1915 / 234 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 04 Oct 1915 18:00:01 GMT) scan diff

Prrozeßfähigkeit abgesprochen.

.

Oesterreich⸗Ungarn. Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh

hat eine Konferenz in der Angelegenheit der wirtschaft⸗

lichen Notstands⸗ und Retablierungsaktion in Galizien stattgefunden, an der der Minister des Innern, der Minister der öffentlichen Arbeiten, der Minister für Ackerbau, der Finanzminister, der Minister für Galizien, der Statthalter

und der Landeshauptmann von sowie der Obmann uund mehrere Mitglieder des Polen

lubs teilnahmen. Die wichtigsten auf diesem Gebiete im Zuge befindlichen Maß⸗ nahmen wurden durchgesprochen und ein Ueberblick in betreff der bereits in vollster Durchführung begriffenen Anordnungen gewonnen. Für die energische durchgreifende Fortführung und Ausgestaltung der Aktion wurden die maßgebenden RNichtlinien festgestellt.

Die italienische Regierung hat am 24. Juni 1915 eine Verordnung erlassen, wonach alle seit dem 24. Mai 1915 von Angehörigen der österreichisch⸗ ungarischen Monarchie vorge⸗ nommenen Uebertragungen von Eigentum an unbeweglichen Gütern und Rechten sowie die Abtretung von Forderungen usw. in Italien und den italienischen Kolonien keine recht⸗ liche Wirkung haben. Gleichzeitig wurde ihnen die aktive Gemäß den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Behandlung der Aus⸗ länder auf Grundlage der Gegenseitigkeit können nunmehr italienische Staatsangehörige vor den österreichischen Gerichten keinen Rechtsstreit anhängig machen oder fortsetzen und daher die Zahlung ihrer Forderungen gegen österreichische Schuldner im Wege der Klage oder der Zwangsvollstreckung nicht er⸗ zwingen. Die österreichische Regierung hat jedoch, wie „W. T. B.“ meldet, davon abgesehen, die Verfügungen der italienischen Regierung, die sich gegen Rechts⸗ geschäfte österreichischer Staatsangehöriger kehren, mit Ver⸗ geltungsmaßnahmen zu erwidern, weil die Ungültig⸗ keitserklärung mit italienischen Staatsangehörigen abgeschlossener Verträge unter Umständen für daran beteiligte Inländer uner⸗ wünschte Wirkung haben könnte.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ unternimmt der italienische Botschafter in Paris Tittoni in einer Unter⸗ redung mit einem Redakteur der „Tribuna“ den Versuch, gegenüber dem Dementi des „K. und K. Telegraphen⸗Kor⸗ respondenz⸗Bureaus“ seine Behauptungen aufrechtzuerhalten, wonach er es gewesen sei, der anläßlich der Einverleibung Bosniens und der Herzegowina durch die Monarchie den Verzicht Oesterreich⸗Ungarns auf das Garnisons⸗ recht im Sandschak Novibazar sowie auf die die Souveränitätsrechte Montenegros beschränkenden Bestimmungen des Artikels 29 des Berliner Ver⸗ trages erreicht habe. Amtlich wird hierzu bemerkt:

Die erstere Behauptung trachtet Tittoni durch den Hinweis darauf glaubhaft zu machen, daß er sie bereits in seiner Parlaments⸗ rede vom 4. Dezember 1908 vorgebracht habe, ohne daß seitens des Grafen Aehrenthal ein Dementit erfolgt sei. Abgesehen davon, daß die falsche Angabe nicht dadurch richtig wird, daß man nachweist, man habe sie schon in einem früheren Zeitpunkt aufgestellt, zitiert Tittoni einen Toten, nämlich den Grafen Aehrenthal, dessen damaliges Schweigen er als Zustimmung deuten möchte.

r übersieht aber hierbei, daß Mitarbeiter des Grafen Aehren⸗ thal am Leben sind und daß sie sowie das Archiv des Ballhausplatzes klar bezeugen können, daß der Verzicht Oesterreich Ungarns auf das Garnisonsrecht im Sandschak Novibazar vor der Einverleibung Bosniens und der Herzegowina, und zwar schon in einem Zeitpunkte, beschlossen worden war, wo Tittoni von dem Einverleibungsplane noch gar keine Kenntnis hatte. In seiner Rede vom 4. Dezember 1908 hat Tittoni sich zwar auch nicht ausdrücklich das Verdtenst an jenem Verzichte der Monarchie zugeschrieben, wohl

aber die Vorteile des letzteren für Italien in einer so selbst⸗

gefälligen Weise herausgestrichen, daß die Kammer immerhbin annehmen konnte, dieser Erfolg sei auf den Redner zurückzuführen. Wenn das Wiener Kabineit damals diesen sowie anderen tendenziösen Darstellungen des Ministers des Aeußern nicht mit einem Dementi entgegentrat, so war hierfür ausschließlich die Erwägung maßgebend, daß Tittoni, der sich zu jener Zeit noch in der Rolle des überzeugten Dreibundfreundes gefiel, ernsten Angriffen im Parla⸗ mente ausgesetzt war, und man die Schwierigkeiten seiner Stellung nicht vermehren wollte. Gegenüber der Feststellung des „K. und K. Telegraphen⸗Korrespondenz⸗Bureaus“, daß die IDInitiative zur Aenderung des Artikels 29 des Berliner Vertrags nicht von Italien, sondern von Rußland ausgegangen war,

zitiert Tittoni eine Anzahl von Stellen aus dem österreichtsch⸗

ungarischen Rotbuche über die Einverleibungskrise, wobei er bei einzelnen dieser Dokumente die ihm zur eaiee seiner These un⸗ bequemen Stellen einfach unterdrückt. Aber selbst die angefuhrten Dokumente, die mit dem 18. März 1900 beginnen, beweisen lediglich, daß Graf Aehrenthal in einem späteren Stadium der Frage darüber auch mit Tittoni verhandelte, aber nicht mit einem Worte, daß die Initiative von letzterem ausgegangen sei. Wohl aber geht aus dem unter Nummer 50 des erwähnten Rorbuches aufge⸗ führten Dokumente, welches das Datum 31. Oktober 1908 trägt, her⸗ vor, daß bereits das von Jswolski entworfene Programm der damals von einigen Mächten vorgeschlagenen Konferenz im Punkte 6 die Aenderung des Artikels 29 des Berliner Vertrags enthält. An der ganzen Politik Tittonis ist übrigens nur der glühende Eifer inter⸗ essant, mit dem er sich dermalen vor den geistigen Machthabern Italiens in dem Sinne zu rehabilitieren sucht, daß er jene Dreibund⸗ freundlichkeit ableugnen und vergessen lassen möchte, die während seiner

Mintsterschaft der Hauptbestandteil seiner ganzen Politik war.

1“ v

Großbritannien und Irland.

Das Auswärtige Amt veröffentlicht eine Korrespondenz zwischen dem amerikanischen Botschafter in London und dem Staatssekretär Grey, in der ersterer um Angabe von Zahlen ersucht, aus denen der Wert des rohen und be⸗ arbeiteten Kakaos zu entnehmen sei, der in vier Monaten bis zdum 30. April 1915 aus England nach den Niederlanden, Vänemark, Schweden, Norwegen und Italien gegangen ist, verglichen mit dem gleichen Zeitraum 1913 und 1914. Grey beantwortete die Anfrage, wie „W. T. B.“ meldet, mit statistischen Aufstellungen, in denen di englischen Ausfuhrziffern während der ersten fünf Monate des Jahres mit denen der Vereinigten Staaten verglichen werden, und bemerkte hierzu, er habe gehört, daß in den Ver⸗ einigten Staaten Schriften, die zweifellos von deutschen Agenten inspiriert würden, im Umlauf seien, in denen behauptet werde, England versuche den gesetzlichen Handel der Vereinigten Staaten mit den neutralen zu verhindern, um selbst daraus Nutzen zu ziehen. Er beeile sich deshalb, den Botschafter über den wirklichen Stand zu unter⸗ richten. Die Zunahme der Baumwollausfuhr aus Eng⸗ land nach Norwegen, Schweden, Dänemark und den Nieder⸗ landen vom Januar bis April 1915 betrug im Vergleich mit demselben Zeitraum im Jahre 1914 503 995 Zentner, während die Vereinigten Staaten in derselben Zeit nach den genannten Länd 353 638 Zentn 204 177 im

Jahre 1914 schick

*

ten. Die Kakaoausfuhr stieg aus Groß⸗ britannien um 11 500 000 Pfund Sterling, aus den Vereinigten Staaten aber um 16 000 000 Pfund Sterling. Die Ausfuhr der Vereinigten Staaten wuchs um 300 Prozent. Der Betrag, um den sich die Ausfuhr vermehrte, war für den oben an⸗ gegebenen Zeitraum 145 658 000 Dollar.

Das Unterhaus ist bis zum 12. Oktober vertagt worden, um MeKenna Zeit zu geben, die Finanzbill fertig⸗ zustellen.

Die Verlustliste vom 30. September weist 26 Offi⸗ ziere und 1855 Mann auf, die vom 1. Oktober 28 Offiziere und 1197 Mann, die vom 2. d. M. 41 Offiziere und 1706 Mann. Die „Times“ vom 30. September bis 2. Oktober teilt außer⸗ dem noch den Tod von 115 Offizieren mit.

Frankreich. Der russische Finanzminister Bark ist vorgestern abend aus London in Paris eingetroffen.

5 Rußland.

Im Ministerrate wurde der Minister des Innern Tscherbatow dem „Rußkoje Slowo“ zufolge gefragt, ob es richtig sei, daß er die Präventivzensur wieder einführen wolle, worauf er erklärte, daß er davon nichts wisse. Es er⸗ wies sich, daß die Pressezensurverwaltung auf Veranlassung höherer Kreise diese Nachricht gleichsam als Probeballon in die Welt gesetzt hatte, um zu sehen, wie die Oeffentlichkeit sich dazu verhielte, aber der einmütige Protest selbst Kemabigber Kreise erwies, daß die Maßregel den allerheftigsten Widerstand hervorrufen würde; sogar rechtsstehende Reichsratsmitglieder erhoben beim Minister des Innern dagegen Einspruch.

Niederlande. Wie das „Handelsblad“ erfährt, hat die britische Re⸗ gierung der holländischen Regierung ihr Bedauern darüber ausgesprochen, daß ein britisches Flugzeug am 9. August

hat. Die britische Regierung erklärte sich bereit, den an⸗ gerichteten Schaden zu ersetzen.

Türkei.

Der deutsche Botschafter Freiherr von Wangenheim ist vorgestern in Konstantinopel eingetroffen und auf dem Bahnhof von seiner Gemahlin, den Mitgliedern der Botschaft, an deren Spitze der stellvertretende Botschafter Fürst zu Hohen⸗ lohe, dem ersten Adjutanten Enver Paschas Kiazim Bei, dem Polizeichef Bedri Bei und dem Dragoman der bulgarischen Gesandtschaft Galabow empfangen worden.

Anläßlich der Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten hat der türkische Senat an den Präsidenten des österreichischen Herrenhauses ein Telegramm ge⸗ sandt, worin er dem heldenmütigen ruhmreichen österreichisch⸗ ungarischen Heere für die Verteidigung der Sache des Rechtes und der Gerechtigkeit seine Bewunderung ausdrückt.

Griechenland.

Das Ergebnis der vorgestrigen Konferenz des Königs mit dem Ministerpräsidenten Venizelos ist der „Frank⸗ furter Zeitung“ zufolge, daß die Maßnahmen der Regierung zur Mobilmachung und ihre weiteren Entschließungen für die nächste Zukunft gebilligt worden sind. Mit Rücksicht auf die Erklärung Radoslawows, daß keine Angriffsabsichten gegen Griechenland bestünden, wurde die Beobachtung bewaffneter Neutralität weiter für möglich erachtet, während über die Frage der Bündnispflicht Griechenlands gegen Serbien als nicht dringlich keine definitive Entschließung gefaßt wurde.

Der Vierverband hat der griechischen Re⸗ gierung nach einer Meldung des „Temps“ mitgeteilt, daß die Vorschläge zurückgezogen worden seien, die Bulgarien gemacht worden wären, um seine Teilnahme an dem Kriege gegen die Türkei zu erlangen. Die Landung der Fran⸗ zosen und Engländer in Saloniki sei unmittelbar

bevorstehend. Rumänien.

Unter der Leitung von Filipescu hat sich eine neue politische Vereinigung zwecks Verwirklichung des nationalen Ideals eines Groß⸗Rumäniens gebildet.

Bulgarien.

der Vertreter der Vierverbandsmächte haben, wie der

„Temps“ meldet, folgenden Wortlaut:

Wenn die bulgarische Mobilmachung Bulgarien Anlaß geben sollte, eine aggressive Haltung an der Seite unserer Feinde anzu⸗ nehmen, dann sind wir entschlossen, unseren Freunden auf dem Balkan jede Hilfe zu gewähren, über die wir verfügen, so, wie es ihnen am besten paßt, in Uebereinstimmung mit den Verbündeten, und zwar ohne jede Einschränkung und ohne jeden Vorbehalt.

Der russische Gesandte in Sofia ist nach einer Meldung der „St. Petersburger Telegraphenagentur“ be⸗ auftragt worden, unverzüglich dem Ministerpräsidenten Rados⸗ lawow folgende Note zu überreichen:

Die Ereignisse, die sich gegenwärtig in Bulgarien abspielen, be⸗ zeugen den endgültigen Entschluß der Regierung des Königs Ferdi⸗ nand, das Schicksal des Landes in die Hände Deutschlands zu legen. Die Anwesenheit deutscher und österreichischer Offiziere im Kriegs⸗ ministerium und bei den Generalstäben der Armee, die Zusammen⸗ ztehung von Truppen in dem an Serbien stoßenden Gebietsteile und die weitgehende finanzielle Unterstützung, welche das Kabtnett in Sofia von seiten unserer Feinde angenommen hat, lassen keinen Zweifel mehr über das Ziel der gegenwärtigen millitärischen Vorbereitungen der bulgarischen Regierung zu. Die Maäͤchte der Entente, die sich die Verwirklichung der Bestrebungen des bulgarischen Volkes haben angelegen sein Ige. haben den Ministerpräsidenten Radoslawow zu verschiedenen Malen darauf aufmerksam gemacht, daß sie jede Serbien feindliche Handlung als gegen sich gerichtet ansehen würden. Die von dem Varsitzenden des bulgarischen Kabinetts als Antwort auf diese Warnungen reichlich abgegebenen Ver⸗ Sgen sind durch die Tatsachen widerlegt worden. Der Vertreter

ußlands, das mit Bulgarien durch die unvergängliche Erinnerung an Bulgariens Befreiung vom türkischen Joche verbunden ist, kann nicht durch seine Anwesenheit die Vorbereitungen zu einem bruder⸗ mörderischen Angriff auf ein slawisches Volk und einen Ver⸗ bündeten gutheißen. Der russische Gesandte hat darum Auftrag erhalten, Bulgarien mit dem gesamten Personal der Gesandtschaft und der Konsulate zu verlassen, wenn die bulgarische Re⸗ gierung nicht binnen 24 Stunden offen die Beziehungen zu den Feinden der slawischen Sache und Rußlands ab⸗ bricht und wenn sie nicht unverzüglich dazu schreitet, die

ffiziere zu entfernen, welche Armeen der Staaten an⸗

irrtümlich nächst dem Hafen Cadzund Bomben abgeworfen

Die der bulgarischen Regierung abgegebenen Erklär ng n

2

Nach einer Meldung des Privatkorrespondenten des, „Wolffschen Telegraphenbureaus“ haben 5000 Mazedonier. die zum Eintritt in das serbische Heer gepreßt worden waren, in den letzten Tagen an verschiedenen Stellen die Grenze über⸗ schritten, um in die bulgarische Armee einzutreten Auch aus dem griechischen Heere ist eine Anzahl von Mazedoniern nach Bulgarien entwichen. Etwa 100 serbische Soldaten mit zwei Offizieren sind nach Bulgarien 3 wo sie vee, worden sind. Nach ihren Schilderungen herrscht im serbischen Heere große Entmutigung.

Amerika. FZ1

Der deutsche Botschafter Graf Bernstorff hat dem Shn Dfrtrar erfe eine Note der see hed Reegie rung übermittelt, die, wie dem „Reuterschen Bureau zufolge erklärt wird, eine geeignete Grundlage zur Regelung der Arabie⸗Frage bildet. 8

Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus haben die Fleischexporteure in Chicago an den stellvertretenden Leiter des Staatsdepartements Polk das Ersuchen gerichtet, England wegen 29 Schiffe mit Ladungen im Werte von 12,5 Millionen Dollar, die in England festgehalten werden, weil man glaubt, daß die Ladungen für Deut chland bestimmt sind, Vorstellungen zu erheben. Polk machte keinerlei An⸗

Afrika.

Die britischen und die portugiesischen Behörden haben nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ gemeinsame

Angola herzustellen. Die zwischen den Grenzlinien liegende Zone, die Deutschand und Portugal beanspruchen, wird als neutral betrachtet und gemeinsam von der portugiesischen und der südafrikanischen Regierung verwaltet werden.

Der „Daily Telegraph“ meldet aus Johannesburg, daß die aufständigen Eingeborenen im Süden von

Angola völlig unterworfen seien.

Kriegsnachrichten. Großes Hauplquartier, 2. Oktober. (W. T. B.)

Westlicher Kriegsschauplatz. 1

Die Engländer suchten heute nacht das ihnen in den Kämpfen der letzten Tage wieder abgenommene Gelände nördlich von Loos im Gegenangriff zurückzuerobern. Der Versuch scheiterte unter schweren blutigen Verlusten für den Feind. Französische Angriffe südwestlich Angres, östlich Souch ez owie nördlich von Neuville wurden abgeschlagen. Die Anzahl der Gefangenen, die unsere Truppen in diesem englisch⸗französischen Angriffsabschnitt bisher machten, ist auf 106 Offiziere, 3642 Mann gestiegen, die Beute an Maschinengewehren beträgt 26. In der Champagne griffen die Franzosen Mittags östlich Aubérive in breiter Front an. Der Angriff misaücte⸗ Nur an einer Stelle drang der Feind in unsere Stellung ein; badische Leibgrenadiere gingen zum Gegenangriff vor und nahmen einen Offizier, 70 Mann gefangen; der Rest des eingedrungenen Feindes fiel⸗ Französische Angriffe nördlich Le Mesnil, und nordwestlich Ville sur Tourbe wurden abgewiesen. Bei der Abwehr der Angriffe während der letzten Tage eichnete sich nordöstlich von Le Mesnil besonders das 11“ 29 aus. Die Gesamtzahl der Ge fangenen und die Beute aus den Kaämpfen nördlich von Arras und in der Champagne erreichte gestern die Höhe von 211 Offiziere, 10 721 Mann, 35 Maschinen⸗ gewehre.

Der Bombenabwurf eines von Paris zum Angriff auf Laon aufgestiegenen Fluggeschwaders hatte den Tod einer Frau und eines Kindes und die schwere Verletzung eines Bür gers der Stadt als Erfolg. Unsere Abwehrkanonen schossen ein Flugzeug südlich Laon ab, dessen Insassen gefangen ge

brennend über Soissons ab. 8

Oestlicher Kriegsschauplatz. H eeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Nördlich von Postawy sind Kavalleriegefechte im Gange. Südlich des Narocz⸗Sees, bei Spiagla und östlich von Wischnew wurden russische Vorstöße 88 wiesen. Von stärkeren Angriffen nahm der Feind nach den verlustreichen Fehlschlägen des 30. September Abstand. Unsere Truppen haben gestern bei Smorgon 3 Offiziere, 1100 Mann zu Gefangenen gemacht und 3 Maschinen⸗ gewehre erbeutet.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Vor der Front der Heeresgruppe herrschte im allgemeinen Ruhe. Auch hier verzichtete der Gegner auf die Fortführung seiner Angriffe. Vor unseren Linien liegen viele Gefallene des Feindes.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Nichts Neues.

Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Die feindlichen Stellungen bei Czernysz (am Kormin) wurden von unseren Truppen erstürmt. Der Feind wurde nach Norden geworfen, er ließ 1300 Gefangene in unseren Händen. An anderen Stellen der Front wurden weitere 1100 Gefangene gemacht.

Bei der Armee des Grafen Bothmer hatten die Russen in der Nacht vom 29,/30. September einen Durch⸗ bruchsversuch westlich Tarnopol unternommen. Der Versuch scheiterte völlig unter sehr erheblichen Ver⸗ lusten für den Gegner. Von nur einer unserer Divisionen sind bisher 1168 Russen bestattet, 400 bis 500 liegen noch vor der Front. Zahlreiche Gewehre wurden erbeutet.

83 Oberste Heeresleitung.

8—

Großes Hauptquartier, 3. Oktober. (W. T. B.)

8 Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Monitore richteten Nachmittags ein wirkungs⸗ loses Feuer auf die Gegend von Westende Bad. Abermalige Versuche der Engländer, während der Nacht nördlich von Loos verlorenes Gelände wiederzugewinnen, mißglückten

O gehören, die sich mit den Mäͤchten der Entente im Kriege beftnden.

vollständig. Mit schweren Verlusten nach stellenweise

äauf. Oestlich vo.⸗ Souchez mißlang ein französischer Vorstoß

Ein feindlicher Angriffsversuch aus Neuville heraus

eflüchtet,

deutung, ob das Staatsdepartement Schritte tun wird oder nicht.

Schritte unternommen, um die Ordnung an den Grenzen von

unnd nordwestli

Oestlicher Kriegsschauplatz.

nommen wurden, ein anderes feindliches Flugzeug stürzte

Generalstab 3. Bureau.

rbitterten Nahkämpfen gab der Feind hier seine Angriffe trotz Einsatzes einer erheblichen Menge von Gasgranaten.

gegen die Höhenstellungen östlich wurde mit starken Ver⸗ üusten für den Feind abgeschlagen. Im nächtlichen, dem Angriff folgenden Handgranatenkampf ging uns ein 40 m lang / stück Die Franzosen haben gestern die Infanteri angriffe in der Champagne nicht wiederholt, das feindliche⸗ Artilleriefeuer hielt in wechselnder Stärke an. Nörd⸗ lich vor⸗ Le Mesnil wurde der Feind aus einem gegen unsere Stellumgen vorspringenden Graben hinausgeworfen, wobei er erhebliche Einbuße, auch an Gefangenen, hatte. 2 E ranatenkampf um die Stellung nordwestlich von Ville sur urbe behielten wir die Oberhand. 4 Der Feind wiederholte seine Fliegerangriffe auf Baon und Vouziers; an beiden Orten fielen wieder mehrere Zivilpersonen den Bombenwürfen zum Opfer. In Gegend von Khe wurde das französische Luftschiff „Alsace“ zur Landung gezwungen, die Besatzung ist gefangen ge⸗ nommen. Heute 8 Uhr 30 Minuten vormittag wurden auf die neutrale Stadt Luxemburg von französischen Fliegern Bomben geworfon. Es sind zwei luxem⸗ Eeege Soldaten, ein Arbeiter und ein Ladenmädchen 8 Oestlicher Kriegsschauplatz. „Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Hindenburg. In den Kavalleriekämpfen südlich —2 Kosjany wurde der Gegner über die Mjadsjolka zurückgeworfen. Im übrigen nichts von Bedeutung.

Bei den Heeresgruppen der Generalfeldmarschälle

Prinz Leopold von Bayern un 8 häll Lage unverändert. 8 d von Mackensen ist die

Heeresgruppe des Generals von Linsingen. N.

b grup L . Na der Niederlage bei Czernycz und dem Scheitern süngs dufsijaach Angriffe gegen die Front nördlich dieses Ortes haben die Russen das westliche Korminufer bis auf kleine Peh tnnges vAe preisgegeben. Die

der von den deutschen Truppen gemacht at sich auf 2400 erhöht. Gbeeeühn

Oberste Heeresleitiuung.

1 Großes Hauptquartier, 4. Oktober. (W. T. B.

Westlicher Kriegsschauplatz. 88

Gestern früh erschienen vor Feehrägge fünf Moni⸗ tore und legten ein wirkungsloses Feuer auf die Küste; drei belgische Bewohner fielen dem Feuer zum Opfer. Unsere Küstenartillerie traf einen Monitor, der schwer beschädigt abgeschleppt werden mußte. Gegen die englische Front nördlich von Loos, aus der Nachts ein vergeblicher Ausfall gegen unsere Stellung westlich von Haisnes unternommen wurde, machten die Angriffgarbeiten weitere Fortschritte. Südlich des Souchez Baches konnten sich die Franzosen in einem kleinen Grabenstück an der Höhe nordwestlich Givenchy festsetzen. Süd⸗ lich dieser Höhe wurden französische Angriffe abgeschlagen. Das 40 Meter lange Grabenstück nordöstlich von Neuville wurde von uns wieder genommen. In der C hampagne setzten gestern nachmittag die Franzosen in der Gegendnordwestlich von Ma ssiges 0. 1 von Ville sur Toube vergeblich zum Angriff

an. Ihre An ammlungen wurden unter konzentrisches Feuer genommen. Ein starker Nachtangriff gegen unsere Stellungen nordwestlich von Ville sur Tourbe bra ch im Artillerie⸗und Ma⸗ schinengewehrfeuer unter schweren Verlusten zusammen. Der Bahnhof Chalons, der Hauptsammelort des Nach⸗ schubes für die französische Angriffsgruppe in der Champagne ist, wurde heute nacht mit sichtbarem Erfolge von einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenbu rg. Die Russen schritten gestern öö Artillerievorbereitung fast auf der ganzen Front zwischen Postawy und Smorgon in dichten Massen zum An⸗ griff, der unter ungewöhnlich starken Verlusten zu⸗ sammenbrach, nächtliche Teilunternehmungen blieben ebenso erfolglos. Auch südwestlich von Lennewaden (an der Düna) wurde ein feindlicher Vorstoß abgewiesen. Bei den anderen Heeresgruppen ist die Lage unverändert. Oberste Heeresleitung. Sceiit einiger Zeit ist der Ob g. Seit einiger Zeit ist der Obersten Heeresleitung folgende Befehl des französischen Generals Fo sfer becännt. folg 1 „Großes Hauptquartier der Westarmeere. 8—

1

ööu

An die Kommandierenden Generale. gste

Der Geist der Truppen und ihr Opfermut bilden die wichti Bedingung des Angriffs. Der französische Soldat schlägt sich so tapferer, je besser er die Wichtigkeit der Angriffshandlungen begreift, woran er beteiligt ist, und je mehr er Vertrauen hat zu den von den

ührern getroffenen Maßnahmen. Es ist deshalb notwendig, daß die ffiziere aller Grade von heute an ihre Untergebenen über die gün⸗ siigen edinaungen aufklären, unter denen der nächste Angriff der anz i Streitkräfte vor ehen wird. nüse, dien Lemm e sich geh ird. Folgende Punkte

1 uf dem französischen Kriegsschauplatz zum Angriff zu s reiten, ist für uns eine Notwendigkeit, um die Deutschen ze. P (öre zu verjagen. Wir werden sowohl unsere seit zwölf Monaten unter⸗ jochten Volksgenossen befreien als auch dem Feinde den wertvollen Besis unserer SSe Gebiete entreißen. Außerdem wird ein glänzender

ieg über die Deutschen die neutralen Völker bestimmen, sich zu Gunsten zu entscheiden, und den Feind zwingen, sein Vor⸗ gehen gegen die russische Armee zu verlangsamen, um unseren An⸗ 880 P”9 Fern es ist geschehen, daß dieser Angriff mit erheblichen Kräften und gewaltigen materiellen Mitteln 585v Der ohne Unterbrechung gesteigerte Wert der Verteidigungseinrichtungen in erster Linie, die immer größere Verwendung von Territorial⸗ truppen an der Front, die Vermehrung der in Frankreich gelandeten englischen Streitkräfte haben dem Oberbefehlshaber erlaubt, cine große Zahl von Divisionen aus der Front herauszuziehen und für den Angriff bereitzuhalten, deren Stärke der mehrerer Armeen gleichkommt. Diese Streitkräfte ebenso wie die in der Front gehaltenen verfügen über neue und vollständige Kriegsmittel. Die Zahl der Maschinengewehre ist mehr als verdoppelt. Die Feldkanonen, die nach Maßgabe ihrer Abnutzung durch neue Kanonen ersetzt worden sind, verfügen über einen bedeutenden Munitionsvorrat. Die Kraftwagenkolonnen sind vermehrt worden, sowohl zur Ver⸗ pflegung als zur Truppenverschiebung. Die schwere Artillerte, das

Eine beträchtliche Menge bon Batterlen schweren Kalibets ist m Rücksict auf die nächsten Angriffehondlungen veteinigt und Porbereitet worden. Der für jedes Geschütz vorgesehene tägliche Munitionsersatz übertrifft den bisber j⸗mals fengestellten größten Verbrauch.

3) Der gegenwärt’ge Zettpunkt ist für einen allgemeinen Angriff besonders günstig. Einerseits haben die Kitchener Armeen ihre Landung in Frankreich beendet, und andererseits haben die Deutschen noch im letzten Monat von unserer Front Kräfte weggezogen, um sie an der russischen Front zu verwenden. Die Deutschen haben nur sehr dürftige Reserven binter der dünnen Linie ihrer Grabenstellung.

4) Der Angriff soll ein allgemeiner sein. Er wird aus mehreren großen und leichzeitigen Angriffen bestehen, die auf sehr großen Fronten vor gehen sollen. Die englischen Truppen werden mit bedeutenden Kräften daran teilnehmen. Auch die belgischen Truppen werden sich an den Angriffshandlungen beteiligen. Sobald der Feind erschüttert sein wird, werden die Truppen an den bis dahin untätig gehaltenen Teilen der Front ihrerseits angretfen, um die Unordnung zu vervollständigen und ihn zur Feflosun mu bringen. Es wird sich für alle Truppen, die angkeifen, nicht nur darum handeln, die ersten feindlichen Gräben wegzunehmen, sondern ohne Ruhe Tag und Nacht durchzustoßen über die zweite und dritte Linie bis in das freie Gelände. Die ganze Kaballerie wird an diesen An⸗ griffen teilnehmen, um den Erfolg mit weitem Abstand vor der Infanterie auszunutzen. Die Gleichzeitigkeit der Angriffe, ihre Wucht

Norden von Arras tun konnte. Diese Umstände sichein den Erfolg. Die Bekanntgabe dieser Mitteilungen an die 2 wiag s verfehlen, den Geist der Truppe zu der Höhe der Opfer zu erheben, die von ihr gefordert werden. Es ist daher unbedingt nötig, daß die Mitteilung mit Klugheit und Ueberzeugung geschieht. (Gez.) J. Joffre.“

Hierzu gab ein französischer Re imentskommandeu feee Zusatz: züftsc 4 8

„Diesen Befehl bringt der Oberst zur Kenntnis der Herren Bataillonskommandeure und Kompagnieführer und bittet sie, während des Dienstes in den Gräben und im Lager jede Gelegenheit zu benutzen, um den Leuten begreiflich zu machen, daß die von ihnen 5535 Anstrengung derartige Folgen haben kann, daß der Krieg innen kurzem mit einem Schlage zu Ende ist.

Alle müssen bei dem beabsichtigten Angriff diejenige Kraft, Energie und Tapferkeit einsetzen, die nötig sind, um ein * großes Ergebnis zu erreichen.

Wir müssen die deutschen Linien durchbrechen und dazu vorwärts gehen, trotz allem..“

Der Befehl des Generals Joffre wird in intere anter Weise durch nachstehende Aeußerung des der englischen Gardedivision ergänzt, die am 25. September in deutsche Hände gefallen ist:

„Divisionsbefehl der Gardedivision. Am Vorabend der größten Schlacht aller Zeiten wünscht der Kommandeur der Gardedivision seinen Truppen viel Glück. Er hat den anfeuernden Worten des kommandierenden Generals von heute morgen nichts hinzuzufügen. Möchte sich aber jedermann zwei Dinge vor Ten Fvgs 8 8

daß von dem Ausgang dieser Schlacht d f englischer Generatlonen cpbengt,

82 2* ““ erwartet wird.

ein Gar von über 5 ienstjahr 3 mehr hinzuzufügen braucht. 82 (gez.) Lord Cavan.”

Aus diesen beiden Dokumenten geht zunächst hervor, wie schmählich man die Oeffentlichkeit täuscht, 0 nach dem Fehlschlagen des am 25. IX. unternommenen Angriffs in seinen eigentlichen Bestrebungen immer wieder versichert wird, der in der Vorbewegung eingetretene Stillstand habe von vorn⸗ herein in der Absicht der verbündeten englischen und fran⸗ zösischen Heeresleitungen gelegen.

Aber die Befehle gestatten auch noch andere Feststellungen. Der Zweck des Angriffs war, die Deutschen aus Frankreich zu vertreiben, das Ergebnis dagegen, daß die deutschen Truppen auf der etwa 840 km langen Front an einer Stelle in 23 km, an einer anderen, und an dieser nicht durch die soldatischen Leistungen des englischen Angreifers, sondern durch gelungene Ueberraschung mit einem Gasangriff, in 12 km Breite aus der vordersten Linie ihres Verteidigungssystems in die zweite, die nicht die letzte ist, gedrückt wurden. Nach vorsichtiger Be⸗ rechnung betragen die französischen Verluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen mindestens 130 000, die englischen 60 000, die deutschen noch nicht ein Fünftel dieser Zahl. Ob die Gegner hiernach noch Aus⸗ sicht haben, ihr Endziel zu erreichen, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls können solche örtlichen Erfolge, erkämpft durch den Einsatz sechs⸗bis siebenfacher zahlenmäßiger Ueber⸗ legenheit und vorbereitet durch vielmonatige Arbeit der Kriegsmaterialfabriken der halben Welt einschließlich Amerikas, nicht ein „glänzender Sieg“ genannt werden.

Noch weniger ist davon zu reden, daß der Angriff uns gezwungen hätte, irgendetwas zu tun, was nicht in unserem Plan lag, im besonderen unser Vorgehen gegen die russische Armee nach ihm zu richten. Abgesehen davon, daß eine zum Abtransport bestimmte Division beim Einsetzen der Offensive auf dem Westkriegsschauplatz angehalten und dafür eine im Antransport hierher befindliche andere Division nach dem Be⸗ stimmungsort der ersten gelenkt wurde, hat der Angriff die deutsche Oberste Heeresleitung nicht veranlaßt, auch nur einen einzigen Mann anders zu verwenden, wie es seit langer Zeit u“ 23 8 ndererseits ist der Angriff weder ohne Ruhe Tag und Nacht fortgeführt worden, noch ist er bisher . Stelle über unsere zweite Linie hinaus gelangt, noch hat er uns verhindert, unsere Reserven genau so sicher und wirksam zu ver⸗ schieben, wie wir es bei der Maioffensive nördlich Arras tun konnten. Oberste Heeresleitung.

Wien, 2. Oktober. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz.

Die Kämpfe am Korminbach nahmen ihren Fortgang. Deutsche und österreichisch⸗ungarische Truppen 21. ne n aus dem in den letzten Tagen heißumstrittenen Dorfe sacnhet. Die Zahl der gestern mitgeteilten Gefangenen er öhte sich auf 5400. Unsere Reiterei hatte, in gewohnter Weise zu Fuß fechtend, an den hier errungenen Erfolgen ruhm⸗ reichen Anteil. Sonst verlief der gestrige Tag im Nordosten

ohne besondere Ereignisse. 1u“

Italienischer Kriegsschauplaz. An der Tiroler Front fanden gestern im all emeinen nur statt. In der Gegend östlich er ven; Cornella (nördlich Roncegno) war in der Nacht auf den 1. Ok⸗ tober lebhaftes Gewehrfeuer hörbar; von unserer Seite nahmen keine Truppen an diesem Gefechte teil. Im Cristallo⸗Gebiete wurde Abends ein Angriff einer Alpiniabteilung auf den Sattel

wichtigste Angriffsmittel, war der Gegenstand erheblicher Anstrengung.

zwischen Rauchkofel und Schönl wand kurz abge⸗

*

gleiches Schicksal fanden an er Kärntner F wiederholte Angriffe gegen unsere Stellungen au den Malurch und westlich des Bombaschgrabens (nördlich Pontafel). Im Küsten land hat die Kampftätigkeit im Raume nördlich Tolmein nachgelassen. Ein gestern abend angesetzter Angriff der Italiener gegen den Tolmeiner Brückenkopf brach in unserem Feuer zusammen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

An der Saypefront nächst der Kolubaramündung be⸗ schossen unsere Batterien, feindliches Artilleriefeuer erwidernd, mit Erfolg die serbischen Uferstellungen. Bei Gorazde jagten wir eine etwa 300 Mann starke montenegrinische Abteikung in die Flucht. Oestlich von Trebinje unternahmen unsere Truppen, vom Feuer der Grenzsperren unterstützt, eine Streifung auf montenegrinisches Gebiet. Sie überfielen die feindlichen Vorposten und vernichteten einige Magazine.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.

von Hoefer, Feldmarschalleutnant.

und Ausdehnung werden den Feind hindern seine Infanterie⸗ und Artilleriereserven auf einem Puntte zu 5 wie ;

Wien, 3. Oktober. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. DDer Feind räumte gestern, erschöpft durch die vielen erfolglosen und verlustreichen Angriffe, die er tags vorher unternommen hatte, das Westufer des unteren Kormin⸗ baches. Sonst im Nordosten bei unveränderter Lage keine be⸗

sonderen Ereignisse. Z“

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gestern vor Tagesanbruch gruppierten sich die Italiener zu einem größeren Angriff auf den Nordwestabschnitt der Hoch⸗ fläche von Doberdo. Unsere Artillerie überfiel die An⸗ griffstruppen mit . und zersprengte sie größtenteils. So endete die feindliche Unternehmung mit dem Vorstoß eines Bataillons längs der Straße Sdraussina San Martino. Dieser Vorstoß und ein ähnlicher gegen Mittag angesetzter Angriff wurden abgewiesen. Ebenso scheiterten Versuche des Gegners, östlich von Redipuglia vorzugehen. Ge⸗ wisse Bewegungen hinter der feindlichen Front und der lebhafte Verkehr auf den venezianischen Eisenbahnen sind unserer Beob⸗ achtung nicht entgangen. An den übrigen Teilen der Süd⸗ westfro nt hat sich nichts von Belang ereignet.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Niichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Berrlin, 3. Oktober. (W. T. B.) Am 2. Oktober sind zwei englische Monitore vor La Panne durch Bomben würfe unserer Wasserflugzeuge beschädigt worden.

Der Chef des Admiralstabes der Marine. .

„New York, 3. Oktober. (W. T. B.) Der aus England zurückgekehrte amerikanische Tierarzt Banks berichtet, daß ein britisches Wachtschiff unter amerikanischer Flagge sich einem deutschen U⸗Boot genähert und, als es heran⸗ gekommen war, das Sternenbanner niedergeholt, die britische Flagge gehißt und das U⸗Boot beschossen und zum Sinken gebracht habe. Banks, der den Angriff von Bord des von dem U⸗Boot angegriffenen und be⸗ schossenen Viehdampfers „Nicosian“ mitansah, sagte ferner, den Offizieren und Mannschaften des Wachtschiffes, au welches die Besatzung der „Nicosian“ übergegangen war, se strengstes Stillschweigen anbefohlen worden. In einem Privat⸗ briefe, der in amerikanischen Blättern veröffentlicht worden ist, teilt Banks mit, daß die Briten rücksichtslos . die im Wasser schwim menden und die „Nicosian“ gekletterten deutschen Matrosen ge chossen hätten.

(Die Nachricht beziebt sich auf denselben Vorfall, über den die deutsche Presse am 8. September auf Grund von Mitteilungen aus London eingetroffener Amerikaner berichtete. Das deutsche Untersee- boot, um das es sich handelt, kann nur das am 6. September amtlich als verloren gegangen gemeldete Boot „U 27“ sein.)

Kristiania, 3. Oktober. (W. T. B.) Die Galeasse „Hanna“, die in Kristiansand angekommen ist, berichtet, sie habe in der Nacht vom 30. 9. zum 1. 10. 25 Seemeilen sud⸗ westlich Ryvingen ein brennendes Schiff getroffen und fest⸗ gestellt, daß es das Wrack eines Eisenschiffes von un⸗ gefähr 700 Tonnen war. Das Schiffsinnere war ein Flammen⸗ meer. Es soll das vierte brennende Fahrzeug sein, das in den letzten Tagen an der Südküste Norwegens gesehen worden ist.

Kopenhagen, 2. Oktober. (W. T. B.) An der Süd⸗ westküste von Laaland ist heute vormittag die Motorjacht „Sölva“ aus Nakskow, auf der Reise von Nakskow nach Rödby mit Mais, auf eine Mine gestoßen und gesunken. Der Führer des Schiffes, der allein an Bord war, ist ertrunken.

Maaslouis, 4. Oktober. (W. T. B.) Mittwoch wurde ein englischer Hilfskreuzer, der im Versinken war, von zwei Fischdampfern nach Dover geschleppt.

Der Krieg der Türkei gegen den Vierverband.

Konstantinopel, 2. Oktober. (W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier meldet von der Dardanellenfront: Die Lage ist unverändert. Unsere aufklärenden Kolonnen fahren fort, bei ihren Angriffen Gewehre und Kriegsmaterial zu erbeuten. Unsere Artillerie beantwortete das Feuer eines feindlichen Kreuzers, der wirkungslos unsere Stellungen auf der Höhe von Jonk im Abschnitt von Ari Burun beschoß, und erzielte einen Volltreffer an Bord. Det Kreuzer entfernte sich darauf. Bei Sedil Bahr ging der Artilleriekampf eine Weile weiter. Einige feindliche Batterien wurden zum Schweigen gebracht. Auf dem linken Flügel wurde ein Teil der feindlichen Schützengräben zerstört. Auf dem rechten Flügel vernichtete eine von uns entzündete Gegenmine eine feindliche Mine und tötete die Sappeure. Sonst hat sich nichts ereignet. Konstantinopel, 4. Oktober. (W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: An der Dardanellenfront ist nichts Bedeutendes vorgefallen, außer Gefechten zwischen Erkundungs⸗ abteilungen und dem gewöhnlichen Artillerie⸗ und Infanterie⸗ kampf. Am 2. Oktober ließen wir bei Sedil Daßen vor unserem rechten Flügel eine Mine springen, die eine feindliche Gegenmine zerstörte. An den anderen Fronten nichts Wichtiges. .