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Nebergang von
eine endgültige Beteiligungsziffer in Höhe
der Kaliwirtschaft vom 18. Juli 1919 vorzunehmenden
lichen Beteiligungsziffer aller Werke. Berlin, den 28. Oktober 1920. “ (Siegel.) Die Kaliprüfungsstelle. Heckel.
estellt worden. 8 J. A.: Maenicke.
Preußen. 1 1“ 8 585 Finanzministeriu
Bei der Preußischen Central⸗Genossenschafts⸗Kasse ist der Diätar Knauff unter Ernennung zum Kassenobersekretär plan⸗ mäßig angestellt worden.
8
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Dem mit der Vertretung des Kreistierarztes in Beeskom beauftragten Kreistierarzt Dr. Guthke aus Bromberg ist die Kreistierarztstelle in Beeskow vom 1. November 1920 ab end⸗
ültig übertragen worden. .“
Bekanntmachung.
Nachdem durch den Herrn Reichsminister des Innern ein achtrag zur 7. Ausgabe der Deutschen Arzneitaxe 920 unter der Bezeichnung „Preisänderungen in der 7. Aus⸗ abe der Deutschen Arzneitare 1920 1. Nachtrag zur 7. Aus⸗ abe“ herausgegehen worden ist, bestimme ich, daß dieser achtrag mit Wirkung vom 1. November 1920 ab für das preußische Staatsgebiet in Kraft tritt. Der Nachtrag erscheint im Verlage der Weidmannschen Buchhand⸗ lung in Berlin SW. 68, Zimmerstraße 94, und dort zum Preise von 1 ℳ 40 ₰ bezogen werden. Berrlin, den 30. Oktober 1920. Der Preußische Minister für Volkswohlfahrt. J. A.: Gottstein v11““ “ 1“ Ministerium für Wissenschaft, Kunst 8 und Volksbildung. Die Ernennung des Studienrats Grosser om Gymnasium in Gleiwitz zum Studiendirektor ist auf seinen Wunsch wieder rückgängig gemacht worden.
Bekanntmachung. 8 Das gegen den Schankwirt Hans Müller in Berlin, Weinmeisterstraße 5, durch Verfügung vom 30. Juli 1920 ergangene Handels verbot mit allen Gegenständen des täg⸗ lichen Bedarfs ist im Rechtsmittelwege aufgehoben worden.
MRBRPeerlin, den 25. Oktober 1920.
Abteilung W. J. V.: Heyl.
—
Bekanntmachung. Das gegen den Lokalinhaber Gustav Schanka in Berlin, Schröderstraße 10, durch Verfügung vom 30. Sep⸗ tember 1920 ergangene Handelsverbot mit allen Gegen⸗ ständen des täglichen Bedarfs ist im Rechtsmittelwege aufgehoben und in eine Verwarnung umgewandelt worden. Berlin O. 27, den 28. Oktober 1920.
Der Politeipräsident. Abteilung W. J.
er Polizeipräsident.
Bekanntmachung.
Dem Händler Paul Krause, Berlin, Birkenstraße 43⸗ habe ich die Wiederaufnahme des durch Verfügung vom 19. Februar 1919 (R.⸗A. Nr. 47) Amtsblatt Stück 9 unter⸗ sagten Handels mit Roßfleisch und Roßfleischwaren auf Grund des § 2 Abs. 2 der Bundesratsverordnung vom 23. September 1915 (RSBl. S. 603) durch Verfügung vom heutigen Tage gestattet.
Berlin O. 27, den 29. Oktober 1920.
Der Polizeipräsident. Abteilung W. J. V.: Heyl.
„Der Entwurf eines Gesetzes über Oberschlesien ist in der gestrigen Sitzung des Reichsrates den zuständigen Ausschüssen überwiesen worden. Der Gesetzentwurf wird im Laufe dieser oder Anfang nächster Woche im Reichsrate fertig⸗ 2 und dem Reichstag zur Beschlußfassung vorgelegt
ErFea Fveir . über den eu en über die litauische Grenze sind am 30. Oktober abgeschlossen worden und haben laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ folgendes ergeben: Am 14. d. M. gingen 120 Mann ehemaliger aufgelöster Frei⸗ williger Polizeitruppe bei Groß Sodehnen, einem unbedeutenden Grenzübergang, über die Grenze. Die Leute stiegen, mit der Bahn von Goldap gekommen, in Pillupönen aus und begaben sich, angeb⸗ lich zu Wegebauten, an die Grenze. Ein Versuch der beiden Grenz⸗ polizeibeamten, den Uebertritt zu verhindern, war vergeblich. Ferner trat am 13. Nachts ein Trupp von 300 Mann mit einem Führer, vermutlich Oberseutnant Dietz, bei Oznaggern über die grüne Grenze, unter Mitführung von zwei Gepäckwagen. Schließ⸗ lich erfolgte am 16. ein Versuch von 60 Mann unter dem üheren Leutnant Evmanzek, ebenfalls einem Angehörigen er ehemaligen Polizeitruppe, bei Erdtkuhnen über die Grenze zu kommen. Führer und mebrere Leute wurden von der Landesgrenzpolizei festgenommen, der größte Teil zurückgeschickt, ein kleinerer Teil entkam. Außerdem sind Einzelübertritte über die grüne Grenze bis 16. Oktober etwa von 300 Mann nachträglich festgestellt. Seit Einsatz der Verstärkung des Grenzschutzes durch zwei Hundert⸗ schaften Sipo am 16. d. M. sind keinerlei Grenzübertritte mehr ge⸗ meldet. Einzelübertritte in ganz geringem Umfange über die grüne sind möglich, da die Grenze stellenweise wegen aus⸗
Die dernh
von 7,1070 Tausendsteln, unbeschadet der auf Grund des § 84 der
Vorschriften zur Durchführung des Gesetzes über die
rungen, gewährt. Sie entspricht 125 vH der durchschnitt⸗
Vorstehende Entscheidung ist den Kaliwerken Adolfs Glück, Art. Gef. in Lindwedel, Post Hope, am 30. Oktober 1920 zu⸗
f
edehnter Wälder sehr unübersichtlich ist. Uebertritte sind nicht festgestellt. Versuchte Uebertritte wurden von Einzel⸗ trupps zurückgewiesen. es in allem zusammengefaßt, sind nicht mehr als 1000 Mann Übergetreten. Alle anderen Zahlen sind un⸗ richtig. Die Zabhl tausend wird durch verbürgte Nachrichten aus Lisauen bestätigt. Militärische Ausrüstung und Bewaffnung ist nicht festgestellt, insbesondere keinerlei Gewehre, Maschinengewehre oder schwere Waffen; Pistolenausrüstung im geringen Umfange möglich. Reguläre Verbände jeder Art, . Orts⸗ und Grenzwehren, sind gänzlich unbeteiligt gewesen. Die litauische Regierung schickte am 29. d. M. 12 Uebergetretene nach Eydtkuhnen zurück. Diese werden im Internierungslager festgehalten und vernommen. Am 30. d. M. wurden 8 Mann bei einem Versuch überzutreten, festgenommen, darunter drei, die zu den Bolschewisten wollten. E
Der Minister des Innern hat unter dem 1. November den folgenden Erlaß an die Oberpräsidenten, Re⸗ I 1. und Polizeipräsidenten heraus⸗ gegeben: 88
Die Betätigung und Wirkung der Organisation Escherich stellt eine immer wachsende Gefahr für die öffentliche Ruhe, Sicherheit und Ordnung dar. Einerseits fordert die Orgesch in besonderen Aufrufen nicht nur ihre Mitglieder, sondern darüber hinaus die Allgemeinhbeit zum Ungehorsam, trotz aller Strafen, gegen die Staatsregierung auf, indem sie geltend macht, daß auf seiten der Orgesch die Macht sei. Andererseits ruft sie durch Art und Inhalt ihrer Agitation nicht nur den Widerspruch, sondern auch er⸗ wiesenermaßen den Zusammenschluß der auf entgegengesetztem Boden stehenden Kresse der Bevölkerung hervor. Die Anzeichen mehren sich in bedrohlichem Maße, so daß es bei einer Weiterver⸗ folgung dieses Weges zu schweren Erschütterungen des Staates kommen muß.
Im Hinblick darauf ersuche ich unter Bezugnahme auf meinen an die Herren Oberpräsidenten gerichteten Drahterlaß vom 15. August 1920, sämtliche zur Organisation Escherich gehörigen oder mit ihr verbundenen und auf gleichem Boden stehenden Vereine gemäß § 2 des Reichsvereinsgesetzes aufzulösen, insbesondere alle Ver⸗ sammlungen zu verbieten und zu verhindern sowie in der gebotenen Weise gegen Zeitungsanzeigen, Aufrufe und dergleichen vorzugehen. Der Rechtsboden für diese Maßnahmen ist ohne weiteres ge⸗ geben, und zwar einmal durch § 128 Ziffer 2b des Reichsstrafgesetz⸗ buches, da die Mitglieder der Orgesch ausweislich ihrer Satzungen deren Leitern gegenüber sich zu vorbehaltloser Unterordnung ver⸗ pflichtet haben. Ferner aber handelt es sich ganz offenbar um einen durch die Verordnung des Reichsptäsidenten vom 30. Mai 1920 (RGBl. 1147) verbotenen und mit Strafe bedrohten Verband polizeilicher Art, da nach § 3 der Satzungen Zweck des Vereins unter anderem ist: Schutz von Personen sowie Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung und Abwehr jedes Rechts⸗ oder Linksputsches. Dies sind zweifellos Aufgaben der Polizei nach § 10 II, 17. des Allgemeinen Landrechts, deren Aus⸗ übung jedoch ein ausschließliches Recht des Staates ist. Schließlich verstößt der Verband gegen die Verfügung des Staatsministeriums vom 9. April 1920, die Auflösung der Einwohnerwehren betreffend. Diese Verfügung bezieht sich nach ihrem Sinn und ihrer Veranlassung nicht nur auf die staatlich organisierten Wehren, sondern darüber hinaus auf alle Organisationen, die in der Zusammenfassung von Personen zum Zwecke gemeinsamer und planmäßiger Ausübung des Selbstschutzes besteben. Daß dieser mit Waffen ausgeübt wird, unterliegt keinem Zweifel. Selbst wenn der Verband als solcher keine Waffen hat, so gilt dies doch von dem größten Teil der Mit⸗ glieder — ein Zustand, der nicht nur tatsächlich feststeht, sondern zweifellos auch in der Absicht der Organisation liegt, da ohne Waffen ein Selbstschutz überhaupt nicht ausgeübt werden könnte.
Demgemäß hat die Reichsregierung in einer 788 vom 23. August 1920 anerkannt, daß die Orgesch als eine Umgehung der Einwohnerwehren anzusehen ist, so daß ihr Fortbestehen mit dem Versailler Friedensvertrage nicht in Einklang zu bringen ist.
Die von der Presse erwähnte Stellungnahme des Herrn Justiz⸗ ministers ist, wie er selbst am Shlusse seiner Aeußerung hervorhebt, nicht endgültig. Seiner eigenen Anregung entsprechend werde ich ihm das weitere, noch in der Sammlung begriffene Material über das Wirken der Orgesch zur erneuten Prüfung übermitteln. Ohne Rücksicht darauf aber ist sofortiges Eingreifen, wenn nicht schweres Unglück eintreten soll, unbedingt geboten. Wenn auch der Gründer der Organisation der Satzung entsprechend nur „die Ver⸗ söhnung ader Volksklassen und den Wiederaufbau Deutschlands“ im Auge gehabt haben mag, so führt die Betätigung und Wirkung seiner Schöpfung, wie die Tatsachen beweisen, zu dem entgegen⸗ L Ergebnis, letzten Endes zu einer schweren Gefährdung des Staates.
Selbstverständlich ist in derselben Weise, wie gegen die Orgesch, auch gegen alle auf dem entgegengesetzten Boden stehenden Verbände
sowie deren Veröffentlichungen vorzu
Der Stellvertreter des Oberkommissars in Danzig hat laut Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ folgende Verordnung erlassen: 1 1 Ich balte während der Verhandlungen über die polnisch⸗ Danziger Konvention in Paris jede öffentliche Ver⸗ sammlung in Danjzig, die die Crörterung politischer An⸗ gelegenheiten zum Gegenstand hat, für beide Parteien für gleich schädlich. Deshalb, und um allen Störungen der öffentlichen Sicherheit vorzubeugen, halte ich es sowohl im Interesse der Polen wie der Fanziger für meine Pflicht, hierdurch anzuordnen, daß jede öffentliche Versammlung, in welcher politische Fragen verbandelt werden sollen, bis zur Ratifikation des polnisch⸗Danziger Abkommens zu unterbleiben haben. 1.“ 111“
Großbritannien und Irland. “
Der Meinungsaustausch zwischen Paris und London läßt,
wie das „Reutersche Büro“ erfährt, es sicher erscheinen, daß die Sachverständigen des e scher ersceinen, daß ausschusses und die deutschen Sachverständigen dem⸗ nächst eine Zusammenkunft haben werden, die wahr⸗ scheinlich in Brüssel stattfinden werde. Nach Abfassung eines Berichts durch diese Sachverständigen werde wahrscheinlich eine weitere Zusammenkunft in der Art der Konferenz von Spaa stattfinden, vermutlich in Genf.
— Dem Auswärtigen Amt ist gestern von dem russischen Delegierten Krassin die Abschrift einer Note der Moskauer Regierung zugestellt worden, in der dagegen Einspruch er⸗ hoben wird, daß britische Kriegsschiffe Befehl erhalten hätten, bo lschewistische U⸗Boote im Schwarzen Meer und in der Ostsee anzugreifen, da die Moskauer Regierung sich nicht als im Kriegszustand mit Großbritannien befindlich be⸗ trachte. Eine andere Note protestiert gegen die Streifzüge der Streitkräfte von Balahowitsch und Petljura in Weißrußland und in der Ukraine und verlangt, daß je eng⸗ lische Regierung die Operationen der genannten nicht unter⸗ stütze oder begünstige.
— Einer Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ zufolge ist eine Kommission gebildet worden, die ganz unabhängig von eder Parteirichtung sich mit der Einführung der britischen Verwaltung in Irland und mit der Herhefführung einer
annehmbaren Lösung des Konflikts befassen soll.
Gestern hat in Cork die Beerdigung des Bürger⸗ meisters Swiney beegen⸗e Der Führer der Iren, Griffjeth, sagte am Grabe, der Tod des Bürgermeisters werde dazu beitragen, die irische Republik zu konsolidieren. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet.
Nach Reutermeldungen sind vorgestern abend auf Polizei und Militär in Jvrlan vierzehn Angriffe ausgeführt worden, bei denen sechs Polizisten getötet und acht verwundet wurden. Zur Vergeltung von Angriffen auf die Polizei wurden vorgestern abend in verschiedenen Ortschaften scharfe Ver⸗ geltungsmaßnahmen ausgeübt. In Tralee und Dungannon (Ulster) wurden zahlreiche Läden geplündert und zerstört. In Tipperary wurde die Ortschaft Ballyduff Kerry zerstört.
Rußland.
Nach einer „Havas“⸗Meldung haben in Moskau mehrere Regimenter der roten Armee gemeutert. Die Sowfjet⸗ regierung habe die kommunistischen Detachements von Peters⸗ burg aufgerufen, um die Ordnung wiederh erzustellen.
Nach einer Meldung des „Wolffschen Telegraphenbüros“ 2 sich die Truppen Wrangels hinter die Perekop⸗ inie zurück. Am Mittwoch wird der Rücckzug beendet sein. Eine Division hat schwere Verluste erlitten. Die angreifenden Bolschewisten werden auf 140 000 Mann geschätzt.
Italien.
Gestern haben die Pro mesiglratenaf len stattgefunden. Es waren vier Listen aufgestellt: die der Konstitutionellen Union, in der alle Ordnungsparteien von den Konservativen bis zu den Reformsozialisten vereinigt sind und die auf Veranlassung der Peg römischen Zeitungen mit klar antibolschewistischem
rogramm begründet wurde, die Liste der Volkspartei, die der Sozialisten und die der Republikaner. Wie „Wolffs Telegraphen⸗ büro“ meldet, sind 14 Kandidaten der Konstitutionellen Union und zwei Sonäaläsen gewählt worden. Die Volkspartei und die Republikaner haben kein Mandat erhalten.
1 8
Nach einer „Havasmeldung“ ist der König der Belgier gestern in Lissabon eingetroffen.
— Der Se tseakasgbe⸗ ist 1e in Brüssel er⸗ öffnet worden. Nach Annahme einer Glückwunschadresse an die englischen Arbeiter brachten der Parteisekretär und der Minister Vandervelde eine Tagesordnung ein mit der Feststelung, daß die 21 Moskauer Bedingungen nicht nur eine Spaltung des Proletariats, sondern auch eine Verneinung der grundlegenden Gesetze des Sozialismus darstellen, wie sie von den internationalen Kongressen aufgestellt worden sind. Wie die „Agence Havas“ meldet, hat sich der Kongreß mit 447 000 gegen 212 000 Stimmen bei 3000 Stimmenthaltungen für die Beteiligung der Sozialisten an einem neuen Koalitionsministerium ausgesprochen. Dies bedeutet eine Vermehrung um acht Prozent Stimmen, die gegen die. Be⸗ teiligung an der Regierung sind, gegenüber der Abstimmung auf dem letzten, zu Ostern abgehaltenen Parteitag.
Polen.
Die polnische Regierung hat nach einer Reuter⸗ im Gebiet von
meldung den Vorschlag des Völkerbundes, Wilna eine Volksabstimmung stattfinden zu lassen, an⸗ genommen. 1
Amerika.
Die „Westminster Gazette“ meldet, daß in ganz Amerika abgehaltene Probeabstim mungen eine überwältigende Mehrheit für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Harding ergeben haben.
Asien.
„Ein Bericht aus Mesopotamien besagt, daß ver⸗ schiedene Zusammenstöße mit Aufständischen stattgesunden haben, bei denen diese etwa 100 Verwundete und 500 Gefangene ver⸗ loren haben.
Nach einem Reutertelegramm aus Tokio meldet ein grapücen Blatt, daß der japanische Botschafter in
ashington am 7. November der amerikanischen Regierung
einen formellen Protest gegen den japanfeindlichen
Gesetzentwurf, betreffend den Besitz von Immobilien, überreichen soll. Der fragliche 8. steht gegenwärtig in der kalifornischen gesetzgebenden Körperschaft zur Beratung. Der japanische Botschafter werde ferner versuchen, ein vor⸗ läufiges Abkommen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten zu schließen, das in der Hauptsache darauf hinaus⸗ läuft, daß die bereits in den Vereinigten Staaten anwesenden Japaner sich naturalisieren lassen können, vorausgesetzt, daß keine weitere Einwanderung von Japan in die Union statt⸗ finden wird.
Statistik und Volkswirtschaft.
Die Ergebnisse der Todesursachenstatistik für den preußischen Staat in den Kriegsjahren 1916—1918.
Die folgenden Mitteilungen entstammen den „Medizinalstatistischen Nachrichten“ (Jahrgang 9 Heft 2). Um einen Vergleich zu ermög⸗ 82 sind die entsprechenden Zahlen für die Jahre 1913—1915 bei⸗
Es starben in Preußen insgesamt im Jahre 8
1913: 620 455 Personen, 4
1914: 766 828 „ (darunter Kriegsverletzte“) 101 227),
1915: 902 025 4 238 758),
1916: 787 669 170 977),
143 480),
1917: 848 479 1918: 1 015 660 „ v11111“”
Wenn man von den durch direkte gewaltsame Ein⸗ wirkung herbeigeführten Todesfällen (Kriegsverletzungen) absieht, so sind es hauptsächlich vier Todesursachen (Krankheiten) gewesen, die der Sterblichkeit in den drei Be⸗ richtsiahren ihr Gepräge aufdrücken. Es sind dies lI. die In⸗ fluenza, 2. die mit ihr in 8 Zusammenhang stehende Lungenentzündung, 3. die Tuberkulose und 4. die 1 8 . chwäche, sofern man letztere als selbständige Krankheit gelten läßt.
An Influenza starben im Jahre 1913: 3 010 (auf 10 000 Lebende 0,72), 1914: 3121 (0,74), 1915: 4016 (0,26), 1916: 4249 (1,9), 1917: 4411 (1,24), 1918 aber 120612 (28,²2) Ein⸗ wohner.
Der Lungenentzündung erlagen im Jahre 1913: 50 084 (auf 10 000 Lchende 12,05), 1918. 50 002 (11,84), 1915: 53 886
*) Die Zahlen der Kriegsverletzten sind insofern zu niedrig an⸗ herehern als die Nachträge sür die Todesursachenstatistik noch nicht arbeitet werden konnten. 5— “
(12, 12, 1916: 55 542 sise) 1917: 63 803 (15,ℳ und 1918: 07 965 (25,) Personen. G 1s b.)⸗ ulose sielen im Jahre 1913: 56 861 (auf 10 000 Lebende 13,8), 1914: 58 577 (13,87), 2915: 61 006 (14,3). 1916: 66 544 (15,), 1517587032 (20, 8u) und 1918: 97581 23,00) Menschen zum Opfer. .Me⸗ 1 Elkecg1,68⸗ verstarben 1913: 65 442 (auf 10 000 Lebende 15, n), 1914: 71 783 (17,0), 1915: 76 489 (18,) 1916: 92 291 719,8), 1917: 99 517 (23,u) und 1918: 92965 21, ersonen. b 82 % vier Todesursachen zusammen sind (wenn man von den an Kriegsverletzungen Gestorbenen absieht) in den Jahren 1916 und 1917 mehr als ein Drittel, im Jahre 1918 sogar mehr als die Hälfte aller Gestorbenen zum Opfer gefallen. Auf die erschreckende e der Todesfälle durch die genannten Todesursachen hat zweifellos — selbst wenn die Bösartigkeit der Influenza⸗ epidemie des Jahres 1918 nicht berücksichtigt wird — der Krieg mit inen unheilvollen Wirkungen einen entscheidenden Einfluß ausgeübt. ngerblockade, Kohlenmangel, Fehlen von Aerzten und geeigneter ege, Mangel an Arzneimitteln usw. haben dazu beigetragen, das nschwellen der Zahl der Todesfälle durch diese und andere Todes⸗ ursachen zu begünstigen. Denn auch die Zahlen der beiden großen Gruppen der Todesfälle infolge von Erkrankungen der Atmungs⸗ und der Kreislauforgane haben sich, wenn auch nicht annähernd so er⸗
heblich wie die infolge der erstgenannten Todesursachen, vermehrt. Die
Sterblichkeitsziffern bei Krankheiten der Atmungsorgane waren 1913: auf 10 000 Lebende 7,25, 1914: 8.29, 1915: 8.8u, 1916: 8,9, 1917: 9,28 und 1918: 9, . Bei den Erkrankungen der Kreislauforgane stellen sich die Sterblichkeitsziffern auf 10 000 Lebende, wie folgt: 1913: 15,20, 1914: 16,9, 1915:; 15,0, 1916: 15,28, 1917: 18,025 und 1918: 17,10. Eine geringe Steigerung der Sterblichkeitsziffern zeigt auch die Gruppe der Krankheiten der Harn⸗ und Geschlechtsorgane gegen die Vorjahre. Dagegen hat die Sterblichkeit bei einer Reihe von anderen Todes⸗ ursachen abgenommen. So sind . B. die Sterblichkeitsziffern bei „angeborener Le⸗ r und Bildungs⸗ fehlern“ in den Berichtsjahren auf die Häafte der Friedens⸗ ziffern zurückgegangen, auch bei dem Kindbettfieber und den Krankheiten der Verdauungsorgane haben sie erheblich abgenommen (bei letzteren fast um die Hälfte gegen 1913). Es wäre indessen durchaus verfehlt, aus der Abnahme der Sterbe⸗ ziffern gerade dieser Krankheiten (Todesursachen) einen Schluß auf eine etwaige Besserung der Sterblichkeitsverhältnisse zu ziehen; denn hier spielt ein Faktor mit, der von ausschlaggebender Wichtigkeit ist, nämlich der schon im Jahre 1915 einsetzende und sich immer mehr steigernde Geburtenrückgang. In jedem Berichtsjahre war die Zahl der Geburten gegen die Friedensjahre um fast die Hälfte vermindert. Berücksichtigt man diese Geburtenabnahme, so hat die Sterblichkeit sich nicht verringert, sondern zugenommen. Werden nämlich die Zahlen der Todesfälle an „angeborener Lebensschwäche und Bildungsfehlern“ nicht auf 10 000 Lebende; sondern auf 10 000 Lebend⸗ Fbchen. desselben Jahres bezogen, so weisen die Sterbeziffern eine
erbesserung der Sterblichkeitsverhältnisse nicht auf. Nimmt man bei Kindbettfieber die Zahl der entbundenen Frauen als Grundlage der Berechnung, so zeigt sich sogar eine erhebliche Steigerung der Sterblichkeit an dieser Todesursache. Das gleiche gilt von den Krankheitender Verdauungsorgane. Bei ihnen spielte stets die starke Sterblichkeit der Säuglinge und der jüngsten ö überhaupt eine sehr große Rolle. Beseitigt man nun den Fehler, der sich durch die Betrachtung der Gesamisterblichkeit hier ergeben kann, dadurch, daß man nur die Sterblichkeitsziffern der über 5 Jahre alten Personen berücksichtigt, so ergibt sich auch bei diesen Todes⸗ ursachen eine re “ Steigerung der Sterblichkeitskoeffizienten in den Berichtsjahren. Die übrigen Todesursachen, ins⸗ besondere die Infektionskrankheiten, weisen meist nur Fleine Erhöhungen oder unwesentliche Verschiebungen ihrer Sterblich⸗ keitsziffern auf, die nicht von erheblicher Bedeutung sind und durch die gewohnheitsmäßigen jährlichen Schwankungen hervorgerufen wurden. Die Gruppe der „nicht angegebenen oder unbekannten“ Todesursachen hat sich mit ihren Ziffern auf das Doppelte des Friedensstandes erhöht. An dieser Steigerung sah ebenfalls die Kriegsverhältnisse insofern schuld, als das Fehlen er Aerzte, der Mangel an Leichenschauern und eingearbeiteten Standesbeamten eine weniger sorgfältige Ausfüllung der Sterbekarten ur Folge hatten. Das einzige erfreuliche Bild in dieser trüben Zeit bildek die Abnahme der Todesfälle infolge Alkoholmißbrauchs, die von 917 Fällen im Jahre 1914 auf 271, im Jahre 1916, 148 im Jahre 18917 und 110 im letzten Berichtsjahre 1918 zurück⸗ egangen sind, ein kleiner, wahrscheinlich auch schnell verschwindender 8 tökig, desen geringe Helle von den düsteren Schatten der Riesen⸗
terbeziffern fast völlig verdunkelt wird. („Stat. Korr.“)
—
e Arbeitsstreitigkeiten. 2 folge der Arbeitsverweigerung eines kleinen Teils
2
der Belegschaft der Borsigwerke in Berlin⸗Tegel mußten gestern, wie hiesige Blätter melden, die 2 esamten Werke stillgelegt werden. Seit zwei Wochen ver⸗ weigerten nämlich die Vorzeichner, Reparaturschlosser und Elektriker des Borsigwerkes, etwa Mann, die Arbeit, weil sich die Werksleitung außerstande erklärte, über die tariflichen Vereinbarungen hinauszugehen. Anstatt nun die Entscheidung des angerufenen Schiedsgerichtes abzu⸗ warten, gingen diese Arbeitergruppen auf eigene Faust vor, um durch die Lahmlegung der Produktion ihren Willen durchzusetzen. Die durch die fehlende Vor⸗ und Reparaturarbeit ver⸗ ursachte Produktionsverschiebung machte jedoch auch jede andere ordnungsmäßige Führung des Betriebes unmöglich. Durch die Still⸗ legung sind rund 5000 Arbeiter brotlos geworden. Die Ausständigen hacben in einer gestern abgehaltenen Betriebsversamm lung beschlossen, sämtliche Notstandsarbeiten zu verweigern und selbst die Feuerwehr nicht mehr in den Betrieb zu lassen. Ver⸗ handlungen mit den Behörden sind eingeleitet. 1
In Halle (Saale) nahmen, wie „W. T. B.“ erfährt, die
IEE11“ und die städtischen
rbeiter am Sonntag in einer Versammlung Stellung zum Ver⸗ halten des Magistrats “ ihren Lohnforderungen. Das Er⸗ gebnis war, daß sich -H der Angestellten für den Ausstand erklärten. Die Hilfsangestellten des Magistrats sind dem⸗ zufolge gestern in den Ausstand getreten. Die Brotmarken⸗ “ sind zum Teil, geschlossen. wischen dem Magistrat und den Vertretern der städtischen Arbeiter schweben noch Verhand⸗ lungen. — Ein Ausstand der Maurer und Bauarbeiter, der am Freitag begonnen hat, dauert noch an.
Nach einer von „W. T. B.“ übermittelten Meldung des „Alge⸗ meen Handelsblad“ aus London wird das Ergebnis der gestern be⸗ gonnenen Abstimmung, unter den britischen Berg⸗ arbeitern am Mittwoch auf dem nationalen Vertretertrag der Bergleute bekanntgegeben werden. — Die Bergarbeiter von Südwales haben am Sonntag beschlossen, den Bergarbeitern der anderen Reviere anzuraten, die vorgeschlagenen Bedin⸗
ungen abzulehnen. — Die Zahl der Arbeitslosen etrug, wie amtlich aus London gemeldet wird, am 28. Oktober 402 694 gegen 244 721 am 8. Oktober. Außerdem mußten 328 068 mit verringerter Stundenzahl arbeiten.
Wie „W. T. B.“ aus Paris erfährt, haben die franzö⸗ sischen Grubenbesitzer dem Arbeitsminister mitgeteilt, daß sie augenblicklich angesichts der wirtschaftlichen Lage die Löhne der Grubenarbeiter nicht erhöͤhen köͤnnten. Sie seien aber bereit, örtlichen gemischten Kommissionen, die allein in der Lage seien, die Feüsneenarnig; Lage zu beurteilen, die Lohnerhöhung für gewisse Fälle zur Entscheidung anbeimzustellen. Der Arbeitsminister wird nun die Aufgabe haben, Verhandlungen einzuleiten, um die Lünsche der Bergarbeiter mit denen der Grubenbesitzer im Einklang zu bringen. u“ .
Die Arbeiter der chemischen Industrie in Marseille
„Daben laut Havasmeldung den allgemeinen Ausstand vom
“
Nittwoch ab angekündigt, wenn nicht eine Lohnerhöhung von 10 vH 12 sür verheiratete Arbeiter bewilligt wird.
Aus Barcelona wird dem „W. T. B.“ gemeldet: Der Aus⸗ stand in der Metallindustrie dauert an, da die Einigungs⸗ verhandlungen gescheitert sind. Der Straßenba hnverkehr ist lahm⸗ gelegt. Es werden verschiedene Gewalttaten gemeldet. — Nach einer Havasmeldung aus Madrid haben die Hafenarbeiter von Cartagena und Mureia die Arbeil niedergelegt. In Santander sind die Buchdrucker und die Bergarbeiter ausständig.
Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs⸗ maßregeln.
Gefundheitsstand und Gangder Volkskrankheiten.
den „Veröffentlichungen des Reichsgesundheitsamts, his hir. 8 vom 27. Oktober 1980.)
Pocken. 8 tsches Reich. In der Woche vom 17. bis 23. Oktober u“ †* I. eicae eustadt (Amtshauptmannschaft Pirna,
Kreisbauptmannschaft Dresden) gemeldet. Desterreich. Vom 3. bis 9. Oktober 4 Erkrankungen in
k. Steiermar glecfiebern
Deutsches Reich. In der Woche vom 17. bis 23. Oktober wurden 10 Erkrankungen in Stettin (im Versorgungskrankenhause ee; festgestellt. 2
iederlande. In Rotterdam wurden vom 15. August 58 18. September 2 Fleckfieberfälle festgestellt.
Rückfallfieber.
Deutsches Reich. In der Woche vom 17. bis 23. Oktober wurde 1 Erkrankung im Barackenlager Arys (Kreis Johannisburg, Reg.⸗Bez. Allenstein) festgestellt.
Genickstarre. Preußen. In der Woche vom 10. bis 16. Oktober wurden 2 Erkrankungen (und 2 Todesfälle) gemeldet in folgenden Re⸗ gierungsbezirken sund Kreisen!: Arnsberg — (1) [Hat⸗ tingen], Köln 1 (1) (Köln Stadt), Schleswig 1 (Kiell. Schweiz: Vom 3. bis 9. Oktober 1 Erkrankung in Zürich.
Spinale Kinderlähmung. Preußen. In der Woche vom 10. bis 16. Oktober 3 Erkran⸗ kungen in Berlin. . Schweiz. Vom 3. bis 9. Oktober je 1 Erkrankung in den Kantonen Freiburg und Genf. Ruhr. 8 en. In der Woche vom 10. bis 16. Oktober wurden 239 Erkrankungen (und 33 Todesfälle) angezeigt in folgenden Re⸗ serungsbezirken lund Kreisens; Berlin 12 (4), Reg.⸗Bez. Arnsber 53 (6) [Arnsberg 9, Bochum Stadt 3, Dortmund Stadt 13 (2), Dortmund Land 12. Gelsenkirchen Land 7 (2), .r Land — (1), Hörde Land 4, Iserlohn Land 5 (1)), Allenstein 7 (3) [Johannisburg 3 (3), Neidenburg, Ortelsburg je 1, Sensburg 2], Breslau 6 ([Breslau Stadt, Brieg Land je 2, Guhrau. Ohlau je 11 Cassel 4 (Cassel Land, Fritzlar, Marburg, Melzungen ie 1), Düsseldorf 25 (1) [Barmen, Dinslaken je 1, Düsseldorf Stadt 3, Dneschn 7, Essen Stadt 9, Lennep, Oberhausen f 1, Solingen Land 2 (1)1, Erfurt 3 (Erfurt Stadt 1, Schleu⸗ ingen 8 rankfurt 4 (Kalau 1, Guben 2, Landsberg a. W. Stadt 11, Gumbinnen seinschl. 1. Nachmeldung) 9 (3) (Inster⸗ burg Stadt 1, Niederung 3 (3), Pillkallen, Ragnit, Stallupönen (Nachmeldung), Tilsit Stadt, Tilsit Land je 1]⁄, Köln 2 [Köln Stadt, Mülheim a. Rh. je 1], Liegnitz 3 (Grünberg 1, Hirsch⸗ berg 2, Magdeburg 3 (3) [Magdeburg 1 (2), Oschersleben 1 7); Quedlinburg Land 1¼ Marienwerder 1 (Stuhms, Merseburg 12 (1) [Querfurt!. Minden 2. (Halle i. W., Warburg je I1], Münster 23 (1) ([Buer 6, Recklinghaufen Stadt 9 (1), Reecklinghausen nd 8., Oppeln 67 (8) 628 Stadt 1, Beuthen Land I 13, Beuthen Land II 5, Falkenberg 5, Gleiwitz Stadt 1 (1), Gleiwitz Land 1, e 4, Kattowitz Land 8 (1), Königshütte 5, Kosel 2, üblinitz — (1), Neisse Land 4 (1), Neustadt 3 (2), Oppeln Stadt 1, Eicß 5, Rybnik 8, Tarnowitz 1 (2)], Potsdam 1 (1) [Oberbarnim), Schleswig 9 (1) (Altona 6 (I1), Pinneberg 39 Stade 1 [Osterholz), Stettin 1 (Usedom⸗Wollin]), Wiesbaden 2 (1) a. M.]; nachträglich für die Woche vom 3. bis Oktober: Hannover 1 (1) [Sulingen), Koblenz 1 (Ahr⸗ weiler]!, Magdeburg 1 [Wolmirstedt]. Verschiedene Krankheiten 8 in der Woche vom 10. bis 16. Oktober 1920. Pocken: Glasgow 2 Todesfälle, Stockholm 2 Erkrankungen; Varizellen: Budapest 16, Wien 11 Erkrankungen; Milz⸗ brand: Budapest 5 Erkrankungen; Tollwut: Budapest 2 Todes⸗ fälle; T durch tollwutverdächtige Tiere: Berlin 1, Reg.⸗Bezirke Oppeln 6, Stettin 1; Influenza: Berlin 4, Breslau, Nürnberg je 1, Budapest 2, Dublin, Liverpool 8 1, London 5, Prag und Vororte 3, Stockholm 2, Wien 1 Todes⸗ älle, Reg.⸗Bezirke Koblenz (Vorwoche) 1, Düsseldorf 4, Nürnberg 8, Hessen 1, Budapest 2, Kopenhagen 57 Erkrankungen; Genick⸗ starre: Budavpest, Christiania je 1 Erkrankung; spinale Kinder⸗ lähmung: Augsburg 1 Erkrankung: Ruhr: Budapest 8, Prag und Vororte 4, Wien Todesfälle, Hessen 5, Braun⸗ schweig 1, Mecklenburg⸗Schwerin, Bremen je 2, Budapest 52, rag und Vororte 7, Stockholm 4, Wien 6 Erkran⸗ ungen; Malaria: Reg.⸗Bez. Aurich 2 Erkrankungen; Krätze: Reg.⸗Bez. Stralsund 4, Kopenhagen 123 Erkrankungen; Nahrungsmittelvergiftung: Reg.⸗Bezirke Breslau 4, Arnsberg 18, Düsseldorf 7, Oppeln 1, Schleswig 16, Wiesbaden 61 Erkrankungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen ist an Diphtherie und Krupp gestorben in Bottrop, Lands⸗ berg a. W. — Erkrankungen wurden angezeigt in Berlin 192, Breslau 32, im Reg.⸗Bez. Schleswig 111, in Hamburg 57, Amster⸗ dam 32, Kopenhagen 89, Stockholm 31, Wien 29. Ferner wurden Erkrankungen ermittelt an Scharlach in Berlin 109, Hamburg 43, Amsterdam 20, Budapest 45, Kopenhagen 116, Wien 63; an Masern und Röteln in Budapest 54; an Typhus in den Reg.⸗Bezirken Breslau 52, Düsseldorf 31, Stettin 35, in Mecklen⸗ burg⸗Schwerin 43, Budapest 36.
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Fheater und Musik. 8
88 ernhause wird morgen, Mittwoch, „Ein Masken⸗ bal-3nne 4 Damen Land als Gast, E“ Hansa und den Herren Kirchner, Schwarz, Zador, Stock und Philipp besetzt, gegeben. Anfang 7 Uhr. 8 8
Im Schauspielhause werden morgen „Die Journalisten mit Dagny Servaes als Adelheid Runeck und Anton Edthofer als Bolz wiederholt. Anfang 7 Uhr.
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Konzerte.
Kapelle der Staatsoper unter der Leitung von Wilhelm Seeeees standen nur zwei Werke: Mozarts Symphonie in
veeh (Werk 504) und Anton Bruckners VII. Symphonie. Der
Dirigent hatte also Gelegenbeit, an einem klassischen wie an einem
neuzeitlichen Tonstück seine musikalischen Fähigkeiten zu erproben.
bei der Wiedergabe der Mozartschen Symphonie auffiel, war die un⸗
gekünstelte Natürlichkeit seiner ffassung; da wurden keine gewalt⸗
Auf der Vortragsfolge des II. Symphonieko zeris der
Deutungsversuche unternommen, keine Schatkierungen aus eigner kachtbefugnis angebracht, sondern Preng im Geist und Stil des Meisters musiziert. ei war seine Dirigierleistung weit entfernt von⸗ einer bloß nüchtern⸗akademischen Wiedergabe der Musik; sie war durchlebt und empfunden. Auch für Bruckner bringt Furtwängler das nötige Rüstzeug mit. Hier, wo es gilt, den großen Zug des Ganzen zu erfassen, vermittelnde Uebergänge zu finden, damit Gegensätzliches nicht zu schroff nebeneinander steht, und Steigerungen richtig abzu⸗ wägen, werden an die Kunst des Orchesterleiters besondere Anforderungen gestellt. Der neue Leiter der Symphoniekonzerte der Siaatskapelle eigte, daß er ihnen vollauf gewachsen ist, und die herrliche Kapelle sebtt unter ihm so vollendet wie nur je. — Das III volkstüm⸗ iche Symphoniekonzert im Deutschen Opernhause in Charlottenburg wies ein vorwiegend klassisches Programm auf. Drei Werke von Beethoven: ein entzückendes Rondino für acht Blasinstru⸗ mente, das herrliche Klavierkonzert in Es⸗Dur und die III. Leonoren⸗ Ouverture nahmen den Hauptteil der Vortracsfolge für sich in An⸗ spruch. Die Ausführung verdient hohes Lob, insonderheit die pracht⸗ volle Abtönung der Blaser im ersten, die organisch gegliederte Be⸗ gleitung im zweiten Werk und schli lich die Aeichsem aus einem Guß erstandene, gewaltige und leidenschaftdurchglühte Wiedergabe der Ouver⸗ türe. Rudolf Kras ge It und das ihm unterstellte Orchester zeigten ich hier in so vorteilhaftem Lichte, daß die Kritik sich nur bedingungs⸗
os dem Beifall anschließen kann, der ihnen allgemein zuteil wurde. Den Klavierpart des Beethoven⸗Konzerts spielte Emerich Vidor mit tarkem Temperament, feinstem Stilgefühl und erlesenen Anschlags⸗ einheiten, so daß man in ihm einen Pianisten von ee. zu
lernen Gelecenheit hatte. „Aus den Bergen der 1 als ein Ausläufer der klassischen Richtung b 1 lehnt sich an die klassische Form an, ist frisch in der Erfindung und maßvoll in der Instrumentierung; sie wurde mit lebhaftem Beifall auf⸗
enommen, und der Komponist konnte sich mehrmals persönlich für die
ufnahme bedanken. Von den vier Saen gefielen die beiden letzten, ein ee. kurzes Scherzo „Auf der Elfenwiese“ und das kraftvolle
ine zum ersten Male gespielte imat“ von Max 8
ymphonie urkhardt kann bezeichnet werden; sie
at „Auf der Ritterburg“ am besten. — Auch die Hälfte des zweiten
onzerts, das Gustav Brecher mit dem Philharmonischen Orchester in der Philharmonie gab, war B⸗etboven ge⸗
widmet und brachte außer der VII “ ebenfalls das Es⸗Dur⸗
Klavierkonzert, hier gespielt von Edmund — feinsinn iger Alabier. gefkie schon längst bekannt ist. Im Verein mit dem unter Brecher sehr ausdrucksvoll spielenden Orchester brachte er die Schönheiten des Werks zu voller Geltung. In den Vorspielen zu „Tristan und Isolde“ und zu den sern von Nürnberg bewies dann Brecher, daß er in seiner Laufbah Theaterkapellmeister sich mit diesen Werken auf das tmeihüte vertraut emacht hat, deren großzügige Wiedergabe lebhaftesten Beifall fand. —
mid, der als
n als langjähriger
Lin weiteres Orchesterkonzert fand im Blüthnersaal statt, wo
Dr. Felix Maria Ga Lehrerverein veranstalteter
Beethovens aufgeführt werden sollen, gab. Außer Beethoven, der mit
das erste einer Reihe für den Berliner onzerte, in denen die 15¹ Symphonien
seiner zweiten Symphonie vertreten war, standen Mozart, Weber und
Wagner auf dem
Blüthnerorchester wie
Programm. Die Ausführung machte sowohl dem dem jungen Dirigenten olle Ehre.
Das Verständnis für Beethoven, das Dr. Gatz in einem vorauf⸗
egangenen, im Konzertbericht vergangener Woche erwähnten ein⸗
eitenden Vortrag über diesen Meister bekundet hatte, konnte er hier
praktisch beweisen, und er tat es mit der zudem von Temperament
belebten Wiedergabe der Symphonie vollauf. Aber auch bei anderen
Werken, insbesondere bei dem rhythmisch . in den Steigerungen
6 e er sich auf der Höhe seiner Aufgabe, ebenso bei der Orchesterbegleitung von Arien der Gräfin gathe aus dem ‚Freischütz“, die Frau Vogt vom Deutschen Opernhause gesangstechnisch
wohlabgewogenen Meistersingervorspiel, zeig
aus „Figaros Hochzeit“ und der Jülich⸗de
und musikalisch nicht durchweg einwandfrei sang. — Zu einem musi
kalischen Festabend gestaltete sich ein populärer Kammermusikabend,
den die Tkiovereinigung der Herren Georg Schumann, Willy Heß und Huße Dechert unter Mitwirkung von Frida
Mosheim (Bratsche), Leberecht Goedecke (Kontrabaß), (Waldhorn) sowie
os⸗Carloforti in der Phil 2 e 8
er Sängerin Maria Meisterhaft wurde das
harmonie veranstaltet hatte.
den Abend einleitende Forellen⸗Quintett von Schubert gespielt, und
8 Waldemar Conrad ee Lyuis Scheiwein (Fagott) und Georg Böttcher
den nicht minder eindrucksvollen Schluß des Abends bildete das
Septett für Violine, Bratsche, Horn, Klarinette, Fagott, Violoncell
e. und Kontrabaß (Opus 20) von Beethoven. Zwischendurch sang Maria
Pos⸗Carloforti mit schöner Stimme Werke von Mozart und Schubert.
— Sonst ist über eine Reihe von Klavierabenden zu berichten, von
denen einige ganz besondere Beachtung verdienten. Victor Ben⸗
ham (Beethovensaah ist ein ausgezeichneter Beethoven⸗Inter⸗
pret, der durch feinen Anschlag, gute Technik und große mustkalische Gestaltungskraft zu unseren besten Pianisten zählt. Auch Cduard Zuckmaper (Bechsteinsaah) ist ein ganz achtbarer Klavier⸗ shieler mit “ nschlag, aber geringem musikalischem Ver⸗ ständnis; Schönberg zwischen Schumann und Beethoven zu setzen, ist doch gffenbare Geschmacksverirrung. Auf einsamer Höhe thronte wieder oriz Rosenthal, der im Beethovensaal zwei ausverkaufte Klavierabende (mit vollbesetztem Podium) gab. Seine phänomenale Technik und guserlesene Anschlagskunst sind nach wie vor unerreicht, ob er Bach, Beethoven, Schubert, Weber, Schu⸗ mann, Chopin oder Liszt spielt, so daß man mit dem Gefühl von dannen geht, endlich wieder einmal einem ganz Großen begegnet zu sein. Zwei weitere Pianisten ließen sich in der Singakademie hören, der eine, Edmund Meinhardt⸗Goldfisch, mit Werken von Liszt, der andere, Walter Braunfels, mit solchen von Bach und Beethoven. Edmund Meinhardt⸗Goldfisch ist einst⸗ weilen nur Techniker. Seine Kunst haftet an der Oberfläche, von Eignem ist noch wenig zu spüren. Anders steht es um Walter Braun⸗ fels, der als Könner gestaltet. Durchsichtig und klar war alles, was er spielte. Die Uee Virtuosität und die ausgeprägte künst⸗ lerische Eigenact Michael Zadoras trat an seinem Klavier ⸗ abend im Blüthnersaal wieder voll in die Erscheinung. Außer⸗ ordentlich fehnd war seine Wiedergabe von Busonis: „Fantasiag nach Bach“. — Von eigener Auffassung und Empfindung war bei dem Geigenspiel von Chriemhilt Hahn im Klindworth⸗
barwenka⸗Saal noch nicht viel zu spüren, obwohl die junge Dame eine bereits gut entwi kelte Technik und in der Kantilene einen weichen gesangvollen Ton besitzt. Ihr Konzert wurde durch einige ausdrucksvoll gesungene Lieder der Altistin Lore Kornell. he⸗ keichert. — Ebenso sympathisch in der Erscheinung wie im Spiel wirkte Elisabeth Bokmaver⸗Grümmer im Bechstein⸗Saal. Der Ton, den sie ihrem Violoncello entlockt, ist nicht von besonderer Größe, cher rund und weich, und ihr Vortrag zeugt von cesundem musikalischen Empfinden. Besonders in der Suite von Reger be⸗ wies sie eine bemerkenswerte Auffassungegabe, mit der sie in die Eigenart des Komwonisten eindrang. — Nach längerer Pauße sang Maria Ekeblad, mit Arpäd Sändor am Flüpel, in der Sing⸗ akademie. Statt der sonst üblichen deutschen Gesänge hörte man olche von E. Falti Modest Mussorgski, Ture Bangström und Emil Siögren, die durch den warmblütigen Vortrag und die reizvolle Stimme der Künstlerin Gestalt gewannen. Im Beethoven⸗ Saal Nüe auch Elisabeth ban Endert mit ihrem ersten dieswinterlichen Liederabend wieder den gewohnten Erfolg. Ihre Vortraoofoloe wies nur Lieder neuzeitlicher Tonseter auf, denen sie u voller Wirkung verhalf. Eda von Skopnick (Alt) und
alter Sommermeyper (Bariton) sangen im lind⸗ worth⸗Scharwenka⸗Sgal Duette, denen man mit Vep. gnügen zuhörte, während Elli Sendler (Blüthnersagl) wohl über Vortrags⸗, nicht aber über Gesangskunst verfügt. Auch den beiden ransstinnen, Edith Erdbrink (Klindworth⸗ Scharwenka⸗Saal) und Valerie, Doob (Bechstein⸗ Saal) fehlt noch manches, um allen Anforderungen der Stimm⸗ bildung 88 e eeecsen b lene. Desan üchts man ein genm f en der Tonhöhe un musi nner⸗ lichkeit im Vortrag wünschen.