1— 8 8
neralstreik beim Kapp⸗Putsch wird diese Vereinigung vorbereitek, aber auf der Grundlage unseres Programms. Wenn die Sozialdemokraten sich zum Klassenkampf zurückfinden, werden sie in uns Bundesgenossen finden. Ich teile nicht die optimistischen Erwartungen des Herrn Scheidemann von der Politik des Reichskanzlers. Was der Reichs⸗ fansler über die Vertretung Deutschlands in Spaa sagte, war so dürftig da man fast nichts Greifbares daraus entnehmen kann. (Redner blickt in sein Manuskript. Rufe bei den Soz.: Nicht ab⸗ lesen! — Heiterkeit) Ich will nur “ was der Reichskanzler sehts da ich seine Rede doch nicht auswendig lernen konnte. (Heiter⸗ eit. Welt mit Mißtrauen gegen Deutschland erfüllen, Minister Gegler vorknöpfen, der
merkung, daß die Marburger gehörten, da man annahm, sie gehörten tum Haerg. (Reichswehrminister
o sollte er sich den Mißtrauen erweckt hat mit der Be⸗
Geßler: Nach den damals geltenden Vorschriften; diese bestehen
heute nicht mehr.) Diese Vorschriften verstießen gegen den Friedens⸗ vertrag. (Sehr wahr! b. d. U. Soz.) Daher behauptet die Entente immer, Deutschland sei es nicht Ernst mit der Heeresbeschränkung Allerdings sind unsere Militärs ihren zipilen Vorgesetzten über die Köpfe gewachsen und tun, was sie wollen. Die sämtlichen aus⸗ führenden Organe des Heeres arbeiten noch immer nach dem Rezept von 88 und Lüttwitz Hwiscemyfr rechts) Bestreiten Sie das? Was ist denn geschehen, um die aufsässigen Offiziere zur Raison zu bringen? Kein Spitzel, kein meuternder Offizier kann aufgefunden werden, die entgehen der strafrechtlichen Persocfengh aber jeder arme Arbeiter, der auf der Seite der damaligen Regierung gegen diese Kapp Leute zu Felde gezogen ist wird, wenn es irgend geht, noch nachträglich zur Verantwortung gezogen. Höchst charakteristisch sind einige mir in die Hände gefallene Dokumente, die erkennen lassen daß das Militär noch immer Leute nach Pommern schickt, die sich dort bei gewissen Kapp⸗Konventikeln zu melden haben, um bei Putschen verwendet zu werden. Talsächlich sorgt die militärische Autorität in den untergeordneten Stellen beständig, entgegen den Absichten der Regierung, dafür, daß für einen Putsch geeignete Kräfte an den gewünschten Stellen vorhanden sind; der ilitarismus bereitet also planmäßig neue Putsche vor. Die Arbeiterschaft würde jeden solchen Putsch wieder mit einem großen politischen General⸗ streik beantworten. Und ich kann alle Arbeiter nur auffordern, sich beizeiten auf einen neuen politischen Generalstreik einzurichten. Wir können also der neuen Regiexung nicht mit Vertrauen entgegensehen. Es sind achtbare Männer, aber sie sind mit ihrer ganzen politischen Vergangenheit behaftet, und Herr Fehrenbach hat zudem noch gus⸗ drücklich hetont, sie sei gewillt, die bisherige Regierungspolitik fort⸗ zusetzen, die doch in der Bekämpfung der revolutionär gesinnten sozialistischen Arbeiterschaft bestand. Ein stehendes Heer ist für Deutschland durchaus überflüssig, was für Ruhe und Ordnung und zu deren Aufrechterhaltung nötig ist, werden die Arbeiter selbst und mit ganz anderem Erfolge über⸗ nehmen als die Kapp⸗Leute und andere Verbrecher wie die Marburger Studenten und ähnliche Massenmörder. Jedes stehende Heer trägt den Keim geuer Verwicklungen mit dem Auslande in sich. Das Militär fühlt sich als Feind der Arbeiterschaft, es bestätigt sich als solcher bei jeder Gelegenheit. Die Ernährung des Volkes bezeichnet der Kanzler als eine der wichtigsten Aufgaben der Regierung, aber zugleich spricht er vom Abbau der Zwangswirtschaft. Diese muß im Gegenteil noch vervollständigt werden, wenn das Volk ausgiebig ernährt werden soll. Reich, Staaten und Gemeinden müssen die Ver⸗ sorgung in die Hand nehmen und die Bestände beschlagnahmen; sonst wird das Volk noch viel schlimmer als jetzt der Willkür der Er⸗ zeuger und Händler ausgeliefert. Die Landwirte haben die Kartoffeln zurückgehalten, um bei Freigabe der Kartoffelwirtse die Preise nach Belieben in die Höhe zu treiben. Jetzt hat sich herausgestellt, daß un⸗ glaubliche Mengen Kartoffeln verfault und dadurch der Ernährung der Bevölkerung entzogen sind. Hätle man sie aber in der Zwangs⸗ wirtschaft mit Beschlag belegt und nach rationellen Grundsätzen ver⸗ teilt, so würde diese unheilvolle Erscheinung nicht eingetreten sein. Die Zustände, die sich gegenwärtig in Deutschland vunter der Ein⸗ schränkung der Versorgung herausgebildet haben, sind unerträglich. Schon vor längerer Zeit haben wir ein Sozialisierungsprogramm ver⸗ öffentlicht, worin wir die Sozialisierung der Kraftergeugung, des Groß⸗ grundbesitzes verlangt haben. Es 1es absolut kein Grund vor, da noch irgendwie zu zögern; die Sozialisierung des Großgrundbesitzes läßt sich ebenso wie die der Bergwerke durchführen. Auch das ge⸗ samte Wohnungswesen muß in die Hände des Reiches, des Staates respektive der Gemeinde übergeführt werden. Ich kann mich nicht begnügen mit den Ausführungen Scheidemanns, der meinte, es werde dafür gesorgt werden, daß Neubauten entstünden. Hätten die Haus⸗ besitzer das freie Verfügungsrecht über ihre Henusfr⸗ so würden die Wobnungsmieten bis ins Ungemessene steigen. Eine Sczialisierun ist hier unbedingt nonvendig. Im Interesse der Arbeiterschast nn auch ein viel umfassenderer Eingriff in das gesamte Industriegebiet erfolgen. Das Betriebsrätegesetz genügt nicht. Der Reichskanzler bemerkte in seiner Programmrede, die gegenwärtige Regierung sei gegen Nassenhaß und Klassenhaß. Gegen Rassenhaß sind wir auch. Der Flacheeege aber kann noch nicht aufhören, den das Proletariat gegen die kapitalistische Gesellschaft und gegen die ausbeutenden Klassen zu führen hat. Aus diesen Kämpfen wächst der gegenseitige Klassen⸗ haß unvermeidlich fort. Der Klassenkampf muß vercheeföhet mer n er hat sich in der letzten Zeit nur verschärft. Wir sehen 8 Er⸗ scheinungen von solcher furchtbaren Brutalität seitens der herrschenden den Beweis leferns daß gerade die ausbeutenden herr⸗ aecgan so ziemlich alle Rücksichten auf Moral, auf Menschlichkeit beiseite lassen. (Sehr wahr!) Jedes Mitglied der bürgerlichen 1. . das sich weigert, gegen den Stachel zu lecken, wird von den maßgebenden Instanzen der bürger lichen Klassen aus den Aemtern gehetzt, brotlos gemacht und sogar ermordet. Ich will nur zwei Beispiele aus letzter Zeit nennen, das eine ist der Fall des Professors Nicolai. Er ist ein hervorragender Mediziner, Dozent an der Unsversität Berlin, der in einem wissenschaftlichen Werk: „Die Biologse des Krieges“ die furchtbaren Folgen desselben geschildert hat und vom pazifistischen Standpunkt aus über die Beseitigung des Krieges geschrieben hat. Der nat der Universität Berlin hat Professor Nicolai für vnwürdig erklärt, an der Universität Berlin zu dozieren. Das ist geradezu ungeheuerlich. Es ist ein deutlicher Beweis dafür, daß die Herren jedes Rechts⸗ und Anstandsgefühl in ihrer nationalistischen Verhetzung verloren haben. Ein zweiter Fall, die Ermordung meines Freundes Paasche, dessen Ermordung, wie viele andere von einer Mörderzentrale in Berlin dirigiert zu sein scheint. Die Darstellung des Vorkommnisses weicht in den verschiedenen erichten voneinander 23 es dürfte so liegen wie im Falle Liebknecht, Dorenhach und wie im Falle in Thal. Die Darstellung, Pgasche sei im Wilddieb geworden, ist vollkommen haltlos, sie beruht ledig⸗ lich auf einer haßerfüllten Denunziation des Gutsnachbarn, Paasche foll durch den Umgang, den er gehabt hat, in seinem Rechtsbewußt⸗ sein geschwächt worden sein. Auch mit mir hat er Umgang ge⸗ habt, er war ein rechtliebender und menschenfreundlicher Mann. Der Klassenkampf wird sich ständig steigern, weil das Prole⸗ kariat mit Entschiedenbeit seine Forderungen geltend macht. Wenn der Reichskanzler oder sein Vertreter nach Spaa geht, dann wird er selbstverständlich den Versuch machen, eine — Bestimmungen des Friedensvertrages durchzusetzen. An eine gewalt⸗ same Rückgängigmachung des uns auferlegten Friedensvertrages ist nicht zu denken. Von den berrschenden Schichten der westeuropäischen Staaten, die auf vollkommen kapitalistischem Standpunkt stehen, werden wir keine Milderung der Friedensbestimmungen im Interesse der deutschen Arbeiterschaft erwarten können⸗ Diese Frage ist nur durch die internationale Arbeiterschaft zu. 1-. insbesondere durch die Arbeiter Frankreichs, Italiens und schließlich auch Amerikas. werden uns mit diesen vereinigen, um die sozialistische Wirtschafts⸗ ordnung durchzuführen; mer dadurch wird ein wirklicher Friede und wirkliche Wohlfahrt sowie gegenseitige Verbrüderung der Völker er⸗ eicht werden können. Die herrschenden Klassen in den anderen Län⸗ dern handeln so, wie unsere herrschenden Klassen im Falle eines Sieges gehandelt hätten. Leider ist der große politische Massens
im Januar 1918 nicht gelungen, als wir auf dem Boden der
Klassen, die uns den schenden Klassen in ihrem Kla
Wenn der Reichskanzler Front macht geßen Leute, die die
Zeitfreiwilligen vor das Kriegsgericht
1 “
berechtiaung in die Friedensverhandlungen hätten eintreten können.
Damals hat man nicht auf unsere Stimme gehört. Damals ist man einer Partei noch gefolgt, die noch heute einen Scheidemann vorschicken konnte, der mit Landsberg und Ebert im Rate der Volksbeauftragten trotz der paritätischen Gesetze der Regierung sich allen ernsten Sozia⸗ lisierungsbestrebungen, ja allem Bestreben der Emanzipation der Arbeiterklasse entgegengesetzt hat. Diese Leute haben die Soldaten gegen die Arbeiterschaft und die Matrosen in den Kampf hinein⸗ getrieben und am 24. Dezember Verrat an ihren eigenen Amtskollegen geübt. Solchen Leuten, wenn sie sich auch Sozialisten nennen, können wir die Durchführung einer Arbeiterregierung nicht anvertrauen. Wir werden alles aufbieten, um überall die Arbeiter für den revolutionären Sozialismus zu gewinnen und mit den Sozialisten der anderen Länder dahin zu wirken, daß in Phor ganzen Welt die Rechte und Interessen der Arbeiterschaft gemeinsam wahrgenommen werden. Fins der Hauplmittel, um dahin zu gelangen, wird sein, daß endlich mit Sowjetrußland Friede geschlossen und Verbindung mit ihm an⸗ geknüpft wird. Das ist die dringendste Aufgabe der auswärtigen Politik. Wir werden es nicht daran fehlen lassen, um auf diese Weise das große Ziel der Verbrüderung der Arbeiter aller Länder zu erreichen. (Beifall und Händeklatschen bei den Unabhängigen Sozialdemokraten.)
Reichswehrminister Dr. Geßler: Nur eine ganz kurze Richtig⸗ stellung gegenüber den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Ledebour, der mit Recht betont hat, daß wir jetzt alles Mißtrauen aus dem Wege räumen müssen. Ich will nur zu der Frage der Zeitfreiwilligen folgende sachliche Feststellung machen. Die überaus bedauerliche Tat in Thal war im März. Die Vorschriften des Friedensvertrages über die Entwaffnung sind im April in Kraft getreten. Infolgedessen waren im März die Zeitfreiwilligen noch vollständig legitime Bestand⸗
teile der Reichswehr. (Hört, hört! bei den Unabhängigen Sozial⸗ demokraten.) Das ist auch der Grund, warum das Gericht die Zu⸗ ständigkeit der Militärgerichtsbarkeit in dieser Sache angenommen hat. (Zuruf von den Unabhängigen Sozialdemokraten: Juni!) Ja, die Tat war im März, maßgebend für den Gerichtsstand war der Zeit⸗ punkt der Tat, die ein militärisches Verbreche darstellt. (Sehr richtigk bei den Deutschen Demokraten. — Zurufe von den Un⸗ abhängigen Sozialdemokraten.) Das ist die Entscheidung des Gerichts, die angefochten wird. Es ist dagegen Berufung eingelegt. (Zurufe.) Ich muß nur feststellen — das wird ja auch dem Wunsche des Herrn Abgeordneten Ledebour entsprechen —, daß damals die Zeitfreiwilligen noch ein legitimer Bestandteil der Reichswehr gewesen sind. Ihre Entlassung ist alsbald im April erfolgt.
Abg. Hergt (D. Nat.): Aus Artikeln der Koalitionspresse der letzten Zeit Ulingt es heraus, es sei eigentlich ein großes Unglück für das deutsche Volk, daß so viele Rechtsstimmen abgegeben worden seien, die
man es auch in der Presse der Koalitionsparteien anders. Da war ma noch überwaltigt von dem Ruck nach veshs. und man beschäftigte sich Hauch ernstlich mit dem Gedanken der t einer Rechts⸗
sie auch diesmal zum Unsegen des Vatevrla
8 gezogen wurden. ihre Bedingungen tauschen, um den Anschein zu euwecken, als ob sie m e
Teil, sondern in der Tat doch der obsiegende sei. Einer nüchtemen Be⸗
Vossbes? Wir bvauchen nur zurückzugehen zum alten auch aus gleichen, allgemeinen und geheimen Wal mals hatte die Rechte etwa ein Drittel, die Mitte ein gutes Drittel und die Linke ebenfalls ein Drittel. Dieses
wissen,
Parteien, d em cint die Verpflichtung, daß sie unter allen Umständen füͤr Parlaments sorgen.
Unabhängigen wandte, materiell aber war es
fassung gestellt. (Lebhafte Zustimmumg rechts; Unr Alle anderen Parteien
haus, mit allen anderen Parteien
Milderung der
Wir
treik 1
Koalition habe doch eigentlich bewiesen, daß sie unentbehvlich sei, und
darum folgt die Mahnung: Deutsches Volk, gehe in Dich und mache
bei den nächsten Wahlen wieder gut, was Du diesmal verfehlt hast.
in Kopf stellen, und anfangs las
Das heißt denn doch, die Dinge auf Da war man
regierung. Aber dann kamen die Verhandlungen, und wie so oft, schlugen ndes aus. Schon die Tat⸗ daß man drei Wochen lang verhandelte, wirkte wie ein kalter
sache, Wassenstrahl. Eine ausgeprägte Unlust, die Zügel der Regierung m
ergreifen, machte sich geltend. Noch schlimmer war die Art, wie man
verhandelte und⸗worüber man verhandellte. Das jetzige Programm der Regierung ist ja erst in den letzten Tagen zustande gekommen.
Vorher lasen wir nur von den Bedingungen, die die demokatische Partei stellte, von rein akademischen Fragen, vom gang entlegenen hen, die heran⸗ Es macht mir den Eindruck, als ob die Demokratie
stellte, um in dem Theaterspiel die Rollen auszu⸗
trachtung hält dieses gange Gewebe von Irrtümer natürlich nicht stond. (Sehr richtig! rechts.) Wie war demn die politische Gliederung des
Reichstag, der doch hlen heworging. Da⸗
Verhältms verschob sich ganz natüvlich nach dem Kriege und nach der Revobution. Aber wir daß nach Revolutionen immer wieder einmal ein Umschroung kommt. Und so ist es ganz natürlich, daß in diesen Wahlen schon ein Zeichen zur Wiederhersbellung des alten Bildes Das parlamen⸗ marische System in Deutschland hat nach dem Verz r* Väͤter schon ziemlich bamkerott t. (Sehr richtig vechts.) Für diejenigen die für ein parlamentarisches Sysstem eintveten, ergibt sich auch hr richtigl rechts.) Formell 8 E- (Sehr richtig! Iwar es sa richtig, daß der frühbere Reichskanzler Hermann Müller sich ammächst an die r es falsch. merhin war diese Extratour von großer Bedeutung. Wir wissen nun Mlipp und klar, welchen Standpunkt die Unabhängigen einnehmen. Sie bekämpfen 2 formale Demokratie und jede Koalifionsbi⸗ sie erkennen also den Artikel 54 der Reichsverfassung nicht an. e n auch keine Sozialdmokratie an sich, sondern eine revolutionäre Sozieldemokratie, sie verlangen den proletarischen Klass enkampf und die Diktatur des Pro⸗ letariats. Die Unabhängige Parbei hat sich damit auß 882 * . Scz. haben immer und immer wieder ihre Verfassungs⸗
zveue betont. (Zurufe links: Auch Sie?) Solange ich Vorsitzender der
Deusschnationaten Volkepartei bin, können See versicherz sein, daß diese
Verfassungstreue aufrecht erhalten werden wirh bis zum äußersten. Nachdem die Absage der Unabhängigen erfolgt war, glaubten die Ideo⸗
logen, die Mehrheitssozialiften würden mum unter Zuvrücksetzung ihrer
parteipolitischen Ziele, nur geleitet vom Gedanken des nationalen Auf⸗ zusammenzugehen suchen. Und ich stehe nicht an, daß das, wenn auch unter schweren Opfern möglich gewesen wäre. Aber die Ideologen haben Unrecht behalten. Die Mehrheitssozialisten sollten nicht nur nicht mit uns zusammengehen, sondern auch nicht mit der Deutschen Volkspartei, ja nicht einmal mit der alten Koalition. Dann haben sie zum Ausdruck gebracht, daß sie 8. positiven Arbeit unfähig sind; sie haben das Vertrauen und den Glauben an sich selbft verloren. Angesichts dieser Tatsache gab es nun nach unserer Auf⸗ fassung nur noch einen Weg: Die Gesamtkoalition aller bürgerlichen Parteien. Diesen Weg hat man aber anscheinend gar nicht in den Kreis der Erwägungen gezogen. Gerade die Rücksicht auf Ordnung und Autorität wäre bei einer solchen Koglition am besten gewahrt (Lebhafte Zustimmung vechts.) Man sagte dagegen: Man kann doch nicht gegen die sozialdemokratischen Arbeiter regieren! Aber es kam ja gar nicht darauf an, die Mehrheitssozialisten zurückzustoßen, sie haben sich ja selbst ausgeschaltet. Aus der Rede des Reichskanzlers klang ein gewisses Bedauern heraus: Warum habt Ihr uns das angetan? Vom Standpunkte einer bürgerlichen Koaglition wäre das Liebeswerben um die Mitarbeit der Sozialdemokratie unwürdig ge⸗ wesen. Aber man wollte auch nicht mit uns zusammengehen. Man weollte uns ausschalten und an die Seite stellen. Darum hat man unser Programm gar nicht einmal erst angehört. Was die Ausfüh⸗ rungen über den Klassenhaß betrifft, so gibt es einen Klassenhaß auch bei der Deutschnationalen Volkspartei nicht. Die Grundsätze des Parteiprogramms über die Wahrung des deutschen Volkstums lassen wir uns allerdings nicht nehmen. (Bravo, rechts: Zuruf: Das deutsche Volkstum wahren wir auch!) Die Demokratische Volkspartei trägt die Verantwortung; sie hat nicht eynsthaft versucht, an die bürgerliche Gesamtkoalition auch nur zu denken. Was das Zentrum betrifft, so hat uns Trimborn eine Unterredung gewährt, in der er uns den Gang der Verhandlungen ausei nanderfetzte. Das Zentrum
8
“ 8 8
stand noch unter der Hypnese der alten Koalition und war geneigk, auch in Zukunft in dieser Koalition zu bleiben. Auch das Zentrum hat gegen die wichtigsten Grundsätze des parlamentarischen Systems gehandelt und hat ebenfalls die Verantwortung vor dem Lande zu tragen, daß es zu dieser Koalition gekommen ist. Mit der Taktik der Deutschen Volkspartei sind wir nicht ganz einverstanden. Dr. Heigte erhielt den Auftrag der Koalitionsbildung und trat mit den hr⸗ heitssozialisten in Verbindung. Nachdem das fehlschlug, hat er den Auftrag zurückgegeben. Ich möchte ohne weiteres annehmen, daß der Herr Vizekanzler der Ansicht ist, daß eine bürgerliche Gesamtkoalition vielleicht die erwünschte Lösung darstellte, wenn er gleichwohl in dieser Situation den Auftrag unerledigt zurückgab und weiterschob an das Zentrum, vielleicht weil er glaubte, daß dieser Auftraa zum Zwecke der Bildung einer bürgerlichen Gesamtkoalition bei Herrn Trimborn besser aufgehoben wäre. Wir sind da etwas anderer Meinung. Ich habe schon hervorgehoben, wie die Wirkung in den ersten Tagen nach
“ 8 11“ 8
den Wahlen auf das gesamte Volk gewesen ist. Man hätte mit aller⸗
Energie auf diese Koalition einwirken sollen, damit der Gedanke der Gesamtkoalition nicht in den Hintergrund geschoben wurde. Der einzig richtige Weg wäre wohl der gewesen, daß man frisch und fröh⸗ lich die Sache angefaßt hätte, ein Regierungsprogramm zutage ge⸗ fördert und veröffentlicht hätte und vor dem ganzen Volke die Schick⸗ salsfrage an die anderen Parteien gestellt hätte. So hätte es gemacht rerden müssen. Indessen ist es anders gemacht worden. Scheide⸗ mann hat schon davon gesprochen, daß der Zeitpunkt kommen werde, wo man die Unentbehrlickkeit seiner Parter, einsehen werde. Nun etwas zur heutigen Lösung selbst! Die jetzige Koalitionsregierung ist ein Verlegenheitsprodukt. Es ist eine zwar bürgerliche, aber, wie wir nach den ganzen Vorgängen befürchten müssen, mit einer starken Neigung nach links. Diese Orientierung muß m den schwersten Befürchtungen Veranlassung geben. Sie werden es verstehen, daß wir nach den letzten Vorgängen dieser Koalition sehr kühl gegenüberstehen und uns abwartend verhalten. Wir wollen die Verantwortung dieser neuen Koalition nicht übernehmen. Wir wollen nicht den Anschein erwecken, als ob wir an eine dauernde Regierungsfähigkeit, an dauernden Erfolg glauben. Andererseits verkennen wir nicht, daß regiert werden muß; die egierungslose, schreck⸗ liche Zeit muß ein Ende nehmen, zumal nach den alarmierenden Nach⸗ richten aus dem Lande, und außerdem stehen wir vor Spag. Es ist unmöglich, daß dorthin eine Regierung für das Deutsche Reich geht, der von der Entente etwa nachgesagt werden könnte, da sie auf schwachen Füßen stünde, also nicht genügend verhandlungsfähig wäre. Deshalb mußten wir uns fragen, ob wir nicht äußerlich dazu beizu⸗ tragen hätten, diese Koalitionsregierung in den Sattel zu setzen. Die Beantwortung dieser Frage hing natürlich vom Regierungsprogramm ab, das wir erst heute gehört haben. Im Regierungsprogramm steht natürlich die Frage der Konferenz von Spaag bregens im Vorder⸗ „ Es ist heute für die Vertreter der Parteien außerordentlich chwer, zur Frage der Konferenz von Spaa irgendwie Stellung nehmen, zumal der genaue Wortlaut der Note der Gegner noch nich veröffentlicht worden ist. Man hat zu lange mit der 6 Hung gezögert. Diese Geheimniskrämerei ist nicht angebracht. Man mußte uns die nötige Aufklärung geben, damit wir Stellung dazu nehmen konnten. Die Veröffentlichung der Note muß schleunigst erfolgen. Mit Entschiedenheit muß dagegen 11 werden, daß man Deut chland wieder einmal eine bögwillige Absicht bezüglich der Nicht⸗ erfüllung von Friedensvertragsbestimmungen unterstellt. Es kann keine Rede davon sein, daß uns hier irgendeine Verschuldung trifft. An gutem Willen hat es bei uns an keiner Stelle gefehlt. mFrch des Notstandes. Dieses Recht muß auch von unseren Gegnern gnerkannt werden; es dürfen nicht Bemerkungen an der Spitze solcher Noten stehen, die geeignet sind, das deutsche Volk in den Staub zu ziehen. Was die Verxpflichtung ser Herabsetzung der Heeresstärke betrifft, so können wir dem Grundsatz der Herabsetzung auf das notwendige Maß voll und ganz zustimmen, doch dürfen die Formationen des lokalen Bürgerschutzes unter keinen Umständen auf⸗ gelöst werden. Wenn das verlangt würde, so müßte die Regierung dagegen Front machen. Die allgemeine Wehrpflicht ist abgeschafft. Wenn aber von den Gegnern verlangt werden sollte, daß wir sie durch ein besonderes Gesetz inzipiell in alle Ewigkeit ab⸗ schaffen sollen, so kann ich das nur als den Versuch einer Demütigung Deutschlands ansehen. (Sehr wahr! recchts.) Unbedingt müssen wir im Lande Sicherheit haben das Schlimmste für unsere Volkswiptschaft ist die Unsicherheit. In a darf der Entente nichts zugesichert werden, was die Leistungsfähigkeit Deutsch⸗ lands übersteigt, namentlich hinsichtlich der Zahlung in Gold. Wir dürfen nicht zu nachgiebig sein, wir dürfen es nicht wieder hören, daß man weniger gefordert hätte, hätte man unseren ernsten Willen erkennen können. Gegebenenfalls darf man nicht davor zurück⸗ schrecken, die Forderungen der Entente abzulehnen. (Sehr wahr! rechts.) Was die Fragen der inneren Politik anbetrifft, so hätten wir gern etwas vom Reichskanzler über die Aufrechterhaltung der Amtorität im Innern gehört. Eine Nebenregierung darf es bei uns nicht geben. Zur Finanzlage hätten wir gern dehee daß man in Deutschland, in Stagten und Kommunen, zur sparsamsten Wirtschaft wieder übergehen wolle, namentlich auch zur Vereinfachung der Ver⸗ waltung, von der man bisher nichls gemerkt hat. Der Reichskanzler hätte sich äußern sollen über den Schutz von Leben und Eigentum und über eine in Zukunft wieder unangetastete unparteiische Rechts⸗ pflege. Die Entpolitisierung der Reichswehr und der Sicherheits⸗ organe ist unbedingt notwendig. Der Abbau der Zwangswir'schaft sollte nicht alsbald, sondern sofort erfolgen namentlich für Kartoffeln und für die Viehwirtschaft. Dem Landarbeiterstreik muß wie jedem Terror entschieden entgegengetreten werden. Unsere Forderungen hinsichtlich der Arbeitslosenfürsorge gipfeln in der Forderung einer produktiven Arbeitslosenfürsorge. In der Rede des Reichskanzlers haben wir leider jedes Wort über eine sittliche und auch religiöse Wiedererneuevung des Volkes vermißt. Wir stehen durchaus zum föderolistischen Prinzip. (Na, nal bei den Demokraten. — Unruhe.) Die Regierung darf den Weg nicht weiter beschreiten, der zur Absplitterung Süddeutschlands und zur Beseitigung Preußens führen muß. Wenrn der Reichskanzler auf den Artikel 18 der Verfassung oherseanen hat, so gibt uns das zu denken; dieser Artikel geht zu Lasten Preußens. (Aharufe.) Gegen eine Beseitigung Preußens würden wir in schärfster Weise Front machen müssen. Wir werden kein Mißtrauensvotum gegen die Regierung einbringen, und auch nicht ein solches mitmachen, wenn es von anderer Seie beantragt würde. Ich spreche aber mit Herrn Scheidemann, wenn ich sage: Wenn die Regierung nicht nach den Grundsätzen verfahren sollte, die wir als Staatsnotwendigkeit bezeichnen, so ist es selbstverständlich, daß wir in Oppositionsstellung gehen. Wir lassen es uns nicht ge⸗ fallen, daß die alte Mißwirtschaft so weiter geht. Einen gewissen Hoffnungsschimmer gibt uns die Zusammenstellung Regierung doch. Mögen uns noch schwere Sorgen bevorstehen — trotz allem Un⸗ glück wollen wir doch nicht mutlos sein. Es wird uns gelingen, doch wieder eine Basis 8 finden, auf der wir glücklicheren Zeiten entgegen⸗ gehen. (Lebhafter Beifall rechts.)
Minister des Aeußern Dr. Simons: Der Vorredner hat seiner Verwunderung Ausdruck gegeben, daß die drei Noten der Entente noch nicht veröffentlicht seien. Sie sind uns am 25. tele⸗ graphisch zugegangen. Als ich am 26. mittags mein Amt übernahm, fand ich den Entschluß vor, die Noten, die noch übersetzt werden mußten, nur inhaltlich an die Presse zu geben. Sonnabend nach⸗ mittag fand die bekannte Kabinettssitzung statt, am Sonntag ver⸗ schaffte ich mir einen allgemeinen Ueberblick über mein Amt, und heute morgen verfügte ich die sofortige Veröffentlichung der Noten. Sie werden morgen früh in der Presse zu finden sein. So lange ich im Amte sein werde, werden Sie mir keine Angst vor der Oeffentlichkeit vorwerfen können. Das Volk braucht die gute, wenn auch nicht immer schmackhafte Kost der Wahrheit und Wirklichkeit. (Beifall.)
Darouf wird die Besprechung unterbrochen.
8 1“
—.—
Es gibt ein
Abg. Schultz⸗Bromberg
schleunigen Antrag auf Einstellung eines auf Grund einer ziation eröffneten Strafverfahrens gegen den Abg. v. d. Kerkhoff Herausgabe der bei achtstündiger Haussuchung beschlag⸗ ücher und Aufhebung der Banksperre über sein Vermögen. Abg. Ledebour beantragt Ueberweisung dieses Antrags an per Seine Partei sei jederzeit bereit, allen
(D. et
nahmten
Geschäftsordnungsausschuß. Abgeordneten den nöligen Schutz Schultz⸗Bromberg:
Abg.
(Heiterkeit.)
(D. Nat.)
2g
bewilligen.
ir werden ebenso alle Anträge der Partei des Abg. Ledebour unterstützen, wenn sie so gut begründet sind wie unsere. Der Antrag geht an den Geschäftsordnungsausschuß. Ein⸗ Pgangen sind drei Interpellationen, betreffend die angeblichen rbereitungen für einen Generalstreik und Umstoßung der Verfassung, die Brotversorgung im Rheinland, Westfalen und
befürwortet
die Teuerung der landwirtschaftlichen Produkte.
Nächste Sitzun⸗
1 Mittwoch, 1 Uhr. pellationen, Haftentlassung bezw. Einstellung des Verfahrens gegen die Abgg. Mittwoch (U. Sah.) und von den Kerkhoff
(D. Nat.), Fortsetzung der heutigen Aussprache. Schluß 684 Uhr.
Denun⸗
(Obige Inter⸗
venSs
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗
Gesundheitsstand und Gangder Volkskrankheiten. (Nach den „Veröffentlichungen des Reichsgesundheitsamts“,
Mexiko. Laut Mitteikung vom 9. Juni sind in Veracruz
maßregeln.
Nr. 25 vom 23. Juni 1920.) Pest.
einige Fälle von Pest aufgetreten. Pocken.
8 Deu 1- wurde der An
ches Reich. In isbruch der Pocken in E
und Reg.⸗Bez. Trier) gemeldet. Nach
träglich wurden noch mitgeteilt 29. Mai 74 Erkrankungen und zwar in
8
der Woche vom 13. bis 19. i hrang und Kordel Trn
r die Woche vom 23. bis hen, Orzegow,
Birkenhain, Hohenlinde,
Lipine sje 1, in in Gleiwitz 21, Schalscha je 1, in Tost (Kreis Gl. i. Oberschl., Dom in Rosdzin (Kreis Ostrog,
wi tz,
Tworkau
Rybnik),
itz, Ruda 8 pel Mühlhausen, krankungen, nämlich in Stüdnitz (Kre in Trier 4, in Oberemmmel 7, eis Trier, Reg.⸗Bez. Trier) 1; p. 44 Erkrankungen, und zwar in Königshütte 1, in Gleiwitz Kreis Hindenburg), Pawlo⸗ Klein Peter⸗ workau (Kreis Ratibor) 3, öö
Laurahütte, 8 t) Mikultschüuütz (Kreis Tarnowitz, Lüneburg) je 1, in (Kreis Recklinghausen, Reg.⸗Bez. Münster) und
pitz, (Kreis O
in Konz (Kr tochlowitz
wi tz w je 1
in Radlin,
Rybnik 2),
Zaborze, je 1 Friedrichshof (Kreis Kattowi Alttarnowitz u e
9
Oppeln), Bar Zeeie,vnsch r
(Kreis
F Vttoman) Kornitz
(Kreis (Kreis
„Scho
. Here Hindenburg,
ini Ra
1b e u Karf,
1...
5, in
a borze CHiedegbgrgh de 2. n xeg.⸗Bez. Oppeln un Reg⸗. b f
t S Schwientochlowitz ( in Alt⸗Gleiwi
ez. Erfurt) 2; vom 30. Mui bis
eis Beuthen) 2, (Kreis Gleiwitz), Bielschowitz
Sleß), Herzog in Ostrog, T Pruschow
in Rosdzin,
Zalenze
18
Zawada,
itz
m (Kreis Uelzen, Re⸗
beremmel (Kreis Trier, Reg.⸗ Fleckfieber.
Deutsches Reich.
S 5, in
Trier)
is Bütow, Reg.⸗Bez. Köslin) 1, in Kommelingen 2
om 6. bis 12. Inni in Schwien⸗ Zernik
5, in
Loslau
oppinitz arnowi
2.
In der Woche vom 13. his 19.
wurden 3 Erkrankungen Festgestelt und zwar in Claussen
Lyck, Reg.⸗Bez. Allenstein), und Neubranden burg (
Nachträglich wurden noch angez bis 5. Juni 2 Erkra Reg.⸗Bez. Köslin) und burg) je 1; vom 6. b.
Arbeitern
Reg.⸗Bez. Köslin) 1, in Neukuttendor Hohenziatz (Kreis
Ungarn.
In der Zeit v
nkungen, nämlich in K d Burg (Kreis Jerichow I, Reg.⸗Bez. 12. Juni 6 Erkrankun und zwar in Woblanse in Kreika (Kreis und Kreis Neustadt, g I, n;Se.
und zwar in Budapest l, in dem Genickstarre.
Preußen. krankungen (und 1 Todesf bezirken lund Kreisen]: Stadt, Neuköllrn je 1] 1 (1), Gelsenkirchen Stadt 1I, Ma
E
krankung un gemeldet.
„Reg.⸗Bez.
bis
sag . Ma
öͤln⸗Ehrenfeld (Reg.⸗Bez. Necklenburg⸗Strelitz) je 1.
eigt für die Woche vom 30. Mai Krolow (reis
— bei polni Kreis eem.egn. eg.⸗Bez. Breslau) 3,
„Bez. de
Komitat Szabolcs 4.
In der Woche vom 6. bis 12. Juni wurden 5 Er⸗ all) gemeldet in folgenden Regierungs⸗ Landespolizeibezirk Berlin 2 (Berlin Arnsberg 2 (1) [Bochum Stadt gdeburg 1 [Wolmirstedtl.
Spinale Kinderlähmung.
krankung in Genf.
In der Woche vom 6. bis 12. Juni wurden 1 Er⸗ Todesfall im Reg.⸗Bez. Arnsberg (Kreis Brilon!]
chweiz. In der Woche vom 30. Mai bis 5. Juni 1 Er⸗
Fkgizn855 eis Beuthen) 2, twitz) 6, in K je 1, i
ttowi
Chorzow,
Keg.⸗Bez.
” und i r. Feen
orte,
Sto
raze,
als
gierun
je 1,
Halle a. baden 4, Nü⸗ Glasgow
dorf c
ländische krankungen; s krankung; R Budapest speicheldrüsenentzündung: Schlafsuchtkranheit (Encephalitis lethargica): Reg.⸗Bezirke 2, Wiesbaden 1 Erkrankungen; Malaria: Reg⸗Bezirke ) 11, Mecklenburg⸗Schwerin, Nürn⸗ Erkrankungen; Nahrungsmikttelvergiftung: 1 Erkrankung. Gestorbenen
Düsseld Aurich 36, Op
i- Erkran
wurden
Di 85 ht brück — Amsterdam Typhus mittelt an Wien 34.
sbezirken sund Lahn :
BPreußen. In der Woche vom 6. 5is 12. 59 Erkrankungen (und 2 Todesfälle) angezeigt in folgenden Re⸗ Landespolizeibezirk Berlin 20 (1) [Berlin Stadt 19 (1), Neukölln 1]2, Reg.⸗Bez. Arnsberg 4 [Bochum Stadt, Dortmund Land, Stadt,
Breslau 6 [Brieg Stadt 2, Neumarkt 3, eüfungen Düsseldorf 3 (Cleve, Duisbur
le 3
iegnitz 3 [Bunzlau 2, Schönau 1]), a
[Zuedlinburg Land] [Münster La
[Hümmling, Lingen je 1 barnim 7, Teltow 2], S baden 2 (Frankfurt a. M.]; 30. Mai bis 5. Juni: F [Kattowitz Land, Rosenberg je 11.
Verschiedene Krankheiten
in der Woche vom 6. bis 12. Pocken; Budapest 1, rngg 2 Todesfälle, Bu⸗ 8* und Vororte 3,
ndapff 39, Wien 21 Erkrankun
Wien 13 E Milzbrand: Reg.⸗M. Liegnitz 1 Erkrankung; Bißverletzungen durch verdächtige Tiere: 1 Vorwoche 2, Köslin (Vorwoch⸗
and,
Wien 1
ran
xeg.⸗Bezirke e) :
Fren en; en; e rkrankungen; Rückfallfieber: agdeburg 1 Erkrankung; Rotz: Reg.⸗Bez.
je 1 Os
die
ni 1920.
ien 7
ieber;: Erkrankungen;
wurden
Herne 8 11
aldenburg 1], Cassel 1 .“ Land
deburg 1
8 Minden 1 ([Herford Land]!, Münster 2 Recklinghausen Lan
†. Potsdam 14 chleswi
nabrück 2
otsdam 5, Nieder⸗ — (1) [Wandsbekj, Wies⸗
nachtröͤclich für
kfurt 1 (QLuchaul, Oppeln 2
Woche vom
est 5,
Varizillen:
Budapest 1,
tollwut⸗
reslau 3, Frankfurt 3,
Münster, Oppeln (Vorwoche)
neidemühl 7; Influenza: Braunschweig 2, Breslau,
Orte
12,
je 1
ein
Wien
26, Koper rben in
4
„Regensburg
erg 1,
(23.
8 Dyeor Wien kungen; 1 gierungsbezirke Köslin 1 Todesfall, Zehntel Masern und Röteln gemeldet in Lü
bis
vve 32, orms. arlach in Berlin
je 1, Reg.⸗Bezirke
Birm
ingham
8, Kopenhagen, Liverpool je 1, Stockholm je 1, Wien 6 Gumbinnen, Wiesbaden olm 4, Wien (16. bis 22. starre: Christiania 2, Wien 1 Todesfälle, Chriftiania 3, 3 nieder⸗ 29. Mai), n inale Kinderlähmung: Kopenha 1 uhr: Wien 7 Todesfälle, Braunschweig 1, Nevabur 2 9 Erkrankungen;
Bu
aller
3. Bristol 2
London 26, Prag
odesfälle, Reg.⸗Bezirke Düssel⸗ 2. Nürnberg 5, Kopenhagen 58, Mai) 24 Erkrankungen;
Wien
epidemi
Krätze:
rnsberg 15, Wies⸗
Dublin 4, und Vor⸗ Genick⸗
Er⸗
je
sche O
T⸗
dapest 35 Erkrankungen;
Kopenhagen Re⸗
Mehr ist an
storben in Oberhausen — Erkrankungen
29,
Hamburg 25, Kopenhagen 28; erie und Krupp gestorben in Berliregem 2
Erkrankungen wurden angezeigt in Berlin 40, Stockholm 29,
an
edenau, Osna⸗
Hamburg 27,
Wien 22; an Fe. wurden Erkrankungen er⸗ „ Hamburg 32, Kopenhagen 56,
—
dung des „W. T. kaunfspreise fürallgemeinen rohen und Handelsguß um 10 vH. mäßigen.
Der am
B.“,
fehl Kas
28. Juni in Berlin versammelte Beirat des Vereins Deutscher Eisengießereien üchls laut Mel⸗ einen Gruppen zu empfe
die Ver⸗ inenbau⸗
vom 1. Jull d. J. ab m er⸗
Briketts
Wagengestellung für Kohle,
Kors und
—
Ruhrrevier
Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen
i 8 lawe, Nagde⸗
Gestellt Nicht gestellt Beladen 89098.
am
am 26. Juni 8 stellt.. Be nngeaaa
am 28. Juni.
JFuni
wirtschaftlichen
lebhafterer Ver
Fee
V
am 26. Juni 1920.
20 360
8
Berichte von auswärtigen Wertpapiermärkten. Wien, 28. Juni.
(W. T. B.) Der heutige Börsenverkehr
namentl
erhielt Anregung durch den flässigen Geldstand, der die Kontermine zu Deckungen veransaßte und spekulative sodaß die Stimmung trotz der vielen noch unerledigten en eine ausgesprochene entwickelte
Kückkäufe zur Fölge hatte,
politischen und
estigkeit gewammn. Ein in Staatsbahn⸗ und
5
149,00, bis
Alopyd⸗ reichische Goldrente —,—
auf Schweiz 51,10, Wechsel auf
EEAAA11.““
Krankenhäuser ab.
Ursache des Ausstands so beiter und vee nach Gleichste
sorner de ungarischer und einzelnen —— Gegen Seeeet vnn beße auf die bevorstehende Feierta erbre Itung geltend. Am Rentenmarkt traten keine größeren Veränderungen nur ungarische Goldrente stellte sich geges die letzte büzger. Köln, 28. Junk. (W. T. B.) Englische Noten 148,90 bis ranzösische Noten 307,00 — 309,00, Belgische Noten 323,00 324,00, Holländische Noten 1334,00 — 1345,00, Rumänische Noten 85,00 — 86,50, Amerikanische Noten 37,25 — 38,00, Schweiz. Noten
875 R.Pcs. . Petetn g. ce gose 140000, Staats en, . U, ats⸗ hahn 3552,00, Südbahn Oesterreichis Kredit — —, Ungarische Kredit 1624,00, Anglobank 748,00, Unionbank 857 00, Bantverein 820,00, Länderbank 955,00, Oesterreichisch⸗Ungarische Bank 4250,00 ex., Alpine Montan 3170,00, Eisen 5995,00, Rima Muranper 2785,00, Skoda⸗Werke 1950,00, Salgo⸗Kohlen 5375,00, Brürer Kohlen 6770,00, Galuzza 16 180,00, Waffen 2850,00, oovz⸗Aktien 17 200,00, Poldihülte 2155,00, Daimler 997,00, Oester⸗ Oesterreichische Kronenrente 88,00, Februar⸗ 99,50 Ungarische Goldrente 250,00, Ungarische Kronenrente 112,00, Veitscher —,—, Merkur 1464,00. Amsterdam, 28. Juni. (W. †& B.), Wechsel auf London 11,12 ½, Wechsel auf Berlin 7,47 ½, Wechsel auf Paris 23,10, Wechsel ien 1,97 ½8, Wechsel auf Ko 58 Wechsel auf Stockholm 62,25, Wechsel Christiania 48,00, New York 280,00, Wechsel auf Brüssel 24,15, Wechsel
Kopenhagen, 28. Juni. (W. T. B.) Sichtwechsel auf Stockholm 135 do. auf Christiania 103,00, do. auf Hamburg 16,50, do. auf London 24,25, do. auf Paris 51,00, do, auf Antwerpen 53,00, do. auf schweiz. Plätze 111,50, do. auf Amsterdam 218,25, do. auf Helsingfors 27,50, do. auf New York 610,00.
Stockholm, 28. Juni. (W. T. B.) W London 17,90, do. auf Berlin 12,00, do. auf Paris 37,50, do. Brüssel 39,50, do. auf schweiz. Plätze 82,50, do. auf Amsterdam 162,00, do. suf Koheuhagen 5 do. auf Christiania 76,25, do. auf Washington 454,00, do. Helsingfors 21,00.
rente 93,25, Mairente
46,35 Wechfel
auf Madrid 46,45, Wechsel auf Italien —,—.
Sruatistik und Volkswirtschaftr
1.““ 1““ or hesagne fand in Leipzig die 49. Hauptversammlu ng 3 der „Vereinigungöffentlicher Feuervpersicherungs⸗ anstalten in Deutschland“ statt. Als Vertreter des preußi⸗ schen Ministeriums des Innern war, wie „W. T. B.⸗ berichtet, der Geheime Oberregierungsrat und vortragende Rat Dr. Lenz, als Vertreter des preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt der Re⸗ gierungsrat Gretzschel und als Vertreter des sächsischen Ministeriums des Innern der Präsident, Geheime Rat Beeger erschienen. In der General,
versammlung wurde vor allem über die Maßnahmen beraten, die jetzt und künftig im Hinblick auf die erhebliche Stei
der V “ werte zu kreffen seien, wobei auch die von der Ferischen üe ngs⸗ kammer auf dem der Gesetzgebung ei Jaunotver⸗
0 fe crs. 8
lcherung reges Interesse erweckte. Hieran schloß sich eine Be⸗ prechung und Beratung wichtiger allgemeiner und versehfemge⸗ technischer Fragen. Zu nennen sind u. a. die Frage der Sozialisierung („Verreichlichung“) des Feuerversicherungswesens, die Einwirkung der neuen Reichsversassun und der Reichs⸗ und Staats⸗, insbesondere der Steuergesetze auf das öffentliche Feuerversicherungswesen, der Plan der Errichtung eines Reichsbrandschutzamts, die voraussichtliche Tätigkeit des Reichswirtschaftsrats, Aenderungen der allgemeinen und der besonderen Versicherungsbedingungen, Aufruhrschäden, Gründung von Transportfeuerversicherungsges llichaften, inwirkung des Friedens⸗ vertrags auf das Versicherungswesen usw.
Gleichzeitig mit der der „Vereinigung“ fand die 53. Hauptversammlung des „Verbandes öfsent⸗ licher eng. erungsansialten in Deutsch⸗ 8 nd“* düt in der g 1 9 all ö“ g. scherungstechnischer en Gege Fgene , ne ussprache und ungerchnach nng pelhete —
Arbeitsstreitigkeiten. v
In Potsdam find hiesigen Blättern zufolge die Ange⸗ stellten in den städtischen Betrieben seit Sonntag früh im Ausstande. Die Strah men verkehren nit Die Stadt, die ohne Gas und elektris Licht 88 lag ge abend im
Dunkeln. Nur im Wasserwerk, einem lebenswichtigen Betrieb, wird gearbeitet. Gestern ein Teil der gstst5e 5 5 in den Ausstand getreten Die rbeiter des Elektrizitätswerkes den Strom nur an die Die Arbeiter in der Gasanstalt
lassen die Technische Nothilfe nicht arbeiten. Die die Ablehnung 2 orderungen der Ar⸗
88 Berliner Beteiligten ausgesprochen.
Der Hafenarbeiterausstand in Danzig wurde wie „W. T. B.“ meldet, gestern nachmittag 5“ Verhandlunger mit dem Oberkommissar beigelegt. In einer Versammlung be⸗ schlossen die Hafenarbeiter, die Arbeit am Dienstag (heute) früh wieder aufzunehmen. Die Hafenanlagen sollen nunmehr durch blaue Sensg s überwacht werden. — Infolge des vor etwa 14 Tagen aus⸗ gebrochenen Ausstandes der Schiffszimmerleute auf der Danziger Werft ist der Betrieb 11. lahmgelegt. In⸗ folgsdessen sah sich die Werftleitung gezwungen, am Sonnabend gegen 1200 und gestern gegen 200
4 „
Gemeindeangestellten sein. Für den Au
1 dgesaes 1 zu öö des am Sonnabend ausgebrochenen ir enü erausstands
liegt der Dampferverkehr in Danzig noch
lahm.
Uebersicht üb
verglichen mit dem I. Vierteljahr 1919.
er die Ergebnisse des Stein⸗ und Braunkohlenbergbaus in Preußen für das I. Vierteljahr 1920,
Im I. Vierteljahr 1920
— — — —,
—õõ——x
Im I. Vierteljahr 1919
Mithin im I. Vierteljahre 1920 mehr (+.), weniger
Förderung t
Absatz
t
Arbeits⸗ tätige Personen
Förderung
t
Absatz
t
242
tätige Personen
I. Ste
Dortmund Bonmnn..
„
inkohlen.
Summe I.
II. Braunkohlen. Breslau. . 3 8 “
Halke
Sö1“”
Bonn..
. 2 *
Setmme II
8 357 774 8 620
104 965
19 222 470 1 366 328
8 296 749 8 772
107 086 19 128 100 1 351 936
193 073 195
3 548 433 962 33 257
6 962 090 1 858
123 456
17 185 571 3 669 410
6 750 483 1 885
123 168 17 019 026 3 668 814
179 530 38
3 308 378 322 83 248
Sa.
1 395 684
6 782
18 491
+ 2 036 899 — 2 303 082
g 8
29 060 157
976 842 12 340 781 306 766
6 801 432
28 892 643
977 869 12 327 840 306 465
6 796 362
664 035
7 682 86 984 3 768
25 259
201 26 52
27 942 385
891 518 10 090 369 232 540
5 940 086
900 003 10 075 574 232 235
5 939 312
644 446
5 929 61 792 18 932
—[b0 do
+ 1 117 772
8
9,57 22,30 31,92 14,50
SS. 8
A SgEes.
89 282 885 388888
ET
ETTT“
& —2 8 —₰¼ 8 L
330
20 425 821
20 408 536
123 693
305
17 154 513
17 147 124
88 896
19,07