1914 / 267 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 12 Nov 1914 18:00:01 GMT) scan diff

Hingebung und Unterstützung zu. eben. Im ganzen Neich 8 1 8 8 daß des Ueberlebenden der „Emden“ alle kriegerischen Ehren herrsche der unerschütterliche Entschluß, gleichviel um welchen Die revolutionäre Bewe gung in Aegypten hat

Preis, den Triumph der britischen Waffen zu sichern. 2 Ein 77 Seiten starkes Bchee Waffen hecr Ereignisse dem „Corriere della Sera“ zufolge stark zugenommen. Der

c; worden, die dem Bruche mit der Türkei voraus⸗ nng geten se ficadie egünfi. gingen. .“ 1 sei beendet. Hierzu komme die von Enver Pascha eingeführte 5 F Has Kriegsamt hat beschlossen, die Rekrutierung militärische Organisation sowie die reichlichen Geldunter⸗

Erhöhung der Versorgungsgelder für die Familien stützungen durch die ägyptischen Notabeln. Außer den Beduinen

in Kriege gefallener und verwundeter Mannschaften zu fördern. des westlichen Niltals bis Cyrenaika seien auch die Stämme

Das Minimum beträgt jetzt ein 9 die Woche für eine jenseits des Nil empörungsbereit. G von fünf Personen. Dies gilt auch für den Fall, daß Soldaten und Marinemannschaften innerhalb 7 Jahren nach dem Ende des Krieges sterben.

Die „Times“ meldet aus Dublin, daß die irische Regierung die Verfolgung der aufrührerischen Blätter in Erwägung ziehe, von denen drei gegen den Eintritt in das

Heer und die Flotte agitieren. Rußzland. 1 Großes Hauptquartier, 12. November, Vormittags. 1 (W. T. B.) Der über Nieuport bis in den Vorort Lombart⸗ Der Krieg der Türkei gegen den Dreiverband.

sächlich in seinen Händen. Das alte Ackerbauland Aegyvten, zur römischen Kaiserzeit die Kornkammer der Welt, ist während des amerikanischen Bürgerkrieges 1865, um Englands Baumwollindustrie

von Amerika unabhängig zu machen, Baumwollerzeugungsland geworden,

und man hat es um dieses Zweckes willen verstanden, durch glänzende 8 Bewässerungsanlagen diese Kultur von den U sregelmäßigkeiten der Nil⸗ überschwemmungen unabhängig zu machen. In Wahrheit ist die ägvptische Baumwolle in kleinem Maßstabe schon im Mittelalter durch die Araber hirs im Lande eingeführt, an Gute heute die erste und bis vor kurzem bestbezabhlte der Welt; allein die gegenwärtigen kriegerischen Ereignisse 9. können sehr leicht für diese Kultur eine schwere Krisis berbeiführen, eine Folge, die sich schon im Augenblick durch die Unmöglichkeit, die

so spät kam, dazu hat niemand Zeit. Die Hauptsache ist, daß sie da ist. Anders liegt der Fall nachher für den einzelnen Empfänger, der schon schmerzlich auf seinen Brief gewartet hat

1 en 8 waren, umn schließlich als unbestellbar zurückzukommen. Es ist zu erweisen sind, und daß der Kapitän sowie die Offiziere ihre dihch elfn nen dieser und anderer Art in der Säbel behalten. . Feldadresse, wie z. 5 1 8 ee 1 Krelschon scha I auf e uen Zereeh gewaßtsthhat X * ; eines Armeekorps mit der einer Armee, auch gebildeten und nun natürlich in seiner Antwort mit der Feldpo ar E“ nss Ee rann 1I“ b 8 Leuten Die Truppenbezeichnungen unseres ins Gericht geht! .“ . 8 1 Fsst ien. b. v Feldheeres sind sehr mannigfaltig. Viele von ihnen sind neu In anderen Fällen ist die Feldpost eingetroffen, und die SE EE111122— und deshalb der Allgemeinheit noch nicht geläufig. Dies gilt Sendungen stehen bei der Feldpostanstalt zur Abholung bereit; bracht wurde. Alle Offiziere und 77 Maͤnn der Besatz namentlich von den kleinen Formationen (Kolonnen), die erst aber es kommt von einzelnen Truppenteilen niemand. Am wurden gerettet 5 z 8g bei der Mobilmachung gebildet worden sind. Hier ist deshalb nächsten Tage langt neue Post an. Die Ordonnanzen bleiben (Dos Kanonenboot „Niger“ ist 1892 vom Stapel gelaufen, hat eine 1e. L2. chrift 8 Fetaßsess ge geführt, vge eFaischen hat Fecdhastansia 88 nüser . ; Gateit.. Berücksichtigung der Nummer, die die einzelne Kolonne führt, graphen spielen lassen, wenn es einen solchen g di 8 Se e ac. desonders am Platze. Viele Verzögerungen von Feldposthriefen nicht von der Militärbehörde für den eigenen, wichtigen 1 8 . 8 an die Angehörigen solcher Kolonnen sind auch darauf zurück⸗ Meldedienst voll belastet ist. Auch der Telegraph bringt keine Volkskreisen 5sGee 1 nicht gebörig gewürdigt worden ist. Richt Tokio, 11. November. (Meldung des Reuterschen zuführen, daß die Mannschaften, wenn sich die Bezeichnung Erklärung, ebensowenig der von der Feldpostanstalt zum Suchen immer war die Stellung Englands in Aegypten, so mächtig auch Bureaus.) Ein japanisches Torpedoboot ist heute vor G iner Kolonne geändert hat, dies nicht rechtzeitig oder nur ausgesandte Kraftwagen. Niemand weiß, wo die Truppen die Erwerbung des Suez⸗Kanals dort seinen Einfluß gefördert ou vg. gesunken. Der größere Teil mangelhaft nach Hause mitteilen. sind. Sie sind „in Bewegung“, heißt es militärisch. So sam⸗ batfe, völlig unbestritten. Vor 20 Jahren noch arbeitete ein er Besatzung ist gerettet worden. 8 22¹ 8 tung ist g 8 . 8

Kriegsnachrichten. hlreiche Fehler in den Feldadressen werden ferner da⸗ melt sich tagelang die Post bei der Feldpostanstalt d den engli chen Interessen dorr ent 8 Zahlreiche Fehler in den Feldadressen werden ferner da« melt sich tagelang die Post bei der Fe⸗ dpostanstalt an, un französisches Comité d'Egypte den englischen Interessen dort ent⸗ Westlicher Kriegsschauplatz. durch begünstigt, daß neben den Linientruppen Reserve- und wenn dann schließlich die Truppen wieber auftauchen, liegen gegen, begründet auf alte Ansprüche Frankreichs auf eine Stellung Landwehr⸗ usw. Truppen sowie u. U. auch Ersatzbataillone und einige tausend Säcke zum Empfang bereit. Eine soiche Post am Nil. Es kam damals zu scharfer Nebenbuhlerschaft zwischen

8 fr 9 8 beiden Staaten eben dieser Ansprüche halber. Sie zeigten sich Rekrutendepots mit gleicher Nummer vorhanden sind. Ver⸗ braucht dann freilich auch noch einige Zeit, bis so viele Wagen zur eates ee de ene ver Her ohli n Fascoha Nt ehen.

Der Ministerrat hat der Korrespondenz „Rundschau“ de vorgedrungene Feind wurde von unseren Truppen über wechslungen, die hierbei in der Briefadresse unterlaufen, haben Stelle sind, daß sie von den Ordonnanzen abgebracht werden kann. bes f zufelg⸗ n der persischen Regierung, die bie yfer füreg h. ran tich ede Usber Konstantinopel, 11. November. (W. T. B.) Amtliche um so empfindlichere Verzögerungen im Gefolge, als sich diese Nun sind die Postbeutel bei der Truppe. Jedes Bataillon empfängt nett b 2 1 . Eraland russischen Truppen aus Persien abzuberufen, abgelehnt. Damit ufer bis zur See ist vom Feinde geraͤumt. Mitteilung aus dem Hauptquartier der Kaukasischen eeinzelnen Truppenkörper vielfach in ganz verschiedenen Gegenden seinen Teil. Man beginnt die Briefe kompagnieweise zu trennen, freie Hand in Marokko zugesichert erhielt. Freilich ging hat Rußland die persische Neutralität verletzt. Der Angriff über den Nerkanal südlich Dixmuiden schritt Armee: Unsere Armee greift die zweite Linie der russischen befinden. da plötzlich Alarm! Das Quartier muß schleunigst geräumt zu dieser Zeit England die Verpflichtung ein, an den

8 fort. In Gegend östlich Ipern drangen unsere Truppen Stellungen an. Nach Angaben mehrerer Gefangener und Ein Mittel zu finden, das die Anwendung richtiger Feld⸗ werden. Es ist unmöglich, die umfangreiche Post mitzunehmen. volitischen Verhältnissen in Aegypten nichts zu ändern, eine Ver⸗ Niederlande. weiter vorwärts. Im ganzen wurden mehr als 700 Fran⸗ russischer Deserteure befinden sich die Russen moralisch in einen adressen unbedingt sichert, ist nicht leicht. Die Postbehörde hat Sie wird im Dorfe versteckt. Kurz darauf ist der Ort geräumt und pflichtung, die es zu. vergessen im Begriff steht. 8 8 S Zlättermeldungen zufolge ist der Belagerungszustand zosen gefangen sowie vier Geschütze und vier Maschinengewehre schlechten Zustande. Ein französischer Kreuzer und ein fran neuerdings den Weg betreten, daß sie die Bestrebungen privater die Post vergessen. Drei Wochen später es ist auch dies kein 1 u 1 8” 2 auf die Orte in Friesland und Groningen ausgedehnt erbeutet. zösischer Torpedojäger gaben einige Schüsse auf die Küste bei Hilfsbereitschaft unterstützt, Schreibstuben einzurichten, wo den Phantasiegebilde, sondern durch nüchterne amtliche Meldungen Begüun und vor dee S worden 1. Phokia und Deirmendagh (2) und Smyrna ab. Als ihnen nit den Versendungsbedingungen weniger vertrauten Personen von Feldpostanstalten belegt berührt ein anderer deutscher Er er in seinem Werke „odern Egypt“ aus einem Brieie des be⸗ 2 ns rih⸗ des Widerstand entgegengesetzt wurde, entfernten sie sich. Es wurde Belehrung und Hilfe zuteil wird. Die Oberpostdirektionen sind Truppenteil die Ortschaft. Er findet die Postsäcke, einige 30 an Crom 9. wal des und im Walde se wurden abgewiesen. ee4“;

2 6 8 1eee n Lord Lawrence anführt:„Wir sind nirgends

kein Schaden angerichtet. woeeranlaßt worden, geeignete Beamte, auch solche im Ruhestand, der Zahl, unberührt auf und liefert sie an die nächste Feld⸗ ahnten ee E6,Z“ fünue nes Heitubelen

Oberste Heeresleitung. 8 manzuregen, daß sie ihre Sachkunde in den Dienst dieser Schreib⸗ postanstalt ab, von wo aus sie nun ihren Weg zu den Truppen⸗ Fortschritte haben also den Engländern keine Frucht getragen. Es

8 8 stuben stellen. Solche Schreibstuben werden zweckmäßig in den teilen, für die sie bestimmt sind, sei es unmittelbar, sei es auf besteht nach wie vor eine unüberbrückbare Kluft zwischen der

Schulen einzurichten und Abends zu unterhalten sein. Das Umwegen, nehmen. Die Empfänger aber der vielen Tausende mobammedanischen Bevölkerung Aegyptens und dem Herrenvolke von

von der Postbehörde vor einiger Feit herausgegebene „Merk⸗ von Briefen, die dergestalt vier Wochen älter geworden waren, der Themse, und es unterliegt wohl keinem Zweifel, so boffen auch blatt für Feldpostsendungen“, das über alle einschlägigen Fragen, gehörten 5 Landwehrregimentern an, waren also fast alle

Das von England und Frankreich gegen Deutschland lassene Zahlungsverbot hat bekanntlich die deutsche Regierung gezwungen, Gegenmaßregeln zu ergreifen und im Vergeltungs⸗ wege Zahlungen aus Deutschland nach England und Frankreich ebenfalls zu untersagen. Um diese Vergeltungsmaßregeln voll wirksam zu machen, bedurfte es einer Aus⸗ dehnung des Zahlungsverbots auf die besetzten Gebiete Belgiens. Wie „W. T. B.“ meldet, hat der Generalgouverneur

wir, daß dieser Gegensatz bald noch zu schärferem Ausdruck kommen wird. Es leben nur 6000 bis 7000 Engländer in Aegypten, und dennoch kann es in der Armee kein Eingeborener zu einer führenden Stellung bringen, höchstena ist ihnen der Regimentskommandeur erreichbar. In bezug auf Munition und Bewaffnung ist Aegypten von Enaland vollständig abhängig.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Großes Hauptquartier, 12. November, Vormittags. (W. T. B.) Im Östen warf unsere Kavallerie östlich Kalisch die erneut vorgegangene überlegene russische

Verkehrswesen.

Weshalb hören die Klagen über die Feldpost Auskunft gibt, und das an jedem Postschalter zu haben ist, nicht aufs 1 wiird auch diesen Schreibstuben in ausreichender Zahl kostenfrei

namentlich auch über die wichtigen Verpackungsvorschriften, 1“ denen man es nachempfinden wird, was es

eißt, einen Monat und mehr auf eine Nachricht von Hause warten zu müssen. Aus diesen Beispielen erhellt, wie täglich Tausende von

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in Belgien dementsprechend unter dem 3. November eine Verordnung erlassen, die sich dem Inhalt des deutschen Zahlungsverbots sinngemäß anschließt. Es sind sonach aus dem belgischen Okkupationsgebiete alle Zahlungen oder Wertüberweisungen, sei es, daß diese mittelbar oder unmittelbar erfolgen sollen, nach England oder Frankreich verboten und alle Schulden an die feind⸗ lichen Länder zinslos gestundet. Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot werden ebenso wie der Versuch nach Kriegs⸗ recht bestraft. Die Befugnisse, die in der deutschen Ver⸗ ordnung dem Reichskanzler zustehen, sind für Belgien dem Generalgouverneur vorbehalten. Der Generalgouverneur kann sonach für Belgien auch Ausnahmen bezüglich des Zahlungsverbots zulassen. Als Hinterlegungsstelle für die geschuldeten Beträge zwecks Schuldbefreiung ist die Kasse der deutschen Zivilverwaltung 10 Brüssel vorgesehen. Der Schutz, den die deutsche Verordnung denjenigen natür⸗ lichen und juristischen Personen zuteil werden läßt, die in Deutschland ihren Wohnsitz oder Sitz haben, kommt auch den besetzten Teilen Belgiens zugute.

Die Zeitung „La Belgique“ teilt mit, daß der Ge⸗ sandte Portugals Brüssel verlassen habe, um sich nach Havre zu begeben. Die Vertretung der portugiesischen Interessen ist dem brasilianischen Gesandten anvertraut worden.

Luxemburg.

Vorgestern trat die Kammer gemäß der Verfassung su

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einer ordentlichen Tagung zusammen. Die Gro herzogin hielt dabei eine Thronrede, in der sie laut Meldung des „W. T. B.“ sagte:

Ein wirkliches Herzensbedürfnis führt mich heute in Eure Mitte. Wir alle sind erschüttert durch das furchtbare Schauspiel eines blutigen Krieges, in dem sich unsere Nachbarstaaten zerfleischen. Nach hundert Tagen eines entsetzlichen Kampfes kommt das Wort, Frieden“ noch auf niemandes Lippen. Wir können nur insofern interdvenieren, als es sich darum handelt, die Verwundeten zu pflegen und das Heer der Leiden zu bekämpfen, die infolge des Krieges auch über unser Land bereinbrechen. Unser Volk hat in dieser Be⸗ ziehung reichlich seine Pflicht getan. Unsere Neutralität ist verletzt worden und wir haben uns beeilt, ich und meine Regierung, dagegen Einspruch zu erheben. Wir haben diesen Einspruch zur Kenntnis der Garantiemächte gebracht. Die Kammer hat unsere Handlungsweise gebilligt. Obwohl verkannt, bleiben unsere Rechte durchaus besteben. Es wurde uns für das uns zugefügte Unrecht eine Entschädigung ver⸗ sprochen und für den von den Truppen angerichteten Schaden wurden uns bereits Entschädigungsgelder ausgezahlt. Das Land fühll sich keines⸗ wegs von den Pflichten entbunden, die ihm durch die internationalen Ab⸗ machungen auferlegt werden, unser Einspruch bleibt bestehen. Wir halten ihn in seiner ganzen Tragweite aufrecht. Ich danke der Bevölkerung für ihre korrekte Haltung, durch die unliebsame Vorkommnisse ver⸗ hütet wurden. Wir werden unseren internattonalen Pflichten nicht untreu werden. Unser Volk war wirklich glücklich, unser National⸗ lied zeugt dafür. Luxemburg hat den Beweis für sein Existenzrecht erbracht. Es will und muß fortfahren zu bestehen. Es ist Pflicht der Regierung, die öffentliche Gewalt in ihrem ganzen Umfange auf⸗

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recht zu erhalten. Es ist für mich ein großer Trost, zu wissen, daß

ich mich mit der Regierung, der Volksvertretung, und dem ganzen Volke eins fühle. Bleiben wir geeint! Inmitten der Ereignisse, wobei unsere Nachbarländer Wunder der Tapferkeit für die Größe und das Glück ihres Vaterlandes verrichten, wollen auch wir uns ganz für unser Vaterland einsetzen Gott schütze unser teures Vaterland!

Die Kammer wählte eine siebzehngliedrige Kommission,

die eine Antwortadresse auf die Thronrede ausarbeiten und am

Donnerstag der Kammer unterbreiten wird. Das bisherige

Präsidium wurde wiedergewählt.

Amerika. Der mexikanische General Carranza hat den Bedingungen der Vereinigten Staaten von Amerika Stadt Veracruz zugestimmt.

Asfien.

Die Ulemas von Kerbela und Nedschef haben, wie

von „W. T. B.“ gemeldet wird, in der von den persischen

Schilten als heilig verehrten Stadt Nedschef an der Grabmoschee

des Khalifen Ali vor vierzigtausend Personen, die dort in zusammengerufen worden waren, feierlich einen Fetwa ver⸗ kündet, in dem die Verpflichtung zur Teilnahme am Kriege

erklärt wird. Einem vom „W. T. B.“ verbreiteten amtlichen Telegramm

aus Peking zuf ge sing die verheirateten Tsingtau⸗Kämpfer,

deren Frauen in ng sind, wohlauf. Einzelheiten fehlen.

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Kavallerie zurück. Oberste Heeresleitung.

Wien, 11. November. (W. T. B.) Amtlich wird be⸗ kannt gegeben: Die Operationen auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz entwickeln sich plangemäß und ohne Störung durch den Feind. In dem von uns freiwillig ge⸗ räumten Gebiet Mittelgaliziens sind die Russen über die untere Wisloka, über Rzeszow und in den Raum von Lisko vorgerückt. Przemysl ist wieder eingeschlossen. Im Stryj⸗Tale mußte eine feindliche Gruppe vor dem Feuer eines Panzerzuges und überraschend aufgetretener Kavallerie unter großen Verlusten flüchten. Der stellvertretende Chef des Generalstabe

von Hoefer, Generalmajor.

Südlicher Kriegsschauplatz.

Wien, 11. November. (W. T. B.) Antlich wird ge⸗ meldet: In den Morgenstunden des 10. November wurden die Höhen von Misar, südlich Sabac, nach viertägigem verlustreichem Kampfe erstürmt und hierdurch der feindliche rechte Flügel eingedrückt; es wurden zahlreiche Gefangene gemacht. Der Gegner mußte die stark befestigte Linie Misar —Cer Planina räumen und den Rückzug antreten. Starke feindliche Nach⸗ huten leisten in vorbereiteten rückwärtigen Verteidigungs⸗ stellungen neuerdings Widerstand. Das Vorrücken östlich Losnica Krupanj geht fließend vorwärts, trotz heftigen Widerstandes feindlicher Nachhuten. Die Höhen östlich Javlaka sind bereits in unserem Besitz. Soweit bisher bekannt, wurden in den Kämpfen vom 6. bis 10. d. Mts. ca. 4300 Mann gefangen, 16 Maschinengewehre, 28 Ge⸗ schütze, darunter 1 schweres, 1 Fahne, mehrere Munitions⸗ wagen und sehr viel Munition erbeutet.

Der Krieg zur See.

London, 11. November. (W. T. B.) Die Admi⸗ ralität meldet: Nachdem der Angriff auf den „Pegasus“ am 19. September anzeigte, wo sich die „Königsberg“ befand, veranlaßte die Admiralität die Zusammenziehung einiger schneller Kreuzer in den ostafrikanischen Gewässern. Die Schiffe suchten gemeinsam die See ab. Die „Königsberg“ wurde am 30. Ok⸗ tober von dem englischen Kriegsschiff „Chatham“ entdeckt; sie lag ungefähr 6 Meilen von der Mündung des Rufidschi⸗ Flusses gegenüber der Insel Mafia. Die „Chatham“ konnte wegen des größeren Tiefgangs die „Königsberg“ nicht er⸗ reichen. Wahrscheinlich sitzt der deutsche Kreuzer außer bei hohem Wasser auf Grund. Ein Teil der Bemannung der „Königsberg“ ist an Land gesetzt und liegt an dem Ufer ver⸗ schanzt. Sowohl die Verschanzungen als der Kreuzer wurden von der „Chatham“ beschossen, aber üppige Palmenwaldungen verhindern festzustellen, welcher Schaden durch die Beschießung angerichtet wurde. Sodann wurden Schritte getan, um den Kreuzer in dem Fluß abzuschließen, indem in der einzigen Fahr⸗ rinne ein Kohlenschiff versenkt wurde. Nachdem der Kreuzer gefangen und unfähig ist, Schaden zu tun, wurden die schnellen Schiffe, die ihn verfolgt hatten, für den anderen Dienst frei.

Eine andere kombinierte Operation wurde seit einigen 5 durch schnelle Kreuzer gegen die „Emden“ geführt. Dabei wurden englische Kreuzer durch französische, russische und japanische Kriegsschiffe und die australischen Kreuzer „Mel⸗ bourne“ und „Sydney“ unterstützt. Gestern ging ein Bericht ein, daß die „Emden“ bei den Kokosinseln angekommen sei und auf der Insel Keeling eine bewaffnete Abteilung ausgeschickt habe, um die drahtlose Station zu vernichten und das Tele⸗ graphenkabel abzuschneiden. Dort wurde die „Emden“ durch die „Sydney“ überrascht und zum Kampf genötigt. In dem heftigen Gefecht, das nun folgte, hatte die „Sydney“ drei Tote und drei Verwundete. Die „Emden“ wurde auf den Strand getrieben und ist verbrannt. Den Geretteten wurde alle mögliche Hilfe geleistet.

London, 11. November. (Amtliche Meldung des Reuter⸗ schen Bureaus.) Der Kapitän des kleinen Kreuzers „Emden“ von Müller und der Leutnant zur See Franz Joseph Prinz von Hohenzollern sind beide kriegsge angen und nicht verwundet. Die Verluste der „Emden“ betragen

Schwierigkeiten ausführlich geschildert, die sich bei der Feldpost in den ersten Wochen einem geregelten Betrieb entgegengestellt haben. „Aber“, so hört man vielfach sagen, „der Krieg dauert

Briefsperren haben

gleichwohl reißen die Klagen über verspätete Ankunft und

Verhältnisse oder anderswo zu suchen hat?

Schon in den „Klagen über die Feldpost“ hat die Post⸗ verwaltung freimütig erklärt, daß, wie allenthalben im Leben, so auch im Feldpostbetriebe Versehen vorkommen können und zumal in der ersten Zeit vorgekommen sind. Da der Reichs⸗ post bei der Mobilmachung mit einem Schlage 70 000 Köpfe eingeschulten Personals entzogen wurden, an deren Stelle Neu⸗ linge traten, ist das gar nicht anders möglich. Auch fernerhin werden im Feldpostbetriebe Versehen unterlaufen, zumal immer weitere ungelernte Hilfskräfte eingestellt werden müssen; denn der Feldpostverkehr nimmt dauernd zu. Dabei ist gerade das Feldpostsortiergeschäft besonders schwierig. Bestehen doch gegen⸗ wärtig nicht weniger als nahezu 13 000 Einheiten, nach denen die Feldpostbriefe bei den Postsammelstellen sortiert werden müssen. Sehr nachteilig wirken auf den Feldpostbetrieb und den Ruf der Feldpost die vielen Mängel in der Adressierung und Verpackung der Feldpostsendungen. Die Bemühungen der Postverwaltung, durch immer wieder⸗ kehrende Hinweise in der Presse diesen Mißständen abzuhelfen, haben bisher keinen ausreichenden Erfolg gehabt. Täglich werden Tausende und aber Tausende von Feldpostsendungen, die den Anforderungen nicht entsprechen, weiter aufgeliefert. Da die Postverwaltung im Interesse des Publikums und unserer Krieger immer weiter auf diesem Gebiet ihre Werbetätigkeit Fütlegen wird, ist hoffentlich im Laufe der Zeit mit einem

ückgange der Zahl der unrichtig und undeutlich adressierten und ungenügend verpackten Feldpostsendungen zu rechnen. Viel wird dies aber nicht ausmachen. Der Unvollkommenheit der menschlichen Natur entspricht es, daß bei den Schwierigkeiten, die die Niederschrift einer richtigen Feldadresse, namentlich den einfachen Leuten, oft verursacht, eine bedeutende Menge von nicht einwandfreien Feldpostbriefen dauernd vorhanden sein und eine Quelle für weitere Klagen und Beschwerden über die Feldpost bilden wird.

In sehr vielen Fällen tragen allerdings unsere Soldaten im Felde die Schuld an den von ihren Angehörigen daheim angewandten mangelhaften Feldadressen, indem sie she ihnen in dieser Form mitgeteilt haben. Von der Heeresverwaltung werden die Soldaten dazu angehalten, daß sie nur richtige Feldadressen nach Hause schreiben. Die Postbehörde unterstützt die hierauf gerichteten Bemühungen der Militärverwaltung, soviel sie dies nur kann. Zu dem Zweck stellen sich nicht nur die Feldpostanstalten durch Fingerzeige mancherlei Art in den Dienst dieser guten Sache. Auch namentlich in der Heimat wird bei den 20 Postsammelstellen und sämtlichen Oberpost⸗ direktionen bereitwillig dem Publikum darüber Auskunft erteilt, welche Mängel eine ihnen zur Prüfung vorgelegte Feldadresse etwa hat. Eine solche Rückfrage ist immer dann sehr nützlich, wenn der Feldangehörige draußen schreibt, daß er von daheim keinen Brief erhalte. Die Prüfung vieler Klagen dieser Art hat ergeben, daß fast regelmäßig eine falsche Feldadresse die Ursache war, und duß die Feldpost somit kein Vorwurf traf. Die Untersuchungen von Beschwerden zeitigen manchmal auf⸗ fallende Ergebnisse. Es ist vorgekommen, daß eine Militär⸗ 8 sich bei der Postbehörde darüber beklagt hat, sie während einer mehrwöchigen Dienstleistung bei der Munitionskolonne Nr. X, trotz sorgfältiger Mitteilung dieser Feldadresse an die Heimat beim Ausrücken, von zahlreichen Driefen nicht einen einzigen erhalten habe. Die Untersuchung der Beschwerde durch die Postbehörde ergab, daß die Militär⸗ person niemals bei der Munitionskolonne Nr. X, sondern bei der Verpflegungskolonne Nr. X Dienst getan hat, von denen jene auf dem östlichen, diese aber auf dem westlichen Kriegs⸗ schauplatze sich befand, und daß somit infolge der unrichtig nach Hause mitgeteilten Feldadresse alle Briefe für den Beschwerde⸗

200 Tote und 30 Verwundete. Die Admiralität hat angeordnet

führer statt nach dem Westen nach dem Osten bef

In einer Druckschrift „Die Klagen über die Feldpost“, die die Postbehörde vor einiger Zeit veröffentlicht hat, sind die

nun schon mehrere Monate; die militärischerseits verhängten aufgehört; große Gewaltmärsche der Truppen, wie sie in der ersten Zeit bei unseren Heeren an der Tagesordnung waren und die Zuführung der Feldpost oft un⸗ möglich machten, kommen jetzt nur noch gelegentlich vor;

über Verluste von Feldpostsendungen nicht ab“. Gibt es hier⸗ für auch jetzt noch eine durchaus zuverlässige und überzeugende Erklärung, die die Feldpost nicht belastet, sodaß man die Ur⸗ 8 sache in unvermeidlichen Begleiterscheinungen der kriegerischen

überlassen werden. So ist die Postbehörde in der Heimat nach Möglichkeit bemüht, dem Publikum in Feldpostsachen zu helfen, zumal wenn es sich was allerdings bisher väsllach nicht geschehen st mit seinen Klagen an die Post selbst wendet. Viele Personen haben es vorgezogen, ohne weiteres der Presse ihre Beschwerden zu übermitteln. Genützt hat ihnen dies wenig oder garnicht, weil die Redaktionen der Zeitungen einer Beschwerde über die Feldpost zumeist nicht auf den Grund gehen können, ins⸗ esondere fast immer außerstande sind, die Richtigkeit der an⸗ ewandten Feldadresse zu prüfen. Die Postbehörde ist als Dienerin ind Trägerin des Verkehrs nur dankbar dafür, wenn man ie auf Unvollkommenheiten oder Versehen in ihrem Betriebe ufmerksam macht; sie wird dann gern dem Uebelstand ab⸗ uhelfen suchen. Hierzu muß sie die Klagen im einzelnen kennen. Wenn Einzelfälle, die von Beschwerdeführern veröffentlicht werden, ohne Prüfung von zuständiger Stelle in der Oeffent⸗ ichkeit nicht nur für sachlich zutreffend erachtet, sondern vielfach uch noch verallgemeinert nnd damit in Angriffe gegen die Feld⸗ ost umgewandelt werden, so entspricht dies nicht der Billigkeit, amentlich wenn man sich die mannigfachen Umstände draußen im Felde vergegenwärtigt, die, ohne daß die Feldpost ein Ver⸗ schulden trifft, Beschwerden im Gefolge haben. Schon in den „Klagen über die Feldpost“ ist auf eine ganze Reihe außer⸗ ewöhnlicher Verkehrsschwierigkeiten hingewiesen worden, die nan im Frieden nicht kennt, und gegen die im Kriege auch er beste Praktiker nichts machen kann, weil sie durch die riegerischen Verhältnisse hervorgerufen werden und deshalb

auch in der Wiederkehr immer wieder von denselben schwer⸗

wiegenden Folgen für den Feldpostbetrieb begleitet sind. Von einschneidendster Bedeutung sind in dieser Hinsicht die vielen Truppenverschiebungen in kleineren und größeren Verbänden. Sehr im Nachteil mit dem Postempfang sind Truppenverbände, die kurz hintereinander den Armeeverband wiederholt wechseln. Ihre Post läuft dann manchmal mehrere Wochen hinter ihnen her, weil’ die Zeit, wo sie wieder ein⸗ mal mit geheimem Marschziel verschwunden waren, sich vorerst für die Post nicht einholen läßt. Ein anderes sehr störendes Verkehrshindernis für die Feldpost sind die vielen, meist unerwarteten und stets unfreiwilligen Auf⸗ enthalte auf den militärischen Etappenstraßen, hervorgerufen durch die Anwesenheit wichtiger Militärtransporte, die natürlich vor der Post den Vorrang haben. Einem Postsonderzug für eine Armee passierte es z. B., daß er von Cöln bis an die Front 14 Tage brauchte, weil er wegen zahlreicher dringender Militärzüge auf verschiedenen Stationen immer wieder zurück⸗ gesetzt wurde. Man stelle sich ferner vor, welche Posten⸗ anhäufung und welche Benachteiligung des Feldpostbetriebs ein⸗ treten muß, wenn die täglich nach Belgien und Nord⸗ frankreich beförderte Feldpost, die nicht weniger als 40 vollbeladene Bahnpost⸗ und Post⸗Eisenbahnwagen ausmacht, unterwegs infolge militärischer Anordnung auch nur einige Tage verzögert, d. h. stehen bleiben muß. Wie im Feld⸗ postbetriebe, so kommen natürlich auch im Militäreisenbahn⸗ verkehr gelegentlich Versehen vor. Eisenbahnwagen mit Feld⸗ posten können in Feindesland fehlgeleitet, ja ganze Postsonder⸗ züge streckenweise falsch gefahren werden. Nur jemand, der nicht weiß, wie es dort draußen zugeht, kann sich darüber wundern oder klug reden. „Wir wundern uns nicht“, schrieb kürzlich ein Rittmeister und Führer einer Munitonskolonne, „daß unsere von daheim erwarteten Liebesgabenpäckchen manch⸗ mal verspätet eintreffen, denn bei uns fährt die Feldpost zurzeit statt Briefbeutel Munition. Da hilft kein Sträuben. Alles, was Beine hat, muß vorübergehend mithelfen“. Dieser Truppenteil wußte es, weshalb er seine Post nur unregel⸗ mäßig erhalten konnte. In der großen Mehrzahl der Fälle ist die Ursache des verspäteten Posteneingangs auch der empfangenden Feldpostanstalt vorerst nicht bekannt und weniger den abholenden Truppen. Natürlich wird die Verspätung dann auf das Konto ,Feldpost“ geschrieben. Aber auch wenn die Feldpostanstalt genau die Ursache kennt, wie soll es jeder einzelne erfahren! Man stelle sich vor, die Feldpost trifft von der Etappenstraße her bei der mobilen Feld⸗ postanstalt auf mehreren Lastautomobilen oder Wagen ein. Schon sind auch die Ordonnanzen der abholenden Truppenteile mit Fuhrwerken zur Stelle. Ein jeder empfängt die für sein Bataillon, seine Eskadron oder seine Batterie bestimmten Post⸗ säcke, und schon sind die Ordonnanzen damit verschwunden, denn im Kriege muß alles eilig gehen. Immer möglichst reinen Tisch! Mean weiß nicht, was schon die nächste Stunde bringt. Lange entgegenzunehmen, weshalb die Post

Feldpostbriefen aus diesem oder jenem Grunde ohne Verschulden der Post auf unrichtige Wege geraten und deshalb verspätet oder unter Umständen gar nicht ankommen. Das Publikum sucht gleichwohl in allen diesen Fällen die Schuld bei der Feld⸗ post und tritt mit seinen Klagen darüber nicht nur bei der Postbehörde, sondern namentlich auch in Bekanntenkreisen, in der Presse und sonst in der Oeffentlichkeit hervor. Kann nun jemand noch fragen, wie es möglich sei, daß die Klagen über die Feldpost noch immer nicht aufhören?

Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Konto⸗ inhaber im Postscheckverkehr Ende Oktober 1914 auf 101 849 gestiegen (Zugang im Monat Oktober 482). Auf diesen Postscheckkonten wurden im Oktober gebucht 1732 Millionen Mark Gutschriften und 1745 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 1871,3 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Oktober durchschnittlich 246,8 Millionen Mark.

Vom Reichs⸗Kursbuch erscheint eine neue Ausgabe an⸗ fangs Dezember 1914 zum Preise von 2 50 ₰, die die Fahrpläne des am 2. November in Kraft getretenen beschränkten Fahzrplans für Deutschland und die Fahr⸗Friedenspläne des neutralen Auslandes, soweit sie zugänglich sind, enthält. Be⸗ stellungen nehmen sämtliche Postanstalten und Buchhandlungen entgegen. Der Postbezug für 4 aufeinanderfolgende Ausgaben ist zurzeit aufgehoben.

Kunst und Wissenschaft.

1 A. F. In der letzten Sitzung der Gesellschaft für Erd⸗

kunde hielt der Professor Dr. Eugen Oberhummer aus Wien einen Vortrag über den englisch⸗ägyptischen Sudan, den er zuletzt im Winter 1913/14 besucht hat. Etnleitend wurde, als von besonderem Gegenwartsinteresse, des staatsrechtlichen Verhältnisses Aegvptens gedacht, das, solange es nicht im anerkannten Besitz Eng⸗ lands ist, staatsrechtlich der Türket untersteht. Aegypien ist seit 1517 vom Sultan Selim eroberter türkischer Besitz. Vorher stand es unter einem eigenen Sultan und gehörte zu dem Chelifat von Bagdad, bis dies 1258 unter dem Mongolentum zusammenbrach. Da die aus Bagdad geflüchteten Nachkommen der Arbassiden freundliche Aufnahme am ägyptischen Hofe gefunden, ergab es sich in weiterer Folge, daß der ägvptische Herrscher den Titel Chalif annahm, welcher dann bei der vorgedachten türkischen Eroberung auf das Haus Osman überging. Als Provinz des turkischen Reiches hat Aegypten von 1517 bis zum ersten Drittel des letzten Jabrhunderts bestanden, wo es Mehemed Ali, einem albanesischen Türken, gelang, in Auf⸗ lehnung gegen die Türkei und siegreichem Kriege wider sie sich zum Pascha aufzuschwingen und für sich und sein Haus gewisse Vorrechte zu erringen. (An diesem Kriege hat be⸗ kanntlich unser Moltke teilgenommen.) Der zweite Nachfolger Mehemed Alis, Ismail Pascha, nahm dann 1867 den Titel „Chedive“, d. i. Herr, Gebieter, an und erreichte von der Pforte weitere Vorrechte, v. a. die Haltung einer eigenen Armee von 19 000 Mann und das Recht, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Sultan, Verträge abzuschließen. Ismail hatte iedoch anzuerkennen, daß er die Regierung über Aegypten im Namen des Sultans führe, und darauf zu verzichten, eigene Gesandtschaften bei anderen Staaten zu halten, als fremde Gesandtschaften in Aegypten zuzulassen. So erklärt es sich, daß in dem einschlie Zlich des Sudan eine Bevelkerung von 11 Millionen aufweisenden Nillande die europätschen Mächte nur Konsulate halten, welche den bei der Pforte beglaubigten Gesandtschaften unterstellt sind. Das gilt auch für England, das gleich den anderen europätschen Staaten in Aegypten nur ein Generalkonsulat besitzt. Aller⸗ dings werden diese Generalkonsuln tatsäͤchlich wie i enb. behandelt, wenn sie auch ihr Exequatur erst auf Grund eines Irade des Sultans erhalten. Da Aegypten die gleiche Flagge führt wie die Türket und die Hofsprache in Cairo das Türkische ist, da⸗ egen das Arabische die Amtssprache, so ist ersichtlich das Verhältnis Aegvptens als Vasallenstaat der Pforte streng aufrechterhalten ge⸗ blieven. Hiermit ist in scheinbarem Widerspruch die Stellung Eng⸗ lands zu Aegypten. Eine staatsrechtliche Ordnung för sie ist niemals fest formuliert worden; nicht einmal in der losen Form des Protektorats, wie es Frankreich über Tunis, England über Uganda übt. In Aegypten besitzt England nur einen Generalkonsul, der aber wie bereits Lord Cromer in Wirklich⸗ keit der Herr im Lande war, es noch heute ist, wo Lord Kitchener, eobgleich seit längerer Zeit gar nicht in Aegypten wohnend, srine Amtsgewalt rücksichtslos ausübt, und den engllischen - auf alle Behörden auszudehnen gewußt hat. Haupt ächlich ist es Kitchener geglückt, durch die Einrichtung des fnancial adviser (finanziellen Ratgebers, wie der heuchlerisch gewahlte Ausdruck lautet) in die Ministerien des Khedive einzu⸗ dringen. Somit hat z. Zt England in Aegypten die Gewalt tat⸗

Unter dem „Sudan“ ist das Gebiet zu versteben bis 22. Grad n. B., bis Wadi Halfa, also von hier aus sich südlich erstreckend. Es ist im Osten begrenzt durch das Gebiet der italienischen Kolonie Erythraea, im Süden durch Uganda, im Westen vom französischen Innerafrika. Bei einer Ausdehnung von 2 ½ Millsonen O. adratkilometern ist der Sudan fünfmal so groß als Deutschsand. Die Bevölkerungszahl ist indessen heute nur auf etwa 3 Millionen zu schätzen. Von Lord Cromer wird in seinem oben angeführten Buch behauptet, daß sie zu Zeiten des Mabdi 8 Millionen rreicht babe. In den mörderischen Kriegen des Mabdi müssen die Menschenverluste ungebeuer gewesen sein Ent⸗ sprechend hat auch der Wohlstand des Landes in dieser Zeit ungeheuere Einbuße erlitten. Um sich ein Bild von der Topographie des Sudans zu machen, tut man gut, ihn in die Gebiete „Nördliche Wüste“ und „Südliches Tropenwaldgebiet“ zu gliedern, zwischen denen es als Ueber⸗ gang eine „Warme Stepvenzone“ gibt. Die Gesteine sind zumeist nubischer Sandstein, doch auch Granit, der in den Berren der Nilkatarakte zutage tritt. Topographische Aufnahmen des Landes sind erst wenige angefertiat Es gibt für den ganzen Sudan nur wenig genaue Orientierungsaufnahmen, an einer des Gebiets von Gezireh südlich von Khartum wird z. Zt. gearbeitet. Jene ersteren Aufnahmen sind vergleichbar den bekannten „Recognoscence Maps“ vom ameri⸗ kanischen W sten. Die beiden obengenannten Gegenlätze in der Boden⸗ gestaltung des Sudans spiegeln auch Gegensätze in der Bevölkerung wider. Im Norden wohnt das helle nordafrikanische Element. im Süden eine Negerbevölkerung; außerdem enthält das Uebergangsland, die Steppenzone, eine semitische, mit hamitischen Elementen gemischte Bevölkerung. Die Neger sind durch den Nil in zwei Stämme ge⸗ schieden: die Schillukneger auf dem linken, die Dinka auf dem rechten Ufer des oberen Laufs des weißen Nils. Im mittleren Ntiltal zwischen Assuan und Dongola leben die Nubier. Ihr Hauptsitz ist Dongola. Die nubische Sprache ist eine hamitische, wenn auch offenbar Verwandtschaften mit den ostsudanesischen Sprachen des Gebietes von Kordofan bestehen. Nicht in Abrede zu stellen ist ein den Nubiern eigener negrolder Zug. Eine große Anzahl schöner Lichtbilder begleitete den Vortrag. Neben der Fülle von Landschafts aufnahmen und den besonders charakteristischen Darstellungen von Volks⸗ typen sind besonderer Hervorhebung wert: Der 2 km lange Staudamm von Assuan, die Ruinen von Phtlae, die aus der Zeit von Ramses II. stammenden Felsentempel von Abu Simbal und eine Ansicht auf Wadi Halfa. Der Sudan besitzt eine von Aegypten, dem er jetzt ange⸗ gliedert, etwas abweichende Sondergeschichte. In ihm ist, abweichend von dem staatsrechtlich als Vasallenstaat der Pforte bestehenden Aegypten, der Chedive tatsächlich souverän, aber er teilt vertrags⸗ mäßig seine Souveränität mit dem König von England, denn erst Mehemed Ali hat den berrenlosen Sudan in Besitz genommen, von ihm ist 1831 das sandsturmreiche Khartum unter 16 Grad n. B. begründet worden. Bekanntlich wurde diese Gründung in der zweiten Hälfte des Jahrhunders durch die Mahdisten jerstört; aber eine neue Stadt Khartum entstand aus den Trümmern der alten. In ihr leben neben Aegvptern und englischen Beamten viele ariechische Kaufleute, während das westlich vom Nil elegene Omdurman eine echt afrikanische Siedlung darstellt nach Maßgabe des bunten Volksgemisches, das hier seine Wohnplätze auf⸗ geschlggen hat. Ein seiner Lage nach interessanter Pla ist Ras Khadtum, auf der Halbinsel gelegen, die sich zwischen weißem und blauem Nil an der Stelle ihrer Vereinigung erstreckt. Dem Sudan angehörig sind auch die Ruinen von Meroe, wohl der ältesten in dieser Abgelegenheit einst bestehenden Kultur⸗ stätte, die hier von 700 vor Chr. bis ebensoviel nach Chr. blühte. Sie ist bemerkenswert durch die bekannten kleinen Ppramiden mit den Vortempeln und Götterbildern. Der gegenwärtig ansehnlichste Hafen des Gebiets ist Port Sudan am Roten Meer. Der etwas füdlich davon gelegene, ältere arabische Hafen Suakin, der nicht arabisches Gepräge trägt, war im Mittelalter schon Hafenstadt. Die Bevölkerung ist heute indessen stark hamitisch, den Bijardi verwandt. Die am Schluß vom Vorttagenden ausgesprochene Hoffnung, daß die zurzeit auch über die zukünftigen Verhältnisse Aegyptens wichtige Entscheidungen versprechenden Zeitereignisse eine sosche Lösung der esspannten Verhältnisse bringen werden, mit der auch Deutschland zu⸗ senden sein könne, fand lebhaftesten Beifall bei der Versammlung.

Literatur.

Das Novemberheft der „Deutschen Rundschau“ (beraus⸗ gegeben von Bruno Hake) bringt nächst der Fortsetzung von Wilhelm Schäsers Roman „Lebenstag eines Menschenfreundes“ den Schluß der Briefveröffentlichung des Majors Bernbard Schwertfeger (zugeteilt dem Großen Generalstab) „Vom Wiener Kongreß. Hermann Gunkel erörtert die, Frage „Was haben wir am Alten Testament?“ Im Verlauf seiner Ariikelreihe „Krieg und Technik“ untersucht Friedrich Lenz in einem zweiten Aufsatz „Die wirt⸗ schaftlichen Voraussetzungen des modernen Krieves“*. Der Leipziger Kliniker Adolf v. Strümpell hat seinem Aufsatz das Thema „Körperliche und sitrliche Kraft im Kriege“ zugrunde gelegt. Die „Tolstoi. Erinnerungen“ sind S Eine geschichtlich⸗volitische Abhanslung von Professor Wilhelm Michael üher Englands Politik und seine Streitmacht zu Lande“ dürfte gegenwärtig von besonderem Interesse sein, desgleichen eine ausführliche Besprechung des Re⸗ ventlowschen Werkes über „Deutschlands autwärtige Politik“. Buch⸗ kritiken und eine Bibliographie beschließen das Het