1920 / 211 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 18 Sep 1920 18:00:01 GMT) scan diff

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ausgestorbene Gattung des Volksstücks durch eine Neuschöpfung au diesem Gebiet wieder aufleben zu lassen. 6 r dum 8 ar heißt sein Werk, das und mit musikalischen Zutaten von Robert Winterberg sehen, im Thaliatheater zum ersten Male aufgeführt wurde. ganzen ist es Dr. Bruck gelungen, eine unterhaltsame Handlung zu

keit über, die bei den unverbildeten Gebirgsbewohnern, die geehltdee werden

Kuhhirt, der Mirzl, die Tochter des reichen Hohlerbauern, iebt, Frnfolgesesen Prft der Franz'’l auf Abwege, läßt sich von einer zur

Sonntag: Kartenreservesatz 44. Die Frau ohne Schaͤtten.

Boheme.

markt.) reservesatz 95. ermäßigten Preisen: Gespenster. Anfang 2 ½ Uhr. Abends: 162. Dauerbe⸗ b- Die Jonrnalisten. Anfang

Uhr.

Fuhrmann Henschel.

Mittwoch: Neu einstudiert: öaer. und

Freitag: Die Jüdin. Sonnabend: Madame Butterfly. Lohengrin.

nalisten. M

Henschel. Donnerstag:

Freitag: Der Marquis von Keith.

Sonnabend: Coriolan. Sonntag:

Nachmittags: Coriolan. Abends: Die Journalisten.

Teilnahme an dem Kapitalsertrag regelt, besonders durch eine Kontrolle und durch Arbeitsanteilscheine. Weiter betont der Aufruf die Dringlichkeit der Prüfung einer Agrarreform und einer Reform des zentralistischen Verwaltungs⸗ systems und schließt mit einer eindringlichen Mahnung an das Volksgewissen, indem er gegenüber revolutionärer Pro⸗

paganda und jeder Form von Gewalttätigkeit den Sinn wahrer

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hristlicher Moral hervorhebt.

Litauen.

D;oe Verhandlungen zwischen Litauen und Polen über die Festsetzung der vorläufigen Demarkationslinie zwischen beiden Staaten in Kalwarja haben vorgestern begonnen.

8 Schweden.

Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen der Reichs⸗ tagswahl sind von den 230 Mandaten in der Zweiten Kammer 130 besetzt. Die Konservativen haben 39 Mandate (12 gewonnen und 2 verloren) erhalten, die beiden Bauern⸗ organisationen zusammen 14 Mandate (6 gewonnen), die Libe⸗ ralen 26 (4 gewonnen und 13 verloren) und die Sozial⸗ demokraten 51 Mandate (3 gewonnen und 9 verloren). Die Linkssozialisten, die der 3. Internationale nahestehen, haben kein Mandat erhalten und 2 verloren. 1

8*

Türkei.

Auf Vorschlag des Großwesirs genehmigt ein kaiserliches Irade die Entsendung einer außerordentlichen Mission zur englischen Regierung, die von dem früheren Minister des Innern Ali Kemal geführt werden soll.

Bulgarien.

Nach einer Meldung der „Agentur Damian“ verlangt die griechische Regierung die Auslieferung von 170 namentlich angeführten bulgarischen Offizieren, die be⸗ schuldigt werden, meuchlerische Mordtaten an Griechen be⸗ gangen zu haben. Die griechische Regierung will sie gemäß den griechischen Gesetzen vor Gericht stellen und aburteilen lassen. In der Liste sind u. a. auch die früheren bulgarischen Minister Popow und Tontschew sowie der bulgarische Generalissimus Jekow enthalten. Falls Bulgarien sich weigern sollte, dem Verlangen Griechenlands zu entsprechen, werden die bulgarischen Kriegsgefangenen nicht entlassen werden

Asien.

8 1 1 Nach einer Havasmeldnng aus Beirut hat der General Gouraud vorgestern die Autonomie der Provinz Aleppo unter französischem Protektorat proklamiert.

Statistik und Volkswirtschaft.

9 Arbeitsstreitigkeiten. ““ In Hamburg haben, wie „W. T. B.“ meldet, Verhandlungen über die Forderungen der Hafenarbeiter zu einer 8 86 igung geführt. Die Arbeit sollte heute wieder aufgenommen verden.

Nach einer von „W. T. B.“ übermittelten Reutermeldung aus London hat der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter am 16. 1 M. den ganzen Tag mit Horne, dem Präsidenten des Handelsamts, beraten. Die Aussichten auf eine friedliche Regelung hatten sich beträchtlich ge gö“ Gestern wurden die Verhand⸗ lungen fortgefetzt. sie sollen aber, wie das holländische Blatt „Tele⸗

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einredet, er sei zum Künstler bestimmt, die Sinne verwirren und schließlich zu einer Eifersuchtstat gegen sie hinreißen, die ihm eine Ge⸗ fängnisstrafe einträgt. Nach zweijähriger Abwesenheit in der Großstadt kehrt der Franz'l reumütig in sein inzwischen zum modischen Kurort aufgerücktes Heimatdorf zurück und wird doch noch zuletzt mit seiner Mirzl getraut. Robert Winterberg umgab diese schlichte Hand⸗ lung mit gefälligem musikalischen Rankenwerk; bäuerliche Weisen, der Rhythmus des Schuhplattlers und Schnadahüpfl⸗Kläͤnge ertönen, dazwischen ibt es auch Liebeslieder, Duette und Quartette, die sich mehr der modernen Operette annähern, und auch Opernhaftes, wie z. B. die tonmalerische Schilderung einer auf der Bühne sich abspielenden, großen Bauernrauferei. Starke Erfindung gibt sich in dieser Musik zwar nicht kund, aber sie erfüllt vollkommen ihren Zweck. Eine gute Aufführung unter der musikali⸗ schen Leitung des Komponisten und der Spielleitung des Herrn Stolzenberg rückte alles ins rechte Licht. Reinhold Pasch erfüllte die Titelrolle schauspielerisch wie gesanglich mit warmem Leben und hatte in Fräulein Krupp als Mirzl eine jugendlich anmutige Gegen⸗ spielerin. Die Rolle der städtischen Sängerin gestaltete Eva Lichen⸗ berg besonders darstellerisch recht fesselnd. Einen pfiffigen und be⸗ weglichen Bauern spielte Edmund Loewe gewandt und humorvoll, und eine wirksame groteske Komik entfaltete Hermann Blaß als ängstlicher Dorfschullehrer. Grete Liebreich, die Herren Aman, Jobst⸗ Rauch und Rosé sind ferner noch mit Anerkennung zu nennen. Starker Beifall rief nach den Aktschlüssen neben allen an dem Erfolg Beteiligten auch den anwesenden Verfasser Dr. Bruck auf die Bühne.

——

Im Opernhause geht morgen, Sonntag (außer dem Dauer⸗ bezuge), Richard Strauß' „Frau ohne Schatten“, mit den Damen Kemp, von Granfelt, Branzell, Hansa, Marherr, Ernesti, Mancke, Jäger⸗Weigert und den Herren Hutt, Armster, Habich, Henke, Sommer, Lücke und Krasa besetzt, in Szene. Mustkalischer Leiter ist der Generalmusikdirektor Leo Blech. Anfang 6 Uhr. Am Montag wird „Bohéme“, mit den Damen von Catapol⸗Batteur, Hansa und den Herren Hutt, Ziegler, Braun, Habich, Krasa, Philipp in den Hauptrollen, unter der musikalischen Leitung des General⸗ musikdirektors Leo Blech gegeben. Anfang 7 Uhr.

Im Schauspielhause wird morgen, Nachmittags 2 ½ Uhr, als 4. Volksvorstellung zu ermäßigten Preisen Ibsens Schauspiel „Gespenster“, mit Mathilde Sussin als Frau Alving und Hermann Böttcher als Oswald, aufgeführt. Abends 7 Uhr gehen „Die Journalisten“, mit Dagny Servaes als Adelheid und Anton Edhofer als Bolz, in Szene. Für Montag ist „Fuhrmann Henschel“, mit Ed. von Winterstein in der Titelrolle und Lucie Höflich als Hanne Schäl, angesetzt. Anfang 7 Uhr.

„Im Schillertheater Charlottenburg findet am nächsten Donnerstag die Erstaufführung eines dreiaktigen Lustspieles, Beltinas Verlobung“ von Leo Lenz, statt.

Mannigfaltiges.

Aus dem Zimmer der Königin Elisabeth im Schloß Char⸗ lottenhof bei Potsdam wurde hiesigen Blättern zufolge gestern vormittag ein 8 cm hohes und 1 cm breites Petschaft ge⸗ stohle n. Es ist unten talergroß und trägt als Verzierungen am Rand blaue, violette und lila Steine. Das Siegel zeigt die Buch⸗ staben F. W. Da das Zimmer kurz vorher von zwei englisch sprechenden Damen, anscheinend Amerikanerinnen, besichtigt worden war, so besteht der Verdacht, daß diese sich das „Andenken“ mit⸗ genommen haben.

Ein Lehrgang über das stehende und laufende ichtbild als Bildungsmittel wird vom 1 nstitut für Erziehung und Unterrricht, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 120, für Vertreter von Staats⸗ und städtischen Behörden oder Vereinigungen, die Lichthildvorführungen einrichten wollen, für Lehrer, Jugendpfleger und Freunde des Lichtbildwesens in der Woche vom 4. An diesen Tagen

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vom 4. bis 9. Oktober veranstaltet. werden durch Vorträge, Filmvorführungen, Ausstellungen die Fragen der Technik, Methodik und Organisation des belehrenden Lichtbildes

graaf“ erfährt, von neuem auf einem toten Punkt an⸗ Felangt sein. Die Unternehmer und die Vertreter des Ver⸗ andes der Elektrizitätsarbeiter haben beschlossen, daß die Arbeit so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden soll. Der allgemeine Ausstand in der Elektrizi ätsindustrie ist damit beigelegt. 1““

Theater und Musik. Thaliatheater.

Dr. Rein hard Bruck, der verdienstvolle Spielleiter des staatlichen Schauspielhauses, hat den Versuch unternommen, die fast

estern, mit Gesangstexten von E. Beuth

ver⸗ Im

chaffen, nur geht ihr Empfindungsgehalt zuweilen in eine Ruͤhrselig⸗

sollen, als unecht auffällt. Der dumme Franz'l ist ein

von diesem aber als Schwiegersohn abgelehnt wird.

und des Jugendunterhaltungsfilms behandelt. Als Vortragende sin namhafte Pädagogen, als Aussteller die bedeutendsten Hersteller 8. Apparaten, Filmen und Bildern gewonnen worden. Von der groß⸗ zügigen Unternehmung darf eine kraftvolle Förderung des Lehrfilmgedankens erwartet werden. Anfragen sind an die Bildstelle 8 8 ““ zu richten. (Fernruf: Berlin, Amt Kurfürst

Wien, 17. September. (W. T. B.) Wie der ‚Korre deutscher Nachrichten' aus Prag vehen wird, beöszonden Minister des Innern mit Ruͤcksicht auf den Raummangel an der Prager Hochschule sowie auf die Wohnungs⸗ und Lebens⸗ mittelnot, daß die Angehörigen des Deutschen Reiches Oesterreichs, Ungarns, olens, Rußlands und der Ukraine zur Einschreibung nicht zu gelassen werden. Aus⸗ nahmen werden nur in ganz besonderen Fällen bewilligt werden.

Kowno, 17. September. (W. T. B.) Laut Meldung d

„Litauischen Telegraphenagentur“ findet hier 89 internatio Konferenzzur Heimschaffungder Kriegsgefangenen statt. Den Vorsitz führt der Bevollmächtigte des Völterbundes Pro⸗ fessor Nansen. Aus Deutschland sind sieben Vertreter eingetroffen mit

ehen erfolgreich vorwärts. - 1 Fiterreichischen Kriegsgefangenen in kurzer Zeit aus Rußland zurück⸗ geschafft werden können, ebenso die russischen Kriegsgefangenen aus Peuischland⸗ Als Transportwege kommen Lettland und Litauen in Betracht, obwohl der Durchtransport russischer Kriegsgefangener nach Rußland durch den polnischen Korridor wahrscheinlich in Warschau auf Widerstand stoßen wird.

Amsterdam, 17. September. (W. T. B.) „Algemeen Handelsblad“ meldet aus London: Die Great Northern Eisenbahngesellschaft in Irland hat mitgeteilt, daß infolge der Weigerung einer Anzahl von Angestellten der Gesellschaft, Züge zu fahren, die Polizei oder Militär befördern, vom nächsten Montag ab alle Zugverbindungen zwischen Dundalk und Enniskillen und auf den anschließenden Linien für un⸗ bestimmte Zeit eingestellt werden. Desgleichen wurde mitgeteilt, daß der Dienst zwischen Dublin und Belfast einge⸗ schränkt werde.

New York, 18. September. (W. T. B.) Wie ‚Reuter“ meldet, steht nunmehr fest, daß das Explosionsunglück vor dem Bankhause Morgan durch eine Bombe verursacht worden ist, die von zwei Männern, die im Automobil vorfuhren, ge⸗ worfen wurde. Die Bombe war mit einem besonders starken Explosivstoff geladen. Unter den Getöteten befinden sich 17 Angestellte der Bank Morgan. Der Platz ist streng abgesperrt. An der Börse wurde gearbeitet, sie sollte gestern wieder eröffnet werden. Nach einem Bericht der „Times“ deuten die letzten Meldungen darauf hin, daß der Plan bestand, Morgans Bankhaus 18 zerstören. 8.S welche die umherliegenden Bruchstücke untersuchten, 8* der Ansicht, daß der Kraftwagen mit Zeitzündern versehene Bomben enthielt, die Mittags explodieren sollten. Die Explosion erfolgte genau 12 Uhr 1 Miaute. Ein seltsamer Zufall wollte es, daß zu dieser Stunde erade neun Millionen Dollar in Gold weggeführt wurden. Ein Raub wurde jedoch nicht versucht. Fast das gesamte Geschäftsleben in Wallstreet ruht nach der Explosion vor dem Bankhause Morgan.

eine Besprechung abhielten, entgingen dem Anschlag, mit Ausnahme von Junius Spencer Morgan. Weiteren Meldungen zufolge wird die Explosion für die Folge einer politischen Verschwörung gehalten. Die Firma Morgan arbeitet in Amerika für die englische Regierung. Der Anschlag werde daher von einigen für einen Akt irischer Sinnfeiner gehalten. Andererseits sollen die radikalen Elemente in den Vereinigten Staaten die Ausgabe der französischen Anleihe durch das Bankhaus Morgan als eine Förderung der aggressiven Politik Frankreichs gegen Rußland betrachten, was möglicherweise die Veranlassung zu dem Anschlage gewesen sei.

Nr. 73 des „Zentralblattes der Banverwaltung“, herausgegeben im preußischen Finanzministerium, vom 11. September 1920, hat folgenden Inhalt: Amtliches: Dienstnachrichten. Nicht⸗ amtliches: Der Umbau der Landpfeiler der Stadtbahnbrücke über die Spree am Bahnhof Bellevue in Berlin. Zur Stadtbaukunde Spaniens. „Vermischtes: Freistelle beim Zivilwaisenhaus in Potsdam. Einrichtuug der Neckarbaudirektion für die Ausführung der Kanalisierung des Neckars. Gesetz über die Enteignung von Grundeigentum und über die Beitragsleistung bei der Kanalisierung des Neckars, des Mains sowie zum Ausbau der Donau. Ver⸗ leihung der Würde eines Doktor⸗Ingenieurs ehrenhalber. 50 jähriges Bestehen der Technischeu Hochschule Aachen. Aus⸗ 9 von Betesss aus Mane en e. Mottosen (Bauart Schupp⸗ mann). Zimmerofen aus Mauersteinen. Heiz⸗ und Kochofen aus Eisenbeton. Bücherschau. 868 .““

Aeronautisches Observatorium. Lindenberg, Kr. Beeskow. 17. September 1920. Drachenaufstieg von 5 ¼ a bis 7 ¼ a. 1

Relative Wind

Temperatur Co Feuchtig⸗ Feuchtig⸗ Geschwind. Sekund.⸗

unten % Meter

746,7 b 84 4 730 74 8 11 714 66 11 673 8 76 10 634 72 3 12 596 72 z 14 563 8 70 15 529 82 505 8 67 Dunst. Sicht 4 km. Bodeninversion bis 460 m von 17,5 0. ö“ zwischen 3320 und 3360 m von 0,9 ° auf 0,0°.

Luftdruck

mm

300 500 1000 1500 2000 2500 3000 3360 bedeckt. 15,2 ° auf

dem Reichskommissar Stuecklen an der Spitze, aus O dem . ze, esterreich de Major Aachener. isar St hat drei Vertreter entsandt. Heenreich der

rholung im

2. ebirge weilenden großstädtischen Sängerin, die ihm

die im österreichischen Kriegsgefangenenheim in Kowno stattfinden,

Theater.

Opernhaus. (unter den Othello.

Anfang 6 Uhr.

Montag: 154. Kontag

Schauspielhaus. (Am Gendarmen⸗ onntag: Nachmittags: Karten⸗ 4. Volksvorstellung zu

Sonntag (2 r): ü wachen. 2. uh 3 nsrü

wachen.

zugs⸗

Montag: 163. Dauerbezugsvorstellung. hr: Jedermann. 1. 19 Uhr. Opernhaus. Dienstag: Tiefland. [— Sonnabend: Jedermann.

solde. Donnerstag: Bo

Sonntag: Wie einst im Mai.

Schauspielhaus. Dienstag: Die Jour⸗ Nittwoch: uhrmann

eer Gynt. Straße. Sonntag (3 Uhr):

Erdgeist. Dienstag:

Menschen. Donnerstag und Freitag: Einsame Menschen. Sonnabe 8

Kammerspiele.

Montag und Freitag: Die Büchfe der Pandora.— &₰. Donnerstag und Sonnabend: Die Brand⸗ stätte. Mittwoch: Frühlings Er⸗

Grostes Schauspielhaus. Am Zirkus Karlstraße —Schiffbauerdamm. 8 Sonntag (2 ½ Uhr): Danton. Abends

Dienstag und Mittwoch: Danton. Donnerstag und Freitag: Julius Caesar.

Verliner Theater. Sonntag (Zuhr):

All 7 ½ Uhr: Der letzte Walber.

Theater in der Königgrätzer

ständnis. Abends 7 ½ Uhr: geist. Montag, Mittwoch und Freitag: Baumeister Solneß. Donnerstag: Zum ersten

Deutsches Künftlertheater. Sonn⸗ tag (3 Uhr): Pygmalion. Abends 9 de 88 Scheidungsreise. Verlobung. 3 Montag bis Sonnabend: Die Schei⸗ lings Er⸗ dungsreise. ie Brand⸗ Syr 2 ½ Uhr: Tosca.

Lessingtheater. Sonntag (3 Uhr): Frau Warrens Gewerbe. Abends 7 ½ Uhr: Die Tänzerin. Montag:

E 32n Dienstag 88 Freitag:

änzerin. Sonnabend: ersten Male: Das Gelübde.

Dienstag,

Mittwoch:

Sestshahme. (Theater am Bülow⸗ platz.) Sonntag (3 Uhr): Götz vo Berlichingen. Abends 7 ½ dbös Fine Landpartie. Verwickelte Geschichte. Montag und Donnerstag: Götz von Berlichingen. Dienstag: Das Käthchen von Heilbronn. Mittwoch und Sonnabend: Der Richter von Zalamea. Freitag: Eine Land⸗ partie. Verwickelte Geschichte.

Montag, Liebe im

Liebe goldne Zeit. Das Ge⸗

Erd⸗ Kleines Schauspielhaus. Sonntag,

Abends 7 ½ Uhr: Der Floh im Panzer⸗ aus. Montag bis Sonnabend: Der

Abends 7 Uhr: loh im Panzerhaus.

Donnerstag: Zum ersten Male: Bettinas Verlobung. Sonnabend: Bettinas

Deutsches Opernhaus. Sonntag, Vormittags 11 Uhr: I. volkstümliches honie⸗Konzert. Nachmittags Fidelio. Abends 7 Uhr: Montag: Dienstag: ö.“ 3 armen. onnerstag: Die Prinzessin von Trapezunt. 3 reitag: Rigoletio. Sonnabend: Die Meistersinger von Nürnberg.

Komische Oper. Sonntag (3 Uhr): L n Schnee. 7 ½ Uhr: Liebe im Schnee.

Theater des Westens. Sonntag

(3 ¼ Uhr): Der Raub der S 28 rinnen. Abends 7 ¼ Uhr: Der ö-

Sonnabend: Der ersten Liebe goldne Theater am Rollendorfplatz. Sonntag (3 ½ Uhr): Der Vielgeliebte. sswacht Montag bis Sonnabend:

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Thaliatheater. Sonntag, Abends ¼ Uhr: Der dumme Franzl. All⸗ abendlich 7 ¼ Uhr: Der dumme Franzl.

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Familiennachrichten.

Verlobt:. Frl. Irmgard Fließbach mit eerrn Oberleutnant Harald von Ehren⸗ rook (Landechow i. Pomm.).

cht: Freiin Erica Senfft von

Vereheli Pilsach mit Herrn Bernhard von Annie

Mutius (Hausdorf). Frl. Beamisch⸗ernard mit Major a. D. Otto Saenger (Wengelsdorf bei 8 Geboren: Eine Tochter Herrn Kor⸗ vettenkapitän a. D. H. banfn dn dens a. d. H. Gr. (Buenos Aires). Gestorben: er Landesälteste und Rittmeister a. D. Herr Richard von Koschützki auf Rybna (Rybna b. Fried⸗ richhütte).

Allabendlich

Zeit. Montag bis

Verantwortlicher Schriftleite Weber in Berlin.

rantwortlich für den Anzei il: Der Vorsteher ge Fesafersnkeit:

Wenn Liebe er⸗ Rechnungsrat Mengering in Berlin.

Man hofft, daß die letzten deutschen

Die Teilhaber von Morgan, die in einem Zimmer im oberen Stock

uüund Geheimrat Kolle vom Salvarsaninstitut in Frankfurt a. M. Das Kultusministerium sei bemüht

Landrat ernannt worden sei.

Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanze

8 8 8

Erste Beilage

1u““

3 8

ger 1920

Nr. 211. 0 Nichtamtliches.

11u.“

(Fortsetzung aus dem Hauptblatt.)

Preußische Landesversammlung. 153. Sitzung vom 17. September, Nachmittags 1 Uhr. Gericht des Nachrichtenbüros des Vereins deutscher Zeitungsverleger“).) Aunuf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen. Eine Anfrage des Abg. Haas (Soz.) über Anwerbungen für die französische Fremdenlegion wird von einem Regierungs⸗ vertreter bdahin beantwortet, es sei festgestellt, daß im besetzten Gebiet, besonders in Köln, Deutsche in großer Anzahl für die fran⸗ zösische Fremdenlegion angeworben werden. Die Anwerbung für eine fremdländische Macht ist nach dem Strafgesetzbuch strafbar. Es ist aber schwer, einzuschreiten, da die Werber meistens sehr vorsichtig zu Werke gehen und es meist nicht möglich ist, eine strafbare Hand⸗ lung in einwandfreier Weise festzustellen. In einzelnen Fällen ist es gelungen, exemplarische Strafen zu verhängen. Die Regierung wird im Einvernehmen mit dem Reich weitere Schritte tun, um den Amwerbungen für die Fremdenlegion entgegenzutreten. 1b Auf eine Anfrage des Abg. Frahm (D. Nat.) wegen Ver⸗

urteilung des Geschaftsführers des Deutschnationalen Handlungs⸗

gehilfenverbandes durch ein belgisches Kriegsgericht zu einem Jahr Gefängnis und tausend Mark Geldstrafe wegen seines Auftretens in einer Aachener Protestversammlung wird erwidert, daß die Regierung sich mit der hohen Rheinlandkommission in Koblenz wegen dieser Frage in Verbindung gesetzt habe, um eine Revision des Urteils herbeizuführen. 3 8

Abg. Dallmer 88 Nat.) beschwert sich in seiner Anfrage über die Zerstörung von Platten in der Ostpreußischen Druckerei wegen eines Berichts in der „Ostpreußischen Zeitung“ durch den Polizei⸗ präsidenten in König⸗ 8 Ein Regierungsvertreter erklärt, daß seinerzeit in Königsberg der Ausnahmezustand bestand und daher keine Verpflich⸗ tung vorlag, der Staatsanwaltfchaft vorher Mitteilung zu machen. 8 Zu einer Anfrage des Abg. Dr. Brackmann (Zentr.) über bolschewistische Brandstiftungen im c Kehdingen wird von einem Regierungsvertreter mitgeteilt, daß ein Zusammenhang der Brandstiftungen mit bolschewistischen Umtrieben sich nicht habe feststellen lassen. Auf die Ergreifung der Bandstifter sei eine hohe Belohnung ausgesetzt worden, bisher aber ohne Erfolg.

Die Abgeordneten Dr. Thaer und Dr. Rasch (D. V.) fordern Maßnahmen wegen Beschimpfungen und Mißhandlungen von Zeit⸗ reiwilligen in Stetlin. Von der Regierung wird erwidert, daß die polizeilichen Nachforschungen in dieser Angelegenheit zu keinem Ergebnis geführt haben. (Hört! hört! rechts.)

Der Abg. Lüdicke (D. Nat.) fragt in einer langen Anfrage, ob die auf Zeitungsnachrichten beruhenden Behauptungen über versuchte Bestechungen des als Gegner der Salvarsanheilungen bekannten,

jest im Wohlfahrtsministerium tätigen Dr. Dreuw durch Beamte

s Kultusministeriums zutreffend seien. Ein Regierungsvertreter geht in seiner Antwort aus⸗ führlich auf die wissenschaftlichen Kontroversen zwischen Dr. Dreuw

ein, die schließlich vecht unerquickliche Formen angenommen hätten. gewesen, eine Verständigung zwischen den beiden Fachgenossen herbeizuführen. Die Absicht, S. Dreuw etwa durch Geldbeihilfen zu einer Aenderung seiner Stellung⸗ nahme zu beeinflussen, habe in keiner bestanden. Es sollte ihm nur ermöglicht werden, durch einen zehntägigen Aufenthalt in Frankfurt a. M. die Fortschritte in der Therapie des Salvarsans u prüfen. Ein Zusammenhang zwischen dieser Angelegenheit und inem Herrn Dr. Dreuw in Aussicht gestellten Lehrauftrag bestehe icht. Was sein Verhältnis zum Wohlfahrtsministerium angehe, so sei er lediglich Mitglied des 289 1919 gebildeten Beirats zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. . nna ö“ (Zentr.) führt in einer Anfrage Beschwerde dar⸗ über, daß die belgische Besatzungsbehörde Immendorf 300 Morgen Ackerlandes zur Errichtung eines Flugplatzes beschlagnahmt at. Vom Regierungstisch wird geantwortet, die Vorstellungen des F bei der belgischen Behörde hätten bisher keinen Erfolg gehabt, die Sache werde aber weiter verfolgt. Abg. Ludwig (U. Soz.) fragt an, warum die vom außerordent⸗ lichen Kriegsgericht Wesel verurteilten politischen Strafgefangenen nicht in ein Strafgefänanis, sondern in das militärische Sennelager ebracht worden sind. Ein Regierungsvertreter bezeichnet die Unter⸗ ö“ dieser Gefangenen als durchaus einwandfrei. 8 Auf eine weitere Anfrage des Abg. Ludwig (u. Soz.) wird erwidert, die Entführung des Schriftstellers Karl Minster durch die Frankfurter Kriminalpolizei nach Cassel habe keinen Konflikt mit der Besatzungsbehörde hervorgerufen. - Der Abg. Sämisch (U. Soz.) fragt, warum im Saalekreis nicht der vom Kreisausschuß vorgeschlagene unabhängige Kandidat, sondern der mehrheitssozialistische kommissarische Landrat Thiele zum Vom Regierungstisch wird geant⸗ et, daß die Reaiegn nicht an den Vorschlag des Kreisaus⸗ schusses gebunden gewesen sei. schussgs gehundin ege hes Alzg. Dallmer (D. Nat, wird ervidert, daß die Versetzung des Kreisschulinspektors Dr. Kurz aus Lötzen im Interesse der TöTöG geboten gewesen und im Einverständ⸗ nis mit Dr. Kurz erfolgt sei. .“ Dem Abg. Schreck (Soz.) wird geantwortet, daß die Regie⸗ rung das Jugendwandern in jeder Weise fördern und auch die Er⸗ ichtung von Jugendherbergen unterstützen wolle, soweit dies an⸗ gesichts des gegenwärtigen Wohnungsmangels möglich sei. . Auf eine Frage des Abg. Dr. Thaer (D. V.) wird mitgeteilt,

daß an den Universitäten Königsberg und Halle bereits Ferienkurse

ür die aus nzösischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Stu⸗ P u8 fes meh shn und weitere Universitäten diesem Beispiel folgen sollen. Die Abgg. Krug (Zentr.) und Lukassowi t (D. Nat.) berühren in mehreren Anfragen Besoldungsfragen der Lehrer, Präparandenlehrer und Einzellehrer. Der Regierungsver⸗

treter erklärt die Bereitwilligkeit der Verwaltung, den berechtigten

Wünschen dieser Beamten Rechnung zu tragen.

Darauf gelangt folgender gemeinsamer Antrag aller Parteien mit prechung: die Staatsregierung zu ersuchen, im Einvernehmen mit der Reichsregierung mit allen Mitteln darauf hinzuwirken, daß

1. die friedliche Berufstätigkeit der deutschen Staatshürger in der Provinz Oberschlesien, die ganz. besonders in Rücksicht auf die Verhandlungen in Spaa außerordentlich wichtig ist, vor polnischen Uebergriffen und Gewalttätigkeiten unbedingt geschützt wird,

die unhaltbaren es geradezu

daß durch nsdik I regierung ihre Macht in die Hand der Alliierten legen mußte. Man hpätte nun annehmen müssen, daß nacch den Festlegungen in kel die alliierte Kommission hatte versuchen müssen, wenigstens einiger⸗ maßen unparteiisch vorzugehen im Interesse der Ruhe und Ordnung

oder italienische bis zur

Wrre wiss, das das was die Dierschleser erleden musien, das Meg ir wissen, da bas, wa ie Ober esier erleiden mußten, 21¼ B . Es ist unsere Pflicht

Ausnahme der Unabhängigen zur Be⸗

Verlin, Sonnabend, den 18. September

Abg. Dr. Porsch (Zentr.): Die oberschlesischen Mitglieder meiner Fraktion haben einmütig den Wunsch geäußert, daß heute über diehen Gegenstand aus verschiedenen Gründen ni t verhandelt werden möge, und daß, wenn dies trotzdem doch der Fall sein sollte, sich die Zentrumsmitglieder daran nicht beteiligen. komme diesem Wunsche nach und empfehle dringend die Annahme dieses sehr

Abg. Conradt (D. Nat.): Wir stehen im Gegenteil auf dem Standpunkt, daß es notwendig ist, einmal über

Zustände in Oberschlesien zu sprechen, weil unerklärlich erscheint, daß trotz dieser Zustände bisher eigentlich recht wenig im Interesse unserer Landsleute in Oberschlesien geschehen ist; denn leider liegt die Sache so, das Friedensdiktat von Versailles die deutsche Staats⸗

in Oberschlesien. Wir mußten aber erleben, daß zugunsten der

Polen in einer unerträglichen Weise gegen die Deutschen vorgegangen wurde. sisch

Das Verhalten der französischen Besatzung war ein bewußtes und beabsichtigtes Vorgehen gegen die Deutschen. Es ist auch wieder⸗ holt angeregt worden, statt der französischen Besatzung eine englische Abstimmung heranzuziehen. Leider konnte das nicht erreicht werden. Mit Bedauern müssen wir feststellen, daß der Franzose immer noch haßerfüllt geblieben ist, wie auch dem Katholikentag in Würzburg ausgeführt hat.

des Erträglichen bei weitem überschritten hat. t und Schuldigkeit zu verlangen, daß endlich einmal hier etwas getan

wird und man sich nicht begnügt mit papiernen Eroteste, di 98 Sehr richtig!) Es

ist in Oberschlesien zu Verhältnissen gekommen, die wir wohl alle

unseren Feinden absolut nicht beachtet werden. (

ohne Ausnahme aufs tiefste bedauern. Bei der Erstürmung des und Munition im sogenannten polnischen Hauptquartier gefunden worden. Auch eine große Anzahl aufreizender Schriften, Flugblätter usw. ist vorgefunden worden. Polnische Banden sind in unsere Grenz⸗

bezirke eingebrochen, Gefängnisse wurden erstürmt, Schwerverbrecher

wurden befreit, die sich zu polnischen Stoßtruppen zusammengefunden b Es ist ferner einwandfrei

haben, um gegen die Deutschen vorzugehen. ferne fe tgestellt worden, daß reguläres polnisches Militär auf ober⸗ schlesischem Boden sich befunden hat, nicht nur Banden. Dadurch ist der Beweis erbracht, daß man es mit einem planmäßigen Vorgehen der Polen zu tun hat, dem die Staatsregierung aufs schärfste entgegen⸗ treten muß. (Sehr richtig!) Ich kann es nachfühlen, wenn der Vor⸗ redner sagte, daß unsere Freunde aus Oberschlesien nicht mit den an⸗ genehmsten Gefühlen dieser Debatte entgegengesehen haben. Denn wir wissen, daß, trotzdem sie unschuldig an der ganzen Debatte sind, unsere oberschlesischen Landsleute doch auf das schwerste zu leiden haben, wenn hier einmal der Finger auf die Wunde gelegt wird. Trotz aller Versprechungen hat eine Hetze gegen die Deutschen ein⸗ gesetzt; unsere Landsleute mußten zum großen Teil auswandern und flüchten, um ihr Leben überhaupt zu retten. Man wollte möglichst wenig Deutsche im Lande haben. Wir sehen, daß Raub⸗ und Mord⸗ gesindel das arme Land durchzieht und daß die bejammernswerte Be⸗ völkerung wehrlos ihnen ausgeliefert ist. Die Lehrerschaft in Ober⸗ schlesien hat unter dem polnischen Terror zu leiden, weil man weiß, daß sie für die deutsche Sache gewirkt hat. Es ist wohl am Platze, denjenigen Kreisen in Oberschlesien, die sich für unser Deutschtum selbst mit Lebensgefahr eingesetzt haben, den Dank zu sagen. (Beifall.) Es ist nicht möglich, alle Schandtaten aufzuzählen, die wir in den letzten Wochen und Monaten dort erleben mußten. Ich erinnere nur an die Mordtaten, die von polnischen Banden an einzelnen Orten begangen wurden. Bei Josephsthal wurden 10 Arbeiter ermordet, die überhaupt nichts mit der ganzen polnischen Angelegenheit zu tun hatten; sie wurden lediglich aus Mordsucht und weil sie Deutsche waren getötet. Ein englischer und ein französischer Kommissar sollen bei der Ausgrabung der Leichen geäußert haben, es sei ihnen noch nie eine derart scheußliche Mordtat vorgekommen. Das zeigt deutlich, in welcher bestialischen Weise die polnischen Banden in Oberschlesien vorgehen. Einem Zollbeamten wurden die Augen ausgestochen, drei Landjäger wurden hinterrücks niedergeschossen usw. Wir verlangen von der Staatsregierung, daß gegenüber diesen ganz unhaltbaren Zu⸗ ständen Abhilfe geschaffen werde, sei es durch Einwirkung auf die Alliierten, sei es durch Einwirkung auf die Plebiszitkommission in Oberschlesien. Es ist Tatsache, daß französische Truppen den Polen Waffen geliefert haben. Wir müssen verlangen, daß der Zustand in Oberschlesien aufrechterhalten wird, wie er vor der Besetung war, nämlich, daß die Staatsautorität aufrechtzuerhalten ist. Dazu sind unsere Feinde nach Artikel 88 des Friedensvertrages von Versailles verpflichtet. Aus geheimen Dokumenten, die abgefangen wurden, geht hervor, daß als Operationsbasis die Strecke Beuthen Pleß— Hinden⸗ burg in Aussicht genommen war. Ein besonderes Augenmerk sollte die Regierung auf die Tätigkeit der Sokols in Ober⸗ schlesien richten. Nicht richtig war es, daß ohne Ein⸗ wirkung der Staatsregierung Abmachungen getroffen worden sind zwischen Vertretern der deutschen und der polnischen Parteien, die dahin gingen, die Waffen abzuliefern, ohne daß die Sicherheit gegeben war, daß wirklich paritätisch verfahren würde. Es ist festgestellt, daß die Deutschen dieser Verpflichtung nachgekommen sind, nicht aber die Polen. Herr Korfanty hat noch die Dreistigkeit zu erklären, daß von deutscher Seite die abgegebenen Versprechungen nicht gehalten seien. Das wagt derselbe Herr Korfanty zu behaupten, nachdem erst vor kurzem ein Kurier abgefaßt wurde, bei dem ein Schriftstück gefunden wurde, wonach Korfanty Agitatoren nach Oberschlesien geschickt hat, um gegen diese Abmachungen aufzureizen. Und die interalliierte Kommission tut nichts bei alledem. Wenn von französischer Seite behauptet wird, die Vorgänge seien von den Deutschen aufgebauscht, so hätte sie leicht Gelegenheit gehabt, durch eine Untersuchungskommission die Wahrheit festzustellen; aber auch das ist festagestellt worden. General Le Rond hat nach einer Havasnote die Erklärung abgegeben, daß es sich um eine Be⸗ wegung handle, die von der deutschen Regierung unterstützt sei. Die deutsche Regierung hat schon erklärt, daß dies, die richtige Wieder⸗ gabe der Havasnote vorausgesetzt, eine frivole Verleumdung sei. Das⸗ selbe gilt von dem sogenannten Geheimbefehl des Generals Le Rond, der in einer Breslauer Zeitung veröffentlicht worden ist. Die fran⸗ zösische Regierung hat zwar erklärt, daß dieser Brief nicht von General Le Rond stamme, aber wir müssen verlangen, daß General Le Rond selbst den Brief als eine grobe Fälschung kennzeichnet. Alles, was durch General Le Rond geschehen ist, zeigt deutlich eine einseitige Parteipolitik zugunsten der Polen. Die ganzen Machenschaften sind darauf berechnet, Oberschlesien den Polen vor der Abstimmung in die Hand zu spielen. Es muß immer wieder ausgesprochen werden, daß Polen absolut kein Recht auf Oberschlesien geltend machen kann. Von Gottes und Rechts wegen gehört Oberschlesien zu Deutschland. (Bravo!) Nach dem Ergebnis der Abstimmungen in Ost⸗ und West⸗ preußen sehen die Polen eben, daß ihnen auch in Oberschlesien die

Artikel 88

Deutschen Hauses in Kattowitz ist eine großg Anzahl von Waffen

ied rkrages vorliegt, und wir berechtigt sind, daraus unsere 8 beüss- 8 ziehen. et glaube, daß die deutsche und die ßische 8 das Rückgrat haben werden, um schacfe zu erheben, wenn diese Zu tände nicht endlich Fänder werden sollten. (Beifall.) Wenn nicht wieder geordnete Zustände in Oberschlesten eintreten, können wir auch das Kohlenabkommen von Spaa nicht 82 füllen. Ich möchte die Regierung zum noch bitten, ie Flüchtlinge aus Oberschlesien einzutreten. Wir haben einen 1r Antrag hierüber gestellt, über den noch zu reden sein wird. ec⸗ is Oberschlesien deutsch und preußisch. Daher müssen wir den Schutz verlangen, den wir von Gottes und Rechts wegen von der Regierung verlangen können. (Lebhafter ““

Vizepräsident Dr. von Kries gibt ein Telegramm

Vereinigung heimattreuer Oberschlesier des Kreises Sagan be⸗

kannt, die erneut die dringende Bitte an die Regierung richten, mit

allen Mitteln dafür einzutreten, daß den verbrecherischen Umtrieben der Polen und F Oberschlesien ein Ziel gesetzt und baldigste Abstimmung herbeigeführt werde. Geifall.) Abg. Scholich (Soz.): Wir hätten auf eine ee über diese 11 89 . klärung ausgesprochen wor wäre, ille ¹ Srrüfgnehen begfcn Die Partei des Vorredners hat es anders gewollt. Wenn seine Forderung von Repressalien die Wiederkehr des Vergangenen bedeutet, dann sind wir dagegen. Wir haben genug vom Blutvergießen, wir wollen die Auseinandersetzung in friedlichen Formen. as Telegramm von Sagan kann ich nicht unterschreiben. Hört, hört! rechts.) Gerade weil ich Oberschlesier bin und. meine geliebte Heimat bei Deutschland erhalten will, kann ich die pro⸗ vozierenden Reden und Telegramme nicht billigen, die uns unsere Arbeit für die deutsche Sache nur erschweren. Wir bedauern die armen Opfer, die für Oberschlesien ihr Leben lassen mußten. Die olen sind an diesen traurigen nicht unschu dig. Das Peles der Aufruf Korfantys, der den Tatsachen ins Gesicht schlagende

Zehauptungen enthält. Ich sage Herrn Korfanty von dieser Stelle Wir sorlaldemokratischen Oberschlesier werden uns niemals davon abbringen lassen, in unserer Heimat unser Recht zu verteidigen. (GBei⸗ fall.) Seine Behauptung „Wir sind die Herren des Landes! ist ine so dreiste Anmaßung, wie sie nur ein Korfanty fertig bringt. (Sehr wahr!) Der gemeinsame Aufruf der deutschen und polnischen Gewerk⸗

1 ine itätische Kommission beider schaften gegen den Terror, der eine paritä isch

Richtungen schaffen wollte, konnte leider durch . 1 vol nischen Eril effgs nicht verwirklicht werden. (Hört, hört!) Wir haben uns um Hilfe an die Internationalen gewandt. Wir werden der Regierung alle Mittel bewilligen, die notwendig sind, um die armen, aus ihrer Heimat vertriebenen Oberschlesier zu unterstützen. Wir fordern vom Präsidenten der interalliierten Kommission, daß er den Oberschlesiern ausreichend Schutz gegen polnische Mörderbanden gewährt. Wir sind bereit, das Abkommen von Spaa zu erfüllen. Das ist aber unmöglich, wenn in Oberschlesien nicht Ordnung ge⸗ schaffen wird. Wir protestieren dagegen, man jetzt Tausende von Oberschlesiern ausweist. Ich hoffe, daß alle meine oberschlesischen

Landsleute am Tage der Volksabstimmung in der Heimat weilen und

ihre Pflicht für Deutschland tun werden. (Beifall.)

Präsident des Staatsministeriums und Minister für Landwirt⸗ schaft, Domänen und Forsten Braun: Meine Damen und Herren! Die Staatsregierung hat mit Entsetzen und Schmerz Kenntnis ge⸗ nommen von den furchtbaren Ereignissen, die sich in Oberschlesien abgespielt haben und täglich noch abspielen. Mit inniger Anteil⸗ nahme und steigender Empörung verfolgt sie den heroischen Kampf, den die überwiegend deutsch gesinnte oberschlesische Bevölkerung gegen die Heimtücke und Schändlichkeit polnischer Söldlinge, gegen die Bestialität einer durch verlogene polnische Hetze bis zur Siedehitze nationalistischen Hasses aufgestachelten Volksmenge führt. Der Vor⸗ wurf des Herrn Abgeordneten Conradt, daß für die Oberschlesier leider wenig geschehen sei, kann ich, soweit er einen Vorwurf gegen die Reichs⸗ oder Staatsregierung darstellen soll, als berechtigt nicht gelten lassen. Ich meine, es ist doch nicht der ge⸗ eignete Zeitpunkt, jetzt, wo ein geschlossenes deutsches Vorgehen geschaffen werden soll, Vorwürfe gegen irgend eine Stelle zu erheben. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Staatsregierung ist dauernd bemüht gewesen, durch Erschöpfung aller ihr leider nur im beschränkten Umfange zu Gebote stehenden Mittel das Schicksal der Oberschlesier zu mildern (sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), sie in ihrem aufopfernden Streben, die wirtschaftlich so wertvolle Provinz dem Mutterlande und damit auch dem Deutschtum zu erhalten, nach Kräften zu unterstützen, soweit das im Rahmen des Versailler Friedens⸗ vertrags möglich ist. Dies wird auch in Zukunft geschehen.

Die direkte Verhandlung mit den Interalliierten ist allerdings Aufgabe der Reichsregierung. Auch sie ist mit allen gebotenen Mitteln für die deutschen Interessen in Oberschlesien eingetreten. Ob durch eine schärfere Tonart oder ein Nichtbegnügen mit papierenen Protesten, wie Herr Abg. Conradt meinte, etwas mehr für die deutsche Sache in Oberschlesien zu erreichen wäre, möchte ich im Hinblick auf die ungleichen Machtverhältnisse bezweifeln. (Sehr richtig! bei den Soz.) Taten, wie wir sie in Breslau leider zu verzeichnen hatten, helfen den Oberschlesiern gar nichts (sehr wahr! bei den Soz.), und bringen die Regierung nur in eine unwürdige Situation. Wir wollen deswegen mit dem Gedanken, Taten zu tun, nicht in der Oeffentlichkeit so sehr spielen, weil das mit Recht ver⸗ letzte deutsche nationale Gefühl in vielen, weitesten Bevölkerungs⸗ kreisen leicht dazu führen kann, daß unüberlegte Taten daraus ent⸗ stehen. Die Vorkommnisse in Oberschlesien zeigen aber mit klarer Deutlichkeit, daß das Versailler Friedensdiktat der Sieger nicht ein Dokument des Friedens, der Völkerversöhnung, sondern vielmehr ein Dokument der Völkerzerfleischung ist. (Lebhafte Zustim⸗ mung.) Die Idee des Selbstbestimmungsrechts der Völker, für die zu kämpfen die Interalliierten vorgaben, wird hier zur blutigen Farce herabgewürdigt. (Lebhafte Zustimmung.) Nachdem das überwältigende Bekenntnis zum Deutschtum, das die 8 Bevölkerung im ost⸗ und westpreußischen Abstimmungsgebiet abgelegt, aller Welt offenbart hat, wie schändlich die Diktatoren von Verfailles durch polnische Einflüsse irregeführt worden sind, als sie der kern⸗ deutschen Bevölkerung die Prozedur einer Abstimmung auferlegten, versuchen die Polen in Oberschlesien sich durch Gewaltanwendung einer erneuten Blamage zu entziehen.

WMenn Liebe erwacht. (Mengering)

. 11“ Mittwoch, Donnerstag und S 8 Schillerthegter. Charlottenburg. Nachmättags 3 Uhr⸗ Soem Winvbend eensbennnr Leutshen Hüceragerei vnd Sonntag (3 Uhr); Der Meineidbauer. 9 8 Withalarstvaße g ö 7 ½ Uhr: Flachsmann als Lustspielhaus. Sonntag (3 ½ Uhr): Drei Beilagen r Montag, Mittwoch und Jugend. Abends Uhr: Zwangs⸗ seinschließlich Börsenbeil 89 9. zie ee ber weülree. Diens eincmartierung. Montag bis Sonn⸗ und Erste und

. . Fin 1 .— agabe 8 ier 88 8 85. 84 8 8 8 labes ““ Zentral⸗Handelsregister⸗Beilage

2. die Volksabstimmung in Oberschlesien gemäß den Bestimmungen

des Friedensvertrages von Versailles unbeeinflußt von jeglichem

Terror ruhig vor sich geht und vor allem Deutschland und Preußen

davor bewahrt bleiben, daß die für unser Wirtschafts⸗ und Staats⸗

leben unentbehrliche Provinz Oberschlesien uns ohne Abstimmung von den Polen gewaltsam entrissen wird.

*) Mit Ausnahme der Reden der Herren Minister, die im Wortlaute wiedergegeben werden. ““ ““

Male: Mirandolina. Sonnabend:

Mirandolina. Felle wegschwimmen. Es ist also höchste Zeit daß die alliierten

Mächte sich der Sache annehmen, wenn nicht daraus gefolgert werden soll, daß sie sich an dem Ränkeschmieden der Franzosen und Polen mitschuldig machen. Wenn die Alliierten nicht in der Lage sind, die Pflichten, die sie durch die Besetzung von Oberschlesien auf sich ge⸗ nommen haben, loyal durchzuführen, wie sie nach dem Friedensvertrag verpflichtet sind, so haben wir wieder freie Hand in Oberschlesien, da durch das Vorgehen der Franzosen ein Bruch des Artikels 88 des

Die neuerdings bekannt gewordenen Dokumente, auf die ich im einzelnen nicht eingehen will, nachdem die Herren Vorredner sie ein⸗ gehend besprochen haben, beweisen, daß die Polen den Aufstand von langer Hand vorbereitet hatten, um sich durch brutale Ge⸗ in den dre des Landes zu setzen, das sie mit einer

s mmung nich eüititzi⸗ könmen. Es zeigt ihr Vorgehen wenig

Deeutsches Theater. Sonntag, Nach⸗

mitttags 2 ½ Uhr: Die deutschen Klein⸗ 82

städter. Abends 7 Uhr: Othello. Komödienhaus. Sonntag (3 Uhr): Montag: Romeo und IJulia. Der Biberpelz. Allabendlich 7 ½ Uhr: Dienstag: Der lebende Leichnam. Operetten⸗Gastspiel: Eine Nacht Mittwoch: Zum ersten Male: Einsame im Paradies.