Üei viniüüttütii neitbutatünuieütütttülai b2 n, ie⁴³ D891nl greorn nun), rinrr amtlichen Mitteiluna Veranlassung darauf hinzuweisen, daß, wie auf anderen Rohstoffgebieten, auch für Leder, Häute und Flle eine Aufhebung der Beschlagnahmebestimm⸗ ungen lediglich für die vom Feinde beietzten westlichen Gebiete, also für die linkerheinischen Gebiete und die besetzten Brücken⸗ köpfe, erfolgt ist. Für die neutrale Zone sind Beschlagnahme⸗ bestimmungen nicht aufgehoben worten. in diesem Sinne sind nicht pie rechtsrheinischen Orte anzusehen, in die, wie es in letzter Zeit geschehen ist, kleine feindliche Polizeitruppen eingezonen sind.
nur de Vorschriften über Beschlagnahme außer Kraft gesetzt Höchstpreisbestimmungen sowie die
wo den, nicht dagegen die übrigen kriegswietschafrlichen Anordnungen.
In den übrigen deutschen Gebieten, in denen die Be⸗
schlagnahmebestimmungen nicht aufgehoben worden sind, gelten daher sämtliche für Leder, stimmungen’ nach wie vor, Vo schriften, wie die Bekanntmachung der Kriegs⸗Rohstoff⸗ — Abtei ung vom 30. November 19/8 Nr. F R. 1/12 18 KRA. (Ne. F. 58 1017/11 18 KRA), abaeä dert worden sind Von dern im Jateresse einer geordneten Versoraung der Bevölkerung erwartet werden, daß die Bestimmungen peinlich befolgt werden. Auch wird darauf hingewiesen, daß Verstöße strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. 8 Während in den vergangenen Jahren 1916, 1917 und 1918 alljährlich in den ersten Monaten des Jah es besondere Höchstpreise für Eichen⸗ und Fichtengerbrinde fest⸗ gesetzt warden sind, soll in diesem Jahre, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ mitteilt, eine neue Festietzung der Höchst⸗ preise nicht erfolgen. Es gelten vielmehr die
Höchstpreise weiterhin da die Bekanntmachung Nr. 1. 1/2 18
KR, betreffend Höchstpreise von Eschen⸗ und Fichtengerbrinde,
vom 28. Februar 1918 in Kraft bleibt.
bruar in der Presse bekanntgegebene ing ist dem Obernen Polnischen Volksrat gegenüber die Einstellung aller Kampfhandlungen an die Vorbedingung gekoüyft worden eschsdeutschem Gebiet verbleiven dürften. reußischen Regierung, wie „Wolffs Telegrophenbüro“ meldet,
vorqe stein nachstehende Antwort des Obersten Polnischen
Volkorats zugenangen:
Aus allgemeinen Menschlichfeitsrücksichten haben wir Ihren Repressalien, Einstellung von Luft.
Einstellung von Geiselpolittt, no Gasgi tangriffen und schließlich zwecs Vermeidens unnützen Blutvergießens Einstellung von Kampfhandlungen vorgeschlagen
aben glechzeitig niemals den Standpunkt verlassen, daß wir Ent⸗ Unsere Be⸗
cheidungen des Friedet skongresses nicht vo greifen wollen. wegung war elementaxrer Protest des Volkes gegen jah zehntelange
Unterdrückung, gegen Nichlaufhebung von Ausnahmevorsch iften und
Nichtabberufung von hatalistuchen Beamfen, gegen Greu! demoralisierter Grenzschutzbanden. Während unserer Beräner Verhandlung bewiesen
Sie volle Geneigtheit zum Abschluß von Waffenstillstand und weiterer
Vervandlungen. Entgegen getroffenen Vereinbarungen machen Sie Abschluß von Waffenruhe abhängig von Aurlösung unserer be⸗ waffneten Formationen. Wir lebnen diese For erung kategorisch ab. Unsere Formationen sind ein Schutz unserer Heimat gegen disziplin⸗ losen Grenz⸗ und Hetmatschutz und eventnelle Kampftruppen gegen rusischen Bolschem ismus. Weisen Ihnen alle Vetantworklichkeit für ferneres Blutvergießen zu zur Verteidigung von Weib und Kind, Haus und Herd auf.
Oberster Polnischer Vorksrat. 88
Korfanty. Poszwinski.
Hierzu beme k dae oben zitierte Telegrophenbüro: “““
Diese Antwort ist ein K binettstück polnischer Entstellungskunfst. Mit Worten beseuern die Polen immer wieder, den Entscheidungen des Friedenskongresses nicht vorgreifen zu wollen. ihre plar mäßige Entfesselung und Durchführung des Aufruhrs stehen im schroffsten Gegensatz zu diesen Worten. Die pr hiichs Regierung at mit ihrer Forderung nur das verlangt, was na
echtalage ihre selbstverstänel che Pflicht war. Was die Polen
zu Verhandlungen nach Bertin trieb, waren weniger Rücksichten
der Menscheichkeit als vielmehr bittere wirtschaftliche Not. Sollten die polnischen Gewalthaber um ihre Macht zittern und es deshalb nicht wagen, den von preußischer Seite stelung des Blutvergießens zu betreten?
—
Wer ohne Genehmigung des örtlich zuständigen General⸗ kommandos die Grenze des vom Aufstand betroffenen Teiles der Prooinz Posen zu überschreiten versucht, sett sich nach einer amtl chen, burch „Wolffs Telegraphen⸗ büro“ verbreiteten Milteilung
befördert oder in ein Sammellager verbracht zu werden. 8 1
dem „Wolffschen
Die Oberste EEö meldet, Tele rophenbüro“ zufolge unter dem 8. Februar über die Lage im Osten:
A.⸗O.⸗K. Nord: Keine besonderen Ereianisse. Kowel wurde von uns geräumt. Polen und Ukrainer kämpfen jetzt um seinen Besitz.
A⸗O.⸗K. Süd: Starke polnische Angriffe in Gegend von Rawitsch. Anfangserfoige der Polen wurden durch einen deutschen Gegenangriff ausgeglichen, der uns wieder in den Besitz sämtlicher beim Angriff verlorener Ortschaften brachte. Im Netzeabschnitt ist es uns gelungen, die Ortschaften Kolmar und Margonin, südöstlich Schneldemuhl, zu besetzen. Dagegen schlug ein eigener Vorstoß zur Pesivnahme des Dorfes Exin fehl. Schubin, südwestlich Bromberg, wurde von uns infolge des polnischen Druckes geräumt. Eine weitere amtliche Meldung besagt:
Vor überlegenen polnischen Kräften zogen sic unsere Truppen aus Grüntal zurück. Ein polnischer Angriff auf Murowanitz hatte vorübergehend Erfolg, wurde aber durch einen Gegenstoß einer Kom⸗ pannte des Grenzschutzbataillons 3 abgewfesen und der Gegner bis Bislawy zmückgeworfen. Eine polnische Seitendeckung, die in Stärke von 30 Mann bei Ruden über den Kanal u stoßen versuchte, wurde durch Maschi hrfeuer unter Verlusten zurückgedrängt.
In Kiel sind die beiden Führer des roten Soldaten⸗ bundes, Blume und Wallach, wie „Woiffs Telegraphenbüro“ meldet, am Freitag verhaftet worden. Der über die Stadt verhängte Belagerungszustand ist nach einem Telegamm des Gouverneurs Garbe an die Reichsregierung vorgestern aufgeboben und der Gensvalstreik beendet warden. Kiel ist vollkommen ruhig.
.
Als besetztes Gebiet
Auch sind in diesen Gebieten
Häute und Felle erlassenen Be⸗ soweit sie nicht durch besc dere
Ei sicht der beieisiaten Kreise muß in dieser Zeit
bestehenden
daß keine bewafsneten Formationen auf Hierauf ist der
und rufen gesamte männliche Bevölkerung
Ihre Taten,
der klaren
gewiesenen Weg zur Ein⸗ 8 .
der Gefahr aus, an der mili⸗ tärischen 1X“X“ festgehalten und zwangsweise zurück⸗
Heerauf wurde einstimmig eine Entschließung
1 8
1
6
Bremen.
. der Nacht zum Sonnabend “
Pöbelhaufen in die im Bürgerpark gelegenen Villen ein und raubten und plünderten. Zwischen hinzugekommenen Re⸗ aierungstruppen und den Banden ent pann sich eine heftige Schießerei. Der Tag ist jedoch ruhig verlaufen. Wie „Bösmanns Telegraphenbüro“ von zuständiger Seite mitge⸗ teilt wird, haben die Arbeiter der Hansa⸗Llondwerke, Lloyd⸗Dynamowerke und der Waggonfabrit in einer vorgestern stattgesundenen Versammlung besch ossen, die Arbeit Montag wieder aufzunehmen.
Die Besetzung Bremerhavens ist kampflos in der Nacht vom 8. zum 9 Februar durch die zweite Landes⸗ schützenbrigade (Majoc Slobbe) durchgeführt worden. Widerstand wurde an keiner Stelle geleistet. Von den Augehörigen der Minensuchbootflottille wurden eiwa 80 Mann festgeetzt. Der Führer des Soldatenrats Armgart ist festgenommen. Derselben Quelle zufolge wurde auch der Bahnhof von Geestemü de um Mitternacht ohne Widerstand besetzt. Um 7 Uhr früh rückten die Truppen ein. Mit ihnen zusammen arbeitete de 3. Matrosenartillerie und sperrte die Stadt gegen Norden ab. Von Bremen aus war das Minensuchboot „M 120“ abnefuhren. Die Marinebrigade legte sich vor die große Kanalschleuse, um ein Abfahren der dort liegenden Minensucher zu verhindern. Es wurden von letzteren etwa 100 Mannschaften festgesetzt, später aber wieder entlassen. Es herrscht vollständige Ruhe.
3 ö“ “
Oesterreich und Ungarn.
Als Antwort auf die wiederho ten Proteste des deutsch⸗ österreichischen Staatsamts für Aeußeres gegen die mili⸗ tärische Besetzung deutscher Gebiete durch die Tschechoslowaken und Jugofloven liegt nunmehr außer den bereite in der Tageep esse veröffentlichten Erklärungen der franzoösischen und englischen Regierung auch/ eine Mit⸗ Feuge des italienischen Auswärtigen Amts vor. Dem „Wiener Korgespondenzbüro“ zufolge nimmt nach dieser
Etlärung auch Italien in klarer, unzweideultiger Weise den Standpunkt ein, daß die Fragen der Grenpy regelung nur vom Friedenskongresse geregelt werden können. Auch aus dieser Erklärung kann somit Deutsch⸗Oesterreich die Hoffnung schöofen, daß die milttärisch besetzten Gebiete Deutsch⸗ Oesierreiche nicht endgült’g von einer srem den Stoatsgewalt unterjocht sind, sondern daß dem Willen der Völker durch den Spruch des Friedeuskongresses Gerechtigkeit wider⸗ fahren wird.
— Die bürgerliche demokratische Partei Wien veranstaltete gestern Vormittag in den Konzerthaussälen mit der Togesordnung: „Die Zukunft Deutsch⸗Oesterreiche“ eine Massenversammlung, die sich zu einer einmütigen Kund⸗ gebung für den Zusammenschluß mit Deutschland ge⸗ staltete. Wie „Worffs Telegraphenbüro“ berichtet war den Ausführungen der Sprecher, die sämtlich Kandidaten fůr die Nationalversammlung sind, der Grundgedanke ge⸗ meinsam, daß die groß eutsche IJdbee Gemeingut des deutschen Volkes in Oeßerreich geworden sei Ferner versammelte sich auch om Vormittag vor dem Rathaus bie deutsch⸗pationale Studentenschaft W ens zu eiver Kundgehung für den Anschluß Deutsch⸗Oesterreichs an Deutsch⸗ land. Die Rehyer feienen die bö deutsame Sch cksasstunde in der am 6 e in Weimar der Gedanke Gestalt gewonnen habe, aß Deutsch Oesterreich mit dem deutschen Mutterlande auf immermwährende Zeit vereinigt werden solle Die Ver⸗ sommlong schwur dem neuen deutschen Vaterlande, in das die alte Ostmark alte deutsche Kultur, deutsche Wissenschaft und Kunst müutvringe, treue Kinder zu sein.
Eine von vielen deutschen in Wien ansässigen Hochschul⸗ lehrern, Künstlern, Schrifistellern und Industriellen aus den Sudetenländern unterzeichnete Kundagebung vermahrt sich feierlichst vor der ganzen gesitieten Welt gegen die Herrsch⸗ sucht und Beutegier der ischechischen Regierung, die unter Berufung auf angebliche Zusagen ihrer Verbündeten mit der Gehärde des Sieners friedliches deutsches Gebiet besetzte und dessen dauernde Unterwerfung heischt. Es heißt in der Kundoebung obviger Quelle zufo’ge:
Der geschichtliche Titel, worauf sie sich dabei beruft, besteht nicht zu Recht. Die Deutschen bemaͤchligten sich nicht erst als späte Eindringlinge alter ausgebauter Sitze tschechischen Volkstums. Seit Jahrhunderten sind sie im Lande bodenstäͤndig. Sie waren es auch. die die Großindustrie der Sudetenländer begründeten, und sie sind es noch, die den Weltruf dieser Industrie aufrecht erhalten. Es ist ureigenes deutsches Kulturland, auf das die ischechische Regierung gegen alles Recht und alle Billigkeit Anspruch erhebt. Wir fordern hiermit für 3 ⅛ Millio⸗ en Deutsche in Böhmen, Mähren und Schlesien das Recht, ihre Regierung im geschlossenen deutschen Siedelungsgebiete selbst zu bestimmen. Es wäre verbängnis⸗ voll, das Friedenswerk damit einzuleiten, daß im Herzen Europas ein neuer Kriegsherd geschaffen wird.
In einer von mehreren tausend Personen besuchten Voltskundgebung für die Freiheit Deutschböhmens und des Sudetenlandes und für den Anschluß Deutsch⸗Oesterreichs an das Deutsche Reich in Graz widerlegte der Staatssekretär für das Heerwesen die Behauptung der Tschechen, daß sie von den Deutschen bedrückt werden. Ganz Deutich Böhmen sei einig in dem Gedanken, daß auch den Deutschen Selbstbestimmung zugebilligt werden müsse. Nach⸗ dem das deutsche Volk im Kriege nicht geschlogen, sondern nur zermürbt und ausgehungert worden sei, müsse mit ihm anders
verfahren werden als mit einem im Waff’ngang geschlagenen
Gegner. Namens der deutsch⸗nationalen Volkspartei der
deutichen Nationalversammlung feierte der Generalsekretär Geiser
(Berlin) die aus dem Zusammenbruch emporgewachsene Einigkeit des deutschen Volkes der beiden Repuhliken sowie ihre mit Geist und Herz bereits erfolgte Vereinigung. an⸗ genommen, wonach die Versammelten die Trennung der Deutschen nie dulden und sich für die dauernde Vereinigung des deutschen Volkes von Deutsch⸗Zöhmen, Mähren und Schlesien mit den deutschen Alperländern einsetzen werden; das Endziel aller Bestrebungen könne nur in dem rest osen An⸗ schluß an Deutschland gefunden werden. Schließlich wurde die Gründung eines Hilfevereins für Deutsch⸗Röhmen und Sudeten⸗
land in Graz beschlossen — Ein am Freitag der tschecho⸗slowakischen National⸗ versammlung vorgelogter Neaierungsentwurf, betreffend Unter⸗ W tslosen, besact dem Kar endeonzbär
zufolge
1
für die Zulassung der Frauen aus.
Alle Staatsbürger sind verpflichtet, nach ihren Körverkräften oder geistigen Fäbigkeiten zu arbeiten. Jeder Arbeilslose ist verpflichtet, die ibm von der öffentlichen Verwallung angebotene Beschaäfligurg anzu ehmen.
— Der ungarische Ministerrat hat ein Volksgesetz über den Schutz der republikonischen Staais form angenommen. Schwere Zuchthausstrafen werden für die Auf⸗ reizung gegen die Republik und für den Versuch, sie gewaltsam zu beseitigen, festgesetzt. Ueber Handlungen dieser Art urteilt für das ganze Land aueschließlich das Budopester Straf⸗ gericht Außer Zuchthausstrafen ist auch Vermögensentziehung vorgesehen.
— Poraestern sand die konostituierende Sitzung des Senats für Arbeitemesen, der auch der Ministerp äsident Berinkey und die Mitglieder der Regierung beiwohnten, statt. Der Präsident der ungarischen Volksrepublik Graf Karolyi sagte, laut Bericht des „Wolffschen Telegraphen⸗ büros“, u. a:
„Sewohl in Bern als in Paris wunde jetzt die Frage der Ver⸗ antwortlichkeit für den Krieg aufgeworfen. Diese Frage muß ge⸗ klärt werden. Obgleich der Krieg bereits sei Ende erreicht hat, jrö en die Rumänen unter Anwendung mittelalterlicher Grausam⸗ keiten ihrem Haß gegen unschuldige Menschen in den besetzten Gebieten Siebenbürgens. Greise und Frauen werden mit Stockschlägen gezüchtigt. Die Rumänen schneiden gefangenen Ungarn Arme und Füße ab und Fen die blutigen Stümpfe Salz. Das ungarische Volk erhebt gegen diese Barbareien seiner ehemaligen Feinde bei der öffentlichen Meinung des zivilisierten Westens Einspruch und bittet um Schutz. Für den Krieg selbst können die Völker nicht verantworklich gemacht werden, denn sie wurden oft mit Knuten und Maschinengewehren gegen ihre Mitmenschen getrieben. Graf Karolpi sprach sodann über seine bekannte ablehnende Stellung zum Kriege und zum deutschen Bündnis sowie über seine Anhängerschaft für die Grund⸗ sätze Wilsons. Nur ein soscher Friede werde ein dauernder sein, der auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechts und der Verständigung der Völker sich aufbaue. „Deshalb“, sagte Karolpi, „wire Wilson dauernd die größte historische Gestalt dieser Epoche sein. Denn er war der erste Seismograph jenes Erdbebens welches die alte Weltordnung in Trümmer schlägt, um eine nene an idrer Stelle aufzubauen. Dieser neue Geist wird nicht nur die Schüpen⸗ gräben für ewige Zeiten beseitigen, er will (uch die Zollschranken aufheben. Vergebens suchte man gegen diese großen Irdeen Stimmung z0 machen indem man sagte, daß sie das Aufhören des VBegriffes Vaterland bedeuten. Denn diese große Umgestaltung erfolgte gerade im Inieresse des häuslichen Herdes. In unserem Vaterlande kann jeder nur eines wollen: neben wirtschaftlichen Unterpfändern für das Heil und die Existenzmöglichkeit, daß alle Bürger des Lundesz nach eigenen Gebräuchen und eigenem Willen in gemeinsamer Arbeit eine gemeinsame Familie bilden. Ich vertraue auf den Sieg der pazifistschen Lehre Wilsons und glaube nicht daß der große Präͤsivent Amerikas gestatten wird, an Stelle des Friedens Straferpeditionen
gegen unschuldige Völker zu unternehmen, und daß an Ste e des
alten Imperialismus, welcher sein Ende gefunden bat, ein neue Impverialismus enistehe und wieder den Frieden der Welt Ledrohe. Ich vertraue auf einen demokratischen wahrhaft dauernden und nicht blo
etnen Waffenstillstand bedeutenden Verständigungsfrieden auch desbalb. weil Amerska und Präsident Wilson hierin starke Stützen finden in den wahrhaft demokrattichen 151 und Staatsmännern Ita iens, Englands und Frankreichs. Es ist nicht möglich, halb Eutopn durch einen demütigenden Eroberungsfrieden zu erbittern. Ich vertraue alss darauf, daß nicht nur die Größmächte die Notwendigkeit eines dauer⸗ haften Friedens begreifen werden, und daß ein bauerda ter Friede nur auf der Grundlage der Welsonschen Prinz pien möglich ist Karolyi verwies auf seine paztfistische Werbelätigkeit vor dem Krieg und fuhr fort: „Auch während des Krieges habe ich B
rührung mit IZtalien gesucht und gefunden. Ich trachtete mit Vermilt ung des italieniscen Ministers des Neußern Sonnin⸗ und einigen italienischen Politikern ein Band zwischen Ungarn und Italien zu schaffen, und ich kann jagen, es lag nicht an Sonnino, noch weniger an mir, daß dies icht gelungen ist, sondern an der unfähigen österreichischen Diplomatie.“ Auch schaftlichen Interessen Serbiens und die Selbständigkeit Polens habe er stets gekämpft. Was Deutsch⸗Oesterreich anlange, hoffe er, daß jetzt, da auch dort an Stelle des alten Regimes die Volks⸗ berrschaft getreten sei, die EEE“ Bitternisse aufhören wuüͤrden und zwischen den gleichberechtigten Staaten ein von jedem Hintergedanken freies warmes Nachbar⸗ verhältnits sich entwickeln werde. Präsident Karolvi schloß: „Das neue Ungarn wird durch Arbeit geschaffen werden, schöpferische Arbeit. Nicht Granaten werden wir fortab den Menschen in die Hand gehen, sondern Spaten, Pflug und Hammer. Dulch
7
Arbeit wird Ungarn zu neuer Gesittung gelangen zur Moral der gestalten wird, den Anschluß
demokratischen Arbeit, die uns würdig an die großen Weststaaten zu vollziehen. 8
Großbritannien und Irland.
Der Premserminister Lloyd George ist vorgestern mit den anderen britischen Delegierten der interalllierten Konferen; aus Paris wieder in London eingetroffen. “ 8* 8 1 8
Frankreich. u“
Nach einer Havasmeldung trat der oberste Kriegsrat am Freitag⸗ und Sonnabendnachmittag zu Sitzungen zu⸗ sammen und prüfte die Bedingungen fuüͤr die Erneuerung des Waffenstillstandes. Die nächste Sitzung wird heute nachmittag stattfiaden.
Die Völkerbundkommission hielt am Sonnabend⸗ vormittag im Hotel Grillon eine Sitzung ab, in der sich die
Ses.
Peich Einmütigkeit zeigte wie in den vorhergegangenen
itzungen. Bei Schluß der Zusammenkunft war fast die ganze Arbeit der ersten Lesung des Entwurfs erledigt. Es müssen nur noch einige Artikel geprüft werden. Eine gewisse Anzahl von Fragen wurde zur genaueren Fossung einem Redaktionsausschuß überwiesen. Einige einsit⸗ weilen angenommene Punkte werden erneut erörtent werden, bevor die Kommission der Konferenz Bericht erstattet. Die Kommission wird ihre nächste Sitzung heute vormittag abhalten. Am Sonntagnachmittag wiro der Redaktionsaus⸗ schuß zusammentreten, um den Bericht vorzubereiten, der in der nächsten Faisehn der Kommission vorgelegt werden soll. Dieser Ausschuß seht sich zusammen aus Huysmans, Léon Bourgeols, Lord Robert Cecil und Weniselos.
Die Kommission für internationale Arbeiter⸗ gesetzgebung setzte die Prüfung des Ent vurfes, der eine dauernde internationale Konferenz für Arbeitergesetzgebung vor⸗ fieht, fort, und befaßte sich eingehend mit den Beuimmungen über die Zahl der Regterungsvertreier bei den Arbeitgeber⸗ und Arhestoehmerorgatthattonen Der Aussch 32 sprach sich
Luxemburg.
Die Kammer hat einer Havasmeldung zufolge den Gesetzentwurf angenommen, durch bden Frauen das Stimm⸗ recht für die Wahlen zuerkannt wird. Altersgrenze 21 Jahre,
lbarkeit von 25 Jahren ab.
8 8
Jetzt, da
hahbe
mit schwäche. mässe ein
sür die wirt⸗
durch
Fhese.v Der nisterpräfident Nomanones hat
dem portu⸗ giefischen Geschäftsteäger in Madrid elner „Havasmeldung“ sasolg⸗ erklärt, daß die spanssche Regierung nur die per⸗ saeß sgemösige republekanische Regierung in Lissabon anerkenne.
Die republikanischen Streitkräfte setzten nach einer Havas⸗ meldung ihre Konzentration rund um Oporto fort und werden die Stadt angreifen, falls die Aufständischen nicht vorher kapitulieren. Im Lanzen Lande herrscht Ruhe. 1
Schweiz. 82
Ueber den weiteren Verlauf der Verhandlungen der inter⸗ nationalen Sozialistenkonferenz in Bern be⸗ richtet „W. T. B.“:
In Fortsetzung der Aussprache über die territorialen Fraßen gab am Sonnabend Ramsay Mardonald (Eng⸗ land) namens der britischen Delegation eine Erklärung ab zu den
ragen, die England derühren: inbetreff der Nationalitätenfragen Irland, Aegypten), der Kolonien, die sich noch nicht selbst verwalten können, und der Besetzung strategisch wichtiger Punkte durch Eng⸗ land, Die englische Arbeiterpartei habe steis für Homerule ge⸗ kämpft. Das Streben nach Selbstverwaltung in Indien babe bdie englische Arbeiterpariei immer gefördert. Von Aegyyten gelte das⸗ selbe wie von Indien. In der Kolonialfrage stehe die englische Delegation auf demselben Standpunkt wie die interalliierte Spzialistenkonsferenz vom Februar 1918, die sich dafür aus⸗ gesprochen habe, daß auf jeden Fall in allen Kolonien wirtschaft⸗ liche Gleichberechtigung zu gelten hbabe. Bei den für Enaland strategisch wichtigen Punkten sprach der Redner nur von Cypern, das ebenfalls Selbstverwaltung erholten müsse, nachdem es 48 überdies als nicht wertvoll für England erwiesen habe. m übrigen hätte der Grundsatz der allaemeinen Entschließung der Kon⸗ ferenz über territoriale Fragen entsprechend Anwendung zu finden. Wuolijek (Finnland) begründete eine Entschließung, die Selb⸗ ständtakeit Finnlands verlangt und Finnland das Besitzrecht an der Murmanküste nach vorheriger Volksabstimmung zugestebt. Ueber die Zukunft der Aalands⸗Inseln solle ebenfalls eine Volksabstimmung entscheiden, doch solle diese, um möglichen nationalistischen Be⸗ einflussungen vorzubeugen, erst nach mehreren Jahren erfolgen. Ratbal Shannon Irland) verlangte die Lösung der irischen Frage auf Grund des Selbsthestimmungsrechts. Müller (Deutschland) erflärte gegenüber dem Vorwurf daß die deutschen Kolonien immer schlecht verwaltet seien, daß die deutsche Sozialdemokratie immer gegen Mißstände in der Verwaltung der Kolonien und besonders auch gegen schlechte Behandlung der Eingeborenen Einspruch erboben habe. das alte Regime gestürzt sei, müsse die deutsche Republik die Kolonien zurückerhalten, damit sie wirt⸗ schaftlich erstarken könne. Mistral (Frankreich) erklärte, daß niemand auf dem Kongreß das völlige Verschwinden der Türkei ver⸗ Pe und daß auch die englischen Genossen die Irländer in ihrem Bestreben nach Unabhängigkeit unterstützten. Sie unterstützten auch die Selbstverwaltungsbestrebungen in Indien und Aegypten. Somit niemand Grund zur Klage. Die Volksabstimmung werde auch in allen Ländern der ehemaligen Habsburgischen Monarchie statt⸗ finden müssen. — —
In der Nachmittagssitzung brachte im Auftrage der Kommission Henderson eine Intschließung über internationale Irdei enhn hehge,n ein, in der es an den wichtigsten Stellen heißt daß die kapitaliftische Ksasse durch Ausbeutung der Lohnarbeiter ihr Einkommen erböhe und die Kraft der Arbeiter da⸗ Dieses Strehen des Kapitalismus könne durch Auf⸗ hebung der kavitalistischen e. verhindert werden. Jeen
Ausgleich der Unterschiede des nationalen Arbeiter⸗ schußzes durch ein internationases Gesetz gegeben werden. Der jinternationale Sozialistenkongreß verlange, daß die Gefellschaeft der Nastonen die chaffung Durch⸗ führung eines internationalen Arbeiterschutzes zu Auf⸗ g3b⸗ mache. Der Kongreß fordere u. a.: 1) Kindern unter 5 Jabren ist jede Grwerbstätigkeit zu verbieten. 2) Jugendliche
E7 A F
“
und ihrer
im Alter von 15 bis 18 Jahren dürfen nicht länger als 6 Stunden
beschäftigt werden. 3) Die Arbeitszeit der Arbeiterinnen darf am Gonnabend 4 Stunden nicht überschreiten. Beschäftigung von Arbeite⸗ rinnen während der Nacht ist verboten. Einführung der Mutterschafts⸗ versicherung ist mit einer Mindestentschädigung in Höhe des gesetz⸗ lichen Krankengeldes in allen Staaten 2. ¹ icht zu machen. Fuͤr gleiche Arbeinszeit ist Frauen der gleiche Fohn wie Männern zu gewähren. 3, Die Arbertszeit darf fuür Arbeiter 8 Stunden täglich oder 48 S unden wöchentlich nicht berschreiten. Nachtarbeit zwischen 8 Uhr Abends und 6 Uhr früh ist gesetzlich verboten für alle Be⸗ triebe, die nitt ihrer Art nach oder aus technischen Gründen auf Nachtarbeit angewiesen sind. Der freie Sonnabendnachmittag ist in allen Ländern anzustreben 5) Den Arbeitern ist allgemein wöchentlich eine zusammenhängende Ruhepause von mindestens 36 Stunden zu ewährleisten. 6) Zum Schutze der Gesundbeit und zur Verhütung von nfällen ist die Arbeitsdauer in gesundheitsschädlichen Betrieben je nach dem Grade der Gefahr auf weniger als 8 Stunden festzusetzen.
7) Alle Gesetze und Regelungen auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes
sind siungemaͤß auf die Heimarbeitsrindustrie anzuwenden. Den Ar⸗
itern sst in allen Ländern ein freies Koalitionsrecht zu gewähren. 3) Gesetze und Verordnungen (Gesindeordnung, Koalitionsverbot), welche einzelne Arbeitergruppen in eine Ausnahmestellung gegenüber anderen bringen oder ihnen das Recht der Koalition und die Vertretung ihrer wirtschaftlichen Interessen usw. und das Mitbestimmungsrecht bei der Festsetzung der Lobne und Arbeitsbedin ungen vorenthalten, find un⸗ Rlasfg und zu beseitigen. 9) Es ist eine Vexrordnung zur Be⸗
ämpfung der Polgen von Arbeitslosigkeit zu schaffen. Die Arbeiter
ind von Staats wegen gegen Berufsunfälle zu versichern. Der Erlaß von Auswanderungsverboten ist unzulässig, der Erlaß allgemeiner
Linwanderungsverbote ebenso.
In der gestrigen Sitzung erstattete Mistral uüͤber die aus der Kommission für territoriale Fragen hervorgegangene Endentschließung Bericht, die nur die allgemeinen Grundsätze über die Regelung territorialer Fragen feststellt und von der Behandlung bestimmter Einzelfragen absieht. Gru 88 (Elsaß) bat die deutschen Mehr⸗ beitsdelegierten um Aufklärung über die von dem Präsidenten der Nationalversammlung in Weimar Dr. David abgegebene Erklärung: „Elsaß⸗Lothringen ist für das Leben Deutschlands notwendig, und wir werden nicht aufhören, für Elsaß⸗Lothringen das Recht der Selbstbestimmung zu fordern.“ (Trvelsta⸗Holland ruft: Das ist
och selbstverständlich. Große Unruhe.) Die E klärung Dr. Davids oͤnne bedeuten, Elsaß Lothringen solle sein Seibstbestimmun grecht aben im Rahmen Deutschlands. Diese Aaefegng widerspreche der SF iena der deutichen Mehrheitsdelegierten in der Berner onferen), gus der man den Schluß seben müsse, daß die elsaß⸗lothringische Frage im moralischen Sinne gelöst fei, selbst wenn die Bschirtmenh noch nicht vollzogen sei, und daß die elsaß⸗elothringische Frage au dem Rahmen der internationalen Konflikte endgüllig ausgeschaltet werden solle. Müller (Deutschland) erklärte, er könne nicht fest⸗ stellen, was Dr. David woͤrtsich gesagt hat, verwies aber darauf, daß dle Ferperugs elsässischer Polittker nach Zulassung zur National⸗ versammlung in Weimar bereits zweimal abgelehnt worden sei, und daß nach seiner persönlichen Meinung diesem Verlangen unter keinen Umständen Rechnung getragen werden kö of rr. David habe nach dem ihm vorliegenden Bericht erklärt, Essaß⸗Lothringen geböre bis zur Stunde noch zum Deutschen Reich, womit er nur habe sagen Pellen, daß das Land heute bloß 44 faoto durch dis Gewalt der Pasffen in Frankezich gefallen set, daß nber die endsültige Ent⸗ ung erst bet der Friedenskonfecenz falle. Das von Dr. Dahih vSr 1 de deemn sür esa othencen liegs pelitischen Interesse der deutschen und der franzbsschen Geztalisten,
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weil nur dadurch eine deutsche
tönne, wie sie in Frankreich von 1871 bis 1914 geherrscht habe. Renaudel lentte die Aufmerksamkeit auf die deukschen Kolrnken. Das deut che Polk habe sein Kolonialreich nöng, und infolgedessen 9, nach dieser Richtung agf die Parizer Konserenz Eifluß aus⸗ t werden. 8* .
Nachdem hierauf alle Fgsatanträge zu der Entschließung über die territorialen Fragen zuröckgezogen worden waren, wurde diese einstimmig angenommen. Alge übrigen Anträge wurden zur Weiter⸗ Kommisfion der Konserenz überwiesen. Wels (Deutschland) erbat die Unterstützung des Kongresses für die schleunige Rückkehr der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich. Der Gedanke moderner Sklaverei müsse in den Kreisen der Arbeiter aller Länder Erbitterung und Erregung hervorrufen. Eizner (Deutschland) brachte eine von ihm und Renaubel unterzeichnete Ent⸗ schließung zur Kriegsgefangenenfrage ein, die Verbesserung der Lage in den Lagern und sofortigen Heimtransport der kranken und ver⸗ wundeten Gefangenen fordert und sich gegen den Zwang der Kriegk⸗ arbeit wendet.
— MUeber die meiteren Perhandlungen des inter⸗ nationalen Gewerkschaftskongresses in Bern berichtet die „Sahweizerische Depeschenagentur“: 8
In der vorgestrigen Sitzung wurde mit der Begründung der aus drei Teilen bestebenden Vorlage der Kommission für internationale Arbeiterschutzgesetzgebung hegonnen. Joubhaux vperlangte die Auf⸗ nahme der Förderungen des Kongresses in den Friedensvertrag. Sodann verlas er die von der Kommission einstimmig beschlossene Pro⸗ klamation an die zbeiter aller Länder „Die in Bern am 3. Februar und den tolgenden Taen vereinigte Gewerkschafts⸗Internationale stellt folgende Grundsätze auf: Das neue Gesetz hofft, die Arbeit von ihrem sozialen und rechtlichen Mangel zu befreien, um der Arbeiterwelt ihre Rechte auf Leben Und Gnrtetih zu geben. Die Nationen bedürfen aller Arbeiter, um sich wieder aufzubauen und werden viel aufwenden, um die Arbeit würdiger und fruchtbarer zu gestalten. Der Wohlstand ist von der Tendenz der Beteiligung, die einem allgemeinen Zwecke dient, und nicht von derjenigen, die der e egoistischer Interessen dient, wie sie der Gesellschaft Gewohnheit ist, abhängig. Die Gewerkschafts⸗Internationale erklärt, daß die menschliche Arbeit nicht eine Wafe sein soll, sondern daß sie die edelste Funktion der modernen Gesellschaft ist. In dieser Erwägung erstreben die Arbeiter die Beseitigung der Lohnarbeit, ebenso die Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, jenes Ueber⸗ restes einer Auffassung, die durch die Entwicklung der Menschheit überholt ist. Ferner soll die Leitung und Verteilung der Produktion in die 8* der produktiven Massen gelegt werden. Gegenwärtig ist die Arbeiterklasse dafür, daß die Kulturmenschheit eine rattonelle Verteilung der Produktion bestimmt, indem die ee und die Leistungsfähigkeit der menschlichen Arbeit in Uebereinstimmung ge⸗ bracht werden. Sie fordert die Beseitigung der Mißverhältnisse, welche die kapitalistische und politische Herrschaft aus der Vorkriegszeit sast durchweg bestehen ließ. Mit einem Worte: sie verlangt die nationale und internationale Organisation der Arbeit, die eine auf Grund methodischer Prozedur durchgeführte Bewertung der individuellen Leistung in der für die gemeinsamen Bedürfnisse der Mensch⸗ heit erforderlichen⸗Verwendung gestartet. Durch die Erfahrungen des Krieges und anderer andauernder Leiden gewitzigt und angesichts der S8 den Krieg verursachten Zerstörungen muß sich die Arbeiterschaft sagen, daß sie sich ein Mindestmaß von Garantien moralischer und materieller Ordnung sichern muß. Die inter⸗ nationale Gewerkschaftstonferenz erklärt, daß das Bestreben, soniale Reformen zu verwirklichen nicht bedeutet, daß man ein Ideal aufgeben muß. Im Gegenteil verlanat die gegen⸗ wärtige Konferenz Sicherheiten für das Recht auf Frei⸗ ügigkeit, Koalition, Kinder chutz, Arbeiterinnenschutz und Abeiter⸗ bygiene. Die Gewerkschaftskonferenz stellt 28 daß die unter⸗ brochene Wirksomkeit der internationalen Arbeitergesetzgebung nur durch die Schaffung eines internationalen Arbeiteramtes als Bestand⸗ teils der Völkerliga gesichert werden kann. Dieses Amt soll sich auf ein internationales Arbeitsparlament, in welchem Delegierte aller Länder und aller Berufe vertreten sind, stützen. Aus diesem inter⸗ nationalen Parlament sollen nicht nur internationale Kon⸗ jessionen, sondern internationale Gesetze hervorgeben, die vom Augenblick ihrer Annahme ah Rechtskraft haben wie die nationalen Tsgfe. Diese Auffassung der Rolle des inter⸗ nationalen Parlaments bedingt eine internationale Gesetz⸗ gebung, die zum Wohle der Völkerliga geschaffen wird, d. h. eine übernarionale Souveränstät. Diese Neuerung wird den Beginn einer neuen Aera bedeuten, in welcher die Arbeiterklasse aller Länder sich sowohl in ihrer Kraft wie im nationalen Bewußtsein in der Rich⸗ tung des Fortschritts und der Besserstellung für alle entwickeln kann.“ — Hie Versammlung nahm ohne Erörterung die Proklamation ein⸗ stimmig an. 1 8
Janson empfahl in längeren Ausführungen das bereits von der Gewerkschaftskommission genehmigte Programm über die Arbeiterfraggen und betonte, daß die Durchsetzung dieser Forderungen in haris erreicht werden könne, wenn die politische sozialistische Internationale ihnen wirt⸗ same Unterstützung leihe. Mac Gurk (England) erklärte im Namen der Kommission der englischen Delegierten seine Zustimmung zu dem Programm. Ungarischer Arbeitsminister Kunfi hielt die Verwirklichung der Programmforderungen nur insoweit für gesichert, als die politische Internatzonale auch die Macht dazu habe, dieses Programm durchzusetzen. Die Lage der Arbeiterschaft hänge völlig davon ab, wie der in Paris zustande kommende Friede aussehen werde. Kunfi verlangte von den Genossen in den Ententeländern wirksamen Widerspruch gegen die imperialistischen Strömungen in der Pariser Konferenz und scilberte unter Anführung zahlreicher Beispiele die trostlose Lage der Arbeiterschaft in Ungarn infolge der rigorosen Maßnahmen der Ententetruppen.
In einer bis Mitternacht dauernden Nachtsitzung befaßte sich die interngtionale Gewerkschaftskonferenz mit einer von den französischen Delegferten eingebrachten Entschliesung zum Völkerbunde, gegen deren Annahme sich die österreichische und die holländische Delegation wandten mit der Begründung, daß die Gewerkschaften sich nicht mit politischen Fragen zu befassen hätten.
Amerika. Die Kommission des amerikanischen Reprä⸗ sentantenhauses für Auswärtige Angelegenheiten hat der „Daily Mail“ zufolge beschlossen, eine Entschließung einzubringen, in der der Kongreß die Hoffnung ausspricht, daß
die Friedenskonferenz, wenn sie ihr Urteil über die Rechte der
verschiedenen Völker abgebe, auch das Recht Irlands auf Selbstregierung in wohlwollende Erwägung ziehen möge. Es sei ziemlich sicher, daß diese Resolution im Repräsentanten⸗ haus eine überwältigende Mehrheit erhalten und daß der Senat diesem Beispiel folgen werde.
Infolge der außerordentlich siarken Steigerung der Kosten des Pofifuhr⸗ und Paketbestelldienstes hat sich die unabweis⸗ bare Potwendigkeit ergeben, die Gebühren für die Bestellung der Pakets bei allen Pestanstalten zu erhöhen. Pom 15. Fe. bruar ab werhen dahec folgende Gebahren erhaben werhen: Im Qrtsbestellbezirk bei ben Postämtern I. fůr
akeie bis 5 g eisschließlich 20 ₰, für schwerere Pakete 80
Ponauenturen) für Pakete bis 5 kg einschließlich 10 Z, für schwerere Pokete 15 . Im Landbestellbezirk für Pakete bis 2 ½ kg einschließlich 15 . were
(Für die Einsammlung von Pat⸗ten werden erhoben: im Ortsbestellhezirk für sebe Sendung ohne Rücksicht auf das
für schwerere Pakete 30 .
gewicht 19 im Lambbeßellbezüek für Fles bis 2 ½
einschlfeßlich 10 ₰ und fuͤr schwerete 90
Der Postanweisungs⸗, Postauftrags⸗ und Nachnahme⸗
verkehr mit Lugemburg wiro auf Verlangen der luxem⸗ burgischen Postverwaltung bis auf weiteres eingestellt.
folgende Preise nicht überschritten werden:
an das K und Warmwasserbereitungsanlagen in nicht unter 30 Zentnern. überschritten werden:
1. für Briketts: 8
sich, sowett der Kots von dem af den fahrenen Wagen durch den Wagenführer ohne Mitwirkung anderer Arbeiter abgeworfen wird um auf dem Siraßendamm vor geworfen wird, um 15 ₰ je Zentner, bei Selbstabholung durch den Verbraucher um 55 ₰ enhe ab Erzeugungsstelle im Gebiet des Kohlenverbandes frei Wag
75 ₰ je;
derjenig n Abgabestelle, an der — san. 9 Briketts auf Verlangen zur Selbstabholung zur Verfügung zu stellen.
kanntmachung unterliegen der Best machueg des Kohlenverbandes Groß Berlin vom 5. Februar 1919 — J.⸗Nr. I. 2237/19.
Berlin⸗Buchholz, uü Berlin⸗ 8 Berhn⸗Hohenschönhausen
Berlin⸗Overschöneweide, Berlin⸗Pankow,
Berlin⸗Grunewald, Berlin⸗Schmargendorf, Berlin⸗Dahlem (Gutz, 1 arienfel Berlin⸗Friedenau. Berlin⸗Niederschöneweide, Berlin⸗Steglitz, 2* njin.Sehermnis gel Berlin⸗Lichferselde,
en.he gert
Berlin ·
erheblich verwundet wurden.
die Truppen durch gütliches Zureden es nicht
worden waren
114“ Die Kohlenstelle Groß Berlin hat unter dem 6. Fe⸗
bruar 1919 folgende Bekanntmachung über Festsetzung von Koks⸗ und Brikettpreisen in den Landkreisen Teltow und Niederbarnim erlassen: 1
Unter Aufhehung der Bekanntmachung der Kohlenstelle
über Festsetzung von Brikertpreisen für Küchen⸗ und Ofenbrand vom 30. September 1918 und der Bekanntmachung vom 2. Januar 1919 — J⸗Nr. B 1993/19 — des § 4 der Bekanntmachung des Kohlenverhandes Greß Verlin vom 5. Februar 1919 für das Gebiet der Kreise Niederbarnim und Teltow mit Ausnahme der in letztgenannter Bekannt⸗ machung aufgeführsen Orte*) folgendes bestimmt:
wird guf Grund
§ 1. Preise für Küchen⸗ und Ofenbrand: Es dürsen
I. für Wriketts; 8) kei Selbstabholung ab Lager . . . . ℳ 3,0 b) bei Abwerfen auf dem Straßendamm. 1. ℳ: c) bei Abwerfen auf dem Hofe. .. ℳ; d) bei Lieferung frei Erdgeschoß oder Keller ℳ 2. fuür Kokg, Gaskoks, gebrochen: a) bei Selbstabholung ab Lager . . . . 6) hei Lieferung frei Erdgeschoß oder Keller Für die Preisstellung jst maßgebend der Sitz
ℳ 3,35 se Ztrt., ℳ 5,9 % fe Zkr. der geschafth hen
er⸗
Niederlassung des Kohlenhändlers (nicht der Wohnsitz des
brauchers).
Preise für Brikett und Kokslieferungen eingewerbe sowie für Zentralheizung? Fuhren Es dürfen folgende Preise nicht ℳ 3,05 je Ztr., 3,40 je Itr.,
3,59 ie Zkr.,
§ 2.
a) bei Selbstabholung ab Lager . . . b) bei Abwerfen auf dem Straßendamm ce) bei Abwerfen auf dem Hof. . . . . d) bei Lieferung frei Erdgeschoß oder Keller 2. für Koks:
8) Gaskyoks, grobh . . .
b) Gastoks, gebrochen. . . . . ... c) ve oder Lichtenberger Schmelz⸗
U
d) niederschlesischer Schmelzkoks .. . 5 70 3 6) oberschlesischer Schmelzto's .ℳ 5,30 je Ztr. Die Kokspreise gelien für Lieferungen frei Keller. Sie ermäßigen of des Grundstückes ge⸗
19 ₰ je Zentner, oweit der Koktz dem Grundstuͤck res Verhrauchers ab⸗
je Zentner, bei Lieferung ganzer Waggon · söwie on aller Bahnhöfe im Gebiet des Kohlenberbandes um entner.
Der Kohlenhändler ist verpflichtet, den Verbrauchern an sie in die Kundenliste eingetragen
§ 3.
egen die Bestimmungen dieser Be⸗
§ 4. Zuwiderhandlungen teser estrafung gemäß § 5 der Bekannt⸗
§ 5. Die Preisfestsetzungen der 8§ 1 und 2 finden auf alte
seit dem 1. Februar 1919 ausgeführten Lieferungen der von dieser Betanntmachung betroffenen Brennstoffe Anwendung, im übrigen b8 File Bekanntmachung mit dem Tage ihrer Veröffentlichuͤmng in Kraft. “
*) I. im Gebiet des Kreises Niederbarnim: 8 Berlin⸗Reinickendorf, Berlin⸗Rosenthal. Berlin⸗Stralau, Berlin⸗Tegel, Blin⸗Weißensee, 4 Berlin⸗Wittenau “ Gutsbeztek Schönhoi II, im Gebiet des Kreises Teltow: Bersin⸗Tempelhot, Berlin⸗Mariendorf, Berlin⸗Marienfelde,
einersdorf,
lin⸗Niederschönbausen,
erlin⸗Britz, Berlin⸗Treptow, ankwiß, Grunewald⸗Forst (Gut).
2 Uebertriebene Gerüchte. Gegenüber entstellenden Zeitungsnachrichten über Straßenkämpfe am Sonnabend teilt „W. T. B.“ folgendes mit: Aus Anlaß des Absuchens des Scheunenviertels nach Waffen und entwendetem Heeresgut kam es am Sonnabendnachmittag beim Rückmarsch der Regierunas⸗ truppen in der Weinmeister⸗ undKleinen Hamburger Straße zu gelegentlichen Zusammenstößen, da der dort herumlungernde Moh die abziehenden Truppen beschimpfte, tätlich angriff und sogar mit Steinen bewarf. Die Truppen machten in berechtigter Notwehr von der Waffe Gebrauch, so daß, wie bisher ermittest wurde, zwei der Angreifer getötet und vier un⸗ Der Abmarsch der Truppen vollzog sich sodann obhne jede Störung. Alle übrigen Gerüchte enttehren jeder tatsächlichen Unterlage., Insbesondere legt die Garde⸗
Kavallerle⸗Schützen⸗Division Wert auf die Feststellung,
daß ven der Waffe erst dann Gehrauch gemacht worden ist, nachdem erreichen konnten, da die Menge auseinanderging, und nachdem Offiziere und Mann⸗ schaften veschimpft, mit Steinen und Schmutz beworfen und bespuch
“
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Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs und Zivilgefangenen hat gestern in Perlin im Zirkus Busch und in der Börse zur Bekräftigung seiner Ziele Versammlungen veranstaltet, die durch thren uͤberaus staßken Besuch zeigten. welchen Widerhull der Nuf „Heraus mii unserrn Gefangenen “ in den weitesten Schichten der Bevölkerung Frheden hat. Gleiche Per⸗ ammlungen fanden in allen Teilen Deut clands 8 n den
ter Versammlungen wurde „W. T. B. zufolge na ntschließung gefa 9 1“