Der Krieg zur See.
openhagen, 14. Juli. 8. T. B.) ünis
Dampfer „Kronprinz Frederik“ ist südlich des Sundes von deutschen Kriegsschiffen angehalten und nach Swine⸗ Der Dampfer war mit einer
der er den Charakter unterstrich, der zwei große Seiten in der Geschichte Frankreichs einander nähere.
Rouget de Lisle habe die Marseillaise, jene Hymne, deren Klänge in den Herzen der Nation Tugenden erweckten, unter Umständen komponiert, 1 beut zösische Demokratie, weit von jedem kriegerischen en Herausforderungen gegenüber schweigsam und und habe sich bemüht, das europäische Konzert zu organisieren und zu erhalten. Nach Tanger, nach Agadir und nach den Balkankriegen habe Frankreich seinen Friedenswillen bestätigt, indem es in neue Unterhandlungen einwilligte, un 1 und sich die letzten latenten Gründe für Schwierigkeiten s Am Tage, nachdem ein französisch⸗ den, das die orientalischen Inter⸗ und als Europa beruhigt erschien, habe ein unvorher⸗ gesehener Donnerschlag die Welt zum Erzittern gebracht. Frank⸗ reich sei das Opfer eines brutalen, Angriffs geworden. Schwert zu ztehen,
ustrie wie an Großbritannnien und dessen Oesterreich⸗Ungarn und Deutschland zu liefern, ge der Kriegslage nicht möglich Deutschland Handel zu treiben, darf daß die Bundesregierung zweifellos geschilderten Zustande abzuhelfen. enügen, den Gegnern Oesterreich⸗Ungarns und Deutsch⸗ ierung der Zufuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen Aussicht zu stellen, daß der legitime Handel in diesen n der Union und den beiden Zentralmächten nicht
der amerikanischen Ind Verbündete so auch an den Vereinigten S sei, mit Oesterreich⸗Ungarn und wohl darauf hingewiesen werden, in der Lage wäre, dem wohl vollauf
(W. T. B.)
unvergleichliche übermenschliche die den heutigen
taaten eben nur infol
münde gebracht worden. Holzladung von Sundswall nach England unterwegs.
Kristiania, 14. Juli. ( r meldet aus Drontheim: Dem Blatte „Nordlandsposten“ erzählte ein zuverlässiger Mann, daß er am letzten Mittwoch ein Seemeile vom Lande an derselben Stelle, wo der deutsah Dampfer „Friedrich Arp“ in Grund gebohrt worden ist, em Kriegsschiff mit zwei Schornsteinen gesehen habe, das vo Westen kam. Gleichzeitig sei ein größerer Dampfer erschiener Man hörte einen Schuß fallen, worauf der Dampfer anhiel Das Kriegsschiff legte sich an seine Seite und signalisierte eine kleineren Dampfer, der sich in der Nähe befand, später aber verschwand. Das Kriegsschiff fuhr dann mit dem Dampfer Wie aus Narwik gemeldet wird, erfolgte ein Beschlagnahme des Dampfers, der wahrscheinlich de bdar, der Narwik mit eine
entsprächen. Die fran Geist entfernt, sei d für den Fall i unbewegt geblieben (W. T. B.) erdens Gang“ Artikeln zwische freigegeben wird sch⸗ das Washingtoner Kabinett zu einer Aktion in diesem um zwischen Deutsch fände, so würde es nicht nur der in den Vereinigten hochgehaltenen Tradition folgen, für die Freiheit des sondern sich auch das hobe Ver⸗ velhafte Bestreben der Feinde Oesterreich⸗ 8 Hungers als Bundesgenossen zu Die K. u. K. Regierung darf sonach Beziehungen, die niemals aufgehört österreichischꝛungarischen Monarchie und den 1 die Bundesregierung getragenen Appell te hier entwickelten Dar⸗ er so hochbedeutsamen Frage bisher ein⸗ punkt einer reiflichen Ueberprüfung unterziehen. settens der Regierung der Union beobachteten der von der K. u. K. Regierung vertretenen Auf⸗ ch deren Ueberzeugung nicht nur im Rahmen der Rechte sondern auch in den
Sime bereit Staaten stets legitimen S dienst erwerben, das fre Ungarns und Deutschland bedienen, zu nichte zu machen. un Geiste der ausgezeichneten zwischen der Vereinigten Staaten aufrichtiger Freundschaft
sie möge unter Bedachtnahme auf d legungen den von ihr in dien genommenen Stand Eine Revision der Haltung im Sinne fassung würde na hbliegenheiten einer neutralen Regierung, ahrer Menschlichkeit und Friedensliebe be⸗ Vereinigten Staaten von jeher
und Zusammenstöße zu ersticken. 1 deutsches Abkommen geschlossen wor eehandels einzutreten, essen regelte, bis ins kleinste vorbedachten Da man Frankreich gezwungen habe, das das Recht, zurückzustecken, - gemeinsame Sieg der Verbündeten gestatten Ruinen wieder aufzubauen und Frankreich in seiner zu schaffen und es wirksam gegen die periodische Mit dem Willen zum Siege Die Feinde dürften Nicht um einen unsicheren Frieden, nicht um einen unruhigen, flüchtigen Waffenstillstand zwischen einem ab⸗ gekürzten Kriege und einem noch schrecklicheren Kriege zu unterzeichnen, nicht um kommenden neuen Angriffen und tödlichen Gefah zu bleiben, habe sich Frankreich bebend bei den wuchtigen Klä seillaise erhoben, der Endsieg werde der und Ausdauer
westwärts.
Lübecker Dampfer Erzladung verlassen hatte.
Lyon, 14. Juli.
amtheit neu
Wiederkehr solcher habe auch Frankreich die Gewi sich nicht darüber täuschen.
Angriffe zu schützen.
ßheit zu siegen. 1 Der „Nouvelliste“ meldet
aus Cherbourg, daß nach Berichten, die dort eingetroffen sind auf der Höhe von Calais ein französischer Fischdampfer dessen Geschütze so aufgestellt gewesen seien, daß sie nicht hätten gesehen werden können, von einem deutschen Unter anzuhalten. Der Fisch dampfer habe gehorcht, als aber das Unterseeboot heran 2 der Fischdampfer das Feuer eröffnet.
ren ausgesetzt ngen der Mar⸗ Preis für die moralische Kraft Redner forderte weiter auf, alle Kraft und Energie auf ein einziges Ziel zu richten, nämlich den Krieg, so lange er auch dauern möge, bis Feindes, bis zum Ende d Sucht nach Größe auf E Ansprache, indem er sagte, schon erhelle der die Marseillaise feiere, den Horizont, einigen Monaten die Annalen wunderbarer Taten epischer Geschehnisse. tugenden erhöben sich nicht umsonst an allen Stellen ss deiliges Werk beenden, sie bahnen dem Siege der
Richtlinten jener von w herrschten Grundsätze lieg auf ihr Banner geschrieben haben.
Indem der Unterzeichnete die Ehre hat, die mittlung Seiner Exjzellenz Botschafters der Vereinigten Courtland Penfield mit der Bitte ganz ergebenst in nehmen, die vorstehenden Ausführung Kenntnis des Washingtoner Kab zugleich auch diesen Anlaß, Botschafter den Ausdruck seine
seeboot aufgefordert worden sei,
sehr gefällige Ver⸗ des außerordentlichen bevollmächtigten
1 zur endgültigen Niederlage des Staaten von Amerika 2 g g
es Alpdrucks fortzusetzen, den die deutsche Poincaré schloß seine Tag des Ruhmes, den schon bereichere das Volk in kreichs um eine große Zabhl Jene wunderbaren Volks⸗
Herrn Fredrie Anspruch zu en auf telegraphischem Wege zur inetts bringen zu wollen, benützt er um Seiner Erxzellenz dem amerikanischen r ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern.
uropa lasten lasse.
Der Krieg der Türkei gegen den Dreiverband.
Konstantinopel, 14. Juli. Hauptquartier teilt mit: beutete in der Nacht vom 12
(W. T. B.) An der Dardanellenfront er⸗ zum 13. Juli eine unserer Er⸗ kundigungsabteilungen bei Ari Burnu auf unserem rechten Flügel eine Kiste mit Handgranaten. Wir warfen den Feind, der sich dem Schützengraben auf diesem Flügel zu nähern ver⸗ suchte, zurück. Auf dem linken Flügel feuerte der Feind aus Furcht vor einer Ueberraschung die ganze Nacht aus Leuchtpistolen und unterhielt ein andauerndes Infanteriefeuer ins Leere. Sedil Bahr war am Morgen des 13. auf der ganzen Front leichter Artilleriekampf; am Nachmittage griff der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung mehrere Male unseren linken Flügel an, wurde jedoch durch unsere Gegenangriffe zurück⸗ Außerdem warfen
Das Große
„Lassen wir sie ihr
verordnun 1 8 Gerechtigkeit den Weg!
häute und und ergänzt
— Im ungarischen Amtsblatt wird eine Ministerial veröffentlicht, wonach die Höchstpreise für R oh Leder vom 25. Mai 1915 teilweise abgeändert über Einführung Rohhäute und Erlaß eines Verbotes künstlichen Schwermachung von Leder Die neuen Höchstpreise haben auch auf jene Lieferungsverpflichtungen, die
Eine Ministerial⸗ Verfügungen
Rußland.
Der Minister des Innern hat allen Gouverneuren laut Meldung des „W. T. B.“ befohlen, im rückens des Feindes Räumungen alle sowie alle Kupfer⸗ und Messingsach glocken zu entfernen. dem „Rußkoje Slowo“ zufolge befohlen, beim Einrücken des Kirchenglocken zu entfernen und die gesamte
Verordnung Zwangsverkehrs für
durch Blei, rückwirkende Kraft bis heme verordnung bestimmt 16. Februar d. J., wodurch angeordnet w und Roggenmehl nur in gemischtem werden soll, außer Kraft gesetzt wird.
Falle des Ein⸗ die Bevölkerung zu beruhigen und bei Futtermittel mitzuführen en, Türklinken und Kirchen⸗ von Kurland
Magnesium usw. Lebensmittel
nicht ausgeführt worden sind. g Den Einwohnern
Feindes sofort die schwere V Aussaat zu vernich 1
— Eine amtliche Verfügung des Finanzministers unter⸗ Ausnahmen können zugunsten r neutraler Staaten gemacht
unserer Schützengräben auf diesem Flügel genähert hatte
sagt die Ausfuhr von Gold.
von Untertanen verbündeter ode Wir nahmen
Großbritannien und Irland. Unsere ana⸗
h wohnte gestern zum ersten Male Auswärtigen Amte wieder einem
trieben ihn in seine früheren Stellungen zurück. bei dieser Gelegenheit 14 Engländer gefangen. 2 an tolischen Batterien nahmen wirksam an den Kämpfen vom 12. und 13. Juli bei Sedil Bahr teil. — Zerstörer, die aus den Gewässern von Kerevizdere gegen unsern linken Flügel feuerten, flohen vor dem wirksamen Feuer dieser Ein feindliches Torpedoboot, ds gewöhnlich im Golf von Saros kreuzte, näherte sich geim dem Ufer und wurde von zwei Granaten getroffen. Es ith hinter die Insel von Saros und verließ in der Nacht den Sal.
An der Front im Irak trieben unsere Truppen am ¹0. und 11. Juli ein feindliches Motorboot, das sich einem Deiche westlich von Corna am Euphrat nähern wollte, zurück. Der Feind, der an dieser Stelle zu Lande einen Angriff mit Unterstützung von Kanonenbooten unternehmen wollte, wurd durch unseren kräftigen Gegenangriff in die Anscheinend sind die Verluste des Feindes dieser Kämpfe sehr groß.
Auf den anderen Fronten nichts Bedeutendes
Der Staatssekretär Grer seit seiner Abwesenheit vom Kabinettsrate bei.
— Gestern wurde im Unterhause zu Ehren des kanadi Frühstück gegeben, bei dem der Admiralität⸗Balfour erklärte, daß die Hilfe, von entscheidendem Ein⸗ auf das, was Kanada getan. T. B.“ aus:
London telegraphiert, Angelegen⸗
Der Kultusminister hat allen deutschen Kolonisten⸗ schulen befohlen, die russische Sprache als einzuführen und alle Lehrer zu en Sprache nicht beherrschen.
— Auf die bei dem Empfang Einberufung der einen festen
Unterrichtssprache Zwei feindliche
1“ tfernen, die die russische Premierministers Borden ein Erste Lord der
die von den Kolonien gewährt werde,
England sei stol⸗
Borden führte laut Bericht des 8
Vier Tage vor Kriegsausbruch habe er nach
daß, wenn Krieg qusbräche,
heit betrachten werde schöpflich. Er fürchte sich nicht vor der auch lange dauere, Kanada sei bereit, sein
Deutschland habe sich be
sei heute enger zusammenge
Wahrheit, daß auch nichtmilitärische Nat beginne erst zu dämmern. das britische Reich der Wsolt bewiesen habe,
Vorbereitung seiner Riesenaufgabe gewachse
— Im Oberhause beantrag esung der Registrierungsbill.
— 8 ö . X i Frage des Ministerpräsidenten Goremykin Batterien in die Meerenge.
des Seniorenkonvents nach dem Zweck der Duma antwortet die „Rjetsch“, daß das Stützpunkt suche,
fbuß sein könne. wenn alles 8 1s sei der Selbsterhaltungs⸗ Kanada ihn als seine eigene - gr “ 3 Reichs 2 fast uner⸗ es verlange einen festen Stützpunkt für alle Wenn der Kampf . en Teil auf sich zu nehmen. züglich der Einigkeit des britischen Reiches schlossen als je. ionen Kriege führen können, ehe der Krieg beendet sei, ungenügender
trieb erwacht;
Die Hilfsquellen des “ Möglichkeiten. Schweden.
Zu der von der schwedischen Presse gebrachten von gewissen Zugeständnissen
Flucht ge⸗
Englands in der Frage grammzensur erfährt „Svenska Telegrambyran“, die fraglichen Zugeständnisse von der schwedischen friedigend angesehen werden, genstand von Verhandlungen ist. Wie die „Berlinske Tidende“ meldet, wird die s chwedische Post aus Nordamerika und Argentinien trotz des schwedischen Einspruchs weiter von den Engländern un d unterworfen.
Er hoffe, daß, ehe der Tele daß es tro i gewesen sei.
b 2 erung nicht als be gte gestern Lord Lansdowne — ch
und daß die Frage noch Ge
die zweite L
Nach dem Bericht des frübere Militärpolttik Englands und 22 oder 23 Divisionen auf dem europ ämpften. Bei Besprechung der Munitionss Redner, daß die Lieferanten die R
erörterte Lansdowne die ähnte, daß jetzt seines zischen Kriegsschauplatz chwierigkeiten erklärte der ch ließen. England ndeten Konkurrenz. unten Folgen herrschte um Kriegs⸗ erfahren, was der Mangel an Organisation Die Bill enthalte nichts, was einen n neues Gesetz n den freiwilligen Anomalien
gewissem Sinne 8 Register die Ein⸗ Die Gegner der Wehr⸗ zu beantworten, wie lange r leisten könnten, daß sie Kitchener wünschte diese B Die Gegner wollten damit der Krieg Devonport sagte, die besessen hätte, direkt sei ein Kompromiß
d Franzosen
Zur Arbeiterbewegung.
Bergarbeiter „W. T. B.“ wiedergegebenen Meldung der „Times“ zufolge an die Bergarbeiter von Wales, nicht in da Ausstand einzutreten. Aber in Cardiff sei die Stimmung erregt, und die dorttgen Arbeiterführer versicherten, daß die Bergarbeiter * Drohungen nicht zurückschreckten. — „Dasly Chronicle“ meldet aus keine Möglichkeit Walliser
sich vielleicht nach Südwales begeden e klar zu mas
egierung im Sti
Auslandsmarkt den Verbü Großbritan
Verband der dem Lande gekostet habe. Staatszwang begründe;
geführt werden.
Bericht, über das Befinden des
Nach dem amtlichen ht, übe 1 1 Ugemeine Zustand sehr gut. Die Genesung
“ “ Sultans ist der a dieser könnte nur durch ei at begonnen. Er glaube nicht, daß die Na hi. Ungerechtigkeiten Die Bill Annäherung an den Staatszwang, ührung der Wehrpflicht erleichtern würde. flicht sollten versuchen, die Fragen auern würde und ob sie dafür Gswä hne Wehrpflicht beenden könnten. reiwillige Anwerbun ihn verhindern, spät nicht ein unrü
Griechenland.
Der Ministerrat beschäftigte si
brauch der griechischen
italienischen Kriegsmarine. 8
— Nach Blättermeldungen wird das Parlament, das
am 20. Juli zusammentreten sollte, nicht vor dem YN. August einberufen werden.
Kohlengruben
Ausstand Donnerstag Asquith und Lloyd George 2 werden, um den Bergleuten den Ernst der. - 1 Der Bergarbeiterführer Harthorn erklärte, die Leute würden sich dun die Drohungen Lloyd Georges nicht einschüchtern lassen. v Versuch gemacht werde, die Leute unter das Munitionsgesetz zwingen, so werde die Lage zehnmal schlimmer werden. — Tima⸗ Die schottischen Bergleute fenms eine Lohnzulage von einem Schilling täglich. Sie haben k eine Zulage von einem halben Schilling erhalten. “
Die Turiner Zeitung „Stampa“ berichtet, wie „W. . 8. mitteilt, aus SeIin. . in verschiedenen Fabrikbetrieben 8* Wollindustrie von Biella die Arbeiter in den Antese getreten sind. In Tolone kam es vorgestern abend zu bSe die von den Ausständigen hervorgerufen waren. Die Frauen agitier, für eine Lohnerhöhung.
ch gestern mit dem Miß⸗
Flagge durch ein Schiff der verbindern.
insofern d
g erfolgreich fortzusetzen. eer diese Waffe z hmliches Ende nehme. Regierung hätte besser getan, wenn sie den M. die Wehrpflicht einzuführen. zwischen denen, die wollten
u gebrauchen,
Serbien. melden aus Glasgow:
t in Nisch ein amtliches
Die jetzige Bill gefangene errichtet.
, und denen, die nicht wagten. ie Bill wurde in zweiter Lesung angenommen.
Verlustliste zählt 57
Das Kriegsministerium h kunftsbureau für Kriegs
887 Mann auf Kriegsnachrichten.
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Amtlich wird gemeldet:
Frankreich.
Der italienische General Porro i Dem „W. T. B.“
st vorgestern abend von zufolge erklärte er, mit zufrieden zu sein.
Juli in Paris legte die Straßburg und Lille Kränze dtwappen von Thann nieder. Dérouléèdes, begrüßte die Stadt Joffre und dem Heere die ehrfurchts⸗ Vertreter des Ver⸗ gleichfalls
Paris abgereist. seiner Reise durch Frankreich sehr — Aus Anlaß der Feier des 14. Patriotenliga an den Statuen der S und Wappenschilder mit dem Sta Maurice Barréès gedachte Straßburg und spendete vollen Grüße der Bevölke bandes der Elsaf Blumen an den Die Ueberführung der Asch den Invalidendom bildete de gebung, der sich die Pariser Bevö am Triumphbogen nahmen der Präsident Poincaré, matische Korps und Abordnungen Im Invalidendom
Wien 11 Die allgemeine Lage ist unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.
von Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Land⸗ und Forstwirtschaft. Liebesgaben für Ostpreußen. Die Landwirtschaftskammer
Rheinprovinz hat ie Schweinezuchtgenossenschaften Geflügelzucht bäuerlichen
Rheinprovinz
1 Ziegenzuchtverbände Geflügelzuchtstationen, die größeren
prämiterten Geflügelfarmen Provirzialverband der rheinischen Geflügelzüchtervereine uvm von Kleinvieh (Schweine, vor allem mager nferschweine. 4 Monate alt, ferner Ziegen und Geflögel) für die Flüchtlinge h Die Tiere sollen tunlichst geschenlweis⸗ Kü- Liebesgaben gegeben werden; sie können jedoch auch zum Ankaufe
geboten werden.
rung von Paris. Nationaltracht legten Statuen der Straßburg und Lille ni e Rouget de Lisles in zu einer großen Kund⸗ lkkerung anschloß. An dem
Südlicher Kriegsschauplatz.
Amtlich wird gemeldet: tzeln abgesehen, hat sich
Lothringer in Wien, 14. Juli.
Von Artilleriekämpfen und Scharmü an der Südwestfront nichts ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabe
von Hoefer, Feldmarschalleutnant.
uferschweine,
Ostpreußen gebeten.
das Parlament, das diplo⸗ d verschiedener Gesellschaften hielt Poincaré eine Ansprache, in
.“ Wohlfahrtspflege.
Die aus den Mitteln einer zum Regierungsjubiläum Seiner Majestät des Kaisers und Königs zusammengebrachten Spende von 456 835 ℳ begründete „Deutsche evangelische Missionshilfe in Berlin verfolgt neben Aufflärung über die Bedeutung der Mission in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten den Zweck, die allge⸗ meine Teilnahme für die deutsche evangelische Mission zu wocken, zu pflegen und zu fördern. Selbständige Arbeit auf dem Missionsfelde dagegen ist nicht ihre Aufgabe. Die Stiftung hat jetzt gedruckte Berichte über die Gründungsversammlung am 6. Dezember 1913, über ihre erste öffentliche Versammlung im Bremer Rathaufe am 19. April 1914 und über die erste Sitzung ihres Verwaltungsrats in Berlin am 29. Januar 1915 berausgegeben. Der Bericht über die erste öffentliche Ver⸗ sammlung enthält die Wiedergabe von Ansprachen des Wirklichen Gebeimen Rats und Oberpräsidenten der Provinz Sachsen Dr. med. b. c. von Hegel über die Deutsche Missionshilfe, des Dr. jur. Faber⸗ Magdeburg über die nationale Bedeutung der Mission und des Wirk⸗ lichen Oberkonsistorialrats und Generalsuperintendenten D. Kaftan⸗ Kiel über die religiöse Kraft der Mission. Aus dem Bericht über die Sitzung des Verwaltungsrats ist der Hauptvortrag des Professors Dr. Richter⸗ Berlin über den deutschen Krieg und die deutsche pangelische Mission hervorzuheben.
(S
Der Jahresbericht wurde von dem Direktor Schreiber⸗Berlin erstattet. Ihm ist zu entnehmen, daß die Geschäftsstelle für die Stiftung in Berlin Steglitz, Humboldtstraße 14. errichtet worden ist. Dorthin sind Meldungen zum Beitritt als Förderer (Jahresbeitrag beltebig) oder als Stifter (100 ℳ jährlicher oder 1000 ℳ einmaliger Beitrag) zu richten. Die Stiftung und ihre Arbeit stehen allen Missionen zur Verfügung. Neben der Aufklärungsarbeit durch die Presse will die Missionsbilfe durch Missionsausstellungen aufklärend wirken. Die erste Ausstellung über das Schulwesen und die ärztliche Mission fand im Februar 1914 im Reichstag statt, die zweite bestand in einer Beteiligung an der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig, in der u. a. eine Nachbildung der Schulkapelle in Sango am Kilimandjaro und eine Bibelsammlung vorgeführt wurden. — Eine Freundesgruppe der Stiftung in Pommern hielt in Kolberg einen gut besuchten Missionslehrkursus Der für die zweite Hälfte des Jahres 1914 geplante „Deutsche Kongreß“ in der Leipziger Ausstellung, bei dem auch Vertreter der Stiftung zu Worte kommen sollten, und der auf den 13 Ottober angesetzte „Kongreß für die evangelische Mission in den deutschen Kolonten“ in Stuttgart mußten wegen des Krieges abgesagt werden, wie auch zwei größere literarische Unternehmungen aus demselben Grunde zurück⸗ gestellt wurden. Die Kriegsarbeit der Missionshilfe war trotz⸗ dem recht pielfeitig. Zunächst beteiligte sich die Stittung an der Auf⸗ klärungsarbeit zur Verbreitung der Wahrheit über Deutschland im Auslande, ferner leistete sie den durch den Krieg betroffenen Missionsgesellschaften mancherlei Hilfsdienste, endlich beteiligte sie sich an der Seelsorge sowohl 1d
ab. —
bei unseren Soldaten wie bei den Kriegs⸗ gefangenen. Der Rechaungsabschluß für 1914 weist in Ein⸗ nahmen und Ausgaben rund 35 224 ℳ auf. Die Zinsen aus der Jubiläums⸗Nationalspende ke iefen sich auf 19 055 ℳ, die Beiträge von Stiftern und Förderern auf 3286 ℳ 8
Nach einer Meldung von „W. T. B.“ aus Bern übernimmt der Schweizer Gemeinnützige Frauenverein die Durchführung des Liebeswerke, Kriegswaisen zur Erholung während der Dauer des Krieges in schweizerische Familien unterzubringen.
Literatur.
— In Paris hat sich vor einigen Monaten ein „Katholischer Ausschuß für französische Werbearbeit im Auslande“ gebildet, dessen Ehrenpräsidium die Erzbischöfe von Reims und Paris übernommen haben und dem zablreiche andere hervorragende Katholiken Frankteichs, Geistliche, Gelehrte, Politiker und Schriftsteller angehören. Das erste Werbewerk dieses Ausschusses „Der deutsche Krieg und der Katholizismus“, ein Buch mit 306 Seiten Tert und 92 Seiten Ab⸗ bildungen, das in sechs Sprachen erscheinen soll, verfolgt nach dem vorliegenden französischen Text den Zweck, die ganze katholische Welt gegen Deutschland aufzustacheln, insbesondere das neutrale katholtsche Ausland in Deutschland feindlichm Sinne zu heeinflussen. In sieben Aufsätzen der Schrist wird der Nachweis versucht, daß Deutschland sich durch die Lehre seiner Intell⸗ktuellen und durch die Handlungen seiner Führer und Soldaten als ein Feind des Katholizismus und jeglichen Chbristentums offenbare, Frankreich aber, wie aus der Haltung seiner Priester, seiner Soldaten und der großen Mehrheit seiner Bevölkerung hervorgehe, als der Kirche treu er⸗ gebene Tochter dastehe. An diese Ausführungen schließen sich Doku⸗ mente von Papst, Bischöfen und der Katholischen Uaiversität in Paris, die sich auf den Krieg beliehen. Den Schluß bildet eine Liste von Geistlichen und Ordensleuten, die durch den Krieg das Leben verloren haben. Die Abbildungen enthalten „Photographische Dokumente, die das Verhalten der deutschen Armee auf der einen und der französischen Armee auf der anderen Seite gegenüber der katholischen Kirche beleuchten“. Weiteste Kreise der deutschen Katholiken, die das Bewußtsein in sich tragen, als treue Glieder ihrer Kirche in dm gewaltigen Krieg, der Deutschland aufgedrängt ist, ihre Menschen⸗ und Christenpflichten auch den Feinden gegenüber nicht vergessen oder gar verletzt zu haben, sahen sich durch die Beschuldigungen des „Katholischen Ausschusses für Werbearbeit im Ausland“, daß Deutschland dem „Barbarismus“ verfallen sei, zu einer Abwehr nicht nur berechtiat, sondern ver⸗ vflichtet. Eine große Anzahl hervorragender Katholiken aus allen Berufsschichten des deutschen Volkes, mit Ausnahme der Btschöfe, deren Beteiligung an der Verfolgung politischer Ziele und an der hier gebotenen Art der Polemik mit ihren karchlichen Hirtenpflichten nicht vereinbar erschien, haben sich zu diesem Zweck zusammengetan und zunächst eine in der gesamten deutschen Presse verbrettete Denkschrift gegen das oben genannte französische Buch verfaßt. Sie legten in ihr feierlich Verwahrung dagegen ein, daß man es gewagt habe, unsere Krieger und unser ganzes Volk des Barbarismus anzuklagen, sie wiesen auf den religiösen Völkerfrühling hin, der für ganz Deutschland mit elementarer Gewalt hervorgebrochen sei und die tiefsten religiösen Kräfte offenbart habe, und darauf, daß die Krieger ennes solchen religiös ergriffenen Volkes der Schandtaten nicht fähtg eien, deren man sie bezichtige. Nur schwerste, unentschuldbare Un⸗ kenutnis des deutschen Volkes habe die ganze Anklageschrift diktiert und es sei katholische und deutsche Pflicht, den Inhalt der erhobenen Anklagen einer wahrheitsgemäßen Prüfung zu nterziehen. „Mit dieser Denkschrift zusammen in einem tattlichen Hefte vereinigt, liegt jetzt das Ergebnis dieser sachlichen eingehen den Prüfung, mit der der Professor A. J. Rosenberg⸗ Paderborn betraut wurde, unter dem Titel „Der Deutsche Krieg Uund der Katholizismus. Deutsche Abwehr französischer Anriffe z, vor (Verlag der Germania A.⸗G. in Berlin; 3 ℳ). Fran anfch “ Aufsatz des Verfassers folgt die Widerlegung der Der Ausbruch; uldigungen, die in sieben Abschnitten durchgeführt ist: Die Att fe⸗ geß Krieges; Die Verletzung der belgischen Neutralität; Die angebif riegfübrung; Der ängebliche deutsche Kriege begriff; eutsche „Kultur“; Frankreich und die katholische Kirche 8 8 Krieges und der Katholizismus. In jedem
rden kurz die hauptsächlich ten Angriffe des französischen einwandsteitn hehoben⸗ dann folgt die Abwehr, die mit zahlreichen, wird das Se 8 belegt worden ist. In einem Schlußwort den Sätzen dß 8 nis der Untersuchung festgelegt. Es gipfelt in in beiden ghelchenda— 8 Anptlageschrift entworfene Bild falsch set gemacht, Ffankteich 8 Ceutschland set zum Teufel der Finsternis aß und Eigenltebe hänt ugel des Lichts; beides sei unwahr. F ine Apotheose. 96. Sb1es Bild entworfen es sei ein Zerrbild großer Mäßigung defleis te Schrift, die sich bei aller Entschiedenbeit sie Glaubensgenas., und aus der auch das Bedauern spricht, anbensgenossen gegenüber notwendig wurde, sei nach⸗
drücklich zum Studium empfohlen. Sie ist in ihrem Ernst, ihrer Sachlichkeit und Würde ein schönes und wertvolles Zeugnis für die Stunmung ernster Entschlossenheit und sittlicher Selbstbesinnung, in der das deutsche Volk die ihm auferlegte schwere Schicksalsprüfung auf sich nimmt und überwindet. Man sollte annehmen, daß die Schrift auch in weiten Kreisen im Ausland ihren Eindruck nicht ver⸗ sehlen und dazu beitragen wird, das Bild, das in der französischen Anksageschrift von Deutschland und seinem geistigen Zustand ent⸗ worfen wurde, als „Zerrbild“ zu erkennen. — Otto von Falke, Kunstgeschichte der Seidenweberei. 2 Bände. Berlin, Verlag Ernst Wasmuth, A.⸗G. Die kunst⸗ geschichtliche Forschung der letzten hundert Jahre zeigt, vornehmlich in Deutschland, einen eigentümlichen Eutwicklungsgang. Die großen, zusammenfassenden Darstellungen stehen für viele Gebiete am Anfang. Sie wirken als mächtige Anreger: aber sie werden im einzelnen überholt mit der fortschreitenden Kenntnis der Denkmäler. Je mehr das Wissen in die Breite wächst, desto mehr verliert sich auch die kunstwissenschaftliche Literatur in eine unüber⸗ sehbare Fülle von Einzeluntersuchungen. Das Gesamt⸗ bild des Geschichtsverlaufs wird reicher und lebendiger, die großen Linien der Entwicklung enthüllen sich nicht mehr so leicht wie früher. Sie scheinen überwuchert von der Fülle neu erkannter, aber in ibrer Bedeutung nicht sosort zu übersehender Einzelfunde, oft auch in Frage gestellt durch die jetzt viel sicherer als früher bestimmbaren Lücken unseres Wissens. So kommt es, daß unter den heutigen Kunsthistorikern eine gewisse Scheu besteht, die Summe der er⸗ arbeiteten Ergebnisse zu ziehen und jenen Gesamtwerken eines Schnaase, Kug er, Förster, aber auch denen der zweiten Generation, der Lübke, Woltmann, Bode, Dohme und Burckhardt neue Gesamtbilder gegenüberzustellen. Um so größere Aufmerk⸗ samkeit verdient ein Werk wie das vorliegende von Otto von Falke. Zum ersten Male ist hier eines der schwierigsten Forschungsgebiete der Kunst, für die Erzeugnisse der Seidenweberei 3 die Fülle des Materials, das der Verfasser selbst und einige nicht zahlreiche Fachgenossen zusammengetragen hatten, zu dem Organismus einer wirklichen Entwicklungsgeschichte umgeschaffen worden. Um⸗ fassende Kennerschaft und sicherste historische Methode haben sich bier gefunden und ein Werk geschaffen, wie wir es für viel bekanntere und näher⸗ liegende Gebiete, für die deutsche und niederländische Malerei, für die Plastik und Architektur unserer Heimat noch nicht besitzen. Die Hinder⸗ nisse, die sich der kunstgeschichtlichen Bearbeitung der Textilien entgegen · stellen, sind bekannt. Nach der Art ihrer Herstellung und ihres durch den Handel vermittelten Verbrauchs geben die Gewebe selbst fast niemals Aufschluß über den künstlerischen Urheber. Dazu kommt die weite Verbreitung der Seide, die frühzeitig als Rohstoff und als Gewebe vom Weithandel gesucht und in die entferntesten Länder aus⸗ geführt wurde, sodaß nirgends weniger als hier von dem Auf⸗ bewahrungsort eines Stoffes auf seine Herkunft geschlossen werden kann. Die schriftlichen Quellen über die Weberei des Altertums reichen weit zurück, aber es ist schwer, oft unmöglich, ihre Angaben über Technik und Betriebsorte, ihre Stoffbenennungen mit den er⸗ haltenen Denkmälern zur Deckung zu bringen. Als zuverlässigste Quelle bleibt die Ornamentik, deren Entwicklung freilich für lange Strecken z. B. in China, völlig im Dunkel liegt und im Gebiet der islamischen Welt erst in den letzten Jabren und Jahrzehnten auf⸗ geklärt wurde. Ihre Untersuchung auf Grund eines unerreicht voll⸗ ständigen Materials bildet denn auch die Grundlage des Falkeschen Werks, das somit eine Geschichte des Flachornamenrs im Orient und in Europa in sich schließt. Schon der Vorgänger Falkes in der Leitung des Berliner Kunstgewerbemuseums, Julius Lessing, hatte die jetzt gelöste Aufgabe ins Auge gefaßt. Er begann mit der Veröffentlichung der Textilienschätze des Berliner Museums. Doch mußte sein Tafelwerk „Die Gewebesammlung des Königlichen Kunst⸗ gewerbemuseums“, das 1901 — 1909 erschien, bald auch Stoffe anderer Sammlungen, vor allem der Kirchenschatze, aufnehmen, um ein zu⸗ verlässiges Bild der überhaupt vorhandenen Erzeugnisse, vor allem aus dem Mittelalter, zu geben. Die wissenschaftliche Bearbeitung des Materials, die Lessing wohl geplant, aber nicht mehr begonnen hat, müßte von Anfang an auf breiterer Grundlage aufgebaut werden und alles FErreichbare heranziehen. Es ist höchst dankens⸗ wert, daß Falke in sein Werk auch die wichtigsten Ab⸗ bildungen jenes Tafelwerks in kleinerer, aber durchaus gelungener Wiedergabe aufgenommen hat, sodaß es nun auch für sich benutzbar ist; dies um so mehr, als von den Bestimmungsversuchen, die Lessing den einzelnen Stoffen beigegeben hat, ein sehr beträchtlicher Teil sich als unhalthar erwi s. Ein Eingehen auf den gewaltigen Stoff der Falkeschen Arbeit ist an dieser Stelle nicht möglich. Nur so viel sei gesagt, daß der Hauptnachdruck auf die mittelalterliche Entwicklung gelegt wird, während für Antike und Neuzeit nur die Hauptlinien der stilistischen Wandlungen erausgearbeitet werden. Immerhin bringt schon der Abschnitt über die ausgehende Antike grundlegende Aenderungen des bisherigen Standes der Forschung, vor allem durch die Zuweisung einer Gruppe von Geweben an eine alerandrinische Werkstatt. Einzelne ihrer Muster hatten bisher als sassanidisch gegolten und damit die unberechtigte Vorstellung erweckt, daß der Ursprung der mittelalter⸗ lichen Seidenornamentik fern vom Mittelmeer zu suchen sei. Die Darstellung der Seidenweberei des hohen Mittelalters, des achten bis dreizehnten Jahrhunderts, bisher durch eine Menge einander wider⸗ sprechender Hypothesen und hergebrachter Anschauungen verwirrt, ist vom Verfzsser in klare Zusammenhänge gebracht und ne aufgebaut worden. Bedeutsam, aber auch besonders verwickelt ist dabei die Stellung der chinesischen Kunst. Gehen doch die Be⸗ einflussungen keineswegs bloß von Ost nach West, sondern ebenso auch den umgekehrten Weg. Chinesische Seiden aus dem 7. und 8. Jahrhundert weisen auf persische Einfuhr, andere aus dem späten Mittelalter sind in China für den Geschmack der islamischen Welt hergestellt worden: in Italien, Aegypten, Spanien finden sich Muster aus dem fernen Osten: kein Wunder, daß die vielen Fragen, die hier auftauchen, bisher oft mehr umgangen als ernsthaft gestellt und beantwortet wurden. In dem Gebiet der muslimischen Stoffe wied eine klare und übersichtliche Schei⸗ dung der einzelnen Gruppen auf Geund der Ornamentik durchgeführt. Die auf falsch gelesenen arabischen Stoff⸗ inschriften aufgebauten Hypothesen fallen dabei in sich zusammen, und eine Menge neuer Zusammenhänge und Ausblicke tut sich auf. Eingehende Würdigung erfahren sodann die herrlichen Erzeugnisse italienischer Seidenkunst des 13. Jahrhunderts. Gekade sie haben für uns in Deoutschland eine ganz besondere Bedeutung. Während sie in ihrem Ursprunzsland durch den Gebrauch und zum Teil auch durch die Mißachtung späterer Zeiten mit verändertem Geschmach pielfach untergegangen sind, bewahren einige norddeutsche Kirchen⸗ schätze ganze Reihen dieser köstlichen Gewebe von unschätzbarem Wert. So sind z. B. allein in der Danziger Marienkirche mehr italientsche Trecentostoffe erhalten als in allen Museen und Kirchen Italiens zusammen. Die „Auestellung mittelalterlicher Kirchengewänder“, die das Berltner Kunstaewerbemuseum im Wiater 1911,12 veranstaltete, konnte Dank dem Entgegegenkommen der Ktrchenvorstände in Danzig, Halberstadt und Brandenburg, wie der Museen in Braunschweig, Schwerin und Stralsund zum ersten Male ein zusammenfassendes Bild dieses Zweiges mittelalterlicher Weberkunst geben; und die Besucher jener Ausstellung, die vielen noch in schönster Erinnerung ist, werden dankbar jetzt zu der systematischen Darstellung in Falkes Werk greifen. Die wissenschaftliche Erschließung und Bearbeitung ihrer Kunstschä ze war von jeher der Ruhm der Berliner Museen. Aus der Fuͤlle ihrer anregenden und grundlegenden Veröffentlichungen hebt sich Otto von Falkes Werk heraus nicht bloß durch den Umfang des Stoffes und durch die Gediegenheit seiner Ausstattung, sondern vor allem durch das weite Gebtet von Neuland, das in ihm erschlossen ist. Arbeiten dieser Art erhöhen die Wertschätzung des ganzen Kunstzweige, den sie behandeln, well sie seinem Verständnis in den Kreisen der Forscher und Liebhaber Bahn hrechen; sie werben aber auch, weil sie sich in rubigeren Zeiten als jetzt mit Notwendigkeit durchsetzen, in der t für die Geltung der deutschen Wha.
Küstenland 3,
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗
maßregeln.
Das Kaiserliche Gesundbeits amt meldet das Erlöschen der Maul⸗ und Klauenseuche vom Zentralviehmarkte in Hamburg am 14. d. M.
Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten.
(Nach den „Veröffentlichungen des Kaiserlichen Gesundheitsamts“, Nr. 28 vom 14. Juli 1915.)
Cholera. Oesterreich⸗Ungarn. In der Woche vom 6. bis 12. Juni wurden in Oesterreich 316 Erkrankungen (und 64 Todesfälle) fest⸗ gestellt, und zwar in Niederösterreich in 3 Gem. 1I1 Oberösterreich in 1 Gem. 3 (1), in Steiermark in 1 Gem. 2 (2), in Krain in 3 Gem. 5 (3), in Böhmen in 4 Gem. 5 (2), in Mähren in 4 Gem. 10, in Schlesten in 4 Gem. 195 (37), in Galitien in 7 Gem. 85 (16). Von diesen Erkrankungen (und Todesfällen) entfielen 232 (41) auf Kriegsgefangene und 56 (12) auf Militärpersonen. In Kroatien und Slavonien wurden vom 7. bis 14. Juni 53 Erkrankungen (und 10 Todesfälle) ermittelt, und zwar in den Komitaten Pozega im Bezirke Nova Gradiska in 6 Gem. 32 (2), Virovitika in 1 Gem. 3 (2),
im Bezirke Brod in 1 Gem. 11 (5),
Syrmien in 3 Gem. 6 (1) und in der Stadt Agram 1. Vom 14. bis 20. Juni wurden 80 Erkrankungen (und 32 Todesfälle) ge⸗ meldet, davon in den Komitaten Pozega in 12 Gem. 32 (9), Virovitika in 3 Gem. 36 (18) und in Syrmien in 4 Gem. 12 (5), unter letzteren 1 nachträalich gemeldet.
In Bosnien und der Herzegowina wurden vom 6 bis 12. Juni im Kreise Banjaluka in 5 Gem. 15 und im Kreise Donja Tuzla in 3 Gem. 26 Erkrankungen angezeigt. Außerdem wurde in 1 Gem. des Kreises Banjaluka 1 Bazillenträger
ittelt. Pocken.
eutsches Reich. In der Woche vom
89 festgestellt, in Birkentha reis Kattowitz, Reg.⸗Bez. Oppeln) und 2 i Bitterfeld (Reg.⸗Bez. Merseberg) — 1 3 8 8 Für den Monat Junt wurden nachträglich noch 2 Erkrankungen in Porgozela (Kreis Koschmin, Reg.⸗Bez. Posen) gemeldet.
Oesterreich. In der Woche vom 23. bis 29. Mai wurden 398 Erkrankungen ermittelt, und zwar in Niederösterreich in 3 Gem. 24 — darunter in Wien 16 —, in Oberösterreich in 1 Gem. 2, in Steiermark in 5 Gem. 9, in Böhmen in 9 Gem 11, in Mähren in 8 Gem. 20, in S chlesien in 4 Gem. je 1. in Galizien in 42 Gem. 324, in der Bukowina in 4 Gem. je 1. Vom 30. Mai bis 5. Junt wurden 337 Erkrankungen angezeigt, und zwar in Niederösterreich in 2 Gem. 11 — davon in Wien 9 kinsgesamt in Wien seit Kriegsbeginn 1557 mit 339 Todesfälle) —, in Oberösterreich 1, in Stetermark in 8 Gem. 17, in Tirol in 2 Gem. je 1, in Böhmen in 7 Gem. 19, in Mähren in 7 Gem. 29, in Schlesien in 3 Gem 4, in Galizien in 55 Gem. 252, in der Bukowtna in 2 Gem. 1
Fleckfieber.
Deutsches Reich. In der Woche vom 4. bis 10. Juli wurden 15 Erkrankungen festgestellt, und zwar 1 in Be rlin, 4 in Lams⸗ dorf (Kreis Falkeaberg, Reg⸗Bez. Opveln), 1 in Aschersleben (Reg.⸗Bez. Magdeburg), 3 in Heiligenstadt (Reg.⸗Bez. Erfur), i in Cassel, 3 in Zwickau (Königreich Sachsen), je 1 in Jena (Sachsen⸗Weimar) und in Wolfenbütttel (Braunschweig), sämt⸗ lich bei deutschen Soldaten. Außerdem sind solche Erkrankungen unter Kriegsgefangenen aufgetreten in den Regierungsbezirken Königsberg, Gumbinnen, Danzig, Potsdam, Köslin, Posen, Bromberg, Liegnitz, Oppeln, Merseburg, Schleswig, Lüneburg und Cassel in den dort eingerichteten Gefangenenlagern.
In dem für die Woche vom 20. bis 26. Juni gemeldeten und inzwischen tödlich verlaufenen Falle in Lübeck hat es sich nicht um Fleckfieber, fondern um eine Blutvergiftung gehandelt.
Oesterreich. Vom 23. bis 29 Mai wurden 599 Erkrankungen gemeldet, davon in Niederösterreich in 3 Gem. 238, in Ober⸗ österreich 1, in Salzburg in 2 Gem. 4, in Steiermark in 8 Gem. 27, in Kärnten 1, in Tirol 1, in Böhmen in 10 Gem. 19, darunter 2 bei Pflegepersonen, in Galizien in 22 Gem. 305, in der Bukowina in 1 Gem. 3.
Vom 30. Mai bis 5. Juni wurden 342 Erkrankungen ermittelt, und zwar in Niederösterreich in 2 Gem. 1n Oberösterreich in 1 Gem. 8, in Steiermark in 5 Gem. 17, darunter 1 bei einer Pflegerin, in Kärnten 1, in Böhmen in 10 Gem. 23, darunter 1 bei einer Pflegerin, in Mähren in 2 Gem. 3, in Galizien in 18 Gem. 190, in der Bukowina in 5 Gem. 13, in Dalmatien
in 1 Gem. 10.
In Bosnien und der Herzegowina wurden vom 16. bis 22. Mai 26 Erkrankungen festgestellt, und zwar in den Kreisen 19, Travnik in 2 Gem. 6 und T uzla 1. Vom
Bihac in 4 Gem. 23. bis 29. Mai wurden im Kreise Bihac in 3 Gem. 24 Er⸗ Genickstarre.
krankungen angezeigt.
Preußen. In der Woche vom 27. Juni bis 3. Juli sind 18 Er⸗ krankungen (und 8 Todesfälle) in folgenden E [und Kreisen] gemeldet worden: Landespolizeibezirt Berlin 1 [Berlin Stadt], Reg.⸗Bez. Arnsberg 3 (1) [(Gelsenkirchen Land 2 Hörde Land 1 (1)), Breslau 1 (1) Brieg Stadt), Danzig [Pr. Stargard], Düsseldorf 2 (2) (Essen Stadt 4 1 (1), Möag — (1)), Magdeburg 1 Münster 2 (1) [Recklinghausen Land 1 (1), OQppeln — (1) [(Tarnowitz), Posen 1 (Schroda], [Stettin].
Für die Vorwoche wurden
om 4. bis 10. Juli und zwar je 1 in Berlin und
7 (1) Ham⸗ [Magdedurg)],. Steinfurt 1 , Stettin — (1)
nacht räglich noch angezeigt 3 Er⸗ krankungen dund 2 Todegfälle) im Reg.⸗Bez. DüsserderssLnsser⸗ dorf Land, Düsseldorf Stadt je 1 (1), Essen Stadt 8
Schweiz. Vom 20. bis 26. Juni im Kanton Neuenburg 1 Erkrankung.
Spinale Kinderlähmung.
Schweiz 20. bis 26. Juni im Kanton Aargau 1 Er⸗
krankung. b
Preußen. In der Woche vom 27. Juni bis 3. Juli sind 89 Erkrankungen (und 2 Todesfälle) n. folgenden Regierungs⸗ bezirken [und Kreisen) gemeldet worden: Landespoltzeibezirk Be rlin 1 [Berlin Stadt]. Reg.⸗Bez. A rne derg 2 (1) Gelsenkirchen Stadt ! Hagen Land 1 (1)), Breslau h [Militsch 3, Steinau 21, Da nzig 27. Marienbdurg 1, Pr. Staroard 26), Düsseldorf [Rees) Erfurt 3 Lingensalzaz, Frankfurt 1 Landsberg Stadt), Gumdinnen 1 Tilsit Stadt), Hildesbeim 2 [(Goͤttinoen], Magdeburg 1 [Magdeburg), Merse burg 2 (Bitterfeld), Oppeln 2 (1) [Falken⸗ berg]l, Posen 1 [Meseritz), Schleswig 2 [Norderdithmarschen) .“ 1 (Lebe T 88* 37 [Saarlouts Land].
Für die Vorwoche wurde nachträglich noch an⸗ 8 krankung im Reg.⸗Bez. Duüsseldorf hh esevweetg
Oeste rreich. In der Woche vom 11. ts 17. April wurden 21 Erkrankungen (und 9 Todeställe) gemeldet, davon in Nieder⸗ sterreich 18. (r Oheröstepreich 4, Stetermark 8§ (t) Tirol und Vorarlberg 2 Ip 8 Mähren 36 (7), Schlesien 24, Dalmatien b Verschiedene Krankbeiten 3 in der Woche vom 27. Junk dis 3. Jult 1915 (für die deutschen Orte).
Pocken: Budapest, Krakau. Wien se 1 Todesfahl, Budapest 2 Prag und Vororte 1. Wien 8 Erkrankungen; Va pest 38, Wien 32 Erkrankungen; Fle Mieber:
T
2*
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