1919 / 72 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 28 Mar 1919 18:00:01 GMT) scan diff

Gestern mittas verlautete hn Parlament, daß die Verhanklur gen mit den ausstöndigen, Eisenbahnern günstig verlzefen und daß Aus⸗ sicht beslͤnde, den Ausstand vielleicht noch im Laufe des Tages bri⸗

zulegen.

Nach clner ven „M. T. B.“ üͤbermittelten Reutrtmelbung au der Neon⸗

7858925 gad gestern gachmittag Thomas hei Schlu seren⸗ annt, daß die Clsenbahner das Unerbieten de Regiernng angendmmen n (pgl. Nr. 69 d. Bl.).

Einet von Spanien zutolge Findlichen Arbeiter der Elektrizitätsgestlis

mllssen. Corbopa

geltend. zcitung“

. EFine weitere von wiedergegebene

HPavasmeldung

der aus

„Berl.

Madrid in Sebilla schelterte er.

1114“*“ I1“

ordern die in Barcelona im Auß tand bi⸗ liche aft die unperzügliche Entlassung der mobiltsierten Arbeiter. Mem errvartet, naß die Zeitungen ihr Erscheinen wegen des Ausstandé einstellen Eine Strömung für den Generalaussland macht sich in

Zötsen⸗ . 1 besagt, daß in Balencig und Coruna der Genera lausstand ausbrach; illa In Madrid sind die Bauarbelter und die Angestellten des Putzmacher⸗ und Schneldergewerbes im Aus⸗ stande. In Bareelona herrschte am Mittwoch vollkommene Ruhe⸗ Zahlreiche Personen, darunter pvier Advokaten der Syndikate, wurden

83 T. B.“ wiedergegebenen ise aug

G Handel und Gewerbe.

1891 (Reichs⸗ Gesetzbl. 1802 S. 195) sowie der S. 319) sind von der Schweizerischen Regierun ekündis: worden und treten mit dem Ablauf 88 17. März 1920 außer Kraft, sofern nicht von den Vertrags⸗ teilen ein anderer Zeitpunkt des Außerkrafttretens ver⸗ einbart wird.

(Weiten Nachrichten über „Handel u. Gewerbe s. 1. d. Ersten Bcilagec.)

*

4 4 2 1

Wissen

schaft.

Preisausschreiben der Akademie der Künste in Berlin. Die Akadentte der Künste hat eine größere Zapt von Sti⸗ pendlen und Preisen gusgeschrieben unter erleichterten Zusatzbedingungen im Hiublick auf die gegenwärngen Zeitumstände. Alle Reisen und aut⸗ wärtigen Studicnaufentalte, zu denen die Preisträger sonst verpflichtet waren, fallen weg. Die Altersgrenzen für die Zulaßsung sind mit Rückslcht auf die Kriegsjahre anderweit festgesetzt. Es könmnen für die Bewerbung auch ältere Arbeiten, nicht nur in den letzten Jabren entstandene, eingereicht werden, damit auch die aus dem Felde zurück⸗ E.h⸗ Künstler Gelegenheit haben, sich an den Wettbewerben zu gen. Unter diesen veränderten Bedingungen werden die großen Staathpreise für Architekten, Bifphau er 8 M aler ausgeschriehen, für Maler ferner: Schmidt⸗Michelsen⸗ Stiftung, Loussa C. Wengpelsche Stiftung, Blechen. Stiftung, v. Nohr⸗ Hetitnash Sweite 1I. Beer⸗Stiftung, füir Kupferstecher: wuise . Wenbclsche Stiftung, Zwrite Michacel Beer⸗Stiflung. för Bildhauer Schmidt⸗Muchelsen⸗Stiftung, Lpuisa G. Wentzelsche Stiftung, Erste Michael Beer⸗Stiftung, für Archite kten: Louisa E. Wentzelsche Eülflung, für Musiker: Giacomo Mevyerbeer⸗

Stiftung für Togronstler, Scuisa G. Wentzelsche Stiftung. CGs ist eine stattliche Gesamsumme von Stipendien, die so zur Verteilung gelangt, und die gleichzeitige Ausschreibung dieser Preise stellt sich als eine große soziale Hilfsunternehmung der Akademie dar, die den jetzt besonders notleidenden Künftlern zugute kommen soll. en Hrrhe 1 ,58 schen e ßkben 8 naheren 8 mmuüngen für die genann ettbewerbe sind durch die Alademie, Patiser Platz 4, zu 2 ben. 8 8

88 Ingd.

FZur den Landospolizeibezirk Potsdam verbletbt e binssichtlich des Beginns der & dar auf Wildenten 8. dag Jabr 1919 bei dem gesetzlichen Termin (1. Juli 1919). Ferner wird auf Erumd des § 32 Abs. 2 der Jagdordnung vom 15. Junt 1907 der Endtermin zum Einsammeln von a. Kiebitzeiern auf den 10. April 1919 b. Möweneiern auf den 15. Mai 19109 festgesetzt.

Verkehrswesen.

Im Freimarkenmwettbewerb de minstertums getroffen.

Es haben erhalten se einen ersten Preis von 2000 ℳ: Ernst Böhm⸗Charlottenburg, Willi Schuste 188 rch b⸗ Grorg A. vreaf Berkn; je einen zweiten Preis von 1500 ℳ: Ernst Böhin⸗Ckar⸗ lottenhurg. Hugo Frank⸗Stuktgart, Lili Schultz⸗München:; je einen dritten Prris von 1000 ℳ;: Willi Schufter(?)⸗München, Profefor G. R. Weiß⸗Berlin, Eeorg A. Mathey⸗Berlin, Hugo Frank⸗Stutt⸗ gart. Außerdem wurden 18 vierte Preise zu 900 verteilt und weitere 17 Entwürse zum Ankauf empfoblen.

Zur Aubführung sind die folgenden Entwöürfe vorgeschlagen worden: 10 Pf⸗Marie (Hugv Frank⸗Stutthart 3. Preis) ren Eiche; 19 Pf. Marte (Ernst Böhm⸗Charlottenburg 1. Preis) ein Eichen⸗ stumyf mit jungen Prieben; 25 Pf.⸗Marte (Georg A. Mathev⸗Berlin 1. Preis) junger Bauhandwerker. . Bci’ der Preitverteilung haben mitgewirtt die Herren Ministerial⸗ direktor Aschenborn, Gebeuner Retzierung'rat Dr. Max Frievländer, Professor Gaul. Prosessor Geyger, Architett Gropis, Professor Urthur Femdvs, Künstmaler Cssar Klein, Hauptschriftleiter, Mizglieo der Mationalrersammlung, KNuschke, Plosessor Orlik, Ar sten Bruno, Paul, Kunstmaler Prchstein. Mitglied der Nationalversamm⸗

Pfeiffer, Ministerialrgt Sautter (Stut1gart) und Pro⸗

ste im Hofe. Herr Minister Heine und Herr Oberlandet⸗

zer dent Lindenberg⸗Posen waren an der Teilnahme an der Sitzung des Preisgerichts verhindert. Bei der Abstimmung über die Frage, welche Entwürfe zur Ausführung in Vorschlag zu b. ngen sind, hHaben die Herren Gropinb, Klein und Pechstein ihrem Wunsche ent⸗ sprechend nicht mitgewirit. (W. T. B5)5.

t und

r e . Reichspost⸗ vat das Preisgericht am 24. die Entscheidung

An biplomatische Vertreter in Deutsch Oester⸗ relch können eingeschriebene Drucksachen versandt werden.

IZm Verkehr mit der Tschecho⸗Slovakischen Republik siͤd Oesterreichisch 85 esien) rechts der Weichsel und nach Freiftadt (Hester michisch Sehlesten einftweilen niiht unr ssig. g;

m Postverlehr mit Finnland ist auch die finnische

ache zugelassen.. .

S Zeitungen berichten, der alle vfrkehr mit Kopenhagen sei wieder aufgenommen. elftt nicht 85 1v sprächen sind in Berlin vorläusig jn 1275 vchs echungen auf besonderen Antrag bei der Ober⸗

allgemeine Fernsprech⸗

m zu

Handels⸗ und Zollvertrag wifchan dem Deutschen Reiche und der Schweiz vom 1158 üen

3 Zusatz⸗ vertrag vom 12. November 1904 (Feichs⸗Besetu. 13 8

Theater und muflk.

Opetnhause.

Spielplanänderung im

mit 1. Atlot de Padilla Beschäftigt sind ferner Fräulein Gast und die Herren Bergman a18 Sast, Schlusmus, und Krasa. Musik eiter i Ka

Die im Vorverkauf bcreits derkauften

Naxos“ „Mignon“ iteltolle gegeden.

meister tto

können auch an der Opernbauslasse

werden, und zwar

spätestens bis bertigen Vorstellung. ossen.

s 8 Öum Beginn Eine spätere

Zurücknahme ist

Kraus, Schwarz, Sonuner, Bachmann, Habich, Henke, van 8 Sande und Krasa besetzt, arfgefuhrt. Anfang 7 Uhr. Im Schauspielhause wird morgen mie Mesüna“ in der gewohnten Besetzung wiederholt. Reinhard B Antang 7 Uhr.

02 .

In der gestrigen Sitzung der Berliner S erordneten wurde ein Antrag der Stadtv. Heimann u Beyl, betreffend Durchsicht der Geschäftsordnung, der sich auf etzung von zwei

in

Vorberatung üverwiresen.

5 bestehenden Gaspreise abermals durchmeg um 7.

sich infolge der widrigen Verhältness

Rechnungsjahr entfallenden, nicht aufschiebbaren Ausgaben und Juni haltsplans. Die Verfammlung stunmte der Magistratsvorlage zu. dabingebend, den Magistrat zu ersuchen, mit der Versammlung in gemischter Deputation darüber zu beraten, wie durch sofortige Vornahme von Notstandsarbeiten die zurzeit herrschende Arbeitsglosigkeit zu besettigen ist. Nach längerer Aussprache, an der sich der Stadtbaurat Dr. Hoffmann und der Oberbürger⸗ metster Wermuth beteiligten, wurde der Antrag Koch und Genossen abgelehnt.

Nach Mitteilungen aus dem Haag bringt der Dampfer „Botha“ gußer der bereits veröffentlichten Anzahl Mannschaften, Frauen und Kinder nicht dierzig“, sondern nur „vier“

ffiziere der ostafrikanischen Schuztruppe. Der gesamte Tiansport wird über Wesel nach Berlin, Lehrter Bahnhof, weitergeleitet. Die Ankunft des Dampfers aus Rotterdam ist noch nicht gemeldet.

—,——U

In der Treptower Sternwarte sinden in den nächsten Tagen folgende Vorträge stalt: Morgen, Sonnabend, Nachmlitags 2 Uhr: „Vom Monte Rosa zur afrikanischen Küfte“ (Filme); Sonntag, Rachmittags 3 Uhr: „An den Ufern des Rheins“ (Filme), 5 Uhr: „Ferientage an der Osisee, in der Sächfischen Schweiz und im Sprecwald“ (Filme), Abends 7 Uhr: „Im Lande der Schwarzen“ (deutscher Sudanfilm); Tienstag, den 1. April, Abends 7 Uhr: „Sonne und Mond“ (Lichtbildervortrag des Direktorts Dr. Archenvold). Mit dem großen Fernrohr sah jetzt kam Tage) die Venus, Abends der Jupiter und Saturn günstig zu beobachten.

Feern

Ueber dir Wasserstands⸗ und Eisverhältnisse der norddeutschen Ströme in den Monaten Januar und Februar 1919 berichtet die Landesanstalt für Gewässer⸗ kunde im preußischen Minifterium der öffentlichen Arbeiten: Im J. g nuar ist am Rbein auf das schon im Bericht für Dezember er⸗ wuͤhnte Hochwasser eine schnelle Wiederabnahme der Wasserflände gsfolgt. Auch on den übrigen Strömen hat ssch die anfangs verhält⸗ nismäßig hohe Uehe der Wasserstände nicht gehalten. Der Prost gegen Ende des Menats beschleumnigte dir Abnahme, bei der Weichsel, Oder, Elbec, Weser und Khein zuletzt bis unter Mittelwasser sielen und ohne die Stauwirkung des Eises auch wohl der Memelstrom dos E unter⸗ schritten hätte. Das Monatsmittel der Wasserstände liegt jcdoch an allen Strömen über dem 20 jsbrigen Monatsdurchschnitt. Es hat sich also wieder bestatigt, daß milde Winter bei uns gewöhnlich feucht sind. Die Schiffahrtsperre durch Eis ging bis zum 29. im wesent⸗ lichen nicht über das Memel⸗, Pregel⸗ und Weichselgebiet hinaus. In den letzten Tagen dehnte sie sich dagegen auf Warthe, Netze, Oder, Hohenzollernkanal, die untere Havelwasserstraße, den Ems⸗ Weser⸗Kanal und kleinere SSasserftraßen aus.

Strom „Memel Weichfel Orer Elbe Weser Rhein Pegel Tilsit Thern Steinau Barby Minden Com

Mittelwasser In Zentimeter: Januar 1919 . 335 197 I19t 245 334 409

Unterschicd egen ““

Mittelwasser

Januar 1896/1915 + 33 + 51 + 31 +† 54 + 15 + 129. Im Februar lagen während des Frostes, der im Binnen⸗ lande mit kurzen Unterbrechungen eira bis um die Monatsmitte anhielt, die Wasserstände, soweit sie nicht, wie bei Thorn, durch Eis⸗ stau gehoben waren, umer Mittelwasser und damit weit unter dem langjaͤhrigen Durchschnitt für Februar. Nachdem das Wetter dann milde geworden war und die um Mitte Januar im größeren Teile Norddeutschlands eingetretene Trockenzeit fast überall ihr Ende erreicht hatte, stiegen sämtliche Strome über Mittelwasser, jedoch alle nur zu mäßiger Höhe. Das Monatsmittel ist infolge der niedrigen Wasserstände in der ersten Monatshälfte an allen Stroömen unter dem langjährigen Monatsdurchschnitt ge⸗ blieben. Während des Frostes dehnte sich die Schiffahrtsperre durch Ets auf fämtliche größeren Wasserstraßen mit Ausnahme des Rheins aus, und auch dieser führte zeiswrise solche Eismengen, daß der Ver⸗ kehr ziemlich aufhörte. Am Ende des Monats waren alle Haupt⸗ Pesereirosen vom Rbhein bis einschließlich Oder wieder eiofrei. Wesentlich beschleunigt wurde das Verschwinden des Eises durch aus⸗ gedehnte Eisbrecharbeiten. Strom Memel Weichsel Oder Pegel Liisit Mittelwasser

Februar 1919. 235 Unterschied gegen Mittelwasser

Febr. 1896/1915 98

b Oder Elbe Weser Rhein Thorn Steinau Barby Minden Cöln In HZentimeter: 156 155 115 241

10 419 116 1. 57.

Ueber die Witterung in Norddentschland im M onat Fehruar 1 910 berichtet das preußische Meteorologische Institut auf Grund der angestellten Beobachkungen: Der Februar war im größten Teil des Gebiets trocken, während der ersten Monats⸗ hbälfte kalt, in der zweiten überwiegend milde, trübe und arm an Sonnenschein. Für die Monatsmittel der Bewölkung und Isolations⸗ dauer war die zꝛweite Hälfte ausschlaggebend, während die Gegenfäte der atur sich in ver Weiss ausalichen, vöE baschnes. dulch⸗ schnitt nur sehr wenig vom langjährigen unkerschied: Meist war es etwas zu kalt, aber nur än wenig um mehr als 1 Grad. In dem stellenweife etwas zu warmen Osten wurde nur in Ostpreußen

ielp ng 1 Wegen er⸗ neuter Erkrankungen von Mitgliedern wird heute statt „Artarne auf in der horsen als unck, Habich Wintrittstarten (79. Jhns 1 ntrittstarten (7 or⸗ stellung) behalten ihre Gültigkeit zur „Mignon“⸗Vorstellung. Sie a1 8 gegen Rückzahlung des Kassenpreises zuzüglich des amtlichen Aufgeldes zurückgenommen der 1 aus⸗ esch ür Dauerbezieher gelten heute die Karten zur 80. Vor⸗ slame. Morgen, Sonnabend, wird innerhalb der Richard Strauß⸗

zoche „Salome“ unter der persönlichen Leitung des Komponisten, mit den Damen Kemp, Hafgren⸗Waag, Birkenström und den Herren inck. Philipp,

Braut von Spielleiter ist

ta 2

nd Dr. E

gleichberechtigten Vorstehern

nd zwei Stellverrretern bezieht, einem Ausschusse zur Es folgte eine Magistratsvorlage, wonach

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erhöht werden. Die Vorlage wurde angenommen. Da die recht⸗ eitige Feststellung des Haushaltsplans für 1319 nicht hat ermöglichen lassen, beantragte der Magistrat, um vom 1. April ab die auf das neue

leisten zu können, die Regelung für die Monate April, Mai nach Maßgabe der Bewilligungen des alten Haus⸗

Es folgte ein dringlicher Antrag der Stadtv. Koch und Genossen

. 88

es vom 21. zntur im Binnenlande über 10, in Westfalen bis 13 Grad, während sie andererseits in der ersten Monatshälfte sogar an vielen Orten des Westens unter 15 Grad herabsank. G das Minimum mit Ausnahme weniger Stationen an der M. as der Tage (im Osten an mehr als 20); auch wurden übera mehrere (im Osten über 10) Eistage gezählt, an denen das Maximum der Temperatur unter dem Gefrierpunkte

harte. Schnee nicht häufig gefallen, doch war der infolge des anhaltenden Frostes im Anschluß an die

Boden letzten

bis zum 16. mit Schnee bedeckt. Auch die Regenfalle der milden Periode sind nur unbedeutend gewesen, so daß es meist viel zu trocken war, besonders in Posen. Vereinzelt wurde in Schleswig⸗

der Verteilung der Mengen erkennen: 10 bis 50 Millimeter waren weitaus vorherrschend; im Binnenlande Ost⸗ und Westpreußens sielen

mniedergegangen: in den Vergischen Landen, westlich des Niederrheins (an der Niers), im Südwesten, besonders in der Eifel (bis über 75 mm), auf dem Hunsrück, im Egarbrückener

Vogelsberg (bis über 75 mm)

2

Einfluß nord, oder osteuropäischer barometrischer Maxima hbei tiesem Luftdruck im Süden des Erdteiles, so daß die strenge Kälte anhielt. Eine Aenderung erfolgte erst am 3., Westeuropva ein flacher Hochdruckteil lagerte. Zu schwachem wetter kam es aber nur im westlichen Küstengebiet.

das Festland reichende Hochdruckzunge etwas so daß Norddeutschland verhältnismäßig niedrigen

1 niedr Barometer stand hatte, fanden nur leichte Schneefälle statt.

Mit dem

vom 7. ab wieder Auftlaren und strenge Kalte ein, die am 8. meis ihren Höhepunkt eneichte, sodann aber allmäblich nachließ. al

das Hochdruckgebiet infolge des Auftretens nordischer Depressionen immer mhr nach Süden und Südosten hin abgedrängt wurde; jedoch hielt das Frostwetter im allgemeinen noch bis zum 15. oder 16. an. In den folgenden Tagen bedeckte 88 mäßig tiefer Lufidruck den größeren Teil von Europa: trüber Himmel und schwaches Tauwetter herrschten vor. Vom 20. ab stand die Witterung unter dem Einfluß von Westen nach Osten fort⸗ schreitender Tiefdruckausläufer: etwas lebhaftere Winde aug füdlichen und füdwestlichen Richtungen führten fehr milde Luft herbei. Erst vom 25. ab bewirkte ein über Skandinavien, später über Nordosteuropa befindliches Hoch in Ostpreußen abermals Frostwetter, das am Monals⸗ schluß sich westwärts bis etwa zur Elbe hin ausgebreitet hatte.

*

Magdeburg, 27. März. (W. T. B.) Spartakisten stuürmten in angermünde cinen im Hafen liegenden war. Sie plünderten die Schiffe aus. Herbeigerufenes Militär cbenfalls von ihrer Waffe Gebrauch; auf beiden Seiten gab es Tot⸗ und Verwundete. Den Truppen gelang es schließlich, den Hafen zu räumen. .

Simbur 9 2 2000 deutsche Sanitaätsmannschaften aus ameri⸗ kanischen Lagern in Limburg, als der ersten vom Feinde 1 besetzten deutschen Stadt, ein. Es wurde ihnen ein festlicher Empfang durch Vertreter der Militärbehörden des Kreises und der Stadt Limburg zuteil⸗ eee

82

1 8

Forfetung des Richtamtichen in ver Ersten Beilage)

Theater.

Opernhaus. (Unter den Linten.) Sonnabend: 81. Darer⸗ kezugsvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sid aufgehoben. Richard⸗ Strauß⸗Woche. 3. Abend: Unter versönlicher Leitung des Kom⸗ ponisten: Salome. Diama, in einem Aufzuge nach Oskar Wildes gleichnamißer Dichtung in deutscher Uebersetzung von Hedwig Lach⸗ mann. Musik von Nichard Strqpiß. Bachmann. Anfang 7 Uhr.

Schanspielhaus. (Am Gendarmenmarkt.) Sonnab.: 83. Dauer⸗ bezugvorstellung. Dienst⸗ und Freiplätze sind aufgehoben. Die Faeeh itn Mesthe 28 Frauerspiel mit Chören in vier Aufzügen von ziller. Spiel⸗ leitung: Dr. Reinhard Bruck. Anfang 7 Uhr. 8 Sonntag: Opernhaus. 248. Kartenreservesatz. Der Dauerbezug,

gehoben. Die Meisterfinger von Nüruberg. Akten von Richard Wagner. Nachmittags: I. und II. Akt. Anfan 3 Uhr. Abends: III. Akt. Anfang 7 Uhr. . Schauspielhaus. Nachmiltags: 19 Dauerbezug, die ständig vorbehaltenen sowie die Dienst⸗ und Frei⸗ vlaͤtze sind aufgehoben. 8. Volksvorstellung zu ermäßigten Preise: Die Braut von Messing oder Dir sfeind⸗ lichen Brüder. Anfang 2 Uhr. Abends: 89. Dauer⸗ bezugcvorstellung. Dienst⸗ und Freiplähe sind aufgehoben. Othello. der Mohr von Penedig. Trauerspiel in fünf Aufzügen vor Spielleitung: Dr. Reinhard Bruck. Anfang 4 Uhr.

Familiennachrichten.

Verlobt: Frau Margarete Huth, geb. von Rüts, mit Hrn. Wilhelm Klein (Zehlenvorf⸗West —-Berlin⸗Wilmers⸗ orf). Verehelicht: Hr. Oberleutnant d. Res. Carl Duval de Navarre mit Frl. Lilli Schrllow (Freiburg i. B.). Geboren: Eine Tochter: Hrn. Major a. D. Friedrich von Barby (Loburg I1 b. Magdeburg). Hrn. Regierungbreferendar Heinrich Neubaur (Halle a. S.).

Verankwertlicher Schriftlelter: Direktor Dr. Tyrol. Charlottenburt.

eee nhh. für den Anzei il: Der Vo r der Geschäftsstelle, dechnungsrat Mengerinag in Berlin.

Verlag der Geschäftsstelle (Mengerina) in Berlin. 4

Druck der Nord Guchd und Verlagsanstall. 2

Acht Beilagen [eiaschlleßlich Börsendeilage und Waremselcheabeslage Nr. 242)*

überschuß von siber 1 Grad verzeichnet. Besonders milde war

sowie die altsangabe Nr. 12 zu Uer. 5 5ezauas en Nnafigers. v

Unter den Gefrierpunkt gel

als das Hochdruckgebiet über Nord⸗

Spielleitung: Hermann

die ständig vorbehaltenen sowie die Dienst⸗ und Freiplätze sind auf- Oper in drei

bis 23. Februar; in diesen Tagen erhob sich die Tempe⸗

der⸗

Januartage in den östlichen und mittleren Landesteilen noch etwa

Holstein und im Südwesten der langjährige Durchschnitt überschritten. Die Miederschlagskarte läßt wiederum eine große Gleichförmigkeit in

stellenweise sogar noch weniger, dagegen sind mehr als 50 mm her⸗ im Rothaargebirge,

Kohlengebirge (bis über 100 mm) und im Taunus, ferner auf dem dein Thüringer⸗ und Frankenwalde, dem Harz und in den Sudeten (im Adlergebirge bis 110 mm). In den ersten Tagen des Februar stand Norddeutschland unter dem

europa einem, ausgebreiteten Tief Platz gemacht hatte, während

u⸗., K Auch als in den folgenden Tagen im Rücken der nordischen Depression sich hoher Luftdruck ausbildete und sich gleichzeitig die von Südwesten über

verstärkte.

Vordringen eines barometrischen Maximums von Nonden her trat

Schleppzug mit Proviant, der für den Grenzschutz bestimmt 8

wurde mit Schüssen empfangen. Darauf machte die Truppe

27. Mäͤrz. (W. T. B.) Gestern abend hafen

der Die feindlichen Brüdrer. Ein

199. Kartenteserbefatz. Der

1“

en Rei

1 11“ 88

NNiichtamtliches. Dentsche Nationalversammlung in Weimar. 30. Sitzung vom 27. März 1919. (vericht von „Wolffs Telegraphenbüro“.)

Am Minhistertische: die Neiche minister Scheidem Schiffer, Graf von Brochdorff, Noske, Gothein Dr. Bell und Dr. David. 1 2

Auf ver Tagesordnung steht die Beratung der Ent⸗ würfe eines vierten Nachtragsetats für 1918 und eines Notetats für 1919. Der Nachtragsetat enthält die Anforderungen für den Reichspräsidenten (wonatlich 100 000 Aufwandsgelder) sowie für das Reichs⸗ arbeitsministerium und das Reichsschat⸗ ministerium. Der Notetat sieht die vorläufige Regelung der laufenden Ausgaben für das Rechnungsjahr 1919 vor.

Reichsfinanzminister Schiffer begründet beide Vorlagen unter Hichweig auf ihren vorläufigen Charakter. Hoffentlich brächten schon die nächsten Wochen klare und endgültige Verhältnisse. Aber im Interesse einer besseren Uebersicht und nicht zuletzt in der Erwägung daß es nicht angängig sei, die Purchsichtigkeit unserer Finanzen au unr für einen Tag verschleiern zu lassen, seien die beiden Vorlagen dein Hause unterdreitet worden.

bg. Schulz⸗Hstpreußen (Soz.): Jedetmal, wenn die politische Entwicklung einen etwas ruhigeren dans anzunehmen schien, kamen Bedrohungen von innen und außen. Ein Wunder ist es ia⸗ nicht, denn die Hoffnung auf schnellen Frieden hat sich nicht erfüllt. Hierfür waͤre die Aufhebung der Hungerblockade ein besseres Mittel gewesen als irgend eine militärische Maßnahme. Damit wäre zugleich gegen den Bolschewismus ein wirksamer Damm aufgerichtet worden. Solange der Bolschewismus sich darauf beschränkt, seine Ideen mit geistigen Waffen zu propagieren, wollen wir ihm mit. geistigen Waffen antworten. Sowie er aber mit Handgranaten zu überzeugen Lucht, billigen und verlangen wir, daß der Staat seine schärfften Machtmittel dagegen anwendet. Das aleiche erwarten und verlangen wir von ihm bezüglich der Gefahren, die von rechts drohen. Noch sehen wir nicht die unmittelbare Gefahr einer Gegenrevolution, aber hier heißt es, schon den Anfängen entgegenzutrelen. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Bei der gestrigen Rede des Herrn Scheidemann kam von rechts „Unwürdig“. Ich nehme an, mit diesem Ausdruc sollten gewisse Strahendemonstrationen gekenn⸗ Denn unwürdig ist in der Tat, wenn gewissenlose und politisch verhetzte Männer eine Kundgebung des gesamten Volkes und aller Parteien in aufhetzender und herausfordernder Weise ausnutzen, um erbärmliche politische Geschäfte zu machen, und es beißt die Würde des deutschen Volkes /wahren, wenn man ein derartiges politisches Bubenstück abschüttelt. Dafür sind wir dem Ministerpräsibenten Scheidemann dankbar, nicht als Partei⸗ Lenossen (Lachen rechts), sondern als Vertreter des varlamen⸗ tarischen Deutschlands. (Beifall b. d. Soz.) Aber diese Vorgange vom Sonntag waren nur ein vergleichsweise harmloser Puftakt zu den gestrigen Vorgengen in der Preußischen Landesversammlung. Hier hut Herr von Farbgeff ewe aufreizende Rede gebalten. die nichts weiter als die Schilderbebung der Gegenrevolution dedeutet. (Sehr richtig! bei den Soz.) Ich sehe davon ab, daß er die niedrige Ver⸗ dächtigung aussprach, sozlalistische Agttatoren bätten sich in unehren⸗ kafter Weise an öffemichen Geldern berrichert, (Sehr richtig! rechls.) Das sagt der Vertreter einer Klasse, die aus der alten Ordnung die größten Prosite und, ungemessene Reichtümer gezogen bat, und er wagt es gar, Einzelfälle zu verallgemeinern und Ehren⸗ männern ebrenruüͤhrige Vorwürfe zu machen. (Sehr richtig! bet den Soz.) Dagegen muß ein Wort der leidenschaftlichsten Abwehr gesprochen werden gegen einen anderen Satz, den er ansgesprochen at: Die Revolution ist das größte Verbrechen, das je am deutschen Volke begangen worden ifl. (Stürmische Rufe: Sehr richtig! rechts; Un⸗ ruhe, Lärmen und Pfulrufe b. d. Scz.) Weiß denn Herr von Kar⸗ dorff nicht, daß er damit die Gefühle von Millionen Deutscher (Zu⸗ ruf rechts: Millionen Verbrecher! Große Unruhe b. d. Soz.) in unerhörter Weise verletzt? (Beifall b. d. Soz., Wir Sozialdemo⸗ kraten haben, dic Revolution nicht gewollt. Wir hätten gewünscht, daß freie Bahn auch ohne die Gewaltsamfeiten einer Revolution ge⸗ schaffen worden wäre. (Hört, hört!) Revolutionen werden nicht gemacht. (Widerspruch und Gelächter rechts.) Revolutionen sommen wie elementare Ereignisse. Sobald die Revolntion eimnal da war, gilt und galt für uns Sozialdemokraten, 18 den Interessen des deutschen Volkes dienstbar zu machen. aran haben wir nnahläfsig gearbeitet seit dem 9 November, und nur wir konnten es, die Partei des vositiven schöpferischen Ausbaues des Sozialismus. (Gelächter und Zuruf rechts: Was bhaben Sie denn erreicht ?) Was baben Sie (nach rechts) denn erreicht, als Sie sich in den Nopembertagen zitternd vor der Revolution verkrochen? Wir haben versucht zu reiten, was noch zu retten war, und trotz der trüben Gegenwart vertagen wir nicht, und wir sind der festen leber⸗ vengung. Man wird dermaleinst die Revolution preisen als die große, breite Pforte für eine glückliche Jukunft des deutschen Volkes. Beifall b. d. Soz.) Leider werden uns immer wieder Knüvppel zwischen die Beine geworfen, wenn wir zur Ordnun zurückkehren wollen. Einen der schlimmsten Knüppel hat uns gestern Herr von Kardorff zwischen die Beine geworfen. Es soll keine Drohung, aber ine Warnung sein. Hüten Sie sich, meine Herren, die Sie etwa Kardorffschen Ideen b8n2 wir lassen uns die revolutionären Errungenschaften weder besudeln noch zertrümmern. (Lebh. Zu⸗ stimmung b. d. Soz.) Hüten Sie sich, daß Sie nicht eine neue Repo⸗ lution vorbereiten. Die erste ist gezügelt worden durch den deutschen Sozialismus. Ein ve Mal könnte es anders kommen. (Lebh. Just. b. d. Soz.) An die Regierung richte ich die Frage, ob die

rilsrung des russischen Volkskommissars Tschit scherin richtig ist, daß deutsche Truppen den linken Flügel einer sfoßen Offensive gegen Rußland darstellen, die offenbar im

ftrage der Entente unternommen sei. Ich beantrage, die Ueberweisung des Nachtragsetats an den Aubschuß. Wir wünschen dort nähere Mitteilungen der Regierung darüber, wodurch die hohe Summe von 100 600 monatlich an Aufwandsentschädigun für den Reichspräsidenten notwendig geworden ist. Wir Soztal⸗ demokraten haben gewiß das greßt⸗ Vertrauen, aber wir sehen in

iner schlichten ucs einfachen Gestaltung der Amtsführung des

eichspräsidenten eine dringende Notwendigkeit, auch mit Rücksicht auf die jetzige Lage Deutschlands. (Sehr richtig! links.) Die mit dem brnn des Reichspräfidenten verbundenen sachlichen Auf⸗ 2. vEe 868 den versönlichen Aufwendungen. 8

r ar . hältern nicht Ab⸗

u

wir au

p Wir wuüͤnschen weiter . ugwesen jetzt schon privaten

Rhederer ssen worden st, waͤhre sich doch ganz desondets

zur Pozialisterung eignet. ((Sehr richtig! links.) Eine Erhöhung

der Alters⸗, Invaliden⸗ und Unfallrenten und der Unterstützungen

der Angehörigen ven Kriegsgefangenen ist notwendig. Wir müssen

zeichnet werden.

Rhevereien 4

7

8

nzeiger un Preußischen Staa

BBnn 1l

Verlin, Freitag den 28 März

——

endlich wieder Ordnung schaffen in unseren Finanzen und in unserem ganzen politischen Leben. (Lebhafter Beifall bei den Sof.)

Reichswehrminister Noske: Auf die Anfrage des 289. Schulz megen der Aeußerung des russischen Volkskommissars T itscherin habe ich zu erklären: Wenn der russische Staatsmann von an⸗ stürmenden deutschen und volnischen Truppen gesprochen hat, so ent⸗ spricht diese Bebauptung, soweit deutsche Truppen in Betracht kommen, nicht den Tatsachen. (Hört! Hört!) An den Kämpfen im Baltikum sind hauptsächlich jeitische und litauische Truppen beteiligt. Heutsche Truppen haben in den Wochen nur eine Operation von ganz geringfügiger edeutung vorgenommen, die in der Presse zu Unrecht als ein großer Sieg der deutschen Truppen über die Russen gefeiert worden ist. Es handelte sich dabei lediglich um die Besetzung einer Bahnlinie auf beschränktem Raum, um den Nachschub besser sicherzustellen. Seit⸗ dem ist ein Stillstand der Operationen eingetreten. Es bestebt wischen der Obersten Heeresleitung und der Reichsregierung darüber, daß von den deutschen Truppen keme Offensivbewegung in Kurland und Litauen unternommen wird. Eine gewisse Sicherung der deutschen Ostgrenzen wird leider noch er⸗ forderlich sein, aber die Reichsregierung ist nur von dem lebhaftesten Wunsche erfüllt, auch mit Rußland in Frieden und guter Nachbar⸗ schaft zu leben. (Beifall.) 8 1 1

Abg. Mayer⸗Schwaben (Zentr.): Die Anforderungen für den Reichspräsidenten werden wir genau prüfen. Rein äußerlich muß es den Anschein erwecken, als ob der deutsche Reichspräsident mehr Ein⸗ kommen bat, als seine Kollegen in den Vereinigten Staaten und in Frankreich zusammengenommen. Im Interesse des Reichspräsidenten selbst muß eine Trennung der persönlichen und sachlichen Ausgaben erfolgen. Mit der Sanierung unserer Reichsfinanzen muß bald begonnen werden. Wir können nicht warten, bis unsere Wirtschaft wieder gesundet ist. Wenn wir hier schrittweise vorgehen, wird sich langsam wieder der Wert der deutschen Marf heben, von dem wir annehmen, daß er jetzt den Tiefstand erreicht hat. Mit dem Grundgedanken der Rede des Mintsterpräsidenten. sind wir durchaus einverstanden. Auch wir glauben, daß die Forderungen des Siegers ihre Grenze sinden müssen an den ewigen Gesetzen der Moral und der Mernschlschkeit. (Sehr richtig! b. d. Mehrheit.) Jede Ueberspannung der Forderungen muß auf den Sieger selbit zurückfallen. Schon ballen sich im Osten die Wolken des Bol⸗ schewismus zusammen und drohen sich über ganz Europa zu ent⸗ ljaden. Mögen unsere Gegner dafür endlich das notwendige Ver⸗ ständnis finden im Interesse Europas und der ganzen Welt. (Sehr wahr! b. d. Mehrheit.) Wir sind bercit, die 14 Pantte Wilsons restlos und loval zu erfüllen. Wir erwarten aber dasselbe auch von unseren Gegnern. (Sehr richtig! b. d. Mehrheit.) Negierung und Nationalversammlung haben die Pflicht, alle Versuche diese klare Stellungnahme zu durchkreuzen, mit Entschiedenheit zurückzuweisen. (Zustimmung b. d. Mehrheit.) Solche Versuche besteben links und rechts. (Widerspruch rechts.) Zweifellos zielt eine Bewegung darauf ab, uns don der Erfüllung der An⸗ erkennung der Wilsonschen Punkte abzudrängen. Die Regierung hat das Recht und die Pflicht, solchen Versuchen, die verwerklich und gemeingefährlich sind, energisch entgegenzutreten. (Zustimmung b. d. Mehrheit) Allerdings glauben wir, daß den Vorfällen in Berlin vom letzten Sonntag nicht die Bedeutung beizusegen ist, die ihnen der Ministerpräsident zugesprochen hat. (Sehr richtig! bei den Demokraten und im Zentrum.) Die Einrichtung eines Staatsgerichts⸗ hofes haben wir schon früher im Zusammenhang mit dem Minister⸗ verantwortlichkeitsgesetz verlangt. Wir würden es bedauern, wenn jetzt dem Staatsgerichtshof eine Ausnahmestellung insofern eingeräumt würde, als er zur Aburteilung gewisser Persönlichkeiten, die es wünschen, oder von deren Aburteilung man sich eine Klärung von Schuldfragen verspricht, dienen soll. Unsere Stellungnahme zu diefer Frage im einzelnen behalten wir uns vor, bis der Entwurf vorliegt. (Beifall im Zentrum.)

Abg. Dr. Graf von Posadowsky (D. Nat.): Wenn die Rogierung den Wunsch der Wiederbelebung unseres Wirtschaftslebens hat, so hat ihre Haltung auf wirtschaftlichem Gebiete bisher keines⸗ wegs dam beigetragen, diesen Wunsch zur Erfüllung zu bringen. (Sehr richtig! rechts.) Das Sozialisierungsgesetz entzieht dem Unternehmer sein Eigentum zu einer Zeit, da es der persönlichen Tätigkeit und Sachkenntnis des Eigentümers bedarf, um den Betrieb wieder ins Leben zu rufen. Die Eezlasterang. erfähtt eine immer weitere kommunistische Auslegung, und die Regierung tritt solchen phantastischen Projekten nicht entgegen. Bei der Schuldenlast des Neichs müssen die besitzenden Klassen zu Steuern herangezogen werden, aber die Vermögensvermehrung während des Krieges durch Sparsam⸗ keit darf nicht ebenso erfaßt werden wie die Kriegsgewinne im engeren Sinne. (Sehr richtig! rechts.) Die Besteuerung des Vermögens und Einkommens darf nicht bis zur Enteignung gehen. Das Eigentum ist die Grundlage jeder Familie, jedes geordneten Staatswesens, jeder geordneten Gesellschaft; auf dem Gefühl, daß das Eigentum heilig und gesichert ist, beruht unser ganzes wirtschaft iches Leben. (Sehr richtig! rechts.) Aber das Eigentum sieht jetzt fast wie ein Makel aus. Das Experiment der Sozialisierung und die Aeußerungen der Regierung über die Steuerpolitik haben weite Kreise tief beunruhigt. (Sehr richtig! rechts.) Diese Kreise sagen, wozu sollten sie sich abarbeiten und Geld in wirtschaftliche Unternehmungen stecken, wenn der Gewinn durch Besteuerung ihnen wieder entzogen wird? (Sehr wahr! rechts.) Der Ministerpräsident hat gestern die Teilnehmer der Ver⸗ sammlung im Zirkus Busch hart angegriffen, die das vater⸗ ländische Ziel hatten, Protest gegen die Zerstückelnng Deutschlands zu erheben. Ich war aufgefordert, das erste Referat in dieser Versammlung zu balten, konnte aber leider dieser Einladung nicht folgen. Kann der Ministerpräsident sich wundern, wenn unter den Verhältnissen der Revolution man sich in weiten Kreisen des Volkes nach dem Fustafd vor der Revolution zurücksehnt? (Sehr gut! rechts. Rufe links: Kriegsgewinnler!) Das ist rein menschlich und hat mit Kriegsgewinnen nichts zu tun. Arbeiten Sie doch nicht mit solchen Schlagworten. ie lange im stillen vorbereitete Propaganda hat den Verband unseres Heeres an der Front und in der Etappe allmählich gelockert, und schließlich sind wir durch diese Propaganda wehrlos geworden. Folgen: Der Zusammen⸗ bruch in der Ostmark, die Vernichtung einer ausreichenden Vollzugs⸗ gewalt, ohne die keine Regierung regieren kann, wie sich jetzt eigt, und im Innern Bürgerkrieg und Anarchie. Bei aller Knapp⸗ heit haben wir uns durch vier Kriegsjahre recht und schlecht durch⸗ geschlagen. (Rufe links: Wir auch, wir alle!) Aber durch die Revolution wurde unser ganzer Regierungsapparat desorganisiert, es wurde geplündert und geraubt, wertvolle Massen von Lehens⸗ mitteln wurden vergeudet und verschleypt. Die Revolution hat die Zustände in der Ostmark herbeigeführt. (Lebhafte Zustimmung rechis.) Infolge dessen bört die Zukunft der Osftmark auf, und wenn wir jetzt unter den schwersten Bedingungen unsere Feinde bitten müssen, uns zu ernähren, so ist das eine indireite Folge der Revolution. (Sehr wahr! rechts.) Durch die Revolution und ihre Wirkun cf unser Heer hat unzweifelhaft auch das Ansehen des deutschen Ramens im Auslande sehr ge⸗ litten. Ist es da ein Wunder, Herr Mmisterpräsident, wenn weite Volkskreise zurückdenken an die Zeit, wo im Staate recht⸗ liche Erdnung und Sicherbeit der Rechtssphäre jedes einzelnen bestanden? Und wenn Sie noch viele solcher Reden

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dieses Volksbewußtsein werden Sie mit aller ihrer Beredsamkeit nicht aus den Herzen reißen. (Sehe richtig! rechts.) Wenn der Ministerpräsident solche Stimmungen

nicht vertragen kann, so soll er nicht mehr von der Freiheit

im neuen Reich sprechen. Wenn die Regierung solche Aeußerungen nicht vertragen kann, dann ist ihre Freiheit nur ein Aushängeschild für urteilslose Massen. Nichts als en Blendwort für Leute, die

nicht tiefer sehen. (Sehr richtig! rechts.) Herr von Kardorff wird

Manns genug sein, um iich in der preußischen National⸗ versammlung gegen die Angriffe hier wirksam zu ver⸗

teidigen. Ich bin vierzehn Jahre in den Sitzungen des Reichs⸗

tages gewesen und sechs Jahre Mitgiied des Reichsꝛages gewesen. Wenn ich mir die Reden vergegenwärtige, die damals von der

Partei des Herrn Ministerprisidenten gegen die Regierung und gegen die bürgerlichen Parteien gehalten wurden, mit gleicher Schärfe und

welcher vernichtenden Bitterkeit, und wenn ich jetzt sehe, daß der

Ministerpräsicent in diese Aufregung gerät über die Reden im Zirkus Busch dann hat sich sein Porträt sehr verändert. (Zustimmung und Heiterkeit.) Der Ministerpräsident sollte seine Talkraft lieber ver⸗- wenden gegen Bestrebungen, die ihn sonst ernstlich bedrohen. Die Arbeiter⸗ und Soldatenraͤte bilden ein Nebenparlament, das die Re⸗

gierung neben der Narionalversammlung nicht dulden darf.

(Sehr richtig! rechts.) Die Arbeiter, und Soldatenräte

desorganisieren die Lokalverwaltungen durch die allergrößten Uebergriffe. Wenn die Regierung die Arbeiter⸗ und Sol⸗

datenräte nicht aus dem Staatsleben ausschaltet, so werden

bald die Füße derer vor diesem Hause stehen, die diese Regi rung hinaustragen werden. (Sehr wahr! rechts.) Wir brauchen einen Mann mit staatsmännischen Eigenschaften, mit der Kraft und Be⸗ gabung, ein wahrer Restaurator germanies zu werden, der Richter

und Schöpfer eines Reiches, in dem alle Parteien Luft und Lich

haben. (Sehr richtig! rechts.) Die gestrige Rede des Herrn

Ministerpräsidenten enthält so ungeheuerliche Anschuldigungen

daß die Deutschnationale Volkspartei einmütig folgende Er

tlärung abgibt: „In dem schärfsten Protest gegen die maß

losen Forderungen der Entente gehen wir mit der Regierung einig; wir sind der Ueverzeugung, daß unsere Feinde nicht nur zu verwirten, sondern auch die entsetzliche Lage, in welche das Deutsche Reich durch die Revolution gebracht worden ist, wucherisch

auszubeuten entschlossen sind. Staatsmännische Weisheit hätte nun

alles darauf eingestellt, die sämtlichen Kräfte der Nation zur einheit⸗ lichen Abwehr zusammenzuschließen. (Sehr richtig! rechts.) Stat

dessen hat der Herr Ministerpräsident durch die Grundlosigkeit seine

gestrigen Anschutdigungen und durch die Schärfe seiner Ausdrucksweis

das Gegenteil bewirkt und in den Herzen von Millionen Deutscher, die nicht gesonnen sind, ihr vaterländisches Empfinden herabsetzen zu lassen, tiefe Ewpörung hervorgerufen. (Sehr richrig u. lebb. Zustimmun

rechts.) Deutschlands Zukunft verlangt an der Spitze der Re⸗

gierung einen Mann, der den Empfindungen der ganzen Nation ge⸗

recht zu werden versteht (Sehr richtig! rechts), keinen bloßen Par⸗- teiredner, der für nationale Regungen nur soweit Verständnis empfindet, als sie sich im Rahmen eines Parteiprogramms be

wegen. (Große Unruhe und Rufe. Unerhört, Frechbeit, Wer sind die Millionen, die das wollen? b. d. Soz.). Sie (z. d. Soz.) werden gleich noch mehr hören: Die Unbhabhäugigen, die durch den Terror der Straße die heutige Reicheverdrossenheit mitverschuldet haben. hat der Herr Mnnisterpräsident sehr gelinde behandelt; desto schärfer wandte er sich mit einer unzweideutigen Handbewegung gegen die Rechte. Er benutzte dazu den Umzug, an dem sich Bürger und Arbeiter und auch der Nationalverband Deutscher Offiziere am letzten Sonntag beterligt haben. (Zuruf b. d. Soz.: Ludendorff!) Nie würde man im Ausland über Offiziere, die ihr Leben im Krieg

und zu Hause zur Sicherung der Ordnung in die Schanze geschlagen haben, in so wegwerfendem Tone sprechen, wie es gestern di

deutsche Regierung getan hat, welche überdies durch ihr Wahl⸗ recht jedem Zwanzigjährigen das politische Reifezeugnis aus⸗ stelt. Es ist eine beleid gende Unterstellung, daß jene Männer für die armseligen Lappalien einer Partei, einer Kaste und und einer Clique eingetreten seien. Sie haben vielmehr als gleich

berechtigte Staatsbürger von dem Recht der Freiheit ihrer Meinungs⸗ äußerung Gebrauch gemacht, das ihnen kein Ministerpräsident in emer freien Republik nehmen darf. (Beifall rechts.) Das deutscho Volk fühlt sich um die Hoffnung auf einen gerechten Frieden, die ihm die Revolutionsregierung gemacht hat, betrogen. Ganz von selbst ferdert die Gegenwarr die weitesten Kreise des Volks zum Vergleich mit früheren besseren Zuständen heraus. Die Tatsachen sind es, die gegenrevolutionär wirken, nicht reaktionäre Verschwörungen. (Lebh. Beifall rechts.) Kompiotte gegen die Regierung werden auf der äußersten Linken geschmiedet, die Tag und Nacht an ihrem Sturze arbeiten. In vollem Wider⸗ spruch mit sich selbst verdächtigt der Ministerpräsident die Teilnehmer jenes Umzuges, daß sie dem Auslande einen chauvinistischen Schrecken vor einem wiederauflebenden deutschen Milttarismus ein⸗ gejagt und darum pollitische Sabotage getrieben haben. Denn gleichzeitig gibt er zu, daß das „deulsche Land seiner militärischen Kräfte fast bis zur Vernichtung entblößt ist“, durch politrsche und militärische Sabotage hat die Revolntion das deuische Land so wehilos gemacht, daß uns heute die Welt alles zu bieten wagt. (Sehr richtig! rechts.) Jene Umzüge wollten au der Straße nichis anderes ausdrücken, als was vorher im Zirkus Busch erklärt wurde: den leidenschaftlichen Protest gegen die Zerstückelung des deutschen Reiches;! Diesem Willen gaben sie elementaren Ausdruck durch die Erinnerung an die alte Zelt, in der eine solche “n unmöglich gewesen wäre. (Sehr richtig! rechts.) Daß Genera

Ludendorff „nicht zufällig“ auf der Straße war (Zuruf b. d. Soz.: Nein, zufällig nicht), oder gar die Ovat onen der Teilnehmer absicht⸗ lich erbeigeführt hätte, ist eme nachweislich unwahre Unterstellung. (Widerspruch, Lärm und Zurufe bei en Soz.: Das glauben Sie doch selber nicht!) Welche Berachtung ladet man vor der ganzen Welt auf Deutschland, wenn ein General, dessen unvergleichliche Pflichttreue und gewaltige Leistungen im vierjährigen Kriegsdienst an verantwortlicher Stelle niemand, am allerwenigsten die Entente, anzutasten wagt, von dem leitenden Minister so geringschätzig und feindselig behandelt wird, wie wir gestern erleben mußten. Wir halten das mit der Würde einer deutschen Nationalverfammlung für unvereinbar. (Beifall und Zustimmung rechts.) Wie sich die jetzige Regierung verbitten würde, wenn man von Scheidemännerei sprechen würde, so verbittet sich das deutsche Volk den Ausdruck „Ludendorfferei“. (Lärmender Widerspruch bei den Soz. und Zurufe: Welches Volk? Wie können Sie im Namen des deutschen Volkes sprechen wollen?) Was gestern in Aussicht gestellt wurde, das ist kein unparteiischer Gerichtshof wie man ihn wünschen muß, sondern ein Gericht, dem der Herr Ministerpräsident seibst schon den Weg zu seinem Urteil mit dem Wort vom „Landesrat“ vorgezeichnet hat. (Sehr richtig! rechts.) Es widerspricht jedem demokratischen Her⸗ kommen in allen Ländern, Sondergerichte einzuführen und Seealaesez⸗ mit rückwirkender Kraft aufzustellen. Im Ginklang mit dem Wort des Ministerpräsidenten von dem „Friedensechs der Gerechtigkeite, auf dem sich die neue Sractezgesellschefr aufbauen soll, verlangen wir, daß zuerst im eigenen Lande kein Akt persönlicher Rache das Friedensbedürfnis des Volkes stören darf. Es war kein Zeichen von Stärte und Sicherheitsgefühl der

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