10 000 Gefangene, darunter 4000 Deutsche, in Moskau zum Heim⸗ transport ein. Die russische Regierung arbeitet mit aller An⸗ strengung an der Durchsührung des Heimfransports. Das Vorrücken der polnischen Truppenteile in Litauen hat die Benutzung des Land⸗ wegs über Wilna—Smolensk — Moskau unmöglich gemacht, so daß der gegenseitige Abtransport sich nur auf dem Wege über die Ostsee voll⸗ ziehen kann. (W. T. B.) G s
Kunst und Miffenschaft.
„O.ie Versteizerung von Kunstwerken aus den sächsischen staatlichen Sammlungen — Porzellan⸗, Elfenbeinskulpturen, Gemälde und Waffen —, die in den letzten drei Tagen im Sächsischen Kunstverein auf der Brühlschen Terrasse in Dresden durch das Berliner Kunstauktionshaus Rudolph Lepke vor⸗ enommen wurde, hat einen Gesamtertrag von etwa sieben Millionen Mark ergeben. Das Höchstgebot erzielte ein großer Porzellanaffe mit 360 000 ℳ. Den Versteigerungen, deren Erlös für Neu⸗ anschaffungen und Vervollständigungen der Sammlungen bestimmt ist, wohnten zahlreiche deutsche Museumsdirektoren und Kunstgelehrte sowie hervorragende Kunsthändler aus dem In⸗ und Auslande bei.
„Matin“ meldet aus London, daß eine Anzahl Professoren der Universität Oxford sich an ihre deutschen Kollegen gewandt haben, um zu einer Wiederaufnahme der Be⸗ ziehungen zu kommen, hauptsächlich im Interesse gemeinsamer wissen⸗ schaftlicher Arbeit zum Vorteile einer besseren Verständigung und Wiederherstellung der Sympathien, die vor dem Kriege geherrscht haben. Angesichts dieses Schritts spricht sich das Pariser Journal abfällig über die Persönlichkeiten jener englischen Professoren aus.
Literatur.
Das bisher vom Statistischen Reichsamt herausgegebene „Rei chs⸗ arbeitsblatt“ hat jetzt in neuer Gestalt als Amtsblatt des Reichsarbeitsministeriums und des Reichsamts für Arbeitsvermittlung zu erscheinen begonnen und verspricht, ein wichtiges Hilfsmittel der sozialpolitischen Praxis zu werden, das insbesondere Arbeitgeber und Arbeitnehmer kaum werden enthehren können. Das Blatt, dessen Herausgabe nunmehr das Reichsamt für Arbeitsvermittlung besorgt (Bezugspreis für das Vierteljahr, 6 starke Halbmonatshefte in Groß⸗ uartformat, 15 ℳ, Bestellungen sind an den Verlag von Reimar Hobbing, Berlin SW., Wilbhelmstraße 30/31, m richten), wird eine vollständige, übersichtliche Sammlung der neuen sozial⸗ politischen Gesetzgebung des Reichs enthalten, einschließlich der sonst nirgends veröffentlichten, die Allgemeinheit interessierenden amt⸗ lichen Erlasse der bezeichneten Stellen. Auch wichtige Schiedssprüche werden mitgeteilt werden. Die Absichten des Reichsarbeitsministeriums, insbesondere die Entwürfe sozialpolitischer Gesetze werden hier bekannt gegeben, sobald sie einer öffentlichen Erörterung zugänglich gemacht werden können. Der nichtamtliche Teil bringt Aufsätze über schwebende sozialpolitische Fragen. Er behandelt, fortlaufend auf das umfangreiche, dem Reichsamt zufließende Material gestützt, die Lage des Arbeitsmarktes, die Bewegung der Erwerbs⸗ losigkeit und die zu ihrer Bekämpfung getroffenen Maß⸗ nahmen, die Entwicklung des Verhands⸗ und des Tarifwesens, die Er⸗ gebnisse der Lohn⸗ und Lebensmittelstatistik und den Umfang der Arbeits⸗ kämpfe. Auch die sozialpolitischen Verhältnisse des Auslands werden in die Betrachtung hineingezogen. Ein Anhang ist für die amtlichen Bekanntmachungen, betreffend die Verbindlichkeitserklärung von Tarif⸗ verträgen, bestimmt. Auch den Tarifparteien selbst wird hier Gelegen⸗ heit geboten, ihre Tarifverträge der breiten Oeffentlichkeit bekanntzu⸗ geben. Das vorliegende erste Heft enthält bereits zahlreiche, in der Oeffentlichkeit bisher nicht bekannte Behördenerlasse und Bescheide, die Beachtung verdienen. Besonders sei auf die im Arbeitsministerium ausgearbeitete Musterarbeitsordnung und auf den Entwurf eines Arbeitsnachweisgesetzes hingewiesen. Aus der ausländischen Gesetzgebung wird zunächst das österreichische Arbeitslosen⸗ versicherungsgesetz und das vielbesprochene bulgarische Gesetz über die Arbeitsdienstpflicht gebracht. Der nichtamtliche Teil des Heftes enthält nach einem einleitenden Aufsatz von Professor Dr. Francke über „amt⸗ liche und freie Sozialpolitik“ die bisher noch nicht veröffentlichte Denkschrift des Reichsamts für Arbeitsvermittlung über die Lage des Arbeitsmarkts in Deutschland. Paul Umbreit, Mitglied der Soziali⸗ sierungskommission, gibt eine Darstellung der Bestrebungen zur Sozialisierung der Kohlenwirtschaft, und Professor Dr. Kaskel bespricht den Entwurf der Schlichtungsordnung. Von den Ver⸗ öffentlichungen, deren periodische Wiederholung beabsichtigt ist, seien hervorgehoben der Monatsbericht vom 7. Oktober über den gegenwärtigen Stand von Arbeitsmarkt und Wirt⸗ schaftslage, der Stichtagbericht der Arbeitsnachweise vom 5. Ok⸗ tober über die Gesamtzahlen der Arbeitsuchenden und offenen Stellen, nach Berufen, Landesteilen und den wichtigsten Städten geordnet, der Aufsatz über den Stand der. Erwerbslosigkeit (mit graphischen Darstellungen) und die Erhebungen des Statistischen Reichsamts über die Teuerungszahlen in den Städten mit über 10 000 Einwohnern. Llus dem Auslande werden kurzgefaßte, aber alles Wesentliche bringende Berichte über die Metallarbeiterbewegung in Italien und “ englischen Kämpfe um die Sozialisierung Bergwerke gegeben.
Wilbelm Scharrelmann: Selige Armut. (Geb. ℳ 10. Berlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1920.) Die Wege, die uns der Verfasser in seinem neuen Buche führt, entbehren zu sehr der Eigenart, und seine Gestalten sind zu typisch, um wirklich zu fesseln. Aber der Inhalt ist von sittlichem Ernst getragen, und die klare Durchführung der Handlung ist anzuerkennen.
August Hinrichs: Das Licht der Heimat. Roman. (Geh. ℳ 7,50, geb. 6 12. Verlag von Quelle und Mevyer in veipzig. 1920.) Stark und echt erklingt das Lied der Heimatsliebe in diesem Buch. Das niederdeutsche Land mit seinem düstern Moor, seiner ernsten und doch milden Schönheit bildet den Hintergrund für das Werden und Schaffen leidenschaftlicher Menschen, die im Ringen
mit der Welt und ihrer eigenen Natur zum Sieg gelangen.
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Kure⸗e Anzeigen neu erschienener Schrif'en, deren Besprechung vorbehalten bleibt. Einsendungen sind nur an die Schriftleitung. Wil⸗ helmstr. 32, zu richten. Rücksendung findet in keinem Fealle stati.
CEin Morgensoll noch kommen. Von Fritz Jaffs, Stuttgart, J. G. Cottasche Buchhandlung, Nachf.
Im Verlag von Quelle u. Mevyer in Leipzig sind erschienen: Telegraphbie und Fernsprechwesen. Von Hamacher. Gzeb. 5 ℳ.
Einführung in Goethes Faust. Fr. Lienhard. Geb. 5 ℳ.
Theater und Musik. 8 Opernhaus. 8 “
Friedrich von Flotows Oper „Martha“, die im Jahre 1917 nach fast sechzehnjähriger Pause neueinstudiert worden war, hat sich, die bei der Beurteilung der damaligen Aufführung an dieser Stelle ausgesprochene Vermutung bewahrheitend, wieder 5 dem Spiel⸗ plan behauptet. In der Tat hat dieses einst so volkstümliche Werk mit seiner teils ernsten, teils humoristischen Handlung und seiner melodienreichen Musik noch nichts von seiner Beliebtheit bei der Mehrzahl der Opernbesucher eingebüßt. Zu einem besonderen Genuß kann aber die Aufführung werden, wenn ein Gast wie Maria Ivogün vom Münchener National⸗ theater die Titelpartie singt. Diese junge Sängerin, deren Stimme und jungmädchenhafte Erscheinung auf Anmut und Zierlich⸗ keit geseit sind, darf eine ideale Vertreterin der Martha genannt werden. Ihre Stimme hat, trotz geringer Kraft, etwas schwebend
“
Leichtes, so daß sie im Ein'el⸗ wie im mehrstimmigen Gesang stets führend bleibt, und die Koloraturen scheinen ihrer Kehle so selbst⸗ verständlich zu entsließen, wie bei einem Singvogel. Eine glückliche Naturanlage zum Ziergesang kommt ihr dabei besonders zu statten. Aber auch da, wo sie nur schlicht und innig zu singen hat, wie bei dem Volkslied „Letzte Rose“, rersagt ihre Kunst nicht. Als Darstellerin ist sie stets unaufdringlich und natürlich, sowohl bei den ernsten wie bei den munteren Stellen. So errang sie denn am Sonnabend einen großen Erfolg. In unseren einheimischen Sängern fand sie vortreffliche Unterstüͤtzung, besonders in Frau Arndt⸗Ober (Nancy), den Herren Kirchner (Lyonel), Helgers (Plum⸗ kett) und Bachmann (Tristan). Dem musikalischen Leiter der Auf⸗ führung, Kaxpellmeister Otto Urack, sei besondere Anerkennung dafür ausgesprochen, daß er — was sonst leider zumeist geschieht — die Zeitmaße nicht überhastete. Die Vorgänge auf dem Markt iu Richmond wurden dadurch allen verständlich, weil die Sängerinnen des Mägdechors in der Lage waren, den Tert deutlich cchen.
—
Im Opernhause tritt in der morgigen Aufführung von „Rigoletto“ Maria Ivogün als Gilda auf. In den übrigen Hauptvartien sind die Herren Hutt, Schlusnus. Schützendorf und Fräulein Mancke beschäftigt. Musikalischer Leiter ist der Kapell⸗ meister Otto Urack. Anfang 7 Uhr. — Am Mittwoch singt Barbara Kemp erstmalig in dieser ielzeit Richard Strauß ⸗„Salome“ und Frau Arndt⸗Ober die Herodias. Der Aufführung geht des Meisters Tondichtuns „Tod und Verklärung“ voraus. Die musi⸗ kalische Leitung beider Werke hat Max von Schillings übernommen.
Im Schauspielhause wird morgen, Dienstag, „Der Kron⸗ prinz“ mit Lothar Müthel in der Titelrolle und Eduard von Winter⸗ stein als König wiederholt. Anfang 7 Uhr.
Das Maͤrkische Wandertheater, das, wie berichtet, wegen cines zu erwartenden sehr bohen Fehlbetrages seine Tätigkei einstellen mußte, wird nun doch eröffnet werden, dank des lebhaften Interesses, das von allen Seiten der Wanderbühne entgegengebracht wird. Das Staatstheater veranstaltete kürzlich eine Aufführuns von „Maria Stuart“, in der bekanntlich Rosa Poppe gastierte, deren Er⸗ trag dem Märkischen Wandertheater überwiesen werden soll. Der Intendant Jeßner beabsichtigt, noch weitere Vorstellungen zugunsten der Märkischen Wanderbühne zu geben, um auf diese Weise einen Teil des Fehlbetrages zu decken. Die Leitung der Märkischen Wanderbühne wurde von der Gesellschaft für Volksbildung dem Schauspieler O. Glaeser übertragen. Als erste Vorstellung wird Goethes „Faust“ aufgeführt werden.
Manninaltiges.
Die Reichszentralstelle für Kriegs⸗ und Zivil⸗ gefangene teilt mit: Bei der Hamburg⸗Amerika⸗Linie, Abteilung Gefangenengepäck, lagern zahlreiche Gepäckstücke ehemaliger Zivilgefangener, die aus dem Prisoners
-M & 7. Bur L2.2,95 bei eförd
of War Information Bureau in London heimbefördert sind, wegen mangelnder Adressenangabe jedoch den Eigentümern bisher nicht zugestellt werden konnten. Alle ehemaligen Kriegs⸗ und Zivilgefangenen, welche noch Gepäck aus England erwarten, werden daher aufgefordert, an die Hamburg⸗Amerika⸗Linie eine Beschreibung der betreffenden Stücke einzusenden und insbesondere anzugeben, mit welcher Aufschrift sie gezeichnet waren, damit weitere Nachforschungen unter den Lagerbeständen ermöglicht und unnütze Rückfragen vermieden werden. Außerdem ist gleichfalls bei der Hambursg⸗ Amerika⸗Linie eine größere Sammelladung kleinerer Pakete und Gegenstände aus London eingetroffen, die nur Namen und Gesangenennummer, sonst keinerlei nähere Adressen tragen. Es handelt sich hauptsächlich um Gegenstände, die den Internierten während der Gefangenschaft abgenommen dder auch nachträglich aus dem Inhalt der eingelagerten Gepäck⸗ stücke beschlagnahmt wurden. Es empfiehlt sich, daß alle früheren Kriegs⸗ und Zivilgefangenen, die solche Pakete oder einzelne Gegenstände vermissen, möglichst unter Bei⸗ fügung der vom Prisoners of War Information Bureau in London ausgestellten Empfangsbescheinigung ihre gegenwärtige Adresse der Hamburg⸗Amerika⸗Linie schriftlich aufgeben. Wenn eine Quittung des Londoner Büros nicht vorhanden sein sollte, könnte auch eine genaue Beschreibung der erwarteten Sachen genügen. In ähnlicher Weise ist die Zustellung der aus Frankreich heimge⸗ schafften Gepäckstücke an die Eigentümer erschwert, weil die Aufschriften unleserlich geworden oder ganz verloren gegangen sind. Eine Mitwirkung der Empfangsberechtigten in der vorerwähnten Weise ist unbedingt erforderlich, damit die Abfertigung des Gepäcks vorgenommen werden kann. (W. T. B.)
Das deutsche Archiv für Siedlungswesen, Berlin NW. 65, Luisenstraße 27/28, veranstaltet in der Zeit vom 15. No⸗ vember bis zum 15. Dezember seinen neunten Lehrgang und erbittet bis zum 5. November die Anmeldung und die Einzahlung des Honorars, das für die Vorträge 125 ℳ, für die Besprechungen und Ulebungen weitere 100 ℳ beträgt, auf Postscheckkonto Berlin NXW. 7, Nr. 39 883.
m Wissenschaftlichen Theater der Urania wird der Professor Franz Goerke morgen, Dienstag, Abends 8 Uhr, über das Thema „Die schöne deutsche Stadt“ einen Vortrag halten, in dem er an der Hand farbiger Lichtbilder und vieler Beispiele das charakteristische Gesamtbild deutscher Städte wiedergeben und eine Wande⸗ rung durch die malerischen Städte unserer Heimat unternehmen wird.
KI11111“*“ Reichsverbandes der deutschen Presse b unter sehr reger Beteiligung mit Sitzungen des Vorstands und der Tarifkommission. Sie wurden heute fortgesetzt und Abends 8 Uhr abgebrochen, da die Teilnehmer eine Einladung des Ober⸗ bürgermeisters von Köln nach dem Rathause erhalten hatten. — In der heutigen Sitzung des Reichsverbandes der Deutschen Presse wurden der Chefredakteur RNippler⸗Berlin zum ersten Vorsitzenden, Dr. Freund⸗München zum ersten, Karthaus⸗ Düsseldorf zum zweiten und Neumann⸗Berlin zum dritten stellver⸗ tretenden Vorsitzenden gewählt. Schristführer wurden Zinn⸗Hamburg, Giesen⸗Frankfurt am Main, Freiherr von Biedermann⸗Berlin und Stoffers⸗Düsseldorf; Schatzmeister Moßner⸗Berlin und Bernhard⸗ Berlin; Beisitzer Herlein⸗Dresden und Baecker⸗Berlin. Der General⸗ erhielt Siz und Stimme im Geschäftsführenden Ausschuß.
Cassel, 17. Oktober. (W. T. B.) Die Tagung des Reichsbundes Deutscher Technik im großen Saale des Ständehauses wurde von dem Vorsitzenden Dahl mit einem Ueber⸗ blick über die politischen und wirtschaftlichen Erfolge eröffnet, die der Bund in Zusammenarbeit mit den Parlamenten, dem Reichswirtschaftsrat und den öffentlichen Verwaltungen zu verzeichnen hat, und die ihn seinem Ziele, technischem Denken und technischer Arbeit den gebührenden Einfluß in unserm Wirtschafts⸗ und Volksleben zu verschaffen, wieder um ein gutes Stück nähber gebracht haben. Die Versammlung nahm u. a. zwei Entschließungen an, von denen eine den oberschlesischen Bundesmitgliedern den Dank für ihr treues Festhalten am deutschen Vaterlande ausspricht und weitere tatkräftige Unterstützung verspricht. Die andere erhebt zachhaltigsten Einspruch gegen das kultur⸗ und
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rechtswidrige Vorgehen der Entente in der Frage der Dieselmotore.
gung des egann gestern
3
Dessan, 16. Oktober. (W. T. B.) In dem vor einem Ausnahnmnegericht unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Ernst am 12. d. M. begonnenen Prozeß gezen die Rädelsführer des Köthener Putsches, gelegentlich dessen die Räterepublik Köthen ausgerufen worden war, wurde heute das Urteil gefällt. Angeklagt waren 20 Personen, darunter der jeitweilige Vorsitzende des Köthener Vollzugsrats, Privatlehrer Berg. Die Hauptangeklagten Berg und Vormann erhielten
je 1 Jahr 6 Monate Gefaͤngnis; Ritter eehielt 1 Jahr
—
3 Monate Gofängnis, die Angeklagten Laute, Schröter und Rönicke
1 Jahr Gefängnis, die übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen bis herab zu 4 Monaten. Der Angeklagte Kroh wurde freige⸗ sprochen. — Das Gericht hat den militärischen Charakter des Unter⸗ nehmens bejaht. Es bestanden auch Veroindungen nach außen. Es habe sich alss tatsächlich um eine größere Organisation gehandelt. Festzustellen, wie weit sich diese erstrecke, habe außerhalb der Auf⸗ gabe der Verhandlungen gelegen. Es sei den Angeklagten bewußt ewesen, daß es sich um die Errichtung der Räterepublik gehandelt b Das Gericht habe nicht festgestellt, daß der Angeklagte Berg ein Spitzel gewesen sei. Was den Angeklagten Bormann betreffe, so sei erwiesen, daß er mit anderen Leuten in Beratungen über einen künftigen Putsch eingetreten sei.
Saarbrücken, 16. Oktober. (W. T. B.) Auf der Grube Frankenholz bei Bexbach mwurden heute während der
Frühschicht fünf Bergleute durch schlagende Wetter getötet.
Preßburg, 17. Oktober. (W. T. B.) Wie aus Illa va gemeldet wird, sind aus der dortigen Strafanstalt vier⸗ undsiebzig Sträflinge ausgebrochen. Von den Geflüchteten wurden sechzig wieder eingebracht. Acht wurden von der Wache angeschossen, darunter drei schwer. Einer ist gestorben. Alles weist darauf hin, daß die Flucht von dem magyarischen Ober⸗ leutnant Bela Drobnicz, der wegen Spionage festgenommen wurde, vorbereitet war.
Lyon, 16. Oktober. (W. T. B.) Ein Kraftomnibns, der etwa 50 Arbeiter und Angestellte beiderlei Geschlechts nach Lyon bringen sollte, fuhr bei Villeurbanne unweit Cremieu gegen einen Wagen der Straßenbahn. Es wird von zahl⸗ reichen Toten und zwölf Schwerverletzten berichtet.
Madrid, 17. Oktober. (W. T. B.) Madrider Blätter ver⸗ zffentlichen ein Telegramm aus Lima (Peru), wonach ein Erd⸗ beben die Stadt Santa Lucia zerstört hat. Mehrere hundert Personen sollen ums Leben gekommen sein.
Amsterdam, 16. Oktober. (W. T. B.) Im Inter. nierungslager in Harderwiik (Gelderland), in dem sich hauptsächlich Russen befinden, ist ein Hungerstreik aus⸗ gebrochen. Die Internierten beklagen sich über minderwertige Be⸗
schaffenheit der Nahrungsmittel.
Rio de Janeiro, 15. Oktober. (W. T. B.) In einem Eisenbahnwagen erster Klasse der Zentralbahn explodierte eine Bombe. Man meldet einen Toten, zwanzig Verletzte. Cs soll sich um einen anarchistischen Anschlag handeln.
Aeronautisches Observatorium. Lindenberg, Kr. Beeskow. 16. Oktober 1920. — Aufstieg von 5 ¼ a bis 8 ¼ a.
2. 9 8 Temp 0 Seehehe Luftdruc Temperatur C
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Feuchtig⸗ it . Geschwind. oben unten Richtung Seturd⸗
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m mm
17. Oktsber 1920. — Pilotaufstieg von 6 2 18 bis 6 a 33.
ꝙ 8 Relative Wind Seehöhe Luftdruc Temperatur Co Feuchtig⸗ b keit Ni 6 b oben V unten 8 Richtung Sekund⸗ 79 Meter
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Berlin, Montag, den 18. ktober
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Münzstätten bis Ende September 1920. pfennigstücke
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(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)
Theater.
Opernhaus. (unter den Linden.) Dienstag: 181. Dauer⸗ bezugsvorstellung. Rigoletto. Anfang 7 Uhr. Mittwoch: Figaros Hochzeit. Anfang 6 ½ Uhr.
Schanspielhaus. (Am Gendarmenmarkt.) Dienstag: 186. Dauer⸗ bezugsvorstellung. Friebrich der Große. I. Teil: Der Kronprinz. Anfang 7 Uhr. G
Mittwoch: Fuhrmann Henschel. Anfang 7 Uhr.
Familiennachrichten.
: Frl. Hildegard Mumm von Schwarzenstein mit Hrn. Leutnant d. Res. Eckart von Eichborn (Köln Breslau).
VBerehelicht: Hr. Eckart Frhr. von Seherr⸗Thoß mit Christa Maria Freiin von Richthofen (Schmellwitz bei Kanth).
Gestorben: Hr. Rittergutsbesitzer Major a. D. Gideon von Wallen⸗ berg⸗Pachaly (Schwarzau). — Hr. Sanitätsrat Dr. Reinhardt Maiß (Görlitz). — Hr. Landschaftsdirektor, Geheimer Regierungs⸗ at, Landrat a. D. Curt von Scheliha (Oels, Schles.). — Hr. Landesältester, Rittergutsbesitzer, Rittmeister Rudolf Guenther (Ottolangendorf). — Hr. S uperintendent, Kreisschulinspektor a. D. Karl Than (Landeck). — Hr. Landesökonomierat Friedrich Ritter von Wolff⸗Ebenrod (Mehlem, Rhein). — Hr. Geheimer Ober⸗ finanzrat, Majer d. Res. Dr. Frhr. Schenck z Schweinsberg (Hermannstein). 8
Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol, Charlottenburg. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher der Geschäftsstelle, J. V.: Rechnungsrat Mevyer in Berlin.
Verloag der Geschäftsstelle (J. B.: Mever) in Berlin. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Berlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstraße 32.
Drei Beilagen
1 (einschließlich Börsenbeilage)
und Erste, Zweite, Dritte, Vierte und Fünfte Zentral⸗Handelsregister⸗Beilage.
Hauptbuchhalterei des
g⸗ ücke 75—
t 70 443 601s162 424 7
55 620 — 10 50
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3 601 162 424 775 —
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Ein⸗ markstücke pfennigs⸗
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1 432 740/⁄172 568 109319 394 858370 44
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4 036 806 6607281 432 74071
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Goldmünzen Berlin, den 15. Oktober 1920.
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*) Einschließlich von Kronen, zu deren Prägung die Reichsbank das Gold geliefert hat. — **) Vergl. den „Reichsanzeiger“ vom 11. September 1920 Nr. 205
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Nichtamtliches.
Fortsebung aus dem Hauptblaft.) Technik.
Als Auftakt zu der Vollversammlung des Reichskohlen⸗ rats haben Sitzungen seiner beiden Technisch⸗wirtschaft⸗ lichen Sachverständigenausschüsse für Brenn⸗ stoffverwendung und für Kohlenbergbau statt⸗ gefunden. Zur Besprechung kam u. a. die wichtige Frage der Unterstützung der Kohlenforschu ngsinstitute und insbesondere der beiden in der Entstehung begriffenen Braunkohlen⸗ forschungsinstit⸗te an der Bergakademie Freiberg und an der Tech⸗ nischen Hochschule zu Berlin. Die beiden Sachverständigenausschüsse faßten in gemeinsamer Sitzung eine Entschließung, die empfiehlt, daß die Unterstützung der Kohlenforschungsinstitute, soweit sie aus Mitteln der Kohlenwirtschaft erfolgen muß, in erster Linie durch diejenigen Bezirkssyndikate geschehe, denen sie räumlich nahe liegen. Für die Unterstützung der beiden genannten Institute kommen daher haupt⸗ sächlich das Mitteldeutsche und das Ostelbische (früher e- Braunkohlensyndikat in Betracht. Die Ansschüsse empfahlen ferner eine ständige und genaue Arbeitsteilung zwischen den Instituten, engste Fühlung mit der Praxis des Kohlenbergbaus durch besondere Beiräte aus Praktikern des Koblenbergbaus und der Kohlenwirtschaft und die möglichst weitgehende Unterstützung der Lehr⸗ und Forschungstätigkeit der Institute durch Zulassung der Forscher, Lehrer und Studenten zu Versuchen an im industriellen Betrieb befindlichen Anlagen. Ein Aufruf an die Syndikate, das Ihre zur Behebung der bitteren wirt⸗ schaftlichen Not der deutschen Forschung beizutragen, begleitete diese Entschließung. 8 18
Ferner berichtete der Professor Heise, Leiter der Bergschule in Bochum, über die Frage der Niederbringung neuer Schächte im Ruhrgebiet. Es war die Frage aufgeworfen worden, ob zur Hebung der Förderung im Ruhrgebiet das Nieder⸗ bringen neuer Schächte empfehlenswert sei. Das Gutachten, das von der Versammlung bestätigt wurde, kommt zu dem Schluß, daß dies kein taugliches Mittel ist. Schon vor dem Kriege war durch die Verbindung der Beteiligungsziffern der Zechen im Syndikat mit der Anzahl ihrer Schächte sowie durch den berggesetz⸗ lichen Zwang, die Belegschaft in der kurzen Zeit von 30 Minuten in die Grube schaffen zu müssen, eine im Verhältnis zur tatsächlichen Förderung sehr reichliche Anzahl von Schächten vorhanden. Auch die Rücksicht auf die Schlagwetterführung hat von jeher reich⸗ liche Schachtanlage bedingt. Eine Erhebung hat festgestellt, daß schätzungsweise die Schächte heute trotz erhöhter Stunden⸗ leistung infolge der verkürzten Schichtdauer nur zu etwa 70 % ihrer tatsächlichen Förderfähigkeit ausgenutzt sind. Besonders überzeugend wirkte die Gegenüberstellung des unter durchschnittlichen Verhältnissen heute erforderlichen Kosten⸗ und Belegschaftsaufwandes, um eine Steigerung der Förderung um 2000 Tonnen täglich zu erzielen, ein⸗ mal durch eine neue Schachtanlage, dann durch Steigerung der Förderung auf den vorhandenen Schachtanlagen. Das Ergebnis ist, daß in ersterem Fall 3000 Arbeiter und rund 450 Millionen Geld⸗ aufwand für diese Förderungssteigerung benötigt werden, während man im zweiten Fall mit nur 1600 Arbeitern und 210 Millionen Mark Kapitalaufwand auskommt. Unter diesen Umständen sollte einstweilen grundsätzlich das ö“ neuer Schachtanlagen zurückgestellt werden, bis eine bedeutend bessere Ausnutzung der vor⸗ handenen Anlagen und eine erhebliche Steigerung der Förderung der bestehenden Schächte durchgeführt sein wird.
Schließlich war von besonderem allgemeinen Interesse der Bericht des Generaldirektors Piatscheck von den Anhaltischen Kohlen⸗ werken, in dem die Frage behandelt wurde, ob der Bau neuer Braun⸗ kohlenbrikettfabriken volkswirtschaftlich empfehlenswert sei. Unter einer ganzen Reihe schwerwiegender technischer und gesamtwirt⸗ schaftlicher Bedenken, die der Erfüllung dieser in letzter Zeit häufig erhobenen Forderung entgegenstehen, wirkte besonders überzeugend die folgende Gegenüberstellung: Nach eingehenden Ermittlungen wird die deutsche Maschinenindustrie, die besonders Braunkohlenfeuerungen baut, insgesamt ca. 30 000 am Rostfläche jährlich herstellen können. Auf dieser Rostfläche können ctwa 17,4 Millionen Tonnen Rohbraun⸗ kohle im Jahr (das bedeutet dem Heizwert nach bestenfalles soviel wie 6 Millionen Tonnen Steinkohle) verbrannt werden. Die Umbaukosten von 30 000 qm Rostfläche werden auf rund 210 Millionen Mark geschätzt. Demgegenüber würde die ö dieser 17,4 Millionen Tonnen Rohbraunkohle in Briketts dure neue Brikettfabriken (die bestehenden sind bis zur Grente ihrer Leistungsfähigkeit ausgenutzt) etwa 7 Millionen Tonuen Briketts liefern. Die Anlagekosten für diese Brikettleistung würden rund 5,6 Milliarden Mark erfordern. Außerdem ist zu bedenken, daß bei der Umwandlung der Rohkohle in Briketts 20.30 % und mehr von den Kohlenmengen verloren gehen. Diese Zahlen können daher einerfeits keinen Zweifel darüber lassen, daß die Errichtung neuer Brikettfabriken in größerem Umfange in nächster Zukunft ausge⸗ schlossen sein muß; andererseits zeigen sie aber auch, daß dem Be⸗ streben auf Umstellung der Feuerungen auf Rohbraunkohle, ganz ab⸗ gesehen von den transportlichen Schwierigkeiten durch die Herstellungs⸗ möglichkeit neuer Feuerungen, eine Höchstgrenze gesetzt ist, die selbst im allerbesten Fall erst nach langen Jahren den Ausfall von 24 Mil⸗ lionen Tonnen Steinkohle jährlich ersetzen könnte, der durch unsere Lieferungen auf Grund des Spaa⸗Abkommens entsteht. Ganz ab⸗ gesehen davon stellt ein derartig forzierter Abbau unserer Nohbraun⸗ kohle Raubbau an einem Bestandteil der deutschen Bodenschätze dar, der durchaus nicht unerschöpflich ist, sondern im Gegenteil schon in zwei Menschenaltern zu versiegen droht. .
Verkehrswesen., 1
Von jetzt an sind versuchsweise gewöhnliche frankierte Briefsendungen nach Sowjet⸗Rußland zugelassen. Sie werden mangels anderer Verbindungen über Vardö (Norwegen) geleitet und von da ein⸗ bis zweimal wöchentlich mit russischen Motorschiffen nach Archangelsk weiterbefördert. Gebühren wie im Weltpostverkehr. Eine Gewähr dafür, daß die Sendungen in die Hände der Empfänger gelangen werden, kann nicht übernommen werden.
Handel und Gewerbe.
— Nach dem Geschäftsbericht der Braunschweigischen Aktien⸗Gesellschaft für Jute⸗ und Flachs⸗Indu⸗ strie sür das Geschäftsjahr 1919/20 blieb das Ergebnis infolge von Betriebsschwierigkeiten, wie Kohlenmangel, einschneidenden Verkehrs⸗ hemmungen usw., hinter dem des Vorjahres zurück. Ein Großfeuer in der Braunschweiger Fabrik am 26. Juli vernichtete den größten Teil der Fabrikgebäude und Maschinen, so daß hier Stillstand ein⸗ trat. Ueber den Wiederaufbau der Fabrik läͤßt sich im Augenhlick noch nichts sagen. Einstweilen wird in den zur Ver⸗ fügung gebliebenen Räumen ein Notbetrieb durchgeführt. Der durch das Feuer entstandene Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Fabrik in Vechelde, die schon vor längerer Zeit wegen Kohlenmangels zum Erliegen gekommen war, ist wieder in Gang
ebracht; beabsichtigt wird, den Betrieb, soweit es die dortigen Ver⸗ bältnisse erlauben, zu erweitern. Die im Kriege ausgiebig betriebene
Herstellung von Textilitgarnen und Geweben hat ihr Ende erreicht, da Rohjute unter Veri sichtigung der geringen Nachfrage wieder aus⸗ reichend zur Verfügung steht. Anstatt 200 000 ℳ, die im Vorjahre zur Verfügung des Vorstands gestellt und im Interesse der Arbeiter⸗ schaft verbraucht sind, werden in diesem Jahre 250 000 ℳ für das⸗ selbe Konto gefordert. Die Abschreibungen auf die Fabrikanlage Braunschweig und Vechelde betragen 103 970 ℳ. Weiter erfordern 4 vH für die Aktionäre 300 000 ℳ, Gewinnanteil an den Aufsichtsrat und Vorstand 105 783 ℳ, Zuweisung an Beamte und Aufseher 25 000 ℳ, an Wohltätigkeitsanstalten 5000 ℳ, zur Verfügung des Vorstands 250 000 ℳ, Vortrag 113 457 ℳ.
— In der vorgestrigen Aufsichtsratssitzung der Elektrotech⸗ nischen Fabrik Rheydt Max Schorch & Cie., Act.⸗ Ges., Rheydt, wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 1919/20 uf das erhöhte Aktienkapital 10 vH Dividende wie im Vorjahr vorzu⸗- chlagen. Die Generalversammlung findet am 20. November d. 2 Vormittags 11 ½ Uhr, in den Geschäftsräumen der Firma statt. 1
— Die Teutonia, Versicherungsgesellschaft in
Leipzig, hat auf den 4. und 5. November cr. eine General⸗ versammlung einberufen, die über die Vereinigung mit dem Nord⸗ stern, Lebens⸗Versicherungs⸗Actien⸗Gesellschaft in Berlin⸗Schöneberg, Beschluß fassen soll. London, 16. Oktober. (W. T. B.) Amtlich wird bekannt⸗ gegeben, daß das Verbot, Aktien und fremde Werte auf fremde oder von Ausländern kontrollierte Gesellschaften ohne vor herige Genehmigung des Handelsamts zu übertragen, aufgehoben worden sei. 4
Paris, 16. Oktober. (W. T. B.) Die Standard Oil Company hat in Gemeinschaft mit der Banque de Paris et des Pays⸗Bas ei Gesellschaft unter der Firma Standard Franco⸗Americain in Pari errichtet. 49 vH der Aktien sind in der amerikanischen Gesellschaft Den Rest hat die Pariser Bank übernommen. Vorsitzender de Gesellschaft ist der ehemalige französische Botschafter in Berlin Jule Cambon, Vizepräsident der Direktor der Standard Oil Company Bedford.
Paris, 14. Oktober. (W. T. B.) Ausweis der Bank von Frankreich. Gold in den Kassen 3 534 063 000 (Zun. gegen die Vorwoche 1 322 000) Fr., Gold im Ausland 1 948 367 000 (un⸗ verändert), Barvorrat in Silber 263 193 000 (Zun. 6 740 000) Fr., Guthaben beim amerikanischen Staatsschatz 51 800000 (unverändert) Fr., Guthaben im Ausland 947 279 000 (Abn. 254 834 000) Fr., vom Moratorium nicht betroffene Wechsel 2 411 148 000 (Zun. 80 695 000) Fr., gestundete Wechsel 477 456 000 (Abn. 3 632 000) Fr., Vorschüsse auf Wertpapiere 2 083 873 000 (Zun. 6 024 000) Fr., Vorschüsse an den Staat 26 800 000 000 (unverändert) Fr., Vor⸗ schüsse an Verbündete 3 940 000 000 (Zun. 5 000 000) Fr., Noten⸗ umlauf 39 526 938 000 (Abn. 40 378 000) Fr., Schatzguthaben 75 213 000 (Zun. 29 612 000) Fr., Privatguthaben 3 128 254 000 (Abn. 28 230 000) Fr.
Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 15. Oktober 1920
Ruhrrevier Oberschlesisches Revier Anzahl der Wagen
v .“ Nicht gestellt.. 1 745 Beladen zurück⸗ f.n13ö 6 629.
Berichie von auswärtigen Wertpapiermärkten.
Hamburg, 16. Oktober. (W. T. B.) Börsenschlußkurse. Deutsch⸗Australische Dampfschiff.⸗Gesellschaft 200,50 — 202,25 bez., Hapag 180,50 — 182,25 bez., Hamburg⸗Südamerika 245,00 bis 247,50 bez., Norddeutscher Lloyd 179,00 G., 181,00 B., Vereinigte Elbeschiffahrt 317,25 G., 320,00 B., Schantungbahn 624,00 G., 632,00 B., Brasilianische Bank 510,00 G., 520,00 B., Commerz⸗ und Privat⸗Bank 185,00 G., 187,00 B., Vereinsbank —,— G., 191,00 B., Alsen⸗Portland⸗Zement 406,00 — 426,00 bez., Anglo⸗ Continental 305,50 — 307,50 bez., Asbest Calmon 294,50 — 296,50 bez., Dynamit Nobel 322,00 — 328,00 bez., Gerbstoff Renner 464,00 bis 470,00 bez., Norddeutsche Jutespinnerei 248,50 — 249,00 bez., Harburg⸗ Wiener Gummi., 375,00 — 401,00 bez., Slomann Salpeter 292,50 bez., Neuguinea —,— G., 795,00 B., Otavi⸗Minen⸗Aktien —,— G., 795,00 B., do. Genußsch. —,— G., 690,00 B. — Tendenz: Fest.
Köln, 16. Oktober. (W. T. B.) Englische Noten 243,50 bis 244,50, Französische Noten 459,00 — 459,50, Belgische Noten 484,00 bis 486,00, Holländische Noten 2170,00 — 2180,00, Rumänische Foen 121,00 — 121,25, Amerikanische Noten 69,75 — 70,25, Schweiz.
oten —,—.
Wien, 16. Oktober. (W. T. B.) Notierungen der Devisen⸗ zentrale: Berlin 557,50 G., Amsterdam 10400,00 G., Zürich 5600,00 G Kopenhagen 4800,00 G., Stockholm 6850,00 G., Christiania 4750,00 G. Marknoten 552,50 G.
Prag, 16. Oktober. (W. T. B.) Noctierungen der Devisen zentrale: Berlin 119,00 G., Marknoten 119,00 G., Wien 21,25 G.
London, 16. Oktober. (W. T. B.) Wechsel auf Paris 53,35, Wechsel auf Belgien 50,55, Wechsel auf Schweiz 21,80, Wechsel auf Holland 11,22, Wechsel auf New York 346 ⅜, Wechsel au Spanien 24.24 ½, Wechsel auf Italien 88,62, Wechsel auf Deutsch land 243,50. — Privatdiskont 6 ¾.
London, 15. Oktober. (W. T. B.) 3 ½ % Kriegsanleihe 67 ¾¼, 5 % Kriegsanleihe 84 ⅜, 4 % Siegesanleihe 73 ⅞.
Paris, 16. Oktober. (W. T. B.) 5 % Französische Anleihe 86,30, 4 % Französische Anleihe 69,47, 3 % Französische Rente 54,45, 4 % Spanische äußere Anleihe —,—, 5 % Russen von 1906 47,05, 3 % Russen von 1896 25,50, 4 % Türken unifiz. 66,50, Suezkanal 6225, Rio Tinto 1512.
Amsterdam, 16. Oktober. (W. T. B.) Wechsel auf London 11,20 ½, Wechsel auf Berlin 4,60, Wechsel auf Paris 21,05, Wechsel auf Schweiz 51,30, Wechsel auf Wien 1,12 ½, Wechsel auf Kopenbhagen 44,80, Wechsel auf Stockholm 63,55, Wechsel auf Christiäania 41.20, Wechsel auf New York 323,50, Wechsel auf Brüssel 22,20, Wechsel auf Madrid —,—, Wechsel auf Italien —,—. 3 % Niederländisch Staatsanleihe von 1915 84 3⁄13, 3 % Niederländ. Staatsanleihe 51 91 ig. Königlich Niederländ. Petroleum 801, Holland⸗Amerika⸗Linie 351 ½, Niederländisch⸗Indische Handelsgesellschaft —,—, Atchison, Topeka u. Santa Fe 112 Rock Island —, Southern Pacific 128,50, Southern Railway —, Union Pacific 164 50, Anaconda 130 50, United Stat Steel Corp. —,—. — Fest. 1 Kopenhagen, 16. Oktober. (W. T. B.) Sichtwechsel auf London 24,98, do. auf New York 723,00, do. auf Hamburg 10,50, do. auf Paris 47,00, do. auf Antwerpen 50,00, do. au Zürich 115,00. do. auf Amsterdam 223,50, do. auf Stockholm 141,88. do. auf Christiania 99,75, do. auf Helsingfors 18,00.
Stockholm, 16. Oktober. (W. T. B.) Sichhvechse! auf London 17,65, do. auf Berlin 7,30, do. auf Paris 32,25, do. auf Brässel 35,00, do. auf schweiz. Plätze 81,00, do. auf Amsterdam 157,75, do. auf Kopenhagen 70,75, do. auf Christiania 70. ½ do. auf 8 Washington 510,00, do. auf Helsingfors 12,78.
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