Nachweisung
“
“
der in den Hauptbergbaubezirken Preußens im Jahre 1919 verdienten Bergarbeiterlöhne.
I. Durchschnittslöhne sämtlicher Arbeiter.
Gesamtzahl der Arbeiter
Verfahrene Arbeit⸗
schichten auf
Verdiente rei ne Löhne (nach Abzug aller Arbeitskosten sowie der Versicherungsbeiträge)
1 Arbeiter
Art und Bezirk des Bergbaues
8 8
Jahr Jahr 1919 1918
im ganzen
auf 1 verfahrene Schicht
auf 1 Arbeiter
(abgerundet auf ganze Zahlen)
Jahr 1919
Jahr
1918
ℳ ℳ
Jahr Jahr 1919 1918 ℳ ℳ
Jahr 1919 ℳ
Jahr 1918 ℳ
1.
132
6. 7.
I“
10.
11.
a. Steinkohlenbergbau
in I
ab1111414“]; im Oberbergamtebezirk Dortmund:
a. Nördliche Reviere) „
b. Südliche Reviere2)..
146 314 31 388
280 375 79 631
118 503 25 329
245 006 66 716
309
297 300
320 .1S2
325 1 329
609 747 025 296 044 619 57 087 160
134 626 928 521 141 335
822 897 537
14,29 13,87
18,28 17,63
7,80 7,10
19,34 10,03
4167 4289
5425 5293
2498 2254
3359 3299
- 8
Summe O.⸗B.⸗A. Dortmund (a, Revier Hamm). bei Saarbrücken (Staatswerke). J„7671212 am linken Niederrhein.
b. Braunkohlenbergbau im Oberbergamtsbezirk Halle.. Lmnterhee4*“
c. Salzbergbau im Oberbergamtsbezirk Dale 1b im Oberbergamtsbezirk Clausthal
d. Erzbergbau in Mansfeld (Kupferschiefer) . “] 1152* in Nassau und Wetzlar. sonstiger rechtsrheinischer. . inkerheinischer. . .„ 8
369 273 52 358 13 902 15 573
322 883 43 267
11 044 12 562
69 150 19 884
36 648 10 648
11 450 10 772
5 879 5 503
11 801 3 161 13 769 6 676 1 775 2 369
13 198 2 640 10 327 7 149 4 546 2 939
298 327 299 317 307 327 296 320
301 307
316 314
291 291
309 309
268 298 305 293 291 306
308 295 313 301 305 300
— und ²) siehe Anmerkung ²) und ¹) der unteren Nachweisung. Hinzu tritt der Wert der wirtschaftlichen Beihilfen, insbesondere Brotkornzulage: im Jahre 78 = 8 ℳ „ 1918 = 0,
421 487 776 220 114 046
236 440 972 65 987 420 85 742 019
284 384 279 102 839 224
44 208 609 41 916 665
39 820 710 12 238 045 64 098 287 22 138 569 5 782 651 7 166 945
II. Durchschnittslöhne der einzelnen Arbeiterklassen auf 1 Schicht.
1 991 266 194 1 078 466 389 127 149 956 33 596 937 4² 079 189
81 260 928 32 529 386
13 784 633 13 160 922
31 136 416 5 921 001 29 750 867 13 782 498 10 764 194 5733 312
Un. Tagebauen be⸗ schäftigte Bergarbeiter
im engeren Sinne Arbeiter
Sonstige unter⸗ irdisch und in Tage⸗ bauen beschäftigte
schäftigte lichen und
Ueber Tage be⸗ ausschl. der jugend⸗
rbeiter
weiblichen
Süs hen
männ⸗ e Arbeiter unter 16 Jahren
18,12 15,11 15,43 18,62
10,26 9,27
9,30 10,46
13,67 16,85
7,02 9,73
13,00 13,36
7,58 7,75
12,57 1) 12,97 15,29 11,34 11,21
7,65 7,59 9,20 6,40 7,75
9,90 6,49
5392
4516 4746 5506
4113 5172
3861 3891
3374 ²) 3872 4655 3316 3258
3025
3340 2939 3042 3350
2217 3055
2345 2392
2359 2243 2881 1928 2368 1951
— für 1 Schicht.
Weibliche Arbeiter
reiner Lohn
Jahr
Jahr 1919
1919
Jahr 1918
von der samtzahl
von der Gesamtzahl
9 1
8 8 5 8 9-
der Arbeiter
ℳ
reiner Lohn
Jahr 1918
von der Gesamtzahl r
der Arbeite
(8.
reiner Lohn
Jahr 1919
Jahr 1918
von der esamtzahl — der Arbeiter
G
ℳ
̃
reiner Lohn
8”
der Arbeiter
hr 918
ℳ8
reiner
ahr 919
Lohn
Jahr
EE“
8 vH 2
8 &
10.
— —
13.
a. Steinkohlenbergbau in Oberschlesien.. in Niederschlesien.. im Oberbergamtsbezirk Dort⸗
mund:
a. Nördliche Reviere
b. Südliche Reviere*
21,8 20,03 39,7 15,57
15,07 14,41
gx
—₰+
41,8 440
22,67 21,67
16,73 15,78
2,33 6,23
8,61
7
Summe O.⸗B.⸗A. Dortmund (a, b und Revier Hamm) bei Saarbrücken (Staats⸗ I b .“ am linken Niederrhein.
b. Braunkohlen⸗ bergbau
im Seah unterirdisch
898 in Tagebauen
22,41
17,86 19,35 24,15
16,51
14/,12 14,02 16,56
16,67 14,41
13,80 14,17
14,82 17,61
14,04
Summe.. 14,91
Unksrheinischer..
c. Salzbergbau im Oberbergamtsbezirk Halle “ H““
d. FErsberghan in Mansfeld (Kupferschiefer) 13,79 9,04 nN6 16,20⁴) 10,09) i16* 18,31 11,21 in Nassau und Wetzlar.. 12,36 6,89 sonstiger rechtsrheinischer. 13,677 9,31 linksrheinischert.. 11,96 7,40
15,48 15,46
13,44 13,97
12,92 14,97) 14,60 10,96 10,62 9,05
¹) Gesamtzahl der Arbeiter vergl. Spalte 2 von I. ²) Nördliche Reviere: Lünen,
⁴) Siehe Anmerkung ²) bei I.
8,30 6,16 6,87 5,05
40,4
37,9 43,9
24,6 38,ͦ3 26,0 24,2 37,4 35,6
12,39 12,31
11,96 111,89.) 13,48 10,09 10,39 9,18
7,03 10,31
7,56 7,55
7,50 7,32⁴) 7,82 5,91 6,74
6,04
Essen I, Werden.
4,74 5,20
6,27 5,41) 5,39 5,57 5,07 4,26
ortmund II, Dortmund III, Ost⸗Recklinghausen, West⸗ Herne, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Essen II, Essen III, Oberhausen, Duisbur ¹) Südliche Reviere: Dortmund I, Witten, Hattingen, Süd⸗
Arbeitsstreitigkeiten.
Die Arbeiter des Dölitzer Braunkohlenreviers sind, wie das „Leipziger Tageblatt“ berichtet, gestern in den Aus⸗ stand getreten. Ihnen haben sich die Belegschaften des Bornaer Reviers bis auf die im Braunkoblenbergbau tätigen Arbeiter an⸗ geschlossen, die jedoch ebenfalls in den Ausstand treten wollen. Es ist ein Sympathiestreik für die Grubenarbeiter der Hubengofser Werke, weil dort 200 Arbeiter wegen Arbeitsmangels entlassen werden sollen.
Aus New York erfährt „W. T. B.“: Während die Aus⸗ standsbewegung der Eisenbahner am Montagabend im mittleren Westen zurückzugehen schien, hat sich die Lage im Osten und Süden allmählich verschlimmert. Die Zahl der Ausständigen hat sich erheblich vergrößert. Dies hat zur Stillegung des Fracht⸗ und Passagierverkehrs und zur Schließung der von den Eisenbahnen abhängigen Industrie vefübrr⸗ Die Lage des Zentrums von New York sich infolge Abnahme der Lebensmittelzufuhr.
Handel und Gewerbe.
— Das Meßamt erhielt laut Meldung des „W. T. B.“ von der französischen Besatzungsbehörde wegen Ab⸗ haltung der zwei Frankfurter Internationalen
fürchtungen werden,
sowie die
werden öffentlichten
Reisepaß können.
8e, . 1 ch 6mt; statt. Auf
“ es daß die
wieder ausreisen können. werden von den französischen Behörden Dazu schreibt das französischen Behörden deckt sich mit der vom Meßamt bereits ver⸗ usage der französischen Behörden, die Abhaltung der
steht zu erwarten, werden bewirkt werden köönnen. hierüber schon in den nächsten Tagen weiteres veröffentlichen zu
Aussteller
Teilnehmer des
B.“ eine Ze der
und
Kongresses
Meßamt:
Tagesordnung steht
die Besucher
Diese
27
a. Zusam
aus dem
ikats m
weiterhin keine
der
zweiten Frankfurter Internationalen Messe nicht zu behindern. daß die Ein⸗ und die Ausreise mit dem üblichen Das Meßamt hofft,
Messe folgende Erklärung mit dem Ersuchen um Bekanntgabe in der Presse: Um den ruhigen Fortgang des Frankfurter Wirtschafts⸗ lebens zu gewährleisten, werden die französischen Behörden der Durch⸗ führung und den Besuch der vom 2. bis 11. Mai stattfindenden zweiten Internationalen Messe und dem internationalen Wirtschafts⸗ kongreß keinerlei Hindernisse in den Weg legen. von Ruhe und Ordnung tehen, werden die Verkehrsvorschriften so geregelt
Wenn für die Auf⸗
Be⸗
Messe
unbesetzten Deutschland und dem Ausland ohne irgendwelche Schwierigkeiten düeß Frankfurt reisen, sich dort aufhalten und aus dem besetzten Gebiet Einzelheiten der Verkehrsbestimmungen rechtzeitig bekanntgegeben Mitteilung der
Es
— Am 21. April, Nachmittags 4 ½ Uhr, finder laut Meldung 8663 des en Kohlensynd ssen nsetzung d
städtischen Ausschüsse gemäß § 3 des Vertrags, Festsetzung der Ab⸗ e-g. und Entschädigung für Mehr⸗ und Minderabsatz (§§ 20 und 22 es Vertrags), Abrechnung über Mehr⸗ oder Minderabsatz im Ge⸗ schäftsjahr 1919 und 1920, Festsetzung des für Bindemittel endgültig der Umlageberechnung zugrunde zu legenden Preises für das Ge⸗ schäftsjahr 1920 (§ 30 Ziffer 1 des Vertrags), Bericht über die Lage.
— Die Anglo⸗Continentalen Guano⸗Werke Hamburg, schlagen laut Meldung des „W. T. B.“ vor, 6 vH für die Aktie zu verteilen.
New York, 30. März. (W. T. B.) Nach dem Jahres⸗ abschluß der United States Steel Corporation für das Jahr 1919 erreichten die Umsätze einen Wert von 1 448 557 835 Dollar gegen 1 744 312 000 Dollar im Vorjahre, 1 683 963 000 Dollar im Jahre 19 7 und 1 231 474 000 Dollar im Jahre 1916. Die Gesamteinnahmen nach Abzug aller Aufwendungen für den Betrieb beliefen sich auf 152 290 639 Dollar gegen 208 281 000 Dollar im Vor⸗ jahr, 304 161 000 Dollar im Jahre 1917 und 342 979 000 Dollar im Jahre 1916. Der Ueberschuß des Jahres betrug 26 159 780 Dollar gegenüber einem Ueberschuß von 28 935 000 Dollar im Vorjahre, einem Ueberschuß von 107 505 000 Dollar im Jahre 1917 und einem Ueberschuß von 201 636 000 Dollar im Jahre 1916. Auf die Vor⸗ zugsaktien wurden 25 220 000 Dollar zur Ausschüttung gebracht gegen 25 220 000 Dollar im Vorjahr, während die Summe für die Aus⸗ zahlung des Gewinnanteils für die Stammaktien 25 415 125 Dollar
betrug gegen 71 165 000 Dollar im Vorjahre, 91 494 000 Dollar im
Jahre 1917 und 44 476 000 Dollar im Jahre 1916.
—
Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts 8s am 12. April 1920. Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen
“ Nicht gestellt. b-.
gestellt: vom 11. April vom 12. April
Bericht
Cöln, 13. April. (W. T. B.) Englische Noten 228,00 bis 242,00, Französische Noten 343,00 erHensc Belgische Noten 370,00 — 435,00, Holländische Noten 2170,00 — 2450,00, Rumänische Noten 99,00 — 102,00, “ Noten 55,00 — 60,00, Schweiz.
119. 8 e n en, 13. April. (W. T. B.) Die gestrigen Vorgänge an der Berliner Boͤrse haben 828 hier der Spekulalion die 1S. Frsgesshr Kurstreibereien vor Augen geführt und eine um so stärkere Realisationsneigung an der Börse hervorgerufen, als sich neuerdings vermehrte Bedenken wegen Gestaltung der heimischen Geldverhältnisse eltend machten und wesentlich höhere Schätzungen des Züricher ronenkurses der Verkaufslust namentlich in den sogenannten Valuta⸗ papieren Vorschub leisteten. Die Anfangskurse hielten sich fast durch⸗ weg ganz wesentlich unter dem gestrigen Schluß, und im weiteren Verlaufe seßte sich die rückläufige Kursbewegung infolge mangelnder Aufnahmelust noch stärker fort, doch vollzog sich dies in aller Ruhe. Der Rentenmarkt zeigte gut behauptete Haltung, ungarische Kronen⸗ Seg 4 85 1. Fense. 7. B) A % G
ondon, 12. April. T. B. % Englische Konsols 46 ¼, 5 % Argentinier von 1886 88 ½, 4 % Benrersc von 89 4 5 % Mexikanische Goldanleihe von 1899 45, 4 % Japaner von 1899 53, 3 % Portugiesen 32 ½, 5 % Russen von 1906 21 ½, 4 ½ % Russen von 1909 12, Baltimore and Ohio 42, Canadian Pacisic 152, Erie 17, National Railways of Mexico 7 ¼, Pennsylvania 52, Southern Pacisiec 123, Union Pacific 149, United States Steel Corporation 131, Anaconda Copper —,—, Rio Tinto 36, Chartered 17/4, De Beers 25 ¼, Goldfields 1 ½16, Randmines 3 ½. 3 ½ 1 b- Sah ba- Eeeezangeihe 76 ½.
msterdam, 13. April. (W.T. B.) Wechsel auf London 10,60, Wechsel auf Berlin 4,97 ⅛, Wechsel auf Paris 16,35, Wechsel 89 Schweiz 48,55, Wechfel auf Wien 1,40, Wechsel auf Kopenhagen 49,80, Wechsel auf Stockholm 59,25, Wechsel auf Christianta 53,60 Wechsel auf New PYork 268,75, Wechsel auf Brüssel 17,00, Wechset auf Madrid 47,50, Wechsel auf Italien 10,75. — 5 % Niederländ. Staatsanleihe von 1915 86 ½16, 3 % Niederländ. Staatsanleihe 54, Königl. Niederländ. Petroleum 884 ½¼, Holland⸗Amerika⸗Linie 499 ½, Niederländisch⸗Indische Handelsbank 299 ½, Atchison, Topeka & Santa Fé 90 ¼, Rock Isgland 68 ½, Southern Pacisie 106 ¾, Southern Rail⸗ way 24 ⅛¼, Union Pacific 128, Anaconda 13715⁄16, United States Steel Corp. 113 ⅞, Französisch⸗Englische Anleihe —,—, Hamburg⸗Amerika⸗
I 7 F 8 openhagen, 13. April. (W. T. B.) Sichtwechsel a Hamburg 11,00, do. auf Amsterdam 201,50, do. 8 sechsel. anf Plätze 98,50, do. auf New Pork 544, 0, do. auf London 21,30, do. auf Paris 32,00, do. auf Antwerpen 34,50, do. auf Helsingforg 30,00, do. auf Stockholm 119,00, do. auf Christiania 109,75. Stockholm, 13. April. (W. T. B.) Sichtwechsel auf Berlin 9,00, do. auf Amsterdam 169,50, do. auf schweizerische Plätze 82,50, do. auf Washington 457,00, do. auf London 17,95, do. auf Paris 26,70, do. auf Brüssel 28,50 do. auf Helsingfors 25,50, do. auf Kopenhagen 384,25, do. auf Christiania 91,75.
Berichte von auswärtigen Warenmärkten.
amburg, 13. April. (W. T. B.) Notieru . SAk. N. 9,18; in Hamburg. 1““ 18 Metallabteilung der Maklerbank. Silber 900 fein ¹000⁄10% 1055 B. 1050 G., 1075 — 1055 — 1050 bez., Zink (Hüttenroh) prompt —,—, —,—, für April 750 B., 740G., —,—, für Mai 850B., 775 G., 800 ez, do. (umgeschmolzen) 575 B., 550 G., —,—, Blei (Originalhüttenweichblei dopp. raff.) Lager —,—, —,—, do. (Weichblei dopp. raff.) —,—, —,—, Zinn (Banka Straits) 87 B., 80G., do. (deutsches, mind. 86 29. Fredh 198, 15 gs 6 Sh. Kathoden) —,—, —,—, o. (Raffinade ., 15 G., do. rebars) 24 B., 20 G.
135 B., 115 G., —,—, Antimon 17 B., bööö Aluraefien 11111“ 8 1XX verpool, 12. April, „B.) Baumwolle.
3000 Behen Cinfsahr 34 260 Baller. depon enemalnts. Un W 18 Für eera 2dsa; 888 25,55, für Juni 25,30
merikanische und Brastiltanische unkt 8 7 100 Bmektkehber. Punkte niedriger, Aegyptisch
1 11 8 des C111“ der Bauverwaltung erausgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbei . Apri 1920, bat folgenden Inhalt: Amtliches: — hettah, 1 g Ipr betr. die Ostmarken⸗Gehalts, und Ruhegehaltszulagen sowie Er ziehungsbeihilfen. — Erlaß vom 27. März 1920, betr. die Nach weisung über die Ausführung von Notstandsarbeiten im Bereich de vee üserbauberwaltung. — Dienstnachrichten. — Nicht amtliches: Wettbewerb der Stadtgemeinde München für ein städtisches Verwaltunasgebäude. — Alfred Blum . — Vermischtes: Auflösung des Reichskommissariats für das Wohnungswesen. — Bautechnische Vorträge und Uebungen. — Lehr⸗ und Versuchsstelle für N⸗ weisen — Senkkastenkaimauer im Hafen von K
* 1 3 88 8 8
sie deswegen mit Berlin bereits Fühlung genommen habe.
von auswärtigen Wertpapiermärktemn
Berlin, Mittwoch, den 14 April
Richtamtliches. Fortsetzung aus der Ersten Beilage.)
“ Bayern. Im Wahlgesetzausschusse gab der Ministerpräfident Dr. von Kahr gestern Aufklärung über seine Besprechung mit einer Abordnung der Bezirksführer der Münchener Ein⸗ wohnerwehr am 8. April angesichts der großen Unruhe ihrer Kreise infolge der Ententeforderung. Er erklärte dem W. T. B.“ zufolge: Er habe mit allem Nachdruck versichert, daß die Regierung alles un werde, um dem Lande seinen Heimatschutz zu erhalten, gnd ds Er habe ber nicht von der Wahrscheinlichkeit oder auch nur der Möglichkeit
einer Lostrennung Bayerns vom Reiche gesprochen, sondern dem einen Meder Herrn gegenüber wegen der Wirkung des Verlangens der Entente
daß es wohl die Absicht der Entente sein könne, einen Keil zwischen Nord und Süd des Reiches zu treiben, worauf auch der militärische Vorstoß gegen Frankfurt und die bayerische Grenze hindeute, und gebeten, diese Be⸗ merkungen, wenn sie auch durchaus einwandfrei seien, vertraulich zu behandeln, weil unter Umständen irrige Folgerungen daraus gezogen werden könnten. Er habe immer den Standpunkt des unbedingt not⸗
Zusammenhaltens der Länder im Reichsverband vertreten.
den Verhandlungen mit den Regierungen der übrigen süd⸗
deutschen Staaten in Stuttgart habe er sich im gleichen Sinne mit
aller Bestimmtheit geäußert und sei fest überzeugt, daß eine Los⸗ trennung Bayerns vom Reich eine für Bayern verderbliche Isolierung wäre; er werde daher niemals die Hand zu einer Maßnahme geben, die auf eine solche Lostrennung abzielen könnte. Daß er die Ein⸗ wohnerwehrfrage für eine Lebensfrage der staatlichen Ordnung in Bayern erachte, das habe er als Minssterpräsident wiederholt betont; es sei die Pflasßt der bayerischen Regierung, auch im Interesse des Reiches für die Erhaltung dieser rein polizeilichen Schutztruppe mit Entschiedenheit einzutreten. Selbstverständlich werde er auch in dieser Frage niemals den verfaffungsmäßigen Boden verlassen
Sachsen.
Der Befehlshaber des Wehrkreises 4, Generalleutnant von Stolzmann, teilt durch Aufruf an die Bevölkerung des Vogtlandes mit, daß auf Ersuchen der sächsischen Re⸗ gierung die Reichswehr beauftragt worden sei, die des Verbrechers Hölz zu beseitigen und die verfassungsmäßigen Zustände im Vogtlande wieder herzustellen. Mit dieser Auf⸗ gabe sei die Reichswehrbrigade 19, Generalmajor Senfft von 81a heauftragt. Die militärischen Maßnahmen richteten sich also nicht gegen die ruhige und friedliebende Bevölkerung, die vielmehr von dem Terror und dem Räuberunwesen befreit werden solle. Insbesondere die Arbeiterschaft solle daher die Truppen bei dieser ihre Interessen verfolgenden Aufgabe unterstützen. Auf Anordnung der Regierung seien die Truppen in Westsachsen eingerückt, um die Banden zur Niederlegung der Waffen zu zwingen und der Regierung die verfassungsmäßige Geltung zu ver⸗ schaffen. Nur dort werde von der Waffe Gebrauch gemacht werden, wo dem Unternehmen mit Waffengewalt entgegen⸗ getreten werden würde. Als Regierungskommissar ist der Reichswehrbrigade 49 Otto Schultz beigegeben worden.
Die gestern von „Wolffs Telegraphenbüro“ verbreitete Meldung über die Auslieferung der von Hölz erpreßten Million stellt sich als ungenau heraus. Die beiden Kassen⸗ beamten der Klingenthaler Zweigstelle der Vogtländischen Bank, die zur Abholung des Geldes nach Plauen geschickt waren,
wurden auf der Rückfahrt in Oelsnitz von der Reichswehr nun vorgestern vormittag in
Klingenthal 15 dortige Bürger festgenommen, von ihnen
Hölz hatte
angehalten. die geforderte eine Million Mark erpreßt und Nachts mit seinen Leuten Klingenthal verlassen. Gegen 4 Uhr Morgens erschienen er und seine Genossen in sechs Automobilen in Auerbach im Vogtland, wo die Wageninsassen von der dortigen Polizei und Einwohnerwehr sofort erkannt wurden. Die Polizei hielt vier Automobile fest und verhaftete zehn Insassen, während es Hölz mit den anderen beiden Automobilen gelang, zu entkommen. In Plauen hat sich nichts Neues ereignet, die Stadt ist ruhig. In Glauchau, wo der Kommunist Wadler einen neuen Vollzugsrat gebildet hat, dem auch ein Zuchthäusler angehört, sind Brandkom⸗ missionen gebildet worden. Oelsnitz wurde am 13. April
Vormittags ohne Zwischenfall besetzt.
Braunschweig.
Die Landesversammlung hat dem „Wolffschen Tele⸗
graphenbüro“ zufolge einstimmig eine Vorlage angenommen,
wonach der Landtag mit dem 15. Mai aufgelöst und die Neu⸗
“
wahlen auf Sonntag, den 16., anberaumt werden.
“ Desterreich.
Die zweite Fassung des Vo entwurfs der bundes⸗ staatlichen Verfassung Oesterreichs enthält dem „Wolffschen Telegraphenbüro“ zufolge als wesentlichste Aende⸗ rung gegenüber dem ersten Entwurf die Bestimmung, daß der Bundespräsident unmittelbar vom gesamten Bundesvolk für fünf Jahre gewählt wird und keiner politischen Körperschaft angehören dark. 1
Ungarn. 1
Die Nationalversammlung begann gestern mit der Verhandlung des Haushaltsprovisoriums. Der Finanzminister Baron Koranyi erörterte die Finanzlage des Landes und führte dem „Ungarischen Korrespondenzbüro“ zufolge aus:
Ungarn habe bereits im Krsege viel gelitten und mehr Opfer gebracht als Oesterreich. In noch viel größerem Maße als vom Kriege sei Ungarn von der Revolution mitgenommen worden. die auf der Grundlage der Rechtskontinuität stehende Regierung die Leitung der Geschäfte übernommen hätte, habe sie getrachtet, die innere Ordnung zu sichern auch durch die Errichtung einer disziplinierten tleinen Armee, was auch gelungen sei. Die finanzielle Lage des Landes sei sehr ernst. Vährend die ungarische Staatsschuld vor dem Krieg acht Milliarden betragen habe, mache sie, nach der gegenwärtigen Münzparität be⸗ rechnet, 56 Milliarden, nach dem heutigen Kurs sogar 80 Milliarden
aus. Die Bestimmungen des Friedensvertragsentwurfs besagten zwar nicht, wie groß die von Ungarn zu leistende Kriegsentschädingung sei, nach Berechnung des Engländers Keynes betrage sie 8 Milliarden Pfund Sterling. In Kronen umgerechnet, würde sie 6 Billionen 800 Milliarden Kronen ausmachen. Ein genaues Bild über die finanziellen Verhältnisse ließe sich nicht geben. Die Aus⸗ gaben betrügen rund 13,3 Milliarden, die Einnahmen 4,3 Mil⸗ liarden. Das Steuerprogramm der Regierung werde sich auf alle Gebiete der Besteuerung erstrecken unter Berück⸗ sichtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Struktur des künftigen Ungarn. Die gesellschaftliche Struktur werde demokratisch sein. Die Regierung werde einen Gesetzentwurf einbringen, wonach Steuerhinterziehungen als gemeines Verbrechen bestraft werden. Eine einmalige große Vermögenssteuer werde nicht zu umgehen sein, doch
dürfe sie nicht den Zweck haben, zeitweitlige Ausgaben zu decken,
sondern müsse eine gerechte Aufteilung der Kriegslasten auf das ganze Volk bezwecken. Der Minister schloß, er habe ein düsteres Bild der wirtschaftlichen und finanziellen Lage Ungarns entworfen, er hätte es tun müssen, damit die öffentliche Meinung sich an den Gedanken gewöhne, daß Ungarn einen Kampf auf Leben und Tod führe nicht nur in der Politik, sondern auch in wirtschaftlichen und Steuerfragen.
— Der Abgeordnete Stefan Friedrich und vier seiner Vertrauten haben an das Parteipräsidium der Christlich⸗ Nationalen Vereinigung ein Schreiben gerichtet, in
dem sie erklären, daß sie die gegenwärtige Regierung nich der französischen Regierung sei gewesen, daß gewisse Bürgschaften
weiter unterstützen und in die Opposition gehen. Das „Ungarische Korrespondenzbüro“ bemerkt hierzu, der Austritt sei ein Zeichen dafür, daß die christlich⸗nationale Vereinigung und die ungarische Regierung die aggressive und unnachgiebige Politik Friedrichs nicht mitzumachen wünschen, da diese Politik nur geeignet wäre, die Konsolidierung des Landes ungünstig zu beeinflussen.
— Im Prozeß wegen Verschwörung gegen das
Leben des Reichsverwesers Horthy wurden alle vier Ange⸗
klagten zum Tode durch den Strang verurteilt. Der Reichs⸗ verweser Horthy begnadigte die Verurteilten zu lebenslänglicher
Zuchthausstrafe. Polen.
Die Antwort des Volkskommissars für Auswärtige An⸗ gelegenheiten Tschitscherin auf die letzte Note der pol⸗ nischen Regierung lautet, wie der „Deutsch⸗Polnische Presse⸗ dienst“ mitteilt:
Da die uns zuletzt überfandte Note der polnischen Regierung den Charakter eines Ultimatums hat — denn sie verwirft jegliche Er⸗ örterung über Boryssow als Verhandlungsort — und da, wie Ihnen bekannt, dieser Punkt für uns unannehmbar ist, stehen wir vor der bedauernswerten Möglichkeit, daß die Polen an der Frage des Verhandlungsortes was eine noch nicht dagewesene Tatsache in den inter⸗ nationalen Beziehungen ist. In Anbetracht dessen, daß die russische Regierung bereit ist, an jedem Orte in neutralen Ländern oder sogar in den Ländern der Entente, selbst in London oder Paris zu ver⸗ handeln, aber die Wahl eines Ortes verwirft, der in der Kriegszone oder in ihrer Nähe gelegen ist, weil die polnische Regierung sich einem allgemeinem Waffenstillstand widersetzt, sieht sich die russische Re⸗
gierung gezwungen, sich an die Ententestaaten zu wenden, da dies der
einzig mögliche Ausweg aus dieser Situation ist, und hält es für ihre Pflicht, der polnischen Regierung den Inhalt der Note bekannt⸗ zugeben, die ich an die französische, großbritannische, italienische Re⸗ gierung und an die Vereinigten Staaten übersandt habe.
Dieser Mantelnote ist die umfangreiche Note an die Entente beigefügt; sie stellt nochmals eingehend dar, daß die Sowjetregierung zum Frieden mit Polen bereit sei und an
jedem neutralen Orte oder in Moskau, Petersburg, London
oder Paris verhandeln würde, daß sie aber Verhandlungen in einem Orte der Front ohne Waffenstillstand ablehnen müsse.
Die Note betont weiter, daß Rubland sich innerer friedlicher Frankreich. Er verkenne die Schwierigkeiten nicht, mit denen die
Produktion, um die von der Entente mit ihm aufgenommenen deutsche Regierung zu kämpfen habe: heute, wie gestern, sei er bereit,
Arbeit widmen wolle und vor allem der Erhöhung seiner Handelsbeziehungen lohnend gestalten zu können. Da der Fall, daß die beiderseits gewünschten Verhandlungen nur an der Frage des Verhandlungsortes scheitern, ohne Vorgang in der Diplomatie sei, ersucht Rußland die Entente, ihren Ein⸗ fluß in Polen dahin geltend zu machen, daß die Polen sich in dieser Frage nachgiebig zeigen.
Großbritannien und Irland.
Nach einer Meldung des „Reuterschen Büros“ hat die armenische Abordnung in London um Entsendung inter⸗ alliierter Streitkräfte nach Cilicien gebeten, da weitere Dörfer zerstört, Adana und Mersina bedroht seien.
— Der Kongreß der irischen Gewerkschaften, hat der „Agence Havas“ zufolge, einen eintägigen Streik als Protest gegen die Behandlung der politischen Gefangenen be⸗ schlossen, die gegenwärtig in Irland den Hungerstreik führen. Der Streik hat gestern begonnen und scheint einen ernsteren Charakter anzunehmen als man glaubte. Nachrichten aus ver⸗ schiedenen Teilen des Landes besagen, daß die Arbeit im allgemeinen ruht. Ein großer Teil der Eisenbahner streikt. Die Gewerkschaften in Belfast und im Norden haben im allgemeinen dem Streikbefehl keine Folge geleistet. Laut „Telegraaf“ beträgt die Zahl der Ausständigen etwa eine viertel Million. In der Nacht zum 13 wurde in der Graf⸗ schaft Donegal eine Polizeikaserne durch Explosion zerstört.
Frankreich.
Der englische Botschafter Lord Derby überreichte dem Ministerpräsidenten Millerand die Antwort der britischen Regierung, die er am Vorabend erhalten hatte, und teilte verschiedene Einzelheiten der Auffassung seiner Regierung mit, die ihn beauftragt habe, den Ministerpräsidenten um näters Angaben zu ersuchen. Millerand gab ihm, der „Agence
avas“ zufolge, sofort mündlichen Bescheid und ver⸗ icherte, daß die deutschen Städte auf dem rechten Rhein⸗ ufer, die kürzlich besetzt seien wieder vollständig 1;. räumt würden. Er präzisierte sodann genau die Be⸗ dingungen, unter denen Frankreich eingegriffen habe, indem er erklärte, daß die deutschen Truppen im Ruhrgebiet die Zahl,
die am 8. August 1919 bestimmt worden sei, weit überschritten folge bei der Besprechung der politischen Lage in ihren
hätten. Die deutsche Delegation habe am 8 April Verlänge⸗ rung des Abkommens verlangt, dessen Frist am 10. April ab⸗ lief, zu welcher
äumen müssen.
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Verhandlungen mit hervorrufen.
scheitern werden,
eit die Deutschen die neutrale Zone hätten as Verlangen würde üb techni hen Stand⸗
nzeiger.
punkte aus durch eine militärische Kontrollkommission geprüft werden und der Gegenstand eines Beschlusses der Chefs der Regierungen auf der Konferenz von San Remo sein.
— Der Ministerpräsident Millerand gab gestern nach⸗ mittag in der Kammer Erklärungen über die Ereignisse im Ruhrgebiet und über die Besetzung von Frank⸗ furt a. M. und der anderen Städte im Maingau ab. Dem „Wolffschen Telegraphenbüro“ zufolge erklärte Millerand:
Während der Kammerferien habe die Regierung eine Initiative ergreifen müssen, über die sie sich vor dem Parlament und dem Lande aussprechen müsse. Er legte die Ereignisse dar, die die deutsche Re⸗ gierung veranlaßten, mehr Sg in die neutrale Zone ein⸗ marschieren zu lassen, als ihr gestattet sei. Um das Verlangen Deutsch⸗ lands zu beurteilen, müsse man bemerken, daß es zuerst aus den mili⸗ tärischen Kreisen gekommen sei, die einen Staatsstreich unternommen hätten, und zu der Zeit, da Deutschland noch keine der wesentlichsten Bestimmungen des Friedensvertrags ausgeführt hätte. Daher habe er am 16. März dem französischen Botschafter nach London telegraphiert, er meine, die Alltierten würden einen großen und nicht wieder gut⸗ zumachenden Fehler begehen, wenn sie sich nicht gegen Gefahren schützten, deren Ernsthaftigkeit die augenblicklichen Ereignisse zeigten. Am 19. März habe er dem Botschafter telegraphiert: „Ich wider⸗ setze mich formell dem Einmarsch der deutschen Truppen in das Ruhrgebiet, den die Regierung Bauer verlangt“. Der Standpunkt
dafür gegeben werden müßten, daß der Friedensvertrag von Versailles nicht verletzt würde. Am 21. März habe er dem französischen Bot⸗ schafter telegraphiert, wenn die Deutschen selbst die Unruhen im Ruhrgebiet niederschlagen wollten, dann gäbe es nur eine genügende Bürgschaft, ein Pfand. Die französische Okkupation sollte je nach dem, wann die Deutschen ihre Truppen zurückzögen, endigen. Foch sei bereit gewesen, Frankfurt und Darmstadt im Namen der Alliierten zu besetzen. Wer hätte sich so gemäßigten und angemessenen Be⸗ dingungen widersetzen sollen? Es waͤre besonders schwerwiegend gewesen, wenn Frankreich selbst eine Verletzung des Versailler Vertrags zugestanden hätte. Die französische Regierung habe keinen Augenblick gegenüber der deutschen einen undersöhnlichen Standpunkt eingenommen, habe aber die Verantwortlichkeit nicht übernehmen können, selbst den Einmarsch deutscher Truppen in das Ruhrgebiet in Verletzung des Friedensvertrages zu genehmigen. Sie hätte Gründe gehabt anzunehmen, daß die vorgesehenen Maßnahmen im Ruhrbezirk von der Militärpartei gewünscht würden. Am 30. März habe die französische Regierung neue Gründe gehabt, an der Nützlichkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zu zweifeln, an⸗ gesichts des Zeugnisses eines französischen Generals, der festgestellt hätte, daß die Ordnung im Ruhrgebiet nur im Falle einer mili⸗ tärischen Intervention bedroht sein würde; was man wünschen müsse, sei keine Intervention, denn sie könne schwere Unruhen Der Ministerpräsident verlas auch Noten des Ober⸗
kommissars in Koblenz, der den Alliierten zur Kenntnis gebracht habe, daß Arbeiterdelegierte aus dem Ruhrbezirk sich formell gegen den
Einmarsch der Reichswehr ausgesprochen und versichert hätten, die DOrdnung werde nicht gestört werden, indem sie hinzufügten, der An⸗ griff der Reichswehr sei das Werk der Militärpartei, und sie wünschten
deren Entwaffnung. Nachdem Millerand seine Noten an den deutschen Geschäftsträger in Paris verlesen hatte, in denen er den Einmarsch der
Reichswehr in die neutrale Zone bestimmt ablehnte, erinnerte er daran, daß die deutsche Regierung trotz dieser Weigerung ohne Er⸗ mächtigung eingegriffen habe. Er habe alsdann den alltierten Ne⸗ gierungen seine Noten an die deutsche Regierung mitgeteilt und er⸗ klärt, er zweifle nicht daran, daß die alliierten ö eneigt seien, die französische Regierung tätig zu unterstützen;? Karschafl Foch bereite die Maßnahmen vor, die weder unterlassen noch hinaus⸗ geschoben werden könnten. Er müsse seiner Ueberzeugung Ausdruck geben, daß die französische Regierung nicht anders habe handeln können, ohne die Würde und die Sicherheit Frankreichs zu gefährden. In keinem Augenblick habe er die Kaltblütigkeit verloren, die unter diesen schweren Umständen notwendiger denn je gewesen sei. Er habe nicht vergessen und ve gesse nicht, daß nichts wünschenswerter sei, als die normale Wieder⸗ herstellung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und
dem Rechnung zu tragen, unter einer Bedingung jedoch, daß die deutsche Regierung durch ihre Handlungen einen Beweis ihres guten Glaubens gebe. Frankreich habe seine Interessen und seine Sicherheit geschützt, zugleich aber auch die seiner Alliierten. Millerand lobte alsdann das bewunderungswürdige mutige Belgien und schloß: „Ich freue mich, der Kammer mit⸗ teilen zu können, daß nach einem loyalen Meinungsaustausch zwischen den Kabinetten von London und Paris diese sich geeinigt haben, zu erklären, daß die Auseinandersetzungen zwischen Paris und London die französische und die britische Regierung dahin geführt haben, fest⸗ zustellen, daß, wenn sich zwischen ihnen eine Meinungsverschiedenheit über die Mittel, die Ausführung des Friedensvertrags von Versailles sicherzustellen, herausgebildet habe, sie mehr denn je die Notwendigkeit erkennen, ihre intime und herzliche Zusammenarbeit für die Regelung der schwierigen Fragen, die ihrer in Deutschland und in der Welt harren, aufrecht zu erhalten.“
Louis Zarthou erklärte darauf, die französische Regierung habe mit der notwendigen Klugheit und Entschlossenheit ge⸗ handelt. Sie müsse namentlich in San Remo die gleiche Polttik verfolgen, um die Ausführung des Friedensvertrags von Versailles, vor allem aber das, was augenblicklich das Wichtigste sei, die Entwaffnung Deutschlands, zu erreichen, und dafür, wenn nötig, die Gewalt in den Dienst des Rechts stellen. Dann setzte die Kammer die Beratung des Steuer⸗ gesetzes fort.
— Der Kriegsminister Lefvre teilt mit, daß vorgestern nachmittag der englische Staatssekretär für den Krieg Churchill mit ihm in Anwesenheit des Marschalls Foch und einiger französischer und englischer Generale, darunter General Bingham, die Frage der technischen Durchführung der Friedensvertrags⸗ klauseln, betreffend die Ablieferung und die Zerstörung des deutschen Kriegsmaterials, namentlich des Artihlerie⸗ materials, geprüft habe. Man sei zu einem vollständigen Ein⸗ verständnis gelangt und auch darin einig gewesen, daß die Durchführung der Maßnahmen beschleunigt werden müsse, und daß es deshalb notwendig sei, die Zahl der britischen und französischen Offiziere bei der interalltierten Kontrollkommission in Deutschland zu vermehren.
Ittalien. Der Mini terpräsident Nitti und der österreichische Kanzler Dr. Renner stellten dem „Wolffschen Telegraphenbüro“ zu⸗
Unterredungen fest, daß sich eine Uebe einstimmung der Interessen zwischen Italien und Oesterreich gebildet hätte. Die italienische egierung hat g Wunsch mit den ihr zur Ver⸗