854,65 ha Pachthof des Rentners Vicomte Mahet de Graville de
fernleitung in den Kreisen Solta
3 1.
95,45 ha Pachtgut des Johann Franz Baudesson, Advokat in Nande
Bee Moritz Franz Baudesson in Melun (Verwalter: der e),
40,22 ha des Karl Leopold de Leymaire, Advokat in Paris (Verwalter: der Obige),
29,40 ha Pachtgut des Nikolaus Camill Roger in Montsagnan⸗Langres (Verwalter: der Obige),
47,59 ha Pachtgut des Jüsins Emil Sarazin, ehemaliger Notar in Nancy (Verwalter: der Obige). 1““
126,59 ha Pachtgut des Georg Frécot, Rentner in Nancy und des Heinrich Paul Holtz in Donoey (Verwalter: der Obige),
61,02 ha Pachtgut des V comte Mahet de Graville de Mailly Robert Maria in Fouge ces (Verwalter: der Obige),
143 8 Pachigut der Gräfin Chambrun in Nancy (Verwalter: der
ige),
102 8 Pachtgut des Paul de Tinseau in Toul (Verwalter: der O ige),
8,49 ha Ländereien der Marie Julie Benoit in Bar⸗le⸗Duc (Ver⸗ walter: der Obige),
5,67 † des Josef Gottlieb Brice in Raucourt (Verwalter:
2
5,77 ha Ländereien des Emil Ludwig Chapelier in Raucourt (Ver⸗ walter: Rentner Fonkenell in Solgne), G
19,62 ha Ländereien des Anton Luztan Clause in Raueourt (Ver⸗ walter: der Obige), ha Ländereien des Presper Grandidier in Mailly (Verwalter: der Obige),
3,87 ha Ländereien des Nikolaus Marsal in Raucourt (Verwalter: der Obige), ’ .
6,13 ha Acker des Franz Johann Vincent in Champey (Verwalter: der Obige),
11,18 ha Wald des Anten Luzian Clause in Raucourt (Verwalter: Forstmeister Schroeder in Metz),
6,69 ha Wald des Nikolaus Marsal, Ackerer in Raucourt (Ver⸗ walter: der Obige),
12,32 ha Wald des Marquis de Montesson Marie Josef in Le Mans (Verwalter: der Obige).
Vignv. Maillly Robert Maria in Fougéères (Verwalter: Rentner
Fgonkenell in Solgne), 3 8
1,98 ha Ländereien des Gutsbesitzers Graf de Carmoy Friedrich Josef Marie auf Schloß Remembre St. Hilane de Ries (Ver⸗ walter: der Obige), 8
26,18 ha Pachthof der Rentnerin Witwe Arnold Duroux geb. Mory in Nancy (Verwalter: der Obige),
20,65 ha Wald und Feld des Peter Albin Pourroy de l Auberrividre de Quinsonas in Paris (Verwalter: der Obige),
2,01 ha Wald des Gutsb sitzers Graf de Carmeoy Friedrich Josef Marie auf Schloß Remembre bei St. Hilaire de Ries, jetzt Pourroß de 1 Auberriviére in Paris (Verwalter: Forstmeister
Schroeder in Metz) 1 “
20,65 ha Wald des Pourroy de I Auberriv’ere de Quinsonas in Paris
(Verwalter: Forstmeister Schroeder in Metz). Vulmont.
68,95 ha Pachthof der Erben der Witwe Paul de Marguerie geb. Dubaut in Metz (Verwalter: Rentner Fonkenell in Solgne), 61,71 ha Pachthof des Rentners Paul Martin in Paris (Verwalter:
der Obige), “ . 17,32 ha 8 Ludwig Karl Munier in Pont⸗aà⸗Mousson Verwalter: der Obige), 8 1 1984 ha Ländereien des Albert François und Ehefrau Marie Louise geb. Lalance in Vulmont (Verwalter: der Obige), 21,32 ha Ländereien der Witwe Domintk François Katharina Elisabeth geb. Poinsigny in Vutmont (Verwalter. der Obige) Straßburg, den 24. Mai 1915. Miinssterium für Elsaß⸗Lothringen. Abteilung des Innern. ““
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den bisherigen Prorektor Dr. Theodor Brandt in Neuß zum Seminardirektor zu ernennen sowie den Eisenbahnobersekretären Bredow in Berlin und Pilgrim in Essen (Ruhr) bei dem Uebertritt in den Ruhestand den Charakter als Rechnungsrat zu verleihen. 8 G
Ministerium der geistlichen und Unterrichts⸗ angelegenheiten.
Dem Seminardirektor Dr. Brandt ist das Direktorat des Lehrerseminars in Neuß verliehen worden. 8
Fijnanzministerium. Der bisherige Oberzollsekretär Liese in Berlin ist zum Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator im Finanz⸗ ministerium ernannt worden “ 8 “
Bekanntmachung.
Nach Vorschrift des —2 vom 10. April 1872 (Gesetzsamml. S. 357) sind bekannt gemacht: 1 1) der auf Grund Allerhöchster Ermächtigung vom 16. August 1914 (Gesetzsamml. S. 153) ergangege Erlaß des Staatsministeriums vom 7. April 1915, betreffend die ee e“ trizitäts erband Stade für den u einer . zu und Winsen, durch das Amtsblatt der Königlichen Regtlerung in Lüneburg Nr. 19 S. 119, ausgegeben 8 55 — n2. Grund Allerhöchster e vom 16. August 1914 (Grsetzsaomml. S. 153) am 15. April 1915 vom Staats⸗ mintsterium vollzogene Statut für die Landgraben „Enrwässerungs⸗ genossenschaft in Schwedt a. O. im Kreise Angermünde durch Amteblatt der Königlichen Regierung in Potsdam und der Stadt Berlin Nr. 19 S. 227, ausgegeben am 8. ai 1915.
ichtamtliches. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 1. Juni 1915.
re Königlichen Hoheiten der Herzog und die I zu Braunschweig und Lüneburg sind heute isdam abgereist.
Das Oberkommando in den Ma äßt, wie „W. T. B.“* meldet, eine Bekanntmachung, betreffend Bestanderhebung und Beschlagnahme von IIE und neuen baumwollenen Stoffabfällen, die am heutigen
Tage Mittags in Kraft tritt.
Mit dem heutigen Tage geht die Beschaffung aller Decken für die Heeresverwaltung, wie durch „W. T. B.“ mitgeteilt wird, von der stellvertretenden Intendantur des III. Armeekorps auf das Bekleidungsbeschaffungsamt (Berlin, Askanischer Platz 4, Fernsprechamt Lützow Nr. 2187) über. Der Bedarf ist aber auf Monate hinaus gedeckt. Von welchem Zeitpunkte ab Angebote unter Vermittlung der Handelskammern wieder eingereicht werden können, wird demnächst bekannt⸗ gegeben.
Der heutigen Nummer des „RNeichs⸗ und Staatsanzeigers“ liegen die Ausgaben 513 und 514 der Deutschen Verlust⸗ listen bei. Sie enthalten die 9. Verlustliste der Kaiserlichen Schutztruppen, die 237. Verlustliste der preußischen Armee, die 186. Verlustliste der bayerischen Armee und die 32. Verlust⸗ liste der Kaiserlichen Marine. 11““
Oesterreich⸗Ungarn.
Der Kaiser hat vorgestern in Schönbrunn den bisherigen österreichisch⸗ungarischen Botschafter am italienischen Hofe Frei⸗ herrn von Macchio in längerer Audienz empfangen.
Der Armeeoberkommandant Erzherzog Friedrich hat am 29. Mai einen Armeebefehl erlassen, in dem es laut Meldung des „W. T. Bit heißt:
An der erfolgreichen Maioffensive der verbündeten Armeen nahm die 106. Landsturm⸗Infanterietruppendivision hervorragenden Anteil. Sie erbrachte durch ihre glänzenden Marsch⸗ und Kampfleistungen den Beweis, daß die Truppen dieser neuformierten Diviston, die sich bereits in der Verteidiaung vorzüglich bewährten, gleich Hervorragendes auch im Angriff zu leisten vermögen.
Der Erzherzog spricht der Division, insbesondere den Land⸗ sturm⸗Infanterieregimentern Eger Nr. 6, Teschen Nr. 31 und Neu⸗Sandec Nr. 32 für ihr beispielgebendes todesmutiges Ver⸗ halten, ihren hervorragend guten Geist und ihre Leistungs⸗ fähigkeit Dank und Anerkennung aus und erklärt, er werde an den Kaiser die Bitte um besondere Auszeichnung der genannten heldenmütigen Landsturmregimenter richten.
— Gestern vormittag erschienen beim Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh die Reichsrats⸗ und Landtagsabgeordneten Faidutti, Bugatto und Spadero, um über die Organisierung der Flüchtlingsfürsorge für die Bevölkerung der geräumten Gebiete an der Grenze gegen Italien Rücksprache zu pflegen. Bei dieser Gelegenheit erklärte Graf Stürgkh obiger Quelle zufolge:
Die Katser⸗ und Reichstreue der Bevölkerung unserer südlichen Grenzgebiete bedarf gewiß in der schweren Heimsuchung, die sie be⸗ tioffen, des Trostes und der Ermutigung, sie dat vollen Anspruch auf Gewährung moralischen und materiellen Beistandes. Diese Bevölkerung mit ihrem oft erprobten patriotischen Sinn und dynastischen Empfinden hat es zweifeilos schwer gedrückt, als in den dem Kriegsausdruch vor⸗ angegangenen Verhandlungen die Frage der Verzichtleistung auf ge⸗ wisse Grenzgebiete aufrauchte. Alle verantwortlichen Faktoren der Monarch'e haben dieses Opfer als eines der allerschwersten empfunden, das sie widerstrebenden Herzens doch mit ernster Fassung im äußersten Falle zu bringen bereit waren, um von dem Reiche, insdesondere von der Grenzbevölkerung, das Unglück und die Verwüstung fernzu⸗ halten, die ein neuer Krieg mit einem wohlgerüsteten Gegner im Gefolge haben mußte. Die Bevölkerung unserer Grenzgediete hatte auch die Größe des schmerzlichen Opfers zu würdigen verstanden, wie nicht minder die reinen Beweggründe, die diesen Gedanken ein⸗ gegeben hatten. Heute gehört diese Phase der Vergangenheit an. Sie ist erledigt und abgetan. Italien hat die hochberzig zum Frieden gebotene Hand zurückgestoßen; seine Staatslenker haben in Mißachtung des ewigen Sittengesetzes, das die Beziehungen der Emzelnen wie der Völker untereinander beherrschen koll, ihr Volk in den Krieg getrieben, den sie vor ihtem Gewissen nicht ver⸗ antworten können. Unter Verletzung der klaren Vertragspflicht hat Italien, das dem Bündnis mit uns und mit dem Deutschen Reiche drei Jahrzehnte der Blüte und des Machtzuwachses verdankt, den Feinden seiner bisherigen Verbündeten sich zugesellt, um die Monarchie heimtückisch zu überfallen und gewalttätig zu berauben. Damit ist eine völlig neue Laäge geschaffen, und Jialien selbst hat alle An⸗ erbietungen zunichte gemacht, die für den Fall friedlicher Ver⸗ ständigung gedacht waren. Von diesem Zeitpunkt an bleibt der Monarchie nur mehr die Pflicht, die ganze Kraft aufzubieten, ihre territoriale Integrität und jeden Zoll breit angestammten Bodens an ihrer südlichen Grenze, die und Kärntens ebenso wie das Küstengebiet, mit eiserner Faust zu verteidigen. Diese Pflicht werden alle Vö ker des Reichs in opfermutiger, hingebungsvoller Begeisterung erfüllen, unterstützt von der treuen Waffenbrüderschaft der verbändeten deutschen Heere. Die Völker unseres Reiches, deren Krait und Einigkeit sich in zebn⸗ monatigem, unerhört gewaltigen und ruhmreichen Ringen zur Be⸗ wunderung der ganzen Welt bewährt hat, werden sich noch inniger zusammenschließen in dem Bewußtsein ihrer undezwinglichen Kraft und 283 Vertrauen auf den unausbleiblichen Sieg der guten gerechten Sache.
Mit bewegten Worten dankte der Landeshauptmann Fai⸗ dutti für die von der Regierung zugesicherte Unterstützung und Hilfeleistung und bat gleichzeitig den Ministerpräsidenten namens der Erschienenen und der durch sie vertretenen Be⸗ völkerung, den Ausdruck der unerschütterlichen patriotischen Gesinnung sowie der treuesten Anhänglichkeit an die erhabene Person des Kaisers und an das Reich an die Stufen des Allerhöchsten Thrones gelangen zu lassen. Der Minister präsident erwiderte, es gewähre ihm hohe Genugtuung, diesem Wunsche zu entsprechen.
— Das ungarische Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des Barons Erwin Roßner zum Minister am Köäniglichen
Hoflager an Stelle des Ministerpräsidenten Grafen Tisza, der
diesen Posten bisher interimistisch bekleidete.
Großbritannien und Irland.
8 Zwischen dem König von Italien und dem König von England sind Telegramme gewechselt worden. Wie „W. T. B.“ mitteilt, wird in ihnen an die traditionelle Freund⸗ schaft der beiden Völker erinnert, der Wunsch nach dem Siege ausgesprochen und die Genuatuung darüber ausgedrückt, daß die beiden Länder jetzt in großer Sache so eng vereinigt seien.
— Amtlich wird bekannt gegeben, daß der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Grey auf den Rat der Aerzte die Arbeit für kurze Zeit aufgeben wird, um seinen Augen Nuhe
zu gönnen. Inzwischen wird Lord Crewe die Angelegenheiten
3600 Mann auf. Leben gekommen.
Felsmauern Tirols
Aeußeren Politik übernehmen
wenn nötig beistehen.
— Lord Robert Cecil ist zum Unterstaatssekretär im Aus⸗
wärtigen Amt ernannt worden, der Arbeiterparteiler Bracse zum Unterstaatssekretär des Ministeriums des Imnern und Addison zum Unterstaatssekretär Munition.
des Ministeriums für
— Die neueste Verlustliste weist 119 Offiziere und
IZItalien. 11n“ Eine von der Königlicher Regier veröffentlichte amtliche
8 Note erklärt, der „Agenzia Stefant“ zusolge, daß die Blockade
der Küste Albaniens, die d. die Erklärung vom 25. Mai von der Grenze Montenegros im Norden bis zum Kap Kephali im Süden verhängt war, ab 30. Mai auf das Gebiet von der⸗ selben Grenze im Norden bis Arispuga beschränkt wird. In⸗ folgedessen sind die geographischen Grenzen der Blockade des albanesischen Gebiets die folgenden: Nordgrenze 41 Grad 52 Minuten nördlicher Breite und 19 Grad 22 Minuten 40 Sekunden östlicher Lüänge von Greenwich. Sädgrenze 40 Grad 09 Minuten 35 Sekunden nördlicher Breite und 19 Grad 34 Minuten 45 Sekunden östlicher Länge von Green⸗ wich. Die neue Sperrlinie zwischen dem Kap von Otranto und Arispuga bildet die neue Blockadelinie und hat alle Wirfungen der Erklärung vom 26. Mai. 8
— Nach einer Meldung des „W. T. B.“ ist der General Spingardi, der Kommandeur des Mailänder Armeekorps und frühere Kriegsminister unter Giolitti, zur Disposition ge⸗ stellt. Der Präfekt und der Polizeidirektor von Mailand, Senator Panizzardi und Cosentino, sind ihrer Stellungen enthoben worden. Zu Nachfolgern sind der Generalleutnant Sapelli, der Senator Cassis und der Polizeiinspektor Ferrari ernannt worden. Eine Note erklärt, der Minister⸗ rat habe diese Veränderungen eintreten lassen, weil die Be⸗ hörden die Ausschreitungen der letzten Tage gegen das Eigen⸗ tum von Ausländern in Mailand nicht verhindert hätten; es werde eine vom Generalinspektor des Ministeriums des Innern Bardessono geführte Untersuchung eingeleitet werden, um die Verantwortlichkeit der bisherigen Beamien festzustellen.
8 11“ 8* Belgien.
Die belgische Regierung in Le Havre hat nach einer Meldung des „W. T. B.“ ihre Vertretungen im Auslande angewiesen, Belgiern keine Pässe mehr nach Holland und der Schweiz auszustellen, um ihnen die Heimkehr nach ihrer Heimat unmöglich zu machen. Sie warnt dabei in einer nicht mißzuverstehenden Weise vor Gefahren, die den Männern drohen, die die Deutschen als waffenfähig betrachten. Der Generalgouverneur hat bei früheren Anlässen unzweideutig kundgetan, daß kein Belgier, der sich den deutschen Ver⸗ ordnungen fügt, etwas füͤr seine persönliche Freiheit zu be⸗ fürchten hat. Die auferlegte Meldepflicht für frühere An⸗ gehörige des belgischen Heeres bezweckt lediglich eine Kontrolle. Eine Einstellung von Belgiern in das deutsche Heer kann gar
v1111116666“ Der Reichstag ist gestern zu einer außerordentlichen Session zusammengetreten.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Wien, 31. Mai. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Am San und östlich des Flusses haben gestern keine ernsteren Kämpfe stattgefunden. An der Nord⸗ und an der Südwest front von Przemysl sowie am oberen Dnjestr wird— kämpft. In der Gegend von Stryj erstürmten verbündele Truppen in heftigem Kampfe mehrere Ortschaften und eroberten eine russische Batterie. Die sonstige Lage im Nord⸗ osten ist unverändert. — Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleute n
vJ1I1““ 1“
8 Südlicher Kriegssch pigz. Wien, 31. Mai. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Gestern vormittag wurde der Angriff eines Alpini⸗ regiments auf einen Abschnitt unserer Befestigungen auf dem Plateau von Lavarone blutig abz wiesen. In der Gegend nordöstlich Paneveggio begann eine feindliche Ab⸗ teilung zu schanzen, ging aber vor dem Feuer unserer Patrouillen sofort zurück. An der kärntnerischen Grenze fanden kleinere für unsere Waffen erfolgreiche Kämpfe statt. Oestlich Karfreit versuchte der Feind ver- geblich die Hänge des Krn zu ersteigen. In den Geschütz⸗ kampf im küstenländischen Grenzgebiete begann unsere schwere Artillerie einzugreifen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Der Krieg zur See. 31. Mai. (W. T. B.) Der russische Segler „Mars“ ist an der Nordostküste von Schottland von einem deutschen Unterseeboot zerstört worden. Die Mannschaft bestieg ein Boot, das von dem Unterseeboot 40 Meilen ge⸗ schleppt wurde. Die Mannschaft landete am Sonnabend in Aberdeen.
Brest, 31. Mai. (W. T. W.) Die „Agence Havas“ meldet: Von einer Patrouillenfahrt heimkehrende Torpedo⸗ boote haben die Besatzungen des englischen Dampfers „Glenlee“ und des portugiesischen Schiffes „Cysne“ (Cygne *), die an der Küste von Finistere von einem deuts Unterseeboot versenkt worden waren, aus ihren Booten ge⸗ borgen und hier gelandet.
Der Krieg der Türkei gegen den Dreiverband Konstantinopel, 31. Mai. (W. T. B.) Bericht des
Großen Hauptquartiers: An der Dardanellenfronti griff
348 Personen von drei Schiffen sind uns
nicht in Frage kommen. Das deutsche Heer ist ein Volksheer, in ihm haben Fremde keinen Platz.
der Feind gef et Ari Burnu u an, wurde aber mit Verlusten, die auf 8 werden, zurückgeschlagen. Andere Leichen von Feinden wurden in den Tälern bemerkt. Der Feind wollte gestern abend einen Teil der von ihm vorgestern verlorenen Schützengräben im Zentrum durch einen überraschenden Angriff wiedernehmen, wurde aber in seine alten Stellungen zurückgedrängt. Er ließ vor den ge⸗ nannten Schützengräben viele Tote, Waffen und Bomben zurück. Im Abschnitt von Sedil Bahr wurde Infanterie⸗ und Artilleriefeuer gewechselt. Auf den übrigen F ereignete sich nichts Wichtiges. 18 Konstantinopel, 31. Mai. Meldung „Wiener K. Telegr.⸗Korresp.⸗Bureaus.) Gestern ist ein fran⸗ zösisches Torpedoboot, das an der Küste des Wilajeis Smyrna vor dem Hafen Kusch⸗Adassi Beobachtungen anstellte, in der Nähe des Kaps Jilandschi gescheitert.
Konstantinopel, 1. Juni. (W. T. B.) Ein fran zösischer Kreuzer beschoß am 29. Mai neuerlich Budrun an der Küste von Smyrna und zerstörte einige kleine Küsten⸗ ortschaften, worauf er sich wieder entfernte. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. 8
Parlamentarische Nachrichten.
Das Mitglied des Hauses der Abgeordneten Freiherr von Bodenhausen (kons.), Landrat a. D. und Ritterguts⸗ besitzer in Lebusa, Vertreter der Kreise Schweinitz und Witten⸗ berg im Regierungebezirk Merseburg, ist am 29. Mai in Friedrichroda gestorben.
Statistik und Volkswirtschaft.
Entwicklung des Beschäftigungsgrades in Groß Berlin in der Zeit vom 15. bis 22. Mai 1915.
Nach der vergleichenden Darstellung des gewerblichen und industriellen Beschäftigungsgrades in Groß Berlin am 15. und 22. Mai, die das Stattstische Amt der Stadt Berlin veröffentlicht, stieg in der Zeit zwischen diesen beiden Stichtagen die Gesamtzahl der ver⸗ sicherungspflichtigen Mitglieder von 236 Krankenkassen Groß Berlins von 1 151 255 auf 1 154 683, d. i. um 3428 oder 0,29 9. Während beim männlichen Geschlecht eine Abnahme um 474 oder O, es % festzustellen ist, hat das weibliche Geschlecht eine Zu⸗ nahme um 3902 oder 0,e6 %% zu verzeichnen.
Ein schwaches Zurückgehen der Zahl der versicherungspflichtigen Männer bei einer Steigerung auf seiten des weiblichen Geschlechts zeigt sich auch bei den Endzablen der beiden Hauptgruppen, der all⸗
emeinen Orts⸗ und der gewerblich gegliederten Krankenkassen. Bei
n 28 allgemeinen Oriskrankenkassen kam es im ganzen zu einer Steigerung um 2395 oder 0,8 % Versicherungspflichtige, woran die Berliner allgemeine Ortstrankenkasse mit 357 beteiligt ist. Die 205 gewerblich gegliederten Kranken⸗ kassen zeigen bei einer Abnahme der Zahl der versicherungs⸗ pflichtigen Männer um 326 oder 0, 12 % eine Zunahme um 1242 oder 0,90 % Frauen, sodaß im ganzen ein Mehr von 916 oder
0,22 % entstand. Im einzelnen handelt es sich meist um in mäßigen
Grenzen verbleibende Steigerungen, unter denen das Verkehrsgewerbe
mit + 300 Beschäftigten oder 0,81 %. die Metall. und Maichinen⸗
industrie mit + 267 Versicherungepflichtigen oder 0,18 % besonders bervorgehoben seien. Nur 4 unter den vom Statistischen Amt unter⸗ schiedenen 16 Gruppen waren von einer Abnahme betroffen, deren ößte mit — 168 Beschäftigten oder 1,38 % auf die Papier⸗ und ederindustrie entfällt. Die Zahl der bei 39 Fachverbänden der freien Gewerkschften ezählten Arbeitslosen zeigt für die Wache vom 17. bis zum — Rai im ganzen keine nennenswerten Veränderungen (+ 9). Im alelnen dagegen ist bei den Metallarbeitern eine allerdings nur auf außere Umstände, wie Berichtigungen bei vorgenommenen Son der⸗ festste lungen, zurückzuführende Abn ihme um 131 zu verzeichnen, der aber eine durch vorläufige Beendigung von Arbeiten für den Heeres⸗
nistandene Zunahme um 144 bei den Holzarbeitern gegenübersteht.
1 Zur Arbeiterbewegung.
Der Lonboner Straßenbahnerausstand sollte am Sonn⸗ abend enden Da jedoch der Londoner Grafschaftsrat an dem Be⸗ schlut festhielt, Angetzellte im militärpflichtigen Alter nicht wieder einzu ellen, bat, wie „W. T. B. erfährt, der Gewerkschaftsausschuß die Arve ter auff kardert, den Ausstand fortzusetzen, bis jener Beschluß vertufen wäre. Die ersten vier Straßenbahnwagen, die das Depot verließen, wurden von den Ausständigen mit Steinen be⸗ worfen, die Fahrer ind Schaffner wusrden bedroht. Verstärkte Polizel zerstreute die Ausstandigen wohet sie von ihren Knüppeln Gebrauch machte. Nur der sechste Teil des normalen Straßenbahnverkehrs konnte aufrechterhalten werden
In Swansea haben, „W. T. B.“ zufolge die Arbeitgeber der Weißblechin dustrie in einer Versammlung erklärt, daß die Einführung der allgemein en Wehrpflicht zur Folge haben würde, daß 40 % der Werke schließen müßten. “
— Wohlfahrtspflege.
e Invalidenhauspflege der deut 8 versicherungsanstalten nimmt langsam, aber ständig an Umfang zu. Nach dem dem Reichstag beeganaehen Geschäftsbericht des Reichesversicherungsamts für das Jahr 1914 (s. Nr. 69 des ‚Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ vom 23. März 1915) betrug die Gesamtzahl der im Jahre 1914 von 25 (unter 31) Versicherungsanstalten und 4 (unter 10) Sonderanstalten in Invalidenhäusern usw untergebrachten Rentenempfänger 5496. (3747 Männer und 1749 Frauen) gegen 5031 im Vorjahre. Hiervon waren untergebracht in eigenen Invalidenbeimen der Versicherungs⸗ träger 512 Personen (451. männliche und 61 weiblliche), in gemieteten Häusern 124 (119 männliche und 5 weibliche) und in fremden Anstalten, meist Krankenhäusern, Hospitälern, Stiften usw., 4860 Personen männliche und 1683 weibliche)h. Daß die Invalidenheime eine sondere Bedeutung als ein Mittel gegen die Verbreitung der Tuberkulose in Anspruch nehmen dürfen, beweist der Umstand, daß von den Invalidenhauspfleglingen 1576 (1099 männliche und 477 weibliche) gegen 1433 im Jabre vorher an Lungentuber⸗ kulose litten. Obenan unter den Versicherungsanstalten, die sich in diesem Sinne betätigen, steht die Anstalt Rbeinprovinz, die allein mehr als ein Drittel jener Zahl, nämlich 585 Lungentuberkulöse, untergebracht hat. Dann folgen Schlesien mit 460, Westfalen mit 100, Thüringen mit 94, Hannover mit 80 und Großherzogtum Hessen mit 76. Für die übrigen Versicherungsanstalten kommen kleinere Zahlen in Betracht. 160 Pfleglinge waren alkobolkrank. Hiervon entfielen 114 (darunter 13, die gleichzeitig an Lungentuber⸗ kulose Nitten) auf die Versicherungsanstalt Rheinprovinz, die auch hbier wieder sich durch ihr Vorgehen auszeichnet. 1 8 Der Gesamtkostenaufwand für die in Invalidenheime eingewiesenen 5496 Pfleglinge betrug nach Abzug cer einbehallenen Reaten und der sonstigen Zuschüsse 1 338 297 ℳ gegen 1 238 157 ℳ im Vorjahre. Auf den Einzelnen berechner, ergebt sich, daß durchweg eine sehr wohl⸗
11
feile Uuterbringung möalich ist. Stell doch die Durchschnitts⸗ kosten nur auf tund 96 ₰ lür den Kopf und Tag gegen 97 ₰ im Jahre 1913. Die Pflegelosten für Tubertulöse sind wesentlich höher als die für andere Kranke. Im Höchstfalle wurden 2, 42 ℳ im Mindeffalle 0,67 ℳ, im Durchschnitt 1,32 ℳ gezahlt. Die Pöberen Pflegesätze für Tuberkulöse sind durch die Natur des Leidens verursacht. Die Verschiedenheit der Säte in den beiden Gruppen selbst erklärt sich zum Teil dadurch, daß einzelne Anstalten mit milden Stiftungen ,. ö.* 88 Berviülbt⸗
Nicht überall besteht eine ug für die Pflegli arbeiten. Jedoch steht es ihnen frei, an 2 nn. 2— 8 wesen, im Felde und im Garten sowie an Arbeiten ihres Berufs sich kR beieiligen. Einen Ansporn zur Tätigkeit bilden die den Pfleglingen
ier und da gewährten kleinen Vergütungen. Natärlich kann es sich
zumeist nur um unbedeutende Arbeitsleistungen handeln. Zur Förderung des Baues von privaten Invalidenheimen und sonstigen Einrichtungen für die Invalidenhauspflege haben vierzebhn Versicherungsträger bis Ende 1914 Darlehen im Betrage von 11 987 500 ℳ bergegeben. Es handelt sich hierbei um Stechen⸗ und Tuberkuloseheime, Lungenbeilstätten und solche allgemeine Kranken⸗ häuser, die ihrer Lage und Einrichtung nach zur Invalidenpflege gerignet sind und die Verpflichtung üdernommen haben, auch für vor⸗ geschrittene Lungenkranke Einrichtungen zu treffen und Renten⸗ empfänger unter bestimmten Voraussetzungen aufmmnedmen.
Bei den Anstalten Ostpreußen, Sachsen⸗Anhalt, Hannover, Königreich Sachsen, Baden, Thüringen, Braunschweig, Hansestädte, sowie bei der Penstonskasse für die Arbeiter der preustsch⸗hessischen Eisenbahnbetriebsgemeinschaft ist im Jahre 1914 Gebrauch gemacht von der durch § 1277 der Reichsversicherungsordnung gegebenen Befuanis, Empfänger von Waisenrenten, also Kinder unter 15 Jabren, auf Antrag in einem Waisenhause oder in einer ähnlichen Anstalt unterzubringen. Hier ist vor allem die Versicherungsanstalt der Hanse⸗ städte bahnbrechend vorgegangen, die nicht weniger als 315 Waisen in das Erbolungsheim für Kinder zu Groß Hansdorf, in die Kolonie Leusterhof bei Gromitz (Ho’stein), in das Erbolungsheim Langeoog, in die Walderholungsstätte Wesloe und in mehrere Familienpensionen hat aufnehmen lassen.
Im ganzen ist zu sagen, daß die Invalidenhauspflege bisber nur bei wenigen Landesversicherungsanstalten ausgebaut ist. Gewiß wird nach Beendigung des Krieges diesem Zweige unserer Sozialfürsorge eine erheblich größere Aufmerksamkeit zugewendet werden, namentlich im Hinblick auf eine Berücksichtigung von Waisenkinder.
8 8
Eine Geschäftsstelle für soziale Kriegsfürsorge hat das Zellerhaus in Berlin NW. 5, Quthowstraße 121, unter Beteiligung nambafter Persönlichkeiten und in Verbindung mit dem Deutschen Industrieschutzverband (Sitz Dresden) errichzet. Die ebrenamtliche Geschäftsführung hat der Rechtsanwalt Dr. Kurt Fontheim üöübernommen. Die Geschäftsstelle (Bureauzeit 11—12 Uhr und 5—6 Uhr, Fernsprecher: Moabit 1528) hat die Aufgabe: 1) den Kriegsinvaliden durch vollständig kostensreien Nachweis ge⸗ eigneter Stellen den Weg in das bürgerrechtliche Erwerbsleben zu erleichtern und ihnen bei der Wahl des Berufs mit Rat und Tat zur Seite zu stehen: Gesuche um Anstellung sind möglichst persönlich oder auch schriftlich an die Geschäftstelle zu richten; 2) die Arusied⸗ lung für Kriegsbeschädigte; 3) die Kriegswaisen⸗Versorgung oder Unterbringung. Das Zellerhaus, das demnächst einer Vergrößerung entgegensieht, kann auch heimats⸗ und bildungsbedürftigen Krieger⸗ kindern gegebenenfalls kostenfreie Aufnahme bieten. Gesuche sind möglichst bald an däas Zellerhaus zu richten.
8 8 Kunst und Wissenschaft. 8
Ausgrabungen vor dem Dipylon in Athen. MMitt berechtigtem Stolz empfinden wir es, daß in der Zeit, da wir mit der halben Welt im Kampfe stehen, unser Kulturleben nicht stockt, daß der Sinn für die Friedensarbeit nicht untergegangen ist, und daß die Mittel dafür nicht versagen. Wir sind stark genug, auch in dieser harten Zeit fortzusetzen, was wir im Frieden begonnen haben. Auch das Kaiserlich⸗deutsche Archäologische Institut hat
an seinem bescheidenen Teile seinen Stolz darin gefunden, seine”
Arbeit fortzusetzen, und hat, wenn auch unter manchen Schwterig⸗ keiten, wie sie namentlich der vollständige Mangel an jungen Arbeitskraften mit sich brachte, die sich sämtlich dem Vaterland zur Verfügung gestellt haben, weiter gearbeitet. Gerade im Auslande unter den Augen von Freunden, Neutralen und Feinden, seine Tätigkeit aufrecht erhalten, seine begonnenen Unternehmungen weiterführen zu können, war ihm eine Genugtunng; und daß wir es konnten, hat sfeinen Eindruck auch nicht verfehlt. Neben den periodischen Veröffentlichungen, die ihren ungestörten Fortgang ge⸗ nommen haben, hat die Zweiganstalt in Rom die Aufnahmen der etruskischen Totenstadt von Bieda fertig gestellt und bis in die letzten Tage hinein ihre Arbeiten auf dem römischen Forum bei Ste. Maria Antiqug fortgesetzt; die Bibliotbek des deutschen Instituts auf dem Kwitol hat den Fachgenossen offen gestanden, bis das Eingreifen Italiens in den Krieg unsere Beamten zur Abreise zwang und das Institut, das seit dem Jahre 1829 den Archäologen aller Nationen seine Hilfsmittel zur Verfügung stellte, geschlossen
werden mußte. Hoffentlich nur vorübergehend. In Athen hatte
das Deutsche Archäologische Institut im April des vergangenen Jahres mit Ermächtigung des Königlich griechischen Kultusministertums vor dem Haupttore der alten Stadt, dem Divylon, eine Ausgrabung begonnen, deren Ziel ist, die dortigen Stadtmaueranlagen und das Wegenetz, das von da nach der Akademie, Eleusis und dem Piräus
ausging, in größerem Zusammenhang als bisher aufzudecken. Bald
nach dem Beginn der Arbeiten glückte es, in 5 m Tiefe zwei marmorne Grenwfeiler von 1,20 Höhe, beide mit der Inschrift „Grenze des Kerameikos“ an ihrer alten Stelle zu finden. Damit war den Arbeiten eine sishere und vielversprechende Richtung gegeben. Denn der Kerameikos war die vom Dipylon zur Akademie führende Straße, eine der ruhmvollsten Anlagen des 5. vorchr. Jahrhunderts, in und an der die athenische Stadt⸗ gemeinde alle diejenigen, die seit der Zeit der Perserkriege für sie den Heldentod gestorben waren, begraben hat, mit ihnen ihre verdientesten Männer, wie Perikles. Nach einer Pause in den Arbeiten, welche der Hochsommer veranlaßte, sind trotz der Kriegszeit die Arbeiten fortgesetzt worden und von Oktober bis nde März täglich 40 griechische Arbeiter dabei beschäftigt gewesen.
Die Leitung hatten Professor Brueckner, den dazu das Königlich preußische Kultusministerium von seinem Amte als Oberlehrer am Königlichen Prinz Heinrichs⸗Gymnasium in Schöneberg beurlaubt hatte, und Baurat Knackfuß, der 2. Sekretar des Instituts.
Durch diese Arbeiten ist die linke Seite der 40 m breiten Kera⸗ meikos⸗Straße auf eine Strecke von 120 m aufgeschlossen. Wo sie an die Stadtmauer stößt, ist diese selbst untersucht und dabei ein Er⸗ weiterungsbau festgestellt worden, der dem allgemeinen Fortschritt des Festungsbaues seit Alexander dem Goußen duirch die Anlage eines weiten Grabens entspricht. An der ur tersuchten Strecke der Straße zeigen die oberen Schichten die Niederschläge aus den jüngeren Epochen der Stadtgeschichte, entsprechend der Folge verheerender Kämpfe, die sich gegen das Stadttor gerichtet haben: aus der Zeit der Völker⸗ wanderung frühchristliche Gräber, welche die Reste von stattli Grabhmonumenten älterer Laiserzeit verschüttet haben, unter die der Schutt, den Sullas Belagerung 86 v. Chr. hinterlassen hat. Darunter liegen wohlgefugt Fronten und Grundmauern vdon Ehrengräbern des fünften und vdierten vorchr. Jahrhunderts. In ihren Grabgrund einzudringen, erschien bet behussamer Arbeit nur an wenigen und beschränkten Stellen Heeher dot; aber das all. meine Ergebnis der angestellten Proben war, zwar die Grabd⸗ monumente bis auf Trümmer verloren, aber Gräber felbft, unberührt seit der Zeit des Perikles und Demosthenes, zwahrt ge⸗ blieben sind. Die Ruhmesstelle durch weitere Untersuchungen zu Ehren zu bringen, wird, vachdem sie so weit aufgeschlossen, Gegenstand künftiger Arbeiten sein müssen. An der anderen Straße, die auf
I 8—8
den Piräus zu führte. sind seit langer Zeit die besterhaltenen athenischen Familtengrabstätten aufgedecki. Wo ihre Randmauern ge⸗ sübrdet waren, sind sie jetzt wiederbergestellt, und zugleich ist die Terrossenform der Gesamtdeit dieser Anlogen klargelegt worden.
end dieser Ardeiten sind zahlreiche Eizelfunde gemacht, die von dem gewerblichen Leben im atbenischen Topferdiertel, das, wie der Name Kerameikos sagt, bier seine Stelle hatte, für alle Perioden des Altertums unmittelbares Zeugnis geben. Schon früher war hier ein
halbes Jahrtausend älterer aufgedeckt. Große Mengen von Töpfer⸗ schutt lehren die Werkzeuge und Formen, fertige und unfertige und verworfene Ware aus diesem Zentrum ariechischen Kunsthandwerks kennen. So verspricht die Fortsetzung der rrabungen auch über die topographischen Grenzen hinaus reiche Ergebnisse.
Den Blättern zufolge hat die Wiener Akademie der Wissenschaften den Professor Wagner⸗Berlin Jö mitglied im Auslande und Sven Hedin⸗Stockholm, Planck. Berlin, Groth⸗München, Winter⸗Bonn und Deußen⸗Kiel zu korrespondierenden Mitgliedern im Auslande gewählt.
„ Die Gesellschaft für Erdkunde in Berlin hält ei allgemeine Sitzung am 5. d. M., Abends 7 Uhr, im großen Bh eee⸗ Architektenhauses (Wilbelmstraße 92). Der Geheime Bergrat, Pro⸗ sessor Dr. F. Frech aus Breslau wird üder die Dardanellen und ihre Nachbargebiete auf Grund eigener Reisen (mit Lichtbildern) sprechen.
Der Geheime Regierungsrat, Professor Dr. M. B. Weinstein hbatte in der Teuhbnerschen Sammlung volkstümlicher Einzel⸗ darttellungen „Aus Natur und Geisteswelt“ ein Büchlein über die Entstehung der Welt und der Erde in Sage und Wissenschaft heraus⸗ gegeben. Jetzt hat er in derselben Sammluna ein Gegenstück zu ihm erscheinen lassen, das unter dem Titel „Der Untergang der Welt und der Erde nach Sage und Wissenschaft“ (Bd. 470: geb. 1,25 ℳ) diesem interessanten Problem in der Sage der Völker der Ver⸗ gangenheit und Gegenwart, namentlich auch vom religiösen Stand⸗ punkt, nachgeht und den hierbei enthaltenen dichterischen Phantasie⸗ anschauungen die Oypothesen der modernen Wissenschaft gegenüberstellt. Der interessanten Schrift sind die nachstedenden Ausführungen über astron omische öö’
Da in unserem Weltsypstem alle Körper sich gegenseiti i so kann es keinen Körper geben, der in Rate E; 8-8 Körper müssen sich um⸗ und durcheinander bewegen. Tatsächlich belden die Körver Spsteme wie unser Sonnensostem, in dem Monde und Planeten umeinander kreisen, dann diese zusammen und die Sonne umeinander. Solche Systeme werden wieder um⸗ einander sich drehen und so ein höderes Sostem bilden, diese höheren Systeme abermals ein höberes usf. In unserem Sonnen⸗ system bewegen sich Planeten und Monde in Bahnen, die im Ver⸗ hältnis zu ihren Abständen nicht so weit gestreckt sind, daß sie sich durchschneiden, obwohl sie alle fast in gleicher Edene (Ebene der Ekptik) liegen. Die Bahnen besinden sich innerhalb einander, und so können sich die sie durchlaufenden Körper niemals treffen, sie sind sich nur bald näber (in der Kontunkrion), bald serner (in der Opposition). Selbst die Venus kommt der Erde nur etwa 4) Millionen Kilometer nahe, das ist erwa das Hundertfache des Abstandes des Mondes von der Erde. Aber schon in unserm Spstem sind Körper vorhanden, deren Bahnen ihre und die Planetenbahnen durchschneiden, oder die wenigstens so nabe an einander vorbei⸗ gehen, daß ein vollständiges Zusammenprallen stattfinden kann oder eine sehr erhebliche Beeinflussung der seitigen Bewegung. Es sei an die Meteore erinnert, die z. von unserer Erde aus ihrer ihr zu nahekommenden Bahn derabgerissen werden. Zwanzig Millionen Kilogramm an solchen Meteoren eignet sich die Erde auf diese Weise im Laufe jedes Jahres an. Für die Erde hat der Zusammenstoß keine besondere Wirkung, die größten Meteore, die wir kennen, entsprechen nur etwa einem kleinen Hügel. Äber für die Meteore selbst bedeutet dieser Zusammenstoß in vielen Fallen Zer⸗ trümmerung und oft Verbrennen in der Luft infolge der sarfen Rei⸗ bung hei ihrem Durchfahren, für sie ist er eine Katastrophe. Nun ist es keineswegs ausgeschlossen, daß auch große Himmelskörper, ja ganze Systeme, auf ihrem Wege durch das Weltall zusammentreffen, das wäre dann für beide Teile von den furchlbarsten n; Zer⸗ schlagung, Enthrennung, Verflüchtigung zu Dunft, für e Lebe⸗ wesen völlige Vernichtung. Die Entfernungen zwischen den großen Himmelskörpern und Spstemen sind freilich ungeheuer; der uns nächste Firstern, a Centaurt, steht von uns an hunderttausendmal weiter ab als die Sonne. Wie die Bahnen der Gestirne und Sosteme don Gestirnen gestreckt sind, wissen wir nicht. Daß ader Gestirne sich in gewaltig gedehnten Bahnen bewegen, dafür ist unser eigenes Sonnen⸗ system Beweis, das als Ganzes mit der schon angegebenen Geschwindig⸗ keit von 20 km in der Sekunde in einer Bahn dabtneilt, deren etwaige Krümmung in Jahrzehnten noch nicht hat erkannt werden können, so daß sie wie gerade ausschaut. Unter solchen Umständen vermöchten auch in unmeßbarer Ferne gesetzte Gestiine und Sosteme einmal zusammenzutreffen, zumal die Zahl der Gestirne und Spsteme sehr groß ist, wohl an zehntausend Milltonen deran⸗ wächst. Wir kennen am Himmelszelt ganze Driften don Fe⸗ stirnen, und nach jetzigen Annahmen sind z. B. insdeiondere zwei solche Driften vorhanden, die sich fast ineknander nach ent⸗ gegengesetzten Richtungen der größten Ausdehnung der Mlchstraße bewegen. Zu einer dieser Driften gehört sogar unser Sonnenspstem. Zweifellos können und werden darum im Laufe der Zeit Welt⸗ zusammenstöße, Weltkatastrophen vorfallen, mögen solche auch durch Jahrmillionen geschteden sein. — Allem unsere Zeit hat nicht übel Lust, Katastrophen auch in ganz kurzen Zwischenräaumen anzunehmen und die „neuen Stemne ju den Unglücklichen zu zählen, die solchen Katastrophen verfallen waren. Die erste Beobachtung eines „neuen Sternes“ geschab 1572 in der Kassiopeia, der bis über die Helltgkeit des glänzendsten Fir⸗ sterns, Sirius, anwuchs und schon zwet Jahre später faft in Dunkel⸗ heit verschwand. In unserer Zeit ist die Noda Persei ein solcher Wunderstern, der am 21. Februar 1901 erschien, rasch an Helligkeit anwuchs, wieder ein wenig verfiel, aber nach zwei Tagen alle Sterne überstrahlte, plötzlich abermals abnahm und dann allmäbhlich sank, sodaß er jetzt zu den lichtschwöchsten Sternen (12. Größe) gehört. Noch jünger, vom 11. März 1912, ist die Nova Gemmorum, die freilich nur bis zur 5. Größe Diese Sterne, zu denen sich schon aus den wenigen I. genauerer Beobachtung des Himmels noch viele andere gesellen, sind sicher vor ibrer Erscheinung vorhanden geeecfer. so schwach leuchtend, oder vielleicht ganz dunkel, daß me der Beodacht entgingen. Wenn sie nun plötzlich so grell aufleuchteten, irgend Furchtbares auf ihnen vorgefallen sein. Die einfachste Annahme ist ein Zu⸗ sammenstoß mit einem anderen Ungetüm, der beide in Hochglut ver⸗ setzte. Hierfür scheint zu sprechen, daß an der Nodva Persei Nebel beobachtet wurden, die den Stern sptralig umwanden und sich von ihm anscheinend mit der ungebeuren Geschwindigkeit von mehr als 80 000 km in der Sekunde [man findet solche Geschwindig⸗ keiten nur het den sogenannten 8⸗Strahlen des Radiums, die aus Flektronen bestehen) in den Raum zerstreuten. Selbst wenn diese Rebel, wie manche Astronomen meinen, nicht dem Stern selbst ange⸗ hört daben, sondern der Umgebung, und nur im Widerschein des mäöchtigen Lichtes des Sterns sichtdar geworden sein sollten, deutet doch alles auf eine Katastrophe hin, der der Stern verfallen war. Der schwedische Physiker Arrhenius hat solche Karastrophen benutzt, um die Entstehung neuer Svsteme aus alten abzuleiten. Seeliger meint, daß die Katastrophe nicht durch Zusammenstoß mit einem Sterne, sondern dadurch herbeigeführt sei, daß der Stern auf seinem Wege in einen Weltnebel geraten sei und sich, wie Meteore in unserer Luft, zu Glut erbitzt habe. Dieser hese widerspricht aber
die Plötzlichkeit des Aufleuchtens und die Raschheit des Ableuchtens.
Töpferofen frühchristlicher Zeit gefunden; jetzt ist ein zweiter, ein