mögen oder Einkommen an, Verpflichtung zur Nachzahlung der Reichs⸗, Staats⸗ oder Gemeinde⸗
normalen Verhältnissen wäre man von dieser Auffassung auch
8
d 9 8 2 8
Androhung hoher Strafen, fieht.
Die Verbindungsstelle der Obersten Heeresleitung in Königsberg gibt dem Zentralrat der Ostfront und der Ost⸗ provinzen laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ folgende Beurteilung der augenblicklichen Lage an der Ostfront:
Der Abrransvort der deutschen Truppen aus der Ukraine hat auf
der Südstrecke über Goloby gänzlich aufgehört. Reber die miltlere Strecke Kiew— Powursk⸗- Kowel und über Comel-— Pinsk Brest⸗Litowsk laufen Transpvrte in schwächerer Folge (8— 9 taglich) in letzter Zeit mit voller Ausrünung und Bewaffnung ein. Der Gefechtswert der aus der Ukraine kommenden im Gebiet des 22. R. K. (Brest⸗Litowsk) im Bahnschutz verwendeten Truppen ist sehr gering die Mannschaften sich weigern, zu kämvfen und sich nach meist langen Verhandlungen nur zum Bahnschutz auf 10 bis 14 Tage verpflichten. Der Schutz der Bahnen sowie der Stadt Brest⸗Litowsk ist dabher nicht voll gesichert.
Im Bereiche des Lage unverändert. Der ihr zur Sicherung zuge 3 Suwalki ausreichende Kräfte nicht zur Verfügung. der Front durch Aufgabe des vorgeschobenen Zipfels Wolkowyszt — Mosty wird notwendig weiden.
Die Bolschewisten halten Füblung mit unseren Empfindlicher macht sich der Nordflügel der 10. Armee, welcher ron 8 hat, bemerkbar, eine Folg Ausweichens des rechten Flüg 8. Armee und der Au von Sch . Ducch eine Versta es Noreflügels der 10. Armee ist der Lage Rechnung getragen wor
ßerdem hat das Generalkommando 5 ine Postierurngen nörd
Njemen üder die Landesgrenz ben
9 der „Eisernen Brigade“ am 16. 1. bei Alt und Groß Auz durch (etwa 2000 Mann) angegriffen und hinte halten zurzeit den Abschnirt Wekschny — unden. Von Libau sind Verstärkun en an die Windau gef worden. Außerdem wird das Gouvernemen Lidau nach Maßgal
b
Generalkommandos R. K. (Bialpstok) ist die 10. Armee stehen zur dauernden Behauptung der wiesenen Bahn Wolkowyszk-Mosty —Grodno —
der Armee nur stark nach. gegen den
8 2 C 7. ische Landwehr
as 1. und 4. Lettenregimen
ür 1 dSrSS;⸗ Windau gedrängt. Si
ügbarer Kräfte aus dem Bereiche des Stellvertretenden Generalko andos 1. A.⸗K. verstärkt werden. .
Laut Mitteilung der schweizerischen Zentralstelle für Fremdenpolizei haben sich entlassene deutsche Heeres⸗ angehörige, die vor dem Kriege in der Schweiz wohnten und dahin zurückkehren wollen, wenn sie seit mehr als vier Wochen aus dem Heeresdienst entlassen sind und sich als in Deutschland aufhalten, zwecks Erlangung der FEinreiseerlaubnis an die zuständigen schweizer Konsulate in Deutschland zu wenden. Ausgenommen hiervon find die⸗ jenigen Heeresangehörigen, die sich bereits in Sammellagern an der deutsch⸗sch peizer Grenze aufhalten, und solche, die be⸗ reits ein Einreisegesuch bei der Paßstelle in Singen (Abfer⸗ tigungsstelle des XIV. Armeekorps in Singen) eingereicht haben.
Der Oberbefehlhaber Noeke hat laut Meldung des „Wolssschen Telegraphenbüros“ folgenden Befehl erlassen:
1) Nachdem nunmehr der Wahltag der Nationalversammlung vorüber, die Durchführung der Entwaffnung der zum Waffentragen bezw. Waffenbesitzen unberechtigten Personen im Landespolizeibezirk Berlin eingeleitet und Ruhe und Ordnung wieder hergestellt ist, ordne ich folgendes an:
ie Freiwilligentruppen der Armeeabteilung Lüttwitz des Regiments Reinhard und der Marine⸗ brigade (von Roden)
Berlm zu verlegen.
n. Für Ruhe und Ordnung in Berlin sorgt in erster Linie die Polizei mit Hilfe der Sicherheitswehr. Wo diese nicht ausreicht, hat sie durch Vermittlung der Kommandantur Berlin die Hilfe der Berliner Truppen und mililärischen Wehren an⸗ zurtordern. 2) Das Regiment Reinbard und die Marinebrigade bleiben in Berlin, um nötigenfalls zum Schutze der Reichsregterung und des Staatsbesitzes sowie zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung eingreifen zu kön Das Regiment Reinhard behält seine derzeitige Unterkunft. Die Unterbringung der Marinebrigade regelt das Gene⸗ ralkommando Lüttwitz im Einvernehmen mit der 11““ Berlin.
3) Die Unterbringung der Freiwilligentruppen der Armee⸗ abteilung Lüttwitz in der nahen Umgebung von Berlin regelt das Generalkommando Lüttwitz.
4) Die in den südlichen Vorortgemeinden Berlins auf meine Veranlassung hin aufgestellten Bürger⸗ bezw. Einwohnerwehren haben ihre Mitglieder zu ihren bürgerlichen Berufen zu entlassen. Die Wehren bleiben „listenmäßia“ bestehen. Dee Listen sind bei den Ge⸗ meindevorständen aufzubewahren. Die Waffen sind in jeder Gemeinde in gut gesicherte Depots abzugeben, desgleichen die zu jeder Waffe gehörigen (den Inhaber zum Waffentragen berechtigenden) Aus⸗ weise. Diese Bürger⸗ bezw. Einwohnerwehren müssen auf meine Weisung hin jederzeit wieder zusammentreten können. Die Gemeinde⸗ vorstände baben das Recht, die Waffendevots der Bürger⸗ bezw. Ein⸗
8
wohnerwehren durch deren eigene Mitglieder bewachen zu lassen.
sind demnächst aus dem Innern von
Der kürzlich veröffentlichte Entwurf eines Gesetzes über ie Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachs enthält im 8 33 olgende Bestimmungen:
Gbt ein Abgabepflichtiger, bevor gegen ihn eine Anzeige erstattet oder eine Untersuchung eingeleitet ist, ⸗bei der Veranlagu n g zu einer direkten Staats⸗oder Gemeindesteuer Ver⸗ me . 1 das bisher der Besteuerung durch das Reich einen Bundesstaat oder eine Gemeinde entzogen worden ist, so bleibt er von der reichs⸗ und landesgesetzlichen Strafe und von der
euer befreit. An maßgebender Stelle hot man sich, wie die „Deutsche Allgemeine Zeituna“ hört, nur schwer entschlossen, dem von ielen Seiten gräußerten Verlangen nach Erteilung eines noch⸗ maligen Generalpardon nachzukommen; denn man sagte sich, daß das den Steuerhinterziehern im Jahre 1913 bewiesene Entgegenkommen schon sehr weitgehend gewesen ist. Unter
nicht abgegangen, hätte sich also nicht zu einem nochmaligen G neralpardon verstanden. Man ensschied sich aber schließlich us folgenden Erwägungen doch dafür: Die Abgabensätze nußten im Hinblick auf die Finanzlage des Reichs und durch den ungünstigen Kriegeausgang geschaffenen Ver⸗ hältnisse wesentlich höher als in gewöhnlichen Zeiten bemessen verden; die peinlichste Erfüllung der Steuerpflicht ist aber gerade infolge der Nol des Reichs in ganz anderer Weise Ge⸗ wissenssache geworden. Die schwere moralische Verantwortung, die er Steuerhinterzieher übernimmt, findet dann auch in der die der Gesetzentwurf vor⸗ chren Ausdruck. Der kaiegorische Imperativ, eine gleichmähige und gerechte Verteilugg der Lasten her⸗
zieher in einer Art Zwangslage eine weitere Gesetzverfehlung begehen sollte. Zu diesem Ergebnis kam man umsomehr, als Vorschriften erlassen werden dürften, die die weitestgehende Offenlegung der Verhältnisse des Abgabepflichtigen sicherstellen sollen. Dadurch wären die früheren Steuerhinte zieher un⸗ zweifelhaft für ihre Verfehlung zur Verantwortung gezogen worden; man sollte indes diejenigen, die jetzt die Wahrheit sagen und so ihrer Pflicht gegen die Allgemeinheit gerecht werden, noch einmal vor der Bestrafuag bewahren. Das sind die Gründe, weshalb aber sicherlich zum letzten Male ein Generaspardon gewährt werden soll. 8
Von zuständiger Seite erfährt das „W. T. B.“: Durch die rech'snehende Presse läuft in den letzten Tagen eine Nachricht, die bald im redaktionellen, bald im Inseratenteile verbreitet wird. Nach dieser Notiz beziehungsweise diesem Inserat will ein (ungenanntes, Vorstandemitglied des Bundes deutscher Justizsekretäre am 3. Dezember vorigen Jahres im Abgeordnetenhhause mit den beiden Regierungsmitgliedern Hirsch und Ströbel eine Unterredung gehabt haben, in der Beamtenfragen b sprochen worden sein sollen. In dem Inserat (Lokal⸗Anzeiger vom 18. Januar) heißt es dann weiter:
„Im Verlauf dieses Gesprächs äußerte der ebenfalls anwesende Herr Ströbel: Die Anstellung der Beamten auf Lebenszeit, Ruhe⸗ gehalt und Hinterbliebenenfürsorge werden wohl bald der Vergangen⸗ heit angehören. Während der ganzen Dauer des Gespräͤchs war Minister Hirsch zugegen und widersprach den Ausführungen des Herrn Ströbel nicht.“
An dieser ganzen Erzählung, die offenbar nur zum Zwecke des Wahlmanöoers erfunden worden ist, ist nicht ein Wort wahr! Eine derartige Unterredung mit Ströbel und Hirsch hat weder am 3. Dezember noch sonst irgendwann stattgefunden. Niemals ist es dem damaligen Minister Ströbel eingefallen, so insinniges Zeug zu reden, und niemals ist Minister Hirsch Zeuge einer soschen Unterredung gewesen. Richtig dagegen ist, daß die preußische Regierung am 12. Dezember eine von Hirsch und Ströbel unterzeichnete Bekanntmochung erlassen hat (Nr. 269 des Reichs⸗ und Staatsanzeigers vom 13. November), durch die sämtlichen preußischen Behörden und Beamten ver⸗ sichert wurde, daß ihnen „ihre gesetzlichen Ansprüche unverkürzt gewahrt“ blieben.
In der gestrigen Konferenz der Arbeiter⸗ und Sol⸗ datenräte des rheinisch⸗westfälischen Industrie⸗ bezirks, in der die Regierungsvertreter, Unterstaatssekretär Giesberts und Professor Wilbrandt, zugegen waren, wurde, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, folgende Entschließung angenommen:
Die Konferenz hält fest an dem Sozialisierungsbeschluß der Konferenz vom 13. Janugr 1919. Die von der Feonsekene der A.⸗ und S.⸗Räte des rheinisch⸗westfälischen Industriebezirks am 13. Januar 1919 auf Vorschlag der drei sozialistischen Parteien ein⸗ gesetzte Neunerkommission bleibt besteben. Die von der Regierung eingesetzten Kommissare, ein Reichskommissar und ein Staats⸗ kommissar, arbeiten in Uebereinstimmung mit der Kommission. Re⸗ gierungskommrssare und Neunerkommission bilden den Zentralkörper für die Sozialisierung. Von diesem Zentralkörper sind unverzüglich Unterausschüsse für die Kontrolle der Bergwerke und der Vertriebs⸗ gesellschaften für Bergwerksprodutte einzusetzen, gleichen für Regelung der Tariffragen. Die Körperschaft hat Recht und die Pflicht, nach Bedarf fachmännische Mitarbeiter für die ver⸗ schiedenen Gebiete heranzuziehen. Als fachmonnischer und juristischer Beirat für den einzusetzenden Unterausschuß beim Kohlen⸗ syndikat wird Landrichter Ruben⸗Essen vorgeschlagen. Das in der Konferenz am 13. Januar beschlossene Rälesystem bleibt als Grundlage der Sozialisierung bestehen. Die Wahlen sind, soweir sie nicht bereits stattgefunden haben, auf Grund des dort beschlossenen Wahlverfabhrens fortzusetzen. Sie müssen bis zum 1. Februar 1919 abgeichlossen sein. Sämtliche anwesenden Arbeiter⸗ und Soldatenräte verpflichten sich durch ihre Vertreter, jedem Widerstand gegen die Wahlen wie gegen die Sozialisierung überhaͤupt mit aller Kraft entgegenzutreten⸗
des das 1
Kunst und Wissenschaft.
Künstlicher Spiritus und künstlicher Essis. In diesem Jahre wird erst ein Vierteljahrhundert zu Ende geben, seit es der Chemie gelang, durch Benutzung des damals noch neuen elektrischen Ofens aus einem einfachen Gemisch von Kohle und Kalk das Kalziumkarbid in groFem Maßstabe zu gewinnen. Aus dieser Verbindung ergab sich eine Reibe der nichtigsten Möglichkeiten, indem zunächst der Kalkstickstoff als Düngemittel aus dem Kalziumkarbid und dem Sitickstoff der Luft bergestellt dann aus dem Kalkstickstoff durch Behandlung mit Wasserdampf wieder Ammoniak und schließlich aus diesem durch den Sauerstoff der Lust Salpetersäure gewonnen wurde. Es ist eine der wichtigsten Errungenschaften der chemischen Technik der letzten Zeit, daß die Einfuhr von Salpeter aus dem fernen Chile nicht mehr nötig sein wird. Noch erstaunlicher aber sind die Entdeckungen, die sich an das aus dem Kalziumkarbid bei bloßer Berührung mit Wasser sich entwickelnde Azetylengas an⸗ schließen. Professor Lassar⸗Cohn widmet diesen neuesten Errungen⸗ schaften in der Chemisch⸗Technischen Wochenschrift eine lehrreiche Ab⸗ handlung. Die Eigentümlichkeit des Azetylengases besteht darin, daß es die kohlenstoffreichsste unter allen chemi⸗ schen Verb'ndungen ist und daher auch die heißeste Famme ergibt, deren Temperatur nicht weniger als 3500 Grad beträgt. Darauf beruhen bekanntlich die autogenen Schweißverfahren mit ihrer ungeheuren Bedeutung für die Eisen⸗ industrie, die nicht nur eine schnelle und tadellose Arbeit liefern, sondern auch so einfach zu handhaben sind, daß sie auch im kleinsten Betriebe verwendet werden können. Eine Aussicht von unbegrenzter Weite in anderer Richtung eröffnet die Erzeugung von Spiritas und Essigsäure aus Azetkylengas. Man braucht nur daran zu denken, welche Menge von Getreide und Kartoffeln der mensch⸗ lichen Ernährung entzogen wurden, um daraus Kornbranntwein und Spiritus verschiedener Art zu brennen, um die Be⸗ deutung einer Möglichkeit zu verstehen, diese Genuß⸗ und Gebrauchsmittel auf ganz anderem Wege zu gewinnen und die landwirtschaftlichen Erzeugnisse für ihren nichtigeren Zweck zu ersparen. Die grundlegende Tat war die Herstellung von Äldehrd aus Azetylen. Der Name Aldehrd stammt schon von Justus Liebig her und ist eine Zusammenziehung aus Alcchol dehydrogeratus, wasserstoffberaubter Alkohol. Erst kurz vor dem Kriege wurde die Technit des Verfahrens geschaffen, und jetzt ist in der Schweiz dereits ein großes Wasserkraftwerk im Letschental damit beschäftigt, ducch die Energaie der Wasserfälle aus Koks und Kalkstein Spiritus herzustellen. Erst vor einem halben Jahr hat dann auch ein deulsches Patent das Licht der Welt crblickt, das die einfache Gewinnung von Essig aus Azerylen verspricht. Nimmt man endlich noch hinzu, daß nach einem dänischen Patent es wahrscheinlich
beizuführen, macht einerseits die Bestrafung derer, die aergen das Gesetz verstoßen, erforderlich. Auf der anderen Seite wollte man verhindern, daß der frühere Sieuerhinter⸗
gelingen wird, aus dem Azetvlen auch tünstlichen Kautschuk hervor⸗ zuzaubern, so ist damit der schier grenzenlose Fortschritt in der Ver wertnng dieses Gases erwiesen. v“
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Theater und Mufik,
Im Opernhause wird morgen, Mittwoch, „Lohengrine meis den Herren Hutt, Armster, van de Sande, Habich, Funck, Philipp Sommer und Krasa in den männlichen Hauptrollen aufgeführt. Die Elsa singt Fräulein Dorothee Stanski aus Mannheim als Gast. Musikalischer Leiter ist Dr. Fritz Stiedryv. Die Vorstellung beginnt um 6 ¼ Uhr. 1
Im Schauspielhause wird morgen „Ein halber Held“ mit Fräulein Neff und den Herren Becker, Biensfeldt, Clewing Ehrle, von Ledebur, Pohl, Vallentin und Vespermann in den Haupt’ rollen gegeben. Spielleiter ist Dr. Reinhard Bruck. ⸗
Im Theater in der Königgraͤtzer Straße wird Frand Wedekinds „Erdgeist“ am kommenden Donnerstag nach längerer Pause mit Maria Orska als Lulu wieder als Abendvorstellung auf⸗
eführt.
8 Morgen, Mittwoch, findet in den Kammerspielen des Deutschen Theaters anläßlich von Strindbergs 70. Geburts⸗ tag eine Aufführung der „Gespenstersonate“ statt. In den Haupt⸗ rollen wirken Paul Wegener, Paul Hartmann, Erika Unruh, Elsa Wagner, Bruno Decarli, Marx Kronert, Siegmund Nunberg und Elsa Thiedemann mit.
Mannigfaltiges.
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Amtlich wird gemeldet: Gestern, Abends 7 Uhr, fuhr der D. Zug 40 vor dem Bahnhof Niederdodeleben auf den infolge Falicher Weichenstellung in das Einfahrgleis anstatt in das Ueber⸗ holungsgleis zurückdrückenden Güterzug 113. Ein Eisenbahn⸗ bediensteter ist tot, zwei leicht verletzt. Der D⸗Zug 40 wurde mit vier Stunden Verspätung nach Braunschweig weitergeleitet. 3 Auf Grund der vorgenommenen Obduktion der Leiche Dr. Liebknechts haben, wie „W. T. B.“ berichtet, der Geheime Medizinalrat Dr. Straßmann, der Vorsteher des gerichts⸗ medizinischen Instituts, und der Gerichtsarzt des Kreises Teltow, Dr. Hugo Marx, das nachstehende „vorläufige Gutachten“ ab⸗
egeben:
8 1) Der Verstorbene hat 3 Schußverletzungen erlitten, von denen eine die Lunge und eine das Gehirn durchbohrt hat; der dritte Schuß hat schwere Verletzungen nicht verursacht. Der Fod ist auf die Hirn⸗ und Schädelverletzungen zurückzu⸗ führen. 2) Der Schuß durch den Kopf hat zuerst den Scheitel getroffen, ist an der Stirn ausgetreten. Es spricht nichts dagegen, daß die Schüsse in den Rumpf am Rücken eingetreten und vorne ausgetreten sind. Der Befund unterstützt sogar diese Annahme. 3) Die vorgerundene Schädelzertrümmerung wird durch den Schu vollkommen erklärt. Anbaltspunkte für eine schwere Verletzung 8 stumpfe Gewalt sind nicht vorhanten. 4) Auf Befragen: Die Lage der Schußöffnung am Rumpf spricht dafür, daß die Schüsse in schräger Richtung dabei von links nach rechts gefallen sind. 5) Ueber die Entfernung, aus der die mit rauchschwachem Pulver abgegebenen Schüsse gefallen sind, läßt sich nur sagen, daß sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht aus nächster Nähe, das heißt unter 25 cm, abgegeben worden sind. 6) Auf die von Dr. Theodor Lieb⸗ tnecht gestellte Frage, ob die Schüsse abgegeben sind, während der Verstorbene stand, ging oder lief, antworten die Sachverständigen: „Hierauf läßt sich aus der Leichenöffnung kein Schluß ziehen.“
Diesem vorläufigen Gutachten haben sich die zugezogenen Sach⸗ verstoͤndigen, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Bier und der Oberstabsarzt Voigt, angeschlossen. Das Mitglied der U. S. P. D. Wegmann vom Berliner Vollzugsrat hat gleichfalls seine Unterschrift auf das Protokoll gesetzt.
Es empfehlt sich für Bauarbeiter, die in läͤndlichen Ge genden bebeimater sind und jetzt ihre Entlassung vom Militär genommen haben, bei der fortdauernden milden Witterung nicht zu bald in die Industriegegenden und in die Großstädte abzuwandern, um dort Beschäftigung im Baugewerbe zu suchen. Es ist dringend zu warnen vor Abwanderung vom Lande, ehe man nicht die Gewißheit hat, anderwärts in seinem Beruf auch gebraucht zu werden.
In der Treptower Sternwarte spricht morgen, Abends 8 Uhr, der Direktor Dr. Archenhold unter Vorführung von Lichtbildern über „neue astronomische Forschungen“. Beobachtungen mit dem großen Fernrohr finden aäglich von 2 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends statt.
Theater. (Unter den Linden.) bezugsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Lohengrin.
Opernhans. Mittwoch: 21. Dauer⸗ Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner. Musikalische Leitung: Dr. Fritz Stiedry. Spielleitung: Karl Holy. (Elsa von Brabant: Dorothee Stanski aus Mannheim als Gast.) Anfang 6 ¼ Uhr. 9
Schauspielhaus. (Am Gendarmenmarkt.) Mittwoch: 22. Dauer⸗ bezugsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Ein halber Held. (Kurt von der Kreith.) Eine Tragödie in fünf Aufzügen von Herbert Eulenberg. Spielleitung: Dr. Reinhard Bruck⸗ Anfang 7 ½ Uhr.
Donnerstag: Opernhaus. 22. Dauerbezugsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Der Troubadour. Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi. Text nach dem IJtalienischen des Salvatore Camerano. Anfang 7 ½ Uhr.
Schauspielhaus. 23. Dauerbezugsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze 8e Othello, der Mohr von Venedig. Trauerspiel in fünf Aufzügen von Shakespeare. Spielleitung: Dr. Reinhard Bruck. Anfang 6 ½ Uhr. 9 8
Uraufführung: Am 29. Januar:
f; zlderlin“, S 1 einem Schicksal von Walter Edlitz. „8 1“, Szenen cu
4.
Familiennachrichten.
Verlobt: Frl. Irmgard von Gadenstedt mit Hrn. Thedel⸗ . rG 18 ’“ LTE Wallmoden). h
BZerehelicht: Hr. Amtsrichter Dr. K. itsch mit Frl.
1““ Hegürt eali Grurenalg WL
oren: Ein Sohn: Hrn. Amtsri dr. Dietri n
8 Ferte GGranelh H misrichter Dr. Dietrich vo
estorben: Hr. Oberstleutnant a. D. Theobald delstaedt
(Kausche bei Neu Petershain N. L.). — Hr. Melor 8 S. Paul
von Scheven (Charlottenburg). — Verw. Fr. Gertrud von Gylden⸗
feldt, geb. Eckardt (Charlottenburg). — Fr. Helene von Zastrow⸗
Herienagnoderf, gebe Freitn von Bissing (Görlitz). — Eliüjabeth
Freiin Senfft von Pilsach a. d. H. Sandow ei
Boöppinger s H. Sandow (Jebenhausen bei
Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol, Charlottenbura. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher der Geschäftsstelle. b Rechnungsrat Mengering in Berlin.
8 18. 68 (Mengering) in Berlin. Dr er Norddeut Buchdruckerei 8a Berlin, fhruceerei 8 Bealaeh Sieben Beilagen
(einschlteßlich hörsenbeilage und Warenzeichenbeklage Rr. s))
Ratifizierung
eße der deutschen
Interessen übereinstimmten.
Wettbewerbes
Weise dieser
— 8*
—
Erste Beila ge
hsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger.
Nichtamtliches.
Hamburg.
In der Hamburger Börse fand gestern nachmittag eine von mehr als 5000 Personen besuchte Protestversammlung gegen die neuen Bestimmungen des Waffen⸗ stillstandsvertrages statt, in der Geheimer Rat Cuno,
.
Generaldirektor der Hamburg⸗Amerika⸗Lmie, dem „Wolssschen
Telegraphenbüro“ zusolge mitteilte, daß bei den zuständigen Stellen im Reiche telegraphisch Verwahrung eingelegt und die dringende Bitte ausgesprochen worden sei, von der des Abkommens durch die Regierung Ab⸗ stand zu nei men, weil das Abkommen nicht nur das Inter⸗
1 Schiffah⸗ t. sondern auch das Interesse des ganzen deutschen Volkes für immer gefährde. Durch die Ver⸗ einbarung werde der Reederei jede Mitwirkung beim Wieder⸗
aufbau der deutschen Wirtschaft unmöglich gemacht, die deutsche Flagge vom
Meeere verbannt und die deutsche Besatzung nur durch die Gnode der Feinde zugelassen. Richard C. Krog⸗ mann schloß sich im Namen der Handels kammer dem Paotest an. Der Führer der deutschen Sceleute Paul Müller bezeichnete das Abkommen, das die deutschen Schiffe der Entente ausliefere, als einen Gewaltakt, gegen den er im
Namen der gesammten Seeschiffahrt Deutschlands Protest ein⸗
lege. Auch als Sozialist erhebe er Einspruch, weil in diesem Punkte die kapitalistischen Joteressen und den proletarischen In dieser Frage gebe es keine Gegensätze zwischen Arbeit und Kapital; denn das Verlan en der Enlente lopfe auf eine Beseitigung des deutschen für alle Zeiten hinaus. Die deutschen Seeleute lehnten es ab, das Gnadenbrot der Entente zu ssen und unter fremder Flagoce zu fahren. Er richte seinen Einspruch auch an die deutsche sozialistische Regierung, um diese moralisch zu verpflichten, unter keinen Umständen den Vertrag zu roatifizieren. Im Interesse der Zukuntt müßten sich Arbeitgeber und Abeitnehmer in der Seeschiffahrt ein⸗ mütig dem Protest anschließen. (Stürmischer Beifall.) Neben dem Protest des Vereins H mbu ger Reeder sind auch von jeder einzelnen deutschen Schiffahrtsgesellschaft an das Reichs⸗ wirtichaftsamt, das Auswärtige Amt und an den Volksbeauf⸗ tragten Ebert in Berlin telegaphisch Protestlundgebungen ab⸗
Oesterreich.
Die Tiroler Landesversammlung hat nach dem „Wiener Telegrophen⸗Korrespondenzbüro“ zu Beginn ihrer gestrigen Sitzung einen von allen Parteien eingebrachten An⸗ trag einstimmiag angenommen, in dem es u. a. heißt:
Wir Tiroler erklären, daß wir unter keinen Bedingungen in die Abtrerung des dentschen Südtirols einwilligen und lieber alle, auch die schwersten Opfer bringen, bevor wir auf die Zusammengehörigkeit nit unferen Brüdern in Deutsch⸗Südtirol verzichten 8
Die Landesregierung wurde beauftragt, in entschiedener Standpunkte Geltung zu verschaffen.
Frankreich.
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und die Ersten Minister und die Minister des Aeäußeren der alliierten Realerungen sowie der japanische Botschafter ia Paris Baron Makino traten gestern am Quai d'Orsay zu einer Sitzung zusammen, in der der französische Botschafter in Ruß⸗ land Noulens, der vor einigen Wochen aus Archangelsk zurückgekehrt ist, einen Vortrag mit Einzelheiten über die Lage in Rußland hielt.
Der Oberste Rat für die allgemeine Ver⸗ sorgung hat am 18. Januar unter dem Vorsitz von Lord Reading seine Beratungen wieder aufgenommen. Nachdem der Rat von den Verhandlungen in Trier bezüglich der Benutzung der deuischen Handelsflotte Kenntnis genommen hatte, prüfte er der „Agence Havas“ zusolge die finanziellen Fragen der all⸗ vemeiren Versorgung Europas und nahm die Angaben des Oberkommandanten der Orientarmee über die Bedürfnisse und die Hilfsquellen der Länder Südosteuropas entgegen. Er schritt dann zur Bildung eines permanenten Komitees, dessen erste Sitzung gestern stattgefunden hat. 8
— Wie der „Temps“ mitteilt, hat die sozialistisch radikale Kammergruppe in der Sitzung am 18. Januar folgende Forde⸗ rungen in einer Tagesordnung vereinigt:
Völlige Entwaffnung Deutschlands, das ne keinem mehr elwas zu befürchten braucht, also weder oder Marine noch Kriegsindustrie, sondern nur diejenigen. Polizei⸗ kräfte nötig hat, um im Innern die Ordnung aufrechterhalten zu können. Die Entwaffnung. Deutschlands hätte auch die glücklichste Rückwirkung aur die Nachbarftaaten. Die Kriegsverantwortlichen und selbst die höchsten Schuldigen, die sich Verbrechen gegen die Hoager Konvention zuschulden kommen liezen, sind abzuurteilen und zu bestrafen: es ist für die Geschichte notwendig, daß der Kaiser, der Kronprinz, Tirpitz,
Bethmann Hollweg und 600 andere, deren Ver⸗ brechen man kennt, abgeurteilt und bestraft werden. Rußland.
Nach einer weiteren Meldung des genannten Telegraphen⸗ büros haben die estnischen Truppen,
nach dem Kriege von weder eine Armee
vereint mit dem frei⸗ willigen finnischen Batalllon, Narwa erobert und dabei große Kriegsbeute an Artillerie, Troß, Panzerzügen, Stäben und zahlreichen Gefangenen gemacht Trotz ki, der persönlich zum Widerstand aufh hle, ist geflohen. Dier estnische Offensive gegen Walk hat begonnen.
Nach einer Meldung des „Wolfischen Telegraphenbüros ist Weißrußland von der weißrussischen Sowjetregierung fůr einen Teil der russischen Somjetrepublik erklärt und die bolsche⸗ wistische Gesetzgebung eingeführt worden.
Niederlande.
Die Regierung hat in der 4 weiten Kammer einen Gesetz⸗ entwurf eingebracht, der die Fentäerung der 9. 8 ” 6. Dezember vorigen Jahres öw'schen, Holland 58 n Kriegsverkehrsamte der Vereinigten
477
“
Personen hinzugerechnet, sitzen,
negrer
Berlin Dienstag den 21. Januar
1919.
Amerika abgeschlossenen Konventionen betrifft sowie die finanziellen Maßnahmen, die mit diesen Konventionen in Zu⸗ sammenhang stehen. Die Regierung teilte laut Meldung des „Wolffschen Telegrophenbüros“ mit, daß volland an Englond einen Kredit im Höchstbetrage von 75 Millionen Gulden in sechsmonatlichen Abschnitten gegen fünf⸗ prozentige, in fünf Jahren rückzahlbare Schaͤtzscheine ge⸗ währen wird. In gleicher Weile soll an Frankreich ein Kredit von 30 Millionen und an Italien ein solcher von 18 Millionen in 6 Abschnitten monatlich zu 5 Proz. Zinsen gegen fünfprozentige Schatzscheine gewährt werden. Das Abkommen mit Amerika hat einen anderen Charakter un dient dazu, den Wechselkurs durch die holländische Re⸗ gierung bei den Banken festzulegen, die von der Regierung der Vereinigten Staaten bezeichnet werden, um die ameri⸗ kanischen Zahlungen durch die Hinterlegung einer ent⸗ prechenden Summe in Dollar mit Goldparität bei einer Bank der Vereinigten Staaten zu decken, die von der holländischen Regierung zu bezeichnen ist. Der Betrag wird sich auf höchstens 20 Millionen Gulden in zwei aufeinander folgenden Monaten des Zeitraumes belaufen, während dessen das allgemeine Wirtschaftsabkommen zwischen beiden Ländern in Kraft ist, also auf höchstens 120 Millionen Gulden. Um das sinanzielle Risiko zu decken, das die Regierung bei Gewährung dieser Kredite läuft, ermächtigt der Gesetzentwurf den Fmanz⸗ mmister, eine Einfuhrprämie auf die Waren zu erheben, für deren Erlangung die erwähnten Konventionen von der holländischen Regierung geschlossen worden sind. Der Prozent⸗ satz dieser Prämie wird für alle diese Waren glesch sein und fünf Prozent oder Faktura nicht überschreiten. Für ihre Er⸗ hebung beabsichtigt die Repierung, sich der Milwirkung des Holländischen Ueberseetrustes zu pedienen.
— Die „Niederländische Telegraphen⸗Agentur“ meldet aus Amerongen, doß der frühere deutsche Kaiser und seine Gemaghlin jetzt so weit wiederhergestellt sind, daß sie ihre frühere Lebensweise wieder aufnehmen können.
Statistik und Volkswirtschaft.
Die Vermögensverteilung in den preußischen Provinzen 1917, im Vergleich iitrberensgen dem Kriege und vor 20 Jahren.
In Nr. 5 des „Reichs⸗ und Staatsanzeigers“ vom 7. dv. M. wurde eine vergleichende Uebersicht über die Vermögensverteilung im preußischen Staate in den Steuerjahren 1897, 1914 (Friedensstand) und 1917 nach vier Hauptgrößengrupven des Vermögens (0 bis 6000, über 6000 bis 52 000, uber 52 000 bis 100 000 und mehnr als 100 000 ℳ) gegeben und zugleich die Zahl der Vermögens⸗ besitzer (ohne die nicht selbständig zu veranlagenden Haushaltungs⸗ angehörigen) der Getamtheit der Haushatungsvorstände (ohne An⸗ gehörige) und Einzelwirtschafter als den für den selbständigen Ver⸗ mögens⸗ und Einkommenserwerb überhaupt in Betracht tommenden Personen gegenübergestellt. Von noch größerem Interesse sind die Vermögensverteilung in den verschiedenen Landesteilen und shre in Laufe von 20 Jahren und während des Kri ges eingetretenen Veränderungen, worüber die Veröffentlichung des preußischen Statistischen Landesamts, der jene erste Uebersicht entnommen worden war, die folgenden Angaben enthält. Der Ver⸗ mögensgruppe von über 6000 bis 52 000 ℳ sind wieder auch alle die — die zwar mehr als 6000 ℳ Vermögen be⸗ aber aus besonderen Gründen (wegen 900 ℳ nicht über⸗ steigenden Einkommens usw.) gemäß § 17 Ziffer 2 und 3 oder § 19 Abs. 2 des Ergänzungssteuergesetzes von der Ergänzungssteuer frei⸗ gestellt worden siod.
Es hatten, nach Landesteilen geordnet, vom Tausend, aller Haushaltungsvorstande und Einzelwirtschafter ein Ver⸗ mögen von ℳ
über 6000 bis 52000 1897 1917
0 bis 6000 ℳ
in der Provinz u 1897 1914 1917
884 863 113 871 862 118 949 952 35 34 34 865 861 10⁷G 843 822 152 863 854 130 889 876 106 836 834 133 835 807 157 816 800 159 888 877 101 806 794 169 863 866 11I;
700 284
715 866 857 117
915 908 940 869 877 916 900 838 848 827⁷1 877
Ostpreußen. Westpreußen Stadtkreis Berlin Brandenburg. Pommern. Posen . .. Schlesien... Sachsen . . .. Schleewig⸗Holstein. Hannover. . Westfalen.. 877 Hessen⸗Nassau 827 Rheinprovinz . . 865 Hohenzollern — im Staate. 877
———
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““ 828
60 9b5 bbögnde
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114 270 110
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über 52000 bis 100000 1897] 1914] 1917
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über 100000 ℳ
in der Provinz — 1897 1914 1912
Ostpreußen. 5;6 12,1 144 3,8 7 8,7 Westpreußen.. 6,½ 11, T1 4,2 7 8,1 Stadtkreis Berlin.. 9,8 0 6,0] 15,6 8,8 Brandenburg. .11 152 15,6 9,⁴ 16,8 Pommern.. 8bI1ö8558 6,4 10,1 Posen b 4,3 8,0 9,5 3 6 6,7 Schlesien .. 66,8 8,6 9,8 5,8 7,0 Sachsen.. IEIEq16168 12 14,4 Schleswig⸗Holstein. 184 20,0) 21 8,2 14,8 Hannbver . 2224, 18 9,9 16,2 Westfalen.. h 7,7 G 9,7 Hessen⸗Nassau . 174 17, 149 18,4 Rheinprovinz’. 11,8 9,7 11,7
. 11,5 1 Hohenzollern.. .. 9,7 ,11 — b“ 14,1 1 8,8 11,9.
im Staate 10,s 137,2
Hier fällt vor allem die ungünstige Vermögensgliederung in Berlin auf, wo im Jahre 1917 die Zahl der Besitzer von einem 6000 ℳ nicht übersteigenden Vermögen auf 952 pT aller Haus⸗ haltungsvorstände und Erinzelwirtschafter, d. s. fast 100 mehr als im Staatsdurchschnitt, gestiegen weor, während die Vermögensbesitzer der Gruppe von über 6000 bis 52 000 ℳ Vermögen mit 34 pT. noch nicht ein Drittel, die der Gruppe von über 52 000 bis 100 000 ℳ mnit 6 vL nech nicht die Hälfte des entsprechenden
G
Staatsdurchschnittes ausmachten. Anderseits hebt sich vorteilhaft die
Vermögensverteilung in den Hohenzollernschen Landen ab, wo 1917
Vermögen mit 700 vT um
die Ziffer der Grurpe bis zu 6,00 ℳ mit p G zurückblieb, die der
mehr als 150 hinter dem Staatsdurchschnitt Gruppe von über 6000 bis 5.000 ℳ mit 284 pT aber fas um das Arnderthalbfache darüber hinausging. Für Berlin kommt hierbei in Betracht, daß seit Jahren vielfach die wohlhabenderen Volksschichten von da in die zur Provinz Brandenburg gehörenden Vororte der Reichshauptstadt verziehen; besonders deutlich tritt dies bei der Gruppe von über 100 000 ℳ Vermögen hervor, in der Berlin 1897 mit 15,8 vT (d. i. am stärtsten unter allen Landes⸗ keilen), 1917 aber nur noch mit 8,8 vT, die Provinz Brandenburg hingegen in ersterem Jahre mit 9 vT, in letzterem mit 16, vT aller Hausbaltungsvorstände und Einzelwirischafter vertreten war. Adgesehen von Hohenzollern, stehen in der untersten Ver⸗ mögensgruppe bis 6000 ℳ nech erheblich unter dem Staatsdurchschnitt für 1917 (857 vT) die Provinzen Hessen⸗ Nassau mit 794, Hannever mit 800, Schleswig⸗Holstein mit 807, Pommern mit 822 und Sachsen mit 834 vT, das sind durchweg Landesteile mit kräftig entwickeltem bäuerlichen Mittelsta de, Hessen⸗ Nastau auch mit überaus wohlhabender städtischer Bevölkerung. Da⸗ gegen übersteigen jenen Durchschnitt wesentlich außer Berlin noch Westfalen mit 877, Schlesien mit 876 und die Rheinprovinz mit 866 vT, also Gebiete mit besonders ausgebreiteter industrieller Arbeiterbevölkerung.
In der dann folgenden Gruppe der Besitzer von über 6000 bis 52000 ℳ ermögen überholen den Staats⸗ durchschnitt für 1917 (11 7 pD) außer Hohenzollern (284) die erst⸗ genannten Landesteile Hessen⸗Nassau mit 169, Hannover mit 159, Schleswig⸗Holstein mit 157, Pommern mit 152, Sachsen mit 133 und außerdem auch noch Posen mit 130 vT beträchtlich. Hingegen bleiben dahinter merklich zurück neben Berlin (34) wieder Westfalen mit 101, Schlesien mit 106 und die Rheinp ovinz mit 111, außerdem auch noch die Provinz Brandenburg mit 107 vT.
Wäͤbrend in der Vermögensgruppe von über 6000 bis 52 000 ℳ wie erwähnt, Hohenzollern an erster Stelle steht, weist in der folgen⸗ den Gruppe von über 52000 bis 100000 ℳ Vermögen Hannover mit 242 vT aller Haushaltungsvorstände und Einzel⸗ wirtschafter für 1917 die stärkste Besetzung auf; dann folge bier, noch erheblich den Staatsdurchschnitt (14,1 vT) über schreitend, Schleswig⸗Holstein mit 21,5, Sachsen mit 18,0 und Hessen⸗Nassau mit 17,9 vT. Anderseits stehen am meisten dahinter Furück Berlin mit 6,0, demnächst Posen mit 9,8 und Schlesien mit
9,8 pT. , * Endlich in der höchsten Grupve von über 100 000 ℳ Vermögen ist die Provinz Hessen⸗Nassau mit der besonders wohlhabenden Stadtbevölkerung von Frankfurt am Main, Wiesbaden usw. mit 18¼ vT aller Haushaltungs⸗ vorstände und Einzelwirtschafter für 1917 am stärksten vertreten; es schließen sich noch mit wesentlich höheren Ziffern als dem Staatsdurchschnitt (11,°9 vT) an Brandenburg mit 16,8, Hannover mit 16 „, Schleswig⸗Holstein mit 14 und Sachsen mit 142 vT, während hier Hohenzollern mit 59 vT den letzien und — wie in der Gruppe von übr 52 000 bis 100 000 ℳ Vermögen — Posen mit 67, vT den vorletzten und Schlesien mit 7,0 vT den dritt⸗ letzten Platz einnimmt.
Waͤhrenddes Krieges, also von 1914 auf 1917, hat fast in allen Landesteilen die Besetzung der untersten Vermögensgruppe ab⸗, die der übrigen Gruppen dagegen zugenommen. Bemerkenswerte Aus⸗ nahmen bilden nur Berlin, wo die Ziffer der untersten Gruppe bis 6000 ℳ Vermögen von 949 auf 952 pD stieg, anderseits die der Gruppe von über 52 000 bis 100 000 ℳ Vermögen von 7,0 auf 6,0 und die der Gruppe von mehr als 100 000 ℳ Vermögen von 9,8 auf 8,8 vT zurückging (letzterer Anteil also — wie sonst nur noch in Brandenburg und Hessen⸗Nassau — immer noch höher blieb als der der vorhergehenden Vermögensgruppe von über 52 000 bis 100 000 ℳ), und die Rheinprovinz, wo in der untersten Vermögensgruppe eine Steigerung von 863 auf 866 vT, anderseits in der folgenden von üͤber 6000 bis 52 000 ℳ Vermögen eine Senkung von 114 auf 111 vI eintrat.
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Zur Arbeiterbewegung. 8
Die Pressestelle des Volksrats in Breslau, Zentralrat für die Provinz Schlesien, teilt „W. T. B.“ zufolge mit, die Ge⸗ fahr eines allgemeinen Ausstands in Ober⸗ schlesien dürfte zunäch st beseitigt sein. Die Ver⸗ treter der Bergarbeiterschaft einschließlich der polnischen Berufsvertreter haben gestern beschlossen, daß von heute Ab Flle Belegschaften wieder ein zufahren haben und die Arbeit in vollem Umfange aufzunehmen ist. Irgendwelche neuen finanziellen Zugeständnisse, zu denen die oberschlesische Industrie, wollte sie sich nicht zu Grunde richten, nicht in der Lage war, sind den Bergarbeitern nicht gemacht worden. Die Gewerkschaftsführer standen in dieser Frage ausnahmslos auf dem Standpunkte der Werke und boten ibren ganzen Einfluß auf, um der Arbeiterschaft begreiflich zu machen, daß übertriebene Lohnforderungen den Ruin ganz Oberschlesiens im Ge⸗ folge haben müßten. Der Beschluß auf Wiederaufnahme der Arbeit wurde gefaßt, nachdem bekannt geworden war, daß die Regierung eine Kommission für die Vorarbeiten zur Soziali⸗ erung der oberschlesischen Bergwerksbetriebe eingesetzt hat. — Bei der gestrigen Frühschicht waren von 63 ober⸗ schlesischen Gruben 44 mit über dreißigtausend Mann im Ausstande.
Zum Bergarbeiterausstand im Ruhrgebiet er⸗ fährt „W. T. B.“, daß auf sieben Schachtanlagen der G ewerk⸗ schaft „Deutscher Kaiser“ in Hamborn von 6027 Mann der gestrigen Morgenschicht 4838 ausständig waren. Auf der Zeche „Westfalen“ fuhr die Belegschaft gestern vollzählig ein.
In Halle an der Saale wurde, wie „W. T. B.“ meldet, gestern, Mittags 12 Uhr, in sämtlichen Betrieben die Arbeit eingestellt. Größere Kundgebungszüge bewegten sich am frühen Nachmittag zum Marktplatz, wo Ansprachen gehalten wurden. Die Ruhe wurde nicht gestört.
In Leipzig sind „W. T. B.“ zufolge gestern nachmittag die Arbeiter der städtischen Elektrizitatswerke wegen Lohnforderungen in den Ausstand getreten, so daß die auf städti⸗ schen Strom angewiesenen Fabriken, Büros, Geschäfte, Gasthäuser, Speisewirtschaften, Kaffeehäuser und Privathaushaltungen ohne elektrisches Licht sind. Die Straßen und Plätze, die sonst von Bogenlampen bhell erleuchtet sind, lagen im Dunkeln. Die Straßen⸗ dahnen mußten den Betrieb zum großen Teil einstellen. Die Theater blieben geschlossen.
In Braunschweig bat, wie „W. T. B.“ erfährt, gestern nachmittag um 2 Uhr der allgemeine Ausstand eingesetzt. Wie die „Landeszeitung“ berichtet, wird das Lichtwerk gesperrt, hdingegen bleibt das Wasserwert in Betrieh. Die Be⸗ völkerung wird durch Bekanntmachung aufgefordert, sich nicht mit Wasser zu versorgen. Die Straßenbahnen verkehren nicht. Nach⸗
nittagt fanden Unzüge und Persannlungen ver den