mende Last zu übernehmen, wenn auch die übrigen Staaten die auf sie fallende Last tragen würden. Es handele sich um die Erfüllung ines von den leitenden Staatsmännern der Entente ausgesprochenen unsches, der hei der tschecho⸗slowakischen Regierung anscheinend enig Berücksichtigung finde. Dr. Waher behielt sich vor, die amt⸗ liche Stellungnahme seiner Reglerung mitzuteilen. In der Depesche der Alliierten war die Zusicherung ge⸗ geben worden, daß die Maßnahmen zur Sicherung der Zahlung der Märzcoupons der Regelung der Fiedensan ferehg über die Verteilung der österreichisch⸗ungarischen Schulden nicht vor⸗ greifen werde. Der von Deutsch⸗Oesterreich vorgeschlagene Entwurf eines Antworttelegramms, in dem die mißliche wirtschaftliche Lage der neuen österreichischen Staaten dargelegt und ein Appell an die Humanität der Entente gerichtet werden sollte, wurde abgelehnt. In der auf Antrag des Gesandten er ukramnischen Republik abgeschickten Antwortdepesche wird der Empfang des Telegramms der Entente bestätigt und mit⸗ eteilt, daß es an die einzelnen Regierungen weitergeleitet worden sei, die berufen seien, dazu Stellung zu nehmen. — Die deutsch⸗österreichische konstituierende Nationalversammlung hat den Sozialdemokraten Seitz zum Präsidenten und den Christlichsozialen Hauser zum zweiten Präsidenten gewählt; die Wahl des dritten Präsidenien wurde verschoben. Der Staatskanzler Nenner begründete in der Sitzung eine Vorlage über die Staatsform und das Staatengebiet und erklärte, falls es der Pariser Konferenz nicht elinge, eine freie Gemeinschaft gleichberechtigter Völker herzu⸗ stellen, so werde es der proletarischen Internationale gelingen. — In Schlesien und Nordmähren fand anläßlich des Zusammentritts der deutsch⸗österreichischen Nationalversamm⸗ ung und als Einspruch gegen die Verhinderung der Wahlen in Demonstrationsstreik in allen Städten und Gemeinden statt. Arheit und Verkehr ruhten und die Geschäftsläden waren geschlossen. In Troppau kam es zu Ansammlungen, die durch schechische Legionäre brutal auseinandergetrieben wurden. Eine Abends abgehaltene sozialdemokratische Versammlung wurde durch Militär aufgelöst und der Abgeordnete Jokl, der in der Versammlung sprach, verhaftet.
Frankreich.
Die chinesischen Delegierten zur Pariser Konferenz legten in der Sitzung am 4 März den Standpunkt Chinas in einem langen Bericht dar, in dem es der „Agence Havas“ ufolge heißt:
China war zur Wahrung seiner Unabhängigkeit und Unpersehrtheit gezwungen, sich den neuen Verhältnissen durch Aufrechterhaltung er internationalen Garantien anzupassen, die durch Japan, Großbritannien, Frankreich, Rußland und die Vereinigten Staaten gegeben waren. Zu seiner weiteren Entwicklung bedarf China auch der Befreiung von den ihm durch Konzessibnen an Deutsch⸗
and auferlegten Lasten. China erhebt nicht nur gegen die Ansprüche Japans auf das Gebiet von Kiautschou und die damit im Zusammenhang stehenden seinerzeit Deutschland zustehenden Rechte, sondern auch gegen die 21 Bedingungen Einspruch, die Japan über⸗ aschend am 18. Januar 1915 China unterbreitet hat und die China wegen Androhung des Krieges annehmen mußte. China erinnert aran, daß es 1914 und 1915 durch Jopan abgehalten wurde, sich m Kriege zu beteiligen, und daß sich Jeopan zuerst die Zustimmung der Großmächte betr. Schantung und die Pazifischen Inseln sichern vollte. Eine Armee von 100 000 Mann stand in China bereit, um nach Europa abugehen. China sieht in der Gründung des Völker⸗ bundes ein Lebensinteresse für alle Völker. In der Sitzung des Obersten Kriegsrats am 6. d. M. rang der in Paris wieder eingetroffene britische Premier⸗ minister Lloyd George besonders darauf, daß die Alliterten Deutschland gegenüber fest und schnell handeln, und legte dar, aß der Waffenstillstand nicht nur militärische, sondern auch olitische Folgen habe, für die die Leiter der Regierungen ver⸗ ntwortlich seien. Er verlangte weiter eine Verschärfung der on den militärischen Sachverständigen ausgearbeiteten Be⸗ ingungen besonders bezüglich der von Deutschland zu haltenden Truppenbestände. Die Besprechung der mälitärischen Be⸗ ingungen wurde deshalb auf Freitag vertagt. Die maritimen Zedingungen des Waffenstillstandes wurden angenommen, aber ie Frage des Schicksals der deutschen Flotte und ihrer Ver⸗ eilung unter die Alliierten wurde noch verschoben. tzung zeigte das vollkommene Einvernehmen der Alliierten, etreffend die Entwaffnung Deutschlands. 8 .
Rußland. Auf dem allrussischen Sowjettongreß am 25. Februar in Petersburg teilte Trotzki nach einer Meldung der „Times“ nit, daß die Entente⸗Regierungen von ihrem Plan, sich in sußlands Angelegenheiten zu mischen, abgesehen hätten. Da⸗ mit sei der Sieg der Bolschewisten gesichert. Die politischen Manöver der Bolschewisten hätten ihre Feinde in eine schwierige Lage gebracht. Die Feinde müßten jetzt, anstatt Truppen nach Petersburg und Kiew zu schicken, unter der Maske einer ozialistischen Kommission, die auf der Berner Konferenz ernannt ei, Vermittler senden. Der Volkskommissar für den Krieg gab eine Uebersicht über die militärische Lage und agte, die Bolschewisten müßten vier große Ziele erreichen, und war an der Murmanküste und bei Archangelsk vordringen, die Flußmündungen am Schwarzen Meer in Besitz nehmen, die rühere Grenze Ostpreußens erreichen und den Feind aus 8 dem
lral vertreiben. Amerikag. 8 1 Der Präsident Wilson ist am Mittwochmorgen mit dem Dampfer „George Washington“ nach Frankreich abgereist. Am Tage zuvor hielt Wilson in der Metropolitan⸗Oper n New York eine Rede, in der er, dem „Wolffschen Te⸗ legraphenbüro“ zufolge, erklärte, daß untrügliche Beweise aus allen Teilen des Landes ihm die Ueberzeugung beigebracht ätten raß die Vereinigten Staaten für den Völkerbund seien. Der Völkerbund sei keine Streitfrage zwischen Parteien und auf die Dauer werde keine Partei wagen, sich ihm zu widersetzen. Die Opposition des Senats gründe sich auf die „Doktrin acht⸗ gmer Eigenliebe“. Wenn die Vereinigten Staaten dem Völkerbund nicht beiträten, würden sie die verachtetste Nation sein. Der Präsident versicherte, daß die Amerikaner nicht über das Meer gegangen seien, nur um die Deutschen zu schlagen, sondern um zu zeigen, daß die Amerikaner überall hingehen würden, wo die Menschenrechte angegriffen werden.
— Einer Meldung der Radioagentur zufolge hat das amerikanische Repräsentantenhaus mit 216 gegen 41 Stimmen einen Antrag zugunsten des Selbstbestim⸗ nungsrechts Irlands angenommen. 1“
Die
Statistik und Volkswirtschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
Am 5. März fanden in Berxlin unter dem Vorsitz des Reichs⸗ arbeitsministers Bauer Verhandlungen mit den Vertretern der Ausständigen des mitteldeutschen Streitgebietes statt, die, wie „W. T. B.“ berichtet, zu einer völligen Einigung führten. Die anwesenden Arbeitgebervertreter stimmten für ihre Person den getroffenen Vereinbarungen zu und versprachen, in ihren Kreisen für die sofortige Durchführung einzutreten. Der Reichsarbeitsminister verpflichtete sich seinerzeit dazu, durch unmittelbare Ein⸗ wirkung auf die Organisation der Arbeitgeber den Abmachungen allen nötigen Nachdruck zu verleihen. Zu diesem Zweck sollte in den nächsten Tagen eine Besprechung der Regierung mit den Ver⸗ tretern der zuständigen Arbeitgeberorganisation in Weimar statt finden. Die Vertreter der ausständigen Arbeiterschaft verpflichteten sich, für die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit einzutreten.
In Spandau hat am Donnerstag das Freikorps Hülsen von Döberitz aus seinen Einzug gehalten. Alle öffentlichen Ge⸗ bände wurden von dem Korps besetzt. Es kam wieder zu stürmischen Kundgebungen von Tausenden von Arbeitern gegen den Generalausstand. Ueberall wurde beschlossen, daß in den nächsten Tagen geheim über den Ausstand ab⸗ gestimmt werden soll. Alz die Arbeiter in die Fabriken nicht eingelassen wurden, stürmten sie die Eingänge und verschafften sich gewaltsam Zutritt. In Spandau war durch Unterbindung des elektrischen Stromes der Betrieb in den meisten Fabriken stillgelegt. Die spartakistischen Arbeiter des Kreiskraft⸗ werkes terrorisierten durch diese Maßnahme ganz Spandau. Die Zeitungen konnten nicht erscheinen. Sie gaben zum Teil nur kleine Ausgaben heraus, die im Handbetrieb hergestellt wurden. In der Nacht zum Freitag kam es zu Zwischenfällen. In der Havelstraße wurden Regierungstruppen von Spar takisten mit Handgranaten beworfen; die Häuser, von denen aus dies geschah, wurden gesäubert. Zwei Fxrxauen wurden getötet. Um 9 ½ Uhr wurde das Rathaus, wo sich der General von Hülsen mit seinem Stabe aufhält, von der Artilleriewert⸗ statt Süd aus mit Geschütz⸗ und esWwers geseue be⸗ legt. Die Fabrik wurde von Regierungslruppen besetzt. Infolge dieser Vorfalle macht der General von Hülsen bekannt, daß von jetzt ab gegen jede Ansammlung rücksichtslos mit Waffengewalt vorgegangen wird. Die Spandauer Pioniere, die sich als unzuverlässige Truppe in letzter Zeit gezeigt haben, wurden gezwungen, ihre Waffen abzugeben. — Der Ausstand dauert zwar noch an, jedoch machen sich Anzeichen zur Wie deraufnahme der Arbeit bemerkbar; so wurde in der Munitionsfabrik mit 1200 gegen 70 Stinunen die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen. Das Kraftwerk steht vollständig still; Spandau ist ohne elektrisches Licht.
Auf einzelnen Zechen im Ruhrgebiet waren „W. T. B.“ zufolge in den letzten Tagen die Belegschaften wegen Lohnforderungen erneut in den Ausstand getreten. Die Belegschaft der Zeche „Hugo Buer“ fuhrt gestern wieder vollzählig an. Neu in den Ausstand trat die Belegschaft der Zeche „Lothringen“ in Gerthe bei Bochum. Insgesamt belief sich die Zahl der Ausständigen bei der gestrigen Frühschicht auf 12 600 Mann.
Der Bergarbeiterausstand in Oberschlesien hat, wie „W. T. B.“ meldet, gestern weitere Ausdehnung erfahren. Jusgesamt feiern 15 Gruben.
Der Generalausstand in Halle ist, wie „W. T. B.“ erfährt, gestern nachmittag eingestellt worden. Der Zug⸗ verkehr über Erfurt ist seit Donnerstag wieder im Gange. Von morgen ab sollen mehr Züge eingelegt werden. Auch der Straßenbahnverkehr in Halle wird voraussichtlich am Sonnabend wieder beginnen. Es haben Haussuchungen in großem Stil stattgefunden, ganze Häuserblocks wurden umstellt und abgesucht. In der Nacht sind 34 Plün derer verhaftet, einer von ihnen ist erschossen worden. Es fand eine mehrstündige Besprechung zwischen dem General Maerker und den Ausstandsführern der Unabhängigen über die Zurückziehung der Truppen statt. Der Belagerungszustand bleibt zunächst bestehen, wird aber langsam abgebaut werden. Kleinere Formationen der Landesjägerbrigade werden so lange in der Stadt zurückgehalten werden, bis die Hauptmenge der „wilden Waffen“ in ihren Händen ist.
In Erfurt ist, wie „W. T. B.“ bexichtet, nach achttägiger Unterbrechung gestern nachmittag 2 Uhr der Telegraphen⸗ und Telephonverkehr wieder aufgenommen worden, während der übrige Postbetrieb noch ruht. Der Generalausstand der Arbeiterschaft dauert noch unverändert an. Die städtischen Wasser⸗, Gas⸗ und Elektrizitätswerke haben vorgestern mittag ihren Betrieb wieder aufgenommen. Auch die Lebensmittelgeschäfte sind größtenteils wieder geöffnet. Eine Reihe anderer Geschäfte, nament⸗ lich die größeren, sind dagegen noch geschlossen. Die Meldungen aus⸗ wärtiger Blätter über angebliche Unruhen, Brandstiftungen usw. in Erfurt entsprechen nicht den Tatsachen. Es herrscht völlige Ruhe.
Einer von „W. T. B.“ wiedergegebenen „Havas⸗Reutermeldung“ zufolge bedroht ein allgemeiner Ausstand sämtliche Betriebe in Lütti ch. 1 ,
Nach einer von „W. T. B.“ übermittelten Havameldung aus Madrid be chos der Arbeiterverband den Ausstan d. Es kam zu keinem Zwischenfall. In Katalonien breitet sich die Aus⸗ standsbewegung aus. soll der Ausstand am 10. März ausbrechen.
In Salamanca
Literatur.
Entscheidungen des Bundesamts für das Heimatwesen, im Auftrage der Mitglieder bearbeitet und hberausgegeben von P. A. Baath, Geheimem Regierungsrat, Mit⸗ glied des Bundesamts für das Heimatwesen. Band 54, enthaltend die in der Zeit vom 1. Januar bis 31. August 1918 ergangenen wichtigeren Entscheidungen (mit einem die Bände 51—54 um⸗ fassenden alphabetischen Sachregister). VIII und 178 Seiten. Ver⸗ lag von Franz Vahlen, Berlin. Geb. 6,50 ℳ. — Auch diesem Bande hat der Weltkrieg sein Gepräge aufgedrückt. Ver⸗ schiedene Entscheidungen, die in ihm wiedergegeben sind, be⸗ treffen den Unterstützungswohnsitz der Armierungsarbeiter, der Kriegsflüchtlinge, der russischen Landarbeiter und der ausländischen Heeresangehörigen, andere den Charakter der Flüchtlingsunter⸗ stützungen, den der militärischen Schutzhaft, die Ansprüche auf Familienunterstützung, welche die Armenpflege ausschließen, die Unter schiede zwischen Kriegswohlfahrts⸗ die Hilfs⸗ bedürftigkeit der Angebörigen ü(sterreichisch⸗ungarischer Kriegsteil⸗ nehmer, den Charakter eines Zivilgefangenenlagers und den Einfluß
der Kriegsteuerung auf die Sätze des preußischen Tarifs der von den
Armenverbänden zu erstattenden Armenpflegekosten vom 30. November 1910. Im ganzen sind 37 Entscheidungen wiedergegeben, nach der Reihenfolge der Paragraphen des Reichsgesetzes über den Unterstützungswohnsitz geordnet, die hauptsächlich durch sie er⸗ läutert werden. Die Urteilsgründe sind meist ausführlich und nur da, wo es ohne Beeinträchtigung des Verständnisses des gerade im armenrechtlichen Streitverfahren besonders wichtigen Tatbestands des Einzelfalls angängig war, gekürzt mitgeteilt. Ein die Bände 51 bis 54 umfassendes Sachverzeichnis nach der Buchstabenfolge gewährt in Verbindung mit dem im 50. Band enthaltenen Gesamtregister für den 1. bis 50. Band der Entscheidungen einen Ueberblick über die gesamte bundesamtliche Rechtsprechung. Kriegswochenhilfe. Band 3: Kommentar zu der Bekanntmachung des Bundesrats vom 6. Juli 1917 über Wochenhilfe aus. Anlaß des vater⸗ ländischen ilfsdienstes, berausgegeben vom Geheimen Regierungsrat § Krause, Direktor des gemeinsamen Ober⸗
versicherungsamtes zu Gera (Reuß). 128 Seiten. Verlag von
Preis 4 ℳ. — Die Bundebratsbekannt machung 1917 über Wochenhilfe aus Anlaß des vaterländischeu Hilfsdienstes ist die letzte, aber auch per⸗ wickeltste der die Wochenhilfe behandelnden Kriegsverordnungen. Haben die vorausgegangenen Verordnungen Bestaumungen über die Gewährung von Wochenhilse aus Reichsmitteln an Ehefrauen und an Mütter außerebelicher Kinder von Kriegskeilnehmern sowie aus Privatmitteln der Kasse von selbstversicherten Wöchnerinnen getroffen, so ist durch die Verordnung über, Wochenhilfe aus Anlaß des vaterländischen Hilfsdienstes ein Kreis von Bezugs⸗ berechtigten in die Fürsorge einbezogen worden, der zu Kriegsteilnehmern in keinem den Anspruch auf Kriegswochen⸗ hilfe zur Entstehung bringenden Verhältnisse steht. In 56 vorliegenden Schrift bietet der Verfasser, der bereits zu den vorher erlassenen Wochenhilfeverordnungen geschätzte ausführliche Kommentare veröffentlicht hat, eine ebenso sorgfältige Bearbeitung der Bekannt⸗ machung vom 6. Juli 1917. Bei jedem Paragraphen sind im Kommentar auch die wesentlichen amtlichen Erläuterungen wörtlich wiedergegeben. Der Verfasser wünscht, daß die Errungenschaften der Kriegswochenbilfe für die Friedenszeit erhalten bleiben.
Das Wesen und die Aufgaben der Kriegs⸗ hinterbliebenenfürsorge im Deutschen Reiche. Herausgegeben von Bürgermeister Dr. Luppe, Frankfurt a. M. Zweite Auflage. 80 Seiten. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig. Preis 1,80 ℳ ohne die Teuerungszuschläge. — Diese Schrift enthält fünf Arbelten verschiedener Verfasser, die der Fürsorge für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen gewidmet jind. Bür⸗ germeister Dr. Luxpe behandelt die Aufgaben und die Organisation der Kriegshinterbliebenenfürsorge im Deutschen Reiche, Dr. Grosse, Abteilungsvorstand beim Versorgungsamt des XVIII. Armeekorps, die rechtlichen Grundlagen der Rentenfürsorge des Reichs für die Kriegshinterbliebenen, Dr Kraus, Leiter des städlischen Fürsorgeamts für Kriegshinterbliebene in Frankfurt a. M., die Mitwirkung der lokalen amtlichen Fürsorgestellen bei der Rentenfürsorge des Reichs sowie die Gefundheitsfürsorge, Berufsberatung und Berufsausbildung von weiblichen Hinterbliebenen (einschließlich geschäftlicher Beratung für Inhaberinnen selbständiger Geschäfte), Geheimer Kirchenrat D. Schlosser (Frankfurt a. M.) die Versoranng der Kinder während der außer⸗ häuslichen Erwerbsarbeit der Mutter. Anhangsweise sind einige wichtigere Formulare des städtischen Fürsorgeamts für Kriegshinter⸗ bliebene in Frankfurt a. M. abgedruckt. Alle, die sich für die Auf⸗ gaben der Kriegshinterbliebenenfürsorge interessieren, namentlich die Fürsorgestellen und Fürsorgeorgane, werden die dem gegenwärtigen Stande der Entwicklung angepaßten Aübande begrüßen.
Unter den Titeln „Fürsorge für Kriegsteilnehmer Wund ihre Familie“, „Hinterbliebenenversor⸗ gung der Kriegsteilnehmer“, „Was bekom me ich aus der Reichsversicherung für Angestellten und „Was bietet die Invaliden⸗ und Hinter⸗ bliebenenversicherung“ erschienen vier Schriften (Preis je 75 ₰, Francksche Verlagshandlung, Stuttgart), in denen ö“ gemeinverständlich darlegen und an Beispielen aus der Praxis veranschaulichen, welcke Ansprüche die Kriegsteilnehmer, ihre Familien und Hinterbliebenen aus den Kriegs⸗ und Friedensfürsorge⸗ gesetzen, die nach dem Reichsversicherungsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember 1911 Versicherten und ihre Linterbliebenen auf Grund dieses Gesetzes und die an der reichsgesetzlichen Invaliden⸗ und Alters⸗ versicherung Beteiligten sowie deren Hinterbliebene aus der Reichs⸗ versicherungsordnung vom 19. Juli 1911 erheben können und was sonst noch von den sozialen Fürsorge⸗ und Versicherungsgesetzen für die bezeichneten Personenkreise wissenswert ist. Aus beigegebenen Rentenberechnungstabellen kann man mit einem Blick ablesen, welche Beträge an Renten, Invalidengeldern usw. in den einzelnen Fällen zur Auszahlung gelangen müssen. v“
J. Heß, Stuttgart. vom 6. Juli
Mannigfaltiges.
. stosder am Dienstag von den kolonialen Vereinen ver⸗ anst
altete Begrüßungsabend der Deutsch⸗Ostafrikaner war eine bedeutungsvolle Kundgebung für das deutsche Recht der Fortsetzung seiner Kolonialpolitik. Zunächst betonte, wie „W. T. B. berichtet, der frühere Gouverneur von Deutsch⸗Ostafrika Freiherr von Rechenberg, daß auf der Gegenseite mindestens ebenso viel Fehler in der Behandlung der eingeborenen Bevölkerung begangen worden seien wie auf deutscher Seite. Unter leh⸗ haftestem Beifall gab er der Hoffnung Ausdruck, daß es doch noch gelingen werde, Deutsch⸗Ostafrika dem deutschen Volke zu er⸗ halten. Der mit den Ostafrikanern zurückgekehrte Gouvernecur Dr. Schnee stellte auf Grund eigener langjähriger Erfahrung fest, daß die ostafrikanischen Eingeborenen stets mit der deutschen Verwaltung zufrieden gewesen seien. Er forderte die Feinde auf, den Beweis daßn anzutreten, daß wir Deutschen die Eingeborenen weniger gut behandelt hätten als irgend eins der anderen Kolonialvölter und unterstrich, daß in den viereinhalb Kriegsjahren bei uns keinerlei Eingeborenenaufstände vorgekommen sind, während be⸗ sonders in Britisch⸗Nvassa⸗Land wiederholt Waffenerhebungen vor⸗ kamen. Der Gouverneur Dr. Schnee erwähnte ein Sprichwort der Eingeborenen: „Die Deutschen haben scharfe Worte, aber ein gutes Herz; die Engländer haben schöne Worte, aber ein hartes Herz. Er schloß mit der Feststellung, daß die Eingeborenen unserer Kolonie den dringenden Wunsch haben, wieder unter deutsche Herrschaft zurückzukehren. Der Kolonialminister Dr. Bell sprach den Ostafrikanern zu ihrer Rückkehr die besten Wünsche der Reichs⸗ regierung aus. Er unterstrich die Verdienste des Freiherrn von Rechenberg und Dr. Schnees, würdigte die kriegerischen Heldentaten der Ostafrikaner und gedachte warm der Gefallenen und Gefangenen. Seine Rede klang aus in der Hoffnung, daß Deutschlands weitere koloniale Betätigung durch die Friedenskonferenz doch noch ermöglicht werde. Für den behinderten General von Lettow⸗Vorbeck sprach der General Wahle den Dank der Schutztruppe für den ihr be⸗
reiteten Empfang aus. Zum Schluß widmete der Direktor Hupfeld
den Ostafrikanerinnen herzliche Worte der Anerkenunung.
London, 7. März. (W. T. B.) „Liverpool Expreß“ meldet:
Das Mißvergnügen über die Langsamkeit der Demobil⸗
führte zu einem ernsten militärischen Auf⸗ ruhr im Lager von Rhyl in Wales. Es wurden Vor⸗ räte geplündert. Ein Vertreter des Kriegsamts hielt eine An⸗ sprache an die Mannschaften und versprach Abstellung der Mißstände. — Nach einer amtlichen Mitteilung ist das Lager jetzt wieder ruhig. Es bestehe keine Gefahr, daß es zu weiteren Ruhestörungen käme. kanadischen Behörden stellten die Ordnung ohne Unterstützung der britischen Truppen wieder her und teilten dem Kriegsamte mit, daß sie auf den Aufruhr hin keine vermehrten Einschiffungen wünschten, da sie nicht gezwungen werden wollten. Die kanadischen Behörden übernähmen die volle Verantwortung für das disziplinarische Vorgehen und hätten eine Anzahl von Leuten, die bei den Schießereien beteilig waren, verhaftet. Der Aufruhr sei ein rein örtlicher gewesen und gehe nicht auf eine weitverbreitete Unzufriedenheit zurück. 200 alt⸗ gediente Leute wären mißvergyügt darüber gewesen, daß angeblich jüngere Kameraden vorher heimbefördert werden sollten, und zettelten den Aufruhr an. — Das kanadische Haupt⸗ qJuartier in London erläßt eine Verlautbarung über den militärischen Aufruhr, in der es heißt: Gegen die Aufrührer, von denen ein großer Teil schon verhaftet ist, wird scharf vor⸗ gegangen werden. Eine Anzahl von Zivilisten nahm an den Un⸗ 11 teil. Zwölf von ihnen sind bereits festgenommen und den Zivilbehörden übergeben worden. Im Verlaufe der Unruhen wurden drei Aufrührer und zwei Wachtposten getötet, 40 Mann, darunter zwei Offiziere, wurden verwundet. Im Lager von Rhyl befanden sich
5 anabier, ihre Einschiffung warteten.
machung
Die
zum
55.
zgzweite Beilage 1 Reichsanzeiger und Preußisch
Berl
Nichtamtliches.
Handel und Gewerbe.
Wochenübersicht der Reichsbank vom 28. Fe⸗ bruar 1919 betrugen († und — im Vergleich zur Vorwoche): “
Nach der
Aktiva. 1919
Metallbestand*). 2 266 494 000 2 darunter Gold.
Reichs⸗ u. Darlehns⸗ kassenscheine
Noten and. Banken Wechsel, Schecks u.
diskontierte Reichs⸗ schatzanweisungen.
2 245 715 000 2
15 932 354 000 .(+ 146 102 000) 1
G 4 119 000
27 349 116 000 13
(+ 2428713 000) (ℳ 9 629 000
(+ 404 000) (+ 141 343 000]
(—-. 29 000) (—
2 373 553 000 1
(s— 75 382 000) (—
180 000 000 (unverändert) 94 828 000) (unverändert) 24 102 823 000 11 (+ 355 721 000) ℳ
11 830 636 000 6 (+ 1936808000) (
1 868 321 000 (+ 204 837 000) (+
Lombardforderungen sonstige Aktiven.
Passiva. Grundkapital..
Reservefonds.. umlaufende Noten.
sonstige tägl. fällige Verbindlichkeiten.
sonstige Passiva..
*) Bestand an kursfähigem deutschen Gelde und an Gold in Bearren oder ausländischen Münzen, das Kilogramm fein zu 2784 ℳ
berechnet.
Bei den Abrechnungsstellen wurden im Monat Februar abge⸗
rechnet ℳ 10 254 807 400.
(s— 1 745 000) (+ (s—. 1 657 000) (†
(+ 58 793 000) (— 25 533 000) 697 000) (— 4 554 000) (—
(unverändert)
(unverändert)
aeg.IA
in, Sonnabend, den 8. März
— „8 *
“]
nemnn
82 8 —
16 523 629 000 2542 919 000 sucht 246 000) (+ 1 064 000) 407 842 000] 2 527 315 000 151 000) (+ 1 233 000)
323 063 000 342 576 000
fahrt 90,
2 064 000 2 477 000
5 463 000) geführt.
048 493 000 8 984 825 000 692 598 000) (+. 482 714 000) 8 632 0000 13 047 000
2 629 000) (+ 3 107 000) 87 956 000 111 454 000 3 981 000) (— 94 000) 846 618 000]%ꝙv996 511 000 27 760 000) (s— 34 429 000)
180 000 000 180 000 000 (unverändert) 85 471 000 (unverändert) 310 828 000 8 107 162 000 188 357 000) (+2 225 828 000)
490 131 000 4 076 591 000. 420 813 000) (+ 141 731 000) 769 359 000 544 585 000
lagewerte.
759,00 B., 502,00 B, 526,50 B.,
90 137 000
Länderbank
Der hiesige Börsenvorstand in seiner heutigen Sitzung, die Börse halten. Er tritt am Montagvormittag 1 um über die weitere Schließung oder ü⸗ Beschluß zu fassen.
üur
— —
———V
Schweiz 50, beschloß laut „W. T. B.“ 68,45, heute geschlossen zu
uim 10 Uhr wieder zusammen,
T- a G ENEI11151 2 8 ——öc.F
„Untersuchungssachen. 2, Ausgebote, Verln t⸗ und Fundsachen, Z Verkäufe, Verpachtungen, Verdingung Verlosung ꝛc. von Wertpapieren.
5. Kommanditgesellschaften auf Aktien u.
ustellungen u. dergl⸗ en ꝛc.
Mktiengesellschaften⸗
O
Außerdem w
Frankfurt a. M. 3 025 380 ℳ i.8 vorgeschlagen. Hamburg, 7. März. verlief angeregt in recht fester Stimmung. ruhiger betrachtet. Kurse gebessert.
Otavi 120. Wien, 7. März.
Wien, 7. März. böhmische Werte infolge einer Prager Z Forderungen sollen, bevorzugt. der Verhandlungen in Spaa, der Sch und des Stückemangels Zurückhaltung bei vor. Schluß infolge der Geschäftsstille abges
Wien, 6. März. Devisenzent
Wien, 7. März. Türkische Loose 440,0 Südbahn 166,50,
Salgo Kohlen —,—
3 Wechsel auf New York 242 ½. Wechsel auf Paris 44,25. - 95 ¼, Obl. 3 % Niederländische W. S. 64, ber die Oeffnung der Börse Herwelkan 593 ¼, Holland⸗Amerika⸗Linie 409 ¼, Niederländ.⸗Indische
andelsbank 219 ¾, Atchison, Topeka u. Santa Fsé 92 ⅛, Rod
—- — ——
ffen
—, Der Reipcewinn der Deutschen Vereinsbank in g. betrug laut „W. T. B.“ 3 084 221 ℳ gegen i. B. Es werden 6 vH gegen 6 ⅞ vH für die Aktie
Der Bör
(W. T. B.)
Schiffahrts⸗, Montan⸗ und Banta Dynamitaktten sind schwäch
Lloyd 91,
bestimmten Banknoten erh
Wort „Deutsch⸗Oesterreich“. Die
Berichte von auswärtigen Wertpapiermärkten.
„An der Börse wurden eitungsmeldung, wonach die
(W. T. B.)
der tschechischen
Kriegslieferanten bef
(W. T. B.) rale. Berlin 206,05 G., 206,35 B., Amster Zürich 393,00 G., 394,00 B.,
Marknoten 205,70 G., 206,20 B. (W. T. B.)
Floba Ban 463,00, Tabakaktien 1200,00,
6. März. (W. T. B.)
35, Wechsel auf Kopenhagen 63,20, Wechsel
Königl.
icher
b
Die Lage wird erheblich
n 1 er, Industriewerte ge⸗ Lombarden 20 ⅜, Schantung 125 %, Kosmos 169, Paket⸗ Hamburg⸗Süd 143, Phönix 180 ½, Caro 134,
en, 7. März. (W. T. B.) Nach der amtlichen Bekannt⸗ machung über die Kennzeichnung der zum Umlauf in Deutsch⸗ Oesterreich auf der deutschen Textseite einen länglichen ovalen roten Auf⸗ druck mit dem der Banknoten wird in der Zeit vom 12. März bis 2
Im übrigen herrschte wegen der Unterbrechung ließung der Berliner Börse fester Grundstimmung chwächt,
Amtliche Notierungen der
Zurte 0 C Kopenhagen 501,00 G., Stockholm 548,00 G., 549,00 B., Christianta 525,50 G.,
(Börsenschlußkurse.) 0, Orientbahn 1444,00, Staatsbahn 1023,00, Oesterreichische Kredit 662,00, Ungarische Kredit 927,00, Anglobank 437,00, Unionbank 568,00 †. 463,0 Alpine Montan 873,00, 108 801 000) (+ 53 807 000) Prager Eisen 2700,00, Rima Muranyer 921,00, Skodawerke 786,00, V Brüxer Kohlen 1630,00, Galizia 1480,00, Waffen 1095,00, Lloyd⸗Aktien 2870,00, Poldi⸗Hütte 1124,00, Daimler 662,00, Oesterreichische Goldrente 135,00, Oesterreichische Kronen⸗ rente 86,50, Februarrente 86,75, Maitrente 86,50, Ungarische Gold⸗ rente 162,00, Ungarische Kronenrente 87,00.
Amsterdam,
Unregelmäßig. — Sescser ant Beslin 88,35, gelmäßig
Wechsel auf Wien 11,10,
„Wechsel auf London 11,56 ¾, — 5 % Niederl. Staatsanleihe von 1918
]
Inzeiger. Anzeigenpreis für den Raum einer Fgespaltenen Einheitszeile 50 Pf. 18 auf den Anzeigenpreis ein SAreangbauschlag 901520 v. Be
parnes 137 ½,
4 Stockholm, 6. senverkehr Berlin 34,00, do. auf ktien waren im [ 62,50.
Kopenhagen, auf Hamburg 37,25, do Plätze 79,65, Antwerpen 67,25.
ält jede Note
Kennzeichnung eSe- 4. März durch⸗
Darlehen 4 ¼,
riedigt werden
Illinois Central 97,
auch für An⸗ S Central 73, Norfolk
dam 758,00 G., - pref. 114.
London 13 ⁄2.
Anaconda 131 ¼,
do. auf London 18,27,
New York, 6. März. gestrigen Abschwächung verkehrte die Börse heute in durchweg fester B. Die Unternehmungslust erstreckte sich sowohl auf industrielle
2. werte, von denen namentlich Steels, Leder⸗, Kupfer⸗ und Aus⸗ rüstungsaktien steigen konnten, als auch Eisenbahnwerte. waren neben den leitenden Papieren auch niedrtg im Kurs stehende Werte bevorzugt. Bei allgemein höheren Kursen schloß die Börse in fester Haltung. Umgesetzt wurden 790 000 Aktien. Geld auf 24 Stunden Durchschnittssatz 4 ½, auf 24 Stunden letztes Wechsel auf London (60 Tage) 4,73,00, Cable Transfers 4,76,45, Wechsel auf Paris auf Sicht 5,47,12, Silber in Barren 101 ½¼, 3 % Northern Pacisie Bonds 58 ⅞, 4 % Verein. Staaten Bonds 1925 104 ⅛, Atchison, Topeka u. Santa Fé 92, und Ohio 46 ¾, Canadian Pacific 160, Chesapeake u. Ohio 57 Chicago, Milwaukee u. St. Paul 35 ½,
Rio de Janeiro, 5. März.
März. (W. T. B.)
Island —, Southern Pacißic 95, Southern Railway 28 ½, Union — United States Steel Corp. 90, ranzöstsch⸗Englische Anleibe —, Hamburg⸗Amerika⸗Linie —.
Sichtwechsel auf
Amsterdam 146,15, do. auf schweizer. Plätze
6. März. (W. T. B.) auf Amsterdam 158,25,
(W. T. B.) (Schluß.)
Louisville u. Nashville 112, u. Western 103,
kverein 465,00, 2000 Ballen, Einfuhr Texas 45, Brasilianische
New York, 6. M
refined (in Cases) 20,25,
Wechsel auf
, prime Western —,—, auf Stockholm
Zentrifugal 7,28, Weiz clears 9,00 — 9,50, Rio Nr. 7 loko 15 8⅛, do.
Niederländische *) Alte Kontrakte.
Liverpool, 5. März.
kanische Baumwolle. —
Getreidefracht nach Liverpool
Rio de Janeirp, 5. Zufuhren; in Rio 1000 Sack, in Santos 20 000 Sack.
9600 Ballen, davon 9500 Ballen am
Für März 16,01, 49, Indische 25 Punkte niedriger. ärz. (W. T. B.) (Schluß.)
do. Rohe & Brothers en Winter 237 ½, idefra nom., für Mai 15,15, do. für Juli 14,50.
März. (W. T. B.) Kaffe
1 *
6. Erwerbs⸗ und
9. Bankausweise.
7. Niederlassung ꝛc. von 8. Unfall⸗ und Invaliditäts⸗ ꝛc. Versicherung.
Wirlschafte schatie 1gftegenosessserber
10. Verschiedene Bekanntmachungen⸗
Beschluß. RMd. Nr. 2415/16 A (Sch.). Auf den Antrag des Kaufmanns Ferdi⸗ nand Eberwein zu Bebra vom 26. De⸗ zember 1918 auf Zuerkennung einer Ent⸗ schadigung für die von ihm selbst und von seiner Ehefrau zu Uarecht erlittene Schutz⸗ haft hat das Reichsmilitärgericht II. Senat in der Sitzung vom 31. Januar 1919, an der teilgenommen haben als militärische Richter: Generalmajor v. Kemnitz, Major Triebig, Major a. D. Klamroth, als juristische Richter: Reichsmilitär⸗ gerichtsrat. Mühlherger, Hiifsrichter: “ Sohl, Rotermund und Lruse, noch Anhören der Militäranwaltschaft beschlossen: Dem Kaufmann Ferdinand Eberwein zu Bebra wird für den ihm durch die Schutzhaftmaßnahme des stellv. Generalkommandos XIV. A.K. in der Zeit vom 9. Juni 1917 bis zum 30. Juli 1917 erwachsenen Schaden ein Entschädi⸗ Pungscaspench gegen das Reich zuerkannt. Der von ihm für seine Ehefrau geltend gemachte Entschädigungsanspruch wird als unzulässig zurückgewiesen. Die Veröffent⸗ lichung erfolgt zum Zwecke der Zustellung an ben Antragsteller.
178598] Steckbrief.
Gegen den unten beschriebenen Füsilier Josef Simon der 9. Komp. 3. Garde⸗ regts. z. F., welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Einbruchsdieb⸗ stahls und Fahnenflucht verhängt. Es wird ersucht, ibn zu verhaften uünd an die nächste Militärbehörde oder Marine⸗ behörde (Truppenteil, Marineteil oder Bezirkskommando, in größeren Stand⸗ orten an die Kommandantur oder das Garnisonkommando) abzuliefern und Nach⸗ richt bierher zu geben.
Beschreibung: Größe 1 m 65 ecm, Statur gedrungen, Haare hellhiond, Augen grau. Besondere Kenrzeichen: Tätowierungen auf den Armen und der Brust. 1t
Berliu, den 22. Februar 1919.
Gericht der 1. Gardedivision.
[775411. Der Schütze, frühere Wirtschaftsassistent
u Wilbelmsdorf, Kreis Liegnitz, zuletzt wohnhaft Armenruh i. Cel’, ist fenzu⸗ nehmen. — Größe: 1,61 m, Gestalt: schlank, Haare: hellblond, Bart: Anflug, Gesicht: länglich, Augen: blaugrau, Nase; länglich, Bekleidung: feldgrüne Schirmmütze, grau⸗ grüne Felobluse mit hohem Kragen und weißer Kragenbiese, aufgenähten Brust⸗ taschen und vergoldeten Knöpfen, lange schwarze Hose, eigene Schnürschuhe und neuer umgrarbeiteter Mantel ohne Achsel⸗ klappen; Bernhardt trägt vermutlich das Band des E. K. II. Ki. und das Ver⸗ wundetenabzeichen, Portepee, und hat das Soldbuch des Oberjägers Scholz. — Gegen ibn ist Haftbefehl ergangen wegen Ein⸗ hruchsdiebstahls, unerlaubter Entfernung usw. Akten: P. L. Nr. 177/19. Schweidnitz, den 22. Februar 1949. Gericht der Gruppe West. Grenzschutz.
(785999) Verfügung.
Die Beschlagnahmeverfügung gegen den Ldstpfl. Anton Merkel, geb. 20. 8 78 in Augsburg, ausgeschrieben im ‚Reichs⸗ anzeiger“ Nr. 187 vom 9. 8. 18, Ziff. 30335, wird zurückgenommen. 1
Augsburg, den 27. 2. 19.
Gericht 2. Division.
2) Aufgebote, Ver⸗ lust⸗und Fundsachen, Zustellungenu. dergl.
[59759] Sehegeverxgesgererh.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Berlin belegene, im Grund⸗ buche von Berlin (Wedding) Band 103 Blatt 2377 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen der Witwe Ludmilla Hannemann, geb. Loos, eingetragene Grundstück am 17. März 1919, Vormittags 10 ½ Uhn, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichts⸗ stelle, Brunnenplatz, Zimmer Nr. 30, 1 Treppe, versteigert werden. Das in Berlin, Lynarstraße 8, belegene Grundstück enthält Vorderwohnhaus mit Seiten⸗ flügel links und Hof, Stall⸗ und Re⸗ misengehäude und besteht aus dem Trenn⸗ stück Kartenblatt 19 Parzelle 1197/85 von 4 a 32 am Größe. Es ist in der
Reinhold Bernhardt, geb. 16. 6. 1886 8
rolle unter Nr. 4661 mit einem zährlichen Nutzungswert von 6450 ℳ verzeichnet. Der Versteigerungsvermerk ist am 8. No⸗ vember 1918 in das Grundbuch eingetragen. Berlin, den 20. Dezember 1918. Amtsgericht Berlin⸗Wedding. Abt. 6/7.
[78499] Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll am 5. Juni 1919, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtéstelle, Berlig, Neue Friedrichstraße 13/14, drittes Stock⸗ werk, Zimmer 113/115, versteigert werden das in Berlin, Dresdenerstraße 80, be⸗ legene, im Grundbuche von der Luisen⸗ stadt Band 6 Blatt Nr. 397 (eingetragene Eigentümer am 11. Januar 1919, dem Tage der Eintragung des Versteigecungs⸗ vermerks: die Erben des Kaufmanng Carl Manegold: a. seine Witwe, Martha geb. Schustze, b. seine Kinder: 1) die Schauspielerin Fräulein Erna Mane⸗ aold, 2) Fräulein Charlotte Manegold, 3) Fräulein Käthe Manegold) eingetragene Grundstüc: a. Vorderwohnhaus mit rechtem und linkem Seitenflügel, drei Hösen und Garten, b. Doppelquerwohn⸗ gebäude mit rechtem Vor⸗ und Seiten⸗ flügel, c. Doppelquerfabrikgebäude mit rechtem Vor⸗ und Seitenflügel, d. Kessel⸗ und Maschinenhaus rechts im dritten Hofe, e. Stall und Remise rechts, f. Werk⸗ jatt rechts, g. Stall⸗ und Klosettgebäude links, h. Werkstattgebäude Llinks, Ge⸗ markung Berlin Kartenblatt 43 Parzellen 1926/355 und 1927/355 24 a 18 qm groß, Grundsteuermutterrolle Art. 14 842, Nutzungswert 38 350 ℳ, Gebäudesteuer⸗ rolle Nr. 548, Gruntstückswert 600 000 ℳ. Verlin, den 17. Februar 1919. Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abteilung 87. 87. K. 115. 18.
[78500]
Zwangsversteigerung. 87. K. 15. 19. Im Wege der Zwanasvollstreckung soll am 5. Juni 1919, Vormittags 11 ½ Uhr, an der Gerichtsstelle, Berlin, Neue Friedrichstraße 13/14, drittes Stock⸗ werk, Zimmer Nr. 113—115, versteigert werden das in Berlin, Brunnenstr. 170, belegene, im Grundhuche vom O ansen⸗ burgertorbezirk Band 15 Blatt Nr. 448 (eingetragene Eigentümerin am 19. Februar 1919, dem Tage der Eintragung des Ver⸗ steigerungsvermerks: verehelichte Kaufmann Wührlmine Kempfer, geb. Schubert, zu Berliv) eingetragene Grundstück: a. Vor⸗ derwohnhaus mit besonderem Abtritt und
Grundsteuermutterrolle und Gebäudesteuer⸗
küche linke, c. Werkstattgebäude rechls, Gemarkung Berlin, Kartenblatt 18, Par⸗ zelle 773/96, 5 a 05 qm groß, Geund⸗
11 260 ℳ, Gebäudesteuerrolle Nr. 437, Grundstückswert 177,000 ℳ. Werlin, den 26. Fehruar 1919. Amtsgericht Berlin⸗Mitte. Abt. 87.
7 8501] Zvwhangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll am 9. Mai1919, Vormittags 1 1 Uhr, Neue Friedrichstr. 13/14, III. (drittes) Stockwerk, Zimmer 113—115, versteigert werden das in Berlin, Koppenstr. 70, be⸗ legene, im Grundhuche von der Königstadt Band 55 Blatt Nr. 3110 (eingetragener Eigentümer am 17. Februar 1919, dem Tage der Eintragung des Versteigerungs⸗ vermerkz: Kaufmann Hermann Spanier zu Berlin⸗Halensee) eingetragene Grund⸗ lück, Vorderwohnhaus mit rechtem Settenflügel, Hof und abgesondertem Klosett, Nutzungswert 13 690 ℳ, Ge⸗ bäudestenerrolle Nr. 2866, Grundstücks⸗ wert 205 000 ℳ. — 85. K. 8. 19. Verlin, den 26. Februar 1919. Amtsgericht Berlin⸗Mime. Abt. 85.
[77675] Das Amtsgerscht Nürnberg hat am 26. Februar 1919 folgendes Aufgebot er⸗ lassen: Abhanden gekommen oder ver⸗ nichtet sind die Mäntel zu den Aktien der „Vereintaten Pinselfahriken“ in Nürnberg Nr. 2336, 2237, 2979 zu je 1000 ℳ. Auf Antrag des Rechtsanroalts Justizrat Dr. M. Ph. Hertz in Frankfurt am Main, Rahmhofstr. 2, als Vertreter der Mittel⸗ deutschen Credithank zu Frankfurt am Main, werden die Inhaber der vorbezeichneten Urkunden aufgefordert, spätestens im Auf⸗ gebotstermin, der anberaumt ist auf Don⸗ nerstag, den 18. September 1919, Vormittags 10 Uhr, im Zimmer Nr. 112 des Justizgebäudes an der Fürtherstraße in Nürnberg, ihre Rechte dei dem Amtsgerichte Nürnberg anzu⸗ melden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung dieser Urkunden erfolgen wird. Der Gerichtsschreiber des Amtsgerichts Nürnberg.
[78269]
Auf Antrag des Drechslers Philipp Semisch in Mühlhausen i. Thür, wird bezüglich des ihm abhanden gekommenen Loses der Roten Kreuzlotterie Nr. 122 164
Hofkeller, b. Stallgebäude mit Wasch⸗
die Zahlungssperre verfügt und an den Verband Preuß. Lotterizeinnehmer G. m
Auszahlung des auf das Los ent⸗
den Antraasteller zu bemwirken. Mühlhausen i. Thür., den 25. Fe⸗
bruar 1919. Amtsgericht.
[78759) Bekaunutmachung. Abhanden gekommen: 1“ 5 % Rumänische Staaisanlelbe von 1903 Nr. 163 286 = 1/5000, 148 751, 151 809, 156 394 = 3/2500, nicht deutsch gestempelt, abex deutsch Stempei certificat. Berlin, den 5. 3. 19. Der Polizeipräsident. Abteilung IV. Erkennungsbdienst. Wp. 98/19.
—
[78758] Erledigung. Die im Reichsanz. Nr. 30 v. 5. II. 19
2000 ℳ ist ermittelt.
Berlin, den 5. 3. 19.
Der Polizeiprästdent. Abteilung IV. Erkennungsdienst. Wp. 49/19.
[78760]
Am 27. Februar esnem Wohnungszeinbruch in Breslau ent⸗ wendet: Deutsche 5 % Reicheanleihe J/J. (2. Kriegsanl.) C 1 771, 478 = 1/1000, Deuische 5 % Reichsanleihe 4/0. (3. Kriegsanl.) C 4 424 019 = 1/1000, Deutsche 5 % Reichsanleth: J/J. (6. Kriegsanl.) D 7 141 526 = 1/500. Mitt ilungen zu K. J. I. U. 2099. 19 Polz. Präs. Breslau.
[785033 Zahlungssperve. 7 F 3/19. Der Braunschweigischen Bank u. Kredit⸗ anstalt A. G. Goslar ist ein 4 % Pfand⸗ hrief über 2000,— ℳ der Deutschen Grundcreditbank in Gotha, Abt. XI, Serie VIIe Nr. 744 mit Coupons seit 1. 10. 1919 u. fgd. abhanden gekommen. An den Antragstellex ergeht das Verbot, an den Inhaher des Papiers eine Leistung zu bewirken, insbesondere neue Zins⸗ oder Erneuerungsscheine auszugeben. Das Aufgebotsverfahren ist eingeleitet. Gotha, 20. Februar 1919. 8 Das Amtegerscht. 7.
[787612] Bekanntmachung.
Auf Grund des § 367 des Handels⸗ gesetzbuchs wird hekannt gemacht, daß in 5 % Schuldschein der Stadtge netede
nach Einleitung des Aufgebotzsverfahrens
Mannheim üder ℳ 100 020,—, bdatiert
Denver u. Rio Grande 1 New York Pennsylvania 44 ⅛, Reading 82 ½, Southern Paciste 100¾, Union Pacific 131, Anaconda Copper Mining 60 ¼, United States Steel Corporation 94 ½, do⸗
(W. T. B.) Wechsel auf
73,75, do. auf London 16,90, do. auf Paris 65,15, do. auf Brüssel
Sichtwechsel do. auf schweizer. do. auf Paris 70,10, do. auf
Nach der
Von diesen
Geld: Fest.
Baltimore
7
2
Berichte von auswärtigen Warenmärkten. (W. T. B.) Baumwolle. nsa
für April 15,19. —
ew Baumwolle loko middling 26, 5, do. für März 22,50 *), do. für April 22,00*), do. für Mai 21,40 *). New Orleans loko middling 26,00, Petroleum do. Stand. white in New York 17,25, do. in tanks 9,25, do. Credit Balances at Oil City 4,00, Schmalz ¹s 28,75, Zucker Mehl Spring⸗Wheat Kaffer
8
b. H., Berlin C. 2, das Verbot erlassen, steuermutt⸗rrolle Art. 437, Nutzungswert die ge
fallenden Gewinns an ei en anuderen als
8
aesperrte Reichsanl. Nr. 1 578 354 über
1919 wurden bet