stimmtheit darauf festzulegen, gleich nach dem Reich in Preußen eine neue zu bringen. Es ist ein verhängnisvolles System. Im Jahre 1909 hat man die Beamtenwünsche überhaupt nicht berück⸗ lichtigt nach einigen Jahren gewährt man einige Aufbesserungen und im Jahre 1918 will man wieder einige Kategorien herausgreifen und ihnen etwas gewähren, was ihnen schon im, Jahre 1909 hätte zu⸗ kommen sollen. Im Jahre 1918, das muß ich im Namen meiner rtei schon jetzt entschieden fordern, muß endlich eine großzügige Reform vorgenommen werden. Wir Sozialdemokraten betrachten die Beamten nicht als ein notwendiges Uebel, als Menschen, denen man einmal den Mund stopfen muß, weil sie nun einmal da sind, sondern als werteschaffende Elemente, wie das ja am deutlichsten bei dem roßen Beamtenkörper der Eisenbahnverwaltung zutage tritt. Frei⸗ ich können die Beamten nicht zu ihrem Rechte kommen in einem Par⸗ lament, das auf einem Geldsackwahlrecht aufgebaut ist, wie in Preußen. Wenn Sie den Beamten ein menschenwürdiges Dasein verschaffen wollen, so beseitigen Sie das Dreiklassenwahlrecht! (Beifall bei den Sozialdemokraten. Abg. von Pappenheim ruft: Das war das Wichtigste! Abg. Leinert: Darum ist es auch gesagt worden! Abg. von Pappenheim: So etwas nennt man Fangt Abg. Adolf Hoffmann: Sie oller Oberbauernfänger! izepräsident Dr. Se ruft den Abg. Hoffmann wegen dieser Aeußerung zur Drdnung!)
Abg. Dr. Schroeder⸗Cassel (nl.): Gegenüber der Frage, ob man die Vorlage scheitern lassen solle oder nicht, befanden sich die bürger⸗ lichen Parteien in einer Zwangslage. Es ist ganz selbstverständlich, daß kein einziger der Abgeordneten durch die Vorlage voll befriedigt war. Meine politischen Freunde sind auch jetzt der Anschauung, daß, wie es in der Resolution, die die verstärkte Budgetkommission vor⸗ schlägt, verlangt wird, ein Gesetzentwurf dem Landtage vorgelegt wer⸗ den muß, der eine Aenderung der Besoldungsordnung vorsteht, und daß dies möglichst bald geschehen muß. Wir find der Meinung, daß ein Teil der Beamtenbesoldungen entschieden zu gering ist, daß nicht nur Härten bestehen bei einzelnen Beamtenkategorien, sondern daß sie über⸗ haupt gegenüber anderen zu kurz gekommen sind. Bei einer ganzen Reihe von “ sind die Gehälter absolut unzulänglich und müssen deshalb erhöht werden. Leider hat sich die Regierung in der Kommission auf einen bestimmten Zeitpunkt für die Vorlegung eines solchen Gesetzentwurfs nicht festgelegt. Der Minister hat aber erklärt, daß er mit dem Reiche gleichen Schritt halten wolle. Wir haben diese Erklärung so ausgelegt, daß dieses gleichartige Vorgehen sich beziehen sollte nicht nur auf den Umfang der Besoldungen, sondern auch auf den Zeitpunkt der der Beamtenaufbesserung. Für uns ist das der allerwichtigste Gesichtspunkt. Die Königlich preußische Regierung hatte sich doch im Reichstage bei dem Kompromiß bereit er⸗ klärt, die Gehälter der Unterbeamten bis zum 1. Januar 1916 aufzu⸗ bessern. Das ergibt sich daraus, daß die verbündeten Regierungen dem Kompromiß ihre Zustimmung gegeben haben; folglich muß auch Preußen damit einverstanden gewesen sein. Der Finanzminister hat das auch in der Kommission nicht bestritten. Wenn also die preußische Regierung damit einverstanden war, die Gehälter der Unterbeamten im Reiche bis zum 1. Januar 1916 aufzubessern, so ist durchaus nicht abzusehen, warum dies nicht auch für Preußen durchführbar ist. Wir hegen die Erwar⸗ tung, daß diese Vorlage nicht etwa erst 1918, sondern womöglich 1916 an den Landtag gebracht wird. Was die Resolution der Kommission betrifft, wonach für Beamte mit kinderreichen Familien den dadurch bedingten gesteigerten Bedürfnissen ohne Kürzung ihres sonstigen Diensteinkommens Rechnung getragen wird, so hat es der Abg. Ströbel so dargestellt, als ob von bürgerlicher Seite diese Beihilfen in dem Sinne befürwortet worden wären, um auf diesem Wege möglichst billig weg⸗ zukommen. Dagegen muß auf das allerentschiedenste Verwahrung ein⸗ gelegt werden. Meine politischen Freunde halten daran fest, daß der Grundgedanke für die Gewährung der Beihilfen an kinderreiche Fa⸗ milien ein absolut richtiger ist, wenn seine Durchführung auch nicht ganz leicht ist, daß aber dadurch unter keinen Umständen die richtige Ausgestaltung des Grundgehalts leiden darf. Es wäre sehr übel, wenn das rundgehalt dementsprechend geringer bemessen würde; dann würde allerdings mit Recht Beschwerde erhoben werden können. Das Grundgehalt muß jedenfalls ausreichend bemessen werden. Was den Wohnungsgeldzuschuß betrifft, so verlangt die Resolution eine Be⸗ seitigung der auf diesem Gebiete entstandenen Unzuträglichkeiten. Es liegen uns Petitionen von Unterbeamten vor, die ausdrücklich verlangen, daß für die gehobenen Unterbeamten die Wohnungsgeldzuschüsse nötigen⸗ falls reichlicher bemessen werden. Der letzte Teil der Resolution be⸗ zieht sich auf die deklassierten Städte. Dieser Beschluß der Budget⸗ kommission verlangt nichts anderes als gleiches Recht für alle. Die Deklassierung war ein schweres Unrecht, und es muß sobald wie möglich wieder gutgemacht werden. Der Antrag der freisinnigen Volkspartei hat in veränderter Form bereits der Budgetkommission vorgelegen. Ich habe damals im Namen meiner Freunde erklärt, daß wir dazu noch keine Stellung nehmen können, weil unsere 8 noch nicht Ge⸗ legenheit gehabt habe, sich mit der Frage zu beschäftigen. Ich habe aber schon damals dem Gedanken Ausdruck gegeben, daß wir grundsätzlich einem ssolchen Vorschlage sympathisch gegenüberstehen. Der Antrag enthält einen durchaus richtigen sozialen Gedanken, und es wäre unmöglich, sich einer solchen Anregung gegenüber vollständig ablehnend zu ver⸗ halten. Es ist mit Recht geltend gemacht worden, daß die Unter⸗ stützungsfonds fast ausschließlich durch Krankheitsfälle verursacht waren, und daß in vielen Fällen diese Unterstützungsfonds nutzbar gemacht werden für eine geordnete Krankenfürsorge. Her Antrag enthält also einen durchaus gesunden Gedanken. Wir wären also an sich bereit ge⸗ wesen, für diesen Antrag zu stimmen, da aber von konservativer Seite beantragt worden ist, mit Rücksicht auf seine große Tragweite ihn in der Budgetkommission gründlich zu prüfen, so haben wir dagegen nichts einzuwenden. Was die Ausführungen des Abg. Ströbel betrifft, 8 stelle ich zunächst fest, daß die sozialdemokratische Partei in der Kommission gegen die Vorlage gestimmt hat; es wäre also konsequent gewesen, wenn sie diesen Standpunkt im Plenum festgehalten hätte. Erfreulicherweise hat sich die sozialdemokratische Partei bereit erklärt, der Novelle zu⸗ zustimmen. Der Redner der sozialdemokratischen Partei hat den bürger⸗ lichen Parteien den Vorwurf gemacht, sie hätten sich keine Mühe ge⸗ geben, die Regierung umzustimmen. Wie hätten wir es anfangen sollen, den Finanzminister umzustimmen? Wir müßten dann auch das Herrenhaus umstimmen und das gesamte Staatsministerium. Denn diese Faktoren sind notwendig zum Zustandekommen eines Gesetzes. Die Sozialdemokratie hat im Reichstage die Taktik verfolgt: alles oder nichts. Tatsächlich hat sie nichts bekommen, und wenn die bürgerlichen Faen nach dem Wunsche der Sozialdemokraten hier unannehmbare
Anträge gestellt hätten, so wäre das allerdings eine leere Demonstra⸗ tion gewesen, lediglich dazu geeignet, die Beamtenschaft zu täuschen. Die bürgerlichen Parteien haben die allein richtige Taktik befolgt, nicht alles oder nichts, sondern sie haben genommen, was sie kriegen konnten. Der Abg. Ströbel hat gesagt, durch die Ablehnung des Gesetzes im Reichstage wäre den Beamten geholfen gewesen. Das glaube ich nicht. Die Beamten würden durch eine Hinausschiebung des Gesetzes auf Jahre lediglich auf etwas Ungewisses werden. Wir unser⸗ seits würden es nicht verantworten können, durch Ablehnung unserer Anträge es mit zu verschulden, daß Hunderttausende von Unterbeamten nunmehr gar nichts bekommen. Das wäre eine grundfalsche Taktik ge⸗ wesen, und die bürgerlichen Parteien haben recht getan, Schulter an Schulter zu kämpfen, um das Erreichbare zu erlangen.
Abg. Delius ffortschr. Volksp.). Die preußische Beamten⸗ schaft ist der Kommissionsberatung der Regierungsvorlage mit großen Erwartungen entgegengekommen, sie ist aber getäuscht worden, weil sich die Regierung nicht entschließen konnte, zum mindesten die Be⸗ oldungsklassen 6 bis 13 ebenfalls in die Ausbesserung einzubeziehen. Aber man wird doch anerkennen müssen, daß durch die Annahme der Vorlage der preußischen Beamtenschaft ein großer Dienst ge⸗ leistet werden wird; haben doch 144 000 Beamtenfamilien von der Vorlage einen Vorteil. Wir begrüßen es also, daß die Vorlage hier nicht abgelehnt werden wird, wie es im Reichstage leider geschehen ist. Wenn gesagt wird, die Unterbeamten des Reichs seien mit der Ablehnung sehr zufrieden, so werden sie jetzt, nachbem in Preußen pie bezügliche Vorlage zur Annahme gelangt ist, doch wohl zu anderen
Fmanzminister hat es überdies ausdrücklich abgelehnt, F mit Be⸗
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Anschauungen kommen. Nach der heutigen Stellungnahme des Zentrums kann ich seine Haltung im Reichstage nicht begreifen; ebenso unverständlich bleibt mir der Standpunkt der Sozialdemo⸗ kraten im Reichstage, die der Abg. Ströbel durch seine heutige Erklärung direkt ing Unrecht versetzt hat. Wir unserseits können die Ablehnung der Vorlage nicht verantworten, so sehr wir be⸗ dauern müssen, daß die Aufbesserung gerade jenen Beamtenklassen, denen wir sie unter allen Umständen von Herzen gegönnt hätten, nicht zuteil geworden ist. Wir würden aber, wenn wir die Vorlage scheitern lioßen, damit der Beamtenschaft den schlechtesten Dienst erweisen. An Versuchen, die Vorlage zu verbessern, haben wir es nicht fehlen lassen; um ein theoretisches Wettlaufen um die Gunst der Beamten hat es sich dabei, für uns wenigstens, nicht gehandelt. Wir haben im Gegenteil erklärt, wir können nicht ohne weiteres alle Beamtenwünsche zu den unserigen machen, wir unterscheiden zwischen erreichbaren und unerreichbaren, d. h. solchen Forderungen, die in absehbarer Zeit nicht erfüllt werden können. die von der Kom⸗ mission vorgeschlagenen Resolutionen bedeuten nach der Meinung des Herrn Ströbel nichts, weil man vielen Einzelheiten, die sie ent⸗ halten, nicht zustimmen könne. Natürlich kann keine Partei alles, was darin steht, samt und sonders als richtig anerkennen, aber die Tendenz der Resolutionen wird von allen Parteien, die sie zur An⸗ nahme empfehlen, gebilligt. Wenn die Resolution die Beseitigung der seit 1909 hervorgetretenen Härten und Unbilligkeiten fordert, so interpretiere ich das dahin, daß so schnell wie möglich die jetzt aus⸗ gefallenen 6 bis 13 aufgebessert werden müssen, und zwar vor der Aufbesserung im Reiche, spätestens aber zu demselben Zeit⸗ punkte. Wir wünschen ferner, daß außerdem noch die Verhältnisse einiger mittlerer Besoldungsklassen daraufhin genau geprüft werden möchten, ob Härten und Ungleichheiten hervorgetreten sind, die schon vor 1918 beseitigt werden sollten. Die jetzige Regelung des Woh⸗ nungsgeldzuschusses können wir als befriedigend nicht erachten, schon deshalb nicht, weil 1909 durch die Deklassierung Hunderte und Tausende von Unterbeamten schwer geschädigt worden sind. Für die künftige Regelung wünschen wir namentlich für die Unterbeamten eine Erhöhung. Die gesamte Unterbeamtenschaft hat immer wieder den Antrag gestellt, daß bei der künftigen Regelung der Wohnungs⸗ geldzuschuß auf Dreiviertel des Wohnungsgeldzuschusses der mittleren Beamten festgesetzt wird. Wir halten diese Forderung für durchaus berechtigt und haben sie wiederholt unterstützt. Wir unterstreichen dabei nochmals, daß es uns nicht wohlgetan erscheint, innerhalb der Unterbeamtenschaft noch besondere Klassen zu schaffen, also auch nicht für die gehobenen Unterbeamten einen besonderen Zuschußsatz zu be⸗ stimmen, wie es die Nationalliberalen ursprünglich wollten, wovon aber der Abg. Schroeder in der Kommission bereits abgekommen ist. Man sollte in dieser ganzen Frage überhaupt zu den Grundsätzen von 1873 zurückkehren, die sich immer noch als die besten erwiesen haben. Die Resolution verlangt ferner, daß dem Bedürfnis kinder⸗ reicher Beamtenfamilien möglichst Rechnung getragen werden soll. Ich habe schon früher die schweren Bedenken hervorgehoben, die dagegen sprechen, das Besoldungssystem an sich mit den Erziehungsbeihilfen zu verquicken. In der Kommission hat der Finanzminister diese meine Bedenken zum Teil als begründet anerkennen müssen. Jedenfalls ist in der Beamtenschaft die Ansicht verbreitet, daß die Regierung künftig auf dieses Beihilfensystem zurückkommen und dann nur den Beamten Aufbesserungen geben wird, die eine zahlreiche Familie haben. Einigermaßen auffäallig ist, daß in den letzten Tagen in vielen Kreisblättern Artikel zu finden gewesen sind, welche diese Vermutung bestätigen. Gewiß ist es berechtigt, kinderreichen Beamtenfamilien stärker unter die Arme zu greifen; wir haben auch gezeigt, wie das praktisch erreicht werden kann, indem man die vorhandenen Unter⸗ stützungsfonds erhöht und nach festen Grundsätzen verteilt. Die Regierung hat in der Kommission auch mitgeteilt, wie in Zukunft die Besoldung der Diätare in Preußen gestaltet werden soll; es sollen teilweise Erhöhungen der Sätze stattfinden, aber leider wird damit noch immer keine Uebereinstimmung in den Diätensätzen zwischen dem Reich und Preußen herbeigeführt. Aufgebessert werden sollten ferner auch die nicht im Beamten⸗, sondern im Vertragsverhältnis stehenden Hilfskräfte, namentlich die technischen Hilfskräfte bei der Eisen⸗ bahnverwaltung und anderen Verwaltungen. Unser heute einge⸗ brachter Antrag, die Regierung zu ersuchen, in Erwägung darüber einzutreten, ob und inwieweit eine geordnete Krankenfürsorge für Beamten erforderlich und durchführbar ist, hat allseitig freundliche Aufnahme gefunden. Wir sind mit der Ueberweisung des Antrages an die Budgetkommission einverstanden und hoffen, daß in nicht zu ferner Zeit uns die Regierung eine Denkschrift über die Angelegenheit vorlegen wird. Bei der gegenwärtigen Verteilung der bezüglichen Unterstützungen und Beihilfen laufen noch immer viele Ungerechtig⸗ keiten unter. Der Verband deutscher Beamtenvpereine beabsichtigt bei der Regierung um die Einführung einer Krankenfürsorge vorstellig zu werden. Es ist sehr erfreulich, daß sich hier unsere Wege begegnen, wir können uns nur freuen, daß unsere Anregungen bei einer so an⸗ gesehenen Organisation auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Das Interesse der deutschen Aerzte muß natürlich unter allen Umständen geschont und geachtet werden, aber eine Schädigung ihrer Inter⸗ essen ist auch bei der Durchführung unserer Anregung nicht zu be⸗ fürchten. Die Reichspostverwaltung hat bekanntlich vor zwei Jahren für die Unterbeamtenschaft Krankenkassen eingeführt und dabei die freie Aerztewahl zugelassen. Es ist mit der Aerzteschaft ein Vertrag abgeschlossen worden, der bisher beide Teile befriedigt. Die Unmenge der Petitionen aus Beamtenkreisen. an das Abgeordnetenhaus leidet immer noch an dem Mangel, daß Wesentliches und Unmessentliches nicht auseinandergehalten wird. Auch jetzt ist in ihnen wieder mit den Besoldungsanträgen eine Fülle anderer Beamtenwünsche verknüpft, die nun sang⸗ und klanglos unter den Tisch fallen. Etwas mehr Großzügigkeit wäre hier durchaus am Platze. Die Beamtenschaft wird sich mit der 18— abzufinden haben, aber sie hofft, daß die Regierung baldigst nachholen wird, was jetzt versäumt worden ist. Die Beamtenschaft wünscht mit Recht eine nicht übermäßig lange Hinauszögerung der etatsmäßigen Anstellung, eine angemessene Nor⸗ mierung der Anfangsgehälter und eine entsprechend höher gehaltene Steigerung bis zur Erreichung des Höchstgehalts. Wir unserseits müssen von den Beamten wünschen, daß sich die einzelnen Kategorien in den Petitionen nicht gegenseitig bekämpfen, sondern daß sie sich zu einem großen, von einem Einheitswillen getragenen Körpex zusammen⸗ schließen. Das ist auch der Wunsch der „sozialen Atharnmein⸗ schaft“. Wir raten deshalb auch den Beamten, bei künftigen Forde⸗ rungen diesen Gesichtspunkt nicht “ acht zu lassen und nur Forde⸗ rungen zu stellen, die sich im Rahmen des gesamten Volkswohles vertreten lassen. 1 Abg. Ströbel (Soz.): Aus den Kommissionsverhandlungen konnte man den Eindruck gewinnen, daß man Kinderzulagen gewähren will, weil man so billiger fortzukommen glaubt. Die Erhöhung des Grundgehalts der Unterbeamten hätte 9 bis 10 Millionen erfordert. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß man später unter Hinweis auf die Kinderzulagen die Erhöhung des Grundgehalts überhaupt ab⸗ lehnt. Charakteristisch ist auch die Tatsache, daß man vorschob, den Wohnungsgeldzuschuß für unverheiratete Beamte niedriger zu bemessen. Dem Gedanken der Krankenversicherung stehen wir natürlich sem. athisch gegenüber. Es war unvorsichtig von Dr. Schroeder, unserer “ vorzuwerfen, wir seien jetzt in dieser Frage umgefallen, weil wir im Gegensat zur Reichstagsfraktion für das vorliegende Gesetz ein⸗ treten. Im Hause des Gehenkten soll man nicht vom Strick reden. Gerade die Partei des Abg. Dr. Schroeder ist doch beständig umge⸗ allen. Im Gegensatz zu den bürgerlichen war die Sozial⸗ emokratie die einzige im Reiche, die von Anfang an fest auf ihren Standpunkt beharrte. Hier im Abgeordnetenhause ist nicht einmal der Versuch gemacht worden, die Regierung zu Zugeständnissen 2 bewegen. Das Haus zeigt nur Energie, wenn es jh um agrarische Ausplünde⸗ rung und Eerkung des geistlichen Ein üsses handelt. Dann können die Herren sogar mit der Faust anf den Ti 8 chlagen.
Dr. Schroeder⸗Cassel (nl.): Ich möchte feststellen, 7 der Abg. Ströbel jetzt auf einmal behauptet, daß, wenn man es au nicht direkt ausgesprochen hätte, man doch durch die Kinderzulagen Ersparnisse machen wolle. 8
Abg. Ströbel (Soz.): Ich h nicht von der Hand zu weisen ist.
Damit schließt die Besprechung. 8
Der § 1 wird einstimmig angenommen und ebenso die dazu gestellten Resolutionen. Der Antrag Aronsohn wird der Bud⸗ getkommission überwiesen. Ebenso wird das ganze Gesetz in allen seinen Teilen nach den Beschlüssen der Kommission in zweiter Lesung angenommen.
Es folgen mündliche Berichte der verstärkten Budgetkom⸗ mission über Petitionen zur Besoldungs⸗
ordnung. Abg. Schmiljan (fortschr.
Nach dem Referenten Volksp.) bemerkt
der Geheime Oberfinanzrat Hergt: Wenn die vorliegenden der Staatsregierung, wie die Kommission beantragt, zur Frwägung überwiesen werden, so wird diese eine sorgfältige Prüfung vornehmen. Wenn die Petitionen auch vielfach weit über das Maß
hinausgehen, so enthalten sie doch für die Regierung viel wertvolles
Material. 88 Petitionen werden der Regierung zur Erwägung über⸗ wiesen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 3 ½ Uhr. Nächste Sitzung Freitag, 11 Uhr. (Fidei⸗ kommißgesetz, dritte Lesung der Besoldungsvorlage und 1X1X“X“*“
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗
maßregeln.
Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.
(Nach den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“, Nr. 23 vom 10. Juni 1914.)
Pest.
Türkei. verlaufene Pestfälle festgestellt worden.
Aegvpten. Vom 16. bis 22. Mai erkrankten 31 (und starben 32) Personen, davon 19 (22) in Luxor, 5 (3) in Abu Kerkas, 3 (1) in Ayat, 2 (1) in Minia, 1 (2) in Minieh, 1 (1) in Port Said, je — (1) in Fikria und Senures.
Niederländisch Indien. Vom 6. bis 19. Mai wurden folgende Erkrankungen (und Todesfälle) gemeldet: Aus dem Bezirke Malang 323 (270), aus Paree 54 (48), aus Soerabaja 34 (30), aus Kediri 33 (32), aus Magetan 10 (9), aus Lamongan 4 (2), aus Grisee 1 (—), ferner aus Madioen 16 Todesfälle, aus Toeloengagoeng 8 und aus Berbek 1. Für die Zeit vom 22. April bis 5. Mai sind nachträglich aus dem Bezirke Malang noch 18 Erkrankungen und 19 Todesfälle mitgeteilt worden.
Hongkong. Vom 26. April bis 2. Mai 203 Erkrankungen (davon 132 in der Stadt Viktoria) und 171 Todesfälle.
China. Laut Mitteilung vom 17. April ist in den letzten beiden Wochen im Hinterlande von Pakhoi, und zwar in den 23 und 37 km entfernten Dörfern Kan⸗lai und San⸗hü, die Beulenpest ausgebrochen. Pakhoi selbst war bisher verschont geblieben.
Philippinen. In Manila vom 1. März bis 18. April 6 Erkrankungen mit 5 Todesfällen.
Mauritius. Vom 5. März bis 9. April 2 tödlich verlaufene Erkrankungen.
Kuba. Bis zum 7. Mai waren in Havanna insgesamt 18 Er⸗ krankungen mit 3 Todesfällen festgestellt worden.
Brasilien. In Bahia vom 29. März bis 4. April 2 Todesfälle.
Peru. Im Lazarette von Trujillo befanden sich am 14. April
9 Kranke. Cholera.
Türkei. Unter den Truppen in Adrianopel am 17. Mai 1 und am 19. Mai 2 Todesfälle.
Philippinen. In Manila vom 1. März bis 18. April 5 Erkrankungen, davon 4 mit tödlichem Verlaufe.
Gelbfieber.
Brasilien. In Bahia vom 29. März bis 4. April 2 Er⸗ krankungen und 2 Todesfälle. Pocken.
Deutsches Reich. In der Woche vom 31. Mai bis 6. Juni wurde 1 Erkrankung in Stockheim (Kreis Büdingen, Prov. Ober⸗
hessen) festgestellt. Vom 26. April bis 2. Mai 6 Erkrankungen und
ongkong. 3 Todesfälle. „China. Zufolge Mitteilung vom 17. April herrschen seit längerer Zeit in Pakhoi und in dem 37 km davon entfernten Dorfe San⸗hü die Pocken.
Japan. Lout Mitteilung vom 9. Mai sind in Nagasaki seit dem 23. April 23 neue Pockenfälle vorgekommen, insgesamt seit dem Auftreten der Seuche 72. .
Genickstarre.
Preußen. In der Woche vom 24. bis 30. Mai sind 12 Er⸗ krankungen (und 3 Todesfälle) in folgenden Regierungsbezirken [und Kreisen] angezeigt worden: [Berlin], Reg.⸗Bez. Arnsberg 1 [Dortmund Land], Breslau — (1) (Breslau Stadt], Cassel 2 [Cassel Stadt 1, Hanau Land 1], Düsseldorf 4 (1) [Hamborn 2 (1), Mörs 1]. Merseburg — (1), [Halle a. S.], Münster 1 (Lüdinghausen], Oppeln 1 [Kattowitz Land], Posen 2 (Schroda]. 8
Britisch Ostafrika. (und 8 Todesfälle), in Kisumu 2 (2) und in Mombassa — (1).
Spinale Kinderlähmung.
Preußen. In der Woche vom 24. bis 30. Mai ist je 1 Er⸗ krankung in den Kreisen Gelsenkirchen Land und Lippstadt des Re⸗ gierungsbezirkes Arnsberg gemeldet worden. 8
Verschiedene Krankheiten in der Woche vom 24. bis 30. Mai 1914.
Pocken: Konstantinopel (17. bis 23. Mai) 2, Moskau 3, St. Petersburg 1, Warschau 2 Todesfälle; New York 2, St. Peters⸗ burg 5, Warschau (Krankenhäuser) 2 Erkrankungen; Varizellen: Nürnberg 20, Budapest 33, New York 316 Erlrankungen; Fleck⸗ fieber: Moskau, St. Petersburg 2 2 Todesfälle; Warschau (Krankenhäuser) 2 Erkrankungen; ilzbrand: eg.⸗Bezirke Arnsberg, Lüneburg, Oppeln je 1 Todesfall; Reg.⸗Bezirke Arns⸗ berg 4, Lüneburg 2, Oppeln, Kreis Offenbach (Hessen) je 1 Er⸗ krankungen; Tollwut: Budapest 1 Erkrankung; Influenza: Berlin 3, Budapest 1, London 12, Moskau, New York je 8, Paris 2, St. Petersburg 5, Prag 1 Todesfälle; Kopenhagen 35 Erkrankungen; Genickstarre: London 1, New York 2 Todes fälle; Kreis Friedberg (Hessen), Budapest je 1, New York 4 Erkrav kungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen ist an Scharlach (Durchschnitt aller deutschen Berichtsorte 1895/1904: 1,04 %), gestorben in Buer — Erkrankungen wurden angezeigt im Landespolizeibezirk Berlin 227 (Stadt Berlin 154), in Breslau 25, in den Regierungsbezirken Arnsberg 144, Düsseldorf 130, Oppeln 103, Potsdam 100, in Stuttgart 30, Hamburg 54, Amsterdam (27. Mai bis 2. Juni) 30, Budapest 52, Christianta 34, Edinburg 40, London (Krankenhäuser) 377, New HPork 380, Fas 213, St. Petersburg 48, rag 24, Warschau (Kranken Wien 159; Masern und Röteln (1895/1904: 1,10 %) ge⸗ storben in Berlin⸗Lichtenberg, Hamborn, Mülhausen i. E., Plauen i. V. — Erkrankungen wurden gemeldet in Nürnberg 30, Hamburg 63,
Laut Mitteilung vom 2. Juni sind in Jaffa 2 töͤdlich
chener Bezirk .
Landespolizeibezirk Berlin 1
Im März in Nairobi 11 Erkrankungen
äuser) 23,
hHudapest 264, Kopenhagen 149, New York 1205, Paris 24 . urg 103, Prag 43, Stockholm 47; Divpe e ba;. 8. 1 895,1904: 1,62 %) gestorben in Gladbeck — Erkrankungen kamen r Anzeige im Landespolizeibezirke Berlin 184 (Stadt Berlin 94) Reg.⸗Bez. Arnsberg 131, in Hamburg 79, Budapest 38 Kopen⸗ en 23, London (Krankenhäuser) 115, New York 387, Paris, St. Peters⸗ rg je 64, Stockholm 22, Wien 77. Ferner wurden Erkrankungen ge⸗ eldet an: Keuchhusten in Nürnberg 21, Budapest 59, London (Kranken⸗ user) 24, New York 133; Typhus in New York 34, Paris 40.
Im Berichtsmonat (April für die d id E—— “ ocken: Rotterdam 1, folgende spanischen Orte: 5 1 seanse 1 CE“ 1 lse Jaen 7, Mbacfte , alma de Mallorca 5, Segovia 1, Zaragoza 15, 2 3. airo dp Icgneitg ng 5 “ Rieranfshat 8. Cholera, Pest, e eber: vpgl. die fortlau 8 fesüen in den Veröffentlichungen; A Paufen 8g 9
neiro 1;
Fleckfieber: Madrid, Malaga je 1, Alexandrien 3 ; Influenza: Berlin 13, Breslau, Halle, Soest, Redatra n⸗ aunschweig, Bukarest je 1, Mailand 4, folgende niederländischen te: Tilburg 2, Apeldoorn 3, Amsterdam, Deventer je 2, 6 Orte 1; folgende spanischen Orte: Barcelona 4, Logrono 3, Madrid 11 biedo 8, Valencia 2, 7 Orte je 1; Buenos Aires, Buffalo je * troit 4, Indianapolis 3, New Orleans 15, Rio de Janeiro 53, an Franzisko 1; Genickstarre: Venedig, New Orleans, Rio Janeiro je 1; Aussatz: Buenos Aires, Rio de Janeiro je 2; kylostomiasis: Rio de Janeiro 5. Im übrigen war in nach⸗ henden Orten die Sterblichkeit an einzelnen Krankheiten im Ver⸗ che zur Gesamtsterblichkeit eine besonders große, nämlich höher als Zehntel: an Scharlach (1895/1904 erlagen diesem 1,04 von je h in sämtlichen deutschen Berichtsorten Gestorbenen): in Horst Emscher, Wattenscheid; an Masern und Röteln (1895/1904: 0 % in allen deutschen Orten): in Benrath, Köslin, Mörs, Ober⸗ asen, Ronsdorf, Dublin; an Diphtherie und Krupp (1895/1904: 2 % in allen deutschen Orten): in Mülheim a Rh.; an KLuch⸗ sten: in Langenbielau, Ingolstadt. Mehr als ein Fünftel er Gestorbenen ist ferner nachstehenden Krankheiten erlegen: Tuberkulose (1895/1904 starben an Lungenschwindsucht 10 84 % allen deutschen Orten): in Altena, Berlin⸗Tempelhof, Biebrich, nzlau, Cleve, Dirschau, Forst, Goslar, Guben, Hanau, Kreuznach, dsberg a. W., Lippstadt, Mörs, Neisse, Neuruppin, Nowawes, derborn, Sorau, Wald, Zalenze, Aschaffenburg, Kaiserslautern, stadt a. H., Schweinfurt, Weiden, Zweibrücken, Konstanz, Rastatt, ßen, Greiz, Diedenhofen, Mülhausen i. E., Brünn, Linz, Pilsen, de Janeiro; den Krankheiten der Atm Sungsorgane 5/1904 starben an akuten Erkrankungen der Atmungsorgane 73 % in allen deutschen Orten): in 73 deutschen Orten, darunter r mehr als ein Drittel in Katernberg, Neuwied, Osterfeld, ibor, Stolberg i. Rheinl., Vilich, Lörrach, Arnstadt, Wolfen⸗ el, Montigny, im Landkreis Beuthen I, in Mailand, Utrecht, edig; dem Magen⸗ und Darmkatarrh, Brechdurchfall 95/1904 starben an akuten Darmkrankheiten 13,19 % in allen ischen Orten): in Hamborn, Lippstadt, Weitmar, Zalenze, gllaga. Von den 385 deutschen Orten hatte im Berichtsmonate fisswald mit 28,3 (auf je 1000 Einwohner und aufs Jahr be⸗ net) die höchste Sterblichkeit. Im Vormonat betrug das blichkettsmaximum 32,1 %. Die Säuglingssterblichkeit in 1 Orte eine beträchtliche, d. h. höher als ein Drittel aller ndgeborenen, in: Zoppot 350 % (Gesamtsterblichkeit 12,6). Die amtsterblichkeit war während des Berichtsmonats geringer 5,0 (auf je 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet) in 213
Orten. Unter 7,0 % betrug sie in: Merheim 6,6 (1903/12: 15,3), Berlin⸗Mariendorf 6,1, Falkenstein i. V. 6,1, Berlin⸗Friedenau 6,0 (1895/1904: 10,6), Wermelskirchen 5,0 (1902/11: 11,0), Wilhelms⸗ haven 4,4 (1895/1904: 11,6). Die Säuglingssterblichkeit be⸗ trug in 131 Orten weniger als ein Zehntel der Lebendgeborenen. Unter einem Siebentel derselben blieb sie außerdem in 123, unter einem Fünftel in 89 Orten. Im ganzen scheint sich der Gesund⸗ heitszustand seit dem Vormonat etwas gebessert zu haben. Eine höhere Sterblichkeit als 35,0 %0 hatte, wie im Februar und März,
keine Ortschaft, eine geringere als 15,0 %o batten 213 Ortschaft gegen 190 im März. Rr 98 chaften ge
32
ehr Säuglinge als 333,3 auf je 1000 Lebend⸗ orene starben in 1 Orte gegen 2, weniger als 200,0 in 343 gegen 3 im Vormonate. —
Rußland. Die russische Kommission für Bekämpfung der Pestgefahr hat die
2 Chios und die Stadt Bassorah für pestverseucht erklärt.
Handel und Gewerbe.
im Reichsamt des Innern gestellten „Nachrichten für andel, ndustri Öund Landwirtschaft“.) 8 “
Rußland.
Erwerb eigener Kohlengruben für die Staatsbahn⸗ verwaltung.
Die russischen Staatsbahnen verbrauchen vorzüglich 3 Hauptarten von Heizstoffen: Steinkohle, Naphtha und Holz. Der Söeedehrten — in Millionen Pud — betrug in den Jahren 1912 (und 1908) Donezkohle 204 (210), Koble anderer Bezirke 160 (140), ausländische Kohle 3 (1), Naphtha 78 (73), Holz (in 1ege Kubikfaden) 606 (790).
bgesehen von einem unbedeutenden Teil wird fast der ganze Bedarf an Heizstoff durch Ankauf auf dem Markte gedeckt, und des⸗ halb ist fast der “ Bedarf von der Marktlage abhängig.
Da diese Abhängigkeit vom Markte eine Gefahr bei Verkehrs⸗ störungen oder bei unpünktlicher Vertragserfüllung seitens der Liefe⸗ ranten infolge unzulänglicher Kohlenförderung in sich birgt, war bereits vor langer Zeit davon die Rede gewesen, daß der Verkehrsminister die Absicht habe, die Versorgung der staatlichen Eisenbahnen mit Heizstoff durch Erwerb und Ausbeute eigener Naphthaquellen und Kohlengruben sicherzustellen. Nunmehr ist der Duma eine Gesetzvorlage zugegangen, in der um die Anweisung von Mitteln, und zwar zunächst in Höhe Fog 8 89 000 Rbl., zum Erwerb eines eigenen Kohlenbergwerks er⸗ ucht wird.
Einstweilen besteht die Absicht, die Förderung auf höchstens 25 bis 30 Millionen Pud jährlich, d. h. etwa 10 % des I Stein⸗ kohlenverbrauchs der Staatsbahnen aus dem Donezbassin, zu beschränken, um die staatliche Kohlenförderung allmählich, je nach den Umständen und Erfahrungen, in solchem Umfang auszudehnen, daß jedwede Möa⸗ lichkeit einer Verkehrsstörung wegen Unzulänglichkeit des Heizstoffs ausgeschlossen wird.
Aus der Zahl der geprüften Angebote wurde unter anderem das Bobakowsche Kohlenlager als am geeignetsten befunden, dessen Wert 38 1Sn00 “ geschäßt vmbsnh vöse faßt etwa 5 essätinen Land und birgt, bis zu aden Tiefe, 5 mit etwa 2 Milliarden Pud Kohle. b 2
Der Selbstkostenpreis für 1 Pud Kohle wird unter Zugrunde⸗ legung der Betriebskosten und der Ausgaben zur Tilgung des Anlage⸗ kapitals auf 7,75 Kop. (6,50 + 1,25) angegeben, während die Staats⸗ bahnen zurzeit für Donezkohle durchschnittlich 9 Kop. zahlen und in
F11““
den Jahren 1909 bis 1911, d. h. in der Periode der niedrigsten Marktpreise im letzten Jahrzehnt, 7—8 ½ Kop. für das Pud gezahlt haben. (Nach einem Berichte des Kaiserl. Generalkonsulats in St. Petersburg.) “ 8 .
8
riechenland.
„Moratorium. Durch ein in der griechischen Regierungszeltun veröffentlichtes Königliches Dekret vom 29. April/12. Mai 1914 i mit Bezug auf das Gesetz vom 6./19. Oktober 1912 und vom 31. De⸗ zember 1913/13. Januar 1914, betreffend Unterbrechung von Ver⸗ jährungen, Fristen und gerichtlichen w im allgemeinen während der Zeit der Mobilmachung bestimmt worden, daß in Alt⸗ griechenland, in Mazedonien und in Epirus Zwangsvollstreckungen auf Immobllien, jedoch nur der Landwirtschaft, bis Ende August/13. Sep⸗ tember 1914 eingestellt werden. Die persönliche Haft wird eingestellt für das ganze Königreich als Vollstreckung und als Maß⸗ ngbs Fe 1s Sicherstellung bis Ende Dezember 1914/13. Ja⸗ nuar .
Von diesen Einstellungen sind ausgenommen die Beschlüsse über vorläufige ne-ghahe betreffend Besitz, über gesetzmäßige Unter⸗ haltung, über rmission von zahlungsunwilligen Mietern, sber das Gerichtsverfahren bezüglich der eingereichten Klagen, in Berufungs⸗ klagen über Sicherungsmaßnahmen und Zwangsvollstreckungen, über die in einem besonderen Verzeichnis aufgeführten Beschlüsse, über Konkursverfahren, ausgenommen persönliche Haft, über Beschlüsse, vtreffend 12 9. LE“ Seeprisen sowie über
eschlüsse, betreffend Artike er Zivilprozeßordnung hinsichtli des Zuschlagsprotokolls. Frofe 8 vn 8
Nicht eingestellt werden Vollstreckungen in Verwaltungssachen.
In den Bezirken der Gouvernements von und Epirus wird bis Ende Juni/13. Juli 1914 jedes Prozeßverfahren, Hrürefen Konkurserklärung, und die damit zusammenhängenden Fristen eingestellt.
Die Einstellungen haben keine Geltung für Rechtsgeschäfte nach dem 2./15. November 1913. 8 i
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Konkurse im Auslande. Galizien.
Konkurs ist eröffnet über das Vermögen der Bankgesell⸗ Ksft 8* Handel 81 u1 dla handlu i przemyslu w Birczy) G. m. b. H. mittels Beschlusses des K. K. Kreisgerichts, Abteilung IV, in E. . . m 29. Fech 5 EE“ Vorläufiger Konkursmasseverwalter: Dr. Jakob Ehrenpreis, Advokat in Bircza. Wahltagfahrt (Termin zur Wahl des endgültigen Konkursmasseverwalters) 10. Juni 1914, Vormittags 9 Uhr. Die Forderungen sind bis zum 10. Juli 1914 bei dem genannten Gerichte oder bei dem K. K. Bezirksgerichte in Bircza anzumelden; in der Anmeldung ist ein in Bircza wohnhafter Zustellungsbevollmächtigter namhaft zu machen. Liquidierungstagfahrt Füsmin zur Feststellung der Ansprüche) 30. Juli 1914, Vormittags
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Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 10. Juni 1914. Ruhrrevier Oberschlesisches Revi 8 Anzahl der Wagen ü “ Gestellt 31 721 Micht gestellt. —
Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts (in Einheiten zu 10 t) in den großen Kohlenbezirken für die Zeit vom 16. bis 31. Mai 1914.
Werktage
“ Es wurden gestellt davon
an Sonn⸗ an Werktagen und Festtagen
im ganzen
nicht rechtzettig gestellt v. H.
Im Durchschnitt
für den Sonn⸗
und Festtag gestellt
Im Durchschnitt für den Werktag
gestelkt Bemerkungen
bezitk
Gegen das Vorjahr (+) 1144*4*“
Gegen das Vorjahr (+†) hsischer Steinkohlenbezirk. e 14“
1 Gegen das Vorjahr (X) mtsumme in den 7 Bezirkn...
Gegen das Vorjahr (†)
111““
1914 1913
1914 1913
1914 1913
1914 1913
1914 1913
Gegen das Vorjahr () hsischer Braunkohlenbezirk . . . . . . . ...
1 Gegen das Vorjahr () nischer Braunkohlenbezirk .. . . . . . . ..
Gegen das Vorjahr (4) mtsumme in den 7 Bezirke .. . . . ..
Gegen das Vorljahr (†)
1914 1913
1914 1913
1914 1913
Steinkohlenbezirke.
376 301 405 923 29 622
964 1433 835 — 36 770 2 — 11 954 10 737 11 718 10 771 —⸗ 238 34 41 368 41 020 46 246 45 893 — 4 878 4 873 15 831 15 831 17 766 17 766 — 1 935 = 10,9 % 1 935 118 309 — 117 444 135 808 — 17 95= 12,9 % 17 681 14 080 13 468 19 813 19 430 — 5733 = 28,9 % 5 962 16 269 16 269 20 729 20 729 — 4 460 4 460 614 876 591 070 685 913 655 637 — 71 037 = 10,4 % — 64 567 — B. Braunkohlenbezirke. 52 023 56 747 4 724 16 837
20 764 27 912 7 148
23 806 30 276
52 023
56 747 7727=
16 837 19 404 19 404 2567 2 LVF1 8 515 1 515 68 = 6528 1 753 1 753 2 369 2 369 616 = 26,0 % — 615 3 076 2 998 3 581 3 543 505 = 14,1 % 525 19 173 19 173 20 350 20 350 — 1177 = 5,8 1177 23 661 23 257 707 124 960 134 833 9873
8,3 %
125 038 134 922
— 9 884 =
+ 133 =—
31 358
2 818 Festtage
1 Festtag
0,4 % 895 2 Festtage 829 1 Festtag + 66 = 8,0 % 3 418 3 530 112 — 1 319 1 269 1718 8 9 787 10 394 b 607 = 1 122 1 388 266 = 19,2 % 1 356 1 481 49 255 5 951 50 116 10 154 861 — 4 203
2 Festtage 1 Festtag
3,2 %
2 Festtage
2 Festtage 1 Festtag
2 Festtage
2 Festtage
4 335 2 Hesttage
4 053 282 = 7,0 %
1 403
1 386 17 = 1,2 % “ 710 1 2 Festtage
2 Festtage
2 Festtage
23 = 13,6 % 250 253 J= 1,2 % 1 598 1 454
1 Festtag