1913 / 211 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 06 Sep 1913 18:00:01 GMT) scan diff

8 8 8 1 88 Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrun .“ 88 maßregeln.

Rußland. 8

Die russische Kommission zur Bekämpfung der Pestgefahr hat

den Bezirk Broka und die Gegend ornaja Tuzla in

Bosnien sowie die Städte Solun in Griechenland und Smyrna in der Türkei für choleraverseucht erklärt.

Italien.

Die italienische Regierung hat durch seesanitätspolizeiliche Ver⸗ ordnung vom 1. d. M. die Herkünfte von Galatz (Rumänien) den Quarantänemaßregeln gegen Cholera unterworfe 8

11““

Theater und Musik.

Kammerspiele.

Gestern abend traten Frank und Tilly Wedekind als Gäste in den Kammerspielen auf. Das Erscheinen des Künstler⸗ paares ist fast regelmäßig mit der Aufführung einer neuen problema⸗ tischen Bühnendichtung Frank Wedekinds verbunden; diesmal wurde uns „Franziska', ein modernes Mysterium in fünf Aufzügen, beschert. Anderwärts, wo das Stück schon über die Bühne gegangen ist, hat man sich weidlich den Kopf zerbrochen, um diesem modernen Mysterium auf den Grund zu kommen, freilich mit geringem Erfolge. Auch hier in Berlin scheint den Zuschauern dieses Mysterium ein Geheimnis geblieben zu sein. Die innerliche Bedeutung des Mann⸗ weibes Franziska, welches das Liebesleben beider Geschlechter durchkostet, den Becher sinnlicher Begier bis zur Hefe leert, um sich endlich zur züchtigen Hausfrau zu verklären, ist nicht zu ergründen. Wollte der Dichter vielleicht einen weiblichen Don Juan oder Faust schildern, bei dem sein geheimnisvoller Veit Kunz die Rolle des Mephistopheles spielt? elungen ist ihm dies Rätselspiel sicher nicht, da sein Ge⸗ staltungsvermögen gänzlich versagte. Der Zuschauer sieht nur eine Reihe unersprießlicher Szenen und abstoßender Vorgänge; er sieht wüsten Realismus mit hochgespannten Ideen und hochtönenden Worten vermengt; Wirkliches und Unwirkliches wirbeln in tollem Reigen vorüber. Daß Wedekind trotzdem ein Mann von Geist und Phantasie ist, bezeugen auch hier manche Wendungen der Handlung und des Dialogs; ihr vereinzeltes Aufleuchten ver⸗ mochte jedoch den qualvollen Gesamteindruck dieses wirren und innerlich zusammenhanglosen Stückes nicht zu beeinflussen. Die mäßige Darstellung konnte das sinkende Interesse auch nicht beleben. Den teuflischen Gesellen Veit Kunz, der den schrankenlosen Lüsten Franziskas die Wege ebnet, spielte der Dichter selbst mit heißem Be⸗ mühen, aber mit geringer künstlerischer Ausdrucksfähigkeit. Tilly Wede⸗ kind wußte mit dem Ueberweibe Franziska nichts anzufangen; erst wenn sie normalen Gefühlen Ausdruck zu Feren hatte, fand sie überzeugende Töne. Von den Mitgliedern des Deutschen Theaters sind Cornelie Gebühr und Paul Biensfeldt hervorzuheben. Die Zuschauer ver⸗ harrten in kühler Zurückhaltung; einzelne zaghafte Versuche, Beifall zu spenden, wurden ruhig, aber nachdrücklich zurückgewiesen.

Im Königlichen Opernhause geht morgen, Sonntag, „Der Freischgg. in Szene. Frau Dux, Fräulein Engell, die Herren Kirch⸗ off, Schwegler, Knüpfer, Bronsgeest, Krasa und Schultz sind Träger der Hauptrollen. Dirigent ist der Generalmusikdirektor Blech. Am Montag wird „Lohengrin“ mit Herrn Berger in der Titelrolle ge⸗ geben. Die Elsa singt Frau Denera, die Ortrud: Frau Arndt⸗Ober, den Telramund: Herr Bischoff, den Heerrufer: Herr Bachmann, den König: Herr Eckard vom Königlichen Theater in Wiesbaden als Gast. Dirigent ist der Kapellmeister Laugs. (Anfang 7 Uhr.) Der Spielplan der Königlichen Oper kündet für die nächste Woche eine Neueinstudierung von Aubers „Fra Diavolo“ an. Herr Jad⸗ lowker singt zum ersten Male die Titelrolle. Fräulein Engell (Zerline), Fräulein Vilmar (Pamela), err Schultz (Lord), Herr Phtflipp (Lorenzo), Herr Krasa (Matteo) sind Vertreter der übrigen Rollen; das klassische Banditenpaar Giacomo⸗Beppo ist mit den Herren Knüpfer und Henke besetzt. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister Laugs, die Regie führt Herr Droescher. Am Sonnabend, den 13. September, findet das Wiederauftreten von Fräulein Hempel als Mimi in Puccinis „Bohdème“ statt. Frau Leffler⸗Burckard, das neuverpflichtete Mitglied der Königlichen Oper, singt als erste Rolle die Isolde in der für die zweite Hälfte des Monats geplanten Neueinstudierung von „Tristan und Isolde“. Ihr Partner wird Herr Berger sein, der den Tristan zum ersten Male singt.

Im Königlichen Schauspielhause werden morgen „Die Quitzows“ von Ernst von Wildenbruch in der bekannten Besetzung wiederholt. Die Regie führt der Oberregisseur Patry. Am Montag findet eine Wiederholung von „Artadne auf Naxos“ unter der musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors Blech statt. Die Ariadne singt Frau Hafgren⸗Waag, die Zerbinetta: Fräulein Alfer⸗ mann, den Bacchus: Herr Sommer. In den übrigen Hauptrollen sind die Damen Andrejewa, Engell, Leisner, die Herren Wiedemar Funck und Krasa beschäftigt.

98⸗

8.

Berlin, 6. September 1913.

Ein schöner, empfehlenswerter Beruf für gebildete, gemütvoll ver⸗ anlagte junge Mädchen ist der einer evangelischen Kleinkinder⸗ lehrerin, deren Aufgabe die Pflege und Erziehung der Kinder vom 3. Lebensjahte an ist. Ihr Wirkungskreis ist innerhalb der christlichen Gemeinde die Kleinkinderschule, der Kinderhort sowie auch die Strick⸗ und Nähschule und die Erziehungstätigkeit in der Familie. Das seit 30 Jahren bestehende Oberlinseminar, (Berlin C,, Oberwallstraße 21), eine Zweiganstalt des Diakonissenmutter⸗ hauses, Oberlinhaus in Nowawes, gibt hierzu eine nach gallen Seiten hin gründliche Vorbereitung. Bedingungen zur Auf⸗ nahme sind gute Schulbildung und das vollendete 16. Lebensjahr. Der eie jährige Unterricht beginnt Mittwoch, den 8 Oktober. Näheres ist durch die Diakonisse M. Seeling, Berlin C., Oberwallstraße 21, (Sprechstunde Vormittags 8—12 Uhr, außer Donnerstag) und bei dem Küster Voßmeier ebendaselbst täglich zu erfahren.

Die rege Beteiligung und der schöne Erfolg des ersten Spiel⸗ festes für die Berliner Knabengemeindeschulen im vorigen Jahre haben die Turnvereinigung Berliner Lehrer veranlaßt, auch in diesem Jahre ein solches Fest zu veranstalten. Es findet heute, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr, auf dem großen Spielplatze an der Erfrischungshalle im Treptower Park und auf den daneben liegenden Plätzen 6 und 7, unweit der Treptower Chaussee, statt. Neben zwanglosen Spielvorführungen ist ein Wettkampf geplant, der aus Barlauf, Schlagball und Eilbotenlauf besteht. Für diesen Drei⸗ kampf hat der Magistrat der Stadt Berlin einen wertvollen Wanderpreis, einen Lorbeerkranz aus Bronze, gestiftet, den die Schule erhält, die die meisten Punkte im Dreikampfe erringt. Einige Freiübungen sollen das Spielfest wirkungsvoll einleiten.

Vom Völkerschlachtdenkmal. Der Besuch des deutschen Ruhmesmales der Befreiungszeit war während der Reisezeit der letzten Monate sehr erheblich. Es stellt sich die Zahl der Besucher, die das Denkmal auch im Innern (Krypta und Ruhmeshalle) besichtigten, im Juli auf 128 730 (Turnfest), im August auf 91 895 und in der Zeit vom 1. Januar d. J. bis zum 31. August auf insgesamt 365 904 Personen. An Anmeldungen zur Einweihungsfeier am 18. Oktober sind in den letzten Tagen gegen 2000 erfolgt. Damit hat sich die Zahl der bisher angemeldeten Festteilnehmer von 10 000 auf 12 000 erhöht. Die Stätte des Festplatzes bietet für 20 000 Teilnehmer reichlich Platz. Tribünenplätze sind 2800 vorhanden, von denen 1500 bereits vergeben sind. Anmeldungen nehmen der Deutsche Patrioten⸗ bund, Leipzig, Blücherstraße 11, und alle Geschäftsstellen von Haasen⸗ stein u. Vogler, A⸗G., entgegen.

Luxussärge bei den Chinesen. Die Chinesen legen den rößten Wert darauf, nicht nur ordentlich, sondern auch mit gewissem uxus begraben zu werden. Zu der Ordnung gehört in erster Linie

die Bestattung in der Heimat selbst, und deshalb geht z. B. von Zeit zu Zeit aus San Francisco ein Schiff ab, um die Leichen der in den letzten Wochen verstorbenen Chinesen nach der heimischen Erde über den ganzen Großen Ozean hinüberzuschaffen. Der Luxus er⸗ streckt sich besonders auf die Herstellung des Sarges, der nicht nur von gewaltiger Masse und Größe sein muß, sondern auch aus möglichst kostbarem Holz bestehen soll. Da nun die Chinesen in ihrem eigenen Land mit den Waldvorräten so unverständig umgegangen sind, daß sie unter großem Holzmangel leiden, so müssen sie sich auch das Holz für ihre Särge zum eehe Teil aus dem Ausland verschreiben. Die Franzosen in Tonking haben es verstanden, dies Geschäft wenigstens für Südchina in die Hand zu bekommen. In Tonking sind noch mächtige Wälder vorhanden, deren Bäume ihnen Holz geben, wie es den Wuünschen der Chinesen gerade entspricht. Es ist nämlich außerordentlich hart und setzt der Fäulnis einen fast unbegrenzten Widerstand entgegen, dazu besitzt es einen angenehmen Geruch. Diese Wälder haben aber noch eine besondere Art, der die volle Entwickung dieser Eigenschaften zuzuschreiben ist. Sie liegen nämli in einiger Tiefe unter dem Erdboden. Die Stämme sind wahrscheinlich vor ge⸗ raumer Zeit zu Fall gekommen, und dann durch den Wind oder die Mitwirkung des Wassers mit pflanzlichen Abfallstoffen oder mit Sand verdeckt worden. Eine eigene Arbeiterkolonne ist darauf eingeübt worden, nach diesen vergrabenen Bäumen zu suchen Sie untersuchen zu diesem Zweck den Boden an den verdächtigen Stellen mit einer langen Eisenstange, die in die lockere Erde leicht eindringt. Stößt die Stange auf etwas Hartes, so wird sie schnell zurückgezogen, und der Arbeiter erkennt an dem Geruch der an der Spitze haften ge⸗ bliebenen erdigen Teile, ob der Körper, auf den er d r ist, einer der gesuchten fossilen Baumstämme ist. Die Beute wird dann mit der Fisendahn auf die südchinesischen Märkte geschafft.

Flugplatz Johannisthal, 6. September. (W. T. B.) Der Etrich⸗Flieger Friedrich stieg gestern morgen um 5 Uhr 22 Mi⸗ nuten mit Dr. Elias als Fluggast zu einem Fernflug auf.

8L1“ 1 1“ 1 Er hat gestern Brüssel erreicht und stieg von dort wieder F. um nach Paris weiterzufliegen. Heute ist bei der Etrich⸗Sport⸗Fliegergesellschaft eine Depesche Friedrichs ein⸗ gelaufen, nach der er infolge des stürmischen und nebligen Wetters an der Bahnlinie 1I““ bei Bruydres glatt gelandet ist. Er beabsichtigt, Paris sobald wie möglich zu erreichen.

Aachen, 5. September. (W. T. B.) Die Stadtverord⸗ neten bewilligten einen Kredit bis zu 20 000 zum Ankauf von einem zehntel Gramm Mesothorium.

Mühlhausen a. d. Enz, 5. September. (W. T. B.) Zwei der von dem Lehrer Wagner verletzten Personen (vpgl. Nr. 210 d. Bl.) sind inzwischen gestorben, sodaß die Zahl der Opfer einschließlich der Frau und der Kinder Wagners nunmehr 15 beträgt. er Mörder wurde bei seiner Ueberwältigung am linken Arm so schwer verletzt, daß ihm dieser im Krankenhaus in Vaihingen a. d. Enz abgenommen werden mußte. Die Gerichtskommission hat Wagner für geistig normal er⸗ klärt. Er macht überhaupt nicht den Eindruck eines Geistez⸗

estörten. Bei allen Vernehmungsversuchen erklärte er, nichts aus⸗ agen zu wollen, und wies darauf hin, daß er alles, was mit der Tat in Zusammenhang stehe, schriftlich niedergelegt habe. Der Grund der Tat wird in mißlichen Familienverhältnissen gesucht. In zwei in⸗ zwischen eingetroffenen Briefen hat er bereits die Absicht der Schreckenstat kundgegeben; sie sei als Racheakt gegen die Einwohner⸗ schaft Mühlhausens anzuseben, er habe sich schon seit sechs Jahren mit dem Mordplan beschäftigt. 8

Haag, 6. September. (W. T. B.) In der gestrigen Schluß⸗ sitzung der Interparlamentarischen Konferenz (vgl. Nr. 210 d. Bl.) wurde eine Entschließung gefaßt, die ein Zusammenarbeiten der Interparlamentarischen Union mit jenen Vereinigungen befür⸗ wortet, die sich die Erweiterung des Internationalen Rechts und die Förderung der guten Beziehungen zwischen den einzelnen Nationen zum Ziel gesetzt haben. Die Konferenz wiederholte den Wunsch der früheren Konferenzen, daß die Regierungen ohne Verzug die dritte Friedenskonferenz vorbereiten möchten. Auf Vorschlag des Präsidenten der Union Lord Weardale werden die österreichische und die rumänische Gruppe die Bemübhungen des ausführenden Ausschusses unterstützen, um die italienische Gruppe wieder zum Eintritt in die Union zu bewegen. Sodann nahm die Konferenz eine von Roszkowski (Oesterreich) und Lahovary (Rumänien) beantragte Entschließung an, wonach die Regierungen aufgefordert werden sollen, auf die Tagesordnung der dritten Friedenskonferenz die Frage zu setzen, wie man am besten Verletzungen des Völkerrechtz, wie sie im letzten Kriege vorgekommen seien, vorbeugen könne. Die nächste Konferenz wird in Stockholm zusammentreten. An Stelle der Mitglieder d'Estournelles und Lord Weardale wurden Houzeau⸗ Delahaie (Belgien) und von Plener (Oesterreich) in den ausführenden Ausschuß gewählt. Die niederländische Gruppe gab den Mitgliedern der Interparlamentarischen Konferenz gestern abend in Scheveningen ein Festmahl, an dem 800 Personen teilnahmen. Der Vorsitzende Tydemann begrüßte die Gäste, Lord Weardale brachte einen Trinkspruch auf die Königin Wilhelmina, Tydemann einen solchen auf die übrigen Staatsoberhäupter aus.

Lille, 5. September. (W. T. B.) Heute morgen landete bei Sselin ein deutscher Ballon, der mit zwei Personen be⸗

mannt war. Die Luftschiffer sind, laut In der „Agenece ro

Havas“, der bE““ Konstantin Heinersbroß und Dr. med. Wilhelm Mobb. Ihr Ballon, der „Crefeld⸗ heißt und zu dem Düsseldorfer Club gehört, war in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag in Düsseldorf auf⸗ gestieg en. Er durchflog zunächst ganz Belgien und verirrte sich

ann über französischem Gebiete. Nach Erledigung der Förmlich⸗ keiten, wie sie der internationale Gebrauch vorschreibt, und nach einem Verhör durch den Generalsekretär der Präfektur erhielten die beiden Luftschiffer die Erlaubnis zur Weiterfahrt.

New York, 5. September. (W. T. B.) Infolge eine Wolken bruchs wurde der Straßenverkehr hfer ver angen⸗ Nacht unterbrochen und die Untergrundbahn unter Wass gesezt. Das Wasser stand einen Meter hoch. Tausende uimn Menschen, die ihren täglichen Beschäftigungen zu Fuße nachgeha, mußten weite Umwege machen.

Hot Springs (Arkansas), 6. September. (W. T. B.) In Geschäftsviertel der Stadt wütet eine Feuersbrunst. Diee Gebäude einer ganzen Straße und noch zwölf andere Häusergevierte sind zerstört. Die Feuerwehr sprengte die Huhe mit Dynamit, un das weitere Umsichgreifen der Flammen zu verhüten. Es tobt ein heftiger Sturm. Der angerlchtete Schaden beläuft sich auf zehn Millionen Dollars. Zweitausend Menschen sind obdachlos.

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Freitag: Carmen. Theater. Bohème. Sonntag: Der fliegende Frankfurter.

Holländer.

Königliche Schauspiele. Sonntag: Schauspielhaus. Dienstag: Weh’ dem, Opernhaus. 164. Abonnementsvorstellung. der lügt! Mittwoch: Der große Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. König. Donnerstag: t An Stelle der ursprünglich ange⸗ Male: Schwanenweiß. Freitag: Die

Sonnabend: Montag und Donnerstag: Die fünf Charlottenburg. Sonntag, Nach⸗ Restdenztheater. Sonntag, Nach⸗

mittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirch⸗ 2 ug,. ; Diengtag, Mittwoch, Freitag und feld. Voltsstck mit Gesang in 4 Akten wittahs Blhr: Ein Watzer von Chopin

Se d: Das vierte Gebot. von Ludwig 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft.

Frau Präsideutin.

Anzengruber. Abends (Madame la Présidente.) Schwank in

Zum ersten —C—Q— Schauspiel in vier Aufzügen von Henrik gei 8. von M. Hennequin und

kündigten Vorstellung „Die Zauber⸗ Journalisten. —Sonnabend: Schwanen⸗ Deutsches Künstlerthenter So- Montag:

flöte“: Der Freischütz. Romantische weiß. Sonntag: Schwanenweiß.

Oper in drei Abteilungen (zum Teil nach dem Volksmärchen „Der Freischütz“)

schaft.

dem Foolosischen Garten.) Freitag, den 12. September, Abends 7 Uhr: Eröffnungs⸗

rietüt. (Nürnbergerstr. 70/71, gegenüber e. Moral.

Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. „Veber. M. Stitzen d e Gesen. e und folgende Tage: Die

räsidentin.

Thaliatheater. (Direktion: Kren un

von F. Kind. Musik von Karl Maria Deutsches Theater. Sonntag, Abends vorstellung: Wilhelm Tell. Inszeniert Deutsches Opernhaus. (Char⸗ Schönfeld.) Sonntag, Nachmittags 3 ½ Uhr

von Weber. Musikalische Leitung: Herr

Generalmusikdirektor Blech. Regie: Herr 7 ½ Uhr: Der lebende Leichnam. Drama von Dr. Gerhart Hauptmann. Die lottenburg,

Oberregisseur Droescher. Chöre: Herr von Leo Tolstoi. Professor Rüdel. Anfang 7 ½ Uhr.

Drama in vier Aufzügen von Ernst von Wildenbruch. Regie: Herr Oberregisseur Patry. Anfang 7 ½ Uhr.

Montag: Opernhaus. 165. Abonne⸗ . 1 mentsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze von Frank Wedekind.

Deutsches Schanspielhaus. (Direk⸗

3 ½¼ Uhr: Nora. Abends 8 Uhr:

Charleys Taute. Abends 8 Uhr.

Bismarck⸗Straße 34— 37. Puppchen. Posse mit Gesang und Tan 1 Ausgabe der Billette beginnt am Montag, Pi 2 8. . g Montag, Mittwoch, Donnerstag und den 8. September, an der Kasse 88 öö Hartmann.) Sonntag, in drei Akten von Jean Kren und Cu

Schauspielhaus. 152. Abonnementsvor⸗ Sonnabend: Der lebende Leichnam. Theaters (10 bis 1 ½ Uhr). stellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind auf. Dienstag: Der blaue Vogel. gehoben. Die Quitzows. Vaterländisches Freitag: Faust, 1. Teil.

Kammerspiele.

Sonntag, Abends 8 Uhr: Franziska. 5 . 8 Ein Mvsterium F naß ala. tion: Adolf Lantz. NW. 7. Friedrich⸗ Montis Operettentheater. (Früber: Bahnhof Friedrichst..) Sonntag,

straße 104 104 a.) Sonntag, Nachmittags Neues Thenter.)

3 Uhr: Die lustigen Kraatz. Gesangstexte von Alfred Schönfel⸗

Weiber von Windsor. Abends Musik von J Gi 1 8 Uhr: Der veieabee näö Montag: Die Königin von Saba.

Montag und folgende Tage: Puppchen

Trianontheater. (Georgenstr., na

mittags 3 Uhr: Untreu. : Di Sonntag, Nach⸗ Brieftasche. Abends 8 wder 8

sind aufgehoben. Lohengrin. Romantische Montag und folgende Tage: Franziska. Sieben tolle Tane. Amerikanische mittags 3 Uhr; Der Vogeihändler. Vorher: Der abgerissene Glockenzug

Oper in drei Akten von Richard Wagner. Musikalische Leitung: Herr Kapellmeister

schweig. Chöre: Herr Professor Rüdel.

3 . Tage.

(Heinrich der Vogler: Herr Eckard vom mittags 3Uhr: Bummelstudenten. Posse . . Fräu⸗. Grünwald. Musik von Edm. Cysler.

Heech,n hee als mit Gesang und Tanz in fünf Bildern

bach Pobl C“ miusir Freitag und Sonnabend: Sieben tolle lachende Ehemaunn. : 9 on 111-1ee 2 2

Schauspielbaus. 153. Abonnementsvor⸗ zauber. Große Posse mit Gesang und Tage.

stelung. Ariadne auf Naxos.é Oper Tanz in 4 Akten von Rudolf Bernauer

Gast.) Anfang 7 Uhr.

1 In ve. ard Zu spielen nach dem „Bürger a el⸗

mann’ des Molièêre. Musikalische Leitung: zauber. Herr Generalmusikdirektor Blech. Regie⸗

in einem Aufzuge von Hugo von a und Rudolph Schanzer.

Montag und folgende Tage: Film⸗

Dienstag: Freiwild.

Lustspielhaus. (Friedrichstraße 236.)

Schillertheater. 0. (W allner⸗ Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Majolika.

theater.) Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: W de heleh Sen Leo Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg

dienst: Herr Eggeling. Anfang 7 ½ Uhr. Theater in der Königgrätzer Am Tage des Gerichts. Ein Volks⸗ von Otto Schwartz erlin.

1abnsseesene hicnaath. Sprankobie Straße. Senntag, Abends 8 uhr⸗ Lagusden, in dier Aafzigen von P. K. Montag und salgende gage: 2727:10. Berkagsanftalt Bein, Wücheinstaßes rusticann. Bajazzi. Donnerstag: Das vierte Gebot. Volksstück in vier Montag: Am Tage des Gerichts. Neu einstudiert: FEra Diavolo. Akten von Ludwig Anzengruber.

1 Operette in drei Akten von Karl Zeller. 1 Bhrlecge, in drei Akten von Okto Abends SUhr; Gastspiel Julius Spielmann⸗ Bnden h s, .Z seug, Regie: Herr Roaisseus Benun. Berliner Theater. Sonntag, Nach⸗ Ber gfich va- Sah henn,,8 mnn

Montag und folgende Tage: Der Familiennachrichten.

Gestorben: Hr. Oberst a. D. Mo Crotogino (Hannover).

Verantwortlicher Redakteur:

Druck der Norddeutschen Buchdruckerei unf

Fünf Beilagen keinschließlich Börsenbeilage).

Erste Beilage eutschen Reichsanzeiger und Königlich Preu

Berlin, Sonnabend, den 6. Septem

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Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkau

Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der

19,67 20,67 19,60 22,80

17,14 17,14 16,60 17,80

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fswert auf volle Mark abgerundet mitgetellt. betreffende Preis nicht vorgekommen ist, ein Punk

Kaiserliches Statistisches A nt

16,15 16,39

980 16 21 16 629] 29. 8. 4 821 17,34 18,08 293. 8.

Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berechnet. t (.) in den letzten sechs Spalten, daß entsprechender Bericht fehlt.

Statistik und Volkswirtschaft.

Ein⸗ und Ausfuhr einiger wichtiger Waren im Spezialhandel in der Zeit vo im Monat August der beiden letzten Jahre.

dz = 100 kg.

Einfuhr

Monat August

Monat August

Baumwolle. lachs, gebro anf, roh, g

1

Rohluppen, Roh „Träger, eiserne. .. n⸗, Straßenba

eingold, legi

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en, geschwungen usw... rochen, geschwungen usw. 1 Jutewerg.. Merinowolle im Schweiße. Kreuzzuchtwolle im Schweiße

Steinkohlen . Braunkohlen ereinigt (Le

schienen, Rohblöcke hnschienen 8 8 nschwellen aus Eisen .. ertes Gold, che Goldmünzen Fremde Goldmünzen. ¹) auch Eisenbahnlaschen Berlin, den 5. September 1913.

21.—g1. 1913

1912

1913

Barren aus Bruch

85 904

2 341

3 701

30 021

3 874

8 330

4 020 528 3 226 520 2 429 496 140 429 89 140 26 784

4 001

13 231 147 11 809 729 9 935 974

5 588 968

platten aus Eisen. aiserliches Statistisches Amt. Delbrück.

209 532 17 587 21 636 41 697 71 892 67 602

344 082 350 984

127899 182 315 10 305 276 090 1 332 08 37c 66 980

448 37 099

166 543 27,64 44,13 42,87

827 529 10 911 632

2 055 696 736 664

590 317 549 128 305 148 402 452

51 585 4 645 6 475 5372 1 024

870

36 361 14 9 121

91 068 4 769 4,78 701 25,03

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Zeheimem Re Reichsschatzamt

2 1 Senatspräsidenten

Preis 10,70 ℳ. Berlin ie den dritten, owie den Gese

tzen über

Literatur.

Stengleins Kommentar zu etzen des Deutschen Reiches et in Gemeinschaft mit Geheimem O Geheimem Oberregierungsrat gierungsrat Dr. W „und Geheimem Finan Rat im Königlich sächsischen Finan bermayer, Reichsgerichtsrat,

Georg Linden ei dem Kammergericht.

1, Verlag von Otto Liebma der Reichsgewerbeordnun ie Arbeiter⸗

den strafrechtlichen

Vierte Auflage, völli berregierungsrat Dr. A. Dr. E. Trautvetter, Cuno, vortragenden Räten im zrat Dr. R. Kloß, vortragendem zministerium, von Dr. Ludwig ranz Galli, Reichsgerichtsrat Geheimem Oberjustizrat, 13. (Schluß⸗) Lieferung. nn. Diese 13. Lieferung, g und dem Hausarbeitsgesetz

gewidmeten Band der groß an Kommentar zu den strafrechtli Verk abschließt, bringt die

20. Dezember 1911 aus d chträge zu Kommentaren, Anhang noch zwei während de Werks verabschtedete Gesetze, nämlich das gleichzeitig mit dem Vieh⸗ seuchengesetz in Kraft getretene Tierkadavern, vom Schiffsmeldungen bei den Kon 18. Juni 1911

d, in einem

mit Erläuteru

und Angestelltenversicherung

chen Neben

er Feder des

Gesetz, 17. Juni 1911 un

rscheinen

gelegten vierten Auflage von Stengleins gesetzen des Reichs und damit

§§ 216 —1805 der Reichs⸗ versicherungsordnung vom 19. Juli 1911 mit Erläuterungen und einen Kommentar zum Versicherungsgesetz für Angestellte vom Reichsgerichtsrats Ebermayer, den ersten Bänden ent⸗ r Drucklegung des

betreffend die Beseitigung von nd das Gesetz, betreffend die sulaten des Deutschen Reichs, vom ngen von Ebermayer, 103 Seiten einnehmendes Sachregister zu Band 1 bis 3. genau 10 Jahren seit dem E d

nunmehr das Werk wieder vollständig vor ( eh. 77 ℳ, geb. 85 ℳ). Der behandelte Rechtsstoff gliedert sich in 13 Le. n5, 10n 1) Vereins⸗ und Versammlungsrecht; 2) Gesetze, betreffend die Verkehrsanstalten; 3) Gesetze zum Schutze des geistigen Eigentums (u. a. Patentgesetz mit dem Gesetz, betreffend die Patent⸗ anwälte, Gesetze über den Gebrauchtmuftersche über das Urbeber⸗ recht an Werken der Literatur und Tenschuß⸗ über das Verlags⸗ recht, über das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und Photographie, über das Urheberrecht an Mustern und Modellen); 4) Polizeigesetze; 5) Gesetze über die militärischen Verhältnisse 6) Gesetze, betreffend das Seewesen; 7) Gesetze über den Geld⸗ verkehr (Gesetz, betreffend Inhaberpapiere mit Prämien, Münz⸗, Bank⸗, Börsengesetz, Gesetz über die Pflichten der Kaufleute bei Aufbewahrung fremder Wertpapiere, Hypothekenbankgesetz, Gesetz über die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschrei⸗ bungen); 8) Gesetze über das Gesundheitswesen und die Lebensmittel (u. a. Schlachtvieh⸗ und Fleischbeschaugesetz, Wein⸗ gesetz); 9) Gesetze gegen Viehkrankheiten; 10) Gesetze über verschiedene strafrechtliche Materien (u. a. Reichswuchergesetz, Gesetz über die Abzahlungsgeschäfte, Strafbestimmungen der Kon rsordnung, Gesetze über Bestrafung der Entziehung elektrischer Kraft, über Wetten bei Pferderennen, über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen); 11) Zoll⸗ und Steuergesetze; 12) gewerbliche Gesetze (u. a. Geset zum Schutze der Warenbezeichnungen, Strafbestimmungen des Handelsgesetzbuchs, Ge⸗ setze über die Erwerbs⸗ und Wirtschaftsgenossenschaften, über die Ge⸗ sellschaften mit beschränkter Haftung, über die privaten Versicherungs⸗ unternehmungen, über die Sicherung der Bauforderungen, Reichsge etz gegen den unlauteren Wettbewerb, Stellenvermittlergesetz, Gewerbe⸗ ordnung, Heimarbeits⸗ und Kinderschutzgesetz); 13) Gesetze über die Arbeiter⸗ und Angestelltenversicherung. Insgesamt sind 121 straf⸗ rechtliche Nebengesetze des Reichs von hervorragenden Prak⸗ tikern einheitlich bearbeitet. Im Gegensatz zu den früheren Auf⸗ lagen hat in der neuen nicht nur der strafrechtliche, sondern auch der zivil⸗ und verwaltungsrechtliche Inhalt der Gesetze eine dem praktischen Bedürfnisse entsprechende Erläuterung erfahren, die, was Klarheit und Kürze betrifft, meisterhaft ist, sodaß das Werk aufgehört hat, nur den Kriminalisten zu interessieren. Dabei haben die Verfasser den gesamten in der Rechtsprechung und der Literatur Stoff verarbeitet, besonders aber die Rechtsprechung der öchsten Gerichte erschöpfend berücksichtigt und dank ihrer Amts⸗ tellung auch solche Entscheidungen verwerten können, die sonst im Druck nicht veröffentlicht worden sind. In den in der Schluß⸗ lieferung enthaltenen Nachträgen, die nach den Seitenzahlen des Werkes geordnet sind, ist die seit dem Erscheinen der einzelnen Lieferungen ergangene, für einige der wichtigsten Gesetze sehr reichlich geflossene Rechtsprechung zusammengetragen, sodaß man in dem Werke für alle darin kommentierten

Gesetze einen Ueberblick über den egenwärtigen Stand der Wissenschaft und der Praxis findet. Mit der neuen Auflage von Stengleins Kommentar zu den strafrechtlichen Nebengesetzen, von deren reichem Inhalt das der Schlußlieferung beigefügte, ihre praktische Brauchbarkeit noch wesentlich erhöhende Sachregister von 103 Seiten Kunde gibt, haben die Verfasser ein Werk geschaffen, das in seinem Einfluß auf die Anwendung und Auslegung der Gesetze den früheren Auflagen nicht nachstehen wird.

8 E gegen den unlauteren Wetthewerb vom 7. Juni 1909 nebst den in Betracht kommenden Bestimmungen des