W 8 —⸗ 2 2* . — ähnlich; denn 23. O wird seine Einreiseerlaubnis auch schon
um mehr als drei Tage überschritten worden sein.
Ich will mich aber gor nicht hinter diesen formalen Unterschied verstecken. Ich behaupte, wir haben einen guten Grund gehabt, bei der preußischen Regierung die Ausweisung zu beantragen. (Sehr richtig! rechts.) Ich will deswegen nicht eingehen auf die allgemeinen Er⸗ wägungen, die Herr Dr. Rosenseld über die Ausweisungspraxis im allgemeinen angestellt hat. Es ist gewiß zuzugeben, daß Deutschland eein geregeltes Fremdenrecht noch nicht besitzt, und ich halte es für die Aufgabe der neuen Reichsvertretung, bei Ausübung der Legislative auch
ür das Fremdenrecht zu sorgen. Ob dieses Fremdenrecht freilich einen derartig freisinnigen Charakter haben wird, wie ihn Herr Dr. Rosen⸗ feld berlangte, nämlich, daß man nur durch gerichtliches Urteil einen Fremden wieder ausweisen kann, das möchte ich bezweifeln. Ich glaube,
daß der Aufenthalt des Herrn Sinowjew die Möglichkeit, ein so frei⸗
gesinntes Fremdenrecht in Deutschland einzuführen, wieder für einige Zeit verschoben haben wird.
Es ist davon die Rede gewesen, die Ausweisung unter die Judi⸗ katur des Verwaltungsgerichtshofs zu stellen. Aber das, meine Damen und Herren, kann ich doch sagen: noch kein Staat in der ganzen Weli hat jemals darauf verzichtet, seine Staatshoheitsrechte gegenüber Fremden geltend zu machen, die nur als Aufenthalter im Lande waren
und sich in diesem Lande nicht so verhielten, wie die Gesetze des Landes
es verlangten.
Solange wir ein solches Fremdenrecht noch nicht haben, solange
wir noch keine Instanz haben, die darüber zu befinden hat, ob ein Fremder das Recht haben soll, länger in Deutschland zu verweilen oder nicht, solange wird die Ausweisung durch die zuständigen Admini⸗ strativbehörden vollzogen werden, und wird das einzige Korrektiv da⸗ gegen sein dis politische Versammlung des Landes und des Reiches, die ja jetzt von den Unabhängigen Parteien auch angerufen worden ist.
Meine Damen und Herren, der Rechtsgrund für die Aus⸗ weisung bestand außer dem Fristablauf in der Uebertretung der Ein⸗ reisebedingungen, indem sich Herr Losowsky mit Politik befaßt hat, und Herr Sinowjew Reden gehalten hat, die allerdings, wie Herr Dr. Rosen⸗ feld gesagt hat, es einem Staatsanwalt wohl nahelegen konnten, ob hier nicht eine strafrechtliche Verfolgung eintreten mußte. (Zu⸗ ruf des Abgeordneten Ledebour.) — Ich bin sehr gern bereit, Herr Ledebour, auf diese Richtigstellung zu antworten. Gewiß hat Herr Dr. Rosenfeld die Sache so gewendet, daß er gesagt hat: der Um⸗ stand, daß kein Staatsanwalt eingeschritten sei, beweise, daß keine strafbare Handlung vorliege. Ja, meine Herren, manchmal schreitet der Staatsanwalt auch nicht ein, wenn die Beweislage nicht so ist, daß er ein Urteil erwarten konn, und ich nehme an, daß Herr Dr. Rosenfeld sich vielleicht selbst darüber gewundert hat, daß kein Staats⸗ anwalt diese Frage offiziell gestellt hat. Ich glaube, jeder von Ihnen — und auch auf der rechten Seite möchte ich das annehmen — wird es doch für richtiger halten, daß man es nicht darauf ankommen kätzt, Herrn Sinowjew und Herrn Losowsky mit einem Freispruch aus Deutschland herauszulassen auf Grund eines Strasperfahrens, das nicht auf genügend sicherer strafrechtlicher Grundlage aufgebaut ist. (Abgeordgeter Ledebour: Dann dürfen Sie so etwas auch nicht be⸗ haupten.) — Ich habe nur gesagt, daß es an die strafrechtliche Seite nahe herangehe, und das werde ich Ihnen auch beweisen.
Ich fühle mich aber verpflichtet, hier nicht bloß die rechtliche Seite, sondern auch die politische der ganzen Angelegenheit zu streifen; denn diese politische Seite ist doch für den Reichstag schließlich die Hauptsache. (Sehr richtig!) Meine Damen und Herren, ich werde auch da wieder zwischen der Einreise von Herrn Losowsky und seinen Genossen einerseits und zwischen der von Herrn Sinowjew anderer⸗ seits unterscheiden. Der Zweck der Einreise von Losowsky und seinen Genossen war, wie uns mitgeteilt worden ist, die Besprechung mit den Vertretern der deutschen Gewerkschaften, und zwar über gewerk⸗ schaftliche und über wirtschaftliche Angelegenheiten. Das Kabinett ist der Meinung gewesen, daß es für die Aufklärung der deutschen öffentlichen Meinung nur nützlich sein konnte, wenn sich die deutschen Gewerkschaftler mit den russischen Gewerkschaftlern auseinandersetzten. Wir sind der Meinung, daß die deutschen Gewerkschaften so turmhoch über den russischen Gewerkschaften stehen, namentlich über denjen igen russischen Gewerkschaften, wie sie sich jetzt unter dem diktatorischen Einfluß der Sowjetregierung gebildet haben, daß es nur nützlich war, daß sich hier einmal die beiden Systeme gegenseitig in die Schranken forderten, und das hat sich, glaube ich, auch bewährt. Und was die wirtschaftliche Sache der Seite anlangt, so haben wir zwar stark bezweifelt, ob durch einen geschäftlichen Verständigungsversuch zwischen
deutschen und russischen gewerkschaftlichen Arbeitervertretern praktisch I1 jetzt Seide gesponnen werden kann. Die Verhältnisse sind meiner Ansicht nach dazu noch zu schwierig und die Transportmöglichkeiten
noch zu gering; aber ich würde es für mehr als einen Fehler, ich würde es geradezu für ein Verbrechen gehalten haben, wenn man in der gegenwärtigen Zeit die Möglichkeit einer wirtschaftlichen An⸗ näherung auf diesem Wege unterbunden hätte.
Meine Damen und Herren! Wenn man einem Winter entgegen⸗ geht wie das deutsche Volk, wenn man es mit einer Erschwerung der Produktionsverhältnisse zu tun hat wie das deutsche Volk, dann kann man auch phantastisch ausschauende Versuche, wirtschaftlich sich mit einem großen wirtschaftlichen Gremium wie dem russischen Volke in nähere Verbindung zu bringen, nicht von der Hand weisen. Wenn es
dabei geblieben wäre, würde ich es nur begrüßen; leider ist das nicht
der Fall gewesen.
Ganz anders lag es bei der Sendung von Herrn Sinowjeff. &s war hier eine politische Auseinandersetzung geplant, und ich gebe zu. es gehörte eine gewisse Kühnheit dazu, vor dieser Auseinandersetzung auch von Regierungs wegen nicht zurückzuschrecken. Ich crachte es für eine Kühnheit der Unabhängigen Partei, daß sie Leute wie Sinowjeff aufgefordert hat, mit ihnen zu sprechen, aber für eine berechtigte, une ich halte auch dafür, daß die Kühnheit der Regierung, die man ihr als Leichtsinn ausgelegt hat, nicht unberechtigt war. (Sehr richtig!) Ich habe die Zuversicht auf den Charakter der deutschen Arbeiterschaft, daß sie bei aller Faszinierung durch die gegenwärtige kussische Sowlet⸗ republik doch auf die Dauer erkennen wird, daß diese Methoden nicht ihre Methoden sind, und daß diese Wege nicht zu ihrem Heile führen, und ich glaube, daß, wenn die Erregung des Hallenser Parteitags etwas abgeebbt sein wird, sich doch mancher überlegen wird, was de gosagt und beschlossen worden ist.
Ich kann es nicht bebauarn, daß 68 zu bieser Aussprache g⸗⸗ wmmen ist, und ich glaube auch be, Laß cuf die Deuer die größeer Selbstdistplin der deutschen Arbeiterschaft über die hemmungslose terroristische Aufreizung des Herrn Sinowjeff den Sieg davontragen wird. Ich haäpp vor einigen Monaten in einem Aufsatz der „Deutschen Allgemeinen Zeitung schon darauf hingewiesen, daß meiner Ansicht
8
ach der Ausbreitung des Bolschewismus gewisse ethnographische Grenzen gezogen sind. Ich ziehe diese ethnographische Grenze nicht westlich, sondern östlich des deutschen Gebiets. Der deutsche Arbeiter wird sich weder im Sinne eines imperialistischen Kapilalismus als Stimmvieh oder Kanonenfutter gebrauchen lassen, noch im Sinne eines bolschewistischen Terrors, beides läuft schließlich auf dieselbe Mißachtung der freien Persönlichkeit hinaus. Meine Herren, allerdings hat mir der Parteitag in Enttäuschung durch die Berhältnisgahlen gebracht, in denen sich die unabhängigen Parteien für und gegen Moskan ausgesprochen haben (Hört! hört! links.) Ich begreise es mit meinem schwachen Menschen⸗ verstand nicht, daß eine Partei sich noch unabhängige Partei nennen kann, die die 21 Punkte von Moskau unterschrieben hat. (Lebhafte Zustimmung.) 8 Meine Damen und Herren, wenn jetzt der Herr Dr. Rosen⸗- feld gegen die Ausweifung von Losowsky und Sinowjew ausgeführt hat, daß die deutsche Regierung doch die russischen realtionären Spitzel in Deutschland duldete, so sage ich Ihnen: Kein Spitzel irgendwelcher Macht wird in Deutschland mit Wissen der deutschen Reichsregierung geduldet. (Zuruf des Abg. Ledebour: Aber mit Wissen ihrer Handlanger!) Herr Ledebour, das muß ich auf das Ent⸗ schiedenste zurückweisen; ich habe keinen Handlanger, der eine Spitzel⸗ natur ist. (Zuruf des Abg. Ledebour.) — Mit Wissen meiner Hand⸗ langer? — Ein Handlanger, von dem ich das wüßte, würde nicht mehr lange mein Handlanger sein. Ich möchte noch eines bemerken. Die ganze Fremdenpolizei, das ganze Ausweisungswesen und bis zu einem gewissen Grade die Grenz⸗ polizeikontrolle liegen ja gar nicht in der Hand der Reichsregierung. Es sind doch die Länder, die noch das Fremdenrecht ausüben. Und ich muß doch, wenn ich auch für die Entschließungen des Kabinetts namens des Kabineits die volle Verantwortung der Reichsregierung übernehme, darauf hinweisen, daß die Reichsregierung lange nicht so weit ist in der Durchführung der Fremdenpolizei, wie sie das wohl wünschte, und daß die Reichsregierung dem Reichstag dankbar sein würde, wenn Sie ihr in dieser Hinsicht bei allem guten Föderalismus, den sie auf die Fahne geschrieben hat, doch eine durchgreifendere Macht (Sehr richtig! bei den D. Dem.)
Meine Damen und Herren, ich komme dann auf den zweiten Teil der verantwortlichen Beschlußfassungen des Kabinetts, nämlich auf die Ausreise. 8
Ich gebe zu, daß die ganze Angelegenheit und namentlich die Festhaltung Sinowjews und Losowskys eine starke Belastungsprobe für unser Verhältnis zu Rußland ist. Aber das darf nicht das Maß⸗ gebende sein. Wenn es der russischen Regierung nicht gelungen ist, Herrn Sinowjew, der ja nicht bloß der Vertreter der dritten Inter⸗ nationale, sondern auch ein hervorragendes Mitglied des Exekutiv⸗ komitees ist, an einem derartigen Auftreten zu verhindern, so müssen wir eben die Konsequenzen ziehen.
Jetzt komme ich dazu zu zitieren, was mir von der Rede Ich will aus der viereinhalb⸗
er richtig!) eine gewisse
der
in die Hand geben.
Sinowjews zur Verfügung steht. stündigen Rede nur einige wenige Sätze anführen, auf die es haupt⸗ Es wird hier gesagt, daß Herr Losowsky den Unterschied zwischen Terror und Gewalt hier auseinandergesetzt habe. Er habe da den Terror eine verschärste Form der Gewalt genannt, so wie der Bürgerkrieg eine Verschärfung des Klassenkampfes sei. Er habe die Handhabung des Terrors in Rußland verteidigt, wobei Herr Ledebour den Zwischenruf machte, er sei gern bereit, darüber als Korreferent zu sprechen, worauf von der Tribüne gerufen wurde: Darauf hat Sinowjew
sächlich ankommt.
Raus mit Ledebour! (Hört, hört! rechts.)
„Wir waren zu Anfang der Revolution auf dem gleichen Standpunkt wie Genosse Ledebour. Aber die Konterrevolution und der Verrat der Offiziere und Bourgeoisie hat uns die Augen geöffnet und von unserer Gutmütigkeit abgebracht. Dieser Gut⸗ mütigkeit haben es die finnländischen Arbeiter zu verdanken, daß sie in Massen abgeschlachtet wurden. Genau so war es und anderen Ländern, gerade so auch bei Euch in Deutschland. Wenn in Deutschland die Revolution kommt, dann machen Sie unsere Fehler nicht nach. Seien Sie nicht gutmütig.“
Sinowjew und gutmütig. Eine eigentümliche Auffassung. (Hört,
hört! rechts.) „Denn das röcht sich bitterlich.
in Ungarn
Die Verrohung des Krieges ver⸗ mehrt noch die Ströme von Blut, die die Revolution mit sich bringt, aber die Interessen der proletarischen Revolution stehen uns höher als dieses vergossene Blut. Unterdrückung und schont den Feind nicht, der grausam und hart⸗ Denkt an das Blut Eurer Besten, denkt, daß es keine Stadt in Deutschland gibt, wo nicht Proletarierblut 1 in Strömen floß.“ 8 (Zuruf bei den Unabhängigen Sozialdemokraten: Das stimmt.) 8 „Da müssen Sie den Terror mit in Kauf nehmen, das ist nicht unsere Schuld, sondern Schuld der verfluchten Bourgeoisie. (Sehr richtig! bei den Unabhängigen Sozialdemokraten.) Und bei diesen Worten ruft Herr Dr. Rosenfeld im Namen von Sinowjew Ihnen zu: Man höre doch endlich auf, geistige Be⸗ wegungen mit Gewaltmaßregeln zu bekämpfen! (Rufe rechts: Ja, ja!) Ich glaube, das paßt nicht zueinander, und ich glaube, auch die ver⸗ ständigen Mitglieder der Sowjetregierung werden es uns nicht ver⸗ denken, wenn wir uns davor bewahren, daß heute solche Aufrufe an unsere Bevölkerung sich hier ohne unser Zwischentreten wiederholen. (Lebhafte Zustimmung.) Aber, meine Damen und Herren, da fürchte, hiermit käme ein Riß zwischen die Gefühle des deutschen Volkes und die Gefühle des russischen Volkes. Gegenwärtig ist nach meinen Beobachtungen kein Volk der Welt in Deutschland so populär
wie das russische Volk. Woher das kommt, will ich hier nicht unter⸗ Es mag viele Gründe haben. Es mag bei den einen den Grund haben, daß das russische Volk sich vom Zarismus, vom Mili⸗ tarismus, wie er damals war, befreit hat, wenn ich auch glaube, 8 Militarismus, der ihm jetzt blüht, nicht viel leichter ist. Es mag bei anderen den Grund haben, daß das russische Volk wie kaum ein anderes Volk durch diesen Krieg gelitten hat. Aber es mag auch sein — und das gilt, glaube ich, für beide Seiten dieses Hauses —, daß in unserem Volke tief der Glaube lebt, daß wir wieder hochkommen können nicht gegen das russische Volk, sondern un mit dem mssischen Volk, und durch Ausnutzung der unendlichen Möglichkeiten, die eg boi gemeinsammr Arbeit für beide bereit hält. Meine Damen und Herren, dieser Glaube des deutschen Volkes an das große, geduldige, begabte, weltfremde, oft wilde und gewaltsame, oft weiche russische Volk wird durch die heutigen Ereignisse nicht aus gehoben werden, und er wird
Rächt Euch für Eure
herzig gegen uns war.
mit ist nicht gesagt, daß ich
der Souveränitäͤt, darüber zu wachen,
den Angeln schließlich dazn füͤhren, was
auch immer für eine Regierung Iber Rußlend geblekes, daß das deutsche Volk und das russische Volk sich finden merden. (Levhafter Beifall.)
Abg. Bernstein (Soz.): Bei dem vomiegenden Antrag handelt es sich um die Frage des Schutzes der Ausländer im allgemeinen gegen willkürliche Ausweisung. Er fordert, daß durch gesetzli Bestimmungen Sorge getragen werde, wonach Ausländer nicht ohne weiteres ausgewiesen werden können. Wir erkennen vurchaus an, daß an dem gegenwärtigen Zustande Aende⸗ vgs. vorgenommen werden müssen, und es ist erfreulich, daß auch 8 inister des keusg sich dafür erklärt hat. Der sozialdemokra⸗ tische Antrag von 1908 genügt mir nicht. Der Hinweis auf richterliche Erkenntnis kann keine genügende Garantie sein. Wenn der Minister aber meint, man hätte . richterlichen Freispruch
nicht riskieren dürfen, so war dieser kaum u riskieren angesichts der Auswahl unserer Richter aus bestimmten sellschaftskreisen. Not⸗ wendig ist es, daß eine dem Parlament verantwortliche Behörde über diese 12,2 entscheidet. Die deutsche Republik muß ein Asyl sein für Verfolgte und Unterdrückte aller Länder, ähnlich wie es die Verfassung der Vereinigten Staaten vorsieht. Wenn die befristete Einreiseerlaubnis abgelaufen ist, handelt es Iich um keine Ausweisung. Die deutsche Republik muß ein Asyl für folgte und Unterdrückte sein, aber Sinowjew und Losowsky sind nicht als Verfolgie und Unterdrückte gekommen, sondern als Verfolger und Bedrücker. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Sinowjew hat in Deutsch⸗ land die Verfolgungspolitik die er in Rußland übt, der ganz unschuldige Menschen zu Hunderten und aber Hunderten zum Opfer gefallen sind. (Unruhe bei den Unabhängigen ö“ Mit dem Ablauf der Einreisefrist ist die Aufenthaltserlaubnis erledigt. Wir können daher dem Antrag nicht zustimmen. (Beifall bei den Sozialdemokraten. Es entspinnt sich noch eine längere heftige per⸗ sönliche h-esw-a. —. zwischen den Sozialdemokraten und Unab⸗ hängigen Sozialdemokraten, insbesondere zwischen Bernstein und so daß der nächste Redner erst nach längerer Zeit beginnen ann.
Abg. Wulle (D. Nat.). Ich freue mich, daß die Kollegen von der ußersten Linken körperlich wohlbehalten wieder hier angelangt sind. (Leiterkeit.) war keine Selbstverständ⸗ lichkeit nach Halle. (Zwischenrufe bei den Unabhängigen Sozial⸗
demokraten.) Ja, ich war da. Nach den Ausführungen von
Apfelbaum, der ja mit Vorliebe bee . genannt wird (Zwischen⸗ rufe bei den Nnabhaͤngigen Sozialdemokraten) — ich sehe
nicht ein, weshalb man ihn nicht bei seinem Geburtsnamen nennen soll (Ruf bei den Unabhängigen Sozialdemokraten⸗ Schwindel!) —, daß man die Bourgeoise mit Stumpf und Stiel aus⸗ rotten wolle, gehört auch die Gefolgschaft von Ledehour und Genossen zur Bourgeoisie. Denn als diese den Saal in Halle verlies, erklärte Herr Apfelbaum, das wären die Agenten der Bourgeoisie. (Große Heiterkeit.) In der „Freiheit’ stand gestern abend, daß auch Herr Apfelbaum ein Agent der Bourgeoisie sei; in der blumigen Sprache des Blattes heißt es, Apfelbaum sei das Spielzeug von Stinnes. Stinnes hat doch Geschmack genug, um sich anderes Spielzeug aus⸗ zusuchen. Die Fraktion Eichhorn muß also nach Apfelbaum auch mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Herr Rosen⸗ feld spricht mit höchster Verehrung von Herrn Apfelbaum. Herr Apfelbaum ist Oberbürgermeister von Petersburg — es gibt ja auch in Deutschland so viele sozialistische Oberbürgermeister —,
und er hat in verblüffend kurzer Zeit verstanden, aus einer blühenden
Stadt von über zwei Millionen Einwohnern ein armseliges Gemein⸗ wesen von 800 000 zu machen. Dittmann hat Ausführliches über die Zustände in Sowjet⸗Rußland erzählt, und der russische Sozialist Martow hat in Halle die Methoden Apfelbaums geschildert. Martow ist ein Märtyrer der sozialistischen Ideen, abgehärmt und abgehungert, so schildert ihn der „Vorwärts', denn gegen die Menschewisten haben die Bolschewisten den Hunger eingeführt. Redner zitiert die 2
führungen von Martow, wie unter Sinowjew in einer Nacht
Menschen in Petersburg erschossen seien (hört, hört!), wie nicht nur gegen Konterrevolutionäre, sondern auch gegen friedliche— Sozialisten der Terror geübt und sie erschossen oder zu Zwangsarbeit verurteilt würden. Streiks hat Sinowjew buchstäblich mit Feuer und Schwert unterdrückt. Nach Photographien in eng⸗ lischen Zeitungen sind 50 Streikführer zu Tode gemartert worden; eine Ratte wurde ihnen auf den Leib geseßt, darüber ein heißer Topf.
so daß die Ratte sich in den Leib hineinfressen mußte. (Hört, hört!)
Was ist das für eine Persönlichkeit, die in Deutschland frei herum⸗ reist und die Arbeiterschaft zum Bürgerkrieg und Mord und Totschlag auffordert. (Ungeheurer Lärm und Zwischenrufe bei den Unabhängigen Sozialdemokraten.) Ich rede nicht von den Kriegen, die die Bolsche⸗ wisten als Fortsetzung ihres Pazifismus führen, sondern von dem Tot⸗ schlagen ihrer eigenen Landsleute. (Wütende Unterbrechung bei den Unabhängigen Sozialdemokraten.) Herr Apfelbaum hat seine Be⸗ glückungsmethoden auch in andere Städte getragen und in Moskau in einer Rede gesagt, die Bürger sollten an die Laternen, die Weiber
sollten kochende Kübel bereithalten, um sie über die Leute zu gießen.
Der „Vorwärts“ sagt, Apfelbaum sehe aus wie ein voll⸗
gefressener, wohlhabender Opernsänger, er fahre nicht mehr in
der Eisenbahn, sondern im Reiseauto mit Koch und Sekretär. Auch das „Berliner Tageblatt“ schildert ihn so, er hat in Halle 15 Zimmer innegehabt und ein Festessen gegeben, das so nebenbei ein paar tausend Mark gekostet hat. Er hat sich längst von dem Aussehen des bedrückten Proletariers entfernt. Das ist Apfel⸗ baum, wie er leibt und lebt. In Halle ist ihm von einem Unab⸗ hängigen das Wort „Bluthund“ zugerufen worden. Er hat in der Tat als Massenmörder Hunderttausende von Menschenleben auf dem Gewissen und hier in Deutschland offen den Bürgerkrieg ge⸗ predigt. Er hat das Evangelium des Totschlagens zwischen Deutschen ungestraft verkünden konnen. Wie kann da Ledebour die Ausweisung dieses Massenmörders als Terror bezeichnen. Es ist nichts anderes als die Bestrafung eines Verhbrechers. Sollte Ledebour die Bestrafung eines Verbrechers für Terror halten, dann würde das Rückschlüsse zu⸗ lassen. Die Ausweisung dieser beiden Russen 8 Pflicht der Regierung gewesen. (Sehr richtig! rechts.) Wir bedauern, daß man die beiden Herren uüͤberhaupt hereingelassen hat. (Sehr richtig! rechts)) Die Rexierung hätte über sie im Bilde sein müssen. Wir waren nicht überrascht über die Töne, die dieser Mann in Halle anschlug. Die Erwartungen der Regierung, sie in dieser Weise die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rufland heben kann, beile ich nicht. Wie wirtschaftliche Beziehungen zwischen Apfelbaum und Simone bestehen sollen, weiß ich nicht. Die unter⸗ wordneten haben bei der Festfetung der Bolschewih nicht Fehler begangen, sondern zveu und brav jbwe Pflicht getan, sie ver⸗ dienen den Dank des deutschen Volkes. (Sehr richtig! rechts.) Die ganze Handhabung der Ausmweisung ist eigentümlich; am Sonntag wird die Ausweisung mitgeteilt, aber am Dienstag weiter darüber beraten. Das steht im schroffsten Gegensatz zu dem, was man von einer Obrigkeit verlangen muß. Wir sind zwar ein „Volksstaat geworden, ich merke davon nicht allen viel. Wir sind weiter ein wur haben wir keine Obrigkeit. Cs ü sac mie soviel regiert und danebenregtert worden. Fedess ischenrufe des Abg. Ledebour.) Der Ausweisungsbefehl muß umgehend vollzogen werden. Es hat keinen Zweck, zu warten, bis zu⸗ fällig ein Schiff geht. In Deutschland xeisen Tausende von russischen Agenten in allen Versammlungen herum. (Zwischenrufe des Abg. Lerebour.) Ich meine diejenigen, die in jeder deutsch⸗ ceinen und die deutschen Arbeiter gehen
Ve 1 t b Setrsshescs⸗ muß angewendet werden, wonach Auf mur Gewalt in fri ährdender Weise bestraft wird. Wir verlangen, üer vicht der letzte Rest⸗
1 nicht Ausländer unse bv, minieren. vnsFneh 828 8 8 6 * 22 rüche gegangen nichti uch die 8 bei umg russische Zzustände Hehe⸗ wollen, die der Tod für Unfeor Volk sind. Wir bLekennen uns zu einer Weltanschauung nicht des Hasses und Sterbens, sondern der Liebe zum Volk. (Lachen links.) Wir bekennen uns zu einer Volksgemeinschaft, wir wollen keine russischen Juden bei uns. (Sehr richtigt! rechts, Umuhe links.) Die Deutschen müssen sich unter sich gründlich aussprechen, dann wercen
6 66 111““ ö. 1 8
Dr. Löwenstein ntwicklung, nach ihm braucht
Endprodukt, sondern die Grundlage der man Religion und Erziehung überhaupt nicht, man Praucht nur die V Menschen zu lassen, wie sie sind, dann liche Gemeinschaft kommt aber erst zu die sittliche Bildung erzogen worden sind. CEin Mann wie Dr. Löwen⸗ stein kann natürlich mit solchen Anschauungen Geschichte und Kultur nicht richtig verstehen. wir dagegen protestieren, Baste der errscheangen Klas 6 er herrschenden Kla olche Auffassung wird von 88½ 8
wir mit den dentschen Bolksgenossen zusammenkommen, ö Kterkeit) Herr Sinowiew 1 8
Inde nicht mehr dazwischensteckt. Wir verlangen die Ausweisung tky üeht als kleiner 8 b, Jen und auch die Ausweisung der Tausende von Agenten und beklagen daß Herr Victor Kopp sich h. nur für die Kriegsgefangenen Joffe, bis eine Kiste p 8 8 .eg. eine Kiste, aus — ark Wir sollten in Petersburg einen reter haben. mit allen diesen Leuten aus unserm
Versuchskaninchen
Dr. Bell (Sentr.): muß schon mit unbeschadet randpunktes, w 8 ausgeschaltet nicht zusammenhängt. Die Fragen, ob der Obrigkeitsstaat und verdienen, stehen mit dem heutigen r ir halten uns streng an das Thema und bedauern, daß während der Begründung des Antrags ein Zwischen⸗ uf fiel, der von nationaler Seite außerordentlich
r nach den vperänderten
lt werden - wollen mit dem gutem Einvernehmen leben. Die deutsche Regierung eise gehandelt, als sie nach Rücksprache mit deutschen Arbeiterver⸗ etern die Einreiseerlaubnis erteilte. Die Bedingungen waren genau renzt. Die Russen haben aber
8 Die deutsche anlassung, sich gegen solchen unerhörten 2 zu wehren. Welcher Kulturstaat der Welt würde sich ge aß in solcher Weise nicht nur zum Kampf gegen die ereizt wird, sondern das ganze on Blut zu vergießen? Zur Annahme des Antrages lie eutschland und seine Regierung würde si 1 sie einen anderen Standpunkt ein⸗
kurmhoch über n. 1 . chtreter die Bismarckschen Kürasser⸗ stiefel an. (Ruf: Siehe Rußland!) Auch in Rußland arbeiten die Bolschewiki mit Terrorismus. Sie, Fleische und Geist keit.) Herr Koenen hat sich auch zum T 888 1 8 i 8 kämpfer der terroristischen ierungsmetho ein Volk nicht regieren .“ rorismus, hat Herrn Sinowjew n der Weltrevolution begrüßt, sondern
Stürmische
Maretzky. sind Fleisch vom vom Geiste der Bolschewiki. (Stürmische
error bekannt und wird de dagegen grundsätzliche Be⸗ der Esel, die der Prophet des Ter⸗ icht als den terroristischen Führer gesagt, er sei ja gar nicht so, er 3 egenheitsterroristen hingestellt. Wir wünschen,
Arbeiterschaft
er auf die Sinowjewitischen Nachahmer hier Ein⸗ 1 Bei den Beschimpfungen und Verleumdungen durch Sinowiew fühlen wir uns ganz wohl. (Ruf des Abg. Koenen: Mörderzentrale!) Ja, gewiß, es hat hier eine Offiziersmörderzentrale
tätig sein, aber d fagte mam bei ind sie vorttefflich. Die mensch⸗ 5238 die Hetzdokumente „wenn die Menschen durch man sieht, wie Kopp Paterland, die unser Volk zum Im In tere
Holschewistischer Experimenteure mache sein hee) 8 Wir werden den Antrag ab⸗
als Männer hinstellt, ichte geschriehen haben. ( 8 s schroffste abgelehnt. Einem energischen
ruhig und sachlich verhandel Auch von jüdischer Seite wird eine reinliche
Far geschel die wir nur gutheißen übrigens eine billige Redensart, zu bee die ganze antisemitische Bewegung habe keinen festen Boden. Es vollzieht sich doch tatsächlich
durch alle Schichten des Volkes, auch in der Arbeiterschaft, eine Be⸗
sinnung auf die Eigenart des deutschen Volkstums. Das ist begreiflich,
weil das deutsche Volk seine politische Selbstandigkeit verloren hat
und sich deshalb um so mehr darauf besinn ümlich i Geschähe dies nicht, dann entstünde die aufgelöst wird und daß die Schopferkraft der deutschen Seele verloren⸗ : (Lebhafte Zustimmung rechts.) Gewiß hat auch das Judentum seine Eigenart, seine Dichtkunft, aber sie ist eben verfchieden von der deutschen. Claudius und Else Lasker⸗Schüler sind religiöse Dichter, aber dagegen muß ich mich verwahren, daß die . deutsche religiöse Dichterin, ist. verwahren wir uns dagegen,
wie gefährlich di
Leute sind. dung vorgeschlagen,
die alte Regieru druck gemacht
hema nicht in bedenklich ist. Das
tverhältnissen bald⸗ 4 verhelne 1
t. was ihm eigentümlich
gegeben hat. daß es überhaupt
rr Koenen und
1 d örderzentrale (obender Lärm bhei den Linksunabhängigen!) Maretzky haben sich gegenseitig in die Hände gearbeitet. (Ruf links: Und Sie den Deutschnationalen!) Machen Sie doch nicht so alberne Worte. (Heiterkeit. Zwischenruf des kommunistischen Abg. Dr. Levi.) Freund Koenen zu Hilse kommen und ten, ist felbst⸗
anderen S hat klug und
Daß Sie, Herr Leyi alles unter verständlich. (Heiterk aller Ausweisungen.
9 sker⸗Schüler eine (Sehr wahr! rechts.) * b — daß man eine Million deutseher Kinder einem Manne ausliefert, der innerlich ganz anders gebaut ist als wir 5 Er ist ja nur Verwaltungs⸗ vamter. glaube nicht, daß sich Herr Löwenstein damit begnügen wim, lediglich als Verwaltimgsbeamter zu fungieren. Sie wollen doch gewiß, daß Dr. Löwenstein S .“
Gesichtspunkt des Geschäfts betr Wir dagegen sind gr ungs z. B. Herr Schultz⸗Bromberg nach Bromberg zurückginge und von der polnischen Regierung einmal fest⸗ ergisch dafür eintreten, daß er frrei⸗ Halle auf die viereinhalbstündige Rede Zeit dräagte.
die ihnen erteilte Erlaubhis hat ihr Auftreten als un⸗
ißbrauch des Gastrechts fallen lassen, jerung auf⸗ d, Ströme
Zuruf von den Il. Soz.:
gesetzt würde, würden wir auch en gelassen würde. Sinowjews auch nur wenig antworten können, weil die Ja, er hat vieles gesagt, was Sie in Ihrer Vizepräsident Zwischenrufen Herrn Ledebour gegenüber Heiterkeit.) Wegen unserer Gegensätzüchkeit sere Partei verlassen (Ruf bei den Linksunabhängigen: Umgekehrt! — Heiterkeit.) Das ist der faule Unsinn in der Beweisführung Sinowjews, daß die Freilassung des Generals Krasnow Zehntausende Menschen gekostet hätte. Ihre naiven
noch recht
Wir bekämpfen die monarchistischen Putsche auch mit Ge⸗ walt, aber wir unterscheiden zwischen Gewalt und Terror. Win werden die Gewalt nicht zum Terrorismus mißbrauchen. (Beifall beü den Rechtsunabhängigen.)
Abg. Dr. Levi (Komm.) bemerkt persönlich, bour mit dieser Rede nur die Geschäfte der antibols⸗ betrieben habe.
Wir haben in
oletariat aufgefordert wir
seine Pflicht in Ihrem Sinne bert. Wenn die Regierung es auf diese Machtprobe ankommen lassen will, so wird sie nichts anderes erreichen, als d die Front der christlechen und jüdischen Bevölkerung schließk gegen den unabhängigen Stadtschulrat. Und die kann cs erleben, daß ein Kulturkampf in aller Form entbreunt. Wiy warnen Sie deshalb davor, mit dem Fouer zu spielen. C 1 Beifall rechts.)
Abg. Brückner sagen, der andere hort von allem nur das Rein. es oberster Grundsatz der Rechtspflege (Abg. Dr. Nat.]: Rechtspflege?), jawohl Rechtspflege, in ein sche nicht einzugreifen. als ehemaliger
(Zwischenruf links.) Nawität für wertvoll gehalten haben. Dr. Bell bittet, mit den Zwise etwas zurückzuhalten. — Hei zu Sinowjew haben Sie ja un
Bedürfnis vor. (Heiterkeit. (Sehr wahr! rechts.) Welt lächerlich machen, wenn 1— genommen hätte. (Beifall im Zentrum.)
Abg. Dr. Maretzky (D. V.):
Scheidemann an die Laterne bringen.
eund Mittelmann Bezug genommen.
— Adolf Hoffmann ruft:
Die Herren
Sinowjew hat ja erklärt, Auf diese Mit⸗ Linksunabhängigen. . wohl selber redet viel, mit ihrem Antrag den anderen wird ja Sinowjew Fehler unserer J Es konnte für unsere Regier kartow vor dem deutsche as wertvolle Material sollte e Aufgabe für den Heimats⸗ Dann lassen Sie ihn doch iner wahren Gestalt g n Kultur. Er bekämpft unsere Gewalt, sondern mit Terror. Was ichnet als brutalste Unt eenhinrichtungen, Einkerkerung Unschul⸗ reiheit. Millionen in Rußland schreien Er ist nach Deutschland Innerlich sind
um Ledebour fadenscheinigen
zuvorkommen. Für Sie stets ein Schaustück Radikalen, immer nach ung nichts Erwünsch⸗ tschen Volke
(nach den Unabhängigen von Richter fein. Das ist der links zu schauen. teres geben, als daß Sinowjew und? die Zustände in Rußland darstellten. D möglichst ausgenutzt werden. Hier ist ein
ienst gegeben. (Adolf Hoffmann 1 weiter reden!) Sinowjew hat sich in Todfeind der christlichen und bürgerlie Staatsordnung nicht etwa nu⸗ t, hat er selber ndersdenkenden, 1 nebelung der Gew danach, aus der Pein b gekommen, um die Weltreve Rechtsunabhängigen lehnen nur einzelne ge sind verschwindend gering, da s peraments und der Person. dem Bürgertum den ften zeigt si
Sie, Herr Oberpräsident ie Regierung scharf gemacht werden Löwenstem Verfahren. ervatiden allerdings andere Mittel, (Zuruß rechts: Da stand es besser!) uld daran, daß es anders geworden ist⸗ rüher haben Sie sich nicht um das Volksempfinden gekümmert. ielsweise das ganze Volk nach der Wahlrechtsvorlage verlangte, Teufel darum geschert (Sehr r1
von Richter, wissen. Wenn jetzt bereits d soll, die Bestätigung des Dr. das, ein Eingriff s Früher hatten die Kons un ihren Willen durchzusetzen.
Ja, wer hat denn die S
daß der Abg. Lede⸗
b ewistischen Liga schwebendes⸗
(Heiterkeit.)
Ledebour crwidert, daß Levi und Genossen mit ihrer
den Bolschewismus und Kommunismus diskreditieren. Darauf wird der Antrag gegen die Stimmen der
beiden unabhängigen Gruppen abgelehnt.
n erster Beratung wird der Gesetzent apitalflucht auf Antrag des Abg. Waldstein (Dem.) ohne Aussprache an einen Ausschuß überwiesen.
Eingegangen ist eine Interpellation, betr. die Vernich⸗ tung der Dieselmotoren durch die Entente, sowie eine solche, betr. die Waffenablieferung.
Nächste Sitzung Mittwoch, den 27. Oktober, nachm. 1 Uhr. (Tagesordnung: obige In Schluß 6 Uhr.
Preußische Landesverfammlung. itzung vom 20. Oktober, Nachmittags 1 U (Bericht des Nachrichtenbüvos des Vereins deutscher Zeitumasverleger.)
Präsident Leinert eröffnet die Sitzung um 1 ½ Uhr.
Auf der Tagesordnung steht zunächst die Besprechung der großen Anfrage der Abgg. Hergt und Gen. (D. Nat.):
rückung aller Methode nur
3 ichtig! links.) aß in der Republik der
Für die Bese cheidend sein, sor
da haben Sie sich den Te Ihnen ist es natürlich äußerst verhaßt, d Satz: Freie Bahn dem Tuchtigen, gelten soll. eines Postens darf nicht nur die Vorbildung ents⸗ die Lebenserfahrung, die Abgoklärtheit (Gelächter rechts), urteilungsfähigkeit. (Zuruf rechts: Richtung paßt uns nicht, das steht deutlich in der ganzen teht drin: Der Jude wird verbrannt! — Dr. Ritter hat wohl gar nicht empfunden, wie Sind doch hervorragende Mitglieder seiner Gründer, Stahl, Juden gewesen. Und wenn es affenschild neu zu vergolden oder eine ber⸗ a wird von Ihnen
eit zu werden. wurf gegen
trevolution zu propagieren. gungen ab; Belachter mr ind es Gegensätze des Tem⸗ Wandlungsfähigkeit!) dieses drohenden Terrors nicht verargen. eine immer me⸗ Forderungen nach
tes der Betriebsräte steht die Gewalt vor; das
1 nd weiter s richtig! links.) er seiner selbst spottet.
dürfen Sie Selbstschutz den Gewerkscha
mehr radikale Richtung, im Sozlalisierüng und Erweiteru ech mbedingt Aufreizung zur 1 app, sich dieses bieten zu lassen. (Zuruf: Scha Scharfmacher da wär sie am 13. Januar 19 ebeugt werden. Die Hetzer ließen „sie waren nicht weit von ihnen entfernt. ommunisimus, wenn der Staat Revolution siegreich,
Partei, ja selbst ihr gilt, ein verrostetes untergekommene Existenz wieder neu aufzurichten, d eern entgegengenommen und selbst ein jüdisches enommen. (Heiterkeit und Sehr richtig! daß der Gründer bstammt und daß Eine ganze estalozzi, waren weder gute nau so, wie Sie seinerzeit
terpellationen.)
das jüdische Geld esefäta d gegiche heben Sie d inks.) Un ießlich, haben Sie denn vergessen, der christlichen Religion selbst von jüdischen die zwölf Jünger Jesu selbst Juden gewesen sind? Reihe berühmter Pädagogen, wie z. B. Christen, noch besondere Fachgelehrten. C gegen meinen leider zu früh verstorbenen Genossen Dr. Arons ein eigenes Gesetz beschlossen, um ihn von der Universität fernzuhalten, weil er Jude und Sozialdemokrat war, so soll es auch jetzt wieder Wir aber stellen uns als Schutz und Schirm vor den Satz (Lebhafte Zuüstimmung bei den Sozialdemokraten.) Und vergessen Sie nicht, daß Kirche und Christen⸗ tum nicht dasfelbe sind. Es kann jemand sehr gut Dissident und doch Nur die Fähigkeit darf bei der Besetzung der Die Herren von der Rechten aber haben am Denken Sie nen einst zugerufen hat: (Lebhafter Beifall bei den Sozial⸗
Bürgertum ist zu sch macher!) Es wäre gut, wenn mehr dann würde solchen Ereignissen, hier im Reichstag die Unschuldigen im Man glaubt an die Siegh ihn vorgeht. J die leitenden S walt anzuwenden. U Abg. Dr. Pete nsch n
seitig verletzenden Redewen sondern schadet nur, wenn ht, oder wenn
oenen (U. Soz., links): olution bei uns z Arbeiterschaft. Ihre erjffr rei
rmären, sind die Lügen der Antibol⸗ stischen Kreisen g de, sondern Mi d Ihre Generale, Sie und Ihre Lärm. Rufe: Schuft!) Sie Die Rote Armee!) Kapp weil die revolutionäre Ar⸗ lödsinn!) Was Sinowjew hat sich Deutschland und Ruß⸗ Frankreich und Italien Verhältnis zu se, er hat niemals einen anderen agen würde, wußte man. t, von der „Freiheit bis tze hat ihre Wirkung au Apfelbaum auch mit einem Sind Richter denn bessere
n monatelang
ht? Hat sie Petersburg, der den Ar⸗ die Lebensmittelrationen tenlos gab, freie Arzt⸗ und Ge⸗ ung des Revisionisten Bernstein Auch die Benutzung benso der Theater⸗ t im wahrsten und ialdemokraten sind
Sie dulden einen
erlebt haben, vorg
aftigkeit des K G Noch niemals war eine? utior taabsmänner nicht zu schwach zeigten, Ge⸗
(Dem.): Wir halten die Handlungen der j sollte man
dungen unterlassen. 88 1 en uns Mittelmann seinen Zwischen⸗ Die Wissenschaft ist frei!
inowjew immer Apfelbaum nennt.
Wir haben uns gefreut, den u sehen und in ihm d
8 er Stadtverordnetenversammlun Stadtgemeinde Berlin hat beschlossen, der Versammlung die des Dr. Löwenstein zum Berlin vorzuschlagen. Bei den Mehrheitsverhältnissen in der Stadtverordnetenversammlung ist sicher mit seiner W eerr Dr. Löwenstein kennt nach seinem Bildungsstand und nach seiner eeschäftigung das gesamte Schulwe Leitung von Unterrichtsanstalten fehlt es ihm an kurze Tätigkeit in der E als eine Bewährung in der Schulve Lswenstein war früher mosaisch dent; die weitüberragende Mehrheit der Eltern von B ulkindern verlangt für liche Erziehung. Ein dem gegenüberstehend Erziehung in ch schwerste schädigen. ihrem Recht Gebrau für die Empfi einen Schlag in
Wahlausschuß der
tiefreligiös sein. Aemter entscheiden. wenigsten Ursache, sich hier moralisch daran, daß die bekannte Flora Gaß Komödianten seid Ihr alle! demokraten.)
Abg. Dr. Heß. schwebendes Verwaltung. Vorredner im Gegen anscheinend mit der unden hat. fsehen und Erregung im halb hat meine Fraktion es f Berliner Abgeordneten, aus der Provinz hier als 9 1G bei Dr. Löwenstein stoßen, ist, daß er ein j Antisemitismus kann hier absolnt keine B die wir wegen Löwenstein erheben, wer Gerade wir vom Zentru Regungen absolut frei. Erscheinung kann nur d Eine Bekämpfung auf andere Art ist v los und durch und durch unmoralisch. E ensichtliche Beflissen Sozialdemokratie die Ob das an dem M iterkeit), oder ob das jüdische Ele Vorherrschaft drängt, aber nicht nur um jüdi lkändische jüdische El 1 Mentalität des deutschen Volkes es wird vielleicht beim Etat des Innern näher auf Namen wie Trotzki, Rader (Zuruf: Sinowjew! H. Haben denn die Unabhän scheinung notwend „ daß das Ha heit hat doch de
Das habe tschulrat für Präsidenten der Weltrev Führer der Petersburg
Was hier vorgetragen ist an Schauer schewistischen Liga, die aus kapitali efnach rechts) haben nicht ehntausen schenleben auf dem
ahl zu rechnen. entrüsten. en nur aus der Theorie. eeder Erfahrung; tadtverordneter rwaltung in keiner Weise angesehen in Glaubens und ist
Zentr.): Hier handelt es sich nicht um
daß sich mein raktionskollegen Heilmann zwenstein grundsätzlich ab⸗
rrage hat weit über Berlin aus deutschen Volke hervorgerufen. T 8 ür richtig befunden, heute nicht einen ondern in meiner Person 8 Redner vorzuschicken.
peist wird. hulverwaltung als iches Verfahren, Gewundert habe
zu seinem dahl des Dr.
en, Sie un (Pfuirufe! Großer haben Curopa in Brand gesetzt und Lüttwitz konnten sich nicht dur aft ihnen in den A
hier im März geschehen um die wirtschaftlichen roße Verdienste erworben. ten mit Rußland kommen. Sinowjew Namen getragen. W 3
72 28 ün 18 rechts gehe (Geiterkeit. iese planmäßige . 8 icht hlt. M.
8 erwarten. (Heiterkeit.) Ausweisungsrecht imme Leute als die Diplomaten? R. bei uns zu, da ihre Betätigung i Was hat die Sozialdemo etwas ähnliches geschaff beitern freie W 8 . 1,8₰ Arbeitsanzu sundheitspflege stellte Bluthund“ wird man si der elektrischen
praktischsten Sim kleinburgerliche Na⸗ Noske in ihren Reihen und Revolution kein Kaffee ets Vorkämpfer des hat den Kam der Sozialdemokra Lärm bei den Sozialden Totschlag in Deutschland aufgefo die Konterrevol nicht abhalten, im S volution, die de (Beifall auf der äußersten Linken!) genommen.
seinem Schlu e nicht devon abhäng
verlangen das
llassen hat, 3 Mann eben ni⸗ daß die Sache,
Ehetransde elsch eder glecchonlt . Thristentum feindlich oder gleichgültig em gefallen ist. ns von Groß Berlin “ die
war mehr als Terror er Leiter des Schulwese
ristlichem Sinne nicht fördern, sondern mu Wird die Staatsregierung in diesem Falle von ch machen und die Bestätigung dieser Wahl, die ndungen vieler Hunderttausender von christlichen Eltern s Gesicht bedeutet, ablehnen?“
Die Besprechung ist am 7. Oktober auf Antrag von esordnung der nächsten Sitzung egierung erklärt hatte, vor drei tung der Anfrage nicht imstande zu sein.
Es sind nicht parteipolitische Anfrage hervorgegangen ist. E gerade die Gegenseite.
eziehungen zwischen Woran wir uns
üdischer Laie ist. de sein, denn dieselben zugehörigkeit gegen Dr. auch aus leitenden jüdischen Kreisen uns antisemitlscher vchplogische
edlich⸗friedliches ist ein echter
der Glaubens 15 Mitgliedern auf die Ta gesetzt worden, obwoh in zur Beantwor Zur Begründung
tismus als volkerpfr urch geistige Gegenströmungen bekämpft wer⸗ öllig zweck⸗ und sinn⸗ s8 ganz anderes ist die
herausgestellt
Wir werden Der Semi
erhält das Wort Abg. Dr. Ritter (D. Nat.): Erwägungen, aus denen unsere trifft vielmehr Lehrerschaft, Oberschulrats durch hat dieser geantwortet: h Diese Ant⸗ ertschätzung der Kultur, nur mit Schaudern denken kann. ann mit der Weltanschauung te Persönlichkeit d
r Willkür haben. — Russische Generale läßt ma er deutschen
chland errei⸗ heit, mit der gerade seitens der l
öuden immer mehr und mehr he Mangel anderer Leiter und Führer ment in der ich dahingestellt. sondern zum großen Teil um Die Abneigung dagegen muß man herczus verstehen
m Interesse de hier in Deuts e Sinowjew in
besorgt, der ih ordnung der
der Frage artei seinerseits eAn; 2 Pe.
Weyl vorstellig wurde, Es handelt
haben jetzt die Macht und werden sie wort zeugt von einem solch daß man an ihre Wirkungen Für die Berliner. Jugend kann ein Meo. des Dr. Löwenstein unmöoglich die geeigne ist kein Schulmann,
cheint es .2 allerdings nicht zu fehlen, ein auf dem Gebiete der S Er weiß zwar sehr viel Worte zu n wortung praktischer Fragen drückt er sie herum. Dasselbe gilt von seiner pädagogi ziehung durch Arbeit. 1 Schulaufsicht handelte, erklärte Nichtfachleuten in das Schulwesen dieser unantasibare Grundsat plötzli ch hein Cdriht Fein einziger kl der weltlichen lternbeiräte ste⸗
Sn tec e en Tiefstand der st und Kommunif Wortes, die deutschen So ationalliberale. (Groß
änzchen ist, wissen wir. arxismus gewesen. : roletarier organ as Blut hunderttause Wo hat Sinowj
Straßenbahn ist in iterkeit) einzugehen sein.
z kein Verständnis dafür, 8 in Deutschland Widerspruch auslösen
immer mehr auftaucht? 8 chaden davon und kamn sich dafür igen bedanken. Es ist aber die höchste Höhe, wenn man „durch einen Gewaltmißbrauch auch noch einen Juden des Berliner Erziehungswesens zu a in Deutschland und — — . een nicht geschmälert
gentlich heute noch das Schulwesen in
Fosift nicht Po ommen. 9 denn er ste ktisch erfahrener Mann u machen, aber um die Beant⸗ ch mit vagen Andeutungen schen Schrift über die Er⸗
eseitigung der geistlichen die Lehrerschaft das Hineinreden von r unerträglich; jetzt aber soll nicht mehr gelten! Dr Programmpunkt ist die
dem entgage it zu beruhigen, daß er alten werde.
nowjew ist Armer Marx!)
Auf den Kopf ender Arbeiter. (Großer ew zu 15 und dert? Er fordert nur, daß man ge⸗ Das deutsche P
ulsche Sozialrevolution, die Welt⸗
Schulverwaltung pra
an die Spitze des B. üdischen Mitbürgern der ihnen zukommende werden darf, hat das Andererseits ist aber de ineto heut esfionell, und wir werden ruhig abwarten, ob fassung einmal etwas anders ie Dauer unmöglicher Zu für die Regelung der Meber diese Zustände empfindet man weit über us in ganz Preußen und Deutschland die stärkste Er. ³. Bei nur ganz wenig Fein⸗ und Taktgefühl hatte doch der finden müssen, daß er nicht an der ri inks: Gesollen tut er Ihnen nicht!) Juden hat sich heute Herr Brückner nicht gestoßen, das Program
aldemokraten.)
Als es sich um die
sebenenfalls lutionäre vor
8 — Grund wird. Es ist ein absolut
vevolution. 8 daß in Berlin
Ein Schluhßantrag wird an
edebeour (U. Soz. t der freien
unerträglicher und g an der obersten ein Jude ste⸗ Berlin hinau
Standpunkte. M. Rahmen der bestehenden Gesetz ist, hat man in Reukölln gesehen, schulen zu weltlichen
der Redner für jedermann. weil man der 2 chts Strafbares die Sinow ine scharfmacherisch Maretzky mit Politik⸗
„I
Auskänder ist Wenn man ein Strafverfahren unter urteilung nicht sicher war, dann hat der Glauben Sie, vertritt, geschädigt Rede gehalten. Se
Was davon zu halten wo der Magistrat zwei Gemeinde⸗ ternbeiräte auch
Schulen gemacht hat, o als Produkt
Löwenstein erklärt alles Religiöse e — eine solcher kümmerlicher, ernst genommen
chtigen Stelle
V ämpfe und Kla⸗ dürrer und unzuläng
sagsgensäbes nicht