Königreich Preußen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: die Regierungsassessoren Schmittmann in Solingen, Dr. Müller in Remscheid, Maskos in Waldenbnrg, Nausch in Osnabrück und Dr. Kirstaedter in Kattowitz zu Regierungsräten zu ernennen sowie 8 den Charakter als Geheimer Studienrat zu verleihen: dem Gymnasialdirektor Otto Lutsch in Kreuznach, dem Gym⸗ nasialdirektor Emil Stutzer in Görlitz, dem Direktor der Kaiser Friedrich⸗Schule (Gymnasium nebst Realschule) Dr. Alfred Zernecke in Charlottenburg, dem Direktor des Gymnasiums Carolinum Dr. Alfred Ruhe in Osnabrück, dem Gymnasialdirektor Alfred Bähnisch in Stargard i. P., dem Gymnasialdirektor Heinrich Smolka in Gleiwitz, dem Direktor der Oberrealschule in Hanau Dr. Ferdin and Schmidt, dem Direktor des Friedrich⸗Kollegiums in Königsberg i. Pr. Dr. Alfred Rausch, dem Direktor des Gymuasiums nebst Realgymnasium in Flensburg Dr. Johannes Spanuth, dem Gymnasialdirektor Dr. Joseph Weisweiler in Düren, dem Direktor des Gymnasiums nebst Realgymnasium in Bielefeld Dr. Christian Herwig, dem Gymnasialdirektor Dr. Eduard koese in Bartenstein, dem Direktor des Kaiser Fried⸗ rich⸗Gymnasiums in Frankfurt a. M. Dr. Alfred dem Gymnasialdirektor Dr. Anton Führer in dem Gymnasialdirektor Dr. Leopold Rein⸗ in Oels, dem Direktor der Oberrealschule nebst Realgymnasium in Marburg a. L. Dr. Karl Knabe, em Direktor des Friedrich⸗Werderschen Gymnasiums in Berlin Dr. Rudolf Lange, dem Direktor der Oberrealschule I in Bochum Dr. Karl Wehrmann, dem Direktor der Hohen⸗ zollernschule (Gymnasialabteilung) in Berlin⸗Schöneberg Dr. Ernst Naumann, dem Gymnasialdirektor Eduard Grötschel in Tarnowitz, dem Direktor des Kneiphöfischen Gymnasiums in Königsberg i. Pr. Dr. Richard Armstedt, dem Gymnasial⸗ direktor Heinrich Neuber in Saarbrücken, dem Direktor des Viktoria⸗Gymnasiums in Potsdam Dr. Hermann Rassow.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
dem Formereibuchhalter Ferdinand Schwarz von der Königlichen Porzellanmanufaktur aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Dienste den Charakter als Rechnungsrat zu verlei 1e““ 1.“
Seine Majestät der König haben Allergnädig den Provinziallandtag der Provinz Ostpreußen zum 7. März 1916 nach der Stadt Königsberg, den Provinzial⸗ landtag der Provinz Westpreußen zum 28. März 1916 nach der Stadt Danzig, den Provinziallandtag der Provinz Brandenburg zum 27. Februar 1916 nach der Stadt Berlin, den Provinziallandtag der Provinz Pommern zum 15. März 1916 nach der Stadt Stettin, der Provinzial⸗ landtag der Provinz Sachsen zum 5. März 1916 nach der Stadt Merseburg, den Provinziallandtag der Provinz Schleswig⸗Holstein zum 19. März 1916 nach der Stadt Kiel, den Provinziallandtag der Provinz Han⸗ nover zum 1. März 1916 nach der Stadt Hannover, den Provinziallandtag der Provinz Westfalen zurn 19. März 1916 nach der Stadt Münster, den Provinziallandtag der Rheinprovinz zum 30. Januar 1916 nach der Stadt Düsseldorf, den Kommunallandtag des Regierungs⸗ bezirks Cassel zum 28. Februar 1916 nach der Stadt Cassel, den Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wies baden zum 1. Mai 1916 nach der Stadt Wiesbaden und den Kommunallandtag der Hohenzollernschen Lande zum 26. März 1916 nach der Stadt Sigmaringen zu berufen. Zugleich haben Seine Majestät den Königlichen Regierungs⸗ präsidenten Dr. von Meister in Wiesbaden zum Stell⸗ vertreter des Oberpräsidenten der Provinz Hessen⸗Nassau in seiner Eigenschaft als Königlicher Kommissar für den Kom⸗ “ des Regierungsbezirks Wiesbaden zu ernennen geruht.
“ 1 ““ Die Rentmeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse in Posen, Regierungsbezirk Posen, und
die Rentmeisterstelle bei der Königlichen Kreiskasse in Northeim, Regierungsbezirk Hildesheim, sind zu besetzen.
Bekanntmachung.
Gemäß § 1 der Verordnung des Bundesrats zur Fer haltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (-GBl. S. 603) ist dem Milchhändler Matthias Hanssen, geboren am 8. Juni 1869 zu Helden in Holland, z. Zt. in Düsseldorf, Blücherstraße 49 wohnhaft, sowie dessen Ehefrau Maria Koch, geboren am 8. April 1873 zu Willich, ebenfalls z. Zt. in Düsseldorf, Blücher⸗ straße 49 wohnhaft, die Ausübung des Handels mit Nahrungs und Genußmitteln, insbesondere des Handels mit Milch, für das gesamte Reichsgebiet verboten worden.
Düsseldorf, den 22. Dezember 1915.
Die Polizeiverwaltung. — Der Oberbürgermeister. J. P.: Dr. Lehr .
Bekanntmachung.
Gemäß § 1 der Verordnung des Bundesrats zur Fern⸗ haltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September d. J. (RGBl. S. 603) ist dem Milchhändler Wilhelm Körfer, geboren am 10. Juli 1860 zu Matzerath, z. Zt. in Düsseldorf, Oberbilker Allee 34 wohnhaft, und dessen Ehefrau Maria geb. Mehlkopf, geboren am 17. März 1854 zu Burtscheidt, ebenfalls z. Zt. in Düsseldorf, Oberbilker Allee 34 wohnhaft, die Ausübung des Handels mit Nahrungs⸗ und Genußmitteln, insbesondere des Handels mit Milch, für das gesamte Reichsgebiet verboten worden.
Düsseldorf, den 22. Dezember 1915.
Die Polizeiverwaltung. — Der Oberbür
Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 51. der Preußischen Gesetzsammlung enthält unter
Nr. 11 476 eine Verordnung über die Aenderung der Ver⸗ ordnung, betreffend die Förderung des Wiederaufbaues der durch den Krieg zerstörten Ortschaften in der Provinz Ost⸗ preußen, vom 19. Januar 1915, vom 11. Dezember 1915, und unter
Nr. 11 477 eine Bekanntmachung des Tertes der Ver ordnung, betreffend die Umlegung von Grundstücken in der Prooinz Ostpreußen, vom 11. Dezember 1915, vom 21. De⸗ zember 1915. 8
Berlin W. 9, den 29. Dezember 1915.. 2
Königliches Gesetzsammlungsamt. 18“ Krüer.
Nichtamtliches.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 30. Dezember 1915.
Der französische Kriegsminister Gallieni hat laut Meldung des „W. T. B.“ folgenden Befehl erlassen:
Da die Briefe der gefangenen Franzosen, die in Deutschland interniert sind, trotz Protestes der französischen Regierung einer systematischen Verspätung von 10 Tagen unterzogen werden, so habe ich beschlossen, daß künftig dieseibe Maßregel für die Briefe der deutschen Keiegsgefangenen in Frankreich getroffen werden soll. Bis auf welteres werden die Briefe, die von deutschen Kriegsgefangenen abgeschickt werden, oder die für sie ankommen, derselben Verspätung unkerzogen werden. Die Kriegsgesangenen dürfen ihre Familien von dieser Maßregel in Kenntnts setzen.
Amtlich wird hierzu von deutscher Seite bemerkt:
Aus militärischen Gründen erfolgt in Deutschland die Ab⸗ sendung der Briefe der Kriegsgefangenen erst zehn Tage, nachdem sie geschrieben sind. Briefe in dringenden geschäftlichen und wichtigen Familienangelegenheiten sind unmittelbar zur Beförderung zugelassen. Für die eingebende Post der Kriegsgefangenen bestehen in Deutsch⸗ land keinerlei Beschränkungen.
Der französischen Regierung sind diese Grundsätze Deutschlands für die Behandlung der Krtegsgefangenenpost mit dem Hinzufügen bekannt gegeben, daß nunmehr in Deutschland auch die eingehende Poft der französischen Kriegsgefangenen erst 10 Tage nach ihrem Ein⸗ treffen ausgehändigt wird. Diese Anordnung bleibt so lange be⸗ stehen, bis die Beschränkung der eingehenden Post der Kriegsgefangenen in Frankreich aufgehoben wird und die französische Regierung ent⸗ sprechende Mitteilung hierher gelangen läßt. 8
Der heutigen Nummer des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ liegt die 844. Ausgabe der Deutschen Verlustlisten bei. Sie enthält die 417. Verlustliste der preußischen Armee, die 243. Verlustliste der bayerischen Armee, die 240 Verlustliste der sächsischen Armee und die 325. Verlustliste der württem⸗ bergischen Armee. “
Oesterreich⸗Ungarn.
Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht Verordnungen des Handelsministeriums, betreffend eine allgemeine Aufnahme über Bleigegenstände und verfügbare Maschinen, betreffend Höchst⸗ preise und Verkehrsregelung für Kolophonium und Terpentinöl, betreffend Höchstpreise für Kalbfelle, Kalbsleder und Spaltleder. Ferner veröffentlicht die „Wiener Zeitung“ eine Verordnung des Handelsministers und des Landesverteidigungsministers, betreffend Vorratserhebung von Baumwolle, baumwollenen Gespinnsten und Beschränkung der Verarbeitung von Baum wolle, sowie Verarbeitungs⸗ und Veräußerungsbeschränkungen von Baumwollgarnen und ⸗Waren, schließlich eine Verordnung des Landesverteidigungsministers, betreffend Ablieferung von Metallgeräten.
Großbritannien und Irland.
Der vorgestrige Kabinettsrat wird sich dem „Reuterschen Bureau“ zufolge wahrscheinlich als einer der wichtigsten in der britischen Geschichte herausstellen. Es sei bei dieser Beratung tatsächlich den großen Meinungsverschiedenheiten über den Militärdienst ein Ende gemacht worden. Die Erklärung Asquiths, daß die Dienstpflicht notwendig sei, wäre nicht un⸗ erwartet und im allgemeinen gut aufgenommen worden. Die Opposition gegen die Dienstpflicht im Kabinett sei klein, und im Gegensatz zu den übertriebenen Gerüchten glaube man, daß die Minister, die ursprüglich dagegen gewesen, jetzt im Amte bleiben würden. Die „Times“ melden, daß das Kabinett vorgestern tatsächlich zu dem Entschlusse gelangt sei, in Bälde einen Gesetzentwurf zur Einführung der Dienstpflicht dem Unterhause vorzulegen. Aus verschiedenen Gründen würden im Kabinett vielleicht einige Veränderungen vor⸗ genommen werden, aber Tatsache sei, daß der Vorschlag, die Dienstpflicht einzuführen, auf außerordentlich wenig Widerstand gestoßen sei.
— Die Verlustliste vom 27. Dezember enthält die Namen von 40 Offizieren und 371 Mann, die vom 28. die Namen von 107 Offizieren und 293 Mann.
Frankreich.
Der Senat hat gestern den von der Kammer zurück⸗ gelangten Gesetzentwurf über die vorläufigen Kredite für das erste Vierteljahr 1916 angenommen. Das Gesetz bestimmt unter anderem die Erhebung der Einkommensteuer vor dem 31. Dezember 1916, bewilligt jedoch einen außer⸗ ordentlichen Aufschub für die Steuerklärungen der Bewohner der vom Feinde besetzten Gebiete.
— Die Kammer hat gestern einen Gesetzentwurf an⸗ genommen, der die Schaffung einer nationalen Zentralstelle zur Verteilung von Brennstoffen vorsieht, und sich darauf auf unbestimmte Zeit vertagt. “
Rußland.
Unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors im Handelsmini⸗ sterium Lowjagin hat, wie die „Berlingske Tidende“ meldet, eine Beratung über die Regelung der Metalliefe⸗ rungen an die Fabriken, die für das Heer arbeiten, stattgefunden. Die Mehrheit stimmte dafür, die Einkäufe einer einzelnen Organi⸗ sation zu übertragen, die das gekaufte Metall an die einzelnen Fabriken verteilt. Eingehend behandelt wurde auch die große
4 8
*
1“ Belgien “ Französischen Blättermeldungen zufolge wird Belgien dem Londoner Vertrage nicht beitreten. Belgien sei in den Krieg eingetreten, um seine Neutralität zu verteidigen, und möchte nichts tun, was dagegen verstoßen könnte.
Schweden.
Die von den Engländern zurückgehaltene am erikanische Paketpost des Dampfers „Hellig Olav“, die für Schweden bestimmt ist, ist vorgestern in Malmö eingetroffen. Wie „Politiken“ berichtet, sind sämtliche Postsäcke von den Engländern geöffnet, von neuem geschlossen und mit englischem Siegel 9 worden. In dem Verzeichnis des amerikanischen Postamts über die Pakete sind die beschlag⸗ nahmten Gummipakete ausgestrichen. Die mit den Dampfern „Oskar II.“ und „Frederik VIII.“ von Amerika nach Schweden abgegangene Paketpost ist von Eng⸗ land noch nicht eingetroffen. Nach der „Frankfurter Zeitung“ führten in Gotenburg anlangende Dampfer zwar Teile der beschlagnahmten Paketpost mit, die Freigabe ist jedoch nicht derart, daß die schwedische Regierung geneigt ist, die Gegen⸗ maßregeln aufzuheben oder zu mildern. 1
.
Norwegen.
Eine Aufstellung der Kriegsverluste der norwegischen Handelsmarine bis zum 27. Dezember ergibt der „National⸗ tidende“ zufolge, daß 50 Dampfer verloren und 4 für gute Prisen erklärt worden sind. Der Gesamtverlust beläuft sich auf 108 600 t im Werte von 47 Millionen Kronen. 8
Griechenland. 5
Die griechische Regierung hat nach einer Meldung der „Südslawischen Korrespondenz“ zum zweiten Male dagegen Protest eingelegt, daß die Umgebung von Saloniki durch die Truppen der Entente mit Befestigungen versehen werde. Wie ferner der Korrespondent des „W. T. B.“ erfährt, wird Griechenland während der bevorstehenden Kämpfe der euro⸗ päischen Mächtegruppen bei Saloniki neutral bleiben.
— Der italienische Gesandte Graf Bosdari hat dem griechischen Kabinett im Auftrage seiner Regierung die Er⸗ klärung abgegeben, daß die bei Valona stehenden italienischen Truppen die albanische Grenze nicht überschreiten würden.
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“
Rumänien.
Ueber die Fortsetzung der Adreßdebatte in der Abge⸗ ordnetenkammer berichtet „W. T. B.“, wie folgt:
Der ehemalige Minister Peter Carp sagte: Wir müssen uns Rechenschaft darüber geben, inwieweit die kriegführenden Staaten die Erreichung des rumänischen narionalen Ideals beeinflussen. Zu diesem Zwecke müssen wir die Luft von einer Reihe von Legenden reinigen, die den Blick unsicher machen. England hat als Kriegs⸗ grund die Verteidigung der kleinen Staaten angegeben. Wir haben gesehen, wie England sie verteidigt. Die Wahrheit ist, daß es die Verteidigung jener Staaten nur übernommen hat, um sich ihrer zu bedienen. England behauptet, daß es sein Schwert gegen den deutschen Imperaliomus gezogen habe; Frankreich stellt sich als Verteidiger der Zivilisation hin. Der geführte Kampf ist in Wirtlichkeit eine Zerstörung der gemeinsamen Z vilisation. Rußland schlägt sich im Namen der Orthodeoxie und des Panflavis⸗ mus. Der wahre Grund für den Krieg ist bei Frankreich die Wiedererwerbung der verlorenen Provinzen; bei England liegt der Grund darin, daß es eine deutsche Machtentfaltung gesehen hat, die sich in dem Worte des Deutschen Kaisers ausdrückt, daß Deutsch⸗ lands Zukunft auf dem Wasser liegt. Rußland aber will Konstantinopel, die Dardanellen, das Schwarze Meer und die Donaumündungen. Welches hiervon sind Ab⸗ ichten, die gegen uns gerichtet sind? Glauben Sie, daß wir das
deal, von dem Moldoveanu gesprochen hat, verwirklichen können? Ich glaube nicht. Siebenbürgen können wir nur durch Zertrümme⸗ rung der österreichisch ungarischen Monarchie erwerben. Die Buko⸗ wina würde Rußland selbst bebalten, den Banat würde es den Serben geben. Es würde ferner die Bedingung erfüllen, die es für den Frieden einmal bekannt gegeben hat, nämlich sich Galatz nehmen. Für Ruß⸗ land kann es natürlich nur ein russisches Ideal geben. Ein Teil der Moldau und die verlorene Bukowina russisch, das Eiserne Tor in serbischen Händen, also auch russisch. Bedeutet dies für Sie die Verwieklichung IJhres nationalen Ideals? Dies ist also die Lage. Jeder Staat hat zwei Probleme: erstens das Problem seines Bestandes, zwettens das seiner Ausdehnung. Von Deutschland können wir natürlich auch nichts anderes erwarten. Die Wirkung der deutschen Macht haben wir immer gefüblt und stets in einer uns wohlwollenden Weise. Die genaue Einschätzung der Wirk⸗ lichkeit führt uns zu dem Schluß, daß Rumänien den Weg ein⸗ schlagen muß, der es davor bewahrt, Rußlands Vasall zu werden. Cuza (Nationaldemokrat) rief: „Also dann sollen wir Vasallen Ungarns werden? Carp antwortete: Wir sind bisher nie Vasallen Ungarns gewesen und werden es niemals sein. Der Redner fuhr fort: Es hat sich bei uns eine besondere Atmosphäre volitischer Erregung und Un⸗ aufrichtigkeit gebildet. Die Aeußerung Moldoveanus, daß die sieben⸗ bürgischen Rumänen nur getrieben in den Kampf gehen, ist sehr bedauerlich Diese Worte waren eine Beschimpfung der Helden, die den Tod gefunden haben. Wenn die Agitatoren öffenttiche Versammlungen halten, sollen sie sagten: Wir gehen mit Rußland und wir werden Stebenbürgen bekommen; aber ein Stück der Moldau werden wir vperlieren, die Meerengen werden geschlossen werden und man wird uns die Donau⸗ mündungen nehmen. Delavrancea rief: Woher wissen Sie, daß Rußland das alles will? Carp erwiderte: Der russische Minister⸗ präsident hat es selbst gesagt. Unter diesen Bedingungen, fuhr der Redner fort, wird das rumänische Volk nicht mit Rußland Ein solches Bündnis würde zur Folge haben, daß man sich unserer Armee und unseres Volkes bedienen würde, daß aber weder uns, noch den übrigen Rumänen genützt würde. Was sich beute bei uns abspielt, ist schon dagewesen. Es hat schon Zeiten gegeben, wo Agitatoren, die vorgaben, den Interessen der Nation zu dienen, in Wirklichkeit das Gegenteil taten. Carp schloß, indem er sich an den Ministerpräsidenten wandte und sagte: Sie leiden an Unentschlossenheit; fassen Sie einen Entschluß und Sie werden nicht mehr leiden! (Ruf: Belagerungszustand!) Wer der lärmenden Menge nicht widerstehen kann, ist kein Staatsmann. Ich wünsche Ihnen, Herr Bratianu, daß die Ereignisse Sie nicht hinter fich herziehen mögen, sondern daß Sie in Uebereinstimmung mit ihnen gehen. Der liberale Abgeordnete Diamandi bekämpfte die Ansichten Carps, Deutschland habe die Kultur der Kraft. Alle Kultur sei im Gegensatz zu den Ansichten Carps von Frankreich aus⸗ gegangen. Bei Deutschland, wo die Junker allmächtig seien, müsse man die Ursache des Krieges suchen, da es nach 1870 seine Mocht auch auf maritimem Gebiete entwickelt habe. Nach der Katastrophe von Sarajewo habe Deutschland von seinem militärischen Uebergewicht Gebrauch machen wollen. Der Redner be⸗ zweifelte die Richtigkeit der Ansicht Carps, daß Rußland die Donaumündungen mit Galatz nehmen wolle, und besprach hierauf einzelne angef ich günstige Gelegenheiten für Rumänien, in den Krieg einzugreifen. Lemberg sei ebensowenig wie der Eintritt Bulgariens in den Krieg eine günstige Gelegenheit
Schwierigkeit von Metallkäufen im Auslande.
gewesen. Auf eine Frage, wohin sich Rumänien wenden solle,
geordnete
eimmige Abgrordnete, der dort geboren sei.
folgt: Ein
ssiich Rumänien angliedern will,
für autonom erklärt worden,
8 Audienz empfangen wurde. des Generalfeldmarschalls
28. Januar bis zum 28. März abhält.
Nationalkongreß eröffnet worden. Satyenda Sinha gab obiger Quelle zufolge in einer Rede der Loyalität des Kongresses gegenüber dem König Georg Ausdruck und erklärte, aus der Tapferkeit, die die indischen Truppen in diesem Kriege an den Tag gelegt hätten, gehe hervor, daß die Inder auch wert seien, die Verantwortungen der Staatsbürgerschaft auf sich zu nehmen. am besten dadurch, daß es Indien eine Selbstregierung gebe, beweisen, daß es die Dienste, die Opfer und die Treue der Inder würdige.
meine. Diamandi gab raß Rumänien lagen die
der Hoffnung Ausdruck, werde, denn dort liberale Ab⸗ unterbrochen, er fühle n er sei 8. Abge 1 Für die rumänische Nation sei ihr Interesse der hochste Zw ck, für Rumänien es nur eine Politit. Für den rumänischen Staat, fuhr der Redner fort, zeige sich die Lage nach dem Kriege wie c siegreiches Rußland bedeute die Angliederung Galiztens, Konstantinopels, der Meerengen und der Donau bis zum
mit dem
Lebensinteressen Stere erklärte, sich verpflichiet,
Verband gehen Rumäniens. Der 8 vielfach an Bessarabien zu denken, denn
* Eisernen Tore; Rumänten bleibe inmitten des russi chen Reiches, mit dem Westea nur durch Ungarn verbunden. Stere 25— sich gegen die,
1
die bezweifeln, daß Rußland den Besitz der Meerengen anstrebe sowie
gegen jene, die da glauben, daß es für Rumänien gleichgülti sei, wer dort herrsche. Wenn Rußland dorthin 1222 8 be⸗ deute das für Rumänien die — Daß Rußland t jellie Stere aus dem Bu⸗ eines russischen Ministers fest. Der Redner wies F. russische Perficie in der Politik gegen die Ukrainer hin, die zuerst gegen Polen verwender worden seien und bheute als Ration von den Russen verleugnet würden. Polen sei von Rußland 8 wie sei heute diese Autonomie⸗ Wenn, man die polnische Revolution als Entschuldigung für deren Aufhebung anführe, so dürfe man nicht die Ursachen dieser Repolution vergessen. Rumäniens Bestand sei unmögtich, wenn die russische Politik, die im Altrussentum wurzele, blühe. Wenn Rußland siege, sei der rumänische Staat in großer Gefahr. Die
*
Ausführungen Steres wurden vom ganzen Hause mit großer Auf⸗
mertsamkeit angehört. Bulgarien.
— Der Generalfeldmarschall von Mackensen ist gestern in Sofia eingetroffen und auf dem Bahnhof von den Vertretern des Königs und der Regierung empfangen worden. Der Generalfeldmarschall stattete in der deutschen und in der öster⸗ reichisch⸗ungarischen Gesandtschaft Besuche ab und begab sich hierauf in den Königlichen Palast, wo er vom König in Nach der Audienz fand zu Ehren 6 — challs große Frühstückstafel statt. Am Abend erfolgte die Rückreise des Generalfeldmarschalls in das “ Die Bevölkerung bereitete ihm einen begeisterten mpfang.
„, Die vorgestrige Sitzung der Sobranje war der Be⸗ willigung eines Kriegskredits von 500 Millionen Francs und eines zweiten Kredits von 30 Millionen gewidmet, der dazu bestimmt ist, den Unterhalt von Fa milien armer Soldaten zu sichern. Der Ministerpräsident
adoslawow wohnte wegen Unpäßlichkeit der Sitzung nicht bei. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit verzichteten alle parlamentarischen Fraktionen auf eine regelrechte Debatte und beschränkten sich auf prinzipielle Erklärungen.
Die doktrinären Soztalisten gaben laut Bericht der „Bulgarischen Telegraphenagentur“ erneut ihrem pazlfistischen Glaubensbekenntnis sowie ihrer unerschütterlichen Gegnerschaft gegen jeden Krieg Ausdruck und erklärten, sie würden gegen die von der Regierung angesprochenen Kredite stimmen. Die Reform⸗ sozialisten gaben die Erklärung ab, sie hätten, obwohl sie den Krieg als pollendete Tatsache hinnähmen und die Kredite in ihrer Unerläßlichkeit berechtigt erschienen, ihre Entscheidung dahin ge⸗ troffen, weder für noch gegen die Vorlage zu stimmen, sondern sich der Stimme zu enthalten; überdies möchten sie empfehlen, schon jetzt an Frieden zu denken und daran, daß jeder Gedanke an Eroberungen außerhalb der Grenzen der nationalen Einigung ausgeschlossen werde. Die Radikalen wiesen auf die Notwendigfeit der Einigkeit hin, bei der Parteistreitigkeiten in den Hintergrund treten müßten, da die Parteien nur mehr on die Armee zu denken hätten; sie erklärten, sie würden für die Kredite stimmen. Die Nationalen, Liberalen und die Demokraten gaben von Be⸗ geisterung getragene Erklärungen ab, in denen sie auch den Wunsch aussprachen, aus dem Munde des Ministerpräsidenten einige Aufklärungen über die politische Lage zu hören, obne indes die Bewilligung der Kredite davon abhängig zu machen; sie würden für diese Kredite um so mehr stimmen, als sie ordern, daß der Friede in jeder Beziehung den von den Bulgaren gebrachten Opfern entspreche. Die Agrarier, die Volkspartei und die Fortschrittler gaben gleichfalls die Er⸗ klärung ab, daß sie die Kredite bewilligen würden. Ein Mitalted der Mehrheitsparteien ergriff am Schlusse der Erörterung das Wort und zollte dem Heldenmut und der bewunderungswürdigen Kraft der Armee Lob und Anerkennung. Der Finanzminister dankte im Namen der Regierung den Abgeordneten für die Eintgkeit und Ge⸗ schlossenheit, von der sie in einer Frage, die den Bestand des Landes berühre, Zeugnis abgelegt hätten. Dieses feste Vertrauen der Ab⸗ geordneten werde der Regterung gestatten, das begonnene Werk zum guten Ende zu fübren. F Die ganze Sitzung verlief in feierlicher Stimmung, in der sich der unerschütterliche Entschluß des Landes widerspiegelte, vor keiner Schwierigkeit zurückzuschrecken, um das Ziel, das sich das Land gesetzt hat, zu erreichen, nämlich die Verwirklichung der Einigung aller Bulgaren. Die Tagungszeit der Sobranje wurde vom 28. Dezember bis zum 28. Januar verlängert, während das Haus in normalen Zeiten seine ordentlichen Tagungen vom 28. Oktober bis zum 28. Dezember und vom
11“
Amerika.
Nach einer Meldung der „Associated Preß“ hat sich in den Vereinigten Staaten die Bewegung, die auf ein gesetzliches Verbot der Ausfuhr von Kriegsmaterial abjzielt, so verstärkt, daß der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses Flood beschlossen hat, gleich nach dem Zusammentritt des Kongresses den Aus⸗
schuß einzuberufen, um einen Meinungsaus! usch über die Frage 2 I“ 114.“
zu verantäfen. 8 Asien. 8
Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ haben die
Russen Kashan besetzt und marschieren gegen Ispahan.
Am 27. in Bombay der indische
Dezember ist 8 Der Präsident Sir
England würde
Vom „Reuterschen Bureau“ verbreiteten Berichten aus
Kwantung und Kwangsi zufolge bleiben die dortigen Be⸗ hörden loyal. gierung in Peking nach Yunnan geschickkt. ““
Ein Versöhnungskommissar wurde von der Re⸗
antwortete der Redner: Keineswegs gegen Bessarabien, wie Car eg b sarsgr8
E
auptquartier, 29. Dezember. (W. T. B.) 1
8 Westlicher Kriegsschauplatz.
Westende wurde wiederum durch einen feindlichen Monitor beschossen, diesmal ohne jede Wirkung. Der gestern berichtete feindliche Vorstoß am Hirzstein brach bereits in unserem Feuer zusammen. Am Abend griffen die Fran⸗ zosen zweimal die von uns zurückeroberten Stellungen auf dem Hartmannsweilerkopf an. Sie drangen teilweise in unsere Gräben ein. Nach dem ersten Angriff wurde der Feind überall sofort wieder vertrieben, die Kämpfe um einzelne Grabenstücke nach dem zweiten Angriff sind noch im Gange. An Ge⸗ fangenen büßten die Franzosen bisher 5 Offiziere und über 200 Mann ein. Die Engländer verloren gestern 2 Flugzeuge, von denen das eine nordöstlich von Lens durch das Feuer unserer Abwehrgeschütze zur Landung ge⸗ zwungen, das andere, ein Großkampfflugzeug, nördlich von Ham im Luftkampf abgeschossen wurde. Am 27. Dezember
verbrannte ein weiteres englisches Flugzeug westlich
von Lille. 1* .
Oestlicher Kriegsschauplaz. An der Küste bei Raggasem (nordöstlich von Tukkum) scheiterte der Vorstoß einer stärkeren russischen Abteilung. Südlich von Pinsk wurde eine russische Feldwache überfallen und aufgehoben. 8
Balkan⸗Kriegsschauplatz. 5 Nichts Neues. * “ 1 Oberste Heeresleitung.
Wien, 29. Dezember. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet:
Russischer Kriegsschauplatz.
An der bessarabischen Grenze wiederholte der Feind gestern seine von starkem Artilleriefener eingeleiteten Angriffe in der tags zuvor geübten Art. Seine Angriffskolonnen brachen überall — stellenweise knapp vor unseren Hinder⸗ nissen — unter unserem Kleingewehr⸗ und Geschützfeuer zu⸗ sammen. Die russischen Verluste sind groß. Oestlich Burkanow nahmen wir einige Sicherungsabteilungen vor stärkeren russischen Kräften näher gegen unsere Hauptstellung zurück. In Wolhynien stellenweise Geschützkampf.
Italienischer Kriegsschauplatz. 1 Auch gestern hielt die lebhaftere Tätigkeit der Italiener an der Süd⸗ und Südostfront Tirols an. Im Sugana⸗ abschnitte wurde ein feindlicher Angriff auf den Monte Carbonile (südöstlich Barco) abgewiesen. Ebenso scheiterten nächtliche Unternehmungen des Gegners im Col di Lana⸗ Gebiete. An der küstenländischen Front fanden an mehreren Stellen Geschütz⸗, Handgranaten⸗ und Minenwerfer⸗ kämpfe statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Lage unverändert. Keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant.
8
Der Krieg der Türkei gegen den Vierverband.
„Konstantinopel, 29. Dezember. (W. T. B.) licher Bericht des Hauptquartiers: An der Irakfront dauert die Schlacht bei Kut el Amara mit längeren Pausen fort. Bei der Einnahme von Schaik Said erbeuteten wir 450 Kannen Petroleum und Benzin, die den Engländern gehörten. An der Kaukasusfront hat sich außer Patrouillen⸗ gefechten nichts ereignet. In der Nacht vom 27. zum 28. und am 28. Dezember brachte unsere Artillerie in Erwiderung des Feuers eines feindlichen Kreuzers und eines Torpedoboots die Geschütze dieser beiden Kriegsschiffe, die ein wirkungsloses Feuer gegen Anafarta und Ari Burun ge⸗ richtet hatten, zum Schweigen und zwang sie, sich zu entfernen. Bei Sedil Bahr fand in der Nacht vom 27. zum 28. und am 28. Dezember ein heftiger Kampf mit Bomben und Luft⸗ torpedos auf dem rechten und dem linken Flügel statt. Im Zentrum Artilleriekampf. Nachmittags beschossen zwei Kreuzer eine kurze Zeit den rechten Flügel, stellten aber infolge der Gegenwirkung unserer Artillerie ihr Feuer ein und entfernten sich. Einer der Kreuzer wurde von einem Geschoß getroffen. Vormittags holte unsere Artillerie einen Zweidecker, der Yeni Chehir und Kum Kale überflog, herunter. Er fiel auf der Höhe von Tekke Burun ins Meer und wurde auf Imbros zu ab⸗ geschleppt. Unsere anatolischen Küstenbatterien beschossen wirkungsvoll die Landungsstellen von Tekke Burun und Sedil Bahr und ihre Umgebung. Am 27. Dezember unter⸗ nahm eines unserer Wasserflugzeuge Erkundungsflüge über Lemnos und Mapro und warf erfolgreich Bomben auf die Hafenspeicher von Mudros, wo ein Brand hervorgerufen wurde. Sonst nichts Neues.
Der Krieg zur See.
Berlin, 29. Dezember. (W. T. B.) Wie wir von zu⸗ ständiger Stelle erfahren, beruht die Mitteilung der englischen Telegraphenagentur in Bukarest über den Verlust eines deutschen U-Boots in der Ostsee auf freier Er⸗ findung.
Berlin, 29. Dezember. (W. T. B.) Anfang Dezember wurde der Dampfer „Godafoß“ auf der Fahrt nach Kopen⸗ hagen südlich von Irland angehalten und erhielt eine en glische Prisenmannschaft an Bord. Der Führer der Prisenmannschaft forderte die Offiziere der „Godafoß“ auf, ihre Anwesenheit an Bord zu verheimlichen, falls der Dampfer einem deutschen U⸗Boot begegnen sollte. Welche Absichten er mit dieser Aufforderung verfolgte, sagte er nicht, er hat sich aber wohl mit seiner Mann⸗ schaft verstecken wollen, ähnlich, wie es im Sommer dieses Jahres die englische Prisenmannschaft auf dem amerikanischen Vollschiff „Paß of Balmaha“ getan hatte. Die „Paß of Balmaha“ wurde bekanntlich von einem deutschen U⸗Boot aufgebracht, als sie bereits eine englische Prisenmannschaft bestehend aus einem Offizier und 4 Mann an Bord hatte. Das Schiff wurde dann durch einen einzigen Unteroffizier des U⸗Bootes mitsamt der fünfköpfigen Prisen⸗ besatzung in mehrtägiger Reise nach Curhaven gebracht, wo die englische Besatzung endlich aus ihrem sicheren Versteck her
ausgeholt wurde.
—
Amt⸗
Zigarrenindustrie war gut. suchenden ging wie in der des Festes weiterhin zurück. In der Metall⸗ und Lederindustrie fanden weniger Entlassungen statt als in den Vorwochen. frage nach Werkstattsarbeiterinnen in der Militärkonfektion nahm zu, während der Bedarf an Heimarheiterinnen gering war. betrug bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen von Groß Berlin die Zahl der vermittelten männlichen Arbeitskräfte 2490 (in der Vor⸗ woche 1878), die der weiblichen 2192 (2420); an offenen Stellen waren für männliche Arbeiter 3143 (3432), für Frauen 2663 (2553) vorhanden; die Zahl der männlichen Arbestsuchenden stellte sich
im Kriege Minister des Innern von Loebell, der Königlich bayerische Gesandte Graf von Lerchenfeld⸗Köfering, der Generaloberst und Oberbefehls⸗ haber in den Marken von Kessel, der Kabinettsrat Ihrer Maiestät der Kaiserin und Königin Fretherr von Spitzemberg u. a. angehören, wendet sich von neuem an das deutsche Volk in einem Aufruf, in dem es heißt: „Zum zweiten Mal gehen wir in ernster Kriegszeit ins neue Jahr hinein. zu neuen Opfern bereit bis zum ehrenvollen Frieden. für uns hier im Heimatlande, derer mit Dank zu gedenken, die ihr Teuerstes für das Vaterland hingeben. Schmerz und Kummer können wir ihnen nicht nehmen, aber materielle Sorgen. sprochenen Neujahrswünsche wollen wir in die wollen nicht vergessen, daß es unsere heilige Pflicht ist, den Hinter⸗ bliebenen hilfreich zur Seite zu stehen. kleinste Feeen 88 die neeshen der — Kriege Gefallenen“ nimmt Spenden entgegen. e Geschäftsräume befinden i
NW. 40, Alsenstraße 11. ; “
London, 28. Dezember. (W. T. B.) Wie das „Reuter⸗ sche Bureau“ meldet, ist der schmedische Dampfer „Nereus“ am 26. Dezember versenkt worden. Die Be⸗ satzung wurde gerettet.
London, 29. Dezember. (W. T. B.) „Lloyds“ melden: Der britische Dampfer „Morning“ (444 Tonnen) ist versenkt worden. Der Kapitän und der zweite Steuermann wurden gerettett. I
Der Krieg in den Kolonien.
London, 27. Dezember. (W. T. B.) Ein Korrespondent der Morningpost berichtet über das Expeditionskorps nach Kamerun, daß es aus britischen, französischen und belgischen Eingeborenentruppen zusammengesetzt sei, die von weißen Offizieren und Unteroffizieren ausgebildet worden wären und befehligt würden. Das Korys zähle ungefähr 800 Mann und werde von dem britischen Generalmajor Dobell befehligt. Das Hauptquartier befinde sich in Duala. b27 Befehl über das britische Kontingent habe der Oberst
orges.
Ttatistik und Volkswirtschaft.
Entwicklung des Beschäftigungsgrades und Arbeits⸗ marktes in Groß Berlin in der Zeit vom 11. bis 18. Dezember 1915.
Nach der vergleichenden Darstellung des gewerblichen und industriellen Beschäftigungsgrades in Groß Berlin am 11. und 18. De⸗ zember, die das Statistische Amt der Stadt Berlin veröffentlicht, ist in der Zeit zwischen diesen beiden Stichtagen die Gesamtzahl der versicherungspflichtigen Mitglieder von 236 Kranken⸗ kassen Groß Berlins von 1 126 827 auf 1 128 104, d. i. um 1277 oder 0,11 % gestiegen. Von diesfer Gesamtzunahme entfallen 591 oder 092 % auf das männliche und 686 oder 0,11 % auf das weibliche Geschlecht.
. Bet den 28 allgemeinen Ortskrankenkassen beträgt diesmal die Steigerung im ganzen 1288 oder 0,70 %; an dieser sind die männlichen Beschäftigten mit 570 oder 0,23 %, die weiblichen mit 718 oder 0,16 % beteiligt. 1
Die 205 berschtenden gewerblich gegliederten Kranken⸗ kassen zeigen eine kaum nennenswerte Veränderung: eine Zunahme der versicherungspflichtigen Männer um 21 und eine Abnahme der Frauen um 52, sodaß es hier im ganzen zu der geringfügigen Ver⸗ minderung um 31 Versicherungspflichtige oder 0,01 % kam. Im ein⸗ zelnen ist die 737 oder 1,90 % betragende Steigerung des Be⸗ schäftigungggrades in den Verkebrsbeirieben hervorzubeben, die in der Hauptsache durch Neueinstellung von weiblichem Hilfs⸗ personal bei der Post und bei der Straßenbahn herbeigeführt ist. Die Industrie der Holz⸗ und Schnitzstoffe weist ein Mehr von 114 Beschäftigten oder 0,72 % auf, die chemische Industrie ein solches von 94 oder 0,51 %. Die verhältnismäßig größte Abnahme zeigt mit — 128 oder 1,57 % die Sammelgruppe der „sonstigen“ (nicht zu den fünfzehn einzeln aufgeführten Gruppen von Gewerben und öffent⸗ lichen Betrieben gehörenden) Krankenkassen; hier ist der Rückgang im wesentlichen durch die augenblicklich geringere Beschäftigung in der Bekleidungsindustrie bedingt. Das 223 oder 1,22 % betragende Weniget an Versicherungsoflichtigen der Waren⸗ und Kaufhäuser ist auf schon erfolgte Entlassungen von für das Weihnachtsgeschäft an⸗ genommenen Hilfskräften zurückzuführen. 8
„Die Zahl der bei 38 Fachverbänden der freien Gewerkschaften gezählten Arbeitslosen sank in der Woche vom 13. bis 20. De⸗ zember von 2045 auf 2015, d. i. um 30 oder 1,27 %. Die Ver⸗ änderungen bei den einzelnen Verbänden sind nur geringfügigz die größte Zunahme weisen mit 27 die Maurer, die größte Abnahme — um 83 — die Holzarbeiter auf.
Nach dem Bericht des Verbandes märkischer Arbeitsnach⸗
weise nahm in der Zeit vom 11. bis 18. Dezember die Zahl der
Arbeitsuchenden weiterhin ab. In der Metallindustrie wie in der
chemischen Industrie war dauernd Knappheit an gelernten Arbeits⸗ kräften zu verzeichnen. wegen der Dringlichkeit der Heereslieferungen dauernd mit Ueber⸗ stunden gearbe itet werden.
In einem Teil der Heeresindustrien mußte
Auch in der Eisenkonstruktion sowie der Industrie der Akkumulatoren herrschie Knappheit an gelernten Arbeitern. Für die Industrie der Holz⸗ und Schnitzstoffe wurden bei dem Facharbeitsnachweise für die Berliner Holzindustrie in der Berichtswoche weniger Arbeitskräfte verlangt. Die Lage in der Die Zahl der weiblichen Arbeit⸗ Vorwoche wegen der Nähe
Die Nach⸗ Im ganzen
auf
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3291 (3523), die der weiblichen auf 3157 (3766).
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Handel und Gewerbe. Im der heutigen Sitzung des Zentralausschusses d
Reichsbank gab der Vorsitzende, Präsident des Reichsbank⸗ direktoriums Dr. Havenstein, eine Uebersicht über den augen⸗
blicklichen Stand der Reichsbank und bezeichnete ihn als jeder Hinsicht befriedigend. X“
(Weitere Nachrichten über „Handel u. Gewerbe⸗ s. i. d. Ersten Beilage.)
e
Wohlfahrtspflege.
Die „Nationalstiftung für die Hinterblie Gefallenen“, deren Präsidium der
enen der preußische
Uaser Heer steht unerschüttert und siegreich da, Da heißt es
Die sonst ausge⸗ Tat umsetzen und
Daher gebet alle! Auch die
Gabe wird mit Freude aufgenommen werden.“ Die
Am 20. Oktober ist in New York unter dem Namen „Kriegg.
gefangenen⸗Fürsorge“ elne neue Wodltättgkeitsbestrebung mit dem Zwecke ins Leben gerufen worden, die Lage der in
ibirien und