 481 1 750 1 042 1 269 2 661 5 693

975

617 252 790 100 71⁰ 3 18 572 3 374 6 829 1 630 447 5 130 2 256

582 2 035

794 4 074 1 101

540 3 280 1 3 089 1 758 2 528 2 791

36 607 457

1 681

691 1 096 1 287 2 695 1 465 902 624 266 254 335 1 815 669

732 2 229

609

288

316

729 1 250 2 190 2 759 3 846 1 465 1 427 3 299 1

415

354 5 899 3 260

700 1 349

2 377

1 245 1 574 614 13 170 992

4 976 28 500

2 635 892

3 250 584

1 356 6 181 1 684 1 317 2 054 5 963 4 157 864 933 582

1 274 4 766 60

1 434 954 2 196 870 590 9 878 2 037 658

1 818 3 689 1 921 763 446

1 066 1 562 604 10 463 976 4 555 28 499 2 392 804 2 756

551 954 5 717 1 671 958 969 4 794 3 386 735 912

554 250

12 10 1 357

2 836

19

56 685 63 700 62 509 58 608 60 054

8s19 9 E. —92

Summe e 1913.98945 Dagegen im Januar 107225 8 Dezbr. 1912 105269 Novpbr. 107097 Februar 99059

Aachen..

Augsburg

Barmen

Berlin.

Bremen 34 emni 145

Cöln 13

Dortmund

Dresden.

Düsseldorf

Elberfeld.

Essen.

Hamburg

Festetshet

arlsruhe.

II

Königsberg

Leipzig..

Lüäbeck..

Mainz..

Mannheim

Me

Mülhausen

künchen.

ürnberg. 8

Straßburg .

Stuttgart. 6

Wiesbahen ...... .

118

401 144

991 146

7 014 9 174 9 042

88 905 96 464 96 069 10 474 81 817

6 0781104397

14 225 16 329 17 870 76 212 15 137 92 083 92 303 14 094] 81 028

Davon aus dem Auslande (auch aus Seequarantäneanstalten):

11I“

1 525

189 103

12 518 13 095 10 839

Summe Februar 1913. Dagegen im Januar 1913 1 8 Dezbr. 1912 Novbr. 13 284

Februar 6 120

¹) Außer Schlachtvieh gegebenenfalls auch Nutzvieh. Berlin, den 8. März 1913.

¹) Halbe und viertel Tiere sind, in ganze Tiere umgerechnet,

5 824 8 061 7 993 8 145 4 824

236 232 421 1 688 390

022

3 612 3 285 1 897 2 629

Kaiserliches Statistisches Amt. Delbrück.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.

Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten. (Nach den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“, Nr. 10 vom 5. März 1913.)

Pest.

Aegypten. Vom 8. bis 14. Februar 1 Erkrankung und 1 Todes⸗ ¹ in Fayum, 1 Erkrankung in Port Said; ferner vom 15. bis 21. Februar 10 Erkrankungen (und 8 Todesfälle), davon 9 (1) in Fayum, 1 sc in Zagazig, (5) in Manfalut und (1) in Beba. b Britisch Ostindien. In den beiden Wochen vom 19. Januar s 1. Februar erkrankten 3940 + 4364 und starben 3227 + 3578 ersonen an der Pest. Von den 6805 Todesfällen kamen 3537 auf

329

11

392

37 88 630

1 295 547

2 158 71

1 072

579 6 2 741

76 130 1 300 7146 1 095

174 43 787 2 814 60 993 322 400 213 910 603 976 6 323 314 40

550

1

1 958 3 804 3 694 08420 9 443 13 068 1 595 1 810

12 490

963

24 293

4 664 9 819

17 382

9 602 6 097

14 665

16 546

59 708

8262 2 928 1261 7990

18 488

1 542

12 515

4 414

10 901

1 537

3 659

21 825* 13 024

2 700 3 094 7 776 3 931 2 266 4 401

85

164 4 987

110 2

67 986 70 680 64 485 75 055 71 870

1 203[455535

1 421 1 181

474638 459033

1 987][461314

437˙5

55285

186 108 53³2

16 138 455

1 600 1 531 16

5 203 27

10 188

842 4 937 4 407

1 249

3 275 10 018 6 280 14 875 1 460 1 091 607 748 10

4 508 1 476 4 245 435

1 311 884

1 505 118 325 690 826 21

2 393

1 621 3 621 3 162 91 312 8 826 11 513 64

1 794 7 265 936 10 581

3 822 4 882 12 986 8 353 2 737 4 621 10 102 39 846 6 795

1 637 3 652 7 242 16 786 1 395 7 885 3 130 4 801 1 102 2 315 20 693 11 746 2 616 2 769 7 139 3 086 2 244 1 788

336 865 353 675 347 786 341 781 420 348

8

16 372 24 937 25 163 23 023 7 204

die vereinigten Provinzen, 989 auf Bihar und Orissa, 763 auf die Präsidentschaft Bombay (dabvon 26 auf die Stadt 1ia 8 306 auf die Präsidentschaft Madras, 284 auf den Staat Mysore, 272 auf das Punjabgebiet, 207 auf Burma (davon auf die Städte Rangan und Moulmein 55 und 2), 189 auf den Stgat Hyderabad, 188 auf Rajputana und Ajmer Merwara, 42 auf die Zentralprovinzen, 17 auf Bengalen (davon 16 auf Kalkutta), 8 auf den Landbezirk Delhi und 3 auf Zentralindien.

iederländisch Indien. Vom 29. Januar bis 11. Februar wurden auf Java gemeldet: Aus dem Bezirke Malang 188 Er⸗ krankungen (und 183 Todesfälle), aus Paree 42 (32), aus Kedtri 34 (31), ferner aus Madiven 16 Todessaͤlle, aus Soerabaja deren 8 und aus Toeloengagoeng 1. Für die Zeit pom 15. bis 28. Januar

sind hse üe aus Paree noch 15 Erkrankungen und 11 Todesfälle

sowie aus

8

verabaja 1 Todesfall mitgeteilt worden.

C 2 Todesfälle. Peru. Arequipa) 4 Libertad) 25 und 26, in und Piura je 2. Vcuador.

Mauritius. und 64 Todesfälle.

Brastlien. 3 Todesfälle, in Rio de Janei 1 Erkrankung und 1 Todesfall. In Jquique am 8. Januar

hile.

Hawaii. Todesfal

Erkrankungen,

In Kukui

86

haele

In Pernambuco vom

8

Vom 6. Dezember bis 2. Januar 97 Erkrankungen

1. bis 16. Dezember v. J.

1 Erkrankung, in Milagro 8 Erkrankungen und 1 am 11. Januar

2 39

ro vom 29. Dezember bis 4. Januar

Erkrankungen und

Vom 2. bis 22. Dezember v. J. in Mollendo in San Pedro und Trujillo den Bezirken Ica 6, Lambayeque 7, Lima

Im Dezember v. J. in Duran

Ben

und Guayaquil je

Todesfall. 1 Erkrankung und